Der Erste seiner Art - Kleinmöbel aus Amerika
#1
Moin, moin,

im Sommer letzten Jahres hatte ich Gelegenheit, mit Jan eine Tasse Kaffee zu trinken - danke, lass uns das wiederholen! - und habe dann, auf dem Nachhauseweg, eine kurze Pause in Berlin eingelegt und dabei etwas Unsinn eingeladen. Darunter auch mein neues Kleinmöbel. Das hatte der Verkäufer als "Couchtisch" beschrieben, nachdem er mich beim Einladen des vorbestellten Unsinns auf weiteren Unsinn im Nachbarraum hingewiesen hatte.

   
(Prospektbild)

Die HIFI-STEREO-REVIEW nannte so einen im November 1975 "Commode Cabinet" (Kommodenschrank) und schrieb weiter von einem Finish in einem "... oiled walnut with decorative walnut inlays. ..." [1] Noch 1977 nannte THE AUDIO CRITIC es eine „moderate-sized commode“. [2] Der Hersteller selber beschrieb seine Möbel-Serie im Prospekt, „… it was designed to appear (…) like a small living room end table. …“ [41] und fuhr zum Beispiel in einer Kleinanzeige in der AUDIO vom Oktober 1976 mit den Worten fort: "... elegant in size and appearance ..." [3], und noch 2002 sprach John Atkinson in STEREOPHILE von „… coffee-table-esque ...“ [4] (Kaffeetisch-ähnlich).
Es handelt sich um einen Holz-Quader von quadratischer Grundfläche, mit hochwertiger Furnier-Arbeit und einem umlaufenden Zierband aus eingelegter Sägearbeit unterhalb der Deckplatte.

   
(Prospektbild)

Wenn ich hier jetzt über Kleinmöbel schreibe, ist dafür ausschließlich Jan verantwortlich, der meinte, ich solle mal wieder etwas schreiben. Ich tue ja, was mir gesagt wird.

Nun stellt sich die Frage: warum berichtet ausgerechnet die amerikanische AUDIO über Kleinmöbel?
Weil dieses in der New Yorker Bronx gezimmert worden ist. Sein Erfinder stammt tatsächlich aus einer amerikanischen Schreiner-Familie [5], so dass es kein Wunder ist, dass er Kleinmöbel gedacht hat.

   
(Janis W3)

Die Ansicht des Berliner Verkäufers, man könne dies als Couchtisch verwenden, macht Sinn: es fehlt dem Kommoden-Schränkchen nämlich eine bewegliche Tür, was den Nutzen als Schrank erheblich einschränken würde. Wenn ein „Schrank“ auch, zumindest dem Wortsinn folgenden, nicht notwendig eine Funktion der Zugänglichkeit bedingt: Etymologisch „abgeschlossener Raum“; „ein-schränken“ halt, nicht öffnen. Hier befindet sich ein Deckel an der Unterseite und ist verschraubt, beschränkt damit effektiv das Öffnen. Ein Tresor ist es jedoch nicht.

Allerdings hat das Kleinmöbel auch in der Nutzung als Tisch zweifellos einen konstruktiven Nachteil: beim Musikhören rutscht schon mal die Kaffee-Tasse (damals nicht im Lieferumfang enthalten) von der Tischplatte. Oder die Vase. Und das liegt nicht daran, dass etwas schräg stehen würde oder schlecht verarbeitet wäre: vielmehr zittert das Schränkchen immer wieder leicht. Und das nicht nur im Einklang mit dem Berliner Stadtverkehr vor der Haustür. Vor allem nicht, nachdem es Berlin mit mir verlassen hat.
Ob das etwas mit den Kabelanschlüssen an der Unterseite zu tun hat?

An dieser Stelle zwei Hinweise: die beiden Kabelklemmen neben dem Herstellerschild sitzen nicht nur immer noch an der selben Stelle, wenn man das Schild entfernt, sondern sollten weder in dem einen noch in dem anderen Fall direkt mit dem Stromnetz verbunden werden.
Zweitens hatte der Hersteller zum Verschließen seines Schränkchens ursprünglich keinen Kraftkleber verwendet, sondern Schrauben, kombiniert mit einer Art Adhäsions-Klebstoff, der nicht primär die Bodenplatte hält, sondern vor allem das Gehäuse luftdicht verschließen soll. Ameisen-sicher?
Wenn kein Kraftkleber-besitzender Trottel das beim neu-verschließen ignoriert hat, würde sich die Bodenplatte, nach dem Lösen der Schrauben, recht leicht, am besten mit Unterstützung eines Spachtels, ablösen lassen. Andernfalls wird schnell der Weg zum Baumarkt fällig, wo man diese Form von „Bodenplatte“ als Meterware kaufen kann. Das Loch für das Terminal habe ich dort jedoch noch nicht als Meterware aufgestöbert; auch nicht in den leeren Regalen, in denen ich zwar jede Menge Nichts gefunden habe, jedoch nicht in der passenden Form.

Nun beginnt mein Schränkchen sich also tatsächlich erst dann zu bewegen, wenn ich den Verstärker einschalte: wenn ich dann an dem Pegelregler drehe, ändert sich der Zitterpegel! Vorausgesetzt, ich habe ihn vorher mit dem Verstärker verbunden. Und da der Zitterschrank noch nicht erfunden ist, ist dies wohl eine Lautsprecher-Box. Ohne Lautsprecher? Rundum geschlossen? Eine frühe Art, Musik leise zu hören?
Die Kabel-Verbindung legt das zumindest nahe. Nicht das „ohne“ oder das „leise“. Und auch der Blick ins Innere, wenn man die acht Schrauben löst und die verklebte Bodenplatte mit Gewalt abreißt (und dabei zerstört – genau: Kraftkleber-besitzender Trottel), scheint das zu bestätigen.

   

Ein Blick aufs Typenschild, das sich neben den Kabelklemmen an der Unterseite befindet (… und sich sicher auch dann noch dort befinden würde, würde man die Kabelklemmen abbauen ...), hilft bei der Erkenntnis-Findung. Dort steht etwas von „Woofer“ zu lesen, was allerdings in der Realität nur wenig mit „bellen“ zu tun hat.

   

Die HIFI-STEREO-REVIEW bezeichnete es im Dezember 1975 als "add-on" [1] und, in Anführungszeichen, tatsächlich als "sub-woofer". Sogar als "very efficent sub-woofer" beschrieb es die AUDIO im September 1975 [6]. BILLBOARD nannte es im Oktober einen „Super woofer“ [7]

   

Das englische „Woof“ meint soviel wie „wuff“ oder Bellen. Zur Not beschreibt es auch, lautmalerisch, das Geräusch eines Schusses (Peng), und meint den „Schuss“, oder des Einschlags einer Kugel, und meint den „Einschlag“.
Unterschuss? Tiefes Bellen?


Die Vorzeit

Es ist nicht so, dass es hierzulande nicht eine andere Bezeichnung, als „sub-woofer“ für so etwas geben würde. Beispielsweise Grundig hatte 1969 die Duo-Baßbox eingeführt und tatsächlich ist der Begriff „Bassbox“, auch heute noch, vor allem im professionellen Bereich gebräuchlich.
Auch ist das Prinzip, eine eigene Lautsprecher-Box für die Tiefton-Abstrahlung zu verwenden, nicht neu. Es dürfte einstmals vor allem in der Beschallungstechnik aufgekommen sein, wo keine begrenzten Raumgrößen die Aufstellung großer Lautsprecher-Konstruktionen behindert hatten. Schon kurz nach der Einführung des Tonfilms zum Beispiel im Kino.
Die Speicherung tiefer Frequenzen, mehr als mit der „LP“, war schon mit der Wachsplatte möglich gewesen [8], so dass der Anschluss eines Tiefton-Lautsprechers an die Übertragungsanlage auch in diesen Zeiten nicht notwendig vollkommen sinnlos gewesen war.

Allerdings hatten frühere Subwoofer, Bassboxen oder Tiefbeller halt eine gewisse Dimension gehabt, so dass sie, mal abgesehen von den Kosten, nicht überall hatten Platz finden können. Kein Zufall also, dass ein Attribut meines neuen Woofers, das bei seiner Einführung von der Presse hervorgehoben worden war, seine Kompaktheit gewesen war … und noch immer ist. Zum Beispiel im Vergleich zu manch Horn-Konstruktion.

Bereits in den 60er Jahren hatte es erste Versuche gegeben, die sogenannte „Three-Speaker Stereophonie“ in die HiFi-Verwendung einzuführen [9]. Paul McGowan von PS-Audio verweist in seiner „Subwoofer-History“ [10] auf einen Wikipedia-Eintrag, der 1964 als Datum für ein erstes Patent für einen Subwoofer für den Heimgebrauch nennt. Gescheitert war die Verbreitung solcher Geräte zunächst wohl auch an den Prioritäten der Anwender, die, nach der Einführung der Stereophonie, erst begonnen hatten sich damit abzufinden, anstatt einer, nun zwei der damals meist großen Boxen im Wohnzimmer unterbringen zu müssen. Drei Boxen wären in diesem Kontext sicher nochmal schwerer zu verkaufen gewesen. Zumindest an die Ehefrauen.
Und die tatsächliche Umsetzung der Basswiedergabe über einen extra Lautsprecher war nicht selten am Fehlen eines technischen Standard gescheitert, wie Len Feldman in seinem Artikel „Ambient Sound“ [9] berichtet hat: So wurde oftmals noch an der Zusammenschaltung und an der Abstimmung von Bassbox und Satelliten nur experimentiert. Im Fokus der Entwicklungen hatte eine optimale Bass-Wiedergabe für den Massenmarkt sicherlich nicht gelegen.
Für die Wiedergabe der in den USA verbreiteten AM-Bänder (Amplituden Moduliert) im Rundfunk brauchte es keine Subwoofer, weil deren Frequenzbereich die Tiefton-Übertragung sowieso beschnitt. Und auf UKW experimentierten manche Sender, im Gegensatz zu Europa, noch immer mit eigenen Standards. Kein Wunder, dass John Marovskis noch in der zweiten Hälfte der Siebziger nur das vorbespielte Tonband als geeignete Quelle für seine Subwoofer gesehen hatte.
Zudem hatten sich zunehmend neue Entwicklungen im Lautsprecher-Bau durchgesetzt (z.B. das Air Suspension System), die auch kleinere Boxen bass-tüchtig zu machen schienen, so dass sich der Fokus, zumindest im Marketing, bald verschob: weg von „wir wollen richtigen Bass!“, hin zu, „ist es nicht toll, was unsere kleinen Boxen im Bass-Bereich leisten?“
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich zum Beispiel an den Servo Sound-Prospekt von 1972 in dem Herr Korn damit warb, dass der „außergewöhnliche Wirkungsgrad der Servo Sound Schallstrahler im Bereich der extremen Bässe (unter 70 Hz) zum großen Teil der „Stereo Crossing“ Schaltung des Servo Sound Vorverstärkers zu verdanken ...“ sei. Seine  Schallstrahler maßen jeweils 18 x 26 x 28 cm. Vollbereich.
Mit der überschaubaren Dimensionierung neuer Bass-Boxen, Mitte der Siebziger, stieg auch die Akzeptanz und die Verbreitung solcher Lautsprecher-Typen. Zur CES im Herbst 1977 berichtete zum Beispiel MODERN RECORDING über den neu entfachten Trend der Three-Speaker Sterephonie, die seit kurzem eine "re-introduction" erlebe. Neben frei kombinierbaren Systemen, bei denen ein Subwoofer, mit Hilfe einer passenden Frequenzweiche, an eine vorhandene Übertragungsanlage angepasst werden konnte, gäbe es inzwischen auch Systeme aus einer Hand, bei denen Subwoofer, Weiche und Satelliten, ab Werk, aufeinander abgestimmt gewesen waren, wie ein im Sommer 1977 präsentierter JBL L-212 oder der auf der CES zum ersten mal in den USA gezeigte Visonik SUB-1, der zusammen mit einem Paar D-502, einer Weiterentwicklung der David 50, betrieben werden sollte. Eine Besonderheit dieser Systeme sei auch das aufeinander abgestimmte, moderne Design solcher Sets gewesen. [9]


Wo und wozu Bass?

