AKAI GX-636 rechter Kanal defekt
#1
Hallo zusammen,
meine AKAI macht mal wieder Stress.
Der rechte Kanal bleibt stumm, bei Wiedergabe als auch beim line iin für ca 30min.
Dann kommt er langsam und ist wieder voll da ohne Verzerrungen.
Schalte ich das Gerät aus und es kühlt ab geht es wieder von vorne los.
Ich gehe mal nicht davon aus dass es ein Transistor ist, die habe ich vor einiger Zeit gewechselt.
Ich tippe mal auf einen tauben Elko, aber wie kann ich den mit meinen bescheidenen Boardmitteln
(Kapazitätsprüfgerät und Multimeter) herausfinden?
C33 hatte ich beim Transistortausch mit erneuert. Wenn ich dort den Finger drauflege brummt es
links wie rechts. Ist der Kanal stumm, brummt es nicht also müßte der Fehler meines Erachtens hinter C33
zu suchen sein.

Gruß,

Christian
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#2
Kältespray ist dein Freund.
Hab ihn, merkwürdigerweise doch ein Transistor, er rauschte aber nicht. TR11.


Gruß,

Chris
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#3
ich würde auf einen der bekannten Transistoren tippen
Gruß Ulf

TF-Berlin
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#4
Zu früh gefreut, der Fehler ist wieder da. Die üblichen Verdächtigen Transistoren hatte ich bereits vor einiger Zeit getauscht.
Es rauscht auch nicht im rechten Kanal. Nach ca 10-15min fängt er an zu bruzeln, dann kommt verzerrter Ton, dann normalisiert
er sich und hält. Hab ihn gestern abend 3h ohne Probleme laufen lassen. Heute Morgen dann wieder nix.
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#5
..sind denn auch die Umschaltkontakte auf der Leiterplatte im Rahmen der Instandsetzung bereits zerlegt und gereinigt worden?

Thomas

PS: Ansonsten ließe sich das Signal doch auch gut verfolgen (z.B. mit einem Oszilloskope) um die Stelle des Defekts einzugrenzen.
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

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#6
Hi Thomas, gereinigt ja, zerlegt nein. Ich hab leider kein Oszi Kältespray ist jetzt auch alle, aber bestellt.
Ich konnte vorher vrowärts rückwärts wiedergeben/aufnehmen ohne Probleme. Das Gerät ist öfter in Betrieb.
2 Tage vor dem Fehler hatte ich noch eine Großspule bespielt.
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#7
C33, C37, C39 sind erneurt. Keine Besserung. Spannungen an TR 9,10, 11 sind OK.
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#8
Hmm, mit Zuhilfenahme von Kältespray reagiert C38. Auich wenn das Gerät warm gelaufen ist und funktioniert.
Der sitzt zwischen Source und Gate von TR11.
10nF 50V. Sieht aus wie ein schmaler Metalfilmkondensator.
Ich kann mir zwar nicht vorstellen dass das der Kandidat sein soll, ich bestell ihn aber mal.
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#9
Der neue Kondi ist seit 2 Tagen drin. Seitem keine Fehler mehr. Laut meinem einfachen Kapazitätsprüfgerät zeigt sich der
alte unauffällig.
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#10
Hallo

Ich mische mich mal hier ein, obwohl der Beitrag schon etwas her ist.
So wie es aussieht besteht bei meinem Gerät das gleiche Problem, es handelt sich aber um ein GX-215D.
Das Gerät wurde ,von mir vor ein paar Tagen erworben, es war in einem desolaten Zustand. Habe es soweit alles hin bekommen,
incl. Tausch der "Knallfrösche". Danach war auch alles gut, außer der rechte Kanal. Habe dann aber nicht bemerkt dass mit steigender Temperatur
der rechte Kanal wieder lief, dachte halt es lag an meiner "Revision" :-)
Bis ich dann heute wieder feststellte, dass der rechte Kanal wieder streikt.
Dank dieses Forumbeitrages läuft das Band jetzt über eine halbe Stunde und es wurde merklich besser bis sehr gut.

Weiß vielleicht jemand hier wo sich der dafür verantwortliche Kondi im GX-215D befindet?

