Altes Tonbandmaterial
#1
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Hallo liebes Forum,

Ich frag mal in die Runde.  Shy
ich habe aus Firmenbestand alte professionelle Tonbänder auf Aluminium Bandspulen. kann man die bedenkenlos nutzen, oder haben die zu viel Abrieb.

Weiß jemand, wie ich mehrere Bandspulen zeitsparend löschen kann ohne sie über das Tonbandgerät laufen zu lassen?  
Und: Taugen solche alten Bänder aus den 80ern überhaupt noch für Aufnahmen?

freue mich auf Antwort  Smile
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#2
(06.10.2024, 19:12)MamaRia schrieb: ich habe aus Firmenbestand alte professionelle Tonbänder auf Aluminium Bandspulen. kann man die bedenkenlos nutzen, oder haben die zu viel Abrieb.

Hallo,

es kommt drauf an. Kannst Du erkennen, um welches Bandmaterial es sich handelt?

Gruß,
Timo
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#3
...oder ein paar Fotos einstellen? Bandmaterial aus den 80ern ist nicht grundsätzlich schlecht oder unbrauchbar, es gibt aber etliche Sorten, die mit Vorsicht zu genießen sind.
Um das zu überprüfen, gibt es die Bändertauglichkeitsliste:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/e...Tn/pubhtml

Gruß
Holgi
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#4
Vielleicht läßt sich schon am Vorspann erkennen, was es ist: BASF-Bänder haben ein tannengrünes Vorspannband mit dem Aufdruck der Bandsorte und einer schwarz mattierten Rückseite; Maxell-Bänder ein milchiges Vorspannband mit einem farbigen Rechteck mit frei weißen Pfeilen als Tempomarkierungen (grau: LN oder Communicator; orangegelb oder blau: UD; schwarz: UD-XL; blaugrau: XL-I; braun = XL-II), TDK ein weißes Vorspannband mit einer blauen oder einer violetten Markierung oder ein farbloses Band mit einem schwarzen Kachelmuster

Üblicherweise haben diese Bänder auch alle den Aufdruck der Marke auf der Spule.

Ampex-Bänder (auch als Revox verkauft) erkennt man am ranzigen Geruch, sie gehören in die Tonne.

Zum Löschen: es gab von Teac ein Löschgerät, das aber sehr selten zu finden ist. Wenn die Spuren des Halbspur-Stereo-Löschkopfs im Tonbandgerät ausreichend breit sind, können auch Viertelspur-Bänder komplett gelöscht werden - bei den Teacs ist das leider nicht der Fall.

Zum Aufnehmen: es hängt schon davon ab, auf welches Band die Maschine eingemessen ist, wenn man den Bias nicht einstellen kann: wenn die Maschine auf BASF LPR35 eingemessen ist, dann würden Maxell UD-XL und TDK Audua zu spitz klingen.
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#5
Heart Smile Danke für eure Hilfsbereitschaft und fachkundigen Hinweise! 
Ich habe die Bänder nicht hier und müsste erst los und nachschauen mit dem Vorspann und den Spulen... Es könnte evtl. sein, dass es überwiegend BASF waren.

Das heißt, ich muss jedes einzelne Band manuell löschen, ein erheblicher Zeitaufwand. 

Gibt es heute eigentlich noch Tonbänder neu zu kaufen?
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#6
Da kommt es wirklich sehr auf die Bandsorte an, auch uraltes Bandmaterial kann sehr gut sein. Manche Sorten sind aber leider sehr anfällig für Probleme. Die oben verlinkte Bändertauglichkeitsliste ist da ganz praktisch, sofern die Bandsorte bekannt ist.

Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: RFZ T2221, Teac A3300SX-2T
Viertelspur: Tesla B115
Kassette: RFT SK3930
Bandsorten Alltag: PER-368, Orwo 120, Orwo 130
Bandsorten T2221: Orwo 106, Orwo 104, PER-528
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#7
Neue Bänder gibt’s hier:

https://www.thomann.de/de/spulenbaender.html

oder hier:

https://www.darklab-magnetics.de
- - - Hier könnte Ihre Signatur stehen. - - -  thumbup
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#8
(06.10.2024, 21:43)MamaRia schrieb: Das heißt, ich muss jedes einzelne Band manuell löschen, ein erheblicher Zeitaufwand. 

