2 Kopf Cassettendeck mit gutem oder bestem Einmesscomputer
#1
Hallo, 

Ich habe im Moment mal wieder Probleme mit meinem GX75. Das wird sich nicht von heute auf Morgen lösen lassen. 

Ich möchte jetzt aber kein High End Deck als Ersatz kaufen, das ich vorläufig verwenden kann, sondern irgendwas, das einen guten vorübergehenden Ersatz bietet und einfach in Gang zu setzen ist. 

Ich dachte an ein Gerät mit einem soliden Single Capstan, wo man ggf. nur die Andruckrolle und den Riemen tauschen muss und dann Alles wieder auf Specs ist. Solche Laufwerke schaffen ja spätestens ab den späten 80ern durchaus Gleichlaufwerte eines ausgewachsenen Doppelcapstans und haben auch ausreichende Frequenzgänge. Die 2 bis 3 dB weniger Dynamik kann ich verschmerzen. 

Nun weiß ich, dass es sowas von Pioneer mit Auto BLE gibt und das eine 3 Punkt Einmessung hat, was wahrscheinlich auf 2 Schicht Bändern sogar bessere Ergebnisse liefert, als das GX75. 

Ich frage mich aber von welchen Herstellern gab es das in der Klasse noch und Welches davon hat den besten Einmesscomputer und das solideste, am einfachen zu wartende Laufwerk und ist vielleicht auch am Günstigsten zu kriegen?

LG Tobi
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#2
Einmesscomputer und 2-Kopf Deck?
Das kann ja gar nicht vernünftig funktionieren.
Gibts sowas überhaupt?

Wie wärs mit einem unzerstörbaren AKAI GXC-725D in schwarz ?
Das hat zwar keinen Einmeßcomputer, aber dafür 3 Köpfe und es läuft fantastisch und ich will auch keine Unsummen dafür.
Dolby-C brauchst du ja auch nicht, wie du woanders bereits schriebst.

Bei Interesse gerne PN
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#3
Das funktioniert sogar sehr gut. Von Pioneer gibt’s 2 Kopf Decks mit Auto BLE.

https://www.hifi-archiv.info/Pioneer/1992/pioneer43.jpg

Yamaha hatte Auto Tape Tuning im KX 393, das hat aber nur 2 Messpunkte. Und von Sony, Technics und Kenwood gab es sowas auch definitiv in unterschiedlich aufwändigen Ausführungen. Das Auto BLE von Pioneer ist aber das Umfangreichste, dass ich bisher gefunden habe. Da wird dann halt ein Messton aufs Band gespielt, zurück gespult, wieder abgespielt, abgeglichen, das dann 3 mal mit unterschiedlichen Frequenzen. Am Ende ist das Deck dann auf die verwendete Bandsorte eingemessen und die Cassette an den Punkt zurück gespult, an dem der Einmessvorgang begonnen hat.
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#4
OK, ist mir trotzdem Suspekt.
Mir kommen sowieso keine 2-Kopf Geräte ins Haus...
Da mache ich eine schöne 45-minütige Aufnahme und muß hinterher feststellen, daß irgendein blödes Problem die Aufnahme versaut hat.
Lieber ist mit da Hinterbandkontrolle mit aktivem Zuhören.
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#5
Das Argument der Hinterbandkontrolle ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, aber das Kenwood KX-5010 hat einen sehr guten Einmesscomputer. Hängt natürlich wie immer von einer perfekten Grundkonfiguration ab.

Viele Grüße 

Michael
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#6
So hab ich das auch immer gesehen,

Aber ein 2 Kopf Deck mit einem einfachen Standardlaufwerk kommt auch auf einen guten W&F und ist mit wenig Aufwand wieder perfekt in Gang zu setzen, wenn die Köpfe und die Elektronik ok sind. Das wär halt erst mal ne Übergangslösung bis sich Jemand findet, der mein Akai in Gang setzen möchte. Ich habe noch ein Sony TC K7weissnichtmehr ES. Aber auch das braucht neue Riemen und Andruckrollen, danach eine Neujustage des Bandlaufs und mit der Einmessung ist auch was nicht ok. Das bekomme ich allein nur Pi mal Daumen hin, weil ich keine Spiegelcassette habe.

Bei meinem Panasonic Ghettoblaster ist so ein Autoreverse Full Logic Laufwerk drin. Da hab nur Riemen neu gemacht, die Mikroschalter gereinigt und die Andruckrollenhalterungen sind geclippt. Die hatte ich innerhalb von 5 min getauscht und dann lief das wie neu, keine Neujustage der Köpfe nötig. Hab lediglich die Geschwindigkeit eingestellt.

Sowas wär halt übergangsweise topp. Ich kauf einfach Andruckrolle und Riemen und stelle die Geschwindigkeit ein und das Deck läuft wie neu, bietet aber ne Aufnahmequalität wie ein Großes. Und die japanischen Einsteigerdecks in den frühen bis Mitt 90er kommen alle auf einen W&F unter 0,1% WRMS. Da passt dann auch der Klavieranschlag.

Klar, dass was schief gehen kann, weil mit dem Band was nicht stimmt, kommt dann eher vor, aber zum optimalen Einpegeln muss man ja eh mehrmals zurück spulen und Abspielen bis es passt, wenn kein Hinterband vorhanden ist.

@Technics123: Ist der denn auch mit 3 Punkten? Wie schlägt sich das im Vergleich zu den Pioneers?
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#7
Das C820 von Dual hätte ich noch - das hat keinen Einmesscomputer, nur einen manuellen Bias Regler, war aber mal eine Zeit lang die Referenz von HiFi Stereofonie, und wurde überall besser beurteilt als das Dreikopf Pendant C830. Von der Robustheit ist es sehr gut.

Das mit der Hinterbandkontrolle ist zwar prinzipiell richtig, aber ich frage mich dann immer, was Ihr aufzeichnet. Wenn ich Radiosendungen oder Live Konzerte aufnehme bringt mir die Information, dass etwas schief läuft, herzlich wenig, weil kaum ein Sender oder Veranstalter auf Pause drücken wird, bis ich das Problem gefixt habe. Und wenn ich von anderen Medien überspiele, kann ich die Aufnahme wiederholen, falls wirklich mal was schief laufen sollte, was ja mehr als selten passiert.

