TELEFUNKEN TC 450 M schaltet nach längerer Zeit ab
#1
Hallo,
ich habe hier ein Kassetten-Deck von TELEFUNKEN, das TC450M. Wenn man eine Kassette >= C90 einlegt, so passiert es nach ca. 30 - 40 min, dass die Wiedergabe plötzlich stehen bleibt. Die Wiedergabe-Taste bleibt dabei eingerastet. Versucht man dann nach Lösen der Wiedergabe-Taste sofort wieder wiederzugeben oder >> oder <<, so passiert garnichts. Erst wenn man das Gerät längere Zeit ausschaltet und dann die Wiedergabe an der selben Stelle der Kassette fortsetzt, funktioniert es wieder. Es liegt also nicht an der Kassette. Der Riemen, der die Schwungscheibe antreibt, ist ok.
Der Motor kann es eigentlich fast nicht sein, denn er arbeitet ja bis zu 40 min. Der Antriebsriemen sieht noch sehr gut aus. Ich komme aus der Hochfrequenztechnik und kann mir nicht vorstellen, dass die Elektronik ein ähnliches Verhalten zeigt.
Hat noch jemand eine Idee?
Oszillograph (HAMEG) und Multimeter Fluke 8000A stehen zur Verfügung. Ebenso das Service-Manual.
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#2
Ich würde es mal mit Messen probieren. Wenn der Motor einfach stehen bleibt, dann ist doch die erste Frage, ob noch Spannung am Motor anliegt. Wenn ja, kann es nur am Motor und dessen Elektronik liegen, wenn nicht muss man eben in der Stromversorgung suchen.
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#3
Danke für die Antwort.
Das Seltsame ist, dass das Gerät, nachdem ich es ausgeschaltet für einen Tag habe stehen lassen, es jetzt wieder ohne Probleme läuft. Ich habe schon mehrere C-120 Kassetten ohne Probleme überspielt. Mit den Kassetten von Hans-Peter Roth habe ich den Gleichlauf überprüft und die Geschwindigkeit nachreguliert. Sie lag bei knapp unter 3000 Hz statt bei 3150 Hz. Auch der Frequenzgang ist in der Toleranz. Ebenfalls den Augangspegel auf Nennwert eingestellt und die VU-Meter richtig justiert.
Das einzigste, was irritiert, ist, wenn man auf beiden Kanälen konstanten Pegel anlegt, beim linken Kanal beim Betätigen des Volume-Reglers die Anzeige am linken VU-Meter ziemliche Sprünge macht.
Weiß jemand mit welchem Mittel man die Potis reinigen könnte? Ich habe allerdings noch nicht herausbekommen, wie man an die Potis am besten herankommt. Kann man die Knöpfe der Volume-Regler einfach abziehen? Das Service-Manual ist da nicht sehr ergiebig. Ich habe es mal mit angehängt.


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.pdf   hfe_telefunken_tc_450m_en_de_fr.pdf (Größe: 2.54 MB / Downloads: 7)
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#4
Hallo,
ich möchte mal hier weitermachen, damit man weiß, um welches Gerät es sich handelt. Das Gerät lief jetzt eine ganze Zeit lang ohne Probleme. Wurde allerdings nicht so oft benutzt, da ich noch andere Kassettendecks habe. Seit etwa einer Woche hat das Gerät keine Laufwerksfunktionen mehr. Ursache ist, dass der Motor sich nicht mehr dreht. Es liegt eine Spannung von 11,5 V am Motor an. Der Motor sollte sich doch direkt nach dem Einschalten des Gerätes und nicht erst nach der Betätigung der Laufwerkstasten drehen?
Aus dem Service-Manual werde ich nicht schlau, wie man den Motor ausbaut. (Ich habe Probleme mit dem Lesen von Risszeichnungen. Confused  ) Auch habe ich bis jetzt noch keinen Ersatzmotor gefunden. Es scheint ein 12 V Motor von SANYO zu sein.


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#5
(01.10.2025, 14:03)andi112 schrieb: Der Motor sollte sich doch direkt nach dem Einschalten des Gerätes und nicht erst nach der Betätigung der Laufwerkstasten drehen?

Hallo Andi,

vorab: Ich kenne das Gerät nicht, aber von oben zitierter Verallgemeinerung würde ich mal nicht ausgehen.
Dieses Verhalten ist meistens bei Spulen- Tonbandgeräten verbreitet, allerdings nicht bei Cassettengeräten. Beim SK3000 aus der ehem. DDR war es so, wie Du schreibst. Aber alle Japan Decks der 90er Jahre, welche ich bisher auf dem Tisch hatte, starteten ihre Motoren erst bei Betätigung der Play Taste. 

Wie gesagt, kann bei Deinem Deck anders sein, ich würde aber nicht generell davon ausgehen. Leg mal eine Kassette ein, drücke Play und miss die Spannung am Motor. Steht diese stabil ? Bricht sie signifikant ein ? 
Wenn irgendwas eine Weile funktioniert und dann nach 30min nicht mehr, klingt das sehr nach einem Temperaturfehler...