Helmut V. Fuchs, über Jahrzehnte als Tonmeister aktiv, ist „... der festen Meinung, dass der Frequenzbereich von 16 bis 250 Hz eine ganz eigenständige Bedeutung für den gesamten Klang-Kosmos hat. (…) In diesen vier Oktaven manifestiert sich das Fundament aller zusammengesetzten Klänge, auch die zum Klangerlebnis wesentlich beitragenden Einschwingvorgänge und Nebengeräusche der Musikinstrumente und Gesangsstimmen.“ [8]
In dem Artikel „Das vernachlässigte Bass-Fundament“ beschrieben Peter K. Burkowitz und Helmut V. Fuchs das nicht nur bestimmte Orgeln, Bass-Tuba, Kontra-Bass, Kontra-Fagott, Harfe, Flügel und große Trommeln in der Lage wären, Töne in der „Kontra-Oktave“ darzustellen. „Weithin unbekannt und wenig beachtet ist jedoch, dass alle Blas- und Streichinstrumente, ganz besonders die Zupf- und Schlaginstrumente, wie Harfe, Klavier, Trommeln, Pauke, Tumba, Bongo, Gong, Xylophon, Marimbaphon, Vibraphon etc., nicht nur ihre musikalisch definierten Töne aussenden, sondern daneben beim Anschlagen, Anblasen und Anstreichen, sowie beim Lagenwechsel, Strichumkehr, Vibrato etc. auch aperiodische u.U. ausgesprochen breitbandige Schallereignisse aussenden. Nicht selten reicht das Spektrum dieser … für das typische „Kolorit“ der jeweiligen Schallquelle und den Eindruck ihrer körperhaften „Gewichtigkeit“ sehr wesentlichen Anteile sogar in den Infraschall-Bereich hinunter.“ Ob ein in zeitgenössischen Musik-Produktionen verwendetes Sampling das auch alles noch aufweist?
Den Infraschall-Bereich können zwar „normale“ Boxen genau so wenig darstellen, wie herkömmliche Aufnahmen in der Lage sind, ihn zu transportieren. Doch „... der Übergang vom Hören zum nur noch Fühlen setzt … schon weit oberhalb der hierfür … definierten Frequenzgrenze von 16 Hz ein: Bereits um 40 Hz können Töne einen satten umhüllenden, sonoren Fundament-Eindruck entfalten, sofern der Raum dieses Erlebnis mit seinen eigenen Resonanzen nicht bereits im Ansatz ruiniert.“ Oder die Aufnahme.
Doch nicht nur unter 40 Hz sind tiefe Töne, abseits wummernder Bässe, von Bedeutung. Wird bei einem Klavier das c''' (1.047 Hz) angeschlagen, werden in der Spektral-Analyse einerseits Obertöne bei 2.094, 3.141 und 4.188 Hz sichtbar. „Unterhalb des Haupttones werden aber ebenso deutlich lang anhaltende Klanganteile bis zu sehr tiefen Frequenzen erkennbar. (…) Auch wenn auf einer Klarinette verschiedene Töne angeblasen werden, treten stets unter 125 Hz relativ energiereiche Klanganteile deutlich in Erscheinung. ...
Dabei geht es nicht nur darum, diese Frequenzen überhaupt übertragen zu können, sondern auch, dies so richtig wie möglich zu tun. Denn die Erfahrung lehre, „... dass die untersten Oktaven in vielen Fällen tatsächlich mehr zur Herstellung von Realitätsnähe beitragen, als eine „mühsam herbeigequälte“ Erweiterung des Hochton-Bereiches ...“ [8]


Sinn und Zweck

Spitzen-Lautsprecher der Sechziger und der frühen Siebziger Jahre waren zwar oft schon in der Lage gewesen, eine hervorragende Abbildung des Hochtons, der Mitten und der tiefen Töne zu reproduzieren. Ohne Taunus-Sound oder andere Hilfsmittel, die Schwächen verfügbarer Chassis hatten verdecken sollen. Das meint die Flächenstrahler von Quad oder Magnepan, die Dahlquist DQ-10 [11] oder die Varianten der von der BBC entwickelten und von verschiedenen britischen Firmen hergestellten LS3/5a [12]. Doch endet der Übertragungsbereich solcher Boxen oft bereits im Bereich knapp unter 100 Hz.

   
(Janis W3 und Apogee Caliper)

Mein neuer Subwoofer, war, so sah es zumindest Norman Eisenberg in seiner Serie „New Procduct Scene“, nicht dafür gedacht gewesen, irgendwo versteckt zu werden, um nur kleine Satelliten im Regal platzieren zu brauchen. Seine Aufgabe war es gewesen, vorhandenen Vollbereichs-Boxen eine adäquate Basswiedergabe zur Seite zustellen: „… The general idea behind the Janis is to add it to an existing sound system via any of several interface options that include an individual W-1 for each speaker system, or a simpler and more economic (but surprisingly effective) hookup in which one W-1 can be connected so as to provide a "summed" low-frequency output in an existing stereo setup. ...“ [13]

Und genau das tat Janis erstmals in einer Kombination aus der Wiedergabe tiefster Bässe in hoher Qualität bei gleichzeitig außerordentlich kompakten, wirklich Wohnzimmer-tauglichen Abmessungen.

   
(Janis W3 und Magnepan SMGa)

John Atkinson ordnete den Janis W-1 2002 für die STEREOPHILE, in seiner Auflistung der hundert heißesten Produkte der letzten vierzig Jahre, auf Platz 83 ein. „… For years the coffee-table-esque Janis had the tiny high-end subwoofer market to itself. Then along came Velodyne and all the other major low-bass players. But John Marovkis and Janis were there first. ...“ [4]

Und abgesehen davon, dass mir mein Janis halt zufällig zugelaufen ist, weshalb ich über ihn berichten kann, ist das Attribut „… Janis were there first. …“ der einzig denkbare Anlass, es auch zu tun. Andernfalls hätte ich hier auch über einen Canton berichten können, der mir fast noch zufälliger und auch Jahre früher zugelaufen ist.


Der richtige Übergang

Unabhängig davon, ob man einen Subwoofer verwendet oder ein fähiges Tiefton-Chassis in eine Lautsprecherbox einbaut: Sobald der zu übertragende Frequenzbereich durch unterschiedliche Lautsprecher-Chassis übertragen werden soll, bedarf es seiner Aufteilung. Und die führt zur Veränderung des Signals. Nicht notwendig wegen der Teilung, sondern zunächst wegen der Mittel zur Trennung.

Hans Deutsch zum Beispiel publizierte, eine Frequenzweiche müsse einfach gehalten werden, um Phasenfehler zu vermeiden. Für seine Eigen-Konstruktionen versuchte er, einen möglichst hohen Teil der Klangbeeinflussung schon, zumindest auch, in der Mechanik lösen, und nicht nur in der Elektrik.
Beispielsweise Gerald Gessner hat mit seiner G3 versucht, einen möglichst weiten Frequenzbereich von einem einzigen Chassis (-Paar) übertragen zu lassen, um natürliche Instrumente eben nicht über verschiedene Lautsprecher übertragen zu müssen: der einzige Übergang liegt bei 2.500 Hz. Beispielsweise bei einer Megalith Pin Point ermöglichte es Antares zumindest, die Weiche zu überbrücken.

Was auch immer ein Lautsprecher-Konstrukteur tut: er geht einen Kompromiss ein, den der Instrumenten-Bauer, der das zu kopierende, originale Instrument erdacht hat, nicht hatte eingehen müssen, den die Eltern einer Sängerin oder eines Sängers nicht hatten berücksichtigen brauchen.
Eine Quadral Titan trennt beispielsweise bei 400 Hz zwischen dem Tief- und dem Mitteltöner. Damit werden manche der von den Herren Burkowitz und Fuchs genannten tiefen Frequenzbereiche primär über den einen Tieftöner wiedergegeben. Anders eine Phonogen Transfer, bei der die Trennung bei 150 Hz erfolgt und somit ein größerer Übertragungsbereich von den Mitteltönern bewältigt wird.
Und natürlich steht auch der Hersteller eines Subwoofers ebenso vor der Frage, wie der Kompromiss aussehen soll, den er einzugehen bereit ist.

Und wer den Vorschlag von Norman Eisenberg aufnimmt, mit einem einzigen Subwoofer ein aufsummiertes Baß-Signal zu übertragen, der muss über einen weiteren Kompromiss nachdenken. Beispielsweise Friedemann Hausdorf stellt im Handbuch der Lautsprechertechnik [14] die Frage, ab welcher Trenn-Frequenz ein Signal nicht mehr ortbar ist und was getan werden muss, damit das so bleibt.
Die 400 Hz, bei der in der Titan getrennt wird, wären ortbar. Aber die großen Boxen stellen ja auch ihren linken und rechten Tieftöner in die passende Stereo-Position, in der sich auch Hoch- und Mitteltöner befinden.
Eine Phonogen Transfer trennt bei 150 Hz. So einen Ansatz hält Herr Hausdorf bei passiven, direkt strahlenden Boxen eigentlich für kritisch, weil die „physikalischen Gesetze“ den Entwicklern in diesem Bereich Schwierigkeiten bereiten würden: „… Die übliche passive Frequenzweiche trennt mit Hilfe von Spulen und Kondensatoren die tiefen von den hohen Tönen. Das funktioniert problemlos oberhalb ca. 200 Hz, nicht jedoch bei tieferen Frequenzen. ...“ Darunter „… befindet man sich in bedrohlicher Nähe der Eigenresonanz des Tieftöners. Es kommt dann zu Wechselwirkungen zwischen Tieftöner und Frequenzweichenbauteilen …“ Nur eine zwischen Tieftöner und Weiche geschaltete Endstufe einer aktiven Lösung würde „… störende Rückwirkungen des Basslautsprechers auf die Frequenzweiche …“ verhindern, „… so dass der Boxenentwickler die Trennfrequenz und die Flankensteilheit frei wählen kann. …“ [14]
Michael Gaedtke argumentiert in seinem LAUTSPRECHER-JAHRBUCH 1985 [15], werden die Mitteltöner von dem Membranhub einer Bass-Wiedergabe entlastet, produzieren sie „… deutlich weniger harmonische, Intermodulations- und Doppler-Verzerrungen …“. Zudem würde ihre „… Grundresonanz vorzüglich durch die Endstufe bedämpft (…), da sie nicht mehr über einen passiven Hochpass angetrieben werden. …“ Ein aktiver Subwoofer würde somit auch die Mittelton-Wiedergabe verbessern können.
Genau das hat John Marovskis bei den Janis berücksichtigt.

Schon das erste Modell des Janis Subwoofers war im zeitgenössischen Vergleich eher klein gewesen. Der W-3 war nochmals kleiner dimensioniert worden.
Neben dem Akzeptanz-Faktor, für die Aufstellung im Wohnzimmer, gab es zudem technische Gründe, den Subwoofer nicht zu groß zu machen. Denn „… Hohlraumresonanzen können am einfachsten durch „akustisch kleine“ Gehäuse umgangen werden. Das bedeutet, daß die größte Innenabmessung der Box so klein gemacht wird, daß sich im durch den Treiber übertragenen Frequenzbereich keine stehenden Wellen bilden können. (…) Hier kommt dem Konstrukteur der schmale von Subwoofern erwartete Frequenzbereich zustatten. …“ [15]

Der Brite John Atkinson erinnerte sich im Rahmen eines Subwoofer-Tests für die STEREOPHILE [16] [17] an eine Erfahrung aus dem Jahre 1983, zur Kombination eines Janis W-2 Subwoofers mit seinen Rogers LS3/5a. „… That vintage and model of Janis I found to be a little too coloured in the midrange to form a successful match with the `3/5As. ...“ [16]
Er war der Überzeugung, der Subwoofer würde oberhalb von 100 Hz trotzdem einen Eigenklang aufweisen, möglicherweise in der Folge einer Resonanz. „… Why should matter that with a speaker only destined to handle music‘s grunt region? It does, however. I found that you should cross over to the main system at as low a frequency as you can manage. The ´3/5A pretty much dies below 100 Hz, implying a cross over frequency to the subwoofer of around 125 Hz. A typical crossover slope of 12 dB/octave will mean that any lower midrange information will still be emitted by the subwoofer only 12-24dB down, to the detriment of the stereo imaging. ...“ [16] Würde der Subwoofer in dieser Region eine tonale Färbung aufweisen, bliebe die hörbar. „… Most bass and tenor instruments have a considerable part of their spectrum in the 70-140Hz region. Placing a crossover frequency, with the attendand problems of phasing and integration, toward the higher part of this region will not be the formula for the best sound of these instrumens. ...“ [16]

Atkinson meint, man müsse deutlich über den 100 Hz trennen, wofür der Subwoofer geeignet sein müsse, oder darunter, was den Sinn der Verwendung eines Subwoofers in Frage stellen würde: „… In true Zen-manner, subwoofers are best suited for use with speakers that ostensibly don‘t need their help. ...“ [16]

Allerdings stellt Friedemann Hausdorf Atkinson’s erste Option in Frage, dass ein Subwoofer bei einer Übergangsfrequenz oberhalb von 100 Hz nicht ortbar wäre: „… Umfangreiche Versuche haben ergeben, dass die Frequenzgangkurve eines nicht ortbaren Subwoofers bei ca. 100 Hz mit mindestens 18 dB/Oktave abfallen sollte. …“ [14]
So wie es John Marovskis konzipiert hatte: „… Use of the Janis Woofer requires biamplifications of the audio system with a 100 Hz, 18 dB / octave crossover. …“ [41]

Eine Flankensteilheit von 18 dB/Oktave war bis in die Mitte der Siebziger eine Ansage gewesen.
Peter Aczel hatte den ursprünglichen W-1 und ebenso den W-2 trotzdem scharf kritisiert, weil die Subwoofer zunächst Überhöhungen und Eigen-Resonanzen gezeigt hatten, die, oberhalb des nominellen Übertragungsbereiches angesiedelt, bei falscher Wahl der Weiche, die Mittelton-Wiedergabe negativ beeinflusst hätte: selbst bei steiler Flanke des Tiefpass-Filters wäre der Peak noch immer wahrnehmbar gewesen. Er schrieb dies unter anderem der Gehäuse-Konstruktion zu.
Diese Pegel-Abweichungen oberhalb der Trennfrequenz wären mit der zweiten Generation des Janis W-1 besser geworden.

