ich habe ein Uher Report 4400 IC. Abspielen meiner alten Bänder geht, aufnehmen kann ich leider nicht. Folgende Fakten:
Wird das Gerät auf Aufnahme geschaltet, werden beide Kanäle angenommen und sind aussteuerbar. Die Mithörkontrolle geht ebenfalls.
Leider findet keine Aufnahme und kein Löschen des Bandes statt. Daher die Annahme der HF Generator ist defekt.
Es gibt den HF Generator indem ein AC153 (T15) verbaut ist. Dieser wird, wenn das Gerät auf Aufnahme (Stereo) geschaltet wird sehr heiß. Den AC 153 habe ich schon mal ausgetauscht, der alte war zwischen Kollektor und Emitter durch. Der Neue wird nun sehr heiß, weshalb ich das Gerät auch gleich wieder abschalte.
Die Kondensatore C6 (0,1 uF) und C2 2000pf habe ich gestestet. Diese sind ok.
Kann mit jemand Tipps geben wie ich mit der Fehlersuche weiter vorankommen kann?
Mit welcher Frequenz muss der HF Generator schwingen?
31.07.2024, 18:10 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2024, 18:12 von Magictape.)
Hallo Jürgen,
ich hoffe, Du hast einen kompletten Schaltplan vom UHER 4400 Report Stereo IC.
Die Ursachen für die nicht funktionierende Aufnahme, insbesondere den nicht funktionierenden Oszillator können vielfältig sein.
Ich das Gerät schon mal grundsätzlich überholt worden?
Zunächst mal zum Oszillator:
Wenn der Transistor heiß wird, liegt die Vermutung nahe, daß er überhaupt nicht schwingt.
Von Ferne ist das alles natürlich schwierig zu diagnostizieren.
Nur paar grundsätzliche Dinge:
Im Stereo-Betrieb sind beide Löschköpfe in Reihe geschaltet.
Die Dummy-Spule L701 ist nur im Mono-Betrieb, wenn nur ein Kanal benutzt wird, immer zum aktiven Löschkopf in Reihe geschaltet und ersetzt so im elektrischen Sinne den zweiten Löschkopf.
Hast Du mal im Mono-Betrieb die Aufnahme getestet? Funktionieren die beiden Kanäle einzeln oder ist da auch schon einer faul?
Auf jeden Fall sollten die Schiebeschalter überprüft werden, ob im Aufnahme-Modus die entsprechenden Kontakte sicher durchschalten.
Der Kontaktwiderstand sollte so klein wie möglich sein, auf jeden Fall kleiner 1 Ohm. Speziell die Kontakte, die die Löschköpfe schalten, wären hier wichtig.
Wenn an der Ausgangswicklung der Oszillatorspule keine Last dran hängt, kann das z.B. den von Dir geschilderten Effekt haben. Da beide Löschköpfe in Reihe geschaltet sind, genügt es, wenn ein Kontakt nicht korrekt geschlossen ist.
Es könnte genau so gut ein Kurzschluß an einem der Löschköpfe vorliegen, was jedoch eher unwahrscheinlich ist.
Hast Du mal den ohmschen Widerstand und die Induktivität jedes einzelnen Löschkopfs gemessen?
Was auch noch ein Risiko sein könnte, sind die Elkos C37 (links) und C38 (rechts) mit jeweils 22µF/16V. Diese auf jeden Fall mal prüfen oder am besten gleich erneuern.
Über die Oszillatorfrequenz schweigt sich UHER in all meinen Unterlagen gänzlich aus, sowohl in den Technischen Datenblättern zum Gerät alls auch im Schaltplan als auch in der Serviceanleitung ist dazu irgend etwas zu finden. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, hatte ich da mal etwas zwischen 60 und 65kHz gemessen. Vom Bauchgefühl her sollten diese Frequenzwerte o.k. sein.
Ich wünsche Dir viel Erfolg.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Ich habe nun mal für mich gespeichert, dass da was schwingen müßte um die 60-70 kHz herum - also ca. 16 us Periodendauer. Das werde ich mit meinem Oszi mal suchen.
Um die Fragen von Chris zu beantworten:
Einen Schaltplan habe ich (als pdf datei..., was manchmal ein bisschen lästig ist). Einen Originalschaltplan vom 4200 und 4400 (ohne IC) habe ich auch. Wobei die Aufnahme- und Wiedergabeverstärker ziemlich ähnlich zu sein scheinen. Das IC bezieht sich wohl nur auf die Endstufe...
Das Gerät habe ich auf Ebay ersteigert, wollte schon immer ein Uher Report 4400 IC haben. Ich nehme an das Gerät ist noch nie grundsätzliche überholt worden. Es ist da auch ein andersfarbener Geräteboden (der Blechdeckel halt...) angebracht (vermutlich von einem Report 4400) und der Tragebügel fehlt.
Das Gerät spielt schon mal meine alten 4 Spur Bänder ab (auch Stereo) - was mich besonders freut, denn diese Bänder wurden noch von Platten aufgenommen und mit viel Liebe unter Echtzeitbedingungen zusammengestellt. Ihr merkt, da steckt Nostalgie dahinter...