Das mit der Einmesserei macht m.E. auch nur in Grenzbereichen Sinn, wenn man z.B. alte Cassetten zum Aufnehmen nutzen will. Wenn eine Cassettenaufnahme annähernd klingt wie das Original, was will man da noch verbessern ? Dieses ganze Auf die Spitze Getreibe ist doch entstanden, als den Herstellern in den 1980igern nichts mehr eingefallen ist, was sie an der Cassettentechnik noch sinnvoll verbessern können, der Kunde aber in jedem neuen Prospekt eine Revolution erwartet hat.

Gruß Frank
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#8
(02.10.2024, 10:16)DOSORDIE schrieb: Ich habe noch ein Sony TC K7weissnichtmehr ES. Aber auch das braucht neue Riemen und Andruckrollen, danach eine Neujustage des Bandlaufs und mit der Einmessung ist auch was nicht ok. 

Die Riemen kannst Du wechseln, ohne das Laufwerk komplett zu zerlegen. Der kleine Riemen ist etwas Gefuddel, geht aber. Dann muß danach auch nichts neu justiert werden. Und die originalen Andruckrollen sind bei Sony sehr haltbar, da verschlechterst Du eher mit qualitativ minderwertigen Neuteilen den Gleichlauf, es sei denn, Du findest noch originale NOS Rollen.

Das würde ich erstmal versuchen, bevor ich nach einem schlechteren Ersatzgerät suche.

Viele Grüße,
Martin
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#9
Die Möglichkeit der Einmessung empfand ich eigentlich immer als sehr positiv. Man war halt nicht an eine Cassette gebunden. Zumal ja meistens ohne Einsteller von außen immer nur ideal auf eine Cassette intern einmessen konnte. Da war die gleichzeitige Nutzung einer BASF Chromdioxid und TDK SA-X kaum ohne Probleme möglich. Ganz zu schweigen in Verbindung mit Dolby oder dbx.

Konzerte und längere Sendungen habe ich eigentlich zumeist auf Tonband mitgeschnitten, später dann DAT, und manchmal habe ich auch den Videorecorder im Longplay laufen lassen, wenn es mal richtig lang wurde. Später wurde dann das Beste auf Cassette kopiert oder halt alles auf den ursprünglichen Medien gelassen.

Ich bin der Meinung das es sich beim KX-5010 "nur" um eine zwei Punkt Einmessung handelt, welche aber sehr gut arbeitet. Vielleicht weiß Manfred mehr darüber.

Viele Grüße 

Michael
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#10
Also dem Nach was aus dem Werbetext hervorgeht, scheint das mit den 2 Messtönen wohl so zu sein. Bisher finde ich Nichts vergleichbares zu Auto BLE und Super Auto BLE in der Klasse. Das Kenwood hat zwar wahrscheinlich das Solidere Laufwerk, aber ist auch wesentlich teurer, von dem was ich so gesehen hab.
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#11
Ich hatte mal eine Technics Micro Component Anlage hier stehen. Selbst das dabei mitgelieferte, kleine Doppelcassettendeck machte ordentliche Aufnahmen zusammen mit dem CCRS-System, das automatisch die Cassetten eingemessen hat.
Dabei wurden Aufnahmeempfindlichkeit, Bias und EQ eingemessen (dann also auch eine Dreipunkteinmessung, wenn ich das richtig verstehe).

Daher denke ich, dass die richtigen Cassettendeck von Technics ab den Mitt 1990ern auch so arbeiten, die haben auch so ein Einmesssystem an Bord. Dort heißt es aber ATC, garantieren kann ich also nix.
Viele Grüße
Alex

We Sold our Souls to Rock 'N' Roll!
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#12
Was ist mit den neueren Yamahas? Die Dreikopfgeräte mit Automatik messen gut ein. Die Zweikopfgeräte gibt es auch mit Playtrim.
MfG Matthias
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#13
Ich hab eben das Sony aus dem Keller geholt und Stunden lang damit verbracht den verkurbelten Bandlauf mit meinen Hausmitteln in Ordnung zu bringen. Ich hatte das Gerät mal im Zu verschenken Thread im HiFi Forum abgegriffen, weil die Klappe nicht mehr auf ging. Hatte den Riemen für die Klappe schon durch irgendwas getauscht was ich rum liegen hatte. Das Gerät lief dann auch so weit, habe mich aber nie weiter damit auseinander gesetzt, weil ich die Pegelanzeige so unübersichtlich fand. Außerdem mag ich es nicht, wenn ich weiß, dass da 30 Jahre alte Gummis drin werkeln, das ging bei mir noch nie besonders lange gut.

Ich habe es gelegentlich dafür benutzt, alte Aufnahmen von ORWO Cassetten mit total schiefem Azimut zu korrigieren und zu digitalisieren. Deshalb war der Kopf auch total verstellt. Ich glaub ich hab das ziemlich gut hin bekommen. Meine Cassetten laufen jetzt Alle sauber durch.

Playback Level war mit meiner 3 kHz Messcassette, die ich im GX75 angefertigt habe nicht mal 1 dB vom Dolby Zeichen entfernt, beide Kanäle gleich laut.

Habe dann auch penibel die Einmesshilfe nachjustiert. Level und Bias sind jetzt vor und Hinterband exakt gleich. Ich habe dafür eine TDK D als Basis genommen, den Empfindlichkeitsschalter auf „NORM“ gestellt und Bias und Rec Level in die Mitte gestellt. Als Bias und Pegel laut meiner dahinter geschalteten Soundkarte stimmten, habe ich die Balken der Einmesshilfe mit den Trimmern CAL HIGH und CAL LOW so eingestellt, dass sie genau auf dem Pfeil standen. Hab das dann mit TDK SA, MA und Maxell XL II S gegen gecheckt. Bei korrekter Einmessung laut Einmesshilfe stimmen die Pegel und Vor und Hinterband klingen nahezu gleich, wie es sein soll.

