Hallo liebe Tonbandfreunde,
es geht wieder ein Stückchen weiter. Es müssen ja nun die Köpfe irgendwie mit den Verstärkern verbunden werden. Deshalb gibt es hier diese Buchsenleiste nebst Steckerchen.
Bisher hatte ich die Drähte immer einfach an die Steckerleisten angelötet und ein bisschen Iso-Schlauch drübergeschoben, Diese Konstruktionsweise ist aber nicht sonderlich stabil.
Deshalb wurden da noch kleine Teilchen aus Lötpunkt-Raster geschnitzelt, zwecks Versteifung der Steckerchen.
Hier sind die fertigen Strippen
Das Ganze eingebaut und angeschlossen. (Vorläufig, das sind noch nicht die Tonköpfe, die bleiben sollen.) Übrigens liegen die Befestigungsschrauben für die Buchsen-Leiste derartig besch...en , dass man sie nur mit ein bisschen Demontage festziehen kann ... wenn man das vorher gewusst hätte!
Nun wollte ich aber wirklich endlich mal was hören! Deshalb musste noch ein Adapter her für meinen kleinen Tascam-Recorder, der auch einen Klinken-Eingang hat. Begrenzer mit jeweils 2 Dioden pro Kanal und eine Steckleiste für einen Spannungsteiler - man will ja mit dem Ding auch mal höhere Spannungen aufnehmen, ohne die Eingänge zu crashen. (Und was dort werkseitig an Begrenzern vorgesehen und ob überhaupt, das weiß man nicht!)
Also quasi Ohropax für den Tascam. Ergebnis der "Anhörung" ohne jegliche Entzerrung: Es kommt etwas, wie zu erwarten. War zufällig Viertelspur, auf Halbspur abgehört und rückwärts, aber naja.
Mit einem anderen Band und ein bisschen nachträglicher Entzerrung per Audacity hörte es sich dann schon fast passabel an.
Nun müssen die Platinchen ja auch irgendwie irgendwo wohnen. Sollen sie auch, sogar recht komfortabel in Blechschachteln – wer da noch brummt, ist selber schuld. Es sei denn, er bekommt's so angeliefert.
Bisher bestückt: Stromversorgung, Umschaltrelais für Entzerrung sowie für Vor-/Hinter- Band-Umschaltung. Die Bestückung: 2 x NE5532A. Die losen Drähte der ersten beiden Stufen sollen dann um das RC-Netzwerk für die Entzerrung ergänzt werden. Des weiteren wird am Eingang ein C parallel geschaltet, was dann der Anhebung der Höhen dient.
Darauf folgt dann ein Lin-Ausgang sowie ein weiterer, einstellbarer Ausgang über das Schiebepoti, jeweils gepuffert.
Hier der schön verkramte Arbeitstisch beim 1. Test, denn ehe es nun weiter geht, muss ich natürlich erst mal sehen, ob alles stimmt bisher.
Die erste Stufe ist nichtinvertierend, GK-R's 47 Ohm und 10 k. Die zweite dann invertierend, mit GK-R's 10 k / 22 k
Gemessene Verstärkung bei 1 kHz: (Uaus / Uein) ca. 660-fach, ein bisschen weniger als rechnerisch zu erwarten.
Allerdings gibt es zu den tiefen Frequenzen einen ziemlich hohen Verstärkungsbfall, bei 20 Hz ist es nur noch ca. 150-fach. Das liegt daran, dass das kalte Ende des 47-Ohm-R's nur über 100µF auf Masse liegt. (Anm: ganz ohne DC-Entkopplung geht es nicht, dann schickt der Offset das Ganze in die Begrenzung.) (Anm2: Ich hab' den C einfach frei Schnauze ausgewählt und nicht groß nachgedacht – jetzt schon, der Blindwiderstand bei 20 Hz liegt ja schon bei knapp 80 Ohm, da MUSS die Verstärkung ja praktisch in die Knie gehen.)
Einfaches Gegenmittel: C erhöhen, vielleicht auf 1000 µF.
Deshalb nun meine 1. Frage an Euch: Ist es nicht vielleicht ganz sinnvoll, einen solchen Bass-Abfall zu belassen, passt der denn nicht vielleicht am Ende zur Entzerrung des Frequenzganges? Diese Frag hält mich noch davon ab, den 1000er Elko an die Stelle des 100er zu setzen, außerdem habe ich sowieso keinen passenden vorrätig ...
Die 2. Frage betrifft den Anschluss des W-Kopfes am Eingang. Ich habe mir ja zur "Inspiration" diverse W-Verstärker angeschaut, und viele verzichten auf einen Koppel-C am Eingang. Der Eing. Strom für das IC ist ja auch ziemlich klein, vielleicht sogar kleiner als ein eventueller Elko-Leckstrom. Also, ich weiß es nicht, was da besser wäre.
Ich glaube auch nicht, dass sich der W-Kopf durch so einen Mini-Strom remanent aufmagnetisieren lässt. Aber, alles nur Vermutung. Was meint Ihr?
Die 3. Frage ist eine Bitte. Ich lege zwar keinen Wert darauf, mit meinem Gerät letztlich irgendwelchen Normen gerecht zu werden, es soll NUR möglichst gut funktionieren, auch ein Band-Austausch mit anderen Geräten ist nicht vorgesehen. Und es soll natürlich das Optimale aus der Technik herausgeholt werden! (Was immer das werden wird.)
Aber es wäre sicherlich eine gute Idee und ziemlich hilfreich, ein Band mit ein paar Frequenz-Sweeps mit verschiedenem Pegeln zu haben, aufgenommen mit einem einigermaßen gut eingestelltem Gerät, damit ich mich nicht ganz und gar an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen muss.
(Für die Senkrechtstellung der Köpfe habe ich bereits seit langem ein kleines Messband mit weißem Rauschen, das damals die BASF für ein paar Mark verkauft hat. Das Band scheint immer noch in Ordnung)
Ich stelle mir das so vor: Wir legen erst mal fest, was auf dem Band sinnvollerweise drauf sein sollte, dann fertige ich einen USB-Stick mit einer entsprechenden WAV-Datei an, welchen ich dann zusammen mit einem Band und Rückporto an einen netten Menschen sende, der bereit ist, diese Aufnahme gegen eine Aufwandsentschädigung für mich zu machen und der über ein brauchbares Gerät mit 1/2-Spur mit 9,5 sowie 19 verfügt.
Ja nun, das wär's für heute. Es ist schönes Wetter draußen, das bedeutet, es wird hier nur langsamer weiter gehen ...
MfG
Binse - Selbstbauer