DUAL meldet Insolvenz an
#1
Ich glaub's ja nicht:

https://www.augsburger-allgemeine.de/wir...26406.html

Ich investiere nix in die Zeitung, aber die Schlagzeile schockt mich schon!

Gruß
Hörbie
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#2
(22.11.2022, 23:15)djhoerbie schrieb: Ich investiere nix in die Zeitung, aber die Schlagzeile schockt mich schon!

Ich stecke da nicht mehr so richtig drin, aber es gibt schon lange mehrere Firmen, die den Markennamen Dual nutzen. Bis vor ein paar Jahren war es noch so, daß die hochwertigen Plattenspieler von Alfred Fehrenbacher aus St. Georgen kamen, während die jetzt insolvente Firma Dual (früher DGC) aus Landsberch am Lech eher preiswerte OEM-Produkte aus Fernost vertrieben hat, die historisch mit Dual nichts zu tun hatten. Die gleiche Firma hatte auch die Rechte an der Marke Nordmende.

Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist (Fehrenbacher hat m.W. die Rechte an der Marke Dual vor einiger Zeit abgegeben), aber wenn ja, ist der Verlust für die HiFi-Welt durch diese Insolvenz meiner Ansicht nach überschaubar.
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#3
Fehrenbacher hatte nie die Markenrechte von Dual sondern lediglich eine Lizenz, die er vor kurzem verlor, was schlagartig das Aus für die "echten" Dual-Dreher aus St. Georgen bedeutete. Fehrenbacher meldete im April dieses Jahres Insolvenz an, das könnte auch ein Resulat des Namensverlustes sein. Wie da der aktuelle Stand ist, weiß ich nicht. Das ist eh irgendwie auch verworren, da ist ja vor ein paar Jahren auch Pro-Ject eingestiegen.

Die Rechte an Dual hat die hier genannte Dual GmbH aus Landsberg am Lech. Die hatten ja vorher nur Geräte aus Fernost unter dem Namen angeboten, wollten aber vor einiger Zeit selbst hochwertigere Plattendreher anbieten, was sie dann auch taten. Ich vermute darum wurde auch Fehrenbacher die Lizenz entzogen, weil das dann ein Konkurrent unter gleichem Namen gewesen wäre. Nun sind sie selbst insolvent.

Vermutlich spielt aber bei den beiden Insolvenzen auch der Materialmangel und damit verbundene Teuerungen eine Rolle, sowie auch die jetzt hohen Energiepreise.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#4
Heute habe ich in der LP 1/2023 von einer Neuauflage des "Dual CS 429" mit Beschreibung gelesen. Im Zusammenhang mit der Insolvens irritiert der Atikel in der LP.


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
A77 MK III Dolby (in Revision) - Privileg Super 4 Spur (gefunden) - UHER 4400 Report Stereo (Ein Jugendtraum)

Viele Grüße Paul
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#5
Laut Artikel hat die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher zur Insolvenz geführt. Ich würde wetten, dass nur die Kaufzurückhaltung der Verbraucher ursächlich war.
Gerhard
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#6
Bin mal gespannt, wie es jetzt mit Dual weitergeht. Verschwinden wird die Marke wohl kaum, dazu ist sie einfach zu bekannt und angesehen.
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#7
(23.11.2022, 09:19)The_Wayne schrieb: Vermutlich spielt aber bei den beiden Insolvenzen auch der Materialmangel und damit verbundene Teuerungen eine Rolle, sowie auch die jetzt hohen Energiepreise.

Das glaube ich eher nicht. Fehrenbacher hatte schon seine Insolvenz laufen da war noch nichts mir Krieg, Materialmangel und Inflation am Horizont erkennbar. Eher ist es so dass er, also Fehrenbacher, Inso mit dem Verlust der Dual Lizenz in direkten Zusammenhang stand.

