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27.01.2024, 20:05
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2024, 13:25 von aviavi59.)
Hallo und guten Abend
TREFFEN DER GENERATIONEN
Kommen wir mal zu der Vorstellung des Sonett im Detail
Es gab prinzipiell 3 Generationen des Kassettenrecorders, dessen Produktion
knappe 10 ! Jahre andauerte, 1972 bis 1982…
Und 1982 waren schon längst modernere Geräte in den Läden
Dieses „Beharrungsvermögen“ war typisch für viele Produkte aus der DDR
Mit allen Varianten was Schaltung, Gehäuse- Form und Farbe sowie die Tasten betrifft
kommt eine Palette von etwa 8 Modellen zustande
die ich hier demnächst alle vorstellen werde.
Nun zu einigen Merkmalen:
1. Generation - Farbe: Grau/Elfenbein - Schaltung: Keine Kontrolllampe für die Aussteuerung
welche nur mit Automatik realisiert wurde, stattdessen gab es eine Anzeige für Batterie-Unterspannung
die man mit der Dynamik-Taste im unteren Druckpunkt mit der grünen Lampe aktivieren konnte.
Mit der Dynamik-Umschaltung konnte man zwischen Musik und Sprache wählen.
Dazu war auch das Gerät anders beschriftet.
Verbaut war das KGB4.1
Nur bei dieser 1.Generation fanden sich diese eingelassenen Potiknöpfe welche unhandlich
zu bedienen waren und außerdem keine Skalierung aufwiesen
2.Generation - Farbe: Grau/Elfenbein und Rot/Schwarz - Schaltung: Die Unterspannungsanzeige
entfiel, dafür gab es jetzt mit der grünen Lampe eine rudimentäre Aussteuerungsanzeige
wobei wieder nur per Automatik ausgesteuert wurde, ebenso mit der Dynamik-Umschaltung
welche leicht verbessert wurde.
Auffälligster, äußerer Unterschied zur 1.Generation waren jetzt die aufgesetzten Potiknöpfe
mit reproduzierbarer Skalierung.
Verbaut wurde das KGB4.2 (Grau/Elfenbein)und KGB4.3 (Rot/Schwarz)
(Übergangsphasen möglich)
Rot/Schwarz mit veränderten Tasten („Muldentasten“, Grün/Schwarz)
Die veränderte Beschriftung: „Aufnahme“ statt „Batterie“ - „Netz“ / „Batterie“ vertauscht
3.Generation - Farbe: Schwarz/Schwarz und eine Geänderte Lautsprecherblende, ebenso
komplett Schwarz - Schaltung: Dynamik fiel weg, dafür nun endlich umschaltbar auf
Handaussteuerung - Der Name wurde an das Erscheinungsjahr 1977 angelehnt.
Tastensätze in 3 Varianten, KGB4.3
Details:
Die Gehäusefarben der 1.-und 2. Generation Grau/Elfenbein konnten leicht variieren
so gab es bei den Grautönen bisweilen auch bräunliche Nuancen (Bunt-Grau)
das war und ist dann bei der Ersatzteil Beschaffung hinsichtlich der Kassetten-Klappe
und der Tasten zu beachten.
(ich denke man kann den Farbunterschied gut erkennen)
Die Unterschalen (Generation 1 und 2) in Elfenbein sind heute in starken Abweichungen zu sehen
Tatsächlich „vergilbt“ dieser Kunststoff in seiner Pigmentierung, was dann
schon in Richtung Braun abwandern kann
gleiches betrifft auch den roten Farbton der 2. Generation, hier kann man Exemplare
mit erheblich ausgeblichener Pigmentierung erwischen
um den ursprünglichen „Look“ wiederherzustellen, habe ich mir erlaubt 2 Gehäuse
zu spritzen:
Der verwendete Werkstoff der Gehäuseschalen dürfte Polystyrol o.ä. sein
Der ist leider sehr empfindlich gegen mechanische Einwirkungen und auch nicht
besonders Formstabil wenn es um Wärme geht
Viele der Geräte die heute noch angeboten werden weisen teils ordentliche
„Gebrauchsspuren“ auf, was ganz besonders die Unterschalen betrifft
Nun, blanke Bereiche der Gehäuse kann man hervorragend mit schleifen
und polieren in eine erträgliche-bis hervorragende Optik (Ladenneu) bringen
Bei Bereichen die eine Textur aufweisen (Spiegel über dem Kassettenfach
und große Bereiche der Unterschale, hier der Boden) sind allerdings kaum
nachzuarbeiten da man sonst die Textur zerstört
Wie man die glatten Oberflächen bearbeiten kann sieht man hier
![[Bild: img_0648.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0648.jpg)
Kratzer und Dellen werden mit Ziehklinge und Schleifpapier, 320/800/1000/1500 entfernt
![[Bild: img_0649.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0649.jpg)
mit der Politur erreicht man ein glänzendes Finish
so habe ich alle Geräte der Sammlung behandelt, womit ich dann einige
Geräte tatsächlich in einen annähernd Ladenneuen Zustand versetzen konnte
„Problemkinder“ sind Potiknöpfe, Tastenköpfe und ganz besonders die beiden
Kappen der Lämpchen aus klarem Kunststoff…
Die Tastenknöpfe lassen sich mit Schliff und Politur wieder in Form bringen
(wenn man die Tasten ausbaut, was ich in den meisten Fällen sowieso mache)
Die Potiknöpfe hingegen eher nicht, hier muss man Glück haben, denn diese
sind seht oft arg beschädigt
Die Kappen der Lämpchen sind häufig, besonders an den Kanten, unansehnlich
![[Bild: img_0650.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0650.jpg)
grüner Pfeil, die Kanten - gelber Pfeil, neuere Version mit „Lüftungsschlitzen
gut das ich hier auf NOS-Teile zurückgreifen konnte
was aber bedeutet, die mit der Oberschale verklebten Kappen, mühselig
zu entfernen, (ausbrechen, ausfräsen)
zur Not lassen sich die Kappen aber auch behutsam schleifen und polieren
Jede Generation hat auch ihre eigenen Serviceunterlagen:
![[Bild: img_0640.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0640.jpg)
für die 3. Generation (Sonett77) gab es allerdings nur ein Beilageblatt
Innerhalb der Generationen, insbesondere Generation 2 und 3
gab es Unterschiede in Farbe und Form von Oberschale und Tasten
Wobei die 3. Generation den Sonett77 darstellt und sich nur hier die
Form der Oberschale aber auch Form und Farbe der Tasten änderte
(Da der Sonett über einen so langen Zeitraum gefertigt wurde ergab
sich über Reparatur-und Ersatzteil Situation auch eine gewisse Vermischung
der Exemplare)
Varianten der roten Sonett (2.Generation)
![[Bild: img_0653.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0653.jpg)
links die äußerst seltene Version mi silberner Blende
Varianten des Sonett77 (3.Generation)
auch hier ist das linke Exemplar äußerst selten
Unterschiede auch bei den Potiknöpfen
Orange: 1.Generation; Violett: 2.Generation, Grün: 3.Generation
Und die Tasten:
die grüne rechts, auch sehr selten (Sonett77)
obacht, die Tasten mit der Riffeltextur (rechts) lassen sich nicht kombinieren:
wie man sieht sind die Abmessungen verschieden
(und wenn die Unken rufen… ja das sind doch aber Tasten vom Anett…
stimmt nur teils, denn zum Ende der Produktion wurden diese Tasten auch im
Sonett77 verbaut)
So, das sollte erst einmal wieder reichen
(Wird fortgesetzt)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Sicherlich wirst Du auch noch auf die verschiedenen Formen der Griffe zu sprechen kommen. Ich persönlich fand die wackeligen Plastegriffe irgendwie hässlich. Und dazu noch die Halterung aus Plaste.