Würde ihn auch gerne tauschen zwecks guter Laune beim Einschalten des kalten Akai´s.

MfG
Schacken (Uwe)
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#11
Hallo Uwe,
die Akai 636 hat einen vollkommen anderen Schaltungsaufbau, der mit dem des 215 wenig gemeinsam hat.
Das Problem bei dir liegt idR an Kontaktproblemen , die von den Potis, Schaltbuchsen und dem A/W Umschalter ausgehen, hier ist eine gezielte Sprühreinigung mittels Teslanol "Oszillin" oder Tuner Spray sehr oft hilfreich.
M.f.G.
justus



 Onkyo TX8050; TA2760; Philips N4520;  2x Grundig TS1000; TK19;24;27 ; 2x Pioneer RL1011L; Telefunken M3000;  M3002L;  Uher 4000 Report L; Report 4400; Report Monitor 4200;  Tesla B41; Mikro Seiki DQ44; Heco Victa 601 

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#12
Hallo Justus

Aber hätte es denn auch mit der Temperatur zu tun?

MfG
Uwe
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#13
....bestimmt wird's so sein.
Nach der besagten und gezielten ( auf die innenliegenden Kontakte ) Sprühreinigung weißt du mehr.
M.f.G.
justus



 Onkyo TX8050; TA2760; Philips N4520;  2x Grundig TS1000; TK19;24;27 ; 2x Pioneer RL1011L; Telefunken M3000;  M3002L;  Uher 4000 Report L; Report 4400; Report Monitor 4200;  Tesla B41; Mikro Seiki DQ44; Heco Victa 601 

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#14
Ok, ich werde es versuchen.

Uwe
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#15
Also, ich habe jetzt festgestellt dass wenn das Gerät eine halbe bis eine Stunde nur eingeschaltet ist, dann auch beide Kanäle normal
laufen. Könnte das etwas mit Kondensatoren oder Transistoren zu tun haben?

MfG
Uwe
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#16
Bei desolatem Zustand denkt man erstmal an Reinigung. Allerdings sind diese Verschmutzungen meist nicht temperaturabhängig. Du brauchst dann das, was ChrisSaar auch geholfen hat: Kältespray
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#17
Schon bestellt
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#18
(04.05.2025, 17:39)kaiman_215 schrieb: Bei desolatem Zustand denkt man erstmal an Reinigung. Allerdings sind diese Verschmutzungen meist nicht temperaturabhängig. Du brauchst dann das, was ChrisSaar auch geholfen hat: Kältespray

Naja...ich denke eher dass ein Tongenerator bzw ein mit einem Sinuston bespieltes Band im Zusammenspiel mit Schaltbild und Oszilloskop ein zuverlässigeres Ergebnis bringen dürfte.
Möglicherweise hat in der Tat der Reverse-Umschalter Kontaktprobleme und es war nur zufälligerweise so dass sich das mit steigender Temperatur gebessert hat ohne dass es ursächlich war ( zeitliche , aber eben keine kausale Übereinstimmung).

ICH würde:

1. besagten Umschalter ausbauen, zerlegen, die Oxidschichten mit einem Glassharradierer abschleifen, danach den ganzen Krempel wieder zsammensetzen.Das gleiche mit dem monitor-Schalter durchexerzieren. Eine optische Prüfung der Lötstellen (Lupe!) durchführen.

2. Wenn es dann (vorerst) funktioniert ein Band anfertigen: Aufnahem 1 kHz /10 kHz , jeweils im Wechsel für je 2 minuten ODER durchgehend 1 kHz. Der magnetische Fluss ist dabei nicht relevant, ich würde allerdings auf -5 dB (laut Schätzeisen) aussteuern. Optimal ist es natürlich wenn ein solches Testband bereist vorhanden sein sollte.

3. Sollte der Fehler halt wieder auftreten: Besagtes Testband einfädeln und wiedergeben. Schaltbildauszug ausdrucken.Betriebsspannung (24V bzw 16V) an den Transistoren 8-13 (natürlich auf dem fehlerhaften Kanal) kontrollieren. Oszilloskop vorglühen.