Gibt es heute eigentlich noch Tonbänder neu zu kaufen?

Nein, du musst nicht jedes Band einzeln löschen in dem Sinne, dass du es durch die Maschine laufen lassen musst. Es gibt Löschgeräte. Hier haben auch einige solche Geräte (dazu gehöre ich auch). 

Neue Tonbänder kannst du kaufen, u.a. hier:

https://www.thomann.de/de/spulenbaender.html

Und hier auch:

https://www.darklab-magnetics.de/zz/index.htm
Liebe Grüße
Thomas
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#9
Warum die Bänder überhaupt vorher löschen? Sind die in einer anderen Spurlage aufgenommen? Und selbst dann ist das meist nicht nötig. Passiert bei der neuen Aufnahme ja von selbst.

Und was den Zustand der Bänder betrifft: Warum nicht einfach ausprobieren? Natürlich nicht gleich 10 Minuten am Stück abspielen und dann die Dreckschicht bewundern. Erst nur ein paar Sekunden, dann prüfen, wenn alles gut, nach einer Minute noch mal prüfen, wenn ok nach 2 Minuten usw...

Gruß
Robert
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#10
Sehe ich auch so, ich würde die Bänder einfach mal mit einer Neuaufnahme testen und dann wenn sie noch gut sind weiter verwenden. Neues Bandmaterial kaufen ist eigentlich Quatsch, sofern man nicht gerade eine schmierende/klebrige Sorte hat.


Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: RFZ T2221, Teac A3300SX-2T
Viertelspur: Tesla B115
Kassette: RFT SK3930
Bandsorten Alltag: PER-368, Orwo 120, Orwo 130
Bandsorten T2221: Orwo 106, Orwo 104, PER-528
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#11
Guten Morgen!
1.) Es hängt vom Einsatzzweck der Bänder ab.
Willst du nur aus Hobbygründen mal ein paar Platten aufnehmen, um deine Maschine mal wieder zu benutzen, kannst du zweifellos testen.
Solltest du aber etwas aufnehmen wollen, was du dann ein paar Jahre sichern willst, solltest du dich des Materials schon versichern.
Hättest du dort beispielsweise BASF Studiobänder, kannst du darauf auch heute noch sehr gute Aufnahmen machen.
Ohne Kenntnisse der vorhandenen Bandsorten tappt da jeder im Dunkeln.
Falls du deine Kapelle aufnehmen und archivieren willst, ist neues Band die allerbeste Option.
2.) Wichtig ist auch der Zustand der Maschine. Wenn sie korrekt eingestellt ist, lohnen sich neue Bänder. Sollte sie Defekte aufweisen, kann man teure Neubänder damit beschädigen.
Es hängt von vielen Faktoren ab, die Frage vernünftig zu beantworten.
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#12
Ihr seid sooo lieb !!  Heart

Danke erstmal für eure Tipps. Erstmal muss ich die Bänder bzw Bandspulen überhaupt drauf Kriegen. (siehe mein Begrüßungs-Beitrag) ?

Ihr seid sooo lieb !!  Heart

Danke erstmal für eure Tipps. Erstmal muss ich die Bänder bzw Bandspulen überhaupt drauf Kriegen. (siehe mein Begrüßungs-Beitrag) ?
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#13
ich glaube, was hier öfter zu Kommunikationsproblemen führt, ist, dass hier eigentlich zwei Lager unterwegs sind - einmal die reinen "Heimtonbandler" und dann die, die sich mit Studiotechnik beschäftigen. Das sind im Prinzip zwei völlig unterschiedliche Welten, ich wäre z.B. sehr vorsichtig mit der Verwendung von Studiotonband auf Heimtonbandgeräten, und auch in anderen Bereichen führt es besonders bei Anfängern zu Irritationen, wenn Leute jemandem aus der Perspektive eines Telefunken M28 Nutzers Ratschläge geben, was er bei der Tonband-Auswahl für z.B. ein Grundig TK248 zu beachten hat.