Mir sind einige Sonett begegnet, wo die Griffe fehlten.
Unabhängig vom Gerät die Tragetasche. Bei einer Sorte müsste man das Gerät heraus ziehen um die Kassette zu wechseln. Auch hatten sie noch keinen Ausschnitt für den Netzanschluss.
Gruß Gerald
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(wird fortgesetzt)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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30.01.2024, 23:09
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.01.2024, 13:37 von aviavi59.)
Hallo
Also weiter mit den Details…
Kommen wir zu den Unterschalen des Sonett, diese wurden an die verschiedenen
Gehäusevarianten des Rekorders angepasst, es sind 4 Varianten die ich hier zeigen kann.
Die 1. Generation und ein Teil der 2.Generation hatten ja bekanntlich die Unterschalen in der Farbe „Elfenbein“:
Die unten zu sehende Unterschale hatte die zur grauen Oberschale passende „Leder“ Textur
Diese Variante gab es nur bei der 1.Generation (Ur-Sonett) wurde anfangs aber auch noch für
die 2.Generation verwendet…
Bevor die rot/schwarze Version erschien gab es dann wohl eine Serie mit der oben zu sehenden
Variante mit der „Sand“ Textur welche dann bis zur 3.Generation beibehalten wurde…
Die oben zu sehende Variante wurde also schon mit den angepassten Gussformen gepresst…
Genauer:
![[Bild: img_0712.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0712.jpg)
Die „Leder“ Textur
Und hier die „Sand“ Textur:
Davon gab es auch die passende Oberschale die ich dann im Rahmen der Sammlung zeigen werde.
Die schwarze Unterschale gab es auch in zwei Versionen !
Oben die, vermutlich in der 3. Generation, eingeführte Version
Die grünen Pfeile heben die markantesten Unterschiede hervor
Der Gehäuseboden ist bei der obigen Version insgesamt tiefer !
Bei der unteren Version, welche am häufigsten anzutreffen ist
wurde nur der Bereich auf der Laufwerksseite tiefer gezogen…
(Die gezeigten Unterschalen befinden sich in der Bearbeitungsphase)
Näher:
hier ist der an dieser Stelle tiefere Boden (roter Pfeil) deutlich zu erkennen
im Gegensatz zu:
Hier ist der gesamte Boden auf dem Niveau des Bereiches vom Laufwerk und diese Unterschale ist
insgesamt etwa 2mm höher als die frühere Unterschale.
Auch unterscheidet sich der Schriftzug der Unterschalen:
Es gab also unterschiedliche Pressformen für die Schalen.
Vermutlich wurde die tiefere Unterschale nach der Umstellung auf den Sonett77 (3.Generation) eingeführt
(WIRD FORTGESETZT) ! Stück für Stück Elly, Stück für Stück
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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02.02.2024, 14:27
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.02.2024, 16:00 von aviavi59.)
„Heute, am ersten Tag eines neuen Jahrhunderts, bitten wir demütig um Vergebung, indem wir Dir diese letzten Wälder unseres einst so schönen Vaterlandes weihen, in der Hoffnung, dass sie eines Tages zurückkehren um unsere verseuchte Erde zu schmücken. Möge Gott bis zu dem Tage, diese Gärten und die tapferen Männer, die sie pflegen, segnen.“
(Silent Running)
Die Sammlung Teil 1
Gandalf, die „Grauen“
3 Wochen arbeit
Sonett 1.Generation (Ur-Sonett)
Gebaut ab 1972
Ein Exemplar:
Sonett 2.Generation (Die Grauen)
Ein Exemplar (Variante 1 in „Leder-Textur“)
Ein Exemplar (Variante 2 in „Sand-Textur“)
„Heute, am ersten Tag eines neuen Jahrhunderts, bitten wir demütig um Vergebung, indem wir Dir diese letzten Sonett unseres einst so schönen Vaterlandes weihen, in der Hoffnung, dass sie eines Tages zurückkehren um unsere verseuchte Erde zu schmücken. Möge Gott bis zu dem Tage, diese Geräte und die tapferen Männer, die sie pflegen, segnen.“
(silent Avi)
weiter geht es dann mit der 2. Genaration, Die Roten
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Schöne Fotos von den schönen Geräten - Danke!
Mein schon erwänter Kumpel hatte eines der ersten Generation, erkennbar an den Potiknöpfen mit dem diagonalen Steg.
Ich finde das Design sehr gelungen - klar und funktional.
Ein praktisches Detail sind die zwei winzigen abnehmbaren Plastekappen, unter denen sich die Taumelschrauben des Tonkopfes verbargen.
LG Frank
In Rust We Trust!
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02.02.2024, 15:59
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.02.2024, 16:13 von aviavi59.)
Hallo Frank
Ja, man erkennt diese 1.Generation äußerlich an den Potiknöpfen und an der anderen Beschriftung
(weiter oben im Beitrag)
Die Schaltung war somit etwas anders, es gab noch einen zusätzlichen Kontakt unter dem „Dynamik“ Schalter
der dann die Unterspannungsanzeige (grüne Lampe) aktivierte, welche also noch nicht die Aussteuerung
wie an der 2. Generation anzeigte.
Genaue Details zu den einzelnen Schaltungen werde ich dann noch zeigen.
Und, nur dieser Sonett zählt zur 1.Generation (was bei angebotenen Geräten sehr oft falsch deklariert ist)
Von den kleinen Kappen über dem Tonkopf war eigentlich nur die linke sinnvoll
da darunter die „Taumelschraube“ sitzt, die rechte hatte man wohl nur zur Symmetrie vorgesehen
denn die Schraube darunter hält den Kopf fest und darf keinesfalls gedreht werden !
DDR-Design, ein Phänomen, man denke z.b. an Heli-Radio und viele andere Dinge
Die „Zeitlosigkeit“ ist oft verblüffend, als Modellbahner denke ich da an die V100/BR110…
Diese Loks fahren heute noch herum, und man sieht ihnen ihr alter kaum an !
(editiert)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Da ist wieder, Modellbahn- und Tonbandhobby. Die V100 mit dreiachsigen Rekowagen in H0 dreht auch bei mir ihre digitalen Runden. Im Original besteht sogar eine Verbindung mit dem Sonett. Ein Klassenkamerad hatte ein rotes mit den Muldentasten, helle Bedienblende und Metallgriff. Es war bei so mancher Klassenfahrt oder im Ferienlager mit dabei. Gefahren sind wir meistens mit der oben genannten Zuggarnitur, allerdings im Original. Zum Reiseproviant gehörten neben den beschmierten Broten und Limonade auch R20-Batterien für das Sonett. Jeder in der Gruppe hat mal einen Satz gekauft. Alle wollten ja Musik hören und eine Steckdose hatte niemand dabei  Die Kassetten mit der Westmusik aus dem Radio waren natürlich auch dabei.
Gruß Gerald
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02.02.2024, 17:13
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.02.2024, 17:13 von aviavi59.)