@infinite-loop, eher ist es wohl so, dass der Artikel über besagten Dual Plattenspieler in der LP 1/2023 schon vor der Insolvenz verfasst wurde. Daher ist es einfach eine Überschneidung, die Realität hat den Artikel quasi eingeholt.
Viele Grüße
Michael
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#8
Tja wie schon

Von Dual wird nur noch der Name bleiben. Aufkäufer sind meistens nur an den Namensrechten scharf.
Mit Dual hat das nur noch sehr wenig zu tun.
In meinen Augen müsste sowas verboten werden.
Wenn ich eine Firma aufkaufe an dem Standort investiere und weiter die Produkte verkaufen ist ja alles OK.
Aber die kaufen das auf legen die Produktionsstätten still, produzieren billigst in Puztemuckel und meinen das Ganze dann mit dem guten Namen
teuer verhökern zu können.
Das funktioniert auch weil Autonormalverbraucher gar nicht in der Materie drin steckt.
Für den zählt noch der Name und meint er kauft nach wie vor was Gutes.

Solche Geschäftspraktiken sind in meinen Augen betrug am Kunden und müssten verboten werden.

Gruß
Holger
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#9
Von Dual war auch bis jetzt nur noch der Name übrig. Die heutige Firma Dual GmbH hat nichts, außer dem Namen, mit der alten Firma Dual in St. Georgen zu tun.

Warum sollte man das verbieten? Du findest ein solches Verhalten überall, schau mal Studer/Revox, ähnliche Geschichte, oder die ganze Uhren Industrie. Klangvolle alte Namen und was steckt oft dahinter.

Ich selbst besitze mehrere Dual, echte Dual Plattenspieler. Ehrlich gesagt, ich hätte mir keinen von den neuen gekauft. Auch eine Bohrinsel oder so einen schöden Brettspieler möchte ich nicht. Da würde ich Technics vorziehen. Ehrlich gesagt denke ich öfters daran mich von den Dual Geräten zu trennen und mir einen Technics hinzustellen. Wohlgemerkt, Einen.
Viele Grüße
Michael
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#10
Verbieten genau aus diesem Grunde. Man findet dieses Verhalten überall.
Findet Ihr das in Ordnung. Ich nicht.
Das von Dual schon längst nur noch der Name übrig ist bekannt.


Ich mag solche Praktiken nicht und unterstütze diese auch nicht..

Aber wie immer, das soll jeder so halten wie er mag.

Gruß
Holger
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#11
wenn der Name Dual fällt, denkt immer jeder sofort an Plattenspieler. Daher hier nochmal eine kleine Betrachtung:

Alfred Fehrenbacher hat damals Teile der Fertigungswerkzeuge von Dual übernommen, und sich den Namen Dual nur für die selbstproduzierten Plattenspieler vom damaligen Rechtsinhaber gesichert. Diese Fehrenbacher Duals waren die einzigen Geräte, die noch einen direkten Bezug zu Dual hatten. Fehrenbacher ist nach der Insolvenz verkauft worden, die Plattenspieler werden unter dem Namen "Rekkord" weiterproduziert:

https://www.rekkord-audio.com/de/start/

Die Dual GmbH verkauft auch noch Plattenspieler, mit Dual gelabelte Asienlaufwerke, die man z.B. bei Lidl als "DJ-Laufwerk" angeboten bekommt. Plattenspieler machen aber nur etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Dual GmbH aus, im Grunde ist die Dual GmbH eins von vielen Handelsunternehmen, die einen ehemals guten Namen zum Aufhübschen von Asien Biliggeräten nutzen.

Seit einiger Zeit gibt es noch die Edelschiene, die die Dual GmbH selber auflegen wollte. Die Webseite der Dual GmbH ist ja trotz Insolvenz noch online, jeder kann mal selber schauen:

https://hifi.dual.de/

Die Budget Modelle sind Asien-Plattenspieler, die es baugleich auch bei Alibaba und von anderen Marken gibt, wo die Edelschiene mit dem Top Modell "Primus Maximus" gefertigt wird bzw. gefertigt werden soll, das weiß ich noch nicht, werde es aber hoffentlich im Dezember in St. Georgen in Erfahrung bringen. Das absurde an den Dual Edel-Laufwerken: Die zentrale Erfindung von Dual war die Kombination aus kardanisch aufgehängtem gewichtsbalanciertem Tonarm, bei dem der Auflagedruck per Feder erzeugt wird. Von Rekkord Audio bekommt man im noch bezahlbaren Bereich Laufwerke, wo der Arm so ausgeführt ist. Um aber von der Dual GmbH so einen Arm zu bekommen, muss man mehrere 1000 Euros für den limitierten "Primus Maximus" in die Hand nehmen, die immer noch sauteuren "High End" Laufwerke darunter sind allesamt mit einem primitiveren Tonarm ausgestattet, als ihn in den späten siebzigern jeder 300 DM Dual hatte.