Beispielsweise Michael Gaedtke empfahl 24 dB/Okt. Flankensteilheit!, „…  Eine ausreichend steilflankige Frequenzweiche (24 dB/Oktave) vorausgesetzt, kann das Gehäuse durchaus so konzipiert werden, dass keine Hohlraumresonanzen auftreten, da die errechnete erste Resonanzstelle bereits im relativ stark bedämpften Sperrbereich des Filters liegt und kaum noch angeregt werden kann. Geeignete Dämmstoffe (Polyesterwatte) und ein möglichst unregelmäßiger Innenaufbau können ein übriges tun, um diese niedrigste Resonanzstelle praktisch vollständig zu kontrollieren. Das steilflankige Filter verhindert die Anregung aller höheren Resonanzstellen, so daß die Kriterien eines „akustisch kleinen“ ohne Eigenleben erfüllt werden. …“ [15]

Solche von Aczel genannten Peaks in der Frequenzgang-Kurve können sich aus der Wahl des verwendeten Chassis, aus Wechsel-Effekten zwischen Chassis und Gehäuse, der Materialwahl, Versteifung, Dämmung des Gehäuses, aber auch aus Eigenschaften der Schallwand bzw. aus Eigenschaften der Anbindung des Lautsprechers an die Umgebung, z.B. aus Effekten an Öffnungen und Kanten ergeben.

Es heißt, Marovskis hätte “… some 50 cabinets ...” gebaut, bevor er die gewünschte Leistung erreicht hätte; so erinnert sich Kenneth Swauger. [18] Trotzdem hatte er die Peaks wohl zunächst akzeptiert, um andere Eigenschaften erreichen zu können. So den absolut geraden Frequenzverlauf, der die Janis auszeichnet. Die Lösung für die Peaks hatte die Elektronik bringen sollen.
Daher hatte John Marovskis sein Angebot ausgebaut und nicht nur Frequenzweichen anderer Hersteller verkauft, um den Janis Woofer überhaupt anbinden zu können. Mit der Janis Interphase hatte er eine 18 dB-Aktiv-Weiche mit stufenlos einstellbarer Phase und eingebautem 60 Watt-Bass-Verstärker auf den Markt gebracht, die optimal auf die Eigenschaften des Subwoofers abgestimmt worden war.

   
(Janis Interphase 1)

Bald kamen weitere Modelle dazu.

   
(Janis Interphase 3a)

Zudem bot Janis bald ein Tonband an, mit dessen Hilfe der Woofer optimal aufgestellt und eingemessen werden könne. Heute tut das der A/V-Receiver automatisch. Mitte der Siebziger Jahre war so eine Hilfe zur optimalen Platzierung und Einstellung des Subwoofers revolutionär gewesen! Und dementsprechend hat es wohl kaum ein Konkurrent wahrgenommen und nachgemacht.

   
(Janis Messband SST WR-1)


Wie kam die Quad zum Bass?

Ist es wichtig zu wissen, dass John Marovskis 1960 in der Fußball-Mannschaft der Columbia University auftauchte, zu den "Columbia Men's Soccer All-Time Letterwinners" gehörte? [19]
Er hat die Universität wohl 1963 verlassen. Len Schneider berichtet in der Widmung zu einem Buch, Marovskis hätte sein Studium aufgegeben, um den Janis Subwoofer zu entwickeln. [5] Ilze Marovskis meint, ihr Mann hätte 1963 seinen Abschluss gemacht. [20]

Ob als Fußball-Spieler, als Student oder Absolvent, John Marovskis hatte gerne Musik gehört, hatte insgesamt mehr als dreißig Jahre lang ein Abonnement für einen Platz in der siebenten Reihe der Carnegie Hall besessen. Hingegen ist nicht überliefert, dass er jemals eine Monatskarte für einen Punk-Club besessen hätte.
John Marovskis war Mitglied, ab den frühen Siebzigern sogar Präsident der New York Audio Society gewesen; noch im Sommer 1975 hatte Bert Whyte, in seinem Artikel „Behind the Scenes“ [21], von einem Treffen mit diesem Präsidenten berichtet, der ihm seinen neuen Subwoofer gezeigt hätte.
Marovskis war HiFi-Fan und zudem sei der graduierte Physiker der Columbia University für alle, die ihn gefragt hatten, immer auch Lehrer gewesen, der sein Wissen gerne weiter gegeben hätte.
Len Schneider, Freund über mehr als vierzig Jahre, erinnerte sich später, „… he was a high fan of the original Quad loudspeaker and abandoned the pursuit of a coctorate in the sciences at Columbia University to develop a subwoofer that matched that renowned electrostatic in clarity and detail. ...“ [5]

Das Ziel seiner Entwicklung war es also gewesen, einen Subwoofer zu konzipieren, der Quad-Elektrostaten, oder vergleichbar hochwertige Boxen, in adäquater Weise in dem Bereich ergänzen konnte, den sie selber nicht mehr hinreichend übertrugen, um sie mit einem Bass-Fundament auszustatten: Beispielsweise der Frequenzgang der damaligen Quad Elektrostaten fällt unter 80 Hz steil ab. Daher legte Marovskis die Übergangsfrequenz zwischen seinem Subwoofer und den „Satelliten“ auf 100 Hz fest. “… A separate subwoofer, covering the extreme low bass frequencies up to 100 Hz, is a necessary requirement in any sound system that wants to claim accurate music reproduction. ...” [22]

Atkinsons Kritik mag also technisch richtig sein, trifft aber nicht den Janis. Wer zum Beispiel einen Quad Elektrostaten benutzt, hat die Wahl, entweder auf den Frequenzbereich unterhalb von 80 Herz zu verzichten, was er darf, oder er muss sich, und das darf er dann auch, mit einem technischen Kompromiss zufrieden geben, und den zusätzlichen Bass-Treiber in einem Frequenzbereich ankoppeln, der mitten im Übertragungs-Spektrum natürlicher Instrumente liegt. Wer hingegen eine perfekte Lösung sucht, der gibt die Quad ab und muss sich einen perfekten Vollbereichs-Lautsprecher denken oder eine Live-Band ins Wohnzimmer holen: immer mal wieder eine andere.

Peter Aczel, Herausgeber von THE AUDIO CRITIC, berichtete in seiner Vorstellung der Janis W-1 und W-2, im Rahmen des Artikels „Fishing for Bass“, von einem Austausch mit John Marovskis über dessen Entwicklungsziele. Grundsätzlich vertrete Marovskis den Standpunkt, dass er 0 dB Pegel-Abweichung bei 30 Hz für nicht verhandelbar halte, wären selbst -3 dB bei 30 Hz für ihn nicht akzeptabel, und dass unter dieser Bedingung ein Q=1 immer noch das beste Einschwing-Verhalten böte [2].
Der Janis sollte also eine flache Frequenzgang-Kurve zwischen 30 und 100 Hz übertragen, in diesem Bereich nichts weglassen und nichts dazu dichten. Der Bass solle schnell und präzise sein. Um den Bereich darüber müssten sich die Boxen kümmern, die der Janis ergänzen solle.
Auch für den sauberen Übergang wären andere zuständig: die Hersteller der Frequenzweichen. Zunächst.

Der erste Chef-Redakteur der KLANG & TON, Hans-D. Pizonka, hatte einen Spruch, den er immer wieder gerne zum Besten gab: „Es gibt keine richtigen Boxen, es gibt nur welche, die weniger falsch sind.
Ich meine, dass verschiedene Boxen auf unterschiedliche Weise mehr richtig bzw. mehr weniger falsch sind. Aber ebenso mehr falsch oder weniger richtig. Vor allem aber unterschiedlich! Und das bei der Wiedergabe der nur einen Aufnahme eines einzigen Originals. Und auch das Original klänge – in unterschiedlichen Räumen und bei unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit gespielt – immer mal wieder anders. HiFi-Tester scheinen hingegen immer noch zu glauben, es gäbe ein definierbares Original, nach dem man streben könne. Fragt sich nur, welches.
Daher sollte man seine Boxen vielleicht nach dem wirklichen Verwendungszweck aussuchen. Meist also nach der Farbe.


Zwei, drei Daten

John Marovskis hatte mit Eintragung vom 6.06.1975 eine "Domestic Business Corporation" Janis Audio Associates, Inc. (Company Number 371763) gegründete gehabt. Kurz darauf berichtete BILLBOARD, auf der Philadelphia High Fidelity Music Show sei das „… new Model W-1 super woofer ...“ [7] von Janis präsentiert worden.
Das erste mal in der AUDIO erwähnt worden war das Modell Janis W-1 im Juli 1975 [23].

Technische Daten Janis W-1:
Frequenzgang: 30 - 100 Hz bei +/-1 dB Abweichung
Gehäuse-Hochpass mit 12 dB pro Oktave Abschwächung unter 30 Hz
Schalldruck-Pegel: 106 dB in einem Meter Entfernung
Schalldruck-Pegel: 87 dB / 1W / 1m / 100-10k Hz [3]
Harmonische Verzerrung <= 2% bei 30 Hz und 85 dB Schalldruckpegel
2te harmonische: 1,5%*, 3te harmonische: 1%*, ab 4te harmonische: 0,3%* [41]
*Less than or equal to values specified for 30 Hz, and at all frequencies above 30 Hz, with output 85 dB SPL at 1m radiating into anechoic half-space
empfohlene Verstärker-Leistung: 60 Watt (max. 150 Watt)
Empfindlichkeit: 3,5 V RMS for 85 dB SPL at 1m into half-space [41]
Impedanz: nom. 8 Ohm
min. Impedanz: 7 Ohm [24]
Treiber: 381 mm / 15 inch
Bauweise: Geschlossenes Gehäuse mit Schlitz-Anbindung
Abmessungen (BHT): 560 x 450 x 560 mm / 22 x 18 x 22 inch
Gewicht: 40,8 kg / 90 lbs [03], 45,3 kg / 100 lbs [24]
Preis 399,95$ [23], 599$, 650$ [3], 750$ [24]
Quelle: radiomuseum.org, HiFi-Wiki, Audio 10/76 [3], Audio 10/84 [24], Janis Prospekt [41]

Zunächst hatte Janis noch keinen eigenen Vertrieb gehabt und die AUDIO [23] wies darauf hin, Interessenten müssten sich direkt mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Anfang 1976 warb die Janis Audio Associates, Inc., in der Rubrik „for sale“ der AUDIO, lediglich mit einer Art Kleinanzeige für ihr Produkt. [25]

   
(Audio Engineering, Februar 1976)

Schon im Herbst 1977 war MODERN RECORDING der Meinung gewesen, seit inzwischen einigen Jahren hätte John Marovskis seine Kreationen „… marketing ... successfully“ [9] und die Marke Janis wurde in verschiedenen Anzeigen von Händlern erwähnt, die den Janis W1 in ihrem Laden verkaufen wollten.

Schon kurz nach der Vorstellung hatte der Mit-Herausgeber der AUDIO, Edward Tatnell Canby, im Rahmen von Platten-Kritiken von dem Janis geschwärmt, den er als Teil der Referenz-Anlage zum Abhören der Platten benutzt hatte, und einige eigene Messwerte genannt: „… 30 Hz at plus 0,3 dB, re 110 dB SPL @ 100 Hz directly in front of the speaker, with a second harmonic distortion of 0,6%! ...“ [23]
Auch THE AUDIO CRITIC stellte im Rahmen eines Tests eigene Messungen des W-1 vor. Danach böte der Subwoofer ein ebenen Frequenzgang von 100 Hz bis hinunter zu 30 Hz, ohne jede Eigenresonanz, bei nur 3 dB Abfall zu 25 Hz. Der Klirrgrad läge über den gesamten Übertragungsbereich immer unter einem Prozent, der SPL bei 85 dB/1W. [2]

   

Bereits in der September-Ausgabe 1976 hatte die AUDIO von der Vorstellung einer zweiten, preiswerteren Version W-2, mit 12“ Chassis im gleichen Gehäuse, berichtet. [26]

Technische Daten Janis W-2:
Frequenzgang: 33 - 100 Hz bei +/-2 dB Abweichung [3], 32 – 100 Hz bei +/- 1 dB Abw. [24]
Hochpass mit 12 dB pro Oktave Abschwächung unter 30 Hz
Schalldruck-Pegel: 87 dB / 1W / 1m / 100-10k Hz
empfohlene Verstärker-Leistung: 60 Watt (max. 150 Watt)
Impedanz: nom. 8 Ohm
min. Impedanz: 7 Ohm [24]
Treiber: 305 mm / 12 inch
Bauweise: Geschlossenes Gehäuse mit Schlitz-Anbindung
Abmessungen (BHT): 560 x 450 x 560 mm / 22 x 18 x 22 inch
Gewicht: 37,2 kg / 82 lbs [3], 40,8 kg / 90 lbs [24]
Preis 450$ [3], 550$ [24]
Quelle: Audio 10/76 [3], Audio 10/84 [24]

Peter Aczel veröffentlichte im Sonderheft THE AUDIO CRITIC vom Frühling 1977 [2] seine Einschätzung des Unterschiedes zwischen den beiden Woofern: Der W-1 sei ein 25-Hz-Subwoofer, der W-2 ein 33-Hz-Woofer mit einem im Prinzip gleichen Verhalten wie der W-1. Auch oberhalb der empfohlenen Grenzfrequenz würden sie in den oberen Tiefen und in den Mitten mehr oder weniger gleich klingen.
Abgestimmt auf eine gleiche Lautstärke bei 100 Hz hätte der W-2 eine um 2 dB geringere Lautstärke bei 50 Hz und wäre bei 30 Hz etwa 4 dB leiser als der W-1. Der W-2 hätte einen niedrigeren und daher möglicherweise besseren "Q-Faktor" gezeigt.

