Wiedereinstieg CC, eine Betrachtung nach ein paar Wochen.
#1
Hallo liebes Forum,
ich warte gerade auf ein Paket. Und wärend ich das tue möchte ich meine Betrachtung der Lage niederschreiben. Ich bin jetzt ende 40 und ein Kassettenkind von Anfang an.
Ich hatte immer nur Kassetten. Im Gegensatz zu vielen anderen fand ich Schallplatten schon immer doof. Man dürfte sie nicht anfassen, sie knistern und rumpeln nur und man kann nicht darauf aufnehmen. Ich habe sie nie gemocht, mag sie auch heute nicht und verstehe den Hype auch nicht. Mir war egal wie groß das Cover ist und was da drauf steht. Ich will ja die Musik hören und nicht ein Buch lesen.
Ich hatte in meiner aktiven Zeit viele Kassettendecks. Von einem Sharp als Jugendlicher, was erstaunlich lange durchgehalten hat, bis hin zu zwei Revox B215 zur Hoch Zeit der Kassetten Nutzung. Mein letztes B215 habe ich wohl vor etwa 10 Jahren an jemanden in diesem Forum verkauft. Ich war damals der Meinung die Zeit der Kassette ist vorbei. Ich konnte alles digital machen, was ich machen wollte und habe daher meine Geräte verkauft.

Nun fange ich wieder an, weil es mir Spaß macht mich mit der Technik zu befassen. Ich muss das nicht unbedingt machen weil ich, wie gesagt, auch alles digital machen kann. Aber die Kassette gehört doch irgendwie dazu.

Was hat sich verändert? Nunja, eigentlich hat sich vieles nicht verändert. Die Zeit der Compact Cassette ist vorbei. Es gibt keine brauchbaren neuen Geräte mehr und auch kaum neue Kassetten. Etwas das sich sehr verändert hat ist, das durch den Hype mehr Geschäftemacher dazu gekommen sind. Es gab eine Zeit, da bekam man ein Sony TC-D5M für 50 EUR als Bastlergerät. Heute wird jeder Schrotthaufen der neu ein paar Mark gekostet hat für 500 EUR angeboten. Es gibt Leute die Reparatur- und "Restauration" Videos hochladen. Und wenn ich mir manche solcher Videos ansehe frage ich mich nur: "Was zum Henker macht der da?"
Früher wurden hier im Forum Gerätevorstellungen geschrieben. Heute frage ich mich, ob es überhaupt sinnvoll ist, das noch zu tun. Denn, wenn wird im Internet ein Gerät gut bewertet, explodieren die Preise.
Die andere Seite der Entwicklung ist, das nicht nur Geschäftemacher dazu kommen, sondern auch die Leute  weniger werden die noch Reparaturerfahrung haben.
Es sieht also alles in allem nicht gut aus. Zumindest dann, wenn man nicht Geschäftemacher ist.
MfG Matthias
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#2
Ja und die Geräte werden ja auch nicht jünger. Ein Zunehmendes Problem sind verschlissene Köpfe. Gerade bei Geräten mit besserer Ausstattung wo der Pausensuchlauf oft benutzt wurde oder bei Denen mit weichen Köpfen. Es ist da auch ein riesiger Unterschied zwischen Aufnahme und Wiedergabe, denn was man bei Wiedergabe meistens erst mal noch nicht bemerkt, macht sich bei der Aufnahme bemerkbar.

Ich hab auch immer mehr Schwierigkeiten mit älteren Bändern. BASF LH und Ferro Extra fangen langsam an bis 1991 nicht mehr zu funktionieren. Ob auch spätere betroffen sind, sehen wir in ein paar Jahren. Viele Cassetten, die mit ihrer vorhandenen Aufnahme noch gut klingen, lassen sich nur noch mit Dropouts neu bespielen und sogar NOS Cassetten, die eigentlich mal richtig gut waren machen teilweise Probleme. Dazu dann die saftigen Preise, teils sogar für gebrauchte Bänder.

Früher habe ich massenweise Walkman DD von Sony gekauft, heute muss man wachsam bei Kleinanzeigen sein, sonst bezahlt man für ein nicht mal gut erhaltenes Gerät ein Vermögen, aber für die 15 oder 20 Euro, die man früher für alle Modelle dieser Reihe bis auf DD 100, DD9 und DC2 bezahlt hat, bekommt man heute nicht mal einen DD 1 oder DD 22 mehr.

Alles hat irgendeinen Sammlerwert, Raritäten blah und keine Ahnung und in den Foren gehts bei Vielen nur noch darum sich damit zu brüsten was für wertvolle Geräte sie haben, die dann in irgendeiner Vitrine ungenutzt rumstehen und wahrscheinlich nicht mal betriebsfähig sind. Neue brauchbare Geräte wird es vermutlich nie Wieder geben, zumindest nicht, wenn man sie mit den Specs der guten Geräte aus der Hochzeit vergleicht. Für die Hipster, die Retro cool finden und die Cassette aus ihrer Kindheit kennen, niemals ein gutes Cassettendeck hatten ist das gut genug so. Die feiern dann noch den Charme wenns leiert und scheiße klingt, dann können sie ein T Shirt anziehen auf dem drauf steht "erkennt ihr den Zusammenhang…" und den ganzen Tag über Bandsalat reden.

Dieses Wort "Kult" und dieses "Abgekulte…." "Ach das is aber kultig…", das geht mir tierisch auf den Sack. Wer bestimmt, dass etwas "kultig" ist. "Hey du hast ja n Walkman, total kultig…hahahaha.". Aber eigentlich interessiert das Detail nicht, eigentlich nur mal kurz kommentiert und angeschnitten und ab Satz 2 hört die Person dann schon gar nicht mehr zu, keine Ahnung von der Materie, kein Interesse daran, aber Hauptsache mal gesagt "Ich habs geliebt…." und "ich will auch wieder sowas haben…".

Ich verstehe deinen Schmerz, Brudi, aber du musst jetzt stark sein! ;-)

LG Tobi
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#3
Ich verstehe den Hype an der Schallplatte auch nicht und bin verwundert über den Hype an Cassettendecks.
Ich hatte sehr viele davon, ich nutzte sie zur Vervielfältigung von Livemitschnitten im Orchester für die Kollegen und teilweise auch Interessenten.
Hab dann etliche verschenkt, waren gute dabei z.B. JVC KDS 200, Dual CS 820, Eumig Metropolitan, etc.
Da ich noch sehr viele Cassetten habe, werde ich mir schon ein paar Geräte (Revox, Nakamichi) behalten und auch regelmäßig warten, wie zuletzt das 482 mit den orange Caps, die ich letztendlich doch noch alle getauscht habe!
Liebe Grüße und viel Spass mit dem Cassettendeck!
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#4
Während man als Nutzer von Tonbandmaschinen relativ entspannt in die Zukunft blicken kann, weil  mechanisch gute Maschinen  (drei Beispiele wären A-77, TEAC A-3300 und AKAI GX-630) ohne allzuviel Elektronik  wahrscheinlich in Jahrzehnten noch funktionieren werden, sieht die Lage bei Cassettenrecordern anders aus, zumindest wenn sie noch halbwegs den Specs entsprechen sollen.

Ausgelutschte kleine DC-Motörchen, fragile Laufwerke mit vielen Federn und mechanischen Kleinteilen à la Idler-Rad, neue Riemen und A-Rollen von teilweise fragwürdiger Qualität lassen ein baldiges und dauerhaftes Aus sehr vieler Recorder befürchten.
Die zum störungsfreien Betrieb nötigen originalen E-Teile gibt es nicht mehr bzw immer weniger.