HALLO Gerald
Modellbahn und Tonband 
was für eine Symbiose…
Damals wie heute…
![[Bild: img_2840.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_2840.jpg)
(H0)
(Ich hoffe der kleine Abstecher stört hier nicht)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Hier im Forum gibt es ja noch einige Modellbahner.
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(02.02.2024, 16:56)snzgl schrieb: Zum Reiseproviant gehörten neben den beschmierten Broten und Limonade auch R20-Batterien für das Sonett. Jeder in der Gruppe hat mal einen Satz gekauft. Alle wollten ja Musik hören und eine Steckdose hatte niemand dabei Die Kassetten mit der Westmusik aus dem Radio waren natürlich auch dabei.
Gruß Gerald
Hallo Gerald,
wie lange ist das her?
Gruß Jan
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Ende der 70er Jahre.
Ist zwar ein anderes Thema. Nur soviel, ich war damals in einem Internat der Schule für Sehbehinderte in Neukloster (Meckl.) Die Klassenkameraden waren auch in ihrer Freizeit zusammen.
Ein Kassettenrecorder war ein Heiligtum wer einen hatte war der "Chef". Da war es eben so, daß der Recorder meist überall dabei war. Eine schützende Tragetasche mit einem Schulterriemen gehörte natürlich dazu.
Aber ich möchte den interessanten Beitrag vom Avi nicht zerreden.
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07.02.2024, 17:44
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.02.2024, 17:53 von aviavi59.)
Hallo
Proof of Life
Hab viel zu tun mit der Fertigstellung der Sonett, die Unterschalen fressen Zeit…
Nebenher läuft die Herstellung der „Sonett-Sonderedition“
mal schon durchs Schlüsselloch schauen ?
Darf ich vorstellen:
Links Sonett „Silvermashine“ und rechts Sonett „Jack in the Green“
Beide mit LED Aussteuerungsanzeige und überarbeitetem Innenleben
Die Idee mit der LED Aussteuerungsanzeige ist schon sehr alt, bei diesen Designstudien wollte ich das dann
endlich mal verwirklichen.
Die LED passen sich dem alten Design hervorragend an, ohne dabei das äußere Erscheinungsbild des Sonett
zu sehr zu beeinflussen.
Ja, der Selengleichrichter ist rausgeflogen… dafür eine Graetzbrücke und schicke Elkos direkt am Gleichrichter
Das musste einfach mal sein
Das Bauteil nimmt in etwa den Raum des Selengleichrichters ein, was Bedingung war:
die hochwertigen Elkos haben 4x 1500uf 16V, die Lochstreifenplatine führt die Verdrahtung punktuell zusammen
und ersetzt somit die „fliegende Verdrahtung“ des Sonett
Die Graetzbrücke sitzt jetzt an der Lasche wo vorher die Selenbrücke saß
Der ETE für Umschaltung Hand/Automatik wurde „aufgestockt“ um zusätzliche Schaltmöglichkeit zu erhalten
da die grüne Lampe (jetzt LED, wie auch die Netzlampe) nur noch anzeigt ob „Hand“ oder „Automatik“
Die LED Aussteuerung besteht aus 6 LED, im „Jack in the Green“,oben, schon zu sehen…
So, Schlüsselloch wieder zu…
Später mehr wenns genehm
Mit der Sammlung geht es bald weiter… Die Unterschalen… Die Griffe…
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Danke für´s Vorstellen. Diese akribische Art erinnert mich stark an die detaillierten Vorstellungen von Wolfgang "Cisumgolana" rund um alle Arten von Uher Report-Modellen und Zubehör.
Obwohl mich diese Modelle nie wirklich interessiert hatten, ein Anette hatte ich auch im Büro. Zum Übergang in die Rente musste ich es entsorgen. Keiner wollte es haben.
Gruß
Rainer
NIVEAU ist keine Hautcreme,
STIL nicht das Ende vom Besen
und HUMOR etwas gutartiges...
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12.02.2024, 17:52
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.02.2024, 10:39 von aviavi59.)
Hallo
JACK IN THE GREEN
Hast du Jack-In-The-Green gesehen?
Mit herabhängendem langen Schwanz
Ruhig sitz er unter jedem Baum
In den Falten seines Samtkleides
Er trinkt aus dem leeren Eichelbecher
Der Tau, den süß die Morgendämmerung schenkt
Und klopft mit seinem Stock auf den Boden
Signalisiert den Schneeglöckchen, dass es Zeit ist zu wachsen
Es macht keinen Spaß, Jack-In-The-Green zu sein
Kein Ort zum Tanzen, keine Zeit für Lieder
Er trägt die Farben des Sommersoldaten
Trägt die grüne Flagge den ganzen Winter lang
Jack, schläfst du nie
Trägt die grüne Flagge immer noch tief in deinem Herzen?
Oder werden diese veränderten Zeiten
Autobahnen, Stromleitungen
uns auseinander halten?
Nun, das glaube ich nicht
Ich habe heute etwas Gras durch die Bürgersteige wachsen sehen
Die Eberesche, die Eiche und die Stechpalme
Sind das Es bleiben noch Gebühren für die Pflege übrig
Jeder Grashalm flüstert Jack-In-The-Green zu
Oh Jack, bitte hilf mir durch meine Winternacht
Und wir sind die Beeren am Stechpalmenbaum
Oh , die Misteldrossel kommt
Jack, mach das Licht aus
… soviel zu Jethro Tull
nun zum Sonett „Jack in the Green“
(Dieser Sonett gehört nicht zum regulären Teil der Sammlung)
Eine Designstudie mit kleinen technischen Verbesserungen:
Da ich noch eine „helle“ Unterschale über hatte bot sich diese Farbkombination an
Gespritzt ist die Oberschale mit einem dunkelgrünen „Hammerschlag“ aus der Dose
Die Tasten wurden dem Design angepasst und die Graubraunen Regler korrespondieren mit dem Griff
Wie schon erwähnt erhielt dieses Exemplar eine LED-Aussteuerungsanzeige wie sie in den 80ern üblich war
Ich habe die LED-Kette so unauffällig wie möglich in das Design des Sonett integriert
Freuen durfte sich Jack über gekapselte Potis mit 6mm Achse, wozu die Knöpfe umgearbeitet wurden
und vom Trafo mussten ein paar Windungen runter um wieder auf 7,5V zu kommen
da jetzt durch die neue Graetzbrücke 9V Betriebspannung anlagen.
Die Anbindung der Aussteuerungsanzeige erfolgte über C401 und lässt sich über den gut zugänglichen
Trimmer abgleichen.
Die ehemalige grüne Lampe der Aussteuerung (jetzt LED) zeigt an daß per Hand ausgesteuert wird
Der Lautsprecher ist jetzt verschraubt ! dazu wurde auf die Plastikbolzen ein Gewinde M4 geschnitten:
Neue Gaze mit „T8000“ eingeklebt
…und das alles „Ernsthaft“
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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"Ach, ist das Sonett schön grün ..." (frei nach Wilhelm Bendow)
Jetzt musst du nur noch eine grüne ORWO-Kassette einlegen und "Es grünt so grün ..." aufnehmen.
Mindestens 3 Geräte mussten ja ihre grüne PLAY-Taste spenden.
Ich finde es ganz putzig, ein bisschen Spaß muss schließlich sein.
