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(03.10.2024, 22:49)timo schrieb: Bei der R-Serie (ab 1981) waren die Plattenspieler alle aus Japan (m.W. von Micro Seiki), und bei den kleinen 100er- und 200er-Serien kamen auch Verstärker, Tuner, Receiver und Kassettendecks aus Asien. Oder andersherum: Nur die 300er-Serie wurde teilweise noch in Deutschland gebaut, und eventuell die Lautsprecherboxen (bin nicht sicher).
Wenn man bei Micro Seiki zugekauft hat müssten die Dinger doch gefragt sein. Oder sind sie das?
Wenn man sich die Schaltpläne ansieht scheint, wie du sagst, nur die 300er Serie aus Deutschland zu kommen.
Die Lautsprecher auch. Zumindest bis zur TL Serie.
MfG Matthias
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(04.10.2024, 07:50)delta9 schrieb: Wenn man bei Micro Seiki zugekauft hat müssten die Dinger doch gefragt sein. Oder sind sie das?
Keine Ahnung, wie sich die Nachfrage entwickelt hat. Als ich in den 1990ern den RS 200 meiner Eltern verkauft habe, bin ich daran nicht reich geworden.
WIMRE hat Micro Seiki auch mindestens einen Plattenspieler für Universum gebaut. Der war früher auch recht preiswert zu haben.
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Im Bereich HiFi gibt es viele Absurditäten, was die Werteinschätzung betrifft. Telefunken gehörte leider zu den Firmen, die "nicht gut waren, weil sie nicht gut sein durften".
Das sieht man beim S500 heute noch - der Tonarm AS212 von Ortofon wird heute alleine deutlich über dem gehandelt, was gute S500/600 komplett kosten. Dabei unterscheidet sich der OEM Arm im Telefunken von der Box Version nur durch die Liftbetätigung. Bei der Retail Version hängt ein kleiner Lifthebel direkt am Tonarmlager, bei der OEM Version von Telefunken gibt es eine elektromechanische Fernsteuerung, um den Lifthebel frei platzieren zu können, und für die optoelektronische Endabschaltung. Also eigentlich sogar eine Verbesserung auch für den Selberbauer, was aber eigentlich nicht nötig ist, weil das Laufwerk des S500 dem Arm absolut ebenbürdig ist. Trotz allem wird der S500 von den meisten "echten" HiFi Freunden angesehen, als ob er Pickel hätte - warum soll das bei Micro nicht auch so sein, wenn Universum draufsteht.
Gruß Frank
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Hier wird gerade ein Telefunken 3002 verkauft, defekt, funktioniert nicht, aber man darf's ausprobieren...
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/t...4-172-4313
Grüße
Erhard
Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es trotzdem. Karl Valentin
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(05.10.2024, 19:17)musicus schrieb: Hier wird gerade ein Telefunken 3002 verkauft, defekt, funktioniert nicht, aber man darf's ausprobieren...
Aber 150 € VB? Ich bin aus der Preisentwicklung raus, aber gefühlt wäre das schon für ein funktionierendes Exemplar kein Schnäppchen.
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Richtig. Ist viel zu teuer, selbst für ein schwarzes M3002L.
Gruß
Wenni
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Hier gibt es eins für 80,- Euro mit Zubehör. Optisch wohl gut, zur Technik wird keine Aussage gemacht. Der Kurs wäre so grade noch in Ordnung.
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Manni
3 Dreher und ca. 38 Tonbandgeräte an drei Anlagen ............
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06.10.2024, 11:07
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.10.2024, 12:11 von janbunke.)
Ich hatte doch bereits ein viel günstigeres gefunden. Allerdings ein 3000er ohne Verstärker.
https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid379416
Der Preis geht doch voll in Ordnung.
Gemacht werden muß da sowieso was dran, insbesondere an der Mechanik.
Was ich nie kapieren werde, daß die Leute fürs Foto die Geräte nicht mal eben etwas vom groben Staub und Schmutz befreien können, bzw. wollen.
Ist doch gar kein Aufwand und dann sieht das Objekt doch gleich viel besser aus.
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(06.10.2024, 11:07)janbunke schrieb: Ich hatte doch bereits ein viel günstigeres gefunden. Allerdings ein 3000er ohne Verstärker.
Den Nutzen eines integrierten Verstärkers ohne integrierte Lautsprecher finde ich bei einer Bandmaschine eher fraglich.
Allerdings finde ich die komplett schwarze Version viel schöner als die schwarz-silberne.
