Unterschätzter kleiner Loewe, Loewe-Opta Optacord 403
#1
Hallo,

bin mir nicht sicher, ob ich zu dem Gerät hier schon einmal etwas gepostet hatte,
die Suchfunktion spuckt jedenfalls nichts aus.

Egal, das kleine Hascherl hatte ich ca. 40 Jehre auf dem Dachboden weggelegt gehabt.
Auf irgendeinem Flohmarkt gekauft, aber die Tonkopfabdeckung fehlte, was ich wie die Pest hasse!
Es wahr wohl billig gewesen und ich hatte noch kein Loewe-Opta Tonbandgerät. Irgendwann würde sich die Abdeckung dazugesellen. Hat sie, nur einige Jährchen später halt.
Das Ding kam mir damals billig gemacht vor, hatte es nicht näher beguckt.
Beim Gerätesurfen im Außenlager kam es letztes Jahr wieder zum Vorschein, da ich mittlerweil andere kleine Loewes hatte, wollte ich mal einen näheren Blick draufwerfen-
Äußerlich ein paar kleinere Macken hat es wohl, aber nicht weiter schlimm. Von innen jedoch sehr nett, hat ja die meiste Zeit seines Tonbandlebens im zuhen Zustand auf dem Dachboden gesessen.
Ein wenig erinnert es an das Grundig TK 20, hat aber nur das Herz mit diesem gemein, nämlich einen feinen Papst-Außenläufer, Garant für geschmeidigen Lauf und ein Qualitäshinweis.

   

Das 403 ist Baujahr 1960, das Vorläufermodell 400 aus den späten 50ern hatte ein kleineres Gehäuse und den Lautsprecher seitlich sitzen, hier ist er vorne im Vorbau untergebracht. Kräftiger Lautsprecher, Endstufe mit EL 84 und Holzgehäuse...man ahnt es schon, herrlicher Tonbandklang, für so einen kleinen Koffer erstaunlich gut!
Natürlich nur in repariertem Zustand, vorher kam nur das übliche Krächzen. Aber es kam was, denn das 403 hat den berüchtihten Damoklesschwert-Miniflux-Tonkopf, der sich gerne verabschiedet. Funktioniert er, tut er seine Arbeit bestens.
Innenbilder:

   

   

   

   

Feine Technik, oder?

Zum Umspulen wird der Motor auf einem Schwenkarm gegen die jeweiligen Zwischenrollen gedrückt, dessen fettes Hauptlager war aber verharzt, ein Ausbau grauenhaft kompliziert, keine Zeit und Lust für. Mit Kriechöl eingesprüht und erst mal ein Ersatzgerät besorgt, das die Tonkopfabdeckung spendet. Gefunden, das Arme ist allerdings ziemlich zur S**, Tonkopf durch.
Nach 3 Wochen ging der Schwenkarm wieder, gutes Umspulen geht jetzt.

   

Im Innern sind die Malzbonbons zu sehen, aber nicht rissig, wir wollen mal schauen.
Die EROs auch, aber die guten mit der Kunstharzvergussmasse! Nur ein einziger Wachs-ERO in der Nähe der Vorstufe,
den ersetzt.

   


Und?

Hier ein Test:

https://youtu.be/SvvnJlhnHPA?si=kQsDaYCL7pCRX6cd

Ein kleines Wunder, es spielt und nimmt mit den alten Kondensatoren auf, gar nicht schlecht! Fast geräuschloser Lauf.
Von wegen Billiggurke, ein feiner kleiner Kasten.

Modell 402:
https://www.hifi-archiv.info/Radio-Werbu...59%204.jpg

Modell 403:
https://www.hifi-archiv.info/Radio-Werbu...61%202.jpg

Gruß
Peter S.
Zitieren
#2
Hallo Peter!

Wunderbar, daß Du das 403 von Loewe Opta wieder zum Leben
erwecken konntest.

Ich bin gespannt, welche Geräteschätze Du noch auf dem Dach-
boden findest und vorstellst.

Ein schöner Bericht (wie immer) - vielen Dank.

Gruß
Wolfgang
Zitieren
#3
Hallo,
das Lager enthält viel. Mal schauen, was ich noch hervorwühlen kann.

Nun aber nochmal kurz zum Optacord 403. Habe den Bandlauf noch gereinigt. Es scheint einen Bogen-Tonkopf zu haben, da hatte ich mich geirrt. Den saubergemacht, entmagnetisieren wollte ich ihn auch.

Nach einiger Sucherei habe ich den Karton mit der Entmagnetisier-Drossel endlich wiedergefunden. Dann mal los!

   

Verdammt, warum geht das nicht, die Drossel sollte doch leicht singen, sobald man sie an den Tonkopf hält.

   

Ah, hier, da hat man mir den Verkehrten in die Schachtel gelegt, nun geht es.

   

Jetzt spielt es schön:

https://youtu.be/e9WFYtC-szA
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: