100 Jahre Radio (in Österreich) - gebührend gefeiert
#1
Hierzulande gilt der 1. Oktober 1924 als der offizielle Geburtstag des Radios, als die behördlich konzessionierte Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft (RAVAG) in Wien den Sendebetrieb aufnahm. 1964 begann dann die Ausstrahlung in UKW-Stereo, was gerade bei Opern und Konzerten und auch beim Jazz eine Qualität wie live dabei zu sein mit sich brachte - wenn man denn die Anlage dafür hatte. Das sehr lange zäh verteidigte Rundfunkmonopol hat dabei bis heute eine Überladung des Äthers vermieden, sodaß die Abstände zwischen den Sendern für einen ungestörten Empfang groß genug geblieben sind. (Es gibt auch nur für vier landesweit zu empfangende Sender die Frequenzketten - vom öffentlich-rechtlichen ORF sind das Ö1, Ö3 und FM4, privat "Krone-Hit" der "Kronen-Zeitung"; "Radio Austria" der Fellner-Gruppe deckt zwar auch über 60 % des Staatsgebiets ab, hat aber keine relevante Reichweite erreichen können.)

Aus diesem Anlaß des runden Radio-Geburtstags habe ich mir einen Onkyo T-9090 Mk. II gegönnt, die internationale Version. Er kann zwar nur UKW empfangen, aber wie!

Dieses Modell repräsentiert den absoluten Gipfel der Tuner-Technik, der Mitte der 1980er Jahre erreicht wurde und vielleicht so 10 Jahre gehalten wurde.

(Man kann übrigens auch die Empfangsfeldstärke als Zahlenwert anzeigen lassen, die bei mir mit über 100 dBf fast schon zu viel des Guten ist.)

Klanglich schenken der Onkyo und der nüchternere Akai AT-93 einander nichts.
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#2
Das UKW-Versuchsprogramm im österreichischen Runfdunk startete 1953/54. Auch die relativ vielen österreichischen Radiohersteller, wie Minerva, Eumig, Ingelen aber auch der österreichische Ableger von Philips hatten ab da UKW Empfänger im Programm.
Viele Grüße
Lukas
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#3
Hallo,

bei der Gelegenheit habe ich einmal die "Symphonie" von Philips Austria spielen lassen. Mit der Skala konnte man 1967 wohl jeden österreichischen Sender auf UKW und MW finden.

           

Grüße,

Bernd
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#4
Interesant, wobei es das 3. Program meines Wissens erst ab 1968 gab
Viele Grüße
Lukas
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#5
N' Abend Lukas,

lt. "Radiomuseum.org" wurde das Gerät 1966/67 gebaut. Vielleicht war Ö3 da schon in Planung und die Sender/Frequenzen schon bekannt?

Grüße,

Bernd
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#6
Offenbar gab es ein drittes Programm schon aus der Zeit der Mittelwellensender, das dann vom Kahlenberg-Sender auf UKW mit 99,9 MHz ausgestrahlt wurde - seit dem 1. Oktober 1967 die Frequenz von Ö3.

https://www.wabweb.net/radio/frames/radioaf5.htm

https://www.wabweb.net/radio/frames/fmf.htm
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#7
Moin,

interessant, das gab es auch bei den deutschen Sendern. Da hatten z. B. die zweiten Programme des NWDR zunächst Namen wie "UKW Nord" (später NDR) und "UKW West" (WDR).

Grüße,

Bernd
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#8
Ich darf auch wieder etwas Technisches beitragen, nämlich einen Vergleich der Ausgangssignale des Onkyo T9090-II und des Akai AT-93L, die mit einem Tascam HD-P2 Digitalrecorder von einer Radiosendung des ORF mit 44,1 kHz und 24 Bit mitgeschnitten wurden - der Onkyo liefert ein schwächeres Signal des Pilottons als der Akai und dies ganz ohne Artefakte über 16 kHz.

Rechts ist ein offenbar recht nahe mikrofoniertes Cembalo mit reichlich Obertönen (wohl von der CD abgespielt), in der Mitte Sprache im Studio (vermutlich als AAC komprimiert und so in die Sendedatei kopiert), links ein frühes Hammerklavier zu sehen.

Die Digital-Streams der Sendungen schneiden im Spektrum sehr scharf bei 16 kHz ab, außer bei MP3, wo sie schon darunter auszufransen beginnen. Gesendetes Material reißt bei 16,5 kHz ab.


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