Wenn man also heute im Jahr 2022 einen neuen Plattenspieler mit echtem Dual Bezug haben will, muss man einen von Rekkord Audio kaufen.

Gruß Frank
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#12
Ein kleines Video zu dem Thema Dual Spieler mit sehr interessanteren Erklärungen
https://www.youtube.com/watch?v=28lHS0r5cIw

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
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#13
(28.11.2022, 16:14)nick_riviera schrieb: Die Budget Modelle sind Asien-Plattenspieler, die es baugleich auch bei Alibaba und von anderen Marken gibt, wo die Edelschiene mit dem Top Modell "Primus Maximus" gefertigt wird bzw. gefertigt werden soll, das weiß ich noch nicht, werde es aber hoffentlich im Dezember in St. Georgen in Erfahrung bringen.

Der "Primus Maximus" soll in Deutschland gebaut werden, wo genau ist mir auch nicht bekannt. Mal sehen, was du in Erfahrung bringen kannst.


(28.11.2022, 16:14)nick_riviera schrieb: Das absurde an den Dual Edel-Laufwerken: Die zentrale Erfindung von Dual war die Kombination aus kardanisch aufgehängtem gewichtsbalanciertem Tonarm, bei dem der Auflagedruck per Feder erzeugt wird. Von Rekkord Audio bekommt man im noch bezahlbaren Bereich Laufwerke, wo der Arm so ausgeführt ist. Um aber von der Dual GmbH so einen Arm zu bekommen, muss man mehrere 1000 Euros für den limitierten "Primus Maximus" in die Hand nehmen, die immer noch sauteuren "High End" Laufwerke darunter sind allesamt mit einem primitiveren Tonarm ausgestattet, als ihn in den späten siebzigern jeder 300 DM Dual hatte.

Das ist eben das Geschäftsmodell von "High End". Du kaufst ein Image, das Produkt gibt's kostenlos dazu, übertrieben ausgedrückt. Die Dual GmbH wird sich das auch ungefähr so vorgestellt haben, Produkte in geringer Stückzahl an eine zahlungskräftige Kundschaft mit hoher Gewinnmarge zu verkaufen. Hat nur so semigut funktioniert.

Ich halte es auch für schwierig den Namen Dual in diesem Marktsegment zu platzieren. Dual stand eher immer für den "gut bürgerlichen" Plattenspieler, auch wenn selbstverständlich früher mal hervorragende Dreher hergestellt wurden, die heute noch aktuelle Modelle verschiedener Hersteller überflügeln.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#14
was ich bis jetzt im Dual Board rausgefunden habe, ist, dass der Primus Maximus in einer Manufaktur in Kiefersfelden in Deutschland hergestellt wird, und der ganze Rest, also auch die "High End" Duals unterhalb des Primus Maximus, aus Asien kommen.

Was ich halt nicht begreife, ist die merkwürdige Aufstellung der Dual GmbH. Als Fehrenbacher noch Fehrenbacher war, war die Aufteilung einigermaßen nachvollziehbar - Die Dual GmbH hat die Asien-Billiggeräte verkauft, die besseren Duals kamen von Fehrenbacher. Als dann Fehrenbacher an einen Investor verkauft worden ist, bekamen die Plattenspieler den Namen "Rekkord" , und jetzt versucht die Dual GmbH, mit eigenen Edelgeräten an den Markt zu kommen, was offenbar nicht funktioniert.

Ich habe mal gelernt, dass man gerade in problematischen Märkten seine Kräfte bündeln sollte, statt sie weiter zu verteilen. Die Asiaten machen vor, wie es besser geht, die versorgen mit weniger als zehn Laufwerkskonstruktionen den ganzen Weltmarkt. Auch wenn Vinyl sich scheinbar zu einem stabilen Hype entwickelt hat, sind die verkaufbaren Stückzahlen zu klein, um wie früher tausende Hersteller mit Eigenkonstruktionen am Leben halten zu können.

