Dolby Decoder und W&F Meter/Oszi Als Software
#1
Hallo, 

durch Zufall habe ich grad 2 hervorragende Tools gefunden, die es für 18 bzw. 30 Euro für Windows und MacOS gibt.

Das eine ist ein Echtzeit Dolby Decoder in dem man alle wichtigen Parameter entweder von live eingespieltem Material oder bereits digitalisierten Cassettenaufnahmen einstellen kann. So ist es möglich z.B. auch gealterte dolbyisierte Chromdioxid Cassetten wieder korrekt abspielen zu können. Das geht sowohl mit Dolby B als auch C und der Decoder lässt sich auch als Encoder verwenden. Das Ganze gibt es auch für dbx/dbx II und dbx Disc. Wenn jetzt der Azimut noch angezeigt und automatisch korrigiert werden könnte, dann wärs perfekt, aber dafür gibts das kleine Tool Phase Correct als VST Plugin z.B. für Audacity, wendet man das nach dem Digitalisieren schon dort an und speichert die Datei dann so, braucht man sich nur noch um die Dolby Parameter kümmern...

http://www.anaxwaves.com/DDiCodec/

Das zweite ist der virtuelle Nachbau eines NAK T 100 Messgerätes. Wow, ich bin begeistert!

http://www.anaxwaves.com/NAKT100/

LG Tobi
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#2
Die NAK T100 Software nutze ich schon länger. Sei es beim Einmessen, Speed Justage und Wow & Flutter oder dem Klirrfaktor.

Hier mal ein Frequenzmessdiagramm mit NAK T 100 erstellt.

   


Ich kann die Software wirklich empfehlen.
Gruß André
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#3
Hallo Tobi,

danke, sehr interessant, ersteren "DDiCodec" kannte ich noch nicht.
Sogar mit Playtrim und "EQ-Converter".

Ich frage mich nur, wie die das mit dem richtigen Pegel-Arbeitspunkt, sprich: Dolby Reference-Level (400 Hz 200 nWb/m Ansi) hinbekommen, welcher ja bei einer Wiedergabe von einem Tapedeck (ohne eingeschaltetem Dolby) zu einer Soundkarte nicht definiert ist (im Gegensatz zu einem korrekt eingemessenen Recorder).
Wenn ein Referenzton auf dem Band ist, ok, aber wenn, wie üblich, nicht, dann halt "subjective Trial-and-error"?

"Reference Vernier: the primary tool for calibrating Dolby Reference Level in a progressive and interactive manner. It supports either objective calibration (with Dolby Tone) or subjective estimation (trial-and-error without Dolby Tone)."

Schöne Grüße
Frank
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#4
Also der externe Encoder macht ja nur Sinn, wenn das Gerät mit dem man aufnimmt kein Dolby hat oder man die Cassette von außen nicht einmessen kann. Wo es evtl sinnvoll wäre, wäre bei alten Echtchrom Cassetten, die mit der Einmesshilfe nicht mehr komplett Kalibriert werden können oder eben auch bei Decks ohne Level/Bias Regler.

Ich vermute mal man muss den Messton dann so aussteuern, dass er Hinterband die Dolby Marke der Pegelanzeige des Tapedecks trifft, oder?
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#5
Die Software hat bestimmt eine AGC (Automatic Gain Control) und wird den Pegel softwareseitig anpassen. Das ist kein Hexenwerk mehr.
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#6
Das würde aber trotzdem beim Encoden nicht funktionieren, wenn der Pegel auf der Cassette hinterher nicht passt. Wenn du ein Tapedeck ohne Einmessung hast, muss der Dolbypegel Hinterband die Dolby Marke treffen, sonst ist beim Abspielen keine korrekte Decodierung möglich. Das hat nichts mit dem Pegel vor dem Dolby Schaltkreis zu tun. Den kann man dann so einstellen, dass er auf der Cassette keine Verzerrungen erzeugt, indem man das was man rein gibt (z.B. Spotify) an dessen Regler justiert. Bei 2 Kopf Decks muss man dann eben so lange zurück spulen und abspielen, bis es passt. Am Rec Level Regler des Tapedecks darf man dann aber nach der „Dolby Justage“ nicht mehr drehen.

LG Tobi
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#7
Ich könnte mir vorstellen, daß die SW den Pegel softwaremäßig so verstellt, daß sich nach Dekodierung ein möglichst glatter Frequenzgang ergibt.
Dazu könnte sie im Hintergrund eine FFT mitlaufen lassen um den passenden Punkt zu finden.
Zumindest könnte man so ja auch im echten Leben nachträglich eine dolbysierte Aufnahme wieder "gerade biegen".
D.h. den Referenzpegel des Dolby bei der Wiedergabe so hinzudrehen, daß er zu einem bspw falschen Pegel während der Aufnahme wieder paßt.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#8
Es ging ja darum, dass die Software auch dolbysieren kann. Also beispielsweise eine Spotify Playlist die man abspielt mit Dolby B oder C Kodierung ausgibt, die man dann so auf Cassette aufnehmen kann, was ja aber nur geht, wenn das Band korrekt eingemessen ist. Dafür müsste man dann am Deck selbst Dolby aus und erst bei späterer Wiedergabe der Cassette wieder einschalten.