Ich hab im Walkman DD 33 gegen gecheckt und die Testaufnahmen klingen perfekt.

Ich denke damit kann ich erst mal leben.

LG Tobi
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#14
Sag ich doch, diese Geräte sind zäh und dankbar. Das einzige, was die manuelle Einmeßfunktion bei Sony nicht perfekt hinbekommt, sind alte Cassetten aus der Vor-IEC-Zeit und Zweischichtbänder. Bei allen anderen ist die erreichbare Qualität so gut, daß das 770 ES trotz vorhandenem Revox-Deck immernoch mein Lieblings-Aufnahmegerät ist. Welches Modell hast Du denn nun genau?

Viele Grüße,
Martin
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#15
Echtchrom hab ich noch nicht probiert, das ist bei mir doch ein großes Thema, aber zur Not dreh ich noch mal ein bisschen am Bias Trimmer. Die CS II ist meistens noch im Grenzbereoch.

Es ist ein 790 ES. Dazu ist es in nem echt passablen Zustand. Für geschenkt ist das eigentlich n richtig guter Fang. Derjenige hätte es sonst entsorgt. Es war sogar die Anleiting dabei.
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#16
(02.10.2024, 10:11)Technics123 schrieb: das Kenwood KX-5010 hat einen sehr guten Einmesscomputer

Ja, das KX-5010 ist insgesamt ein sehr gutes Deck, häufig günstig angeboten, allerdings mit Sankyo Laufwerk und somit dem Risiko des defekten Assist-Motors.

   
Gruß
Michael

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#17
Sehr schön, das 790 ist quasi baugleich mit dem 770, hat nur ein anderes Design der Klappe. Die alten Einschicht-Echtchrom-Bänder lassen sich damit gut bespielen, wenn sie noch nicht zu sehr degeneriert sind. Der Trick dabei ist, den Bias-Steller in Neutral-Position zu belassen, egal was die Einmeßhilfe sagt, und den Level-Steller ziemlich hoch zu ziehen, oft bis Maximum. Dann hast Du zwar immernoch einen Lautstärke-Unterschied zwischen Vor- und Hinterband, aber die Aufnahme wird nicht mit zu geringer Vormagnetisierung gemacht. Beim Aussteuern mußt Du Dich noch mehr auf das Gehör verlassen als bei Bändern, mit denen der Pegel vor/hinter Band zusammen paßt.

Zweischicht-Chrom geht auch, zwar nicht mit ganz geradem Frequenzgang, aber doch recht gut folgendermaßen: Den Rec EQ Cal-Steller auf Low, und falls es dann zu dumpf klingt, den Bias einen Tick niedriger als neutral einstellen.

Am besten kommt dieses Gerät aber immernoch mit guten Einschicht-FeCo-Bändern zurecht. Ich habe damals reihenweise XL II-S aufgenommen. UX-S wäre vom Bandmaterial her genauso gut gegangen, gab es zu der Zeit aber schon gerade nicht mehr in den richtigen Gehäusen. TP II gingen auch sehr gut, die gefielen mir nur nicht und waren teurer...

Viele Grüße,
Martin
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#18
(02.10.2024, 21:59)Spitzenwitz schrieb: Ja, das KX-5010 ist insgesamt ein sehr gutes Deck, häufig günstig angeboten, allerdings mit Sankyo Laufwerk und somit dem Risiko des defekten Assist-Motors.

Ich dachte die Sankyo Laufwerke wären so gut. Nakamichi soll die ja auch verbaut haben.
MfG Matthias
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#19
(03.10.2024, 07:00)delta9 schrieb: Ich dachte die Sankyo Laufwerke wären so gut. Nakamichi soll die ja auch verbaut haben.

Nakamichi, Onkyo, Kenwood, NAD, Teac und Yamaha haben diese Laufwerke eingesetzt, die nicht schlecht, aber in die Jahre gekommen sind.

Der häufig defekte Stellmotor (VA700) ist das Problemkind.

Wenn keine Laufwerksfunktion mehr ausgeführt wird, was nach längerer Standzeit nicht selten vorkommt, dreht dieser Motor nicht mehr an. Er hat die Aufgabe, den Kopfschlitten über ein Schneckengewinde zu bewegen. Genau passenden Ersatz gibt es keinen, die Reparatur des Morors ist möglich aber nicht trivial.

Ich habe eine sehr gute Lösung gefunden, diese kann aber ohne etwas Erfahrung nicht umgesetzt werden.
Gruß
Michael

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#20
Ja, mit den Chromcassetten hab ich viele Erfahrungen, die krieg ich sicher gut eingemessen.

Viel wichtiger ist aber: die fehlerhaft geglaubten Cassetten, speziell die Sony HFs sind jetzt wieder die Performer, die ich in Erinnerung hatte und kaum schlechter, als ihre größeren Brüder und waren mit der TDK D und eigentlich auch der Ferro Extra immer meine Lieblings Standard Cassetten. Ich hab mich riesig gefreut als Lorenz sich wohl daran erinnert hat und mir einen riesigen Konvolut OVP günstig abgegeben hat. Erstens weil ich’s total lieb fand, dass er an mich dachte und zweitens weil ich Cassetten natürlich immer gern nehme. Die Version von 1990 ist noch dazu optisch sehr schön. Umso trauriger war ich, als ich den Eindruck hatte, dass die Bänder Alle kaputt gealtert sind. Das erhöhte Modulationsrauschen links und die heftige Dropout Rate sowie das merkwürdige Verhalten bei eingeschaltetem Dolby ist mit dem Sony Deck nicht vorhanden.

In meinem Walkman liefert die Cassette jetzt ab, wie eine Hochwertige. Die Version von 1990 hat auch nahezu die höchste Dynamik, nur der Nachfolger ist noch mal um 0,7 oder 0,8 dB besser, dann gehts wieder abwärts, aber das sollte nicht hörbar sein.

Das GX75 hat also irgendeinen größeren Schaden. Das ist sehr traurig und muss sich über die letzten Monate eingeschlichen haben. Erfreulich ist natürlich, dass ich das Sony Deck mit meinen bescheidenen Mitteln so gut hin bekommen habe.