Gruß Frank
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#15
(29.11.2022, 09:26)nick_riviera schrieb: Was ich halt nicht begreife, ist die merkwürdige Aufstellung der Dual GmbH. (...)

Wieso? Die haben halt versucht, ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen. Mit den ehemaligen Niedrigpreis-Produkten war wahrscheinlich irgendwann kein Wachstum mehr möglich, also haben sie die Chance genutzt und ihr Sortiment um höherwertige Dreher erweitert, wie sie zuvor bei Fehrenbacher gefertigt wurden. Ob das für den gesamten Plattenspieler-Markt sinnvoll war, weiß ich nicht, aber aus Sicht der Dual GmbH kann ich das gut nachvollziehen.

Daß es nicht funktioniert hat, steht auf einem anderen Blatt. Bei Plattenspielern herrscht halt Goldgräberstimmung, viele Anbieter drängen auf einen relativ kleinen Markt (wie Du ja selbst schreibst). Da bleiben zwangsläufig welche auf der Strecke. Aber wer nicht zumindest versucht, einen Fuß in die Tür zu kriegen, hat gleich verloren.
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#16
da hast Du mich falsch verstanden. Natürlich versucht jeder, seinen Teil vom Kuchen abzubekommen, das ist auch ok. Im Fall Dual war das doch aber schon seit 20 Jahren klar geregelt, wieso man jetzt auf die Idee kommt, die echten schwarzwälder Duals in Rekkord umzutaufen und damit unsichtbar zu machen, während man gleichzeitig mit in Asien produzierten Edelgeräten und einem absurd teuren Manufakturgerät den Markennamen Dual zur Karrikatur macht, statt mit dem Rechtsnachfolger von Fehrenbacher einen Deal zu vereinbaren, das erschließt sich mir nicht.

Gruß Frank
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#17
Was soll den dieser "Primus Maximus" kosten?
Wenn ich mir heute einen neuen Plattenspieler kaufen würde, dann wäre, wie ich schon schrieb, Technics meine Wahl. Ich glaube bei einem Gebrauchtgerät ebenfalls, die Geräte sind auch sehr gut und einfach robuster. Der SME Anschluß und Headshell spricht auch für sich, ein weiterer Pluspunkt.

Immer öfter denke ich darüber nach meine Duals abzustoßen und mir einen einzigen Technics hinzustellen.

Aber ich merke gerade, ich OTe Smile, es geht hier ja um die Insolvenz von der Dual GMBH
Viele Grüße
Michael
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#18
(29.11.2022, 20:14)Adler23 schrieb: Was soll den dieser "Primus Maximus" kosten?

Im Netz steht er für € 8.900,-- und ich wüsste ganz klar, welchen Hersteller ich für das Geld nicht wählen würde....
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#19
ich wüsste ehrlich gesagt nicht, welchen Plattenspieler ich ganz generell wählen würde, der mir auch nur annähernd 8900 Euro wert wäre, völlig unabhängig von der Marke. Was man da zahlt, hat mit Klangqualität nichts mehr zu tun, sondern ist sowas wie das T-Shirt für 300 Euro, das nur deshalb gekauft wird, weil jeder weiß, was es kostet, und weil das Risiko gegen null geht, eine andere Person mit dem gleichen T-Shirt in der Stadt zutreffen.

Unabhängig davon ist es schon erstaunlich, wie Besitzer von Markenrechten teilweise ihre Marken verbrennen. Es müsste doch eigentlich jedem einleuchten, dass es suboptimal ist, einen 8900 Euro Plattenspieler unter einer Marke anzubieten, die u.a. sowas hier im Portfolio stehen hat:

https://www.tchibo.de/schallplattenspiel...4269257951

Vielleicht ist das sogar der Grund, wieso die Nachfolger von Fehrenbacher ihre Geräte NICHT mehr mit dem Namen Dual anbieten, und lieber versuchen, einen eigenen Namen zu etablieren. Schon Braun hat seinerzeit seine HiFi Aktivitäten auch deshalb in den Sand gesetzt, weil sie sich nicht entscheiden konnten, ob sie ihre Marke im Edelsegment anordnen wollen oder bei 30 DM Föhnen aus dem Supermarkt.