Liebe Grüße
Frank
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.02.2024, 16:29 von aviavi59.)
Hallo
Die zweite Designstudie Sonett „Silver Mashine“
Auch hier konnte die LED-Aussteuerungsanzeige wieder gut in das Gesamtbild des Sonett integriert werden
… so, nu ist juut
weiter dann mit den regulären Modellen der Sammlung… versprochen
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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19.02.2024, 20:40
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.02.2024, 20:43 von aviavi59.)
Hallo
Hier nun weiter mit der Sammlung
Innerhalb der 2.Generation gab es dann diese roten Versionen:
Erschienen so etwa 1975, wobei ich nicht sagen kann wann die Version mit der silbernen Blende auftauchte
welche jedoch relativ selten zu haben ist, also wohl nicht in so hoher Stückzahl gefertigt wurde…
Verbaut war das KGB4.3 und die Schaltung entsprach der schon gezeigten grauen Version dieser Generation.
Mit den roten Sonett wurde dann auch der zu sehende Tastensatz mit den „Fingermulden“ eingeführt.
Die Taste „Aufnahme“ wechselte jetzt von rot auf grün.
Die Dynamik der automatischen Aufnahme konnte nicht befriedigen, es gab Umbauhinweise welche aber nie
in der offiziellen Serviceinformation zu finden waren, später dazu mehr…
Die Version mit der schwarzen Blende hingegen ist noch recht häufig anzutreffen:
Seiner Zeit war diese Farbgebung schon recht außergewöhnlich wenn man die Zeitgenossen im In-und
Ausland betrachtet, mit dem Minett, dem kleinen Brüderchen des Sonett, hatte man ebenso mit kräftigen
Farben experimentiert…
Allerdings setzte man mit dem Sonett (KT300) nur die Tradition des KT100 fort, welcher ja der Vorläufer
des Sonett war und ebenso bunt daher kam…
Mit der Vorstellung der 3.Generation, dem Sonett77 geht es dann weiter
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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21.02.2024, 20:25
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.02.2024, 20:29 von aviavi59.)
Hallo
Biegen wir mal auf die Zielgerade ein:
Die 3.Genaration Sonett77
Das sind also die 4 Versionen die sich durch Gehäuse und Tastensätze unterscheiden.
Erschienen um 1977 was auch der Namenszusatz deutlich machen soll.
Bei dieser nun letzten Generation des Sonett wurde dann eine neue Form der Lautsprecherabdeckung
eingeführt, der Sonett erhielt quasi ein „Facelifting“
Übergangsweise gab es allerdings den 77er noch mit dem alten Lautsprechergrill der 2. Generation allerdings
schon in schwarz.
Ebenfalls anzutreffen war eine veränderte Unterschale die ich weiter vorne schon beschrieben habe…
Verbaut wurde das KGB4.3
Schaltungstechnisch wurde nun eine Umschaltung auf Aussteuerung per Hand eingeführt, hierzu bekam
der Klangregler eine Doppelfunktion was aber bedeutete nach der Aufnahme stets die Höhen wieder neu
einzustellen (Klangregler auf 9)
Eine Umschaltung der Dynamik entfiel dadurch und wurde auf einen festen Wert gesetzt.
Der Tastensatz wurde noch einmal überarbeitet und letztendlich vom Anett übernommen bzw. im Ersatzteilfall ersetzt
Diese Tasten fielen voluminöser aus und schlossen endlich die häßliche Lücke zum oberen Rand…
Diese erste Variante dürfte in nur geringer Auflage produziert worden sein, wenn man die Seltenheit in der heutigen
Verfügbarkeit ins Verhältnis setzt !
Man kann hier also von einer wirklichen Rarität sprechen…
Gleiches trifft auf diese Version zu:
Die Rarität bezieht sich hier auf den Tastensatz der dem des Anett ähnlich ist, aber andere Abmessungen hat.
(auch weiter vorn im Bericht erklärt)
Diese Version kann man als die „Reguläre“ bezeichnen:
Der von der 2.Generation (Rot) übernommene Tastensatz war lange Zeit im 77er verbaut, bis dann der
„Anett“ Tastensatz auftauchte:
Man kann hier gut sehen wie die Tasten jetzt bündig mit der Oberschale abschließen…
…und alle Sonett erhielten (außer „Museumsedition“ Ur-Sonett) die rastenden Vor-und Rücklauftasten:
Weiter geht es mit der Vorstellung der Gesamtausgabe der Sammlung…
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.02.2024, 19:21 von aviavi59.)
Hallöle
Vor der „Parade“ noch ein wenig Designstudie gefällig ?
 Ich weiß ja, ihr steht auf diese „Freiheiten“
Wie weiter vorn im Beitrag schon angeführt, hatte die rote Oberschale des Sonett der 2. Generation
arge Probleme mit der Langzeitstabilität der Pigmentierung des Polystyrol, was zu üblen Ausbleichungen
und Verfärbungen führen kann:
Die linke Kassettenklappe zeigt dieses Problem
Deswegen hatte ich mir erlaubt zwei der Oberschalen rot zu lackieren (KFZ-Lack VW Tornadorot) (@danke Wenni)
Im einzelnen sind das „Lady in Red“
Durchgehend roter Tastensatz des Sonett der 1. Generation
Und eine rote Version des Sonettˋ77 (3. Generation)
Anders als bei der roten Version der 2. Generation sind hier die Kassettenklappen schwarz gehalten
was einen ganz anderen Look ergibt…
(zumindest bei dieser Version korrespondiert die Klappe hervorragend mit dem Tastensatz)
Der Sonett ist ein hervorragendes Beispiel für DDR-Industrie-Design der 70er Jahre !
eine klare, nüchterne und aufgeräumte Struktur der Oberfläche, symmetrische Anordnung der Bedienelemente
und eine konsequente Anwendung von Kunststoffen in kräftigen Farben.
Und das ganze, im Einklang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen
… wird fortgesetzt
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Das VW rot heisst tornadorot.
Gruß
Wenni
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@ wenni, danke, habs editiert, hatte nur die Ral-Nummer von der Dose
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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26.03.2024, 20:04
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.03.2024, 20:08 von aviavi59.)
Hallo
nach einer kleinen Pause geht es dann hier weiter
der Garten brauchte meine Anwesenheit, Hochbeet bauen und den Frühling einläuten…
Als letztes Umbauprojekt hier noch ein Sonett´77
White Shadow
(P. Gabriel)
Die Kassettenklappe stammt hier vom R160 und musste demzufolge angepasst werden
Der Vorteil diese Klappe, sie ist wesentlich stabiler und hat zudem ein größeres Fenster !
Diese Farbgebung steht dem Gerät außerordentlich gut !
Schade daß er so nie angeboten wurde, kommt doch hier das Design des Rekorders am besten zur Geltung
Der Rekorder wurde mit weißem Autolack gespritzt und hat ebenfalls eine LED-Aussteuerungsanzeige bekommen
Die Verkabelung ist komplett überarbeitet und auch wie bei „Jack in the Green“ und „Silver Mashine“ ist der
Seelengleichrichter durch eine moderne Graetzbrücke nebst Elkos ersetzt worden
Auch hier sind gekapselte Potis verbaut
Durch die überarbeitete Verkabelung wirkt das nun alles sehr aufgeräumt möchte ich meinen…
Die finale Gesamtvorstellung der Sammlung (Die Exemplare) dann in Kürze hier in diesem Theater
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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08.04.2024, 09:07
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.04.2024, 11:35 von aviavi59.)