Was mich an dem Sony aber jetzt schon nervt ist, dass es sobald man auf Aufnahme drückt sofort auf Source schaltet. Wenn man einen Punkt kurz nach einem Lied löschen möchte, weil man einen Fehler gemacht hat ist man ewig am Rumprobieren, weil man nicht direkt weiß, ob nicht noch ein Brocken übrig geblieben ist. Das gefällt mir beim GX75 viel besser.

LG Tobi
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#21
Da gibt's auch einen Trick. Du kannst direkt aus der Wiedergabe "on the fly" auf Aufnahme umschalten: Play-Taste gedrückt halten, das Ende der Aufzeichnung per Kopfhörer abpassen, und dann zusätzlich die Aufnahme-Taste kurz drücken. Genauer geht es nicht, und es sind nachher auch keine Knackgeräusche auf dem Band.

Viele Geräte lassen dieses direkte Umschalten gar nicht zu, sondern wollen die Aufnahme nur aus den Modi Pause oder gar Stop beginnen... auch mit ein Grund, warum ich so gerne mit diesen Sonys arbeite. Ok, die automatische Umschaltung des Monitors auf Source müßte nicht sein, da hast Du recht.

Viele Grüße,
Martin
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#22
(03.10.2024, 07:25)Spitzenwitz schrieb: Nakamichi, Onkyo, Kenwood, NAD, Teac und Yamaha haben diese Laufwerke eingesetzt, die nicht schlecht, aber in die Jahre gekommen sind.

Steckt in meinem KX-670 auch so ein Laufwerk?
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#23
(03.10.2024, 11:51)timo schrieb: Steckt in meinem KX-670 auch so ein Laufwerk?

Nein, im KX-670 steckt ein Alps-Laufwerk.
Gruß
Michael

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#24
Zitat:Die alten Einschicht-Echtchrom-Bänder lassen sich damit gut bespielen, wenn sie noch nicht zu sehr degeneriert sind. Der Trick dabei ist, den Bias-Steller in Neutral-Position zu belassen, egal was die Einmeßhilfe sagt, und den Level-Steller ziemlich hoch zu ziehen, oft bis Maximum. Dann hast Du zwar immernoch einen Lautstärke-Unterschied zwischen Vor- und Hinterband, aber die Aufnahme wird nicht mit zu geringer Vormagnetisierung gemacht


Zitat:Zweischicht-Chrom geht auch, zwar nicht mit ganz geradem Frequenzgang, aber doch recht gut folgendermaßen: Den Rec EQ Cal-Steller auf Low, und falls es dann zu dumpf klingt, den Bias einen Tick niedriger als neutral einstellen.

CrO2 Band verliert mit dem Altern etwas mehr Empfindlichkeit in den Höhen als in den Tiefen und Mitten.
Benötigt daher für einen geraden Frequenzverlauf etwas weniger Bias als im Neuszustand. Die Folge ist ein recht kleiner MOL/SOL Abstand von etwa 5-7db.
Das kann man auch Underbias nennen, heißt die Bänder könnten eigentlich etwas mehr Bias vertragen, die performen dann auch nicht wieder wie neu aber etwas mehr MOL lässt sich so wiederherstellen.

Um den Bias zu erhöhen ohne dass die Höhen zu schwach werden stellt man den REC EQ Schalter auf High!
Den Bias Regler darf man ruhig auch etwas zurückdrehen, lieber den Aufnahmepegel noch ein wenig mehr zurücknehmen. Mit einer dumpfen Aufnahme hat wohl keiner Spass.

Steh ich jetzt völlig auf dem Schlauch? ...und der Rec EQ Schalter funktioniert genau andersrum?  Wenn nicht dann ist REC EQ auf High ganz sicher die sinnvolle Einstellung für CrO2.
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#25
Zitat:Da gibt's auch einen Trick. Du kannst direkt aus der Wiedergabe "on the fly" auf Aufnahme umschalten: Play-Taste gedrückt halten, das Ende der Aufzeichnung per Kopfhörer abpassen, und dann zusätzlich die Aufnahme-Taste kurz drücken. Genauer geht es nicht, und es sind nachher auch keine Knackgeräusche auf dem Band.

Das ist in der Tat ein super Feature, funktioniert sogar bei vielen kleinen nicht ES Sony Decks. Meine Pioneer können das leider nicht, da muss man fummeln.
Glücklicherweise ezeugen einige von meinen Pioneer Decks keinerlei Knacksen beim Aufnahmeeinstieg.
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#26
Ah, ok cool, das probiere ich, dann ist das natürlich sogar noch besser gelöst als beim Akai, weil man sich aussuchen kann ob man in Tape oder Source will… ich hab immer direkt die Aufnahmetaste und dann play gedrückt während das Gerät abspielte, weil Ichs vom GX so gewöhnt bin, dass es einen Trick gibt, mit dem es andersrum geht wusste ich nicht. Danke!

Chrom hab ich noch nicht ausprobiert, ich werde aber berichten! Die CS II (Ich nenne einfach mal alle Versionen ab der Chromdioxid Super II) schaffte bei mir allgemein so bis -1/0 dB laut AKAI Peak Anzeige bei augenscheinlich korrekter Einmessung. Damit geht dann sogar Dolby, auch wenn der Frequenzgang nicht ganz glatt ist. Bei nicht allzu bassiger Musik klingen die Bänder richtig gut. Die Alterung scheint im Laufe der Jahre zu stagnieren. Alle Aufnahmen, die ich auf die bereits gealterten Bänder in den letzten 15 bis 20 Jahren gemacht habe sind kein Stück schlechter geworden, egal ob die Cassette aus den 70ern, 80ern oder 90ern war. Zumindest bei BASF ist das so.