Wenn die Betriebsspannungen vorhanden und i.O. sind: 1. Signalmessung an der Basis Tr.10 vornehmen. Wenn Signal vorhanden---weiter in Richtung Ausgang. Wenn Signal nicht vorhanden---ein Schritt zurück Richtung Eingang ( Kollektor Tr.9). Ziehe in Betracht dass der Trimmer VR3 (PB Level Adjust) fehlerhaft sein könnte.

Was auch immer defekt sein sollte---mit der beschriebenen Methode kommt man solchen Fehlern zuverlässig und ohne Kältespray auf die Schliche. Manchmal muss man ein wenig Geduld mitbringen--da kann Kältespray unter Umständne in der Tat Abhilfe schaffen. Aber das Zeugs ist mittlerweile so teuer geworden dass es sich für den Hausgebrauch durchaus lohnt das Gerät mal einfach eine Weile "kaltzustellen".

Anhang beachten (Schaltungsauszug).

Viel Erfolg wünscht

die Wurst


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Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#19
Hallo Wurst
Leider habe ich nicht so ein Elektro-Labor womit ich das alles bewerkstelligen könnte und auch nicht so weitreichende Kenntnisse.
Ich kann Teile, wenn ich weiß wo sie sind, auslöten und neue wieder einlöten, außer SMD.
Und die nächste Frage wäre gewesen: "an welcher Stelle muß ich das Kältespray hinsprühen" :-)
Dann werde ich als nächstes mal den Reverse-Umschalter in Augenschein nehmen.
Momentan läuft die "Maschine" an meiner Anlage und läuft im warmen Zustand toffte, habe auch schon erfolgreich Aufnahmen von
CD und LP gemacht. Hörte sich sehr gut an, mit dem alten mitgekauften Band (übrigens i.Mo. das einzige).

Schacken
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#20
Der Umschalter ist eine beliebte Fehlerquelle, diese Maschine ist berüchtigt dafür. Aber sie ist auch bekannt für rauschende Transistoren,aber ein Zusammenhang eines defekten Umschalters mit der Temperatur erscheint mir eher unwahrscheinlich.

Ein "Elektronik-Labor" braucht man für die beschriebene Methode nicht, wohl aber grundsätzliches Verständnis der gängigsten Transistorschaltungen. Als "Tongenerator" kann durchaus ein Laptop oder ein Smartphone (mit Kopfhörerbuchse) dienen. Multimeter mit integriertem Oszilloskop gibt es mittlerweile für (relativ) kleines Geld (und deren Funktionsumpfang reicht definitiv aus um unsere Schätzchen zu überporüfen!), und sich ein wenig Fachwissen über die transsitorgrundschaltungen anzueignen zahlt sich als Eigentümer einer Senkelmaschine definitiv aus.

Wenn Du mit Kältespray versuchen willst dem Fehler auf die Spur zu kommen: die Koppelkondensatoren sind ganz heiße Kandidaten, und die Transistoren selbst. Wichtig ist, die Bauteile gezielt anzusprühen und der Kälte auch etwas Zeit zu geben in das Innere des Bauelementes vorzudringen.NICHT "großflächig abkühlen, denn wenn dann der Fehler wieder auftritt weißt Du zwar das es temperaturabhängig ist---aber immer noch nicht welches Bauteil , Du wärst also genau so schlau wie zuvor.
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#21
Moin
Da geht´s schon wieder los, Koppelkondensatoren, was ist das?
Ich bin in der Elektronik nicht bis gar nicht so firm, wenn du mir sagst wo die auf der Platine sitzen kann ich sie einsprühen evtl. wechseln usw.
Das soll jetzt keine Kritik an deinen Beiträgen sein, ganz im Gegenteil, ich bin ja froh wenn sich hier jemand meines Problems annimmt und
Ratschläge gibt. Aber manchmal ist das zu hoch für mich.

Ich gebe aber mein Bestes um irgendwie mitzukommen :-)
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#22
Da habe ich direkt nochmal eine Frage zu einem Kondensator.
Ist der kleine Kondensator auf dem Bild defekt, wegen des schwarzen Fleckes am Anfang des Pins?


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#23
Nein, da ist bei der Fertigung des Kondensators der Draht angeschweisst worden.