Hallo liebe Freunde des Kassettenrekorders Sonett (KT 300)
Hier nun also die Gesamtübersicht der sammelbaren Exemplare des Rekorders:
Im Einzelnen…
1. Generation (Ur-Sonett):
2. Generation:
edit, nach Hinweis
3. Generation (Sonettˋ77):
In dieser Form dürfte diese Sammlung so ziemlich einmalig sein !
Im Zuge der Restaurationen sind auch diese Designstudien des Sonett entstanden:
Alle Rekorder befinden sich in einem hervorragenden technischen, wie optischen Zustand.
Grundsätzlich wurden alle Elkos gewechselt, Andruckrollen, Tonköpfe, Wickeldorne, Rutschkupplungen
und Pesen sind aus Lagerbeständen erneuert.
Die Netzbuchsen sind gegen C8 Buchsen getauscht, ebenso sind die Sicherungshalter modernisiert worden.
Die Motoren wurden gewartet bzw. bei Bedarf gewechselt
Der elektrische Abgleich (Ruhestrom, Mittenspannung, Löschspannung und Vormagnetisierung) wurde durchgeführt…
Die KGB 4 (1/7) wurden komplett zerlegt und überarbeitet und die Tasten für Vor-und Rücklauf wurden rastend
ausgeführt (außer die „Museumsedition“ des Sonett Baujahr 1972 der ersten Generation)
Zu sehen ist hier nur der exemplarische Teil der Sammlung, es sind von jeder Ausführung (außer Rot/Silber)
teils mehrere Exemplare in der Sammlung.
Bei den Sonettˋ77 bezieht sich die Vielfalt nicht nur auf die Form der Oberschalen sondern auch auf
die anzutreffenden Tastensätze, da diese das Erscheinungsbild deutlich differenzieren.
Hergestellt wurde der Sonett in einem Zeitraum von etwa 10 ! Jahren, was Kontrollzettel von 1972 bis 1982 belegen
im VEB Sternradio Sonneberg / Kombinat Sternradio Berlin.
Soweit, so gut
Ich habe die Arbeit an den Rekordern jetzt eingestellt, übrig geblieben sind nun noch einige Ersatzteile
und auch komplette, regenerierte Laufwerke (mit Tastensatz, Motor und Pese)
(auch für den Sternrekorder R160)
All diese Dinge werde ich jetzt veräußern…
Auch die Sammlung soll bis auf den Grundbestand ausgedünnt werden…
Sollte hier Interesse bestehen, gerne, ansonsten wird das demnächst in der Bucht angespült werden…
Sollte Interesse zum Service an den Sonett bestehen, so kann man mich hier gerne fragen
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Ich glaube, ich habe es weiter oben schon erwähnt. Man Schulfreund hatte den roten mit heller Front und Knöpfe aber mit Metallgriff. Ist hier nicht dabei. Kann auch sein, dass es ein Reparaturfall war.
Die Sondermodelle mit den verschiedenen Farben gefallen mir.
Was beim Minett ging, warum nicht auch beim Sonett?
Gruß Gerald
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08.04.2024, 11:04
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.04.2024, 11:46 von aviavi59.)
Hallo Gerald, ich kann dir gerne den Metallgriff dranschrauben………
(hatte ich tatsächlich übersehen, danke für den Hinweis)
Metallgriffe (Alu/Polystyrol) sind in der schwarzen Ausführung extrem rar !
ich selbst habe nur 2 Stück in meiner Sammlung… hier am „Silberling“ der 2. Generation und an der
gelben Designstudie (Nachbau vom Flyer)
![[Bild: img_0933.jpg]](https://i16.servimg.com/u/f16/17/13/95/37/img_0933.jpg)
Oben die graubraune Ausführung für die 1. Generation und die grauen Exemplare der 2. Generation
Mitte die seltene schwarze Ausführung
Unten der Kunststoffgriff…
Die Griffe, aus teilweise Aluminium, waren äußerlich robuster und schicker… jedoch ließen sich diese nicht an
das Gehäuse schieben, und neigten bei zu hoher Belastung zum verbiegen wobei dann die Plastikteile gerne
abbrachen…
Der untere Griff, verbaut ab der roten Version von Generation 2, ließ sich dann an das Gehäuse schieben…
jedoch wurde er aus PE/PP gefertigt und neigte zum durchbiegen und ausfransen…
So, zufrieden ?
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Hallo Avi,
diese Dokumentation ist total beeindruckend.
Die Vielfalt der Sonetts war mir gar nicht bewusst. Als Kind der DDR hat man so ein Gerät mal hier und da bei Kumpels gesehen.
Also Wahnsinn, was du hier gezeigt hast und Hochachtung vor diesen Arbeiten.
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(27.01.2024, 20:05)aviavi59 schrieb: 2.Generation - Farbe: Grau/Elfenbein und Rot/Schwarz - Schaltung: Die Unterspannungsanzeige
entfiel, dafür gab es jetzt mit der grünen Lampe eine rudimentäre Aussteuerungsanzeige
wobei wieder nur per Automatik ausgesteuert wurde, ebenso mit der Dynamik-Umschaltung
welche leicht verbessert wurde.
Auffälligster, äußerer Unterschied zur 1.Generation waren jetzt die aufgesetzten Potiknöpfe
mit reproduzierbarer Skalierung.
Verbaut wurde das KGB4.2 (Grau/Elfenbein)und KGB4.3 (Rot/Schwarz)
(Übergangsphasen möglich)
Rot/Schwarz mit veränderten Tasten („Muldentasten“, Grün/Schwarz) Guten Abend,
ich habe ein Sonett der 2. Generation in Rot/Schwarz. Eigentlich geht der Zustand, obwohl es viele Jahre auf einem Boden gelegen hat. Ich hatte es mit so genannten "Zauberschwamm" gesäubert. Aber die Politur werde ich ihm auch noch mal geben.
Mein Problem ist, dass ich nur den Schaltplan KT300 1803.00 und 1803.03 habe. Da müsste es doch noch eine andere Version geben. Ich habe keine Unterspannungsanzeige für die Batterie, die La 602 ist wie beim Sonett 77 angeschlossen. Aber eine Umschaltung von Hand auf Automatikaussteuerung gibt es bei mir nicht.
Seltsamer Weise leuchtet die grüne LED beim Abspielen im Takt der Musik. Ich kann mich nicht mehr erinner, ob das mein Sonett damals gemacht hat.
Hat jemand einen Schaltplan und vielleicht eine PCB-Ansicht für meinen KT 300?
Gruß Richard!
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Ich kenne auch nur das alte Sonett und das Sonett77 (umschaltbar auf Handaussteuerung mit "Flackerlicht" als Pegelanzeige). Wenn in deinem Gerät eine LED drin ist, muss die mal einer reingebastelt haben, standardmäßig hatten die nur Glühlämpchen. Das Flackern kann dadurch zustande kommen, dass bei der Wiedergabe durch die Stromspitzen des Lautsprechers die Betriebsspannung kurzzeitig in die Knie geht (möglicherweise Kapazitätsverlust der beiden großen Elkos) und dadurch die Unterspannungsanzeige anspricht (eigentlich müsste da aber die rote Lampe dranhängen). Mir sieht das so aus, als ob da mal einer in dem Gerät rumgelötet hat, der nicht genau wusste, was er tat (ich vermute mal, dass das Gerät aus zweiter Hand stammt).