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06.10.2024, 13:22
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.10.2024, 13:27 von janbunke.)
Die ganz schwarze Version hatte ich so noch gar nicht gesehen.
Ich wußte gar nicht, daß es die so gibt. Ist irgendwie an mir vorbeigegangen.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/2...4-172-4313
https://www.hifi-wiki.de/images/b/b1/Tel...pekt-1.jpg
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(06.10.2024, 11:29)timo schrieb: (06.10.2024, 11:07)janbunke schrieb: Ich hatte doch bereits ein viel günstigeres gefunden. Allerdings ein 3000er ohne Verstärker.
Den Nutzen eines integrierten Verstärkers ohne integrierte Lautsprecher finde ich bei einer Bandmaschine eher fraglich.
Allerdings finde ich die komplett schwarze Version viel schöner als die schwarz-silberne.
Mit dem fragwürdigen Nutzen der Endverstärker geb ich Dir recht, das ist auch der Grund, wieso das 3000 viel öfter und billiger zu finden ist als das 3002.
Das schwarze mag besser aussehen, genau wie auch der Plattenspieler S600 prinzipiell besser aussieht als der 500er - aber dann bräuchte man auch die übrigen Geräte in schwarz, und das wird schwierig.
Gruß Frank
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(06.10.2024, 11:29)timo schrieb: (06.10.2024, 11:07)janbunke schrieb: Ich hatte doch bereits ein viel günstigeres gefunden. Allerdings ein 3000er ohne Verstärker.
Den Nutzen eines integrierten Verstärkers ohne integrierte Lautsprecher finde ich bei einer Bandmaschine eher fraglich.
Allerdings finde ich die komplett schwarze Version viel schöner als die schwarz-silberne.
Das hätte ich zu 100% unterschrieben. Allerdings habe ich die Lautsprecher, die Telefunken passend dazu angeboten hat, und die schlagen jede Bandmaschine mit eingebauten Lautsprechern, die ich je gehört habe. Okay, das ist ja auch nicht schwierig. Ich weiß nicht, ob das angedachte Konzept mit einer Bandmaschine als Zentrum einer Stereoanlage (quasi als Steuergerät) so verfangen hat. Man brauchte ja nur noch einen Plattenspieler und ggf. ein Radio und hatte dann alles komplett.
Liebe Grüße
Thomas
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07.10.2024, 00:30
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.10.2024, 00:35 von nick_riviera.)
Das gabs aber öfter - Philips hatte mehrere Tonbandgeräte, die als Zentrale für eine Anlage konzipiert waren, sogar die A700 von Revox war so konzipiert - entweder mit Aktivboxen oder mit der Endstufe A722, und von Grundig gab es das TK850 FM, das sogar schon einen FM Tuner integriert hatte, und das man im Komplettpaket mit zwei recht gut klingenden kleinen Flachboxen kaufen konnte. Es schien also einen Markt dafür gegeben zu haben. Das Philips N4422 ist aber das einzige, was mir spontan einfällt, dass einen kompletten Vollverstärker UND zwei erträglich klingende integrierte Lautsprecher hat.
Die TL500, die als Lautsprecher für das Telefunken 3002 empfohlen werden, hsben einen sehr guten Ruf und sind auch nicht mehr so leicht in billig zu finden.
Gruß Frank
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(07.10.2024, 00:30)nick_riviera schrieb: Das Philips N4422 ist aber das einzige, was mir spontan einfällt, dass einen kompletten Vollverstärker UND zwei erträglich klingende integrierte Lautsprecher hat.
Ein Gerät, das mich mit seinem Klang immer noch flasht, ist das TK 248 von Grundig mit vier eingebauten Lautsprechern und einem quasi magischen Klang. Hifi ist das nicht, aber es macht Spaß damit zu hören. Leider ist die Uhr für diese Serie ziemlich weit abgelaufen und es ist kaum noch möglich, Geräte daraus langfristig auf einem guten Niveau lauffähig zu halten. Das Plastik bricht und die Mechanik ist so komplex und verbaut, dass es wenig Spaß macht, solche Geräte zu warten. Es ist echt grauselig!
Liebe Grüße
Thomas
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07.10.2024, 07:36
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.10.2024, 07:40 von timo.)
(07.10.2024, 00:30)nick_riviera schrieb: Das Philips N4422 ist aber das einzige, was mir spontan einfällt, dass einen kompletten Vollverstärker UND zwei erträglich klingende integrierte Lautsprecher hat.
