06.12.2024, 09:06
An das Smartphone als Signalquelle werde ich mich wohl auch nie gewöhnen. Alleine der Akku-Drain, man muss dann häufiger das Phone an das Ladegerät hängen, mir ist das lästig. Wenn ich an meinem Heimatort bin, reicht einmal Laden üblicherweise bei meiner Telefonnutzung für ca. 7 Tage. Das ist ok. Schon an meinem eigenen Wohnort ist es übel, da dort offenbar das Smartphone versucht, zwischen mehreren, gleich schlecht empfangbaren Mobilfunkzellen immer wieder die beste rauszusuchen. Das saugt wegen minütlicher Sendeaktivität den Akku in 2-3 Tagen leer. Das ist jenseits des für mich Akzeptablen. Und da soll ich auch noch Internetradio oder ähnliches drüber laufen lassen? Für mich ist das ein massiver Rückschritt gegenüber früher, als eine HiFi-Anlage einfach betriebsbereit war, wenn man sie einschaltete.
Auch wäre es mir lästig, beim Verlassen der Wohnung WLAN und Bluetooth und den anderen Verbindungskram immer auszuschalten, damit ich unterwegs nicht getrackt werde und mir nichts einfange. Irgendwie bin ich für diese neue Welt nicht gemacht.
Deshalb habe ich mir mal zum Testen ein Standalone-Internetradio gekauft. Ein billiges (ca. 150 EUR) Gerät im dennoch 43-cm-Gehäuse mit halbwegs manierlich aussehender Metallfront. Das Gerät stammt von "King Champion", heißt MA-20 und ist in zig Bedruckungen (Renkforce = Conrad / Völkner / Digitalo, Audizio, Omnitronic, Universum, Ocean Digital, ...) im Handel. Der formale Vorteil bei diesem Gerät, es basiert auf dem Skytune-Internetradioportal und da kann man über einen im Gerät eingebauten Webserver frei Internetadressen von Streams eingeben. Man ist laut Aussage von Skytune nicht an die Existenz des Portals gebunden - allerdings zickt das Gerät schon beim Einschalten, wenn es keine Internetverbindung hat, weil es die Uhr nicht einstellen kann. Ob es wirklich funktioniert ohne Zugriff auf das Skytune-Portal, weiß ich bis heute nicht.
Leider ist das Gerät in allen Funktionen mangelhaft. UKW ist verrauscht (kein Wunder, einfacher Chiptuner), RDS-Darstellung ist kaputt und Abstimmung erfolgt nur in 100-kHz-Schritten (im Heimatkabelnetz sind aber auch 50er belegt). DAB+ wird fehlerhaft decodiert, alle Programme in HE-AAC klingen schauderhaft, da die skeptralbandreplikation nicht korrekt ausgerechnet wird. Wie sowas verkauft werden kann, ist mir ein Rätsel. Programme in LC-AAC werden zwar korrekt decodiert, allerdings knackt und ploppt es bei DAB+ permanent. Internetradio wird fehlerfrei decodiert, allerdings wird da durch einen Bug alle ca. 0,6 Sekunden ein Sample doppelt ausgespielt - es knackt also permanent. Bei Rock/Pop und Sprache hört man es nicht, bei Klassik aber schon.
Hinzu kommt: das Gerät kann zwar formal viele Formate spielen (Icecast und auch HLS als Protokolle, MP3, AAC, OGG Vorbis, FLAC, WAV als Audioformat), versagt aber z.B. bei den neuen HLS-Streams der ARD. Es bleibt stumm oder friert ein und muss stromlos gemacht werden. Die HLS-Streams der BBC spielen hingegen - bis 320 kBit/s LC-AAC, das ist phantastisch. Die ARD macht mal wieder was sehr spezielles, inkompatibles.
Insgesamt ist mir das Handling zum Abspielen lokaler Dateien aber zu nervig, da ist das Auflegen einer CD oder Schallplatte wesentlich angenehmer. Und wenn ich am Schreibtisch sitze, höre ich dann doch, falls es Internetradio sein soll, via Laptop-Kopfhörerausgang und Kopfhörer. Und nutze dafür z.B. den steinalten Winamp (der aber AAC mit 48 kHz Samplerate auch nicht knackfrei spielen kann).