Gruß Frank
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#20
(30.11.2022, 09:11)nick_riviera schrieb: ich wüsste ehrlich gesagt nicht, welchen Plattenspieler ich ganz generell wählen würde, der mir auch nur annähernd 8900 Euro wert wäre, völlig unabhängig von der Marke.

Ich auch nicht, selbst wenn ich im Lotto gewinnen oder dick erben würde. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, welche Vorteile so ein Primus Maximus für mich rein subjektiv gegenüber Massenware wie beispielsweise einem Denon DP 400 für um die 400 € haben könnte.

Aber um mal was positives zu sagen: Er (der Primus) sieht immerhin ganz hübsch aus. Nicht selten werden für meinen Geschmack Plattenspieler mit steigendem Preis immer hässlicher. Smile
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#21
Ich "kenne" den Hersteller des Dual Primus Maximus insofern, als dass er auch im Dual-Board aktiv ist. Es handelt sich um einen Ingenieur, der selbst über sehr umfassende Sammlung von Dual-Plattenspielern verfügt und eine sehr große Expertise in diesem Bereich aufweist. Er handelt auch mit NOS-Ersatzteilen. Wenn dieser Ingenieur einen Plattenspieler entwickelt (und der Motor ist eine Eigen- bzw. Weiterentwicklung) und in Manufaktur-Arbeit 100 Stück herstellt, dann steckt viel Zeit und auch viel Geld in diesem Gerät, schließlich muss er Teile zukaufen und dafür finanziell in Vorleistung treten). Ob der Plattenspieler 9000 € wert ist, entscheidet am Ende der Käufer, aber dem Verkäufer ist sicherlich bewusst, dass einem 100 Geräte nicht aus der Hand gerissen werden, wenn der Preis so hoch angesetzt ist. Was man erhält, ist ein Gerät, das weitgehend Made in Germany ist (und nicht nur assembled in Germany) und das viele und oft geäußerte Wünsche in Sachen Haptik, Wertigkeit, Solidität aufweist.

Ich muss ganz ehrlich sagen: wenn jemand so viel Geld für HiFi erübrigen kann und sich daran erfreut: gerne! Ich kann es leider nicht und daher stellt sich mir die Frage auch gar nicht, welches Gerät ich mir für 9000 € kaufen würde.

Ich wünsche der Firma, die hier in Deutschland die "Dual"-Geräte vertreibt, viel Erfolg, die Insolvenz gut zu überstehen, weil ich den Ansatz der Firma eigentlich richtig prima finde. Die neuen Plattenspieler tragen eine eigene Handschrift, sind solide, es soll eine langfristige Ersatzteilverfügbarkeit geben und so weiter. Was ist daran schlecht? Und der Firma Rekkord, die ja irgendwie mit Project verbandelt ist, wünsche ich auch viel Glück - die Geräte werden in der EU produziert (Deutschland, Österreich, Tschechien) und das ist auch schon viel wert.
Liebe Grüße
Thomas
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#22
natürlich wünsche ich auch allen viel Glück, und vor dem, der den Primus Maximus und noch mehrere Eigenkonstruktionen entwickelt hat, habe ich allergrößten Respekt. Und im Vergleich zu der o.g. Denon "Klapperkiste" ( sorry ), könnte ich jetzt zwei Seiten an deutlich hörbaren Vorteilen aufschreiben, die der Primus Maximus mitbringt.

Nachdenklich machen mich Dinge, die gar nichts mit der Qualität der beteiligten Techniker zu tun haben, und gegen Luxusgüter habe ich auch nichts. Ich frage mich nur immer wieder, wieso es die Akteure im High End Lager es nicht fertigbringen, ihr Hobby so zu sehen, wie es z.B. die Freunde mechansicher Uhren tun, und den Luxus für sich alleine betrachten und genießen, ohne jedes Mal einen Sinn oder eine technische Revolution daraus zu machen.

