Kurbelinduktor
#1
Hallo zusammen.

weil es hier Fachleute für viele Dinge gibt, meine Frage,
habe eine Holzkiste geerbt, weiß jemand den Hersteller und aus welcher Zeit das stammen könnte?

[attachment=74127][attachment=74129]

Gruß
Peter
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#2
Peter,
schönes historisches Teil noch mit Kupferoxidulgleichrichter für das Messwerk.
Könnte ein Vor-oder Nachkriegsmodell sein, vielleicht gibt der Kondensator unter der Schelle Auskunft über das Baujahr?
Kann man noch gut zur Isolationsprüfung von Wicklungen von Motoren und Trafos verwenden.

Bernd
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#3
Hallo Bernd,

mir gefällt das Teil auch, leider hat meine Suche noch kein Ergebnis gebracht, ich vermute es könnte ein altes Siemens & Halske Gerät sein.
Hab das Teil schon mal repariert, Kontakte gereinigt und an einem Taster die defekte Isolation erneuert. Jetzt kurbelt er wieder bis 1000V und zeigt relativ genaue Widerstandswerte an. Werde die Schelle am Kondensator mal abschrauben, allerdings ist die schwarze Masse relativ weich, sodass ich das zunächst mal gelassen habe. Den könnte man auch zur Not ersetzen, ist dann aber nicht mehr ganz "historisch".
Ich vermute auch, dass es sich um ein sehr altes Teil handelt, vor WK2 vermutlich.

Gruß
Peter
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#4
Hallo Peter,

ich habe bei kleinanzeigen exakt das gleiche Gerät gefunden. Doch der Verkäufer schreibt leider auch nichts vom Hersteller.
Vielleicht magst Du ihn mal direkt fragen?
Hier der Link:
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/k...6-168-1207

Oder vielleicht kannst Du hier kompetente Auskunft bekommen:
https://www.alte-messgeraete.de/%C3%BCber-mich/

Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
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#5
Nabend Chris,

vielen Dank für deine Recherchen, den in KA hatte ich auch gesehen,
auf eine Antwort von alte-messgeraete warte ich noch, dort sehe ich ne gute Chance.

Gruß
Peter
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#6
Guten Abend,

das Teil sieht sehr altertümlich aus, wird es warscheinlich aber nicht sein.
Vor dem 2. WK wurden Kondensatoren noch in cm statt in Farad angegeben.

PVC-Isolierungen waren vor den 50er Jahren noch nicht wirklich verbreitet.
Der verbaute Kondensator sieht auch nach frühe 50er Jahre aus.


Gruß Micha
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#7
Moin Micha,

deine Argumente sind überzeugend, der alte Kupferoxydul-Gleichrichte könnte es aus Mangel an Teilen gewesen sein, Wiki schreibt dazu,
" Bis in die 1950er Jahre wurden sie noch in Messgleichrichtern verwendet".
Wie auch immer, 70 Jahre ist ja auch schon etwas historisch.

Gruß
Peter
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#8
Jetzt bin ich  etwas verwirrt,

historische Messgeräte schreibt,

„Der Hersteller ist die Fa. Metrawatt aus Nürnberg und das Fertigungsjahr ist ca. 1925 bis 1935“.

Wegen dem alten Messwerk bin ich auch geneigt das anzunehmen, wer hätte in den 50zigern solch alte Messwerke verwendet? Die sahen zu der Zeit doch meist anders aus. 

Aus dem Dilemma mit deinen Argumenten käme man raus wenn man annimmt, das Gerät wurde schon mal repariert.

Gruß
Peter
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#9
Hallo Peter,

leider sind die Texte des Radioforums für Radios gedacht, bereits bei dim Hochladen von Informationen zu Tonbandgeräten hat man Schwierigkeiten, aber vielleicht findest Du dort doch ein paar Infos:

https://www.radiomuseum.org/r/metrawatt_...eraet.html

Viele Grüße

Frank
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#10
Auch ein Isolationstester im Holzkasten, nicht ganz so alt und von der Fa. Gossen

   

MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#11
(31.08.2024, 11:40)Frank Stegmeier schrieb: Hallo Peter,

leider sind die Texte des Radioforums für Radios gedacht, bereits bei dim Hochladen von Informationen zu Tonbandgeräten hat man Schwierigkeiten, aber vielleicht findest Du dort doch ein paar Infos:

https://www.radiomuseum.org/r/metrawatt_...eraet.html

Viele Grüße

Frank

Hallo Frank,

da ist tatsächlich ein fast baugleiches Gerät abgebildet, nennt sich "Isolationsmessgerät ImV 500 (JmV 500)".

Das Messwerk ist gleich, sodaß mir auch das Baujahr 1935 plausibel erscheint.

Hab mal die Dokumentation angefordert, das steht auch was von einem JmV 1000, was zu meinem Gerät passen könnte, weil es einen 1000V DC Eingang hat.

Gruß
Peter
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#12
Servus zusammen,

in den Dokumenten des Radiomuseuems (ich bin da Mitglied) steht auf der letzten Seite ganz unten "3500. 6.47".
6.47 könnte das Druckdatum der Anleitung sein also Juni 1947, also kurz nach dem Krieg. Da war noch Mangelwirtschaft.

Das könnte die Kombination aus relativ älteren Bauteilen mit recht neuen Bauteilen erklären.
Evtl. findet sich auf dem Kondensator noch ein genaues Herstellungsdatum.

Ich habe auch noch einige Bücher zur Elektroinstallation aus den 30er - 50er Jahren da, bei Gelegenheit schaue ich dort mal nach.
Hundert Prozent sicher bin ich mir auch nicht. Kondensator und PVC Isolierung wirkt nach 50er Jahre, der Rest deutlich älter.