@delta9
Hier ist eine weitere freie Internetradio-Datenbank: https://www.radio-browser.info/ - da kannst du auch nach Genres suchen. Komischerweise scheint Metal fast vollständig aus Putins Reich zu kommen.
Dein Sangean hat laut Bedienungsanleitung die Möglichkeit, auch frei Internetradio-Adressen einzugeben. Ob das jetzt nach den Änderungen beim Zugangsportal von Frontier-Nuvola noch funktioniert, weiß ich nicht. Und welche Standards bei den Adressen unterstützt werden, wird auch nicht klar.
Auch wäre es mir lästig, beim Verlassen der Wohnung WLAN und Bluetooth und den anderen Verbindungskram immer auszuschalten, damit ich unterwegs nicht getrackt werde und mir nichts einfange. Irgendwie bin ich für diese neue Welt nicht gemacht.
Deshalb habe ich mir mal zum Testen ein Standalone-Internetradio gekauft. Ein billiges (ca. 150 EUR) Gerät im dennoch 43-cm-Gehäuse mit halbwegs manierlich aussehender Metallfront. Das Gerät stammt von "King Champion", heißt MA-20 und ist in zig Bedruckungen (Renkforce = Conrad / Völkner / Digitalo, Audizio, Omnitronic, Universum, Ocean Digital, ...) im Handel. Der formale Vorteil bei diesem Gerät, es basiert auf dem Skytune-Internetradioportal und da kann man über einen im Gerät eingebauten Webserver frei Internetadressen von Streams eingeben. Man ist laut Aussage von Skytune nicht an die Existenz des Portals gebunden - allerdings zickt das Gerät schon beim Einschalten, wenn es keine Internetverbindung hat, weil es die Uhr nicht einstellen kann. Ob es wirklich funktioniert ohne Zugriff auf das Skytune-Portal, weiß ich bis heute nicht.
Leider ist das Gerät in allen Funktionen mangelhaft. UKW ist verrauscht (kein Wunder, einfacher Chiptuner), RDS-Darstellung ist kaputt und Abstimmung erfolgt nur in 100-kHz-Schritten (im Heimatkabelnetz sind aber auch 50er belegt). DAB+ wird fehlerhaft decodiert, alle Programme in HE-AAC klingen schauderhaft, da die skeptralbandreplikation nicht korrekt ausgerechnet wird. Wie sowas verkauft werden kann, ist mir ein Rätsel. Programme in LC-AAC werden zwar korrekt decodiert, allerdings knackt und ploppt es bei DAB+ permanent. Internetradio wird fehlerfrei decodiert, allerdings wird da durch einen Bug alle ca. 0,6 Sekunden ein Sample doppelt ausgespielt - es knackt also permanent. Bei Rock/Pop und Sprache hört man es nicht, bei Klassik aber schon.
Hinzu kommt: das Gerät kann zwar formal viele Formate spielen (Icecast und auch HLS als Protokolle, MP3, AAC, OGG Vorbis, FLAC, WAV als Audioformat), versagt aber z.B. bei den neuen HLS-Streams der ARD. Es bleibt stumm oder friert ein und muss stromlos gemacht werden. Die HLS-Streams der BBC spielen hingegen - bis 320 kBit/s LC-AAC, das ist phantastisch. Die ARD macht mal wieder was sehr spezielles, inkompatibles.
Insgesamt ist mir das Handling zum Abspielen lokaler Dateien aber zu nervig, da ist das Auflegen einer CD oder Schallplatte wesentlich angenehmer. Und wenn ich am Schreibtisch sitze, höre ich dann doch, falls es Internetradio sein soll, via Laptop-Kopfhörerausgang und Kopfhörer. Und nutze dafür z.B. den steinalten Winamp (der aber AAC mit 48 kHz Samplerate auch nicht knackfrei spielen kann).
@delta9
Hier ist eine weitere freie Internetradio-Datenbank: https://www.radio-browser.info/ - da kannst du auch nach Genres suchen. Komischerweise scheint Metal fast vollständig aus Putins Reich zu kommen.
Dein Sangean hat laut Bedienungsanleitung die Möglichkeit, auch frei Internetradio-Adressen einzugeben. Ob das jetzt nach den Änderungen beim Zugangsportal von Frontier-Nuvola noch funktioniert, weiß ich nicht. Und welche Standards bei den Adressen unterstützt werden, wird auch nicht klar.