Ich fand den Klang der RdL über die eingebauten Lautsprecher früher gar nicht so übel. Sicher war das etwas "Badewannensound" mit hörbarer Bass- und Höhenanhebung, aber für mich als Nicht-Klanggourmet durchaus angenehm.
Allerdings haben eingebaute Lautsprecher bei Bandmaschinen für mich mehr Monitor-Funktion und müssen nicht supertoll klingen. Ich verzichte lieber auf etwas Klangqualität und habe dafür die Lautsprecher gleich an Board. Und wenn ich schon externe Lautsprecher anschließen muss, dann kann ich auch gleich noch einen Mini-Verstärker anklemmen. Der Zusatzaufwand ist überschaubar.
(07.10.2024, 07:02)Darwin schrieb: Ein Gerät, das mich mit seinem Klang immer noch flasht, ist das TK 248 von Grundig mit vier eingebauten Lautsprechern und einem quasi magischen Klang.
Was ist denn mit dem Saba TG 664? Das hatte doch auch vier integrierte Lautsprecher und immerhin 10 Watt Ausgangsleistung. Das sollte doch auch ordentlich klingen.
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Saba_TG_664
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Mein "Mentor", der mich im Alter von 14 Jahren zu der Tonbandelei gebracht hat, hatte an seiner Royal de Luxe zwei BOSE 901 Mk1 hängen. Ich kann mir das heute gar nicht mehr vorstellen, aber damals war ich von diesem Klang regelrecht begeistert.
Grüße
Erhard
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07.10.2024, 10:41
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.10.2024, 11:17 von nick_riviera.)
Mein Statement zum N4422 bezog sich eigentlich auf die Kombination Vollverstärker UND integrierte Lautsprecher, wie ich auch geschroben habe. Dass es einige gut klingende Tonbandkoffer gegeben hat, ist davon unbenommen.
Gruß Frank
@Darwin - die Tonbandgerätepalette, zu der das TK248 gehört hat, war über eine externe Anlage sehr wohl HiFi, nur konzeptionell war die Modellabstufung maximal dämlich. Die beiden größten Modelle aus der Serie waren das TK248 und das TK600.
Das TK248 ist das "Hobbygerät" mit allen möglichen Trickfunktionen und der ( eigentlich ) besseren Lautsprecherausrüstung. Eigentlich ist es auch ein vollwertiges Dreikopf-Gerät mit getrennten Stereoköpfen für Aufnahme und Wiedergabe, das über den Wiedergabekopf abspielt und über den Aufnahmekopf aufnimmt. Da Grundig aber aus welchen Gründen auch immer nur drei statt vier Verstärkerzüge im Vorverstärkerteil verbaut hat, ist Hinterbandkontrolle nur in mono möglich, und auch Trickfunktionen wie Echo funktionieren nur monaural. Der Endverstärker erfüllt nicht die HiFi Norm, und da im TK248 der bei Grundig so beliebte "Netztrafomotor" verbaut ist, funktioniert der Verstärker auch nur, wenn das Laufwerk läuft. Wenn man das Gerät zum Hören einer angeschlossenen externen Quelle nutzen, muss man auf Aufnahme und Pause schalten, und die Mithörfunktion verwenden. Ebenfalls eine Grundig Marotte ist, für stereo nur ein VU-Meter und einen Aussteuerungsregler vorzusehen.
Das TK600 ist optisch dem 248 wie aus dem Gesicht geschnitten. Im Gegensatz zu den kleineren Brüdern hat es als Einziges den Motor und den Netztrafo getrennt, der Endverstärker und die eingebauten Lautsprecher erfüllen die HiFi Norm. Den naheliegenden Weg, diese "HiFi Boombox" dann auch bei abgeschaltetem Laufwerk nutzbar zu machen und mit einem Eingangswahlschalter plus Phono Vorstufe zu bestücken, ist man dann aber nicht gegangen - Auch das TK600 läuft nur mit eingeschaltetem Motor, und man muss die Mithörfunktion benutzen, wenn man eine externe Quelle hören will. Das TK600 ist auch das einzige aus der Serie, das vier Verstärkerzüge hat, und damit eine echte Hinterbandkontrolle in stereo ermöglicht, es hat auch zwei VU-Meter, aber nur einen Aussteuerungsregler. Vom TK600 gibt es auch noch eine Version ohne Endstufen und Lautsprecher, das TS600.