LG Tobi
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#27
@Oli: Es kann sein, daß ich das mit dem Rec-EQ genau falsch herum in Erinnerung habe. Muß ich nochmal ausprobieren. Beim Schreiben war das Deck gerade nicht in der Nähe, also habe ich versucht, mir die Geschichte theoretisch herzuleiten: Rec-EQ auf Low senkt die für Zweischichtbänder typische Höhenanhebung ab, der Frequenzgang wird damit ein wenig neutraler. Natürlich braucht es dann auch einen etwas geringeren Bias, was wiederum schlecht für den Klirrfaktor ist. Rec-EQ auf Einstellung High ist eigentlich die "Aufhellfunktion" für zu dumpf klingende Bänder, ohne den Bias allzu weit absenken zu müssen. Kann also just im Fall von gealtertem Chromdioxid durchaus vorteilhaft sein.

Viele Grüße,
Martin
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#28
Zitat:Rec-EQ auf Einstellung High ist eigentlich die "Aufhellfunktion" für zu dumpf klingende Bänder, ohne den Bias allzu weit absenken zu müssen. Kann also just im Fall von gealtertem Chromdioxid durchaus vorteilhaft sein.

Genau Martin.
Eigentlich ist der Sinn der EQ Einstellung eine Anpassung des MOL/SOL Verhältnis an den Hochton oder Bassgehalt des auzunehmenden Programms.

Ich zitiere mich mal aus einem alten Thread:

Zitat:Als Beispiel: auf RecEQ Flat passt Bias Stellung Null bei Cassette X für flachen FQ (Balken auf Markierung)  und MOL315 liegt bei +5db, SOl10 bei -4db.


In Stellung High werden Hochtonanteile im RecEQ stärker angehoben, so daß jetzt für den selben flachen FQ (Balken auf Markierung)  der Bias etwas erhöht werden kann.
Z.B. Bias + 5% , das ergibt dann MOL +6db und SOL -5db.

In Stellung LOW werden die Hochtonanteile abgesenkt und für den immer noch selben flachen FQ (Balken auf Markierung) muss Bias jetzt abgesenkt werden.
Z.B. Bias -5%, das ergibt dann MOL +4db und SOL -3db.

(Die Zahlen für MOL/SOL sind natürlich jetzt nicht gemessen sondern einfach nur Beispiele für die zu erwartende Richtung)

Stellung High ist für Musik mit starken Bassanteil geeignet und Stellung LOw für Musik mit starken Hochtonanteil.
Der RecEQ Schalter kann damit auch logischerweise für Bänder verwendet werden bei der der Bias Regelbereich in Flat nicht ausreicht um den Balken auf die Markierung zu bekommen.
Oder auch nach der Einmessung um einfach das Ergebnis zu "sounden" Die Erklärungen in den Sony Manuals zum RecEQ Schalter sind aber wirklich etwas konfus formuliert....


Und da BASF Bänder nach Alterung ein kleines MO/SOL Verhäknis haben und deshalb tiefe und mittlere Frequenzen eher verzerrenn als hohe, kann mit der Stellung High etwas vom SOL zu Gunsten des MOL geopfert werden. Das bringt keine "Welten" , aber geht in die richtige Richtung.
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#29
(03.10.2024, 14:47)2245 schrieb: Ich zitiere mich mal aus einem alten Thread:...

Sehr interessant. Danke!
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#30
(03.10.2024, 12:45)DOSORDIE schrieb: Chrom... Die Alterung scheint im Laufe der Jahre zu stagnieren.

Das ist korrekt, die Alterung startete schon bei der Produktion der CrO2 Partikel und hat sich seitdem stetig verlangsamt.
Die bekannten Effekte der CrO2 Alterung wie geringe Aussteurbarkeit und geringe Empfindlichkeit waren schon vor 20 Jahren weitesgehend vorhanden.
Die Alterung wird aber unweigerlich weiter fortschreiten, aber nur sehr langsam und mit sich weiter absinkender Geschwindigkeit, da sich die alternden Partikel zunehmend mehr und mehr selbst passivieren.
(Die bereits in andere nicht magnetische, aber stabile Chromverbindungen umgewandelten Anteile der CrO2 Partikel werden ja von der Oberfläche aus immer dicker.)
Feuchtigkeit und Wärme hat es also immer schwerer mehr Alterung zu generieren.
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#31
Dann hoffe ich, dass sie mich noch lange begleiten werden. Ich hänge an den BASFs. Der Geruch und das Gefühl meiner Kindheit und bei meinen Eltern in der Cassettenbox roch es auch nicht nach TDK oder Maxell, sondern nach BASF und AGFA Chromdioxid. Was meinst du, wie lang das noch gut geht?

Was mir grad auffällt, ich bespiele jetzt Alle Mixtapes, die ich in letzter Zeit gemacht habe neu mit dem Sony. Ich habe eine Ferrochrom Cassette als Typ I im AKAi bespielt, die lief da auch ganz gut, Dolby ging aber nicht, denn ich musste mit dem BIAS aufpassen und bin nicht auf eine ideale Einmessung gekommen. Das Signal war aber konstant und ohne Dolby konnte ich eine gute Aufnahme machen. der kleine Höhenabfall fiel nur im direkten Vergleich auf. Mit der Aussteuerung musste ich vorsichtig sein. Auf dem Sony kann ich die Cassette Einmessen und sie sogar restlos underbiasen ohne, dass der Level abfällt, Die klingt selbst bei augenscheinlich korrekter Einmessung etwas übersättigt im Hochton, was nicht verkehrt ist, Dolby funktioniert sehr gut und ich kann sie viel lauter aussteuern, als im AKAI. Wie kann das denn sein?
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#32
Das Kenwood KX880HX und das KX5010 sind weitgehend baugleich. Einziger Unterschied, das 5010 hat eine automatische Einmessung. Level mit 400 Hz, Bias mit 10 kHz. Das 880 hat dafür vier! Regler (L und R getrennt).