Gruß Frank
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#14
Also die Bänder stammen aus dem professionellen Studiobereich, die Tonbandmaschine aus Privatbesitz, aber ist vermutlich auch studiotauglich (gewesen) oder? 
Tandberg TD20-A,  High Speed, Half Track. Da darf lan sie drauf abspielen?

Nun, die alten Bänder sind 2 Kartons, die brauche ich nicht alle, einen Teil kann ich weggeben, aber nicht mit den Aufnahmen drauf, da es Archivmaterial ist. 
Überhaupt erst mal schauen, ob sie noch brauchbar sind...
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#15
Du darfst die sowieso abspielen und da geht auch nicht direkt etwas kaputt. Ob es langfristig eine gute Idee ist, mit rauem Studioband über die Tonköpfe zu fräsen, ist eine andere Frage.
Gruß
Helge

Uher 4400 Report Monitor – Uher 4200 Report Monitor
Akai X 201 D – Akai GX 630 D – Akai GXC-760D
Revox A77 Mk II
Sony TC-758
Braun TG 1000
Marantz Model 5220
ASC 6002 S


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#16
(07.10.2024, 12:37)bobhund schrieb: Du darfst die sowieso abspielen und da geht auch nicht direkt etwas kaputt. Ob es langfristig eine gute Idee ist, mit rauem Studioband über die Tonköpfe zu fräsen, ist eine andere Frage.

Was'n das für eine verstörende Aussage?
Viele Grüße
Jörg
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#17
Fang erst mal an. Passieren kann da nichts. Generell kann ich dir nicht empfehlen in der heutigen Zeit das Tonbandgerät zur Aufnahme zu verwenden (ich weiß, ich werde gleich gesteinigt). Heutige Digitalrekorder oder Soundkarten bieten eine bessere Qualität und das Material kann direkt am Computer weiterbearbeitet werden. Vorteile des Tandberg-Gerätes sind die klare und einfache Bedienung und das hübsche Aussehen.
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#18
Im Studio kommt es auf Robustheit und Langzeitstabilität an, was nicht so wichtig ist, ist, wie stark die Bänder die Köpfe abschleifen, oder wie dick das Bandmaterial ist.

Im Heimbereich spielt der Maschinenverschleiß eine viel größere Rolle, und die Spielzeit auf kleineren Spulen sollte ausreichend lang sein, sprich, die Dicke des Bandmaterials ist wichtiger als die Robustheit.

Es gibt auch bei Studiobändern welche, die die Köpfe nicht übermäßig stark abschleifen, aber ob Deine dazugehören, dazu solltest Du ein wenig forschen. Und die Maschine muss für Studiobänder anders eingemessen werden, und ist dann nur noch suboptimal für Standardmaterial zu gebrauchen.

Die Tandberg TD20-A würde ich noch in die Kategorie Heimtonbandgerät einsortieren, auch wenn es die High Speed Version ist. Zum Anhören und evtl. überspielen der Bänder sollte die funktionieren, dauerhauft würde ich das aber eher nicht machen, und für Eigenaufnahmen würde ich mir auch eher Bandmaterial für Heimtonbandgeräte suchen und die Maschine darauf einmessen.

Ich bin aber nur "Heimtonbandler" mit etwas Studio Halbwissen, es gibt hier sicher andere Leute, die Dir detailllierter Auskunft geben können.

Gruß Frank
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#19
Wir schießen hier auch schon wieder übers Ziel hinaus.
Von Grundig war keine Rede, genannte Maschinen verarbeiten zu.B. PER 528 sehr gut und auch auf Maxell UD ist zu lesen "For professional use".
Es kann also alles möglich sein.
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#20
Ich bin auch nur "TB User" , hatte im Laufe der Jahre einige TD 20A gekauft (hab´auch noch eine)
Alle hatten nach langer Standzeit/Nichtgebrauch die gleichen Probleme,- verharzte, nicht mehr
gängige Andruckmechaniken, schwere Kontaktprobleme in den Kippschaltern, z.T. auch Netzschalter-
Probleme. - Ich würde an Deiner Stelle erst einmal die TD 20A selbst einem Fachmann anvertrauen.

