31.08.2005, 17:46
Hallo, Gyrator,
da droht einiges durcheinander zu gehen. Arbeitspunkt-Einstellung und Bezugspegel haben weitgehend nichts miteinander zu tun; die Arbeits-Anweisung im LPR-35-Datenblatt lautet:
delta-S6.3, delta-S10 (Empfindlichkeitsrückgrang für den empfohlenen Arbeitspunkt): Betriebsmäßig wird der Arbeitspunkt mit einem Eingangssignal von 10 kHz (19,05 cm/s) bzw. 6,3 kHz (9,53 cm/s) bei -20 dB eingestellt. Ausgehend vom Maximum der Empfindlichkeitskurve S6.3 bzw. S10 ... wird der Vormagnetisierungsstrom so weit vergrößert, bis der Wiedergabepegel um den angegebenen Wert delta-S6.3 bzw. delta-S10. sinkt (siehe Kurvendarstellung).
Der Arbeitspunkt ist - bei einer bestimmten Geschwindigkeit - von der Wiedergabe-Entzerrung unabhängig (sei sie nun 50 + 3180 µs oder 70 µs).
Ob man von 320 nWb/m aus "zwanzig dB heruntergeht" oder von 370 nWb/m, macht in diesem Zusammenhang überhaupt nichts aus.
Zudem glaube ich, dass es sich bei den ungewöhnlichen 370 nWb/m eher um einen Druckfehler als um einen von IEC 94 abweichenden Bezugspegel handelt.
Bleibt die Frage, wieso Ampex einen "höheren" Arbeitspunkt empfiehlt. Dies kann man nur beantworten, wenn die jeweiligen Kurvenscharen der Bänder vorliegen. Da es bei 19 cm/s kein so eindeutiges Kriterium für den Arbeitspunkt gibt wie bei 38 oder 76 cm/s - nämlich das Minimum des Modulationsrauschens -, kann die Arbeitspunktempfehlung durchaus etwas variieren - höhere VM-Ströme geben tendenziell mehr Tiefen- und weniger Höhenaussteuerbarkeit, und umgekehrt.
Generell warne ich immer davor, den deutschen Begriff "Arbeitspunkt" so zu verstehen, als sei damit ein auf Mikroampere genau einzustellender Stromwert gemeint. Sinnvolle Ergebnisse stellen sich auch im Bereich von plus/minus 0,5 bis 0,75 dB um den "Punkt" herum ein. Dass dann die Höhenanhebung im Aufnahmeverstärker zwecks geradlinigem Frequenzgang nachzustellen ist, ist eine andere Angelegenheit.
F.E.
da droht einiges durcheinander zu gehen. Arbeitspunkt-Einstellung und Bezugspegel haben weitgehend nichts miteinander zu tun; die Arbeits-Anweisung im LPR-35-Datenblatt lautet:
delta-S6.3, delta-S10 (Empfindlichkeitsrückgrang für den empfohlenen Arbeitspunkt): Betriebsmäßig wird der Arbeitspunkt mit einem Eingangssignal von 10 kHz (19,05 cm/s) bzw. 6,3 kHz (9,53 cm/s) bei -20 dB eingestellt. Ausgehend vom Maximum der Empfindlichkeitskurve S6.3 bzw. S10 ... wird der Vormagnetisierungsstrom so weit vergrößert, bis der Wiedergabepegel um den angegebenen Wert delta-S6.3 bzw. delta-S10. sinkt (siehe Kurvendarstellung).
Der Arbeitspunkt ist - bei einer bestimmten Geschwindigkeit - von der Wiedergabe-Entzerrung unabhängig (sei sie nun 50 + 3180 µs oder 70 µs).
Ob man von 320 nWb/m aus "zwanzig dB heruntergeht" oder von 370 nWb/m, macht in diesem Zusammenhang überhaupt nichts aus.
Zudem glaube ich, dass es sich bei den ungewöhnlichen 370 nWb/m eher um einen Druckfehler als um einen von IEC 94 abweichenden Bezugspegel handelt.
Bleibt die Frage, wieso Ampex einen "höheren" Arbeitspunkt empfiehlt. Dies kann man nur beantworten, wenn die jeweiligen Kurvenscharen der Bänder vorliegen. Da es bei 19 cm/s kein so eindeutiges Kriterium für den Arbeitspunkt gibt wie bei 38 oder 76 cm/s - nämlich das Minimum des Modulationsrauschens -, kann die Arbeitspunktempfehlung durchaus etwas variieren - höhere VM-Ströme geben tendenziell mehr Tiefen- und weniger Höhenaussteuerbarkeit, und umgekehrt.
Generell warne ich immer davor, den deutschen Begriff "Arbeitspunkt" so zu verstehen, als sei damit ein auf Mikroampere genau einzustellender Stromwert gemeint. Sinnvolle Ergebnisse stellen sich auch im Bereich von plus/minus 0,5 bis 0,75 dB um den "Punkt" herum ein. Dass dann die Höhenanhebung im Aufnahmeverstärker zwecks geradlinigem Frequenzgang nachzustellen ist, ist eine andere Angelegenheit.
F.E.
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