VG
Holger
B77 MKII, A77 MKII, III, IV, AKAI GX620D, GX260D, GX635D, TECHNICS RS-B965dbx+605, TEAC X-10R, A4300SX
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#24
(06.05.2025, 10:09)Schacken schrieb: Moin
Da geht´s schon wieder los, Koppelkondensatoren, was ist das?


Hast Du ein Glück dass ich gerade krank zu Hause sitze und nix zu tun hab.  Big Grin Etwas Geduld noch, ich entwickele gerade einen Crash-Kurs für die Signalverfolgung beim Akai GX215  Big Grin
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#25
@kolo63  Ok, danke.

@Extrawurst  auch danke  Big Grin
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#26
So, Schnell-crashkurs ;-) , alles etwas vereinfacht. Cool

Im Anhang hab ich nochmal den Schaltungsauszug (wiedergabeverstärker) angehängt, diesmal bunt bemalt. Aus Platzgünden wurde der rechte Kanal nur angedeutet (gängige Praxis bei Schaltbildern), der ist völlig identisch zum linken Kanal aufgebaut, und auch die Benennung der Bauelemente ist identisch.

Das Signal gelangt vom Kopfüber den Reverse-Schalter ("Head Switch") über Stecker J1und Koppelkondensator C35 auf die Basis des (ersten von vier Transistoren)  TR8. Dieser erhält---wie die anderen drei Transistoren der Verstärkerkette---die "Betriebsspannung"  (Kollektorspannung) über die +24V-Leitung (rot gekennzeichnet). Das Ausgangssignal wird am Kollektor abgegriffen und gelangt auf die Basis des nachfolgenden Transistors TR9 und wird--erneut verstärkt---an dessen Kollektor abgegriffen.Über den nächsten Koppelkondensator C44 wird das Signal zunächst über das Trimmpoti VR3 (Playback Level Adjust) auf die Basis der nachfolgenden Verstärkerstufe gegeben, wieder über einen--erraten---Kondensator, den C 48---den restlichen Signalweug zu beschreiben erspar ich mir jetzt, der sollte aus der Zeichnung ersichtlich sein.

Nun, Koppelkondensator --was macht der, wofür ist der gut ???

Stark vereinfacht:
Ein Transistor in der klassischen Spannungsverstärkerschaltung (Emitterschaltung) benötigt --salopp gesagt--2 "Betriebsspannungen" : Zum einen die Spannung am Kollektor (Ausgang), an dem über eine Last das Signal abgegriffen wird, und eine Spannung an der Basis, die sogenannte Basisvorspannung, im englischen auch Bias genannt (Achtung: ist etwas völlig anderes als die "Vormagnetisierung", die auch als "Bias" bezeichnet wird!) Üblicherweise schalten NPN-Transistoren -- um solche handelt es sich hier durch die Bank--- den Kollektor gegen den Emitter komplett "durch" wenn die Basisspannung gegenüber der Spannung am Emitter um ca 0,6V höher ist.

Im Grunde kann man sich einen Transistor in Emittershcaltung, wenn der als Kleinsignalverstärker betrieben wird auch einfach als veränderlichen Widerstand (poti) vorstellen, dessen Widerstand auf der Strecke Kollektor-Emitter sich entsprechend der angelegten Frequenzen ändert.

Da die nächstfolgende Stufe praktishc mit der Basis am Kollektor der vorherigen Stufe verbunden ist würde bei einer reinen Drahtverbindung (ohne Kondensator) die volle Kollektorspannung der vorherigen Stufe (in unserem Beispiel also 16.6V) an der Basis anstehen und der Transistor würde voll durchschalten---was er natürlich nicht soll.

Ein Kondensator ist ein Bauelement, das zwar Wechselspannung durchlässt (mit Widerstand, aber das führt hier jetzt zu weit) aber eben keine Gleichspannung. Der Kondensator fungiert hier sozusagen als "Filter", er filtert die Gleichspannung aus dem Ausgangssignal. Die nötige Basisvorspannung der nächsten Transistorstufe wird durch einen separaten Spannungsteiler realisiert.