Groetjes, Frankie
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#5
Seh ich gelassen. Ich hab 7 Decks, wenn da alle 2 Jahre eins kaputt geht, dann kann ich noch 14 Jahre lang CC hören. Das reicht  Cool
Zudem: Für die Eumig FL 1000 hab ich alle Gummis auf Lager + ein Ersatzlaufwerk. Damit bekomme ich das auch immer wieder flott.
Gruß, Kuni
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#6
Ein ganz schwieriges Thema ist auch der Einsatzzweck, für den ich die Kassette hauptsächlich nutze: Das Auto. Es gibt für mich nach wie vor keine einfachere Art, während der Fahrt meine Musik zu hören und die Komposition der Mixtapes macht mir nach wie vor Spaß, alle ein bis zwei Monate kommt ein neues dazu. Ich mag das Medium und es hat bei mir eine Nische, in der es nach wie vor seine Daseinsberechtigung hat.

Aber die Geräte werden halt auch nicht jünger, Autoreverse sollte es auch haben. Mit japanischen Geräten mit Full-Logic-Bedienung habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, die sind nach 30 Jahren alle im Eimer und ich kann sie nicht reparieren. Die besseren Blaupunkt-Modelle um 1990, wo Auswurf und Spul-/Autoreversetasten noch mechanisch gehen, sind nach meiner Erfahrung am robustesten, Paris RCR42 und Freiburg CR42 sind bei uns gerade im Einsatz.

Viele Grüße
Nils
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#7
@Kuni: Sicher, so mancher Spezi hat hoffentlich für sein Lieblingsschätzchen einige (originale) E-Teile frühzeitig gebunkert, aber der Großteil der "Microspuler" wird verschwinden.

Bei mir war's kürzlich ein wunderbarer SONY WM-6 professional, der, nachdem ich ihn repariert hatte, kurze Zeit später Mickey Mouse zu spielen begann.
Das Regel-IC, spezielles SONY-Teil und nirgendwo zu kriegen, hat den Geist aufgegeben :-(

Der feine 'Recording Walkman' steht jetzt bei mir im Privatmuseum....

Groetjes , Frankie
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#8
Frankie, auch ohne ein Ersatzlaufwerk lässt sich ein Eumig FL 1000 jederzeit wieder herstellen. 
Gummis bekommt man, GA kann man anpassen, ICs alle standard, sonstige Elektronik eh. 
Display, uC und die Motoren wären noch "no go's", die hab ich aber in noch keinem Gerät kaputt gesehen.

Ich will da jetzt gar nicht das Eumig schmackhaft machen, aber wenn man sich mal durch so'n paar Geräte gearbeitet hat, dann kann man das schon einschätzen ob man sowas wieder hinbekommt. 
Das ist mMn der springende Punkt.
Gruß, Kuni
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#9
Meine pers. MC Geschichte ist da eher eine andere.
Ich bin nach der TB und Platten Ära eigentlich sofort auf CD umgestiegen.
CC Player interessierten mich nie so wirklich, und Walkman , na, ja die Typen die damit
durch den Park joggten waren für mich eher gelinde gesagt, Angeber. ;-)
Ich hatte dann Ewigkeiten ein AUREX Deck - ich glaube das war ein Toshiba Gerät für Aufnahmen
für Auto MCs, denn da waren CDs gar nix, weil ich meist Autos mit knüppelharten Sportfahrwerken fuhr
und auch das beste CD Schock Absorber System kam da an seine Grenzen..  :-) - Da sind/waren MCs
weitaus robuster und meine Alpine Geräte im Auto hatten nie Probleme

Später dann habe ich MC Decks eigentlich nur der Vollständigkeit halber zu bestehenden Anlagen
gekauft. - Wirklich Spaß an der MC habe ich erst seid 2-3 Jahren, kam mit dem ReVox B215.


.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
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#10
Für mich hatten Kassetten(decks) schon immer die große Faszination. Die Verbindung aus Elektronik und Mechanik… und vor allem der Aufwand der betrieben werden musst, um die Kassette Hi-Fi (Hi-End?) tauglich zu machen, war enorm und spannend. Wie simple nimmt sich da beispielsweise ein Plattenspieler gegen aus?!

Mir macht es daher sehr großen Spaß die alten Stücke wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei ist es mir egal, ob es sich um ein Mittelklassegerät handelt, oder gar um eine 'Wertanlage'. Der Wert liegt für mich darin Spaß am reparieren/restaurien zu haben und das (hoffentlich) gute Ergebnis dann zu genießen.

Mittlerweile sind es über 50 Big Grin Zu einem Verkauf konnte ich mich bislang noch nicht durchringen. Da steckt jede Menge Zeit und Arbeit drin, die man nur zu schätzen weiß, wenn man selbige investiert und geleistet hat. Irgendwann wird sich das von ganz allein gesund-schrumpfen (müssen) schon aus Platzgründen. Aber bis dahin genieße ich sie alle… wenn auch natürlich abwechselnd Big Grin

Das Aufnehmen einer Kassette ist für mich (wieder) ein Ritual geworden, dass ich sehr genieße. Alles läuft in Echtzeit ab. Entschleunigt. Inklusive Vorbereitung geht da schon mal ein Samstag Nachmittag für eine Kassette drauf. Nicht zu vergessen das Beschriften des Inlays via Schreibmaschine und das nummerieren mit Rubbel-Nummern. Herrlich Smile
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#11
(26.09.2024, 21:37)Magic29 schrieb: Für mich hatten Kassetten(decks) schon immer die große Faszination. Die Verbindung aus Elektronik und Mechanik… und vor allem der Aufwand der betrieben werden musst, um die Kassette Hi-Fi (Hi-End?) tauglich zu machen, war enorm und spannend. Wie simple nimmt sich da beispielsweise ein Plattenspieler gegen aus?!

Das finde ich auch, einen gewissen Standard möchte ich aber schon haben, mindestens 3 Kopf und Doppelcapstan, dann ist es für mich interessant!
Ausnahme ist das alte JVC KD S200, wegen dem Super ANRS, damit ich viele der alten Cassetten noch richtig abspielen kann. Angeblich soll das mit Dolby C auch passen, dem stimme ich nur bedingt zu, klingt nicht so gut.
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#12
(25.09.2024, 15:06)tk141 schrieb:  Mit japanischen Geräten mit Full-Logic-Bedienung habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, die sind nach 30 Jahren alle im Eimer und ich kann sie nicht reparieren. 

Mal eine dumme Frage, hast du die noch? Ich habe zwar seit Jahren kein Auto mehr, aber vielleicht kann man die Radios noch gebrauchen.
MfG Matthias
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#13
Keine Sorge, sowas schmeiße ich nicht weg, das sind ein paar Original-Toyotaradios aus der Zeit um 1990. Wenn ich mal Zeit habe... bis dahin werden die eingelagert.

Viele Grüße
Nils
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#14
(26.09.2024, 21:37)Magic29 schrieb: Für mich hatten Kassetten(decks) schon immer die große Faszination. Die Verbindung aus Elektronik und Mechanik… und vor allem der Aufwand der betrieben werden musst, um die Kassette Hi-Fi (Hi-End?) tauglich zu machen, war enorm und spannend. Wie simple nimmt sich da beispielsweise ein Plattenspieler gegen aus?!

