10.04.2024, 11:40
(10.04.2024, 10:05)Friedrich Engel schrieb: Zitat:
Ähnlich wie kleine Kompassnadeln, die entweder gen Norden oder Süden zeigen, wie das PSI erklärte. Wird das Band bespielt, so verändert sich deren magnetische Ausrichtung. Die Audio-Information ist auf dem Tonband also als Ausrichtungsmuster gespeichert.
Wenn das der Wissensstand ist, sehe ich schwarz für jeden derartigen Rettungsversuch. Die nadelförmigen Pigmentteilchen werden unmittelbar nach dem Guss, also vor dem Trocknen, mittels Richtmagneten in Richtung leichtester Magnetisierbarkeit ausgerichtet und so fixiert, also parallel zur Laufrichtung des Bandes (Ausnahme: 2-Zoll-Video). Von einem Ausrichtungsmuster kann also keine Rede sein.
Wie sollten nach dieser Vorstellung Magnetbänder mit kubischen (würfelförmigen) Pigmenten funktioniert haben, die immerhin bis Ende der 1940er Jahre in Gebrauch waren? Alle Sechsen nach oben: Vollaussteuerung oder so?
Letzte Hoffnung: der Bericht spiegelt den Kenntnisstand des Berichterstatters, nicht den der PSI-Wissenschaftler.
Ja, an den Formulierungen habe ich mich auch gestört, aber sowas kommt halt heraus, wenn komplexe Themen laiengerecht erklärt werden sollen. Zusätzlich wurde der Text wahrscheinlich auch noch aus dem Englischen oder einer anderen Sprache übersetzt. Die Technologie scheint aber grundsätzlich zu funktionieren und das man auf diese Weise Tonbänder digitalisieren kann, war mir tatsächlich neu.
(10.04.2024, 10:54)dynamike schrieb: Für mich stellt sich die Frage, wieso ein Band, welches 1980 bespielt wurde schon derart kaputt sein kann![]()
Die werden doch wohl für den King kein altes gebrauchtes Band genutzt haben?
Das ist ja nichts Neues, selbst im professionellen Bereich. Die Beschreibung im Artikel hört sich nach stark klebenden Bandmaterial an, auch wenn das so nicht beschrieben wurde. Gerade schon genannte amerikansche Produkte zeigten so ein verhalten schon nach wenigen Jahren. Man erinnere sich nur mal an das Revox 631, hergestellt von 3M/Scotch oder auch an das berühmte Scotch 224 DP, welche bereits nach kurzer Zeit derartiges Verhalten zeigten. Tom Scholz, der Frontman von Boston hatte bei der Produktion des Albums "Thrid Stage", welches 1986 erschien, auch solche Probleme mit Stücken die er dafür ein paar Jahre vorher aufnahm (vermutlich 1982), das ist sogar im Klappcover beschrieben.
Auch Berichte hier im Forum über bestimmte Quantegy-Bänder bescheinigten nur eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren.
Ich vermute, dass es sich bei den B.B. King Bändern um Material von Ampex oder 3M/Scotch handelt. Das in der Tabelle erwähnte Scotch 226 war z.B. ein von Studer empfohlenes Band, welches heute im Normalfall komplett unbrauchbar ist. Das eines dieser Bänder verwendet wurde, ist sehr wahrscheinlich.
Grüße,
Wayne
Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
Wayne
Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