Kommen wir mal zu einem praktischen Beispiel: Mal angenommen, der Kondensator C48 sei thermisch derart defekt daß er bei Wärme eine Unterbrechung hat, und zwar nicht nur für DC, sondern auch für das NF-Signal.

Wenn Du jetzt ein mit einem Sinussignal bespieltes Band wiedergibst könntest Du mit dem Oszilloskop das Signal zwar noch an C44 messen bzw darstellen, aber nicht mehr an der Basis von TR11---und der arme TR11 stünde da ohne Eingangssignal in der Gegend herum und verstärkt eben---nix. Folge: am Ausgang keine NF.

Auf dem ebenfalls angehängten Foto siehst Du den Aufnahmeverstärker, auf einem Kanal habe ich sämtliche Kondensatoren und Transistoren entfernt. Wie Du siehst, ist bei den meisten Kondensatoren das Elektrolyt ausgelaufen, man sieht die Spuren auf der Platine. Interessanterweise hatte das keine nennenswerten auswirkungen auf die Funktion des Gerätes (ich hab dennoch alle rausgeschmissen). 

   


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Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#27
Danke für die "Hausaufgaben"   Cool

Ich glaube du bist vom Fach  Big Grin
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#28
Kannst Du damit etwas anfangen?
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#29
Vielen Dank für deine Mühe aber irgendwie sind das für mich böhmische Dörfer.
Wenn mir einer sagen könnte diese und jene Teile könnten dafür verantwortlich sein dann würde die Sache ihren Lauf nehmen,
mit Kältespray (ist übrigens heute angekommen) testen, Teile ersetzen, wieder testen etc.
Heute habe ich übrigens festgestellt, dass das Gerät wenn es ca. eine Stunde nur eingeschaltet war doch sehr warm wird.
Wiedergabe und Aufnahme sind aber gut.
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#30
"Wenn mir einer sagen könnte diese und jene Teile könnten dafür verantwortlich sein dann würde die Sache ihren Lauf nehmen," 

Einfach den Signalweg verfolgen (grün gezeichnet)  Idea , die entsprechenden Bezeichnungen im Schaltbild findest Du als Serviceaufdruck auf der Platine wieder.





"Heute habe ich übrigens festgestellt, dass das Gerät wenn es ca. eine Stunde nur eingeschaltet war doch sehr warm wird."

Das ist mit großer Sicherheit der Capstanmotor, der wurde schon beim Neugerät schweineheiß, weswegen die Ingenieure ihm noch ein "Lüfterrad" verpassten

Dieser Motor hat ein "inneres Labyrinth", in dem mal Öl zur Schmierung vorhanden war, mittlerweile ist dieses Öl bei nahezu jedem dieser Motoren völlig verharzt, die Kanäle sind zugesetzt, eine Schmierung findet nicht mehr statt.
Merkwürdigerweise merkt man es nicht im Ton (Gleichlaufschwankungen), das scheint den Motor nicht wirklich zu jucken.Einzig dass der Motor auch dazu neigt bei Erwärmung zu klappern...

Ich hatte vor Kurzem solch ein Gerät in der Mache, versuchete, der Hitzeentwicklung entgegenzuwirken indem ich per Spartrafoschaltung (suboptimal und nicht ganz ungefährlich!) die Netzspannung von mittlerweile 237V auf 220V heruntertransformierte (der "MUT-7"-Trafo hat keine Primärwicklung für 240V). Leider ergab das magnetische Einstreuungen in die Köpfe, so das immer ein Brumm zu hören war---also den Zusatztrafo wieder ausgebaut.

Wenn in deiner Maschine der MUT 8 verbaut ist hast Du Glück, der ist primärseitig für 240V ausgelegt.

Abhilfe KANN schaffen den Motor zu zerlegen, das verharzte Öl aus den Kanälen zu spülen, neue Filzdichtungen einzupassen und alles wieder zusammenzusetzen. Ich hatte es versucht, zwischendurch war dann mal die Motorwelle fest, es ist mir unterm Strich nicht gelungen wirklich Abhilfe zu schaffen ---das Ding wurde nach einer Weile genau so heiß wie vorher, allenfalls das Klappern, was nach einer Weile auftrat trat auch nach 2 Stunden Betriebszeit nicht wieder auf.
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#31
Danke, dann werde ich mal dem grünen Signalweg folgen ?