Mir macht es daher sehr großen Spaß die alten Stücke wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei ist es mir egal, ob es sich um ein Mittelklassegerät handelt, oder gar um eine 'Wertanlage'. Der Wert liegt für mich darin Spaß am reparieren/restaurien zu haben und das (hoffentlich) gute Ergebnis dann zu genießen.

Mittlerweile sind es über 50 Big Grin Zu einem Verkauf konnte ich mich bislang noch nicht durchringen. Da steckt jede Menge Zeit und Arbeit drin, die man nur zu schätzen weiß, wenn man selbige investiert und geleistet hat. Irgendwann wird sich das von ganz allein gesund-schrumpfen (müssen) schon aus Platzgründen. Aber bis dahin genieße ich sie alle… wenn auch natürlich abwechselnd Big Grin

Das Aufnehmen einer Kassette ist für mich (wieder) ein Ritual geworden, dass ich sehr genieße. Alles läuft in Echtzeit ab. Entschleunigt. Inklusive Vorbereitung geht da schon mal ein Samstag Nachmittag für eine Kassette drauf. Nicht zu vergessen das Beschriften des Inlays via Schreibmaschine und das nummerieren mit Rubbel-Nummern. Herrlich Smile

Dieser Text hätte aus meiner Feder stammen können.  thumbsup  Mit ein paar kleinen Änderungen:

Bei mir sind es mittlerweile über 100 Decks... ja ich weiß, ich bin bekloppt. Es sind aber noch lange nicht alle revidiert.

Mixtapes erstelle ich in Audition in flac/wav und überspiele dann in einem Rutsch auf ein Tape (Ich habe sämtliche Platten und CDs auf meiner DAW gespeichert).

Sollte dann mal ein Tape zerstört werden, weil ein Tapedeck eventuell doch mal wieder Zicken macht, kann ich so ein Mixtape sehr schnell wieder herstellen.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#15
(27.09.2024, 10:15)Norbsi schrieb: ...Ausnahme ist das alte JVC KD S200, wegen dem Super ANRS, damit ich viele der alten Cassetten noch richtig abspielen kann. Angeblich soll das mit Dolby C auch passen, dem stimme ich nur bedingt zu, klingt nicht so gut.

Nein, SuperANRS war "nur" eine JVC-Lösung auf Basis von Dolby-B, die Vorteile haben sich mir damals nie erschlossen, zumal eben nicht kompatibel...und lange vor Dolby-C
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#16
Einen Monat später möchte ich noch ein Update schreiben.
Die Situation ist noch deutlich schlimmer als ich dachte. Die Preisexplosion bei Kassetten und Geräten ist so extrem, das ein Wiedereinstieg derzeit unmöglich ist. Die Beschaffung von nutzbaren Typ II Kassetten ist unmöglich. Mir war die Problematik mit dem Echtchrom nicht bewusst. Ich dachte immer, Echtchrom wäre so gut. Mittlerweile habe ich einige Echtchrom Kassetten die zwar in guten Zustand, aber wegen des Verfalls nicht nutzbar sind. Die Preise von funktionstüchtigen "Chromsubstitut" -so nannte man das ja früher- Kassetten haben so astronomische Höhen erreicht, das ich meinen Wiedereinstieg in die Technik abbrechen muss.
Es ist fast schon billiger 8 Track zu sammeln, obwohl es hier seltener ist.
MfG Matthias
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#17
Was empfindest Du als teuer bei gebrauchten MCs ?
Gruß, Kuni
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#18
Wir sind bei 15 EUR für eine OVP Typ II. Das ist deutlich zu teuer.
MfG Matthias
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#19
Da hast du recht .
Wenn Du den Anspruch OVP hast, dann lass es halt bleiben. 

Ich habe zuletzt glaube ich 2023 was gekauft, das waren TDK SA aus den 80ern, Maxell XLII und BASF Chrome Maxima II im Konvolut, insgesamt um die 200 St. gemischt mit viel anderem Schrott. Auf die brauchbaren runtergerechnet so circa 2€/Stück am Ende. 

Auch die Echtchrom sind gut bespielbar, halt ohne Dolby oder HighCom. Da mag was gealtert sein, trotzdem kann man die gut neu bespielen. Daß das nicht ginge wird andauernd kolportiert .... na ja.

Hier im Forum gibt es auch immer wieder brauchbare Posten zu fairen Preisen. Ansonsten wie gesagt Konvolute kaufen. Je größer desto billiger. Da ist dann 70% Schrott dabei, aber eben auch viel gutes. 

Für jemand aus dem Forum hab ich mal in Stuttgart was abgeholt, da waren sogar richtig viele  Metallkassetten dabei. 

Summa summarum: Das Medium ist weit weg von "illusorisch"
Gruß, Kuni
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#20
Meine NOS BASF CS II gehen auch mit High-Com sehr gut. Ich vermute, die werden nicht sehr weiter altern, sind ja schon alt Wink .

Ist dann eben bei der Wiedergabe 2dB leiser, stört mich aber nicht. Die Höhen sind immer noch astrein.
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#21
Zitat:Wir sind bei 15 EUR für eine OVP Typ II.
Selbst bei teuersten Methode (ebay Sofortkaufen) sind massig Type II unter 10€ erhältlich...

Anfang der 80er haben top Type II Cassetten auch 10 Mark gekostet, das war damals erheblich mehr als 10€ heute.
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#22
irgendeinen Grund muß "man" ja haben, wenn man das Thema wieder ad acta legen will...

Wer natürlich nur edle Neuware wie vor 30 Jahren will, der muß halt "bluten". Aber das kennt der Bandler ja eh schon. Die Alternative, die Kuni genannt hat, hat auch mir vieles erleichtert und ich bin mir da auch nicht zu schade, gepflegte Gebrauchte zu nutzen. Jedem halt das Seine...
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#23
Ich habe bislang auch keine Probleme, an Nachschub zu kommen und ich betreibe das auf sehr niedrigem finanziellen Niveau. Ich bevorzuge allerdings Typ I und habe auch kein Dreikopfdeck. "Besser als CD" muss es bei mir auch nicht klingen, ich nutze nicht einmal Dolby.

Viele Grüße
Nils
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#24
Hallo Zusammen,

also ich bin ja auch erst vor einigen Jahren "wieder eingestiegen". Ich glaube halt auch es kommt immer darauf an was man möchte. Mein erstes "neues" Deck war ein einfaches, gebrauchtes SONY TC-KE 300. Ein paar neue Riemen drauf - geht bei dem ganz einfach. Hatte so etwas nie gemacht gemacht, aber mit einem guten Anleitungsvideo bei Youtube und etwas Geschick hat es geklappt. Dazu ein paar gebrauchte XL II. Und es hat dabei richtig Spaß gemacht. Und halt auf einem günstigen Niveau, so wie Nils das zum Beispiel erwähnt.

Die Frage ist halt - und da kommen dann eventuell die ganzen teuren High End Geräte ins Spiel - was will ich. Soll es "fast wie CD" klingen? Ja, dann wird es natürlich anspruchsvoll was die Kassetten etc. angeht. Nur "Just for Fun" sieht es da anders aus. Und wie Oli sagt, man bekommt gute Typ II (z.B. TDK SA oder Fuji JP-II) für teilweise deutlich unter 10 Euro. NOS. Aber muss halt im Endeffekt jeder für sich entscheiden, was er möchte. Denn ich bleibe dabei - wir sprechen hier letztendlich von einem toten Medium. Und daran ändern auch die paar neu hergestellten Kassetten wie die von RTM oder so nichts dran.