Im Frühling 1978 hatte der W-1 eine Verbesserungen erfahren gehabt [27] (s. Werte [24]) und sollte zumindest bis weit in die Achtziger Jahre hinein im Angebot bleiben.
THE AUDIO CRITIC stellte im Nachtest im Herbst 1978 fest, dass ein zuvor gemessener 14 dB-Peak bei 460 Hz (ohne Frequenzweiche gemessen) sich, in der neuen Version, zu einem 8 dB-Peak bei 420 Hz gewandelt hätte. [27]
Ob auch der W-2 eine Überarbeitung erhalten hatte, ist nicht an mich überliefert. Er blieb wohl bis 1984 oder 85 im Programm.


Auf der CES im Herbst 1984 wurde der Janis W-3, ebenfalls mit 12“-Chassis vorgestellt [28], der im zudem kleineren Gehäuse die gleiche Leistung hatte erzielen sollen, wie der W-1.

Technische Daten Janis W-3:
Frequenzgang: 30 - 100 Hz bei +/-1 dB Abweichung
Hochpass mit 12 dB pro Oktave Abschwächung unter 30 Hz
Schalldruck-Pegel: 89 dB / 1W / 1m / 100-10k Hz
empfohlene Verstärker-Leistung: 50 Watt
Impedanz: nom. 8 Ohm, mind. 7 Ohm
Treiber: 305 mm / 12 inch
Bauweise: Geschlossenes Gehäuse mit Schlitz-Anbindung
Abmessungen (BHT): 450 x 450 x 450 mm / 18 x 18 x 18 inch
Gewicht: 30,4 kg / 67 lbs
Preis: 500$
Quelle: Audio 10/84 S.284 [24]

Bert Whyte berichtete, der Woofer sei mit einem neuen PP-Konus-Chassis ausgestattet worden. Die Verwendung des Kunststoffs Polypropylän erlebte in den Achtzigern einen Hype. Das Material sollte weniger empfindlich gegen parasitäre Schwingungen sein, reduzierte jedoch den Wirkungsgrad einer Box. Noch bei 30 Hz solle der Klirrfaktor des W-3 unter 1% liegen und die 24 Hz würden mit -3 dB erreicht. Der Frequenzgang entspräche dem W1, mit einem lediglich geringerem Pegel.
Der W-3 wurde für 795$ auch als System 3a angeboten, wurde dann mit der Aktiv-Weiche Janis Interphase 1a mit eingebauter 45-Watt-Endstufe ausgeliefert. [28]


Wohin mit dem Bass?

Die Idee, den Bass-Lautsprecher in ein extra Gehäuse zu verbannen, hat zwei technische Gründe.

Der eine bestimmt sich aus den Anforderungen der Bass- und Tiefbass-Abstrahlung an das Gehäuse einer Lautsprecherbox. Eine Dimension, insbesondere auch der Schallwand, die einerseits die Schallwand-Reflexionen steigert, die andererseits die Größe der Gehäuse-Wände nach oben schraubt.
Eine Schallwand muss beispielsweise groß genug sein, um einen geeigneten Tieftöner überhaupt aufnehmen zu können. Oder das Horn vor einem nicht geeigneten Tieftöner. Eine große Schallwand, die einen Tieftöner aufnehmen kann, wirkt aber nicht nur als Reflektor für die tiefen Frequenzen, sondern wirkt noch viel mehr auch auf die Abstrahlung der Mitten und Höhen. Um so höher die Frequenz, um so mehr Sekundär-Schallquellen entstehen, die das Signal zeitversetzt abstrahlen.
Gleichzeitig ist ein Subwoofer mit eingebauter Hoch- und Mittelton-Abteilung größer, hat somit größere Wandflächen, als eine reine Bass-Box. Um das Schwingen dieser größeren Wände zu vermeiden steigt nicht nur der konstruktive Aufwand, sondern auch der Material-Aufwand. Es ändert sich zudem auch die Resonanzfrequenz einer Lautsprecherbox.
Eine Resonanz sollte möglichst nie im Übertragungsbereich einer Lautsprecherbox liegen. Wie soll man das bei einer Box verhindert, die einen kompletten HiFi-Frequenzbereich übertragen soll?

Der zweite Aspekt ergibt sich aus den Anforderung der Platzierung im Raum, die für den Baßbereich eine andere sein kann, als für die höheren Frequenzbereiche.
Bestimmte Frequenzbereiche müssen, um eine authentische Stereo-Wiedergabe zu erzeugen, in einer definierten Position zum Hörplatz aufgestellt werden.
Für den Tiefbaß, den wir eher nicht orten können, ist die Frage von Reflexionen an Wänden und Möbeln von Bedeutung. Denn solche Reflexionen erreichen irgendwann auch den Hörplatz und solche Reflexionen erreichen den Hörplatz gerne zeitversetzt, weil sie einen längeren Weg haben, als der Direktschall. Manche solcher Reflexionen erreichen den Hörplatz aber auch verändert, weil der Reflektor, der sie weiter geschickt hat, für verschiedene Frequenzen in unterschiedlicher Weise als Reflektor geeignet ist: Holz anders als Beton. Bestimmte Frequenzen werden absorbiert oder zum Nachbarn durchgeleitet, andere mehr oder minder reflektiert, wieder andere Bereiche regen den Reflektor selbst zum schwingen an, und die Welle wird quasi verstärkt: vielleicht nicht im Summenpegel, aber auf der Zeitachse.
Ein zeitversetzt zurückgeworfenes Schallereignis kann den Direktschall am Hörplatz verstärken oder auslöschen. Und das im Ergebnis in der Regel nicht Frequenz-linear. Und wenn es Reflexionen von verschiedenen Reflektoren gibt, und wenn es Mehrfach-Reflexionen gibt, dann ... hilft da auch keine Netz-Steckdose mit 18Karat mundvergoldeten Masse-Kontakten, in einem von besonders hübschen Kindern Hand-gedengelten, Resonanz-armen Spezialgehäuse.

Die unterschiedlichen Anforderungen lassen sich bei einer Vollbereichs-Box schwieriger erfüllen, als bei nach Frequenzen getrennten Wandlern.

John Marovskis war jedenfalls der Meinung, man sollte grundsätzlich lieber Subwoofer einsetzen. Während so die Satelliten, als Direktstrahler, nach den Anforderungen der Stereo-Wiedergabe aufgestellt werden könnten, ließe sich nur ein Subwoofer an der Stelle im Raum platzieren, die für die optimale Bass-Wiedergabe geeignet wäre.
Es sei wichtig zu bedenken, dass der Zuhörer, insbesondere bei tiefen Bassfrequenzen, tatsächlich nicht den Tieftöner selber hört, sondern die Art und Weise wahrnimmt, wie der Hörraum auf den Tieftöner reagiert. Im Gegensatz zu den mittleren Frequenzen wäre der Tiefbass stark von der Position des Tieftöners abhängig, und zwar in Folge stehender Schallfelder. („… The reason is that, in order to get optimum performance in a listening room and not under anechoic conditions, the woofer for the low frequencies must be physically separable from the rest of the speaker. This is a direct requirement from the fact that reasons for speaker placement within a room at upper bass and midrange frequencies are not the same as for optimum placement at low bass frequencies. It is important to bear in mind that, particularly at low bass frequencies, the listener is not listening to the woofer, but to the way the listening room reacts to the woofer. Unlike at midrange frequencies, low bass is highly dependent upon the position of the woofer, The dependency is created by standing wave sound fields. ...” [22])


Subwoofer: Konstruktive Varianten

Ein rückwärtig luftdicht verschlossenes, gedämmtes Gehäuse. Furnierte Spanplatte, später MDF. Das sind Charakteristika, die den Janis mit vielen anderen Subwoofern verbinden.

Die erwähnte Grundig Duo-Baßbox ist eine geschlossene Regalbox. Der 31kg-schwere Visonik Sub-1 ist hingegen dafür konzipiert, auf dem Fußboden zu stehen. Beide haben ihr Chassis an der Außenwand verbaut, so wie viele andere Baß-Boxen auch. Bei manchen findet sich das Chassis an einer Seite, bei anderen strahlt der Bass nach unten (Downfire) oder auch nach oben. Der Janis hat weder das eine noch tut er das andere.
Gemein ist vielen Subwoofern ein geschlossenes Luftvolumen hinter der Membran („unendliche Schallwand“), das Frequenz-Auslöschungen im Aufführungsraum verhindert, indem es effektiv dafür sorgt, dass sich die vom Lautsprecher nach vorn und hinten phasenverschoben abgestrahlten Impulse im Aufführungsraum nicht überlagern und sie sich somit gegenseitig auch nicht auslöschen können.

Wiederum andere Konstruktionen verfügen über ein zusätzliches Bassreflex-Rohr, das das Innenvolumen an den Aufführungsraum ankoppelt. Vorn, hinten, unten ...
Beim Baßreflex-Prinzip wird die Bewegungs-Energie, die der Lautsprecher mit seiner Rückseite weiter gibt, nicht vernichtet, sondern, zum Teil, konstruktiv zur Steigerung der Bass-Leistung eingesetzt, also gezielt aus dem Gehäuse herausgeführt. Dabei wird das Prinzip des Helmholz-Resonators verwendet, der in dem Luftvolumen entsteht, das sich im Baßreflex-Rohr bildet.

Ein unbegrenztes Luftvolumen kann sich theoretisch frei in jede Richtung bewegen, wenn es dazu angeregt wird. Wird es nicht angeregt, verteilen sich die im Raum befindlichen Moleküle in eine Standard-Verteilung unter Füllung des zur Verfügung stehenden Raumes. Hängt man einen Holzring hinein, wird sich die Luft innerhalb des Ringes in ihrer Bewegung von dem Ring kaum messbar hemmen lassen. Nimmt man anstatt des Ringes ein Rohr, dann hemmt die Wandung des Rohres die Bewegung der im Rohr befindlichen Luftmasse. Um so länger man das Rohr gestaltet, desto länger benötigt die Luft, um das Rohr zu durchqueren, bis sie wieder frei schwingen kann. So lange sie sich jedoch im Rohr befindet, bestimmt das Rohr einen Teil der Eigenschaften des Luftvolumens, selbst wenn die Enden des Rohres offen bleiben.
Legt man an das eine Ende des Rohres eine Schwingung an, dann drückt diese die betroffene Luftmasse mit einer Halbwelle ein Stück weit in eine Richtung, bis der Hub wieder nachlässt und sie wieder zurück fließt und damit die andere Halbwelle erzeugt. Ein Teil der Luft verlässt das Rohr nicht mehr, schwingt im Innern hin und her. Und wenn die Schwingung nur an das eingeschlossene Luftvolumen angelegt ist, nicht an die Umgebung, dann entwickeln die Luftvolumina im Rohr und außerhalb des Rohres unterschiedliche Eigenschaften, selbst obwohl das Rohr an mindestens einer Seite offen ist.

Nun wird die Auslenkung einer Membran kaum der Länge eines Rohres entsprechen. Tatsächlich bewegt sich jedes Luft-Molekül minimal so weit, wie es durch die Membran oder wie es durch die zwischen ihm und der Membran befindlichen Moleküle verdrängt worden ist, darüber hinaus maximal so weit, bis es auf das nächste Molekül stößt, an das es den Bewegungs-Impuls weiter gibt. Die Membran schiebt also die vor ihm liegende Luftmasse in ihrer Gesamtheit um den Weg der eigenen Auslenkung. Dabei wird eher kein einzelnes Molekül vom Punkt der Initiierung der Bewegung durch die Membran, bis zum Ende des Rohres und darüber hinaus, in Bewegung gesetzt werden. Tatsächlich wird sich jedes Molekül bestenfalls wenige Millimeter in die Hub-Richtung treiben lassen, und den Bewegungs-Impuls dann an das nächste Molekül weiter geben. Ist diese Bewegung abgeschlossen, werden die Moleküle wieder die für die herrschende Temperatur typische Standard-Verteilung einnehmen, also den Bereich der durch die Bewegung entstandenen Luft-Verdünnung vor dem Membran neu „besiedeln“. Bis die Membran wieder auslenkt.

Die Eigenschaften des Luftvolumens innerhalb des Rohres werden, neben der Temperatur und somit ihrer Dichte, durch die physikalische Beschränkungen gebildet, die die Abmessungen des Rohres für die Bewegungsfähigkeit der eingeschlossenen Luftmasse bedeuten: sie hat ein definierbares Luftgewicht. Aus diesem Luftgewicht resultieren wiederum die Schwingungs-Eigenschaften des im Rohr befindlichen Luftvolumens.
Die Abstimmung von Durchmesser und vor allem der Länge des Rohres erlaubt die Bestimmung einer Resonanz-Frequenz des durch die Begrenzung entstandenen Resonators, der letztlich durch die Bewegung der erregenden Membran angetrieben wird. Das bedeutet, es gibt Frequenzen, denen die eingeschlossene Luftmasse leicht und andere, denen sie in Folge der räumlichen Beschränkung nur schwer folgen kann. Das Rohr hemmt also die Darstellung bestimmter Frequenzen, befördert andere.
Die Begrenzung des Resonators wird auf der einen Seite durch den Schwingungs-anregenden Antrieb gebildet, auf der anderen Seite durch den Teil des Luftvolumens, dessen Hin-und-Her-Bewegung eben noch verhindert, dass es in die nicht begrenzte Umgebung entgleitet. Eben diese Ebene des Resonators bildet nicht nur seinen äußeren Abschluss, sondern auch quasi wiederum eine (Passiv-) Membran, die die Umgebungsluft mit ihrer Schwingung erregt.
Manche Hersteller ergänzen das Baßreflex-Rohr um einen weiteren Abschluss, auf der Seite des Aufführungsraumes, durch eine reale Passiv-Membran, die durch den Resonator angetrieben wird. Beispielsweise KEF oder ESS haben dies oftmals gemacht.

Die korrekte Konstruktion eines Baßreflex-Gehäuses hat das Ziel dafür zu sorgen, dass die Schwingung des Luftvolumens im Bereich ihrer Resonanzfrequenz möglichst gleichförmig und keinesfalls gegenläufig zu der Lautäußerung der Vorderseite des Tieftöners erfolgt, wie es die Rückseite des Tieftöners tut, die den Resonator ja zu seiner Bewegung anregt. Dadurch, dass die anregende Welle von der Rückseite der Membran einen Weg bis zum Resonator zurücklegen muss, und dadurch, dass es etwas dauert, bis der Resonator zum Schwingen angeregt worden ist, arbeitet dieser, auf seiner Resonanzfrequenz, in der Regel phasenverschoben zur eigentlichen Membran-Seite, die ihn antreibt, so dass im Bereich des Übertragungsbereiches des Resonators eine positive Addition mit den durch die Vorderseite der Membran abgestrahlten Frequenzen entsteht. In anderen Bereichen des Spektrums kommt es jedoch zu Auslöschungen und ist meist ein steiler Abfall der Frequenzgang-Kurve eines Bassreflex-Lautsprechers zu beobachten.

Das Bassreflex-Prinzip sieht also grundsätzlich vor, dass die Membran direkt an den Aufführungsraum angekoppelt ist und dass ihre Rückseite mit Hilfe eines Resonators angekoppelt wird.

Der Tieftöner des Janis ist nicht außen an einem Gehäuse montiert, sondern hat ein innen liegendes System. Doch an einen Subwoofer mit einem Lautsprecher in einem rundum geschlossenen Gehäuse glaube ich dann doch nicht. Wie schon erwähnt, ist der Zitterschrank noch nicht erfunden.
Wie bei meinen Wohnzimmer-Böxchen strahlt hier zwar die Rückseite des Chassis in ein geschlossenes Gehäuse, doch gibt es bei denen eine Öffnung in der Box, die die Aufgabe erfüllt, das Luftvolumen vor der Membran an die Außenluft anzubinden. Einen Helmholz-Resonator bildet hier nicht nur ein Rohr, sondern ausschließlich das komplette Gehäuse vor der Membran, und wird durch die beschränkte Größe der Gehäuse-Öffnung erst zum Resonator.

Ein Effekt ist, dass das unter Druck stehende Luftvolumen vor der Membran, ebenso das hinter der Membran, die Systemresonanz des Lautsprechers reduziert.

Das Luftvolumen in einem ventilierten Gehäuse verfügt prinzipiell über eine Eigenresonanz und die Ventilation bildet einen Bandpaß zweiter Ordnung (12 dB Flankensteilheit); ein Bandpass ist eine Kombination aus Hochpass- (sperrt tiefe Frequenzen, lässt hohe durch) und Tiefpass-Filter (sperrt hohe Frequenzen, lässt tiefe passieren). Je nach Auslegung verfügt ein solches Bandpass-Gehäuse über einen Übertragungsbereich von einer bis zu drei Oktaven. [29]
Die Breite des Übertragungsbereiches, und damit gekoppelt, die Lautstärke der Übertragung, lässt sich durch das Volumen-Verhältnis (T) zwischen dem geschlossenem (g) und dem ventiliertem (v) Gehäuse einer Lautsprecherbox einer definierten Güte (Q) bestimmen (g : v = T). Um so größer „T“, desto breiter und um so leiser wird der Bandpaß. Um so kleiner „T“, desto schmaler und lauter wird der Bandpass.

Im Vergleich zum Baßreflex-Prinzip erspart sich der Konstrukteur mit dem Bandpass-Konzept das Problem, dass ein Teil der in die Umgebung entlassenen Schwingungen der Vorder- und Rückseite des Lautsprechers einander auslöschen. Wie beim geschlossenen System erkauft er sich dies mit dem Verzicht auf die Nutzung der vollen Kapazität eines Lautsprechers.

So einen Bandpass kenne ich, in Form von Vollbereichs-Boxen, hier abgebildet von Dr. Gauder und von Dr. Ing. Hubert. Hans Deutsch hat ihn mit einem kurzen Horn erweitert.

   
(Isophon Indigo)

Doch das runde Loch, das Herr Hubert in seinen Procus Fidibus eingebaut hat, kennt der Janis ebenso wenig, wie die rechteckigen Öffnungen in der  Isophon Indigo.
Und die Horn-Öffnung einer Atlantic Skyline [30] finde ich hier auch nicht. Nicht einmal virtuell.

   
(Procus Fidibus)

Bei dem Bandpass-Konzept ist also der Lautsprecher (bzw. eine Membran-Seite) immer im Innern eines Gehäuses verbaut und über den Bandpass an den Aufführungsraum angekoppelt.

Neben den Furnier-Arbeiten ist das umlaufende Zierband, unterhalb der Deckplatte, das einzige weitere Gestaltungs-Element des Janis-Quaders. Und tatsächlich ist dies nicht nur ein Schau-Element. Es verbirgt auf einer Gehäuse-Seite auch einen Schlitz, der, ähnlich einem Bandpass-System, den Lautsprecher an die Umgebung ankoppelt. Slot loading nennen das die Amerikaner.

   
(Janis W3)

Das "Slot loading" eines CD-Laufwerkes meint, dass das Laufwerk sich hinter einem Schlitz verbirgt und eben durch diesen hindurch geladen wird; im Gegensatz zur Beladung mit Hilfe einer Schublade.
Mit was wird ein Slot Loading-Subwoofer beladen?

Würde die Membran eines Lautsprechers, der sich in einem rundum geschlossenen Gehäuse befände, in Bewegung gesetzt, würde die Luftmasse gestaucht, in die die Membran einführe, und würde die Luftmasse quasi verdünnt, aus der die Membran sich heraus bewegt. Beide geschlossenen Kammern, vor und hinter der Membran, gerieten für einen kurzen Zeitraum unter Druck (Überdruck, Unterdruck), weil die Bewegung der Membran die Luft jeweils in einen Zustand zwänge, der nicht ihrer typischen Dichte bei der gegebenen Temperatur und effektiven Gravitation entspräche. Nun habe ich doch den Zitterschrank erfunden.
Wird nun eine der beiden Kammern geöffnet, ist ein Luftaustausch mit der Umgebungs-Atmosphäre möglich, und wird aus dem Zitterschrank eine Lautsprecher-Box. Dort wo der Lautsprecher einen Überdruck erzeugt, würde die von der Membran verdrängte Luftmasse aus der Öffnung in die Umgebung entweichen. Dort wo der Lautsprecher einen Unterdruck erzeugt, würde die von der Membran verdünnte Luftmasse durch die Öffnung im Gehäuse einen Zustrom erhalten. Beides so lange, bis der Druck innen und außen überein stimmt, oder bis sich die Membran (wieder) bewegt.
Würde die Öffnung im Gehäuse mindestens der Membranfläche entsprechen, würde auch die Geschwindigkeit des Luftaustauschs in etwa der Geschwindigkeit des Membran-Hubs entsprechen. Wäre sie hingegen kleiner, würde die im Innern des Gehäuses befindliche Luftmasse weiterhin ein Stück weit komprimiert werden.

Die Kompression der Luft im Innern eines mehr oder weniger geschlossenen Gehäuses erzeugt eine Federwirkung mit einer Energie, die nahezu bzw. maximal der durch den Membranhub eingebrachten Energiemenge entspricht. Die wiederum wird durch den Verstärker bereit gestellt. Solange die Membran die Luftmasse weiter komprimiert, steigt die dort induzierte Energiemenge an und wirkt als zunehmende Gegenkraft auf die Membran: Eine "progressive Aufladung" der Druckkammer und somit eine progressive Steigerung der Last auf die Membran. Diese Gegenkraft auf die Membran reduziert unter anderem parasitäre Schwingungen.

Wenn das Gehäuse zum Teil geöffnet würde, kann die in der komprimierten Luftmasse gespeicherte Energie sowohl auf die Membran, als auch letztlich auf die im Umfeld der Öffnung befindlichen Luftmoleküle wirken, addiert sich auf die Bewegungsenergie beider: Die Membran wird weniger abgebremst, die Luftmoleküle am Ausgang werden mehr beschleunigt.

Ein Schlitz zur Anbindung eines Lautsprechers an die Umgebungsluft wird, mit Ausnahme von Oskar Heils Jet-System, üblicherweise dann bei Hochtönern verwendet, wenn die Abstrahl-Charakteristik eines sonst eher gerichtet strahlenden Lautsprechers verändert werden soll. Denn am Rande des Schlitzes tritt die sogenannte Kanten-Diffraktion [31] auf. Um so schneller der Luftstrom, desto mehr. Ein Beugungs-Effekt, der dafür sorgt, dass so ein Schlitzstrahler einen größeren Abstrahlwinkel erhält, als die hinter dem Schlitz liegende Membran ihn selber erzeugen würde. Ein Effekt, der aber auch dafür sorgen kann, dass sich das Bild der Frequenzgang-Kurve verändert: die ist nicht mehr eben, stattdessen entstehen Hügel und Täler (Ripple-Effekt).

Im Tieftonbereich ist der Nutzen der Beugung jedoch eher von geringer Bedeutung, da sich tiefe Frequenzbereiche, um so tiefer desto mehr, sowieso zunehmend kugelförmig ausbreiten.
Hier geht es also eher um die Beschleunigung der Luft. Wobei der Rand des Schlitzes abgerundet oder anderweitig aufgelöst werden sollte, um die angesprochenen Turbulenzen zu reduzieren. [32] Denn um so höher der Luftdruck auf dem Schlitz, desto höher die mechanischen Auswirkungen.

Der Schlitz für einen Slot Loading-Subwoofer soll eine deutlich geringere Abmessung haben, als die der Membran, damit die Luft beschleunigt wird, wenn sie den Schlitz durchquert.
Der Physiker Nelson Pass, Gründer von PMA und Pass Labs, Mitbegründer von Threshold Electronics und Entwickler für ESS, schrieb dazu 2011 in seinem Artikel über ein „Slot Loaded Open Baffle Project“, die Bewegungsenergie, die auf die sich bewegende Luft übertragen wird, ist proportional zur Masse der Luft mal der Geschwindigkeit im Quadrat. Das "Quadrat" bedeutet, dass bei einer Verdreifachung der Geschwindigkeit das Neunfache an Energie übertragen wird, also etwa 9 dB mehr. Dadurch wird der Wirkungsgrad des Lautsprechers erheblich gesteigert und das Einschwingverhalten verbessert, da die scheinbare Masse der bewegten Luft im Verhältnis zur Membranmasse der Treiber größer ist.
(„… The motional energy imparted to the moving air is proportional to the mass of the air times the velocity squared. The "squared" part means that if you triple the velocity you impart nine times as much energy, or about 9 dB worth. This raises the efficiency of the speaker quite a bit, and it improves the transient response as the apparent mass of the air moved is higher in relation to the cone mass of the drivers.
The way this is accomplished is by "squeezing" the air through an opening narrower than the surface of the moving diaphragm of the driver. ...
“ [32])

Für das Slot Loading-Prinzip gilt, dass die Abstimmung des Systems durch die Bemaßung des Schlitzes erfolgt. Der wirkt auch als Tiefpass-Filter; je nach Dimension mehr oder weniger. Um so kleiner die Öffnung, desto höher die resultierende Luftgeschwindigkeit, desto höher aber auch die Last auf den Antrieb, auf die Membran und auf deren Aufhängung, desto geringer also die Empfindlichkeit, desto höher die Anforderungen an den Verstärker.

Nach der reinen Lehre meint Slot Loading ein System, bei dem das Chassis direkt hinter der Schallwand montiert ist, in dem sich der Schlitz befindet. Bei einem Kompressions-Hochtöner ist das immer so. Und somit hat ein Schlitzstrahler keinen Platz für einen Resonator und hat damit auch keinen Resonator.
Warum? Weil sich die Bewegungsenergie, die durch die Kompression erzeugt werden soll, im Resonator schon wieder verbrauchen kann. Das erst recht in einem Gehäuse, das über einen Resonator mit der Umgebung verbunden ist. Weil ein Resonator eine konstante Luftmasse mit einer Eigenschwingung ist, Slot Loading jedoch die Beschleunigung der Luft aus dem Gehäuse heraus, und nicht das Verharren in einem Bereich zum Ziel hat.

Nach der vermeintlichen „Idealvorstellung“ dürfte allerdings schon der Druckkammer-Entwurf von Nelson Pass nur dann als „Sloat Loading“ bezeichnet werden können, wenn das System gegeneinander gerichteter Lautsprecher-Reihen, hinter der Schallwand, als ein einziger Kombinations-Lautsprecher definiert würde. Denn allein durch die Zahl der Chassis entsteht wiederum ein Raum hinter dem Schlitz.
Theorie-Gebabbel, das den Praktiker dann zu interessieren beginnt, wenn er mit einem Begriff konfrontiert wird und anfängt zu suchen, was der eigentlich meint, dann nur Antworten findet, die mit dem Kontext, den er kennt, nicht überein stimmen.

Sobald es eine tatsächliche Luftkammer zwischen Membran und der Oberfläche der Schallwand gibt, wird die Konstruktion, zumindest von einigen Leuten, wiederum als Bandpass, bezeichnet [z.B. 33], und wird aus dem „Slot Loading“ ein „Slot Porting“. Sollte sollen. Muss es sollen? Theorie-Gebabbel …

Man erinnere sich, dass manche Fachleute die Existenz der „Transmissionline“, als eigenständiges Prinzip, leugnen und sie als lediglich Variante von „Baßreflex“ sehen, die keinen eigenen Namen brauche. Andere sehen sogar alle Formen ventilierter Gehäuse lediglich als Spielart von Baßreflex. Und Hummeln können nicht fliegen, wissen das nur nicht.

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(Atlantic Skyline 050)

Der schon erwähnte Hans Deutsch schließt ein Gehäusevolumen über einen Schlitz an sein Kammerhorn bzw. an seinen Horn-Resonator an. [30] „Slot Porting“? Er könnte den Schlitz näher an die rückwärtige Membranseite des Tieftöners verlegen, würde dann aber notwendig mehr Einfluss auf die Bewegung und damit auf die Baß-Abstrahlung der Membran-Vorderseite nehmen.
Ob man seine Konstruktion mag, muss jeder selbst entscheiden. Tatsache ist, es gelingt ihm in den von ihm konstruierten Boxen, zusätzlich zur frontalen Bass-Abstrahlung, auch aus der rückseitig abgestrahlten Schallenergie einen messbaren Effekt herauszuholen. Letztlich geht es um den Effekt, nicht um die Definition des Ideals eines Verfahrens.

Gehen also die beiden Prinzipien „Slot Loading“ und „Bandpass“ ineinander über? Die Harman International hat das mit dem JBL Control SB-2 dokumentiert, der in der amerikanischen JBL-Werbung als „Slot-Loaded Vented Bandpass Subwoofer“ bezeichnet wird. Also als beides: Slot Loading und Bandpass: Ohne und mit Resonator. Gleichzeitig.

Rudolf A. Bruil hat es sich einfach gemacht, und in der Aufstellung der verschiedenen „Bass Enclosures“, für seine Artikel über Aktiv-Boxen, das von John Marovskis eingeführte Gehäuse-Prinzip kurzerhand als „Janis principle“ bezeichnet. [34]

   

Beim Janis befindet sich das Chassis in einem rückwärtig geschlossenen Gehäuse. Vor der Membran befindet sich lediglich ein kleines Luftpolster, das primär durch die Form des Konus gebildet wird, jedoch in der Folge der geringen Größe und der hohen Beschleunigung nicht stabil lokal sein dürfte. Direkt gegenüber der Membran befindet sich eine kleine Öffnung, die über einen Kanal an den Aufführungsraum angebunden ist. Die Länge dieses Kanals übersteigt zwar den maximal möglichen Membran-Hub, sollte also einen Resonator bilden, hat aber im Schnitt deutlich weniger Durchmesser, als die Membran Fläche, was zu einer ebenso deutlich höheren Geschwindigkeit der Luftbewegung vor der Membran führen sollte, was verhindern könnte, dass dort in der Realität ein Resonator entsteht.
Von eher untergeordneter Bedeutung dürfte die Frage sein, ob hier die Kammer oder ob der Aufführungsraum über einen Schlitz an den Kanal angebunden ist. Der Kanal und der Schlitz haben den gleichen Durchmesser. Lediglich der äußere Schlitz ist, in Folge der Gestaltungselemente davor, effektiv nochmals verkleinert.

Von der Baßreflex-Anbindung unterscheidet sich das Janis-Prinzip also durch die Abstimmung von Länge und Durchmesser des Kanals einerseits, durch die Druckverhältnisse in der Druckkammer andererseits: Während das Ziel von Baßreflex darin besteht, ein Luftvolumen im Rohr zu halten, ist genau das für das Janis-Prinzip nicht gewünscht.


Janis beschreibt die Funktionsweise des W-1 wie folgt: Bei der Janis-Konstruktion sorge die Slot Loading-Anbindung der Membranvorderseite für einen Bereich mit erhöhter akustischer Impedanz an der Membran, so dass eine sehr kleine Membran-Auslenkung einen angemessenen Schalldruckpegel bei niedrigen Bassfrequenzen erzeugt. Folglich werden Verzerrungen erheblich reduziert. Diese “Schlitzladung” wird durch eine ansteigende Belastung der Membran des Treibers in einer geraden Horn- oder kanalartigen Konfiguration realisiert. Wie bei einem Hornsystem erfordert die Wirkung des Horns, dass das Gehäuse der Rückseite eines Horn-geladenen Treibers ein hohes Maß an Steifigkeit aufweisen muss. Eine solche Steifigkeit ist auch bei der Janis-Konstruktion erforderlich. Dies führt zu einem besonders kleinen Gehäuse und damit zu einer einfachen Platzierung für eine optimale Raum-Antwort. („… In the Janis design, slot loading of the front of the cone provides a region of increased acoustic impedance at the cone, so that a very small cone excursion generates adequate sound pressure levels at low bass frequencies. Consequently, distortions are substantially reduced. This slot loading is implemented by progressively loading the cone of the driver into a straight horn or ductlike configuration. Just as in a horn system, the effect of the horn requires that a high degree of stiffness must be provided by the enclosure of the rear of a horn loaded driver. Such stiffness is also required by the Janis design. This leads to a particularly small enclosure with associated ease of placement for optimum room response. ...” [22]).
Also doch ein Hornresonator, mit geradem Horn und ohne Kammer vor dem Schlitz? Genau. Denn das Janis-Prinzip sieht ja nicht vor, dass beide Membranseiten an die Außenluft angebunden sind. Die erhöhte „akustische Impedanz“ stört also nicht die Übertragung der offenen Seite.


THE AUDIO CRITIC kam 1978 zu dem Schluss, sie betrachte den Janis nicht als den theoretisch perfekten Tiefbeller. Er sei im Grunde ein hocheffizienter, schmalbandiger Resonator. („… Mind you, we don‘t consider the Janis to be the theoretically perfect woofer. It‘s basically a high-efficienty narrow-band resonator ...“ [27])
Und wie ich schon zusammengefasst hatte, ist ein Schmalband-Resonator eben ein Resonator und damit kein Schlitzstrahler. Oder eben doch. Im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist halt alles möglich.

Was auch immer der Janis ist … in dem AUDIO-Test vom Sommer 1978 wies Richard C. Heyser darauf hin, dass in der ersten Ausgabe des Janis-Handbuches nicht einmal erwähnt gewesen sei, an welcher Stelle des Gehäuses der Lautsprecher des Janis Kontakt mit dem Hörraum aufnehmen würde, so dass der Autor sich die Frage stellte, „… I cannot help but wonder how many early Janis owners are unhappy with the sound they got by unknowingly placing the slot away from the listening area or, worse yet, flat against the wall. ...“ [35]
Aufstellung ist halt auch immer von Bedeutung. Auch bei Schlitzen. Oder legt Ihr Eure 3-Wege-Boxen im Betrieb auf die Schallwand?


Tests und nicht-Tests

Der Janis W-1 und seine Geschwister wurden nach der Maßgabe entwickelt, einen kompletten HiFi-Frequenzbereich lediglich unterhalb 100 Hz, Frequenz-linear, Störungs-arm und in bester Weise wiederzugeben.
Norman Eisenberg beschrieb im Sommer 1977 unter der Rubrik „New Product Scene“ für MODERN RECORDING den Einsatzzweck, dass die allgemeine Idee hinter dem Janis darin bestanden hätte, ihn zu einem bestehenden Soundsystem hinzuzufügen, und zwar über eine von mehreren Schnittstellenoptionen, wozu ebenso jeweils ein W-1 für jeden Stereo-Kanal gehören, wie die einfachere und kostengünstigere (aber überraschend effektive) Version, bei der ein einzelner W-1 angeschlossen werden könne, um eine "summierte" Tiefton-Wiedergabe in einem bestehenden Stereosystem bereitzustellen. („... The general idea behind the Janis is to add it to an existing sound system via any of several interface options that include an individual W-1 for each speaker system, or a simpler and more economic (but surprisingly effective) hookup in which one W-1 can be connected so as to provide a "summed" low-frequency output in an existing stereo setup. ...“ [13])

Diese Flexibilität ist möglich, weil Marovskis den Janis als Teil eines modularen Konzeptes gesehen hatte. Die Anpassung an die vorhandene Übertragungsanlage erfolgt über ein weiteres Modul, eine externe Aktiv-Weiche, die nach den Vorgaben der Stereo-Lautsprecher und nach den Fähigkeiten des Subwoofers ausgesucht und eingestellt werden soll.

Dabei erwies sich bald die Situation um die „Several interface options“ als Problem, das sich auch in den Testberichten für den Janis abgebildet hatte.
Während die Komplett-Systeme der „Three-Speaker-Stereophonie“ in der Regel perfekt aufeinander abgestimmt gewesen waren, litt der Janis in der Wahrnehmung darunter, dass es dem Kunden bzw. dem Tester überlassen geblieben war, nicht nur die Aufstellung, sondern auch die „interface options“ selber zu verantworten. Während man das zu Beginn genannte Visonik-Set einfach nur zusammen zu stöpseln brauchte, musste sich der Käufer des Janis mit der Frage auseinander setzen, welche Frequenzweiche er einsetzen sollte, wie diese einzustellen sei. Ob ein oder ob zwei Subwoofer angeraten wären usw.
Und während beispielsweise John Marovskis selber eine Flankensteilheit von 18 dB/Okt. für seinen Subwoofer empfohlen hatte und auch der schon erwähnte Kenneth Swauger die 18 dB-Filter favorisiert hat [18], hatte beispielsweise der niederländische Importeur, Jan Endenburg von EngaSound, eine Symmetry Electronic Crossover mit 12 dB-Tiefpass und 6 dB-Hochpassfilter als Optimum beworben. [18]

Schaut man sich den heutigen Markt an, dann stößt man durchaus auf Subwoofer-Konstruktionen, deren Ambition sich mit der des Janis vergleichen lässt. Manche davon verfügen auf der Rückseite über Regler, mit denen sich die Phase, die Übernahmefrequenz und auch die Lautstärke einstellen lässt. In aller Regel wird der „moderne“ Subwoofer-Besitzer jedoch seinen Brüllwürfel per Cinch-Kabel an den Subwoofer-Ausgang anschließen, alle Regler voll aufdrehen und dann das Einmess-Programm des AV-Receivers starten.

Das war 1975 anders gewesen.
Der Janis-Eigner hatte sich zunächst einmal für eine Frequenzweiche zu entscheiden. Und die wählte er nicht per Suchbegriff aus dem Internet, sondern aus dem Programm des Fachhändlers vor Ort, der ihm sicher kaum verriet, mit welchen Subwoofern und Boxen er sie schon getestet hatte. Und er wählte sie aus Vorstellungen und Test in Magazinen, bei denen sie wohl selten mit den eigenen Boxen geprüft worden waren. Und er wählte sie aus den Kleinanzeigen in Magazinen, in denen sie wahrscheinlich alle, in gleicher Weise, als das absolute Optimum dargestellt wurden, die jedoch kaum vor dem Kauf auf ihre Eignung hatten getestet werden können. Also doch Internet.

Allerdings hatte es 1975 noch eine weitere Beschränkung gegeben: Um so höher die Flankensteilheit, desto teurer, desto seltener die Angebote an Weichen. Und mehr als 18 dB/Oktave  war kaum zu finden gewesen. Insbesondere die erste Variante der Janis hätte jedoch eine höhere Flankensteilheit gut gebrauchen können, wie von verschiedenen Testern kritisch angemerkt worden war.

In den ersten Testberichten, die ich gefunden habe, wurde der Janis W-1 an der aktiven Frequenzweiche B4SL-C vorgestellt. Das war wohl eine der aktiven Weichen gewesen, die Marovskis zunächst in sein Angebot aufgenommen hatte, um seinen Subwoofer überhaupt anbinden zu können.

Norman Eisenberg trieb den Janis mit einem Dynaco Mk. VI an und integrierte das Set in eine vorhandene Anlage aus einem Paar Celestion 66 an einer Kombination aus Dynaco Vorverstärker und Stereo 70-Endstufe, sowie einer Pioneer RT-2044 Bandmaschine.
Mit dem Janis solle die Wiedergabe, auch abseits des reinen Basses, merklich detaillierter und räumlicher geklungen haben. „… the entire audio spectrum sounded more realistic.“ [13] Das Ergebnis hätte sich mit anderen hochwertigen Lautsprecherboxen reproduzieren lassen.

Im Gegensatz dazu erweckt die Einleitung zum ersten Test in THE AUDIO CRITIC, einem Abschnitt des Vergleichstests „Fishing for Bass – a Look at the Subwoofer Scene“ von Peter Aczel, den Eindruck fast schon einer Verhöhnung: „… We have the fantasy that John Marovskis … made a pact with the devil ...“ Der hätte ihm all die technischen Eigenschaften zugesagt, mit denen Janis für den W-1 warb und als Lösung verraten „… Put a 15-inch driver in a sealed enclusure. Give it a system Q of 1. Then load the front of the cone with this magic slot I‘m about to show you. And just ignore all the bad things you‘ve heard about slot loading. ...“ [2]
Und tatsächlich würde das System halten, was der Teufel versprochen hätte. Der Wiedergabe im unteren Bass-Bereich wäre hervorragend. „… That it was dead flat below his chosen crossover point of 100 Hz, down to the system resonant frequency of 30 Hz, where the response was still 0 dB. We‘ve verified that. That it had oh-point-something percent harmonic distortion at any frequency down to 30 Hz, never even as much as 1%, at an SPL of 85 dB. Also true. That it could shake the plaster off your walls with an 60-watt amplifier. You better believe it. ...“ [2] Doch hätte das Geschäft mit dem Teufel halt Konsequenzen für Markovskis und seine Kunden: Mit der empfohlenen, aktiven Frequenzweiche „… the response at 200 Hz was down less than 12 dB below the flat range on account of the inherently rising characteristic of the slot, and the peak at 460 Hz was only 22 dB below the crossover point. …“ [2]
Das Problem sah der Tester im oberen Bass-Bereich und im Bereich oberhalb der Übergangsfrequenz. „... Since the woofer is pluperfect in every other way we could determine, that has just got to be the reason why we didn‘t like it at all. The upper bass and the midrange, in combination with the Dahlquist DQ-10, were thick, opaque, incoherent and unpleasant. ...“ [2] Es würde nicht „richtig“ klingen. Das selbe Verhalten zeige der kurz zuvor vorgestellte W-2!

Die positiven Eigenschaften so eines „Resonators“ wirken eben nur für einen geringen Teil des gesamten Frequenzbereichs einer üblichen Audioübertragung. Oberhalb und unterhalb des Zielbereiches verändert sich die resultierende Frequenzgang-Kurve dramatisch. So hat nicht nur THE AUDIO CRITIC am W-1, oberhalb der beabsichtigten Grenzfrequenz des Übertragungsbereiches von 100 Hz, eine ansteigende Eigenresonanz um 6 dB/Oktave gemessen, die zu 200 Hz eine Pegel-Abweichung von 12 dB erreicht und die Ihren ersten Peak bei 460 Hz mit 22 dB oberhalb der Referenzkurve zeigt. [2]
Für den W-2 maß THE AUDIO CRITIC bei 200 Hz einen Anstieg, im Vergleich der flachen Referenzkurve, um 10 dB, für den Bereich zwischen 350 und 420 Hz um 21 dB. [2]

Natürlich entstand aus der Abstimmung des Janis W-1 eine prinzipielle Kritik. So hätte sich der Frequenzgang-Verlauf oberhalb von 100 Hz durch den Verzicht auf die „0 dB“ bei 30 Hz entschärfen lassen können. [2] So scheint der Q=1 nicht der Lehrmeinung nach Butterworth zu entsprechen, der für Bandpass-Gehäuse einen Q=0,707 empfiehlt. [2] [29]

Der Q-Faktor beschreibt den seitlichen Abstand der Montagepunkte der Pedale an der Kurbelgarnitur eines Fahrrades. Darüber könnte ich jetzt eine Menge schreiben und diesen Artikel hilfreich verlängern. …
Oder er beschreibt halt den Gütefaktor eines schwingenden Systems in der Elektrotechnik, beschreibt das Impulsverhalten, ist ein Maß für die Dämpfung bzw. den Energieverlust eines zu Schwingungen fähigen Systems. Um so höher die Güte, desto geringer die Bedämpfung bei der Resonanzfrequenz. Kleine Werte für die Güte entsprechen einer großen Dämpfung.
Wobei man im Lautsprecherbau, im Vergleich zur Definition der Fahrrad-Breite, eher differenziert: Qms, Qes, Qts, Qtc ...

Im Vergleich zum ebenfalls von Peter Aczel vorgestellten Woofer Dahlquist DQ-1W mit der neuen Weiche DQ-LP1, klänge der Janis langsamer, was der Autor auf den Q-Faktor von 1, anstatt des „üblichen“ Faktors von 0,707 für geschlossene Gehäuse (lt. Butterworth) zurück führte. „… With the latter Q, the  W-1 would measure 3 dB at 30 Hz instead of 0 dB. On the other hand it wouldn‘t be up almost 1,5 dB at 40 Hz which is the characteristic ripple of a Q=1 system and the W-1 greatest deviation from absolutely flat response. ...“ [2]

Erst in einem Nachtest zeigte sich auch THE AUDIO CRITIC mit dem Janis W-1 versöhnt. Es scheint nämlich, John Marovskis hatte reagiert. Auch wenn er sich wohl geweigert haben soll, den Q-Faktor von „1“ und die 0 dB-Abweichung bei 30 Hz aufzugeben, hätten Änderungen am Design des W-1 eine Verbesserung ermöglicht, so dass nun, „without crossover“, lediglich ein 8 dB-Peak bei 420 Hz gemessen worden sei. [27] Der ließe sich durch eine geeignete Weiche hinreichend ausfiltern.

Die AUDIO [35] hatte im Juno 1978 einen Test präsentiert, in dem auch Messungen veröffentlicht worden waren.
Die Impedanz-Messung zeigte einen geringsten Wert von 7 Ohm zwischen zwei Peaks bei 230 Hz (14 Ohm) und 30 Hz (21,5 Ohm)
Der Janis hätte einen vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad, benötige sieben bis 12 dB mehr Leistung, im Vergleich zu einem üblichen Direktstrahler-Subwoofer. [35]

Vor allem aber hatte der Nachtest von THE AUDIO CRITIC deutlich gemacht, welchen Einfluss die bei Tests verwendete Elektronik gehabt hatte.
So war 1977 eine von Marovskis nur vertriebene, aktive Frequenzweiche B4SL-C zum Einsatz gekommen, die auf eine Übergangsfrequenz von 100 Hz und eine Flankensteilheit von 18 dB eingestellt gewesen war. Niemand vom Test-Team hätte den resultierenden Sound gemocht. „… The upper bass and the mid-range, in combination with the Dahlquist DQ-10 (…), were thick, opaque, incoherent and unpleasant. ...“ Es hätte nicht „richtig“ geklungen. Das Endergebnis hatte gelautet, „spektakulär aber falsch“. [2]
Mit der 1978 von Marovskis vorgestellten „electronic crossover amplifierJanis Interphase 1, einer elektronischen Weiche mit eingebautem 60-Watt Verstärker, hatte sich das Bild geändert: Nun erzeugte der W-1… the best bass of our lifetime, rock solid, wide open right down to the bottom limits of the program material, and with that realistically breath quality that only the accurate reproduction of the lowest frequencies can bring out. ...“ [27]

Auch bei der Interphase-Einheit war der Filter fest bei 100 Hz mit 18 dB/oct. Flankensteilheit für die Satelliten und für den Woofer eingestellt gewesen. Sie verfügt allerdings über eine eigene Endstufe, eine kontinuierlich einstellbare Phase (0-180°) und bot ein weiteres Feature, das Kenneth Swauger, damals Leiter des Customer Service Team der Polk Audio, Inc., 2010 wie folgt bezeichnet: „… The bass amplifier has an adjustment that centers the woofer's voice coil in the gap. ...“ [18]
In der Februar-Ausgabe des HIGH FIDELITY MAGAZIN von 1979 hatte John Marovskis seine "DC electronic compensation technique" vorgestellt: Die Kompensationstechnik positioniert den Konus des Woofer-Treibers unter Einsatzbedingungen neu, um geringste Verzerrungen und maximale Bassleistung zu erzielen. [36]
Auf das Modell Interphase-1 folgte ein Modell 1a. In der Version der Achtziger Jahre soll der Interphase, laut audioasylum, mit einem 100W-Verstärker ausgestattet gewesen sein [37]. Der Interphase 3a wird mit 150 Watt angegeben.
Die Leistungssteigerung liegt wohl auch daran, dass die Empfindlichkeit der mit PP-Membran ausgestatteten dritten Subwoofer-Serie geringer gewesen sein dürfte, als die der ersten Janis-Woofer. So ist die Interphase 3a eher Spielpartnerin für den Janis 3, denn die 1a.

Zudem bot Janis ein Tonband zur optimalen Einmessung der Wiedergabe-Anlage an. Mit dem Audio Systems Set-Up Tape for Multiamplification SST-1WR sollte eine geeignete Platzierung des Subwoofers ebenso erleichtert werden können, wie der Abgleich mit den Haupt-Lautsprechern.
Das von ihm mit dem Band vorgestellte Verfahren zur Tonhöhenerkennung war zum Beispiel die Grundlage für die Entwicklung der entsprechenden Funktion im Monitor-Controller Avocet der Crane Song Ltd. gewesen.


Dann wurde es ruhig. Die Janis Subwoofer und die Interphase tauchten nur noch in den Produkt-Übersichten der HiFi-Zeitschriften von 1980 und 1981 auf.
Bis die HiFi STEREO-REVIEW im September 1981 die Vorstellung einer Mirror Image Transducers MIT-1 MC-Cartridge für van den Hul Abnehmer vorstellte [38]; diese wurde nach Spezifikation von JMAS bei der Coral Audio Corp. of Japan hergestellt und von Fritz Gyger in der Schweiz mit einem Beryllium-Stäbchen mit van den Hul-Diamanten ausgestattet. [39] Eine John Marovskis Audio Systems, Inc., (JMAS) sei der erste Anbieter, der van den Hul-Nadeln in den USA verwendet hätte.

Erst 1984 erwähnte die AUDIO in einem Messe-Bericht von der CES einen "new Janis W-3 mini-woofer" [28] Im gleichen Heft präsentierte die Redaktion eine Marktübersicht für Lautsprecher, und darin die W-1, W-2 und das System 3 mit 12" Bass.
Dieser W-3, so John Marovskis gegenüber John Atkinson im Frühling 1988, war "... designed to offer the same performance as his more costly W-1. ..." [17]


In diesen Achtzigern verschwanden die Bandgeräte, die John Marovskis als primäres Quellgerät für eine hochwertige HiFi-Anlage gesehen hatte und für die er sein Messband konzipiert hatte, immer mehr vom Markt. Stattdessen war die CD erschien. Stattdessen änderte sich auch das Mastering vor allem von Popmusik. Und es erschienen auf breiter Ebene Bass-tüchtige Lautsprecherboxen.
Und John Marovskis hatte sich weiter mit der Frage auseinander zu setzen, ob ein Subwoofer von Nöten sei oder nicht.


Die am 6.06.1975 gegründete Domestic Business Corporation Janis Audio Associates, Inc. (Company Number 371763), wurde am 24.12.1991 gelöscht.

Die am 7.08.1978 gegründete Domestic Business Corporation John Marovskis Audio Systems, Inc., (Company Number 505271), wird derzeit als "inaktiv" geführt.

Im Sommer 2012 berichtet COLUMBIA COLLEGE TODAY in den Nachrufen für ehemalige Studenten, John Marovskis sei am 3.11.2011 verstorben. [40] Seine Witwe informierte 2012 das Komitee der Abschlussklasse, er sei den Folgen einer Krebs-Erkrankung erlegen. [20]


Diese Vorstellung ist sicher noch unvollständig und mag Fehler haben. Korrigiert mich!

Tschüß, Matthias


P.S.: Dieser Text samt Bilder ist ausschließlich für die interne Verwendung durch Besucher des "Tonbandforum" gedacht. Die durch Klammern herausgehobenen oder kursiv gesetzten Zitate unterliegen gegebenenfalls Urheberrechten Dritter. Eine, auch auszugsweise, private oder gewerbliche Nachverwertung, ohne schriftliche Genehmigung, ist ausdrücklich untersagt.


Testberichte
The Audio Critic Vol.1 No.2 – March/April 1977, S.32ff (W-1, W-2)
Modern Recording - July 1977, S.31 (W-1)
Audio - June 1978, S.94ff (W-1)
Stereophile – April 1988, S.125f (W-2, Rückblick auf 1983), Juno 1988, S.220 (Richtigstellung)
The Audio Critic Vol.1 No.6 – Spring through Fall 1978, S.18f (W-1 Nachtest)

Vielen Dank an www.audioinvest.no für die Bereitstellung der Firmenschrift „The Janis Listening Experience“ [22]

Quellen:
[1] New Products: Janis Audio Associates Woofer, HiFi Stereo Review, Dezember 1975, S.16
[2] Peter Aczel: Fishing for Bass - a look at the Subwoofer Scene: Janis W-1 / W-2 with B4SL-C, The Audio Critic Vol.1 No.2, March/April 1977, S.32ff
[3] Marktübersicht, Audio, Oktober 1976, S.101
[4] John Atkinson: "40 years of Stereophile: The Hot 100 Products" am 17.11.2002 in Stereophile
[5] Len Schneider: Rotel - The ultimate Insider's Guide to High Performance Home Theater, S.6 "Dedication" ISBN 978-0-578-10381-5
[6] B.V. Pisha: Equipment Profiles - Supex SD-900/E MC Phono-Cartridge, Audio September 1975, S.61
[7] Billboard 18.10.1975, S.44
[8] Peter K. Burkowitz und Helmut V. Fuchs: „Das vernachlässigte Bass-Fundament“ in Tonmeister-Informationen – VDT-Magazin 2/09, S. 35ff
[9] Len Feldman: Ambient Sound - Sub-Woofers or "Three Speaker Stereo" in Modern Recording, October 1977, S.64f
[10] Paul McGowan: "Subwoofer-History", PS-Audio, https://www.psaudio.com/pauls-posts/subwoofer-history/
[11] Dahlquist DQ-10 https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=12605
[12] https://en.wikipedia.org/wiki/LS3/5A
[13] Norman Eisenberg: "Monitor Loudspeakers - Revisted", Modern Recording July 1977, S.31
[14] Dipl.-Ing. Friedemann Hausdorf - Handbuch der Lautsprechertechnik, 8. Aufl., Visaton Art.Nr. 0095, S.60, Abs. 5.3.1
[15] Michael Gaedtke – „Reaktanzen, Reflektionen,Resonanzen: Von den Aufgaben eines Tieftonlautsprechers“ in Lautsprecher-Jahrbuch 1985, S.351 ff
[16] John Atkinson: Sumo Samson Subwoofer & Delilah Electronic Crossover, Stereophile April 1988, S. 125f
[17] Richtigstellung zu [15], Stereophile, Juno 1988, S.220
[18] Kenneth Swauger: Vintage Speakers - Janis W-1 Subwoofer, Polk Audio https://forum.polkaudio.com/discussion/1...sub-woofer
[19] https://gocolumbialions.com/news/2010/6/...58493.aspx
[20] Columbia University - Class of 1963, E-Newsletter No.48, June 2012
[21] Bert Whyte - Behind the Scenes, Audio July 1975, S.6
[22] Janis: "The Janis Bass System", bereitgestellt durch audioinvest.no (http://www.audioinvest.no/curiosi/index10.htm)
[23] Edward Tatnell Canby - "Classical Reviews", Audio, July 1975, S.52
[24] Marktübersicht, Audio 10/84, S.284
[25] Janis-Kleinanzeige in "For Sale", Audio, Februar 1976, S.111
[26] Bert Whyte: Behind the Scenes, Messe-Bericht CES 1976, Audio, September 1976 S.24
[27] The Audio Critic Vol.1 No.6, Herbst 1978, S.18f, Peter Aczel - Janis W-1 (follow up)
[28] Bert Whyte: Behind the Scenes, Audio, Oktober 1984, S.86
[29] Dr. Ing. Manfred Hubert - Bandpaß-Lautsprecher, in Michael Gaedtke - Lautsprecher Jahrbuch 1989 S.464ff, HIFISOUND LSV, Münster, ISBN 3-9801310-1-7
[30] Atlantic Skyline https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=14646
[31] https://de.wikipedia.org/wiki/Beugung_(Physik)
[32] Nelson Pass - "The Slot Load Open Baffle Project", September 2011, http://www.enjoythemusic.com/diy/0911/sl...peaker.htm
[33] https://techtalk.parts-express.com/forum...5-woofer#5
[34] Rudolf A. Bruil: Active Loudspeaker System (c2015), Sound Fontain Audio & Music Bulletin, http://www.soundfountain.com/amb/activsy...l#SUBJECTS
[35] Richard C. Heyser - Equipment Profile - Janis Audio Model W-1 Subwoofer, Audio June 1978, S.94ff
[36] "Beyond the foreground: a directory of smaller audio companies", High Fidelity Magazin, Februar 1979, S.62f/E2
[37] https://www.audioasylum.com/audio/genera...35791.html
[38] Ralph Hodges - Phono-Cartridges, Report zur CES 1981, HiFi Stereo-Review, September 1981, S.73
[39] B.V. Pisha - Equipment Profile - Marovskis Audio Systems MIT-1 Phono Cartridge, Audio November 1981, S.65
[40] https://www.college.columbia.edu/cct/arc...obituaries
[41] Janis Prospekt „Introducing the Janis Woofer“
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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#2
Dieser Artikel ist der Hammer ! Meinen größten Respekt für Deine Arbeit und vielen Dank für die erhellende Vorstellung !

Grüße, Rainer
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#3
Hallo Matthias!

Wenn ich glaubte, die Spitze der Fahnenstange bei Deinen Berichten
sei  bereits erreicht, so werde ich jetzt eines Beseren belehrt.

Ganz, ganz toller Bericht. Voller, für mich neuer, Informationen.
Und wie immer, sehr kurzweilig beschrieben.

Gruß
Wolfgang
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#4
Naaamd Matthias,

das grenzt nicht schon an Arbeit, das ist Arbeit, und zwar heftige. Wenn man sich nur den Quellennachweis ansieht...
Sehr interessant und tlw. amüsant. Bei dem Thema ist ein leichter Hang zur Ironie auch sicher angebracht. Ich halte mir jedenfalls immer auch die Taschen zu, wenn Produzenten die Genialität und Einzigartigkeit ihrer Boxen begründen. In den Begründungen steckt häufig noch mehr Phantasie als in den Konstruktionen.

Liebe Grüße
Frank
In Rust We Trust!
T e s l a  B 1 1 6 (A.D.),  R E V O X  B 7 7
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#5
Hallo Matthias,

das war keine leichte Kost, aber sie war von Dir ganz vorzüglich aufbereitet worden, so daß es Spaß machte, den sehr sorgfältig erstellen Bericht über diese besondere Baßbox zu lesen.

Wenn ich es nicht schon aus vorherigen Berichten geahnt hätte, sind Lautsprecherboxen wohl Deine besondere Leidenschaft.

Sehr eindrucksvoll ist Deine besondere Art, uns auch die Zeitumstände und die Lebensdaten der Akteure näher zu bringen.

Vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz

Mit den besten Grüßen
Manfred
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#6
Sehr interessant. Toller Bericht, der für mich auch einige Fragen auf wirft. Aber die gehören hier jetzt nicht hin.

Gruß
Holger
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#7
Thumbs Up 
Hallo Matthias,

les' ich Deine Beiträge in der Nacht
bin ich um den Schlaf gebracht... Wink


Da hast Du uns ja mal wieder tollen Lesestoff zum Schmökern präsentiert. Das alles durchzuarbeiten - nicht nur lesend sondern auch halbwegs verstehend und verinnerlichend - hat mich Zeit gekostet. Nicht so viel, wie Dich "Schreibenden" aber immerhin. Aber es hat sich gelohnt. Danke dafür.

Die entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhänge deines Berichtes zeigen im übrigen recht schön, welche Klippe ein Entwickler/Hersteller noch vor 40...50 Jahren umsegeln musste. Man denke nur an die "Technik zur Ankopplung" eines solchen Systemes. Denn warum damals "nur" akustische, bestenfalls passive Bedämpfung und nicht von Anfang an ein eigener Bass-Verstärker? Ganz einfach weil "Elektronik" (= Verstärker) damals noch recht teuer war. Vor allem, wenn man einen solchen Verstäker auch noch verzerrungsarm und ohne Phasenfehler aufbauen wollte. Und warum bot der Händler um die Ecke dem Betreiber einer Bassbox keine "steile" 24 dB Weiche feil? Aus dem selben Grund: für einen Filter 4ter Ordnung braucht es nun mal "dicke" Spulen und Kondensatoren mit hoher Kapazität. Dies in einigermassen solider Spannungsfestigkeit war (und ist noch immer) nicht für ein Taschengeld zu haben. Da lag die Passivweiche zunächst näher.

Deine These, die spätere Erhöhung der Verstärkerleistung des aktiven Systemes sei möglicherweise der geringeren Empfindlichkeit der PP-Membran geschuldet gewesen, teile ich nicht unbedingt, bzw. ist vielleicht nur eine Seite der Medaille. Mir scheint es eher plausibel, dass die Interphase-Verstärker den im Laufe der Zeit wachsenden Verstärkerleistungen einfach Schritt halten mussten. Immerhin muss ja der "Woofer" ordentlich befeuert werden, wenn er auf gleicher Bühne wie die beiden "Main"-Lautsprecher spielen soll, die vom Verstärker der HiFi-Anlage beschickt werden. Passive Woofer kommen da im übrigen schneller ans Ende, als einem lieb ist, wie ich erfahren musste.

Meinen ersten (passiven) Sub-Woofer (ebenfalls kein Direktstrahler, in dessen Gehäuse zwei Chassis gegenphasig in eine gemeinsame Kammer strahlten und deren Rückraum über ein BR-Rohr ventiliert wurden, wenn ich mich recht entsinne...) habe ich recht schnell wieder abgeschafft, weil der Effekt allenfalls bei geringer Verstärkerleistung zu Tage trat. Zumindest in Kombination mit den mir damals zur Verfügung stehenden Haupt-Lautsprechern. Bei mehr "Saft" kam einfach aus dem passiven "Wooferchen" zu "wenig" heraus als dass man einen Bass-Gewinn hätte bemerken können. Und nur als Sitzmöbel wollte ich den Woofer auch nicht aufstellen, zumal man schnell über's Kabel stolpern kann.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Teil II deiner Geschichte zum Janis: schliesslich interessiert mich brennend, wie der denn nun subjektiv empfunden (= vom Zuhörer gehört) wirkt. Idealerweise an zeitgenössischem Equipment in Kombination mit "damals üblichen" Hauptboxen. (Neben einer Magnat Vulkan wird er sicher auch nur zum "unhörbaren" Sitzmöbel degradiert werden - diese Kombination könnte man sich also sparen. Big Grin ) Dein Gerätepark gibt da schon die passenden "Mitspieler" her, da bin ich sicher.

So - und nun is' Schluß... ...sonst ist, wie ich eingangs schon schrieb, zuwenig von der Nacht übrig.


Beste Grüße
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#8
Einen Subwoofer passiv zu betreiben, ist wirklich völlig sinnlos, erst recht in heutigen Zeiten.
Eine passive Weiche mit 18 oder 24 dB Flankensteilheit, also 3. oder 4. Ordnung, ist teuer, denn z. B. verlustarme Spulen mit Trafokern und dickem Draht kosten richtig Geld.

Dagegen ist eine Aktivweiche günstig aufzubauen und leistungsstarke Endstufen kosten mittlerweile auch nicht mehr viel.


Komisch finde ich, dass Norman Eisenberg in seiner zweikanaligen DYNACO Anlage ein 4-kanaliges PIONEER RT-2044 Tonbandgerät betrieben hat, die 2-Spur Version RT-2022 wäre die bessere und sinnvollere Alternative gewesen, zumal er ja großen Wert auf hochwertige Tonbandwiedergabe gelegt hat !
Gruß, Frank

PS: herzlichen Dank an Matthias für diese superbe Abhandlung.
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#9
(25.11.2022, 11:53)moxx schrieb: Einen Subwoofer passiv zu betreiben, ist wirklich völlig sinnlos, erst recht in heutigen Zeiten.
...
Komisch finde ich, dass Norman Eisenberg in seiner zweikanaligen DYNACO Anlage ein 4-kanaliges PIONEER RT-2044 Tonbandgerät betrieben hat, die 2-Spur Version RT-2022 wäre die bessere und sinnvollere Alternative gewesen, zumal er ja großen Wert auf hochwertige Tonbandwiedergabe gelegt hat !
....

Ja - aus heutiger Sicht und mit den aktuellen Möglichkeiten (und Einkaufspreisen für fernasiatische Elektronikkomponenten) ist das so. Aber vor 45...50 Jahren tickten die Uhren  nun mal ganz anders. Und wenn ein Lautsprecherentwickler damals im Sinn hatte, die damals übliche Tieftonwidergabe eines Stereo-Sets etwas "anzufetten", blieb ihm (oder dem Endkunden) oftmals nur der Griff zur Passivweiche, wenn er (der Lautsprecherentwickler) nicht auch zum Verstärkerentwickler (und Hersteller) werden wollte. 
Was die Wahl der Bandmaschine angeht, dürften die Gründe für die Wahl der 1/4-Spur Maschine ähnliche Ursachen gehabt haben. Man bedenke - in den "goldenen Hifi-Jahren" gab es in den USA vor allem eines noch reichlich: qualitativ hochwertig produzierte Kaufbänder. Und die waren nun mal meist in 1/4-Spur aufgenommen. Wo hätte man indes gute 1/2-Spur Bänder her bekommen sollen ohne sich finanziell arg zu strapazieren? Man darf schlussendlich auch nicht übersehen, dass viele dieser "Pioniere" wohl kaum ein massives Budget für die Anschaffung von allerlei Zuspielern  verfügte.
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#10
Wobei die PIONEER RT-2044 ein 4-kanaliges, also quadrophones Gerät ist, kein Stereo 4-Spur !

Gruß,.Frank
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#11
Jo - stimmt auch wieder.

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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