Den Capstanmotor hatte ich mal berührt und er war sehr heiß aber geräuschlos bis minimal leise.
gestern habe ich im zusammengebauten Zustand an den Lüftungsschlitzen des Gehäuses, weil es mir doch sehr warm vorkam, einen
Temperaturfühler meines DMM von Conrad drangehalten. Die Temperatur ging langsam nach oben bis 50 Grad, mehr geht bei dem Gerät nicht, ich tippe mal dass es ca. 55 Grad waren (Glaskugel :-)).
Aber an der Seite sind ja auch die Wickelmotore, die auch warm wurden, als ich Gerät offen hatte, zwar nicht heiß aber ich war überrascht.


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#32
Der Capstan-Motor wird unglaublich heiß. Das ist normal. Gerade bei 9,5 cm/ s, wenn das Lüfterrad nur langsam dreht. Ich hatte damals die Rückwand zur Hälfte mit einem Gitterblech versehen und über dem Motor eine Kühlöffnung geschaffen. Der Motor ist ein spezieller Synchron-Motor, der verbraucht viel Strom und wird deshalb sehr warm.
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#33
Ok danke.
Hat denn mal jemand mit einem anderen Lüfterrad experimentiert?
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#34
Im ausgebautem Zustand, Gerät einfach nur eingeschaltet. Damit die Laserstrahlen nicht reflektiert werden und so das Messergebnis verfälscht wird hab ich einen Streifen schwarzen Isolierbandes auf den Motor geklebt. Mit 50°C liegst Du wahrscheinlich richtig.    
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#35
(06.05.2025, 13:28)Extrawurst schrieb: Kommen wir mal zu einem praktischen Beispiel: Mal angenommen, der Kondensator C48 sei thermisch derart defekt daß er bei Wärme eine Unterbrechung hat, und zwar nicht nur für DC, sondern auch für das NF-Signal.

Also würde ich zum testen den C48 auf der rechten Seite mal einer Kältekur unterziehen.

Ich habe mich mal deinem Schemata etwas angenähert. So langsam klappt´s :-)

Auf dem Platinen-Layout habe ich den C48 gefunden aber auch einen C48b. Was bedeutet das?
Einmal für links und einmal für rechts?
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#36
(07.05.2025, 12:16)AKRETA schrieb: Der Capstan-Motor wird unglaublich heiß. Das ist normal. Gerade bei 9,5 cm/ s, wenn das Lüfterrad nur langsam dreht. Ich hatte damals die Rückwand zur Hälfte mit einem Gitterblech versehen und über dem Motor eine Kühlöffnung geschaffen. Der Motor ist ein spezieller Synchron-Motor, der verbraucht viel Strom und wird deshalb sehr warm.

Ich hatte vorhin mal eine Aufnahme mit 19 cm/s gemacht, ca. 45 min. Und tatsächlich wurde das Gerät nicht so heiß wie mit 9,5 cm/s.
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#37
Baue einfach einen Computerlüfter hinter dem Motor ein, wo das Abluftgitter sitzt.
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#38
(07.05.2025, 14:10)Schacken schrieb: Also würde ich zum testen den C48 auf der rechten Seite mal einer Kältekur unterziehen.

Ich habe mich mal deinem Schemata etwas angenähert. So langsam klappt´s :-)

Auf dem Platinen-Layout habe ich den C48 gefunden aber auch einen C48b. Was bedeutet das?
Einmal für links und einmal für rechts?

Hm....mal logisch überlegen.... Big Grin  --- sind da ZUFÄLLIG auch Transistoren 8b, 9b, etc??  Ich verrate Dir etwas: Da shat nix mit Zufall zu tun!  Big Grin

Guck Dir das Platinenlayout mal genau an--- Kannst ja mal einen Verstärker an die Ausgangsbuchsen anschließen (oder alternativ einen Kopfhörer an das Tonbandgerät) und nur ein klein wenig (!) aufdrehen. Dann nimm eine aufgebogene Büroklammer, ein Stückchen Draht o.ä. (elektrisch leitend muss es schon sein) und berühre damit eines der Anschlussbeine des C48 oder des C48 b. (Achtung, natürlich NUR ein Anschlussbeinchen, keinen Kurzschluss verursachen!! ach ja, Tonbandgerät muss natürlich eingeschaltet sein). Und Du wirst etwas feststellen.....
...nämlich dass das Platinenlayout genau spiegelbildlich ist.



