Moin,
ich habe gerade ein Z124 A1 zum Leben erweckt - es brauchte einen neuen Ladeelko. Es funktioniert jetzt wieder und die Ausgangsspannung ließ sich einstellen.
Nun meine Frage: Wie kann ich prüfen, ob das Netzteil beim Laden eines Bleiakkus vom „normalen“ Laden zur Erhaltungsladung übergeht?
05.07.2024, 07:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.2024, 08:02 von JUM.)
Ich denke Du solltest die Spannung messen.
Das Telefunken 'Netz- und Ladegerät automatic' bspw. lädt den 6V-Akku zunächst mit bis zu 7.5V.
Je voller der Akku dann wird, desto geringer wird der Ladestrom.
Wenn der ca. 30 mA unterschreitet, schaltet das Ladegerät runter auf max. 6.8V.
Das ist dann der Zustand 'Erhaltungsladung'.
Ich glaube aber das Uher Z124 bzw. Z124A1 hat solch eine Funktion (Erhaltungsladung) gar nicht.
Ich kenne das Z124 nicht, aber das Z131, das ist für die UHER-CR Geräte, ist lediglich ein Trafo mit Gleichrichter und Kondensator zur Siebung verbaut. (siehe Bild)
Also nix intelligente Elektronik.
@Havox: Was mich allerdings irritiert, du schreibst "Es funktioniert jetzt wieder und die Ausgangsspannung ließ sich einstellen"
Heißt das, dass in dem Netzteil ein Trimmer sitzt zur Spannungseinstellung?
Wenn ja, dann wäre ja doch ein bißchen aktive Elektronik verbaut.
Gibts irgendwo einen Schaltplan für das Ding?
Hier mal die Schaltung vom Z131 (CR 124).
Die Spannungsregulierung sitzt dort im Cassettendeck und nicht im externen Netzteil.
Vielen Dank für die Antworten, Spannung messen ist natürlich immer einfacher.
In der BDA ist ja explizit im Zusammenhang mit dem Z124 A1 von der Frischhalteschaltung die Rede. Und es gibt ja auch drei Leitungen zwischen Report und Netzgerät. Für irgendwas muss die dritte Leitung ja gut sein…
05.07.2024, 08:20 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.2024, 08:28 von havox.)
(05.07.2024, 08:14)janbunke schrieb: Ich kenne das Z124 nicht, aber das Z131, das ist für die UHER-CR Geräte, ist lediglich ein Trafo mit Gleichrichter und Kondensator zur Siebung verbaut. (siehe Bild)
Also nix intelligente Elektronik.
@Havox: Was mich allerdings irritiert, du schreibst "Es funktioniert jetzt wieder und die Ausgangsspannung ließ sich einstellen"
Heißt das, dass in dem Netzteil ein Trimmer sitzt zur Spannungseinstellung?
Wenn ja, dann wäre ja doch ein bißchen aktive Elektronik verbaut.
Gibts irgendwo einen Schaltplan für das Ding?
Hier mal die Schaltung vom Z131 (CR 124).
Die Spannungsregulierung sitzt dort im Cassettendeck und nicht im externen Netzteil.
Den Trimmer habe ich dank dieses Forums entdeckt und dann gleich ausprobiert. Ja, da ist ein bisschen Elektronik drin, inkl. einem fetten Transistor. Gegenüber dem „Nicht-A1“ wurde leider das Ladekontroll-Lömpchen eingespart.
Ich forsche mal nach einem Schaltplan.
Ja, gibt es hier. Da steckt schon einige Elektronik drin. Ich fordere den mal an, auf der Seite ist due Auflösung mäßig.
05.07.2024, 08:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.2024, 08:32 von JUM.)
Ich denke, dass es doch eine Umschaltung 'Ladung-Erhaltungsladung' gibt.
Im Z124 scheint es der AC127 unten links zu sein, im Z124A1 der BC108 oben links.
VG Jürgen
05.07.2024, 08:34 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.07.2024, 08:39 von havox.)
Prima, danke für das Schaltbild!
Also dann ist 3=Minus, 2=Plus und 1 wohl dann die gesuchte Steuerleitung. Für das Laden des Bleiakkus sind nur diese 3 im Kabel beschaltet.
Also bei meinem Z124 (ohne A) kann ich was Erhellendes messen: Wenn geladen wird, liegen zwischen den Anschlüssen 2 und 3 der Buchse +7,5 V an und zwischen 1 und 3 +0,7V. Die Spannung zwischen 1 und 3 fällt gegen Ladeschluss bis auf 0 bzw. -0,1x V ab und die Ladespannung fällt auf +6,5V.
Beim reparierten Z124 A1 ändern sich die Spannungen allerdings nicht dementsprechend. Das Umschalten auf die Erhaltungsladung scheint dort nicht zu funktionieren…
24.07.2024, 15:38 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.07.2024, 15:39 von havox.)
Ich habe jetzt bei mehreren A1 mal den Ladestrom verfolgt, der geht bei voll geladenem Akku zurück.
Alles in Allem ist die Steuerung beim Z124 A1 anders als beim Z124. Bei letzterem zeigt die dritte Leitung wohl die Differenz von Ladespannung und Spannung des Akkus, die bei voll geladenem Akku gegen 0 geht und damit die Ladekontrolllampe zum Erlöschen bringt.
Beim Z124 A1 scheint mir die dritte Leitung lediglich die Akkuspannung anzuzeigen, und hier gibt es ja auch kein Ladekontrolllämpchen. Hier ändert sich bei vollem Akku lediglich der Ladestrom zu einem niedrigeren Wert. Meine Spannungsmessungen von oben deuten damit nicht auf einen Defekt hin.
Wer hier weiß, wie es funktioniert und nicht nur, wie ich, vermutet, wie es gehen könnte, möge sein Wissen bitte weitergeben
(24.07.2024, 15:38)havox schrieb: Ich habe jetzt bei mehreren A1 mal den Ladestrom verfolgt, der geht bei voll geladenem Akku zurück.
...
Sinnvollerweise wird eine Bleiakku-Zelle mit Konstantstrom bis max. 2.5V / Zelle geladen.
Bei nahezu Vollladung sollte die Spannung dann deutlich runter gehen auf ca. 2.27V / Zelle.
Sonst würde der Bleiakku 'kaputt geladen', evtl. 'kochen'.
VG Jürgen
(05.07.2024, 17:23)havox schrieb: Also bei meinem Z124 (ohne A) kann ich was Erhellendes messen: Wenn geladen wird, liegen zwischen den Anschlüssen 2 und 3 der Buchse +7,5 V an und zwischen 1 und 3 +0,7V. Die Spannung zwischen 1 und 3 fällt gegen Ladeschluss bis auf 0 bzw. -0,1x V ab und die Ladespannung fällt auf +6,5V.
Beim reparierten Z124 A1 ändern sich die Spannungen allerdings nicht dementsprechend. Das Umschalten auf die Erhaltungsladung scheint dort nicht zu funktionieren…
Ich vermute mal - laienhaft - das A1 funktioniert so.
Der Strom fließt ja 'andersrum' weil + an Masse.
Er erzeugt an dem dyn. Widerstand aus D3 und R2 einen Spannungsabfall.
Je höher der Strom, desto höher dieser Spannungsabfall.
T1 ist ein npn-Transistor. Der schaltet durch (C-E), wenn die Spannung zwischen B und E größer ist als ~0.7V.
Im Leerlauf (Strom = 0) ist der ausgeschaltet.
Die Leerlaufspannung sollte um ~6.7V liegen.
Wenn jetzt ein Akku geladen wird, fließt Strom, es entsteht ein Spannungsabfall, der Transistor schaltet und hebt die Ausgangsspannung auf ~7.5V.
Wenn nun der Strom durch das Laden immer geringer wird, reicht der Spannungsabfall irgendwann nicht mehr aus, den Transistor zu schalten, die Ausgangsspannung fällt zurück auf ~6.7V (Erhaltungsladung).
Vielleicht ist T1 kaputt und jemand hat die Leerlaufausgangsspannung hochgedreht?
Auf jeden Fall solltest Du keinen Akku laden, wenn die Leerlaufspannung >6.7V ist.
Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen! Ich werde mir dann nochmal die Ladespannungen des reparierten A1 im Vergleich zum originalen A1 anschauen; bei vollem und bei (teil)entladenem Akku.
Ich glaube, man muss zur Beurteilung auch die Seite im Gerät betrachten, nämlich die Spannungsregelung:
Wobei die Frage ist, ob der Akku nun über die zwischen den Pins 5 und 3 oder über 6 und 3 geladen wird. Das entspricht den Spannungen an der Netzteilseite zwischen 1 und 2 bzw. 3 und 2. Da sind ja unterschiedliche Spannungen zu messen.