Was mir gerade noch einfällt: Vielleicht hat einer das Innenleben eines zu Bruch gegangenen Sonett77 in ein altes Gehäuse gebaut. Was verbastelt hat er dann aber dennoch.
Gruß Holger
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Ach na klar, das war mein Unterbewusstsein mit der LED. Die hatten natürlich die Glühlampen, für 4 V. Die ist da auch drinnen.
Ich kenne den Vorbesitzer eigentlich, der hatte mit Elektronik nichts am Hut. Das würde mich wundern, wenn der daran rumgebastelt hat.
Die Glühlampe ist so angeschlossen, wie beim Sonett 77, aber ein Sonett 77 ist es definitiv nicht. Die erste Generation kann es nicht sein, weil es die Unterspannungsanzeige nicht hat. Der Taster c,d (Dynamikumschaltung) hat auch nicht die Kontakte 4,5,6. Deshalb denke ich, ist es die 2. Generation.
Ich kann auf der Leiterplatte noch mal nachsehen, aber ich denke, dass die La 602 am Kollektor des MP20A oder MP21G angeschlossen ist.
Wenn ich eine Labor-Netzteil mit 7,5 V an statt der Batterie nehme, dürfte die Spannung doch nicht nachgeben. So könnte ich die Theorie der in die Knie gehenden Betriebsspannung doch testen, oder?
Wie gefragt, wenn jemand einen Schaltplan der 2. Generation hat, würde ich mich sehr freuen. Im Netz findet man nicht dazu. Ich kenne bei uns in Templin auch einen ehemaligen Mitarbeiter des Dienstleistungskombinates, aber selbst der konnte mir nicht helfen.
Gruß Richard
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(14.01.2024, 04:02)PSMS schrieb: Wer mit so einem Sonett aufgewachsen ist, wird daran hängen.
Kann ich nicht bestätigen. Ich hatte so einen (den letzten im Bild) und fand ihn furchtbar, was vor allem daran lag, dass alle anderen um mich herum schicke Westgeräte hatten, meistens Ghettoblaster von Sharp, Sanyo und JVC, die nicht nur besser aussahen, sondern auch besser klangen und funktionierten.
Beim Sonett konnte man nicht mal automatisch vor- und zurückspulen, weil die Tasten die ganze Zeit heruntergedrückt werden mussten. Das Laufwerk hatte keine Endabschaltung, nicht mal bei Wiedergabe, das sollte wohl Schäden verhindern.
Irgendwo gab es dann einen Tuningtipp: Man musste in einen Querschieber nur zwei Kerben hineinfeilen, dann blieb die Tastenmechanik daran hängen und spulte auch ohne manuellen Einsatz weiter.
Irgendwann konnte ich mir dann vom knappen Lehrlingsgeld ein RFT HMK 100 leisten. Das war zwar auch nicht aus dem goldenen Westen oder dem noch verheißungsvolleren Fernen Osten, aber immerhin konnte es in Stereo aufnehmen.
Man muss sich das mal vorstellen: Sharp hatte automatischen Titelsuchlauf (APSS) bereits 1978! Die DDR-Geräte konnten es auch zehn Jahre später noch nicht.
Insofern Respekt für den TE, dass er die Sonetts als Sammelobjekt für sich entdeckt hat und so gut hegt und pflegt.
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(26.09.2025, 18:35)RichardRau schrieb: ....
Wie gefragt, wenn jemand einen Schaltplan der 2. Generation hat, würde ich mich sehr freuen. Im Netz findet man nicht dazu. Ich kenne bei uns in Templin auch einen ehemaligen Mitarbeiter des Dienstleistungskombinates, aber selbst der konnte mir nicht helfen.
Gruß Richard
Ich hab was gefunden, es gab tatsächlich noch eine weitere Variante des "alten" Sonett. War mir noch nie aufgefallen, obwohl ich früher öfter an den Dingern rumgeschraubt hab. Im Anhang der Schaltplan, der deckt sich mit dem, was Du beschrieben hast.
SternRadioSonneberg_SonettKT300_sch.pdf (Größe: 525.43 KB / Downloads: 13)
Gruß Holger
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Oh, Wahnsinn Holger,
vielen vielen Dank!
Gruß Richard!
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Hallo zusammen,
Wie sieht es mit der Standzeit der in diesen Geräten verbauten A/W-Köpfen aus DDR-Produktion aus?
Grüßle,
Franz
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Die Kopfbestückung der Geräte war unterschiedlich. Die in den 70ern gebauten Geräte hatten meist einen Kopf mit Plastikkörper, wie rechts im Bild. Dieser verschliss recht schnell. Ende der 70er kam dann (zusammen mit der Einführung von Chromcassetten in der DDR) ein abriebfesterer sog. Longlifekopf in Metallausführung (Typ X1K25, links im Bild) auf den Markt, dieser hielt wesentlich länger und wurde ab ca. 1980 in allen mono Geräten und auch bei Reparaturen generell verbaut.
Wenn es in Hartmannsdorf (Standort des einzigen Tonkopfherstellers in der DDR) mal wieder Lieferprobleme gab, griff man auf Köpfe des ungarischen Herstellers BRG zurück (Typ CK12, wenn ich mich recht erinnere, erkennbar am Messingkörper), die waren "butterweich" und sehr schnell runtergeritten.
Gruß Holger
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28.09.2025, 09:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.09.2025, 09:59 von franzm.)
Danke für die Info!
Kannte bisher nur die in Metall eigefasste Ausführung. Die in Kunststoff eingefassten sind mir nur aus UdSSR-Geräten bekannt. Die Russen haben oft BRG-Köpfe verwendet und anscheinend auch Laufwerke aus dem RGW-Raum.
Einige BRG-Modelle konnte man zerlegen und die eingeschliffenen Polschuhe ersetzen (wie bei Woelke).
Und wenn ich schon eine Menge OT produziert habe; wie sieht es mit der Langzeitstabilitat der ORWO Chromdioxid Cassetten aus? Die Echtchromtypen aus westdeutscher Produktion sind heute kaum noch zu gebrauchen.
Grüßle,
Franz
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Die Köpfe der UdSSR Geräte (sowohl Spulentonband (Jupiter) als auch Cassette (Elektronika 302)) waren recht schnell am Ende, da allesamt zu weich. Bei Cassettengeräten ,zumindest den in der DDR verkauften, waren manchmal aber auch Japan Köpfe (ich glaub Matsushita) verbaut, die hielten bedeutend länger.
Die Orwo Cassetten waren auch Echtchrom, die Situation bezüglich Pegelverlust ist die gleiche wie bei BASF. Zum Neubespielen mit (70er/80er) Partymusik und anderen Dudelaufnahmen taugen sie noch, für anspruchsvolleres Zuhören aber eher nicht. Der volle Pegel wird nicht mehr erreicht (Dolby funktioniert nicht mehr), es muss auch geringer ausgesteuert werden (ca. -2db).
Gruß Holger
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28.09.2025, 18:17
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.09.2025, 18:18 von RichardRau.)