So ist es z.B. eine tolle Sache, dass jemand sich die Mühe macht, den Direktantrieb mit einem selbst konstruierten Antrieb am Leben zu halten, statt wie die meisten High End Anbieter den Riemen- oder String-Antrieb nur deshalb zu favorisieren, weil man dann Industriemotoren von der Stange benutzen kann. Konterkariert wird dieses Verdienst dann aber dadurch, dass der Motor in den Testberichten als nie dagewesene Neuentwicklung angepriesen wird, obwohl sich die Beschreibung fast exakt gleich liest wie das Prospekt zum Dual 701 von 1973. Gleiches gilt für den kardanischen Tonarm, bei dem der Auflagedruck per Feder erzeugt wird. Auch das war ein Feature, das die Dual Plattenspieler in den siebzigern hörbar besser gemacht hat, und was heute in den Testberichten als geniale Neuentwicklung dargestellt wird. Das klingt ein wenig, als ob jemand eine stark verbesserte Version eines Standuhrenlaufwerks aus dem 19.Jh. konstruieren würde, und das dann als Zukunft der Uhrentechnik dargestellt werden würde, statt die tolle Konstruktion einfach für sich selber sprechen zu lassen.

So, hoffentlich ist jetzt rübergekommen, was ich sagen wollte.

Gruß Frank
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#23
(30.11.2022, 12:37)nick_riviera schrieb: Und im Vergleich zu der o.g. Denon "Klapperkiste" ( sorry ), könnte ich jetzt zwei Seiten an deutlich hörbaren Vorteilen aufschreiben, die der Primus Maximus mitbringt.

Auch solche, die man als Normalsterblicher ohne Goldohren bei Wiedergabe einer "normalen" LP-Pressung wahrnimmt? Auch dann, wenn man das serienmäßige System (laut Beschreibung Denon CN-6518, scheinbar bauähnlich AT-91) gegen etwas hochwertigeres austauscht? Ich hätte Spaß dran, es mal auszuprobieren. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß ich keine nennenswerten Unterschiede heraushören könnte.
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#24
(30.11.2022, 21:36)timo schrieb: das serienmäßige System (laut Beschreibung Denon CN-6518, scheinbar bauähnlich AT-91)

Eine aktuelle Plasik-Rumpelbüchse mit schlechten Werten macht sich klanglich schon deutlich bemerkbar,
davon hat Denon auch was im Programm. Der DP-400 sticht da etwas heraus, ist aber letztendlich auch
nur ein Gerät von vielen baugleichen aus dem YaHorng Baukasten, beklebt mit einem bekannten Markennamen.

Das AT-System ist in China über Skywin je nach Abnahmemenge zwischen einem halben Dollar und
zwei Dollar zu haben und deswegen auf nahezu jedem aktuellen Dreher der unteren Klassen zu finden.

   
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#25
(30.11.2022, 22:09)Spitzenwitz schrieb: Der DP-400 sticht da etwas heraus, ist aber letztendlich auch nur ein Gerät von vielen baugleichen aus dem YaHorng Baukasten, beklebt mit einem bekannten Markennamen.

Oha. Ich dachte, Denon baue als (ehemals?) großer Plattenspieler-Hersteller noch selbst. Die Testberichte von dem Ding lesen sich eigentlich recht gut.
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#26
(30.11.2022, 22:14)timo schrieb: Oha. Ich dachte, Denon baue als (ehemals?) großer Plattenspieler-Hersteller noch selbst.

Keinen einzigen Plattenspieler bauen die mehr selber, kommt alles aus chinesischen OEM Baukästen.
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#27
Hey, Michael,
das überrascht mich nun wirklich. Das AT9x kostet ja bei uns mindestens 20 EUR, wenn die OEM das für 2 EUR kriegen, verlier ich den Glauben an die Wirtschaft.

LG
Mike
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#28
(30.11.2022, 22:30)dynamike schrieb: Hey, Michael,
das überrascht mich nun wirklich. Das AT9x kostet ja bei uns mindestens 20 EUR, wenn die OEM das für 2 EUR kriegen, verlier ich den Glauben an die Wirtschaft.

Das nennt sich freie Marktwirtschaft.
Natürlich geht es hier um hohe Stückzahlen, dennoch ist der Unterschied wirklich heftig.
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#29
(30.11.2022, 22:30)Spitzenwitz schrieb: Keinen einzigen Plattenspieler bauen die mehr selber, kommt alles aus chinesischen OEM Baukästen.