Viele Grüsse
Volker
Womit ich derzeit Musik höre: 
Kenwood KA-801 | KT-815 | KX-1060 | KD-4100R | Lautsprecher NUMAN Retrospective 1977
SONY TA-FE510R | ST-SE500 | TC-K690 | TC-KE600s | CDP-XE220 | MDS-JE330
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#25
Vom Preis/Leistungs Verhältnis kann ich die TDK-D um 1992/1995/1998 absolut empfehlen. Eines der besten "normalen" Typ I Bänder, fast schon auf Super-Ferric Niveau.
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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#26
Der Punkt ist, das ich fast nur Bastlergeräte kaufe. Um diese gut einzustellen brauche ich reproduzierbare Qualität bei den Kassetten. Natürlich kann man mit gebrauchtem Material Glück haben, aber man kann eben auch Pech haben. Bisher hatte ich eher weniger Glück. Vor allem wegen der Echtchrom Problematik.
MfG Matthias
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#27
also wenn man die TDK SA der späten Jahre nimmt, kann man davon profitieren, dass die bei Tapeheads den Ruf haben, "keine echten SAs mehr zu sein". Ich habe erst letztens ein NOS Fünferpack davon für 20 Euro aus Kleinanzeigen gekauft, alle Cassetten sind in Ordnung und klingen top. Sie haben halt nicht mehr diese "atombombensichere" Anmutung früherer TDKs und Maxells, um Welten besser als alles das, was man heute als Neuware kaufen kann, sind sie aber allemal. Im Übrigen, was spricht gegen die Verwendung von Gebrauchtcassetten, es gibt Unmengen davon, die von Sammlern nur einmal bespielt wurden, und sich von NOS nur dadurch unterscheiden, dass keine Folie mehr drum ist - und natürlich durch den Preis.

Und was die Preise für Tapedecks angeht, da schlägt wieder der Liebhaber- und Sammler-Hype durch. Es gibt Modelle wie die von Revox oder Nakamichi, wo die Preise auch für defekte Geräte durch die Decke gehen, die ganze Mittelklasse will aber nach wie vor niemand geschenkt haben, obwohl es da teilweise richtig gute Kisten gibt. Nehmen wir z.B. das Denon DRM 710 - drei Köpfe, drei Motoren, Dolby B, C, HX-Pro, traumhafter Klang, scheinbar auch haltbar, denn es gibt viele funktionsfähige Geräte im Angebot, und man bekommt es ab 50 Euro. Das Doppeldeck DRW 660 ist dagegen eine üble Zicke, ich habe zwei davon hier stehen, die ich dafür benutzen werde, um aus zweien eins zu bauen und die komische Mechanik zu verstehen, wo ein Hubmagnet mit einer Menge an Plastikhebelchen und einem Kurvenrad sämtliche Betriebsarten durchschaltet.

Ich denke, wenn sich jeder, der gerne schraubt, sich zwei oder drei solcher ungeliebten "Schrotteimer" vornehmen und Methoden erarbeiten würde, die Dinger zu retten, dann hätten wir nicht nur eine Menge Müll vermieden, sondern könnten den Leuten eine Alternative zu dem Neugeräte-Schrott des Jahres 2024 bieten, die nicht schrauben Können/wollen, und nur ihre alten Cassetten retten wollen. Bei Plattenspielern ist es aufgrund der primitiven Technik möglich, auch für den heutigen Nischenmarkt noch bezahlbare Neugeräte zu bauen, die auf hohem Niveau spielen - der Cassetten Hype hingegen schreit förmlich danach, die alten Geräte zu recyclen, denn es wird nie wieder Neugeräte geben, die auf dem Niveau der Decks der achtziger und neunziger Jahre spielen.

Was mich letztens richtig begeistert hat, war das hier:

   

Eigentlich nur als passende Ergänzung zu einer Telefunken Anlage mit einem Opus 6060 als Zentrale gedacht, war ich a) erstaunt über den Klang und b) über die massive Verarbeitung. Ja, es hat nur Dolby B, und ja, es stammt noch aus der Tapedeck Frühzeit, aber das Laufwerk ist so groß und massiv, dass die Cassette darin verschwindet und komplett überdimensioniert. Ich wüsste nicht, wie man das Gerät durch normale Nutzung so kaputt kriegen sollte, dass es nicht mehr reparabel wäre. Und auch sowas fliegt immer noch auf den Müll, oder ist billig zu haben. Um das richtig einordnen zu können, das Telefunken Tapedeck C3300 stammt aus dem Jahr 1974, hat schon ein elektronisch gesteuertes Laufwerk mit Tipptasten, und war eine Zeit lang Referenz bei der HiFi Stereofonie, weil es auch unter japanischer Konkurrenz das einzige Tapedeck dieser Zeit war, das die HiFi Norm DIN 45500 dauerhaft halten konnte. Und sowas fliegt heute achtlos auf den Müll, ich habe für mein Exemplar ( freiwillig ) 60 Euro bezahlt, und der Besitzer hatte schon überlegt, es zum Recyclinghof zu bringen, weil es keiner haben wollte.

Gruß Frank
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#28
Ich denke von dem Gedanken mit den Echt Chrom Kassetten solltest Du Dich verabschieden. Ich habe da mit diversen NOS (BASF etc.) herum gespielt und die Ergebnisse waren meist eher "so lala". Klar kann man Glück haben, aber ich denke das Material ist einfach zu alt. Mit den neueren TDK SA z.B. - als NOS - kann man da glaube ich nicht so viel falsch machen. Klar die können jahrelang in der prallen Sonne gelegen haben, dann sind sie auch hinüber. Aber sonnst sind sind meist ziemlich gut. Und die Preise passen.

Hier zum Beispiel - 6,90 das Stück:

https://www.ebay.de/itm/176645507181?too...6230626232

Oder hier - mit dem in meinen Augen besser Gehäuse - 8,99 das Stück:

https://www.ebay.de/itm/267040824362?too...3039383961

Nur mal 2 Beispiele auf die Schnelle. Klar wenn es TDK SA-X sein muss oder so wird es teurer.

Ansonsten hat Manfred recht was z.B. die TDK D angeht. Tony von Cassette Comeback hatte die ganzen TDK D mal getestet. Witzigerweise waren die Bänder der letzten Serie von 97 - 2000 anscheinend die besten. Wenn wohl auch die Gehäuse nicht mehr ganz so gut waren. Hier - 3,60 das Stück.

https://www.ebay.de/itm/326280590687?too...3039383961

Ich verstehe das Thema mit der reproduzierbaren Qualität. Deswegen vielleicht mal mit den einfacheren Modellen versuchen. Schont auch das Budget Big Grin

Halt nur so als Gedanke.
Womit ich derzeit Musik höre: 
Kenwood KA-801 | KT-815 | KX-1060 | KD-4100R | Lautsprecher NUMAN Retrospective 1977
SONY TA-FE510R | ST-SE500 | TC-K690 | TC-KE600s | CDP-XE220 | MDS-JE330
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#29
vielleicht sollte man sich einfach überlegen, für "reproduzierbare Qualität" Medien zu verwenden, die das auch problemlos können, und die Cassette als das zu nehmen, was sie immer war, ein preiswertes portables Medium, das am Ende eine bemerkenswerte Qualität erreicht hat, das so lange gelebt hat, weil es die Zeit überbrücken musste, bis neben der CD ein bezahlbares Aufnahmemedium existiert hat, und mit dem man eine Menge Spaß haben kann.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Cassette auch so ein Ding ist wie seinerzeit die Modellbahn. Die ist auch irgendnwann von Männern im "melancholischen Alter" entdeckt worden, und bei denen ist das dann in Richtung Perfektionismus entgleist, nachdem sie gemerkt haben, dass ihnen die Märklin Bahn ihrer Jugend nicht mehr das Lebensgefühl ihrer Jugend zurückgeben konnte. Das war dann die Zeit, wo diese ganzen unbezahlbaren Supermodelle entstanden sind, und heute versuchen Leute, aus Heim-Tapedecks Studiogeräte zu machen, statt einfach Spaß zu haben.