(26.09.2025, 17:26)Analoghoerer schrieb: Das Flackern der grünen Lampe La602 kann dadurch zustande kommen, dass bei der Wiedergabe durch die Stromspitzen des Lautsprechers die Betriebsspannung kurzzeitig in die Knie geht (möglicherweise Kapazitätsverlust der beiden großen Elkos)
Gruß Holger
Hallo Holger,
ich habe das Sonett über 7,5 Volt per Batterie angeschlossen. Wenn ich Wiedergabe drücke, geht die grüne Lampe kurz an und verlischt dann fast ganz, aber eben nur fast. Sie leuchtet aber immer noch etwas.
Während beim Netzbetrieb die grüne Lampe richtig flackert. Irgendwie versucht sie den Takt zu treffen.
Ich mache mal ein Video.
https://youtu.be/ZchvcDnDLWs
Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, ob das normal ist?
Gruß Harald!
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(27.09.2025, 15:59)Analoghoerer schrieb: Die Kopfbestückung der Geräte war unterschiedlich. Die in den 70ern gebauten Geräte hatten meist einen Kopf mit Plastikkörper, wie rechts im Bild. Dieser verschliss recht schnell. Ende der 70er kam dann (zusammen mit der Einführung von Chromcassetten in der DDR) ein abriebfesterer sog. Longlifekopf in Metallausführung (Typ X1K25, links im Bild) auf den Markt, dieser hielt wesentlich länger und wurde ab ca. 1980 in allen mono Geräten und auch bei Reparaturen generell verbaut.
Wenn es in Hartmannsdorf (Standort des einzigen Tonkopfherstellers in der DDR) mal wieder Lieferprobleme gab, griff man auf Köpfe des ungarischen Herstellers BRG zurück (Typ CK12, wenn ich mich recht erinnere, erkennbar am Messingkörper), die waren "butterweich" und sehr schnell runtergeritten.
Gruß Holger
Hallo Holger,
ich habe ein Sonett 77 bekommen. Es macht eigentlich auch einen guten Eindruck, aber der Tonkopf scheint total runter zu sein. Ich glaube, dass ist so ein Kopf aus Ungarn.
Kann ich dafür einen vom Anett einsetzen (X1K25). Oder muss ich da alles neu Einmessen, abgesehen vom Eintaumeln?
Gruß Richard!
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03.10.2025, 16:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.10.2025, 16:56 von Analoghoerer.)
Ja, das ist der Ungarn-Kopf, der kann unmittelbar durch den X1K25 ersetzt werden (die beiden mittleren pins zusammenlöten, dort das Kabel für den Mittelabgriff anschließen). Lediglich die Vormagnetisierung muss dann neu eingestellt werden.
Gruß Holger
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Guten Morgen,
vielen Dank für die Antwort, dann werde ich den Kopf mal wechseln. Die Werte für die Vormagnetisierung suche ich mir dann auch noch raus und stelle sie ein.
Gruß Richard
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Hallo
Wird wohl doch mal nötig sein hier einiges zum Service am Sonett (Es ist ein Kassettenrecorder)
einzustellen, bevor es wieder in Richtung „hätte, könnte, keine Ahnung“ geht
Ich werde die Schaltpläne einstellen und auf die Unterschiede hinweisen
Ersatzteil-Quellen benennen
Montage, Demontage KGB4
Rastende Bandlauftasten
Eintasten Aufnahme
Elektrischer Abgleich
Usw.
Nur möchte ich euch um eines bitten:
Das Thema hier nicht zu zerschießen!!!
Geduld zu haben, denn das bedeutet jetzt wieder viel Arbeit für mich…
…warum wollte eigentlich keiner die kompletten Serviceunterlagen, welche ich bei Ebay angeboten hatte
erwerben, oder wenigstens hier erfragen?
Nun sehe ich die vielen Fragezeichen…
Die Kopien von den Originalen enthalten alle verfügbaren Plan-und Serviceunterlagen sowie Umbauanleitungen!
Ich werde dann Auszüge hier posten
Aber wie gesagt, bitte Geduld und überlasst mir bitte die Arbeit damit der Bericht hier nicht so zerfleddert wird!
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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04.10.2025, 16:12
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.10.2025, 16:59 von aviavi59.)
Richard, bevor du weitermachst, Goldpfeil (1XK21) 8,1V / CK12 9,0V an Pin 11b A/W Umschalter, gegen Masse
..alles weitere dann später
(dein spezielles Problem mit deinem offensichtlich verbastelten Sonett würde sich per PN am besten klären lassen)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Vielen Dank,
gerne per PN. Es gibt da nämlich noch eine weitere Seltsamkeit.
Gruß Richard!
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14.10.2025, 21:45
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.10.2025, 23:24 von aviavi59.)
Hallo und guten Abend die Runde
Nachdem der Bericht hier am Ende ein wenig „zerfleddert“ wurde möchte ich mit diesem Anhang wieder
auf Linie kommen…
Neuaufbau eines Sonett ˋ77
Hier könnt ihr live dabei sein wie ich einen Sonett der 3.Generation komplett neu aufbaue.
Das musste wohl mal sein, um so einige Fragen beim Zuschauen schon vorab zu klären.
Der Beitrag kann somit als reichlich bebilderte Anleitung verstanden werden, bei Reparaturen
helfen und Probleme mit dem Recorder aufzeigen und Lösungen anbieten…
Fangen wir an:
Kürzlich konnte ich eine Oberschale des 77er aus NOS-Bestand in der Bucht fischen…
Anlass, hier mal, fein säuberlich dokumentiert, einen Neuaufbau zu zeigen.
Erste Arbeiten:
Die Oberschale hat eine leichte Wölbung weswegen sie wohl nie verkauft wurde…
Durch diese Wölbung hatte sich die Blende teilweise gelöst und musste neu verklebt werden.
Bei älteren Sonett neigt die Blende wegen des gealterten Klebers grundsätzlich zum Ablösen, der Kleber im Bild
setzt hier neue Maßstäbe (China) unbedingt mal probieren!
Schick verklebt kommt als nächstes der Lautsprecher auf die Oberschale… da gibt es vom Hersteller diese
widerlichen Klammern… das muss nicht sein… Ich habe kurzerhand ein Gewinde M4 auf die Plastikbolzen
geschnitten:
Jetzt wird der Lautsprecher (Typen weiter vorn im Bericht) bequem mit der Oberschale an allen 4 Bolzen
befestigt:
Dass die Oberschale noch nie verbaut war sieht man an den Halterungen für die Zwerglampen 4V:
Als nächster, vorbereitender Schritt, erfolgt die Verdrahtung der Lämpchen:
Oben gehen die Lämpchen zusammen an Masse, üblich an die Lötfahnen des Trafowinkels
(die Anbindung habe ich später umverlegt, siehe späteres Foto)
Es gibt bei der letzten Generation des Sonett auch die Variante bei der die Netzkontrolle (Rot) direkt an die
Wechselspannung gelötet wurde, was ich aber nicht übernommen habe.
Hinweis: Den Widerstand (120 Ohm) und das graue Kabel (Aufnahmekontrolle) anlöten bevor die Birnchen
eingesetzt sind, ihr riskiert sonst dass die Schweißkappen weich werden und die Halterungen die Birnchen nicht
mehr fest genug andrücken!