Insgesamt ist es so, dass man sich alle TK2xx und das TK600 aus der Serie ins Regal stellen könnte, und man hätte immer noch nicht das "Gesamtkunstwerk" einer einzigen Royal de Luxe zusammen, das preislich ungefähr auf dem Niveau des TK600 lag. Zum Laufen kriegt man die Geräte schon, auch längerfristig, wobei man auch noch bedenken muss, dass diese Serien schon als Neugeräte kein langes stressfreies Leben hatten. Ich hatte als Jugendlicher ein TK147 aus der kleinen Serie mit dem Drehhebel, da ging der Ärger schon im dritten Jahr los, man konnte die Kisten aber immer wieder reparieren, weil die Ersatzteile billig waren.
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Ich habe hier ein Paar Bose 601 MKI rumstehen, müßte ich mal probieren, wie die sich an einer meiner RDLs anhören...
https://www.hifi-wiki.de/images/1/1e/Bos...pekt-1.jpg
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Versuch macht kluch... Zur Zeit werkeln zwei kleine BOSE Boxen an meiner A77/A78 Kombi und das klingt recht gut.
Grüße
Erhard
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Ach, das sind ja hier Erinnerungen an (meine) frühe Jugend......
Mein bester Freund hatte damals ein Telefunken M3000, mit dem wir sehr viel aufgenommen und gehört haben.
Und mein erstes Tonbandgerät war dann ein Grundig TK 248a (die seltenere, schwarze Version) in fast neuwertigem Zustand. Was haben wir mit den Teilen Quatsch gemacht...... und als die Party-Zeit kam, nahmen wir mit den Maschinen Musik auf (hauptsächlich auf Grundig Duo- und Tripleband) und hatten stundenlang Spaß, ohne immer am Pult stehen zu müssen.
Und als einmal der Hauptverstärker aufgab, ging die Feier über die eingebauten Lautsprecher vom 248a weiter. 
War mit leichter Korrektur des Bass- und Höhenreglers 4 Stunden volldampf-tauglich.
Ein wenig später fiel mir dann ein TK 600 in die Hände, aber das habe ich nicht lange besessen, denn die beiden Grundigs wurden mir entwendet.
Bis auf einmal Schiebeschalter reinigen beim TK 248a funktionierte es komplett störungsfrei, all die Jahre.
Ganz ehrlich, wenn mir nochmal ein schönes 248a oder 600er vor die Füße fallen würde, ich würde es mir aus Sentimentalität hinstellen.
The 7 P's: Prior proper planning prevents piss-poor performance.
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07.10.2024, 15:42
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.10.2024, 15:43 von nick_riviera.)
ich habe mir damals aus Sentimentalität die ganze Anlage zusammengesucht - Verstärker SV140 ( der mit dem Equalizer ), Tuner RT100, Tonbandgerät TS600 mit Klarsichthaube ( ein TK600 mit Kofferdeckel ist auch noch da ), Plattenspieler PS70 ( Dual 1219 in Grundig Konsole ) und zwei Standboxen 740. Leider habe ich momentan keinen Platz, die Anlage aufzubauen und zu benutzen, die ist schon ziemlich cool, und hat diesen schönen wummerigen Grundig Sound.
Gruß Frank
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(27.09.2024, 08:41)nick_riviera schrieb: Telefunken hat ja nicht den allerbesten Ruf bei den Heimtonbandgeräten, was eigentlich merkwürdig ist bei einem Hersteller, der im Studiobereich quasi die Referenz war.
....dass ich mich frage, wieso Telefunken eigentlich bis heute so ein schlechtes Image hat.
Gruß Frank
Das Image rührte daher, dass AEG-TELEFUNKEN schon ab den 70er Jahren am Tropf der Banken hing. Das übliche Spiel: Zuerst die Kredite großzügig verteilen und dann einige Zeit später den Sack zuzumachen.
Was blieb also TELEFUNKEN anderes übrig, als jeden Pfennig umzudrehen? Zu dem Zeitpunkt, als die 3000er Tonbandgeräte auf den Markt kamen (Anfang der 90er) hatten viele andere Hersteller Geräte mit 3 Motoren (z.B. Nordmende, Philips, Braun, ASC, Revox usw.) und Großspuler im Programm.
Den Zählwerksriemen bei einem 3000er zu wechseln, ist nicht ganz so einfach, wie z.B. bei Revox.
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Anfang der 90er? Wohl kaum.
1973 ist das Gerät auf den Markt gekommen.
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Richtig, habe gerade bei wegavision nachgeschaut. Im Prospekt 73/74 wird es schon angeboten.