Gruß Frank
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#30
(25.10.2024, 20:58)nick_riviera schrieb: Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Cassette auch so ein Ding ist wie seinerzeit die Modellbahn. Die ist auch irgendnwann von Männern im "melancholischen Alter" entdeckt worden, und bei denen ist das dann in Richtung Perfektionismus entgleist...

Sehr schönes Wortspiel Big Grin

Mir erging es ehrlich gesagt genau andersherum. Früher war für mich die Kassette eben das einzige portable Medium an dass ich keine überzogenen Erwartungen gerichtet hatte, aber schon drauf bedacht war möglichst viel der Musik (oder besser gesagt, mit möglichst wenig Verlust) auch unterwegs nutzbar zu machen. Darum habe ich mir auch das beste Tapedeck und den besten Walkman gekauft, den ich mir leisten konnte.

Erst heute, mit der Verfügbarkeit an High-Res Streaming als Quellmaterial, entdecke ich die Kassette auch als qualitativ hochwertiges Medium. Irgendwie scheint es gerade dieser 'Verlust' an Information zu sein, der (für meinen individuellen Geschmack) die Musik lebendiger macht. Das ganze lässt sich dann natürlich nochmal mit der Verwendung eines Tonbandgerätes steigern.

Mir macht die Kassette heute jedenfalls (noch) mehr Spaß, als damals.
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#31
Dieses Echtchrom-Bashing ist meines Erachtens auf Vorurteile zurückzuführen. Mit solchen Kassetten kann man richtig gute (!) Ergebnisse erzielen. Aber man muss schon bereit sein, sich etwas eingehender mit der Materie auseinanderzusetzen. Einfach Pegel draufhauen wie bei einer Maxell XLII-S oder BASF Ferro Extra kann man hier vergessen.

Echtchrombänder haben auch einen Vorteil: niedrigeres Bandrauschen. Wenn da der Alterungsprozess die erste steilere Kurve bereits hinter sich hat, flacht der meiner Erfahrung nach nämlich ab; zugleich hat aber auch das eh schon niedrige Bandrauschen nochmals abgenommen.

Diese Philips MC*II hier von 1985 ist meine Entdeckung des Jahres: Auf dieser Kassette habe ich Aufnahmen hingekriegt, die sich überhaupt nicht von teuren Typ IV-Bändern verstecken müssen (denn die rauschen mehr):
   


Und zum Thema Kassettenkauf: Muss es denn unbedingt OVP sein? Gebrauchte Sony UX-S und TDK SA der späten 80er- und frühen 90er Jahre werden einem doch geradezu nachgeworfen; qualitativ aber sind sie ausgereift und zuverlässig, bei mir jedenfalls gab's gerade bei diesen Kassetten noch keinen einzigen Reinfall. Und sie sind definitiv langzeitstabil; von denen habe ich welche, die ich damals in meiner Jugend gekauft und bespielt hatte - die Aufnahmen haben sich über die Jahrzehnte prima gehalten.
         

Aber wie bereits geschrieben - etwas Engagement braucht's schon. Bekannten sagen, dass sie einem doch ihre alten Kassetten vom Dachboden vermachen sollen, Flohmärkte abklappern, Kleinanzeigen durchforsten...

LG
Manuel
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#32
Ich weiß nicht, wie alt Eure Ohren sind...
Eventuell reichen ja Fe-Kassetten...

Habe heute mal "Great for everyday recording" Maxell UR-90 (Datecode H2489202) auf meinem aktuell 'bearbeitetem' Uher CR 240 AV bespielt.
Stellung 'Fe' und mit Dolby B.

Ich kann keinen Unterschied (mehr) zu UKW heraushören.

VG Jürgen

PS.: Meine Favoriten sind allerdings Maxell XL II-S, 'Made in England', Mitte-Ende der 1990er.
Die allerdings NOS zur Zeit zu absurden Preisen bis 20€/Stück angeboten werden...


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#33
(25.10.2024, 20:13)delta9 schrieb: Der Punkt ist, das ich fast nur Bastlergeräte kaufe. Um diese gut einzustellen brauche ich reproduzierbare Qualität bei den Kassetten..

Bei mir auch nicht anders, von einfachen 2 Köpfen bis B215, Tandberg 3014, Eumig FL1000 alles da und alle mit gebrauchten TDK SA eingestellt. Da muss man nur aus dem Fundus halt welche rauskramen, die vlt noch besser erhalten sind als andere.

Maxell hab ich alle verkauft, weil die gut Geld ergeben. BASF Echtchrom behalte ich, weil die ja eh keiner will und ich damit keine Probleme habe.

Sony UX-S sind übrigens auch top und oft günstiger als die SA, weil die auch nicht jeder auf dem Schirm hat.
Gruß, Kuni
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#34
(25.10.2024, 21:35)Marsilio schrieb: Und zum Thema Kassettenkauf: Muss es denn unbedingt OVP sein? Gebrauchte Sony UX-S und TDK SA der frühen 90er Jahre werden einem doch geradezu nachgeworfen; qualitativ aber sind sie ausgereift und zuverlässig, bei mir jedenfalls gab' gerade bei diesen Kassetten noch keinen einzigen Reinfall.

das "schrub" ich ja - grade in den achtzigern gab es z.B. viele Leute, die Musik auf Cassetten archiviert haben. Diese Cassetten, meist Typ 2 von BASF, MAxell oder TDK, sind oft nur EINMAL bespielt, und unterscheiden sich von den NOS-Cassetten nur dadurch, dass die Verpackungsfolie fehlt, und evtl. der Index-Einleger beschriftet ist.

Und was mich selber überrascht hat - ich habe vor etwa zwei Jahren inspiriert von einem "Kofferradio" Telefunken HiFi Studio 1 die Cassette wieder ausgebuddelt, und als erstes den Karton mit meinen alten Auto-Cassetten wieder vorgeholt. Das waren fast nur TDK SA oder SA-X, weil die bei uns seinerzeit immer etwas billiger waren als Maxell, ohne wirklich schlechter zu sein. Den Cassetten wurde bei mir im Auto nichts geschenkt, weil die Cassette für mich damals eher ein "Wegwerf-Medium" für Auto und Walkman war, und trotzdem laufen die Bänder, haben kaum Schäden, und lassen sich problemlos bespielen. Ich würde mir wünschen, dass das bei den Spulenbändern nur im Ansatz so problemlos wäre.

Gruß Frank
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#35
@Frank: Einfach Spaß haben, ja. Für mich ist das seit meinem ersten Kassettenrekorder im Jahr 1983 im Grunde dasselbe Gebrauchsmedium geblieben, das es immer war. Das liegt vermutlich daran, dass ich nie eine Pause hatte, sondern weiter meine Mixtapes aufgenommen habe. Bis Mitte der 90er übrigens mit billigsten Laufwerken und automatischer Aussteuerung (sprich dynamische Stücke wurden immer leiser), da war es dann schon ein riesiger Fortschritt, ein separates Tapedeck zu haben, mit dem man die Lautstärken der Quellen manuell anpassen kann.