Grüße, Rainer
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#6
Ich würde nach kalten Lötstellen im Bereich des Netzteils suchen. Nachlöten da schadet nicht.

Werner
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#7
@GDR 22 [Bild: buddy_offline.png]
Nach Betätigen  der Wiedergabetaste steht die Spannung stabil, gemessen direkt am Motor (siehe Bild).
Das mit dem Abschalten nach 30 min hatte sich ja dahingehend geändert, dass es nicht mehr auftrat, jetzt aber die Laufwerksfunktionen überhaupt nicht mehr funktionieren.
In einem Youtube - Video über dieses Gerät schrieb einer in einem Kommentar, dass er den Motor zerlegt und gereinigt hätte. Fragt sich eben nur wie man den Motor ausbaut?
Ich vermute, dass man die 3 Schrauben lösen muss (siehe Bild/ rote Pfeile)?


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#8
(01.10.2025, 14:53)digilog schrieb: Ich würde nach kalten Lötstellen im Bereich des Netzteils suchen. Nachlöten da schadet nicht.

Werner

Auch wenn die Spannung am Motor stabil steht? Ich habe sehr den Motor im Verdacht. Ich denke, man sollte ihn austauschen.
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#9
Wenn der Motor trotz leichtgängigem Antrieb bei korrekt anliegender Spannung nicht dreht, kann ja nur er selbst die Fehlerursache sein. Das wird sich nur durch Austausch beheben lassen. Diese Motoren sind hinsichtlich Abmessungen, Befestigungslöchern, Wellendurchmesser und Drehzahl (2400 rpm, einstellbar) eigentlich weitgehend standardisiert, man muss also nur auf richtige Spannung und Drehrichtung achten und man muss sehen, dass man die Riemenscheibe heil vom alten Motor runter und auf den neuen raufbekommt ohne den Rundlauf zu beeinträchtigen.

Gruß Holger
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#10
Wie du den Motor da raus bekommst kann ich dir nicht sagen, aber an einem Akai GXC-760D hatte ich etliche Probleme mit madigen Schleifern am Kommutator der Motoren. Die Motoren sind innen drin ja oft ähnlich, vielleicht hilft dann diese Beschreibung 
https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=31505
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
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#11
Also, ich habe jetzt mal die Schwungscheibe gelöst. Dazu musste ich aber erst die Rückwand lösen, um an die Schrauben vernünftig ranzukommen. Nach Entfernen der Schwungscheibe ergab sich folgendes Bild (2. Bild):
Die mit den roten Pfeilen versehenen Teile befanden sich ursprünglich hinter der Schwungscheibe. Ich habe ein gekürztes Service-Manual angehängt. Dort (auf Seite 4) kann ich die Feder nicht finden. Es ist jedenfalls nicht die 153.
Auf der Suche nach einem passenden Motor bin ich bis jetzt auch noch nicht fündig geworden. Vorrangig ist jedoch, die Teile wieder an die richtige Stelle zu bringen.
Auf dem letzten Bild sieht man das Zahnrad, als die Schwungscheibe noch nicht ganz gelockert war. Auch bei befestigter Schwungscheibe konnte man sehen, dass es nicht richtig saß. Auf dem ersten Bild die Schwungscheibe von innen.


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#12
Hi
Auch ich kenne das Laufwerk nicht, aber ich würde sagen das mit den rot 
eingekreisten Schrauben sich die Motorplatte lösen lässt. Die gelb eingekreisten 
können die Motorplatte auch noch festhalten, müssen es aber nicht.
Da hilft nur:
Die in Frage kommenden Schrauben lösen, so ca. 1-2mm herausdrehen und schauen
ob die Motorplatte schon locker ist, ansonsten mit den gelben Schrauben
genauso verfahren bis die Motorplatte lose ist.
Dann ganz abbauen.

   


Bzgl. Dauerläufer:
ich habe hier diverse Tapedecks (Rotel, Sharp, Metz, Teac, Akai, ASC) bei denen der Capstanmotor dauerhaft läuft. Somit auch gar nicht so ungewöhnlich ? 

Grüße, Piet
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#13
Das verlorene Zahnrad sollte in den markierten Bereich gehören 

   
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#14
im SM findest du das Zahnrad nur auf dem Zahnradkomplettsatz 147

   

Gruß, Piet
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#15
Btw, ich habe grade mal geschaut und gesehen das ich dir sowas als Ersatzteilspender zukommen lassen könnte Wink

   

Gruß, Piet
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#16
Hallo, das ist das "Schweinelaufwerk mit den 3 weißen Zahnrädern", wie es mir schon oft im Affekt entfleuchte. Ist auch im Saba RCR 414 und in billigen Uher Decks. Siehe Bericht über 404 und 414.
Der Kunststoff um die Achsen schrumpft, es macht knack und die Achse lockert sich. Großer Mist, ich habe immer entfettet und eingeklebt, das geht wohl.
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#17
(01.10.2025, 19:24)applause schrieb: Btw, ich habe grade mal geschaut und gesehen das ich dir sowas als Ersatzteilspender zukommen lassen könnte Wink