Ist die Oberschale jetzt soweit vorbereitet geht es an den Trafowinkel…
Hier der vorhandene Zustand:
Da ist einiges zu tun…
Kümmern wir uns zuerst um die Primäre Geschichte mit der Netztspannung
Erste Maßnahme: Sicherungshalter erneuern…
Die alte, vernietete, wird einfach abgeknipst (Nietenköpfe abschneiden)
Der neue Ersatz kann, bei zu sehendem Typ, einfach verschraubt werden
Hinweis: Ein offener Sonett ist wegen dem exponierten und ungeschützten Einbau der Sicherung
LEBENSGEFÄHRLICH!
Beim Hantieren (Einstellarbeiten unter Netzbetrieb) kommt ihr unweigerlich an die Sicherung!
bitte abkleben, Haube verwenden ect. gleiches betrifft auch die Anschlüsse der Netzbuchse und eventuell
auch des Netzschalters!
Die Netzbuchse, im Original diese „Rasierer-Buchse“ habe ich grundsätzlich gegen eine Euro C8 Buchse gewechselt
Wie das geht seht ihr weiter vorn im Beitrag.
Im Zuge des Wechseln des Sicherungshalters habe ich die netzseitige Verkabelung extra isoliert und fixiert
hier schon mit Teilen des neuen Kabelbaums:
Dann mussten die ETE Taster (Netzschalter und Umschalter Hand/Auto) erneuert werden:
Ich habe da mal in meiner Ersatzteile-Box-Sonett nachgeschaut:
Da findet sich schon ein Pärchen mit schwarzen Tasten…
Ende Teil 1
(wird fortgesetzt)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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Das mit den Gewinden für die Lautsprecherbefestigung ist ja mutig, ich hätte Angst gehabt, dass mir die Plastikzapfen beim Gewindeschneiden abbrechen. Das mit den abgebrochenen Nippeln an den Schaltschiebern war ja auch so ein besonderes Problem, dieses Zeug konnte man nicht kleben, man musste immer den Schieber oder ganzen Schalter wechseln.
Was die Gefahren bezüglich Netzspannung (Sicherung, Netzbuchse) betraf, hatte ich zum Messen und Einstellen immer ein externes (Labor-)Netzteil über die Batteriekontakte angeschlossen, so hatte ich auch immer exakte 7.5 V mit Strombegrenzung für den Fall des Falles. Am Netz sollte man das offene Gerät nur über einen Trenntrafo betreiben, dann bleibt wenigstens eine einpolige Berührung (Sicherung) folgenlos.
Was ich in so manchem Sicherungshalter (an Stelle einer korrekten Sicherung) vorgefunden hab, kommentiere ich mal lieber nicht....
Gruß Holger
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14.10.2025, 23:00
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.10.2025, 17:57 von aviavi59.)
Teil 2
ich muss das unterteilen da mir in der Vergangenheit öfter schon mal eine Antwort einfach krepiert ist
und dann fängt man wieder von vorne an…
Also die Schalter…
Da ich den Kabelbaum komplett neu erstelle fängt der ganze Spass an der Schaltergruppe an:
Die Anschlüsse für die Umschaltung Hand/Auto habe ich auf eine Ebene gelötet
(im Original sitzen Blau und Braun auf der anderen Seite) so sieht das sauberer aus (Bild ist Beispiel)
Wichtig ist dass Blau und Grün verrödelt sind, dazu später mehr
Die fertige Verdrahtung der Schalter wurde dann unter den Winkel geführt und vor dem kantigen Blech geschützt:
Das ist die einzige Stelle mit Schrumpfschlauch, ansonsten verwende ich für den Kabelbaum authentische
Wickel aus Verbandmaterial…
Bevor der Trafowinkel mit der Oberschale verheiratet wird werden die neuen Sieb-Elkos ganz klassisch
in die Schale geklebt:
Links im Bild die neue Kabelführung der Masse für die Zwerglampen.
Zwischen den Elkos, die mit 35 V reichlich bemessen sind, kommt der 10 Ohm Widerstand der die Ub aufteilt
Die original verbauten Elkos solltet ihr nicht mehr verwenden, auch wenn die eventuell noch gut in den Werten
liegen, Die 10 V nominale max. Spannung der verbauten Elkos ist ein bisschen dünne bei 7,5 V
zumal die Ub reell auch weit höher liegen kann (Streuung der Trafos) und man bedenke, die Geräte wurden
früher für 220 V konzipiert!
Hochzeit und Beginn der neuen Verkabelung:
Diese kommt vom Trafowinkel aus drei Richtungen, gebunden wird das mit dem zu sehenden Produkt
wobei ich das in der Mitte geteilt von der Rolle entnehme.
Verwendet werden die originalen Drähte in der ursprünglichen farblichen Zuordnung:
Im Bereich der Potis nimmt die Verkabelung teilweise einen anderen Weg, das hat mit der Schwingungsneigung
der Schaltung zu tun und sollte unbedingt vom Original übernommen werden, später dazu mehr
näher:
Hier sieht man schön wie die beiden Ub an die Elkos geführt werden (Rot/Grün)
Die rote Ub wird hier von der grünen abgezweigt, geht zur Platine und zum Lautsprecher
weiter:
Der Abzweig zum Motor ist verlegt…
Die fürchterlichen „HF-Litzen“ werden eingebunden…
Hinweis:
Die von den Diodenbuchsen und vom LS-Poti kommende Litze sollte vor dem Einbau des Trafowinkels genau
überprüft werden, ggf. neu angelötet werden, diese Haarfeinen Drähte reissen gerne und unbemerkt ab!
Unbemerkt, weil diese Litze die Verlegeposition beibehält, man sieht das einfach nicht!
Soweit ist der Kabelbaum erstellt:
…und fertig für den Einbau des KGB 4
Die bunten Schaltdrähte werden in zwei Gruppen zur Platine geführt und am Abzweig nochmals gebündelt
das minimiert dann das befürchtete Abbrechen beim Abklappen der Platine im Servicefall!
Hier sieht man die Ankunft der Kabel zur Motorregelung:
Gelb: Masse (rechts)
Rot: Ub direkt vom Netzschalter
Grün: Ub zum Siebelko (bei gedrückter Laufwerkstaste)
Hinweis: erst bei gedrückter Laufwerkstaste werden die Siebelkos mit der Ub vom Gleichrichter verbunden
dass führt dann dazu das die Netzkontrolle beim Enschalten etwas heller wird!
Blau: Ub von der Mikrofonbuchse (Fernschaltung) welche dann an die grüne Ub geht.
Der Uneingeweihte mag hier etwas verwirrt sein, zumal der Schaltplan nicht die tatsächliche Leitungsführung zeigt
Der Schaltplan des Sonett ´77:
und das Platinen-Layout:
So, bevor dann das KGB 4 eingebaut wird, pausiert dieser Bericht hier und es geht in meinem Bericht
Kassettengrundbausten KGB 4 weiter…
Dort werde ich in Kürze ein solches Laufwerk ebenso komplett neu aufbauen und dann geht es mit
diesem Laufwerk hier weiter.
Es folgen dann noch Abgleich und Hinweise für die Fehlersuche und dann bin ich gespannt auf die Reaktionen…
(Holger, warum wartest du nicht das Ende des Flows ab?
Gewinde behutsam und nach erlernter Praxis)
Ein Vorgriff auf das fertige Produkt:
(Wird mit dem Einbau des KGB 4 fortgesetzt)
Immer so gut wie möglich, nie so gut wie nötig !
Beste Grüße
Avi
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