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ich habe gestern mal ein wenig recherchiert - was der Telefunken wohl das Genick gebrochen hat, waren nicht die Banken, die waren erst da, als es eigentlich schon zu spät war. Es war die AEG, die Telefunken 1967 als einen von über 50 Zukäufen übernommen hat. Als dann die Expansionspläne der AEG nicht aufgingen, ist Telefunken mit in den Abwärtsstrudel geraten, und wurde dann wie so viele andere Perlen der AEG als Substanzverkauf stückweise abgestoßen, um die Verluste zu kompensieren. Einen Teil dieses Wahnsinns habe ich selber noch mitbekommen, ich habe 1991 bei der AEG angefangen und bin 1996 mit "abgewickelt" worden.
Das, was ich gestern gelesen und gesehen habe, erklärt für mich alles ein wenig besser - ich hatte nämlich schon immer den Eindruck, dass Telefunken in den siebzigern den Zeitgeist und den Markt schon recht gut verstanden und sich dann unter dem Druck der Japaner recht schnell und gut neu aufgestellt hat.
Gruß Frank
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Sorry, die Banken sind IMMER da! Sie spielen schon eine Rolle bei der Gründung eines Unternehmens, denn da benötigt man ja schließlich Geld! Sie spielen auch eine Rolle bei der Führung eines Unternehmens (auch da benötigt man Geld, welches man aus Krediten mit horrenden Zinsen bekommt)! und letzen Endes sind es die Banken, die bestimmen, ob sie bei einem Unternehmen weiterhin die Kredite fließen lassen oder eben den Hahn zudrehen. Die Entscheidung, ob oder nicht, ist teilweise politisch bedingt, teilweise hat es aber auch andere Gründe. Die Entscheidung darüber liegt aber nicht bei den Banken direkt, sondern bei deren Herren.
Mein Vater, 1907 in Kiew geboren, musste 1919 mit seinem älteren Bruder und seinen Eltern vor den Bolschewiken nach Berlin flüchten. Er machte dort Abitur, studierte Hochfrequenztechnik und arbeitete ab den 30er Jahren bei TELEFUNKEN in Berlin. Ab 1958 arbeitete er dann wieder bei TELEFUNKEN im Export in Ulm und ab 1965 wurde er Abteilungsleiter im Export in Berlin. Also eine Stufe unter der Werksleitung und und zwei Stufen unter der Unternehmensleitung.
Ich selber habe bei AEG-TELEFUNKEN ab 1978 in Ulm gearbeitet und die ganzen Wandlungen bis zur EADS mitgemacht. Während des Kalten Krieges wurde diese Firma noch gebraucht, denn sie lieferte u.a. auch Elektronik an den Bund. Daher hielt man sie noch einigermaßen über Wasser. Aber mit der Auflösung des Ostblocks 1990 begann das Heulen und Zähneklappern, denn die Gelder vom Bund flossen nicht mehr. Und die Banken hatten kein Interesse.
Soweit meine Sicht. Ich bin übrigens 1948 geboren und habe daher die noch guten Zeiten von TELEFUNKEN miterlebt.
Mein Vater war nie der Meinung, dass es am Missmanagment der Firmenleitung lag, mit ganz leichten Zweifeln. Ich habe aber in seinem Nachlass Bücher (Banken, Finanzen, Wirtschaft, Industrie) gefunden, die darlegen, dass er sehr genau wusste oder zumindest ahnte, was die wirkliche Ursache für den Niedergang von AEG-TELEFUNKEN war.
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ich denke, das ist ein Thema, über das wir uns jetzt seitenlang zanken könnten, aber darum ging es mir ehrlich nicht. Ich habe mir nur am Beispiel des Magnetofon 3000/3002 wieder mal die Frage gestellt, wieso Telefunken Unterhaltungselektronik heute bei den Liebhabern so ein mieses Image hat. Ein rottiger AKAI Einmotorer ist nicht unter 150 Euro zu bekommen, während man die Telefunken 3000/3002 in überholungsbedürftig nicht mal mehr verschenkt bekommt, obwohl jeder, der so ein Gerät mal auf der Werkbank hatte, positiv von den Dingern überrascht ist. Und das zieht sich durch das ganze Telefunken Sortiment, ich kenne kaum einen Hersteller, bei dem die Wertschätzung bei Sammlern und die tatsächliche Qualität so weit auseinanderklaffen.
Alles andere können wir gerne per PN ausdiskutieren, wenn Du magst.
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30.08.2025, 14:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.08.2025, 14:48 von andi112.)