Gruß, Piet
Das wäre phantastisch! Ich schicke eine PN.
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#18
(01.10.2025, 20:33)PSMS schrieb: Hallo, das ist das "Schweinelaufwerk mit den 3 weißen Zahnrädern", wie es mir schon oft im Affekt entfleuchte. Ist auch im Saba RCR 414 und in billigen Uher Decks. Siehe Bericht über 404 und 414.
Der Kunststoff um die Achsen schrumpft, es macht knack und die Achse lockert sich. Großer Mist, ich habe immer entfettet und eingeklebt, das geht wohl.

Ja, ich meine, ich hätte vor längerer Zeit schon einmal so etwas Ähnliches gelesen. Ich habe hier 2 RC200. Bei denen ist der Riemenwechsel und der Austausch des Capstanmotors überhaupt kein Problem. Ist aber eben ein 2-Motoren-Laufwerk, bei denen die Laufwerksfunktionen nicht über filigrane Plastikzahnrädchen gesteuert werden.
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#19
Ganz interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=h1BBVAtDtIo

Dieser Motor hier sieht so ähnlich aus:
https://probe.com.au/ocart2/index.php?ro...bdR359pktv

Von den Daten her dürfte er stimmen?
Nur die Abmessungen (Länge und Durchmesser) sind etwas andere. Spielt das eine Rolle?
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#20
(01.10.2025, 14:36)GDR 22 schrieb:
(01.10.2025, 14:03)andi112 schrieb: Der Motor sollte sich doch direkt nach dem Einschalten des Gerätes und nicht erst nach der Betätigung der Laufwerkstasten drehen?

Hallo Andi,

vorab: Ich kenne das Gerät nicht, aber von oben zitierter Verallgemeinerung würde ich mal nicht ausgehen.
Dieses Verhalten ist meistens bei Spulen- Tonbandgeräten verbreitet, allerdings nicht bei Cassettengeräten. Beim SK3000 aus der ehem. DDR war es so, wie Du schreibst. Aber alle Japan Decks der 90er Jahre, welche ich bisher auf dem Tisch hatte, starteten ihre Motoren erst bei Betätigung der Play Taste. 

Wie gesagt, kann bei Deinem Deck anders sein, ich würde aber nicht generell davon ausgehen. Leg mal eine Kassette ein, drücke Play und miss die Spannung am Motor. Steht diese stabil ? Bricht sie signifikant ein ? 
Wenn irgendwas eine Weile funktioniert und dann nach 30min nicht mehr, klingt das sehr nach einem Temperaturfehler...

Grüße, Rainer

Es ist allerdings so, dass die 11 - 12 Volt direkt nach dem Einschalten des Gerätes am Motor anliegen und nicht erst bei Betätigen der Laufwerkstasten. Von daher sollte sich meiner Meinung nach der Motor gleich von Anfang an drehen (fiel mir erst nach Stellung der Frage ein).
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#21
(01.10.2025, 20:33)PSMS schrieb: Hallo, das ist das "Schweinelaufwerk mit den 3 weißen Zahnrädern", wie es mir schon oft im Affekt entfleuchte. Ist auch im Saba RCR 414 und in billigen Uher Decks. Siehe Bericht über 404 und 414.
Der Kunststoff um die Achsen schrumpft, es macht knack und die Achse lockert sich. Großer Mist, ich habe immer entfettet und eingeklebt, das geht wohl.
Welche Achsen sind da gemeint?
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#22
So, nach ein paar hektischen Tagen habe ich jetzt noch etwas gestöbert und das hier gefunden:

https://allegro.pl/produkt/matsushita-mm...ciOLNyVvKR

Das ist genau der Motor, der in dem TELEFUNKEN eingebaut ist. Leider nicht verfügbar. Es ist der einzige Link, den ich gefunden habe. Hat da eventuell noch jemand eine Idee?
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#23
Was mich an dem angehängten Schaltbild irritiert, ist der Schalter S2 am Motor. Demnach wird der Motor doch wohl erst in Betrieb genommen, wenn eine der Laufwerkstasten betätigt wird. Im momentanen Zustand (ohne die Schwungscheibe) habe ich natürlich keine der Laufwerkstasten gedrückt, sonst spuckt mir das Ding noch sämtliche Zähne aus! Big Grin Aber ich habe mal im eingeschalteten Zustand die Spannungen an beiden Anschlüssen des Motors gegen Masse gemessen. Sie beträgt beide Male O V..
S2 wird in der Stückliste als Motorschalter bezeichnet. Daneben gibt es noch einen S3, ebenfalls als Motorschalter tituliert.  Wo die beiden sitzen, hat mir TELEFUNKEN allerdings noch nicht verraten. Sad


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