Zu Bändern,- lass´ Dich da nicht unnötig verwirren- da geht probieren geht über studieren eigentlich
über Alles- Die Bändertauglichkeitsliste gibt da natürlich auch entspr. Anhaltspunkte.

und sorry,- an die Kollegen hier- Jemand der schon Probleme hat einen Dreizack zu handlen, wird eher
abgeschreckt, von "nützlichen Infos" zu Bandstärken, Studiotechnik, Werte etc.- Das ist jetzt in keine
Richtung bös´ gemeint.


.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
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#21
Ihr Lieben, macht euch keinen Stress!? 
Ich selber habe lange in der Tonbranche gearbeitet, aber digital, und nicht in der Technik.
Man nannte so etwas früher CD Mastering Engineer oder Tape Editor, auch wenn es nicht mehr Tapes waren, die man bearbeitet. 

Ich war nur in der Musikbearbeitung, habe mit den Ohren gearbeitet, aber die Technik, darum kümmerten sich Andere. Man kann iann schließlich nicht alles können  Smile

Aber die alten Spezialisten , die mir hätten Auskunft geben können, sind schon in Rente, alt, oder leben nicht mehr.

So habe ich auch wenig Ahnung von Dreizack, Mechanik, Elektronik oder Bandqualitäten.
Aber ich weiß, gute analoge Aufnahmen sehr zu schätzen.
Ich bin kein sog. Hifi Fan und werde auch kein Recoding mit der Bandmaschine machen.
Ich wollte sie einfach nicht weiter verstauben lassen und mal sehen, wie ich sie zum Laufen kriege und was ich mit dem vorhandenen Bandmaterial noch machen kann.

Ich bin dankbar für euer Wissen und den Austausch.

Das hier nur so mal zur allgemeinen Unterhaltung.
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#22
Genau, so würde ich das auch angehen, kann gut sein dass deine Bänder noch gut in Schuss sind. Ausprobieren ist da das entscheidende!

Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: RFZ T2221, Teac A3300SX-2T
Viertelspur: Tesla B115
Kassette: RFT SK3930
Bandsorten Alltag: PER-368, Orwo 120, Orwo 130
Bandsorten T2221: Orwo 106, Orwo 104, PER-528
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#23
(06.10.2024, 22:12)Darwin, danke , ich komme später mal darauf zurück. Welche Region bist du?  L.Grüsse schrieb: Nein, du musst nicht jedes Band einzeln löschen in dem Sinne, dass du es durch die Maschine laufen lassen musst. Es gibt Löschgeräte. Hier haben auch einige solche Geräte (dazu gehöre ich auch). 

Neue Tonbänder kannst du kaufen, u.a. hier:

https://www.thomann.de/de/spulenbaender.html

Und hier auch:

https://www.darklab-magnetics.de/zz/index.htm
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#24
(07.10.2024, 18:36)MamaRia schrieb:
(06.10.2024, 22:12)Darwin, danke , ich komme später mal darauf zurück. Welche Region bist du?  L.Grüsse schrieb: Nein, du musst nicht jedes Band einzeln löschen in dem Sinne, dass du es durch die Maschine laufen lassen musst. Es gibt Löschgeräte. Hier haben auch einige solche Geräte (dazu gehöre ich auch). 

Neue Tonbänder kannst du kaufen, u.a. hier:

https://www.thomann.de/de/spulenbaender.html

Und hier auch:

https://www.darklab-magnetics.de/zz/index.htm

Niederrhein, Kreis Kleve!
Liebe Grüße
Thomas
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#25
(07.10.2024, 12:26)MamaRia schrieb: Also die Bänder stammen aus dem professionellen Studiobereich

Dann sind die Chancen recht gut, dass sie noch brauchbar sind. Zumindest die Studiobänder von Agfa und BASF sind größtenteils recht langzeitstabil. Außerdem haben sie den Vorteil, das meist der Bandtyp auf die Bandrückseite gedruckt ist, was das identifizieren einfach macht.

Gruß
Robert
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#26
Super, danke euch, sehr gute Tipps ??
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#27
So ,
ich habe mich jetzt mal um die Tonbänder gekümmert.
Bei Interesse schaut in meinen → neuen Beitrag mit Fotos.

Es sind überwiegend BASF Bänder:
SPR50 LH und/oder LHL.
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