Also, ich werde nachsehen ob da überhaupt was schwingt. Einen guten alten Hameg Oszi habe ich ;-).
Die Schiebschalter werde ich auch prüfen. So wie es aussieht sind diese mal mit Kontaktspray gebadet worden .
Induktivität der Löschköpfe werde ich messen.
Die Elkos 37 und 38 werde ich prüfen.
Das wird jetzt ein bisschen Zeit brauchen, da ich auch noch anderes Tagesgeschäft habe. Ich will das aber dranbleiben und das meistern.
Ich melde mich auf alle fälle dann wieder. Seid alle herzlich gegrüßt!
02.08.2024, 17:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.08.2024, 17:39 von Magictape.)
Hallo zusammen,
zuerst mal von meiner Seite besten Dank an Holger und Peter für die von mir vermißten Löschgenerator-Daten.
@ Stefan (Vollspurlöschkopf)
Den Gedanken, die Spannungen am betreffenden Transistor zu messen, hatte ich auch als Erstes.
Allerdings erwähnte Jürgen bereits, daß der Transistor schon kaputt war und erst mal ausgetauscht werden mußte.
Der neue Transistor wird auch gleich wieder heiß, weshalb Jürgens Bedenken berechtigt sind, daß der auch wieder abraucht.
Deshalb würde ich die Fehlersuche erst mal nur im stromlosen Zustand vornehmen.
Drum wäre meine Frage gleich mal noch an Jürgen: Ist denn der neu eingebaute Transistor noch o.k.?
Wenn der auch gleich wieder heiß geworden ist, wäre nicht auszuschließen, daß der seinem Vorgänger bereits "gefolgt" ist.
Bei den "alten Germanen" geht das schneller als man schauen kann.
Wenn die Schieber vom Vorbessitzer in Kontaktspray "gebadet" wurden, war das u.U. auch nicht die beste Idee.
All diese "Wundermittelchen" sind eher mit Vorsicht zu genießen.
Wenn das Gerät bisher noch keiner größeren Überholung unterzogen wurde, dann steht eh noch einiges an:
Ein Tröpfchen Sinterlageröl an jedes Sinterlager, neue Riemen (aber bitte die richtigen, keine Rundriemen) usw,
aber der Reihe nach. Erst mal sollte die Aufnahme prinzipiell wieder funktionieren.
Schönen Gruß
Chris
1. Können wir hören, was wir messen?
2. Können wir messen, was wir hören?
Menno van der Veen
ich hatte ja bereits angedeutet, es kann ein bisschen dauern...
Heute habe ich mich - auch aufgrund des heißen Wetters - in meinen Bastellkeller verzogen.
Chris hatte geschrieben, dass ich die Schiebeschalter kontrollieren soll - eben die Teile, die da - vermutlich in MD40 oder ähnlichem "gebadet wurden. Das habe ich getan und naja die Übergangswiderstände sind eine Sache (die sind noch akzeptabel), eine andere ist, dass die Mechanik der Schiebeschalter verstellt wurde - das nehme ich an, weil die Sicherrungsfarbe an den Schrauben fehlt. Letztendlich war es so, dass die Schalterstellung richtig war im Wiedergabemodus, im Aufnahmemodus Aufnahme aber nicht. Ich habe dann mal die Federn ausgehängt - so dass man den Schalter von Hand in die richtige Position bringen kann. Dann habe ich an Schiebschalterpunkt 53 gemessen ob den die 5,3 V da ankommen. Die kommen an.
Also Umschalten und den Aufnahmemodus.
Im Aufnahmemodus habe ich die Spannungen gemessen (Vorschlag von Stefan). Die Spannungen am T15 an (Kollektor etwa 5,2 V und an der Basis knapp über 3 V) und... der Oszilator schwingt mit ca. 65 kHz. Transistor wurde warm - daher ein Kühlkörperchen eingebaut wie Peter in dem Bild zeigt. Das tut jetzt. Aufnahme geht auch - zumindest Mono auf Spur 1-2 oder 3-4. Stereo ist vermutlich noch ein Problem.
Hauptpunkt ist aber - diese Schiebeschalter sind total "versaut". Die kann man auch nicht reinigen - zumindest ich kann das nicht. Die Schalter lassen sich über den Aufnahmepunkt hinaus verschieben und dann entstehen da Verbindungen die nicht vorgesehen sind und die den T15 richtig heiß werden lassen.
Daher hat mich mein Durchhaltewillen verlassen und ich habe das Gerät zur "Ersatzteilkiste" deklariert. Ich werde mir ein anderes Report 4400 IC suchen, besser gepflegt mit noch vollständiger Funktion und hoffentlich nicht so verpfuscht wie das meinige. Bei genauerem Hinsehen kann der Eindruck aufkommen, dass mein Gerät ein Flickwerk aus einer Anzahl anderer Geräte ist...
Ich danke Euch jedefalls herzlich für Eure Hilfe ... und falls jemand ein gutes Report 4400 IC abgeben möchte... Ihr wißt wie ich kontaktiert werden kann.
Allerbeste Grüße, habt stets genügend Band auf der linken Spule!