Auf diese Art und Weise hat man bei früher auch  bei Röhrengeräten die nachfolgenden verstärkerstufen auf (prinzipielle) Funktion geprüft---schon tapfer, gibt es bei Röhren doch wesentlich höhere Spannungen als bei Transistoren.

Aber bitte nur dieses eine Mal dieses Experiment durchführen und auch NUR an den beiden Kondensatoren C48, da Du ja NOCH nicht firm bist im Verstehen von Schaltungen. Halte den Draht fern von Trafos, Motoren, Netzschaltern .......

Schreib mal, was Du festgestellt hast damit ich weiß ob Du noch lebst.... Big Grin    
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#39
Nachtrag: Ich sehe gerade auf Deinem Foto das beide VU-Meter ausschlagen. Eine Signalverfolgung hat natürlich nur Sinn wenn der Fehler gerade auftritt. Also , ggf Gerät abkühlen (lassen). Spar Dir das Kältespray, ist schweineteuer, das Zeugs....
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#40
Kältespray ist doch gestern schon gekommen  Shy
Deshalb habe ich ja oben geschrieben dass ich den C48 einer Kältekur unterziehen muss/soll.

Ich hoffe dass ich mir mit dem Experiment "Büroklammer" nicht die Anlage schrotte.
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#41
Solange Du keinen Schluss baust passiert da nichts.

Aber, wenn Du Dich nicht traust:

Bei Berührung EINES Anschlussbeinchens von C48 MUSS ein Brummen im linken Kanal hörbar sein, bei C48 b eben entsprechend im rechten Kanal.

Zugegeben: eine etwas rauhe Methode, aber durchaus praktikabel :-)
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#42
Ich muss mich aber trauen, sonst werde ich das Ergebnis nicht erfahren, ich nehme an, dass wenn es nicht brummt der C48(b) defekt ist und
ausgetauscht werden muss.
Oder habe ich etwas falsch verstanden?
Heute werde ich es aber nicht mehr testen, obwohl ich ja schon sehr neugierig bin :-)
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#43
Wenn es nicht brummt ist irgendetwas nach C48 (je nachdem welchen Anschluss Du berührst  inklusive oder exklusive des Kondensators) defekt bzw eine der nachfolgenden Verstärkerstufen arbeitet nicht.

Beispiel: Der Kollektorwiderstand des Tr 12, (R63) ist unterbrochen. Dann bekommt Tr12 keine Spannung und kann nicht arbeiten, demzufolge das Signal nicht verstärken. Ergebnis: die Übertragungskette ist unterbrochen. Gleiches gilt für Tr11 und R58.

Ich merke, Du bist interessiert und lernwillig  Smile

Du kannst z. B. , wenn der Fehler auftritt, Dich sozusagen "rückwärts" zum Signalursprung "zurückarbeiten": Berühre die Basis von Tr12, und es muss brummen. Wenn nicht, arbeitet entweder der Transistor nicht (weil defekt oder eine Betriebsspannung fehlt) oder es liegt eine Unterbrechung in der Signalleitung zwischen Tr12 und Ausgangsbuchse vor. Wenn es brummt, dann berührst Du die Basis von Tr11 etc pp. Auf diese Weise kannst Du den Fehlerort einschränken, lokalisieren, und brauhcst dann eben nur die verbleibenden Möglichkeiten abzuchecken anstatt wild irgendwelche Transistoren oder Elkos zu tauschen oder literweise Kältespray zu verheizen.

Das ist das Prinzip der Signalverfolgung. Eigentlich ganz simpel.
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#44
Anstatt der Büroklammer geht natürlich auch so was:
Signalverfolger
Das benutze ich normalerweise, und ist etwas zuverlässiger.
Das ist aber auch mit einer zusätzlichen Investition verbunden, und erfordert Lötarbeit.
Zur Motor-Temperatur:
Ab ca. 85°C ist ein Motor heiß, erst darüber wird es bedenklich; darunter kann es durchaus normal sein.