Das Sankyo Laufwerk bei diesen Singel Capstan Geräten besitzt einen Direktantrieb. Das gibt es (fast) nur bei Kenwood. Idler ist mit Zahnrad realisiert. Der einzige Riemen ist ein kleiner Backtension Riemen, der bei diesem Modell jedoch keinen Bandsalat verursacht, wenn er defekt ist. Und das ist er immer, wenn das Gerät sich noch im Originalzustand befindet. - Die Vorgänger Laufwerke hatten von Werk ab nämlich keinen Bremsriemen verbaut-

Des weiteren handelt es sich m.M.n um das beste Sankyo Laufwerk, was je gebaut wurde. Sämtliche Stege, Achsen usw. sind aus Metall und nicht aus Kunststoff. Diese sind auch direkt, Metall auf Metall mit dem Chassis verbunden. Nicht wie bei vielen anderen Laufwerken in diesen unsäglichen Plastik-Vergüssen, die mit der Zeit Risse aufweisen. Nicht umsonst wurde das Laufwerk auch von Nakamichi ab BX 1/2, BX100-150, CR1/2E und noch später verbaut. Allerdings bei Nakamichi mit einem DC-Motor mit Riemen. Der geile DD-Antrieb blieb den Doppel-Capstan vorbehalten.

Achtung. Sankyo ist nämlich nicht gleich Sankyo. Onkyo z.B. hat in den kleineren Tapdecks welche mit viel Plaste verbaut, die brechen teilweise und sind Mist.

Einzige Problemkinder sind, wie angesprochen der Hubmotor und manchmal auch der Reelmotor, der nach langen Standzeiten gerne mal einen Totpunkt aufweist. Die Überholung ist sehr gut machbar, allerdings sollte man wissen, was man tut. Im Nachbarforum habe ich das schon mehrmals gezeigt.

Mit um 100 € sind diese Decks m.M.n. noch sehr günstig zu haben, das 5010 aufgrund seines jungen Alters, zumeist mit fast neuwertigen Köpfen. Das 5010 ist die letzte Baureihe mit diesem Laufwerk, danach ging es steil bergab.

Bitte beachten: Manni ist ein absoluter Fanboy dieser Laufwerke, gerade aus den beschriebenen Gründen.


@Michael: Du schreibst: "Ich habe eine sehr gute Lösung gefunden, diese kann aber ohne etwas Erfahrung nicht umgesetzt werden."

Meinst Du den Ersatzmotor, der auch als Spindelmotor in CD-Laufwerken verwendet wird, mit anschließender Reduzierung der Spannung?
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#33
Das ist echt sehr spannend!

Also ich hab eben mal bergeweise Cassetten getestet.

Gut die Hälfte von Denen ich dachte, sie sind nicht mehr zu gebrauchen funktionieren im Sony ziemlich gut. Der Einstellbereich der Einmesshilfe ist so groß, dass ich sogar Uralt BASF Chromdioxid aus den 70ern und ORWO Chromdioxid eingemessen bekommen habe. Die Sache mit dem Overbiasen hab ich auch probiert, ich hab dann ungefähr 2 dB mehr Pegel bekommen, aber Dolby funktionierte nicht mehr richtig, Chromdioxid mit Dolby nutzen ist schon echt super. Die meiste Musik kann ich mit Chromdioxid, Chromdioxid II und CE II bis etwa -4 und bei CS II bis etwa -1 dB aussteuern. Die ORWO Cassetten liegen unter dem Niveau der BASF Einschichtbänder lauter rauschen und auch früher in die Sättigung kommen. Was ich noch probieren will, ist Echtchrom Pre Recorded Cassetten, die auf 120 µS laufen in ihrem Gehäuse so wie sie sind neu zu bespielen. Mit dem AKAI ging das nicht, dafür ist der Regelbereich zu klein. Wenn das mit dem Sony geht und es ordentlich löscht könnte ich einige Sampler mit geschweißten Gehäusen praktisch "remastern". Das wär super cool. High Life von Polystar und so.

Einige Reineisenbänder habe ich auch ausprobiert. Leider funktionieren auch hier die Sony Metal Master ES nicht mehr vernünftig. Ich müsste mal noch ne Metal XR probieren, aber sie verhalten sich ungefähr genau so wie beim GX75. Dafür machte aber eine olle scheinbar stark benutzte TDK MA-X vermutlich von 1985 zum ersten Mal eine richtig gute Figur. Besonders hoch lässt sie sich nicht mehr aussteuern, aber auch hier ist die Dropoutrate viel geringer als beim GX75. Eine goldene XL II S machte etwa das Selbe, wie im AKAI, die ist leider unbrauchbar, aber dafür gingen die mit dem schwarzen schweren Gehäuse ganz gut. Eine BASF Metal IV verhielt sich etwa wie eine Chromdioxid Cassette, auch das war genau wie im GX75, nur mit etwas Weniger Dropouts. Wenn man vorsichtig aussteuert ist sie brauchbar.

Mit Reineisenbändern bin ich deshalb ein Bisschen auf Kriegsfuß, bis auf die TDK MA und Einige MX von Maxell habe ich in den letzten Jahren keine einzige Reineisencassette zufriedenstellend zum Laufen gebracht. Speziell die Sonys machen bei mir Alle stress, was sehr schade ist, weil das eigentlich schöne Cassetten sind. Und eine wunderschöne BASF LH Maxima X I hat auch richtig gut funktioniert, die hat auch Probleme gemacht. Da hab ich glaub ich 2 oder 3 Stück von. Das muss ich die Tage mal probieren… Vielleicht hat ja auch meine Metafine mal Lust zu funktionieren….

Natürlich sind das jetzt auch nur Stichproben gewesen. Ob weiter hinten auf dem Band vielleicht irgendwelche Knicke sind oder irgendwelche anderen Ausfälle weshalb ich sie aussortiert hab, weiss ich nicht mehr. Dafür sind es zu Viele.

LG Tobi
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#34
Zitat:Die Sache mit dem Overbiasen hab ich auch probiert, ich hab dann ungefähr 2 dB mehr Pegel bekommen, aber Dolby funktionierte nicht mehr richtig,
Erst Rec EQ auf High, dann wieder Einmessen, dann sollte auch Dolby funktionieren.



Zitat:Was ich noch probieren will, ist Echtchrom Pre Recorded Cassetten, die auf 120 µS laufen in ihrem Gehäuse so wie sie sind neu zu bespielen.
Das kann nicht funktionieren, der Bias Bedarf für Typ II Band auch CrO2 ist etwa 4-5db höher als für Typ I, wenn die Cassette als Typ I erkannt wird kannst mit dem Bias Regler nicht mehr als etwa 1,6db mehr Bias draufpacken. Das reicht in keinster Weise ---> underbiased: spitz, bassarm und verzerrt.

Für solche Aufnahmen muss man den Rec EQ für 70 und 120µs Playback und den Bias für Typ I und Typ II getrennt schalten können.
Das geht mit vielen Nakas und mit dem B215...
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#35
Hi

ich lese den Thread mit Interesse. Hätte allenfalls jemand hier im Forum ein KX-5010, welches er revidiert verkaufen würde?

Gruss & Dank

Steff
Meine Bandmaschinen: Ganz frisch: Studer  C37 Heart , Studer A807, Studer B62, Telefunken M15a. Und Swissonor Tube Amp AM6221
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#36
@2245 Das probier ich dann noch mal aus, wenn so eine Cassette zum Einsatz kommt.

Was allerdings beim "Spielen" nicht geklappt hat: Die Aufnahme hat nicht auf Tape geschaltet, auch wenn ich während des Abspielens vor dem Drücken der Rec Taste Play gedrückt gehalten habe, oder hab ich da was missverstanden?

LG Tobi
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#37
Der Monitor schaltet natürlich totzdem auf Tape. Was ich meinte ist, daß Du die Aufnahme punktgenau starten kannst, ohne zwischendurch das Band anhalten zu müssen, und damit sauberes Löschen von nicht mehr gewünschtem Signal ziemlich sicher hinbekommst. Zum Überprüfen mußt Du halt nochmal kurz zurückspulen, wenn Du ganz sicher sein willst, ob es geklappt hat. Bei mir ist der Finger aber aus alter Gewohnheit so schnell auf der Monitor-Taste, wenn ich dieses Manöver durchführe, daß der Kontrolldurchgang eigentlich unnötig ist :-)

Viele Grüße,
Martin
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#38
(04.10.2024, 14:22)Kirunavaara schrieb: Bei mir ist der Finger aber aus alter Gewohnheit so schnell auf der Monitor-Taste, wenn ich dieses Manöver durchführe, daß der Kontrolldurchgang eigentlich unnötig ist :-)

Erinnerungen – Irgendwann hatte ich mein Pioneer CT-606 so gut im Griff, dass ich trotz fehlender Hinterbandkontrolle dafür auch nicht mehr zurückspulen musste. Und mit der mechanischen Pausentaste und dem richtigen Timing ließen sich auch harte Cuts und Mix-Übergänge bestens bewerkstelligen. Mein Gott, was hat diese Mechanik damals aushalten müssen Big Grin

Auch aus diesem Grund liebe ich meine TEACs für ihre Punk-Lösch-Funktion oder das nachträgliche Ausblenden. Damals High-Tech… heute auch schon wieder Nostalgisch Smile
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#39
Achso, dann hab ich das missverstanden. Naja dann muss ich wohl erst mal üben. Bei mir funktioniert das leider noch nicht so gut.

Ich bespiele grad eine MX neu, die auf dem GX 75 auf der B Seite heftiges Fading hatte. Nicht nur dass ich sie lauter aussteuern kann, sie klingt auf beiden Seiten wie CD und völlig unbenutzt.
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#40
Was ich jetzt immer noch nicht so ganz verstanden habe:

Verschiebt sich das Verhältnis zwischen Level und Bias, wenn beide Ketten auf den Pfeil zeigen? Ich dachte eigentlich es verändert sich nur der Einstellbereich. Also ich meine wenn die Cassette problemlos auf Norm oder Low einmessbar ist und sogar noch Headroom ist, ist das Verhältnis dann anders, wenn ich die auf High genau so eingemessen bekomme? Oder verändern sich da die Messtöne oder verschiebt sich der Wert auf der Skala?
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#41
In Stellung High werden wegen anderen Rec EQ mehr Höhen aufs Band geschrieben und Bias muss höher gestellt werden um das auszugleichen und die Abgleichbalken auf die Markierungen für ausgelichenem FQ-Gang zu bekommen. 
Ergo etwas mehr MOL etwas weniger SOL bei ausgelichenem FQ-Gang.

In Stellung Low werden wegen anderen Rec EQ weniger Höhen aufs Band geschrieben und Bias muss niedriger gewählt werden um das auszugleichen und die Abgleichbalken auf die Markierungen für ausgelichenem FQ-Gang zu bekommen. 
Ergo etwas weniger MOl, etwas mehr SOL bei ausgelichenem FQ-Gang.

Messtöne und die Anzeige wird nicht verändert, nur EQ des Record Amplifiers.
Wenn beide Abgleichbalken auf die Zielpfeile zeigen sind die beiden Messtöne 400Hz und 8kHz Hinterband genau gleich laut.

Bin jetzt zu faul um nachzusehen ob es wirklich 8kHz oder 10khz sind, spielt aber auch kaum eine Rolle. ich meine aber bei den Sonys sind es 8kHz.
Bei den meisten anderen geräten eher 10kHz, es gibt auch 12 und sogar 15khz z.B. bei Nakamichi, das hat aber fast nur Nachteile.
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#42
Aber dann ist es doch egal, ob ich auf Low, Norm oder High stelle, solang beide Balken gleich lang sind, kommt es doch aufs Gleiche raus.

Vielleicht hat sich der Bereich bei mir verschoben, weil ich ja auf die TDK D abgeglichen hab, aber ich hab die Chrom Bänder Alle auf Norm einmessen können und hatte noch Headroom. Auf High gings auch, war aber nicht nötig umzustellen.
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#43
Zitat:Aber dann ist es doch egal, ob ich auf Low, Norm oder High stelle, solang beide Balken gleich lang sind, kommt es doch aufs Gleiche raus.