Gruß Micha
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#13
(31.08.2024, 12:40)pkm schrieb: Hab mal die Dokumentation angefordert, das steht auch was von einem JmV 1000, was zu meinem Gerät passen könnte, weil es einen 1000V DC Eingang hat.

Meintest Du vielleicht einen "1000V DC Ausgang" ?
Ich meine in das Ding geht doch nichts rein, sondern es kommt doch nur was heraus.

Es kann gut sein, daß es bei diesen Geräten eine 500V- und eine 1000V-Version gab.

Ich habe mir das Foto von den Innereien noch mal genau angesehen:
Jede Schraube ist mit einem grauen Sicherungslack versehen.
Auch die Schrauben von den Halterungen des Kondensators, der mit Kunststoff isolierten Widerstände
und der kunststoffisolierten Verdrahtung.

Möglichkeit 1:
Es wäre ja gut denkbar, daß es in der Nachkriegszeit teils aus alten noch vorhandenen Beständen
(Meßwerk, Holzgehäuse, Generator + Mechanik und das runde Metallteil, wo die Kurbel reingesteckt wird)
und der Rest der Innereien aus damals aktueller Pruduktion gefertigt wurde.

Möglichkeit 2:
Es hat eine grundlegende und sehr professionelle Reparatur stattgefunden, bei der komplett
alles neu verdrahtet wurde und auch neue Widerstände und neues Isolationsmaterial und ein neuer Kondensator eingesetzt wurden. 
Dann wurde das Gerät natürlich geprüft und kalibriert und danach wurden alle Schrauben mit Lack versiegelt.
Es handelt sich ja schließlich um ein sicherheitsrelevantes Meßgerät.
Die Drähte und die Isolierschläuche sehen schon arg "neu" aus.
Solche Meßgeräte waren damals auch schon sehr teuer, so eine Generalreparatur hätte sich da bestimmt gelohnt.
Ich bin geneigt, diese Theorie zu favorisieren.

Sowohl der Kondensator als auch - soweit erkennbar - die braun lackierten Widerstäne in den gelben Isolierschläuchen
deuten auf die 60er Jahre hin. Genaueres ist sicher nur zu erfahren, wenn man den Kondendsator und/oder einen der Widerstände mal freilegt.
Ebenso die beiden Abgleichwiderstände, die wie  Spulen aussehen (weiße Kunststoff-Spulenkörper), sind eher nicht "historisch".

Die Schaltkontakte und wohl auch das Poti sind sehr wahrscheinlich Vorkriegsware.

Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
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Menno van der Veen
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#14
Kleine Ergänzung: Das Gerät kann auch als Voltmeter eingesetzt werden.
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#15
(01.09.2024, 01:03)Micha94 schrieb: Kleine Ergänzung: Das Gerät kann auch als Voltmeter eingesetzt werden.


Genauso ist es, es hat einen 1000V DC und einen 500V DC Eingang, wozu man diese damals brauchte weiß ich auch noch nicht.

Es funktioniert jedenfalls. Weil ich nie einen Kurbelinduktor hatte, hatte ich mir vor Jahren mal einen "hochprofessionellen" selbstgebaut.

 [attachment=74160]

Bekanntlich sind ja Isolationsprüfungen mit simplen, oder auch teuren Ohm-Metern Unsinn.

Das Gerät liefert etwa 550V DC, sobald das Glimmlämpchen flackert, ist der Widerstand kleiner 5MOhm und man könnte sagen da stimmt was nicht, bei 1MOhm flackert es stark.

Heute muss man solche Dinge ja mit einem mehreren Tausen EUR teuren Fluke machen, wenn man anerkannt werden will, oder zugelassen prüfen muss.

Gruß
Peter
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#16
Ich vermute mal, dass ich nicht der Einzigste bin der so ein Teil hat, auch wenn die rar sein sollten.

Also, wer hat einen baugleichen im Keller und kann mal ein Bild vom Innenleben liefern?
Das könnte die Sache aufkären.

Gruß
Peter
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#17
Also ist das Gerät sowohl ein Isolationsmeßgerät (Kurbelinduktor) oder ein Voltmeter für 500 oder 1000V.
Daher die doppelte Skala für Isolationswiderstand und für Spannung.
Ich kenne Kurbelinduktoren noch aus den 80er Jahren meiner früheren DDR-Zeit.
Da wurden die als Isolationsmeßgerät eingesetzt. Eine zusätzliche Voltmeter-Funktion hatten die aber nicht.

Ich habe jetzt mal bei dem Menschen in KA angefragt, ob er noch ein, zwei Fotos vom Innenleben mit einstellt.
Mal schaun, ob er das macht.

Schönen Gruß
Chris
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Menno van der Veen
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#18
Hallo Chris,

mach dir bitte nicht soviel Arbeit, wenn der aus KA das macht, wäre das natürlich super.

Ich weiß auch nicht, welche Erfordernisse es damals gab damit Gleichspannungen messen zu können, wo gab es denn so hohe Gleichspannungen, doch sicher nur bei der Bahn, Industrie, oder was weiß ich.

Gruß
Peter
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#19
Hallo Peter,

der Verkäufer des baugleichen Kurbelinduktors bei KA hat mir folgendes geantwortet:
Zitat:
Hallo, den Kurbelinduktor möchte ich nicht aufschrauben, da ich nicht unbedingt etwas kaputt machen möchte. Ein Messgerät was man kauft schraubt man auch nicht vorher auf. MfG
Zitatende

Schade.

Schönen Gruß
Chris
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Menno van der Veen
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#20
Hallo Chris,

danke für deinen Einsatz, was anderes hab ich aber auch nicht erwartet.
Das ist ja auch noch mit viel Arbeit verbunden und bei dem Preis den er haben will absolut verständlich.

Gruß
Peter
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