Gruß,
Karl
Meine bevorzugten Zitate:
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" (Albert Einstein)
"Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum" (Mehrere mögliche Quellen, unbekannt)
"Wenn man sein Gewicht halten will, dann muss man auch 'mal essen können, wann man keinen Hunger hat" (unbekannt)
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#45
(08.05.2025, 00:28)Karl 59 schrieb: Anstatt der Büroklammer geht natürlich auch so was:
Signalverfolger
Das benutze ich normalerweise, und ist etwas zuverlässiger.

Die Dinger sind ganz klasse, aaber:

Mittlerweile sind einfache Oszilloskope auch neu so preiswert geworden dass man sein Geld lieber in ein Scope investieren sollte, ggf sogar in Kombination mit Multimeter und Frequenzzähler, als Beispiel sei mal dieses Produkt aufgeführt: https://www.amazon.de/XEAST-Oszilloskop-...XWO95&th=1, hier ist sogar ein Signalgenerator implementiert.

Von solchen Geräten konnte man noch in den 2010er Jahren nur träumen, und sie sind nicht ungenauer als die von mir --zugegebenermaßen---lieber verwendeten Analoggeräte aus den 1980ern.

Als Signalgeber tut es jedes Handy (mit Kopfhörerbuchse!) oder jeder Laptop. Entweder Webseite mit Testton abspielen oder Freeware wie z.B. "audacity" nutzen.

Machen wir uns nichts vor: es ist relativ sinnlos bei Tonbandmaschinen im Heimgebrauch auf  das Millivolt genau zu messen bzw abzugleichen; in den Abgleichanleitungen der Hersteller werden oft Toleranzen von 1 dB und mehr als ausreichend angesehen.

Ich hab mal eine Anleitung "Einmessen von Kasettengeräten mit Hausmitteln" geschrieben und in der Facebook-Gruppe "Tapedeck Liebhaber" hochgeladen (ich hab leider keinen Zugriff mehr darauf) aber das pdf hab ich noch. Wenn ich denn mal Zugriff auf den Downloadbereich hier habe lade ich das gern dort hoch.
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#46
Das Video vom Signalverfolger ist interessant, wieder ein paar Kniffe zum Löten dazu gelernt  thumbup
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#47
(07.05.2025, 15:31)AKRETA schrieb: Baue einfach einen Computerlüfter hinter dem Motor ein, wo das Abluftgitter sitzt.

Auch nicht schlecht, muss nur noch eine 12V-Quelle finden.
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#48
Statt einer Büroklammer könnte ich doch auch einen Uhrmacher-Schraubendreher nehmen, liegt besser in der Hand.
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#49
(08.05.2025, 09:27)Schacken schrieb:
(07.05.2025, 15:31)AKRETA schrieb: Baue einfach einen Computerlüfter hinter dem Motor ein, wo das Abluftgitter sitzt.

Auch nicht schlecht, muss nur noch eine 12V-Quelle finden.

Es gibt auch 24V-Lüfter :-)

Das Experiment hatte ich auch schon mal gemacht. Funktioniert im Prinzip, allerdings übertragen sich die Vibrationen des Lüfters auf das Holzgehäuse und es wird relativ laut. Muss man schauen ob man das mechanisch entkoppeln kann.

24V stehen im Netzteil Deiner Maschine zur Verfügung. Muss man sich noch berlegen das Ganze steckbar zu machen damit im Bedarfsfall das Gehäuse beiseite gelegt werden kann ohne dass man groß den Lüfter ausbauen muss.

Aber letztlich ist es egal; solang der Motor um die 50°-60° C hat ist eigentlich alles in Butter. Hast Du eigentlich das Service Manual zu Deinem gerät?
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.
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#50
Ja, habe ich, sogar in Farbe :-)

Ich hatte so ziemlich alles zusammengesucht bevor ich das 215er mein Eigen nannte.
Habe mich irgendwie in die Maschine verguckt obwohl ich über div. Probleme gelesen habe.

Mit dem Lüfter werde ich dann wohl noch etwas warten.
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