Naja, "zanken" möchte ich nicht. Das liegt mir absolut ferne. Und sicherlich, die Diskussion ging etwas am Thema vorbei. Mir liegt eben nur das Schicksal von TELEFUNEKN und auch anderer guter deutscher Firmen am Herzen. Und man macht sich natürlich auch Gedanken darüber, warum das so ist. Ehrlich gesagt, habe ich nicht die ganze Wahrheit gesagt. Aber wer, so wie ich, die Geschichte dieses Landes ab den 50er Jahren kennt, sollte wissen, woran wir und auch die westliche Welt wirklich sind.
Was z.B. die M3000 betrifft, so fehlen meiner Meinung nach in diesem Gerät 3 Motoren, wie es auch andere deutsche Firmen zu dieser Zeit schon hatten. Man war ja im Studiosektor schließlich marktführend. Ein zaghafter Versuch war in den 60er Jahren die M24.
Wir hatten z.B. ab 1960 ein TELEFUNKEN M76. Schwachstellen waren die Bremsen und der Andruckmagnet. Und das setzte sich in den nachfolgenden Generationen so fort. Oder Kassettendecks. Man brachte nach dem RC100, RC200 das RC300 auf den Markt. Es hatte ebenfalls HighCom wie die Vorgänger und ein solides Pabst-Laufwerk. Allerdings keine 3 Motoren. Eine 2. Geschwindigkeit (2,4 cm/sec!!!). Sinnvoller wäre 9,5 cm/sec gewesen. Keine Hinterbandkontrolle, keine BIAS-Regelung. Wie kann man nur so einen Murks bauen??? ASC hat es dann vorgemacht, wie man es machen muss. Auch REVOX hatte ein Gerät mit HighCom auf dem Markt.
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31.08.2025, 12:33
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.08.2025, 12:38 von nick_riviera.)
der Grund für die unterschiedliche Sichtweise ist wahrscheinlich, dass Du Telefunken intern mit allen Unternehemensbereichen kennst, und ich die Sache eher von außen aus AEG-Sicht sehe, und mein einziger Berührungspunkt zu Telefunken die Unterhaltungselektronik ist.
Was ich allerdings glaube, ist, dass Du auch die Consumer Geräte zu sehr mit der Brille des Profis bewertest. Das mit den drei Köpfen und drei Motoren z.B. hat glaube ich kaum einen normalen Heimanwender wirklich interessiert, was man z.B. daran erkennt, dass die Uher Royal und Variocord Geräte bis zum Ende sehr erfolgreich am Markt waren. Bei den Tapedecks hat sich das Konzept mit zwei Motoren sogar flächendeckend durchgesetzt, und es fallen mir ein paar echte Kultgeräte ein wie z.B. das Yamaha KX-W952, das nur zwei Köpfe und sogar die "böse" Drehmechanik hat. Auch die zweite Geschwindigkeit, egal, ob langsamer oder schneller, war bei Tapedecks ein nutzloses "Prospekt-Gadget", was die Cassettenaufnahmen inkompatibel und die Geräte störanfälliger machte. Die BIAS Regelung wurde spätestens mit der Einführung von HX-Pro überflüssig, und hat den normalen Heimanwender eh nie wirklich interessiert. Man muss immer überlegen, dass zur Bauzeit des M3000 Elektrotechnik und Elektronik noch richtig teuer war, und bei Philips kann man gut sehen, was für Kompromisse man eingehen musste, um auch im mittleren und unteren Preissegment ein Dreimotorenlaufwerk zu realisieren.
Nach dem, was ich in den letzten Tagen alles gelesen und bei YouTube geschaut habe, glaube ich, dass die Telefunken Heimgeräte zu ihrer Zeit wirklich erfolgreich gewesen sind, und es eher ein Phänomen der Gegenwart ist, dass sie abgesehen von wenigen Ausnahmen kein Liebhaber oder Retro Fan mehr haben will. Was ich dabei komisch finde, ist, dass selbst die Boomer Generation kaum Notiz von den Kisten nimmt, obwohl sie für die "alten Säcke" noch zur kollektiven Erinnerung gehören. Bei den jungen Neueinsteigern in Retro HiFi haben die Japaner eh ihre Duftmarken gesetzt, auch wenn die Sachen oft nicht so gut sind wie ihr Image. Was z.B. kaum jemand weiß, ist, dass in der Frühzeit des HiFi Tapedecks kein Japaner, sondern ein "öder" Telefunken Toplader eine ganze Weile das Referenzgerät der HiFi Stereofonie war, das MC3300 .
Gruß Frank
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