Und auf dem Niveau bewege ich mich bis heute, weil es mir so genügt. Mit einem Walkman laufe ich nicht mehr herum, über die große Anlage laufen die Kassetten auch eher selten, Hauptnutzung ist halt im Auto, wo Grundrauschen ohnehin nicht hörbar ist, manchmal auch in einem alten Ghettoblaster, was auch nicht audiophil ist, mir aber gefällt. Ich mag genau diesen Sound, gebrannte CD-Sampler haben mir irgendwie nie dasselbe Erlebnis geliefert, da würde ich eher Playlists abspielen.

@Jürgen: Jugendliche Ohren habe ich auch nicht mehr, auch ein wichtiger Punkt bei den ganzen Klangdiskussionen... was habe ich von Frequenzen, die ich gar nicht mehr hören kann?

Viele Grüße
Nils

PS: Das Telefunken-Teil gefällt mir.
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#36
auch wenn es nicht direkt zum Thema gehört, aber der Begriff "audiophil" macht mir immer genauso Bauchschmerzen wie die Haltung mit den nicht mehr jugendlichen Ohren.

Zu audiophil kann ich die ketzerische Frage stellen, was denn genau audiophil ist, und vor allem, durch was es sich von "normalem" HiFi abgrenzt. Und was die Ohren angeht - es gab mal eine etwas kritischere HiFi Zeitschrift aus dem Heise Verlag ( ich glaube, die hieß HiFi Vision ), die nach dem Verschwinden der HiFi Stereofonie ein Gegengewicht zu den Schwachsinnsblättern Audio und Stereoplay sein wollte. Die haben mal eine nicht empirische aber aussagekräftige Untersuchung zum Thema "musikalisches Gehör" gemacht, wobei u.a. rausgekommen ist, dass musikalisch geschulte Menschen sogar dann noch differenziert Klänge beurteilen konnten, wenn sie einen diagnostizierten Hörschaden hatten, während Menschen ohne musikalische Affinität auch nichts davon hatten, wenn sie noch fast bis 20kHz wahrnehmen konnten. Die Qualität seines Gehörs nur nach der oberen Grenzfrequenz zu beurteilen, das ist so, als ob man die Qualität eines Verstärkers nur nach der Ausgangsleistung beurteilen würde.

Mir geht so ein "Eingestufe" so massiv auf den Keks. Man sitzt vor seiner Anlage aus guten Großseriengeräten, die die Kapelle plastisch ins Wohnzimmer stellt, und ist total begeistert, dann sitzt da einer auf der Couch, der Röhrenverstärker und Brettchenspieler zuhause hat, und bringt den Standardspruch "ja, klingt gut, nicht audiophil, aber gut", und die normale Reaktion des erniedrigten Besitzers der Holzklasse Anlage ist dann " ich habe ja auch nicht ( mehr ) das Gehör, für mich reichts ". Auf diese Weise sind mir schon viele Hörabende verdorben worden, und mittlerweile grenze ich mich davon ab, weil es Schwachsinn ist.

Gruß Frank
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#37
@Manuel - ich denke das ist (zumindest von mir) weniger ein Bashing was die Echtchrom Kassetten angeht. Als Jugendlicher waren für mich die BASF Chrom Maxima das ultimative Erlebnis. Die goldene Folie, der typische Geruch beim auspacken... da kommen Erinnerungen hoch. Aber ich denke es ist halt heutzutage einfacher mit z.B. einer SA oder UX ein ordentliches Ergebnis zu erzielen. Auf Grund halt der Alterung. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung. Und was das Rauschen angeht - da ich meist Musik mit ordentlich "Rumms" höre (kein Klassik, seltener einmal Jazz oder so) sind für mich die Kassetten der Wahl eher eine sehr gute Ferro oder wenn möglich eine Super Ferro. Weil da hört man nix rauschen. Smile  Aber das ist natürlich bei jedem anders.

@Nils - das jemand heute noch im Auto Kassetten nutzt finde ich irgendwie cool. Wenn es nicht ein älteres Auto mit einem passenden DIN Schacht ist, dann wird es glaube ich spannend. Ich wüsste gar nicht wo man das bei mir in diesem Komplett-Bordcomputer-Teil ohne größeren Aufwand einbasteln könnte. Da bin ich pragmatisch und habe einen USB Stick dran. Aber wie gesagt, es ist schon cool. Stilecht müsstest Du dann im Winter ja auch eine Hülle zum Freikratzen der Scheibe nutzen Big Grin

@Dr. Nick - Ja, Ja, audiophil. Da hatte ich auch schon die eine oder andere Begegnung der "komischen" Art. Allerdings eher im Bereich Vinyl. Was es da so alles gibt und womit man da versucht Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen ist schon unglaublich.

Viele Grüsse

Volker
Womit ich derzeit Musik höre: 
Kenwood KA-801 | KT-815 | KX-1060 | KD-4100R | Lautsprecher NUMAN Retrospective 1977
SONY TA-FE510R | ST-SE500 | TC-K690 | TC-KE600s | CDP-XE220 | MDS-JE330
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#38
(26.10.2024, 12:44)LH Super Fan schrieb: Ja, Ja, audiophil. Da hatte ich auch schon die eine oder andere Begegnung der "komischen" Art. Allerdings eher im Bereich Vinyl. Was es da so alles gibt und womit man da versucht Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen ist schon unglaublich.

Ich finde auch solche Bezeichnungen wie "plastischer", "räumlicher", "freier" in Bezug auf Tonabnehmersysteme immer sehr interessant. Da kann ich leider mit meiner aktuellen Kombination im Wohnzimmerregal nicht mitreden Sad . Da höre ich bloß Musik.
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#39
(26.10.2024, 07:48)nick_riviera schrieb: ............
Mir geht so ein "Eingestufe" so massiv auf den Keks. Man sitzt vor seiner Anlage aus guten Großseriengeräten, die die Kapelle plastisch ins Wohnzimmer stellt, und ist total begeistert, dann sitzt da einer auf der Couch, der Röhrenverstärker und Brettchenspieler zuhause hat, und bringt den Standardspruch "ja, klingt gut, nicht audiophil, aber gut", und die normale Reaktion des erniedrigten Besitzers der Holzklasse Anlage ist dann " ich habe ja auch nicht ( mehr ) das Gehör, für mich reichts ". Auf diese Weise sind mir schon viele Hörabende verdorben worden, und mittlerweile grenze ich mich davon ab, weil es Schwachsinn ist.

Gruß Frank

ist jetzt zwar auch OT. aber als Antwort wohl erlaubt.

Da gebe ich Dir absolut Recht! - Ich möchte dazu `mal von einer Begebenheit berichten die mich viel Geld gekostet hat.
Ein wirklich guter Bekannter, studierter Pianist und HIFI Freak überredete mich vor Jahren, mir eine "anständige" Anlage zuzulegen.
Seiner Zeit "werkelte " bei mir ein leistungsstarker "Vincent" Verstärker mit E-Voce Monitorboxen, Braun PS 550 Dreher und Yamaha CD.
Mein Bekannter überredete mich zu einer McIntosh Endstufe, die ich mit 2 T+A Säulenboxen gebraucht für den Gegenwert 2er Monatslöhne
eines Facharbeiters erstand. - Dazu ein Planar Dreher mit schweinteurem Shure System, Denon CD,- auch alles nicht gerade "billig"
Dazu kamen noch vielfach geschirmte Kabel mir vergoldeten Steckern etc.