Andersrum ist es ja klar. Wenn man digitalisierte Aufnahmen abspielt, kann man Referenzpegel und Höhenkurve so einstellen, dass auch bei gealterten oder bei der Aufnahme falsch eingemessenen Bändern das Verhältnis wieder stimmt, was bei einem Cassettendeck nicht geht. Außerdem kann man sich falsche Equilisation ausgleichen (120 µS auf 70 oder andersrum), falls bei der Aufnahme die Bandwahltaste falsch gedrückt war usw…
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#9
Ah, jetzt Idea
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#10
Salve,

ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt:

Es ging mir um das (m.E. zweckmäßigste) Szenario, eine mit Dolby B oder C bespielte Cassette, welche bei Wiedergabe auf dem Deck mit eingeschaltetem Dolby (wegen Azimut oder falschem Dolby-Arbeitspunkt oder Bandalterung) muffig und / oder pumpend klingt , auf dem Deck mit ausgeschaltetem Dolby wiederzugeben und mit der Software DDi-Codec zu bearbeiten bzw. zu decodieren.

Mir ist es ein Rätsel, wie eine AGC den Dolby-Arbeitspunkt einer solchen, mit Dolby bespielten Musik-Cassette ermitteln könnte...
Pumperkennung? Klirr-Erkennung? Höhenabsenkungs-Erkennung wäre ja noch relativ einfach...

Schöne Grüße
Frank
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#11
Man könnte mittels der Messtöne eine Cassette auf dem Deck nach Dolby Markierung aufnehmen, diese dann abspielen und danach die Software einpegeln. Macht aber wenig Sinn, denn im Endeffekt musst du das eh nach Gehör machen, denn die Cassette ist ja schlecht gealtert oder falsch aufgenommen und würde mit emuliertem Dolby bei Einhaltung der Parameter genau so Scheiße klingen, wie mit dem internen Decoder des Tapedecks. Deshalb gilt da trial and error nach Gehör. Zumindest klappt es bei mir so am Besten.
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#12
Si.
Dann wäre es vielleicht einen Versuch wert...die meisten haben wohl die ein oder andere relevante Alt-Aufnahme, welche nicht mehr soo taufrisch klingt...
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#13
Moin,
@DOSORDIE, vielen Dank für die Links

VG von der Nordseeküste
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#14
Ich wollte die NAK-T 100 Software schon lange mal ausprobieren, allerdings scheint es wohl zwingend erforderlich zu sein, einen Microsoft Account zu haben.
Oder habe ich da was übersehen und es geht auch ohne?
Eine solide Planung ist die Grundvoraussetzung einer gelungenen Improvisation
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#15
Ich habe das NAK-T 100 Programm als Windows App über den Microsoft Store erworben und dann brauchst Du einen Microsoft Account. Es kostet auch etwas, und nicht zu knapp.
Und das gleiche dann noch mal für den Mac über den iOS App Store.

Viele Grüße
Linus
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#16
Kann man diese im Store erworbene App dann nur auf dem Rechner benutzt werden, mit dem der Kauf stattgefunden hat ? Kann man mit so einer App auf einen neuen Rechner umziehen ?

MfG, Tobias
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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#17
Die Käufe bleiben im Store gespeichert, du kannst das auf allen Computern installieren die über deinen Account laufen, da gibts eigentlich keine Begrenzung. Logisch, dass man die Lizenz nur für das jeweilige Betriebssystem kauft, aber das war ja früher auch schon so. Hattest du ein Super Nintendo konntest du das Gleiche Spiel nicht auf dem SEGA Mega Drive spielen, hattest du einen AMIGA, ging die Software nicht auf dem Atari ST oder PC. Das finde ich aber nicht tragisch. Ausserdem hast du zumindest bei Apple ein 2 wöchiges Rückgaberecht und kannst bis dahin testen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Microsoft genau so oder ähnlich sein wird und für so eine Software, die normalerweise mehrere 100 Euro kostet finde ich 30 Euro echt fair, zumal du ja auch mit Updates versorgt wirst und das 10 Jahre und länger nutzen kannst.

Sowas kostet ja auch Mühe und Aufwand, vor Allem, wenn man es für mehrere Plattformen programmieren muss und das scheint ja nicht von nem großen Software Konzern zu sein.

LG Tobi
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