Vergleich EMTEC LPR35 zu Quantegy 457/ReVox641
#20
Zitat:Gyrator postete

Jedoch bieten die meisten Konsumermaschinen keine separate Frequenzgangkorrektur. Die ASC und auch die Braun haben keine derartige Abgleichmöglichkeit. Diese Maschinen bieten lediglich einen Abgleich des Vormagnetisierungsstromes, mit dessen Hilfe ich dann gemäß Bandmaterialdatenblatt über delta S6.3 oder delta S10 (je nach Aufzeichnungsgeschwindigkeit) einen Abgleich auf minimalen Klirr durchführen kann.
In der Einstellanweisung des Tonbandgeräteherstellers wird aber mit Hilfe der VM in ersterlinie auf linearen Frequenzgang optimiert.

Für mich ist einfach interessant wie ich nun z.B. eine Revox B77 oder ASC AS6002 auf ein Band EMTEC LPR 35 einmesse?
Bisher kann ich den Beiträgen nur entnehmen, dass die Datenblattvorgabe des Bandmaterials in Form des delta Sx vorrang hat (um auf jedenfall ein Klirrminum zu haben) und man den Frequenzgang dann, wenn Regler zur Korrektur vorhanden, entsprechend korrigiert.
Bei einer B77 ist dies noch möglich an einer Braun oder ASC nicht! Der ehemalige Tonbandgerätehersteller ASC sagt hier immer VM auf linearen Frequenzgang einstellen und ggf. den Klirr messen ob dieser innerhalb der Spezifikation. Mir ist es aber leider technisch nicht möglich den Klirr zu messen.
Weiterhin würde mich interessieren ob ich nun ein Quantegy 457 z.B. mit ordentlichen Ergebnissen auf einer Maschine welche für LPR35 eingemessen ist verwenden kann. Wie kann ich das ermitteln?
Thomas
Thomas,

"einfache Konsumermaschinen" wurden aus ökonomischen Gründen auch in ihren Einstellmöglichkeiten sehr bescheiden ausgestattet, denn der Zweck heiligt bekanntermaßen die Mittel.
Bei ihrer schaltungstechnischen Konzeption hat man die Entzerrung sowohl aufnahme-als auch wiedergabeseitig nach entsprechend gültiger Norm(NAB,IEC) und auf zum Herstellungszeitpunkt genormtes,empfohlenes und verfügbares Bandmaterial festgelegt.
Die genormten Frequenzgänge der Verstärker wurden mit "festen" Bauelementen realisiert und so dimensioniert, daß der Gesamt-Frequenzgang über Band praktisch innerhalb der für Heimbandgeräte zugelassenen Toleranzen lag.
Wie wir alle wissen sind diese Toleranzen relativ großzügig festgelegt, was ohneweiteres den unbedenklichen Einsatz mehrerer Bandsorten zuließ.
Die frequenzgangbestimmenden Bauelemente sind passiver Natur und deshalb relativ langzeitstabil.
Da Verstärkungsfaktoren für Aufnahme-Wiedergabe-und Vormagnetisierungspegel jedoch von mehreren Kriterien, vor allem aber von den Eigenschaften des Bandmaterials abhängig sind, wurden hier spartanische Einstellmöglichkeiten vorgesehen.
Somit läßt sich in der Regel der Wiedergabepegel, der Aufnahmepegel und der Vormagnetisierungspegel (Strom) mittels Einstellregler oder Trimmer justieren, wobei die Vormagnetisierung den einzigen Einflußfaktor auf den Frequenzgang darstellt.
Stellt man den Frequenzgang für die bevorzugte Bandsorte mittels Vormagnetisierung auf "linear" ein, so sollte man, laut Werksangaben, davon ausgehen können, daß der Arbeitspunkt (Empfindlichkeit und Klirrdämpfung) durch die festgelegte werksseitige Dimensionierung innerhalb der zugelassenen Toleranzen liegt.

Für eine Messung der Verzerrungen über Band (Klirrdämpfung K3) benötigst Du entweder ein NF-Millivoltmeter und ein Terzfilter, oder ein selektives Millivoltmeter.

Du zeichnest z.B. eine Frequenz von 1kHz bei Vollaussteuerung (z.B.0dB) auf und mißt anschließend bei Wiedergabe über ein entsprechendes Filter den Pegel der 3. Harmonischen, also selektiv bei 3kHz, ist dieser gemessene Pegel dann z.B. um den Faktor 30 kleiner als der Vollaussteuerungspegel, so beträgt die gemessene kubische Klirrdämpfung 30dB.

Die Abteilung "Studiobandmaschinen" stellt eine andere Kategorie dar, diese unterliegen deshalb anderen Spezifikationen und somit anderen Ansprüchen an Einmessbedingungen und eizuhaltenden Toleranzen, sind mit Heimtonbandgeräten somit nicht vergleichbar.

Gruß Bernd [/quote]
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