Nö, du nimmst mit unterschiedlichen Arbeitspunkten auf, das verändert die Headroomverteilung zwischen HF und LF.
So kann man in Grenzen die Aufnahme besser an die aufzunehmende Musik (Energieverteilung) und/oder an das verwendete Band anpassen.
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#44
Verstehe ich nicht. Wenn doch beide Balken gleich lang sind und Level und Bias in dem Moment das selbe Verhältnis haben, ist doch der Arbeitspunkt in dem Moment der selbe, oder nicht?
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#45
Hi Tobi,

ich versuche diesen Zusammenhang mal ganz einfach zu erläutern.

Je nach Arbeitspunkt des Bandes ( viel Bias - wenig Bias) kann das Band entweder viel Bass-Energie verzerrungsfrei speichern oder viel Hochton-Energie speichern. Das macht sich in der maximalen Aussteuerbarkeit des Audiosignals bemerkbar. Der Arbeitspunkt bestimmt also nur das Verhältnis zwischen Höhen- und Tiefenaussteuerbarkeit.

Beim SONY, mit seinem REC-EQ-Schalter lassen sich grundsätzlich lineare Aufnahmen machen, egal ob der REC-EQ auf "Low" "Norma"l oder "High" steht. Aber die Aussteuerbarkeit verändert sich je nach Einstellung und Frequenzband. Das MOL 315 Hz und SOl 10kHz Verhältnis wird durch den Rec EQ verändert.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#46
Wenn du die gleiche Cassette einmal mit EQ Low und einmal mit EQ High auf die Zielmarkierungen einmisst, steht der BIAS Regler doch anders.
Ergo andere Vormagntisierung gleich anderer Arbeitspunkt!

Die obere Austeuerungsanzeige im CAL Modus zeigt nicht den BIAS-Strom an, sondern den HF Pegel auf dem Band.
Die untere den LF Pegel auf dem Band.
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#47
Ja schon, aber ich dachte, der Regelbereich verschiebt sich einfach nur, wodurch man den Bias Regler eben anders einstellen muss um aufs selbe Ergebnis zu kommen. Ich meine ich lasse ihn ja nicht so stehen und stelle dann auf Low oder High, sondern probiere aus, wo es am Besten funktioniert und regele dann bis die Balken am Pfeil sind. In der Gebrauchsanweisung steht das meine ich auch so. Je nach dem ob man mehr oder weniger Höhen haben will, soll man nach dem Einmessen auf Norm auf Low oder High schalten, die Kalibration an sich aber so stehen lassen.

Ich habe bei Cassetten, die sich auf allen 3 Positionen Einmessen liessen jedenfalls bisher keinen Unterschied im Frequenzverlauf bemerkt, wenn ich Bias und Level nach dem Umschalten noch mal auf die Pfeile ausgerichtet habe also ich meine der Arbeitspunkt muss ja dann wieder gleich sein, sonst müsste ja die Anzeige in ein anderes Verhältnis geschaltet werden, dann würde sich aber nur die Anzeige verändern oder der Messton oder so, wenn sie auf Calibration steht, nicht aber der Frequenzverlauf an sich, das tut er aber, wenn ich Bias und Level so stehen lasse und nur zwischen Low, Norm und High hin und her schalte, während ich aufnehme und Monitor auf Tape steht.
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#48
Der Regelbereich des Bias Stellers verändert sich nicht! Der zeigt also auch immer gleich an wieviel Bias zum Kopf geht!
Nochmal der Rec EQ Schalter verändert nur die Entzerrung des Rec Amps!


Zitat:Je nach dem ob man mehr oder weniger Höhen haben will, soll man nach dem Einmessen auf Norm auf Low oder High schalten, die Kalibration an sich aber so stehen lassen.
Das ist nur eine weitere Möglichkeit den REc EQ Schalter zu benutzen, das ist dann aber natürlich Sounding und nicht "true to the source".

Die eigentliche Funktion ist aber das Wählen des Rec EQ und dann mit Hilfe der Zielmarkierungen den FQ-Gang wieder gerade zu biegen, um den Headroom entweder in den Hohen oder den Tiefen zu verbessern.

Zitat:Ich habe bei Cassetten, die sich auf allen 3 Positionen Einmessen liessen jedenfalls bisher keinen Unterschied im Frequenzverlauf bemerkt, wenn ich Bias und Level nach dem Umschalten noch mal auf die Pfeile ausgerichtet habe...
Korrekt, so soll es sein!


Zitat:....also ich meine der Arbeitspunkt muss ja dann wieder gleich sein sonst müsste ja die Anzeige in ein anderes Verhältnis geschaltet werden, dann würde sich aber nur die Anzeige verändern oder der Messton oder so, wenn sie auf Calibration steht, nicht aber der Frequenzverlauf
Nein, natürlich nicht! Warum sollte er?


Nochmal:
Die Anzeige zeigt immer gleich an, da wird nichts am Verhältnis oder deren Empfindlichkeit verändert.
Die Messtöne werden nicht geändert, die sind Vorband immer gleich.
Das einzige was geändert wird ist die Entzerrung des Aufnahmeverstärkers, in High etwas heller, in Low etwas dumpfer.


Zitat:nicht aber der Frequenzverlauf an sich, das tut er aber, wenn ich Bias und Level so stehen lasse und nur zwischen Low, Norm und High hin und her schalte, während ich aufnehme und Monitor auf Tape steht.
Ja logisch, weil die Entzerrung des Aufnahmeverstärkers, in High etwas heller, in Low etwas dumpfer verstellt wird! Aber der Arbeitspunkt (Biasstrom) ist unverändert.

Jetzt ziehts du den FQ-Gang mit der CAL Funktion wieder glatt, dazu musst du den Bias ändern... ergo anderer Arbeitspunkt!
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#49
Achso…. das heißt dann aber auch, dass ich auf High praktisch die Cassette overbiasen kann und damit mehr Level raus holen, als bei anderen Tapedecks? Das ist ja genial… Erklärt natürlich, warum ich die Echtchrom Bänder alle um etwa 2 dB lauter aussteuern kann als im AKAI.
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#50
japp, Du kannst mehr Level rausholen. Einmal mehr im Bassbereich, das andere mal mehr im Höhenbereich. Je nach Musikrichtung.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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