Nun hatte ich also eine "audiophil" korrekte Anlage.- Für mich pers. klang dann alles irgendwie "recht dünn", kein anständiger Bass...
habe aber nichts gesagt, da mein Bekannter begeistert war und ich mich nicht als "audiophiler Neandertaler " outen wollte.
Nun meinte er all seine Voodoo Erkenntnisse mit stapelweise "Hifi irgendwas" "Stereoplay".. Heftchen  ""beweisen"" zu können.

Nun begab es sich das zufällig zu meinem "audiophil, wissenden" Bekannten ein anderer Bekannter zu Besuch kam.
Ein Ing. der Elektrotechnik mit physikalischem Zusatzstudium, angestellt in der Entwicklung einer hier ansässigen Elektronikbude.
Die stellen auch Steuerelemente für`s Militär, Raketen etc her.. - Dieser Bekannte nun, absolut kein HIFI Freak meinet nur das
"klingt alles irgendwie nicht gut ....."  Er schaute sich dann dieses Monstrum von irgendwie knapp 50KG von McIntosh Endstufe an,
 fragte nur "hast Schaltbilder dieses Gerätes"? Hatte ich- .. 2 Tage später kam er und fragte nur, "... warum hast Du dafür soviel Geld
bezahlt, 50% der Schaltungen sind Unsinn ...  z.B. wozu braucht eine Transistor Endstufe Übertrager? - Das wäre selbst in der Theorie
Blödsinn..." und so ging`s weiter mein Super Duper Dreher mit Zusatznetzteil zur Reduktion von Streustrahlung  lösten Lachanfälle
bei dem Mann aus..... wohl aber nicht nur bei ihm, auch bei seinen Kollegen. - und ich war doch soooo stolz auf meine McIntosh Endstufe,
hatte so viele Wunderdinge darüber gehört- /( leider aber nie so ein Ding, dann hätte ich das nie gekauft)

Kurz um... ich habe den Kram (mit erheblichem Verlust) verkauft... bin nicht mehr "audophil" unterwegs, dafür aber mit  Spaß am Musik
hören. - Das war mein Ausflug in die "Wunderwelt" des  audiophilen Voodoo.


.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
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#40
(26.10.2024, 12:54)R@lly schrieb: ...Nun begab es sich das zufällig zu meinem "audiophil, wissenden" Bekannten ein anderer Bekannter zu Besuch kam.
Ein Ing. der Elektrotechnik mit physikalischem Zusatzstudium....

Dieses Forum ist diesbezüglich doch wirklich "geerdet". Da gibt es doch ganz andere Foren, in denen scheinbar jegliche Logik abgeschaltet wird.

Jochen Schmidt hat auch schon ein paar Anekdoten über "Optimierer" von schönen Tandberg-Geräten erzählt, da kommt man wirklich aus dem Staunen nicht heraus. Wäre es nicht so traurig, käme man aus dem Lachen nicht mehr ´raus...

Aber wir kommen vom Thema ab. Möglicherweise haben wir den TE aber schon "verloren". Auch ich würde -nach meinen letzten Erfahrungen- durchaus mit einfachen Typ-I CC loslegen. Eine TDK D kostet neben der UR, der HF oder natürlich der Sound-I nicht viel und ist wirklich erstaunlich gut. Alle mit wenig Aufwand NOS zu bekommen (von den Sound habe ich noch so viele, die gebe ich auch gerne weiter ab).

Aber wenn man natürlich auf Echt-Chrom steht und das für sich als einzige Lösung sieht, der hat dann halt vielleicht Probleme, die andere nunmal nicht haben.
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#41
und um den Bogen wieder zurück zum Thema zu schwingen - genau das gilt auch für das Thema Cassette. Wer sich heute darüber beklagt, dass das alte Zeug alles so teuer geworden wäre, der sollte sich vielleicht mal fragen, ob er nicht zum Opfer seiner eigenen überzogenen Ansprüche geworden ist, die ihm noch nicht mal mehr Hörgenuss bringen, sondern nur mehr Status bei den "Eingeweihten".

Ein schönes Beispiel hierfür ist das Revox B215 - ein tolles Gerät, das will ich gar nicht in Frage stellen - wenn es spielt. Lange lange Jahre waren die Kisten im Vergleich zu den anderen Komponenten der Revox B-Serie für ein Taschengeld zu haben, weil sie eben auch sehr komplexe Geräte sind, die selten noch voll spielbereit sind, Expertise erfordern, wenn sie ihre Alterswehwehchen bekommen, und sich zu üblen Zicken entwickeln können. Und jetzt im Zuge der Cassetten Wiedergeburt wollen auf einmal alle ein Deck von Schlag eines Revox B215 haben, und die Preise selbst für Leichen schießen durchs Dach, während gleichzeitig die ganzen Japaner der gehobenen Mittelklasse aus den achtzigern und neunzigern nach wie vor schwer bis gar nicht verkäuflich sind.

Gruß Frank
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#42
Ich kann mit meinen BASF CS II nicht meckern. So alt sie auch sein mögen, liefern sie auf meinem RC-200 einen sehr guten Klang. Zwar etwas leiser, aber was soll's. LH habe ich auch noch ein paar BASF, vielleicht sollte ich die auch einmal testen.

Gut, auf meinem SABA CR 335 (in Stereo) waren damals die CRO2 natürlich besser, viel mehr Höhen, aber der spielte ja nun auch in einer anderen Liga, mehr in der Henkelmann-Liga.

Und bei meinem ersten, einem ITT SL-51 war Chrom natürlich der absolute Hammer, was die Höhen anging, war ja auch die falsche Entzerrung.
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#43
(26.10.2024, 07:48)nick_riviera schrieb: dann sitzt da einer auf der Couch, der Röhrenverstärker und Brettchenspieler zuhause hat,

Was ist denn ein Brettchenspieler?

Zum Thema: Ich habe auch schon früher gebrauchte Posten gekauft und ich habe auch ein paar OVP Kassetten. Aber wenn ich die aufmache, sind sie ja nicht mehr OVP... Smile

Es ging mir darum, das ich zum Einstellen (!) der Geräte neue Kassetten wegen der reproduzierbaren Qualität haben möchte. Ich stelle die Geräte neu ein wenn ich sie bekomme und das ist auch wichtig.
Was die Geräte Preise an geht, ist warten wichtig. Erst heute ist ein Kenwood KX660 angekommen, mit Kassetten dabei, (mehrere UX-S) für 40EUR mit Versand. Ich muss das alles noch durchsehen, aber es sieht recht gut aus.
Ich möchte zum Aufnehmen auch ein Dreikopfgerät haben, weil ich dann gleich beurteilen kann ob die Bandqualität noch gut ist und ob die Bandsorte zur Einmessung passt.
Hier gibt es mitunter auch Überraschungen, was vorbespielte Kassetten angeht. Es gibt vorbespielte die bei Neuaufnahme gut klingen und zur Einmessung passen. Die kriegen dann ein neues Gehäuse und werden weiterverwendet. Das Problem ist, das die Dreikopfgeräte so unverschämt teuer geworden sind.
Wobei, zwei habe ich ja. Und ich muss sagen, das Telefunken, gut eingestellt, ist schon nicht schlecht. Nur für Echtchrom  habe ich noch keine Lösung gefunden.
MfG Matthias
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#44
Brettchenspieler sind diese Holzbretter mit Plattenteller und Tonarm, wie sie ab den späten achtzigern bei den wahren HiFi Freunden modern wurden, deren Budget für eine "Bohrinsel" nicht gereicht hat.

