Karl Breh - die kompromisslose, oftmals schonungslose Art seiner Testberichte ist Legende. In seiner Eigenschaft als diplomierter Physiker hatte er vielen ernsthaften HiFi-Interessenten mit seinen kritischen, aber immer sachlichen Tests in den Pioniertagen der HiFi sehr wertvolle Orientierungen bei Kaufentscheidungen gegeben.
Aber noch viel mehr: er hatte in der high fidelity eine Epoche der kritischen Auseinandersetzung eingeläutet und für den Normalverbraucher positiv erlebbar gemacht!
Als ich mein erstes Testjahrbuch um 1977 in die Finger bekam, war ich von Brehs sachlich-analytischer Berichterstattung und der an wissenschaftlichen Akribie orientierten Meßmethodik absolut fasziniert. Breh war für meine in den 70ern beginnenden Beschäftigung mit Elektronik und Tontechnik eine maßgebende Größe. Die Tests lese ich heute noch gerne. Diese klare Sprache und unmißverständliche Darstellung technischer Sachverhalte waren neu. Seine bis in Konstruktionsdetails gehenden Expertisen trennten schonungslos die Spreu vom Weizen. Das war sowohl informativ als auch inspirierend! "Gefälligkeitsgutachten" gab es nicht. Stattdessen sah er sich der technischen Wahrheit verpflichtet. Voodoo und Fiktionen waren ihm ein Greuel. Da gab es für Besitzer einer A77 dann auch mal "keinen Grund, auf das neuere Modell umzusteigen". (Test der B77)
Für HiFi-Glamour blieb er trotzdem empfänglich, manchmal gewürzt mit Sarkasmus: Zitat: "Wer dem Prinzip der Kompromißlosigkeit huldigt, ist gewohnt, dafür zu bezahlen. Mit Geld oder anderem. In diesem Falle genügt Geld. Das ist erfreulich." (Test Mark Levinson JC-2).
Von ihm habe ich bei meinen ersten "HiFi-Versuchen" einiges gelernt: immer genau hinschauen, hinhören und im Zweifelsfalle kritisch nachmessen.
Karl Breh war eigentlich kein Journalist, sondern eher Wissenschaftler, getrieben von einer starken persönlichen Motivation. Und doch: Im Jahr 1983, als ich Abitur machte, stellte die HiFi-Stereophonie leider ihr Erscheinen als unabhängige Publikation ein. Mir wurde bereits damals klar, daß dies eine Zeitenwende bedeuten mußte -freilich nicht zum Besseren. Ich war irritiert, als er zur stereoplay wechselte -einer Publikation, deren technische Seriosität ich seinerzeit sehr bezweifelte. Aber von der Wahrheit wollten ja immer weniger Leser etwas wissen. Stattdessen begannen sich Glaubensgrundsätze entgegen gesicherte Erkenntnis durchzusetzen. Aber dies ist eine andere Geschichte mit irrationaler Eigendynamik, wovon hier nicht die Rede sein soll.
Karl Breh wird im Hinblick auf Objektivität auch in Zukunft ein wichtiges Vorbild bleiben! Insofern hat er vorbildlichen Journalismus geleistet.
Was uns bleibt, ist die Erinnerung an die schönen (!) Pioniertage der high fidelity und das Gedenken an einen ihrer wohl bedeutensten Protagonisten!
Ich glaube, wir haben Karl Breh viel zu verdanken!
R.I.P.
Aber noch viel mehr: er hatte in der high fidelity eine Epoche der kritischen Auseinandersetzung eingeläutet und für den Normalverbraucher positiv erlebbar gemacht!
Als ich mein erstes Testjahrbuch um 1977 in die Finger bekam, war ich von Brehs sachlich-analytischer Berichterstattung und der an wissenschaftlichen Akribie orientierten Meßmethodik absolut fasziniert. Breh war für meine in den 70ern beginnenden Beschäftigung mit Elektronik und Tontechnik eine maßgebende Größe. Die Tests lese ich heute noch gerne. Diese klare Sprache und unmißverständliche Darstellung technischer Sachverhalte waren neu. Seine bis in Konstruktionsdetails gehenden Expertisen trennten schonungslos die Spreu vom Weizen. Das war sowohl informativ als auch inspirierend! "Gefälligkeitsgutachten" gab es nicht. Stattdessen sah er sich der technischen Wahrheit verpflichtet. Voodoo und Fiktionen waren ihm ein Greuel. Da gab es für Besitzer einer A77 dann auch mal "keinen Grund, auf das neuere Modell umzusteigen". (Test der B77)
Für HiFi-Glamour blieb er trotzdem empfänglich, manchmal gewürzt mit Sarkasmus: Zitat: "Wer dem Prinzip der Kompromißlosigkeit huldigt, ist gewohnt, dafür zu bezahlen. Mit Geld oder anderem. In diesem Falle genügt Geld. Das ist erfreulich." (Test Mark Levinson JC-2).
Von ihm habe ich bei meinen ersten "HiFi-Versuchen" einiges gelernt: immer genau hinschauen, hinhören und im Zweifelsfalle kritisch nachmessen.
Karl Breh war eigentlich kein Journalist, sondern eher Wissenschaftler, getrieben von einer starken persönlichen Motivation. Und doch: Im Jahr 1983, als ich Abitur machte, stellte die HiFi-Stereophonie leider ihr Erscheinen als unabhängige Publikation ein. Mir wurde bereits damals klar, daß dies eine Zeitenwende bedeuten mußte -freilich nicht zum Besseren. Ich war irritiert, als er zur stereoplay wechselte -einer Publikation, deren technische Seriosität ich seinerzeit sehr bezweifelte. Aber von der Wahrheit wollten ja immer weniger Leser etwas wissen. Stattdessen begannen sich Glaubensgrundsätze entgegen gesicherte Erkenntnis durchzusetzen. Aber dies ist eine andere Geschichte mit irrationaler Eigendynamik, wovon hier nicht die Rede sein soll.
Karl Breh wird im Hinblick auf Objektivität auch in Zukunft ein wichtiges Vorbild bleiben! Insofern hat er vorbildlichen Journalismus geleistet.
Was uns bleibt, ist die Erinnerung an die schönen (!) Pioniertage der high fidelity und das Gedenken an einen ihrer wohl bedeutensten Protagonisten!
Ich glaube, wir haben Karl Breh viel zu verdanken!
R.I.P.
"Früher war mehr Lametta!"