Gruß Frank
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#45
(26.10.2024, 12:54)R@lly schrieb: Nun hatte ich also eine "audiophil" korrekte Anlage.- Für mich pers. klang dann alles irgendwie "recht dünn", kein anständiger Bass...
habe aber nichts gesagt, da mein Bekannter begeistert war und ich mich nicht als "audiophiler Neandertaler " outen wollte.

Oh... das kenne ich... Ich habe auch mal den Fehler gemacht auf solche Leute zu hören...
Bei mir war es auch noch ein Schallplattenfan. Er sagte immer sowas wie "Ja, die Schallplatte knistert, aber das stört mich überhaupt nicht! Nein, Überhaupt nicht!" Und ich dachte dann, das ich falsch bin, wenn es mich eben doch stört.
Ich hatte dann -von diesem Typen- teure Lautsprecher und einen CD Player gekauft, weil ich dachte, dann hätte ich "das Richtige". Aber es war alles überteuerter Mist.
MfG Matthias
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#46
(26.10.2024, 13:32)nick_riviera schrieb: Und jetzt im Zuge der Cassetten Wiedergeburt wollen auf einmal alle ein Deck von Schlag eines Revox B215 haben, und die Preise selbst für Leichen schießen durchs Dach, während gleichzeitig die ganzen Japaner der gehobenen Mittelklasse aus den achtzigern und neunzigern nach wie vor schwer bis gar nicht verkäuflich sind.

Gruß Frank

Die Frage ist, was du als gehobene Mittelklasse definierst. Was ich zum Aufnehmen mittlerweile gerne hätte wäre ein Dreikopfgerät mit manueller Einmessung wie z. B. das Kenwood KX1100 oder diverse Sony ES. Und da bist du bei hunderten von Euro. Und das ist mir bei dem Alter und der Ersatzteillage zu viel. Klar, zum hören gehen noch einfachere Geräte. Mit dem Kenwood KX880HX gab es ja sogar ein Gerät mit zwei Köpfen und voller Einmessmöglichkeit. Ich wusste garnicht das es sowas gab.
Das wäre noch mal interessant, wenn die Bandsorte und Qualität bekannt ist. Aber die sind auch oft recht teuer.
MfG Matthias
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#47
Wie ich es schon zweimal schrub - das DRM 710 von Denon zum Beispiel - drei Köpfe, drei Motoren, Dolby B,C und HX Pro, Typ 4 tauglich, zu finden ab 50 Euro in den Buchten. Der einzige Nachteil - es nimmt einfach nur gut auf gängigen Cassetten auf und spielt ab, Einmess-Orgien für jede exotische Cassette aus Indien würden kompliziert werden, also gänzlich un-audiophil. Wobei - zumindest eine Bias Feineinstellung hat es ja schon.

Fast jeder japanische Hersteller hat derartige Geräte im Programm gehabt, die heute niemand haben will - man muss sich nur mal die Mühe machen, und im virtuellen HiFi Archiv die Kataloge von damals durchblättern.

Gruß Frank
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#48
(26.10.2024, 15:09)delta9 schrieb: Die Frage ist, was du als gehobene Mittelklasse definierst. Was ich zum Aufnehmen mittlerweile gerne hätte wäre ein Dreikopfgerät mit manueller Einmessung wie z. B. das Kenwood KX1100 oder diverse Sony ES. Und da bist du bei hunderten von Euro. Und das ist mir bei dem Alter und der Ersatzteillage zu viel. Klar, zum hören gehen noch einfachere Geräte. Mit dem Kenwood KX880HX gab es ja sogar ein Gerät mit zwei Köpfen und voller Einmessmöglichkeit. Ich wusste garnicht das es sowas gab.
Das wäre noch mal interessant, wenn die Bandsorte und Qualität bekannt ist. Aber die sind auch oft recht teuer.

Ich vermute `jetzt `mal, die Kollegen hier meinen mit "gehobener Mittelklasse " Geräte wie ein z.B. Denon DR-M 22
Das Ding habe ich auf Anhieb in den KA gefunden - wobei das "nur" eines für z.T. weit unter 100€ ist.

Das Deck z.B. hat 3 Motore, 3 Köpfe, Hinterbandkontrolle, Dolby B/C HX PRO, einstellbares BIAS und ,und...
Pries: 89€

... ich vermute so etwas war gemeint.

.
.
" Der erste Schluck aus dem Glas der Wissenschaft macht Sie zu einem Atheisten,
aber Gott erwartet Sie am Boden des Glases. "

(Werner Heisenberg)


Meine Recorder wurden gefertigt in: Regensdorf, Löffingen, Hösbach, Frankfurt und Oslo

Gruß
Ralf
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#49
(26.10.2024, 07:48)nick_riviera schrieb: Zu audiophil kann ich die ketzerische Frage stellen, was denn genau audiophil ist, und vor allem, durch was es sich von "normalem" HiFi abgrenzt.

Achtung – Meinung Big Grin

Für mich ist "audiophil" nicht das Merkmal eines Geräts, sondern einzig des designierten Hörers.

Audiophil ist für mich jemand, der Musikhören als 'Main-Event' und nicht nur als Hintergrundbeschallung versteht. Wer sich Zeit nimmt und Muße hat um (nur) Musik zu hören, ist audiophil. Das hat m.E. nichts mit dem Gehör und auch nicht mit der Qualität der Anlage zu tun. Wohl aber mit der 'emotionalen Verarbeitung' der musikalischen Information.

Jeder kennt diesen einen Song (oder mehrere) der unauflösbar mit Erinnerungen verbunden ist. Ihn zu hören… egal ob bewusst auf der heimischen Anlage, oder zufällig im Küchen-,/Autoradio löst Emotionen aus. Diese Emotionen sind es, die einen über das 'hören' hinaus tragen.

Ein audiophiler Mensch ist in der Lage eine emotionale Bindung zur Musik aufzubauen. Das hören an sich wird also zur Emotion… zur Erinnerung. Es braucht dafür keine Begleiterscheinungen.

Das Abtaucht in die Musik… Freude… Gänsehaut… und manchmal vielleicht auch die eine oder andere verdrückte Träne. Gefolgt von einem Glücks-, und Dankbarkeitsgefühl – das ist für mich audiophil sein.

Was es für den einzelnen ganz individuell dafür (an Gerätschaften) braucht, lässt sich nicht bemessen und schon gar nicht objektiv bestimmen.
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#50
Matthias, das hast du schön beschrieben.

Beim Musikhören mit Kassetten spielt bei mir auch die Optik eine Rolle. Das Drehen der Bandwickel, das Zappeln oder Blinken der Aussteuerungsanzeige und das Wissen, wie gerade die Musik reproduziert wird. Also die komplette Magnetbandtechnologie.

Vielleicht liegt es bei mir persönlich auch daran, dass ich in meiner Jugend sehr viel Zeit mit Kassettendecks verbracht habe, z.B. beim Bespielen von Kassetten aus dem Radio, von Platten. Und wenn Party war, der Manfred brachte seine Mixtapes samt Kassettendeck mit. Die Kassette war "unser" ständiger Begleiter. Zu Hause, im Auto, in der Bahn, in der Schule und auf Partys...
Viele Grüße 
Manfred

"The warm sound of analog recordings is made of harmonic distortion and Tape hiss - I like it".
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