Das nagt an meinen bisherigen "Wenn ich noch mal einen Plattenspieler neu kaufen würde..."-Überlegungen. Smile

Wird aber wahrscheinlich eh nie passieren.
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#30
Naja, ich habe vor noch gar nicht so langer Zeit 10 € dafür bezahlt. Nicht „gebranded“, aber in einer Schatulle mit Klarsicht-Deckel, Schrauben und Dreher oder Pinsel? Weiß nicht mehr genau. Kam sogar hörbare Musik raus. Dass das für die OEMs noch günstiger sein muss, ist klar.
Liebe Grüße
Thomas
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#31
Der DP-400 ist für mich einer der Dreher, wo die oft gebetsmühlenartig wiederholte Aussage "ein altes Gerät aus der Blütezeit der Schallplatte ist besser und günstiger" gilt. Um da beim Thema zu bleiben: Ich würde behaupten, für ein Viertel des Preises bekommt man gebraucht einen Dual-Spieler (oder auch von anderen Herstellern), der besser ist.

Nur das Design spricht m.E. für den Denon. Wobei es halt, wie heute oft üblich, keine Vernünftige Haube dafür gibt, welche ich essentiell finde.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#32
Die Technologie Schallplatte war Ende der achtziger Jahre erledigt, alle Hersteller haben sich vom Markt zurückgezogen und die Produktionsmittel verschrottet. Kein Mensch konnte damals auch nur im Ansatz ahnen, dass wir mal in eine Zeit kommen, wo rückwärts als Fortschritt wahrgenommen wird und uralte Technologien wieder auferstehen.

Und heute sieht der Markt für Plattenspieler so aus, dass er zwar stabil wächst, die Stückzahlen aber homöopathische Werte gegenüber den achtziger Jahren haben. Außerdem wird glaube ich kein hersteller davon ausgehen, dass die Verkaufszahlen so bleiben bzw. sich noch weiter erhöhen lassen. Um das Geschäft trotzdem mtzunehmen, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten - einmal stark vereinfachte "Laufwerksbaukästen" wie den von HanPin, wo nur wenige Produktionswerkzeuge nötig sind, um den ganzen Weltmarkt versorgen zu können, und zum anderen die Manufakturfertigung, wo dann Plattenspieler an die 10000 Euro Grenze rankommen, die faktisch gegenüber der gehobenen Mittelklasse von 1980 keinen Mehrwert bieten, außer, dass man den Hersteller persönlich kennenlernt, und beim Design seines Plattenspielers mitwirken kann.

Damit dem Käufer der preiswerteren Neugeräte diese Eintönigkeit nicht auffällt, wird Badge Engineering betrieben, dass die Schwarte kracht. Bei der Bewertung dieser ganzen Geräte muss man sich immer vor Augen führen, dass nicht nur deutsche Marken nur noch Labels sind, auch die japanischen Hersteller hinter den Marken gibt es oft nicht mehr, oder sie lassen unter eigener Regie irgendwo in Billiglohnländern produzieren bzw. kaufen zu. Onkyo, der letzte japanische Hersteller, der noch selber produziert hat, hat gerade Insolvenz angemeldet und wird wahrscheinlich gerade von einer "Muttergesellschaft" geschluckt, die ähnlich agiert, wie seinerzeit Thomson mit den deutschen Marken:

https://surround-sound.info/news/mutterg...men-20871/

Gruß Frank
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#33
(30.11.2022, 09:11)nick_riviera schrieb: Unabhängig davon ist es schon erstaunlich, wie Besitzer von Markenrechten teilweise ihre Marken verbrennen. Es müsste doch eigentlich jedem einleuchten, dass es suboptimal ist, einen 8900 Euro Plattenspieler unter einer Marke anzubieten, die u.a. sowas hier im Portfolio stehen hat:

Super Gerät, sogar mit eingebautem Lautsprecher :-)
Viele Grüße
Michael
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#34
ich habe ihn gestern bei Tchibo im Schaufenster gesehen - in natura ist er noch gruseliger als in der Anzeige.

Gruß Frank
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#35
(01.12.2022, 08:38)The_Wayne schrieb: Ich würde behaupten, für ein Viertel des Preises bekommt man gebraucht einen Dual-Spieler (oder auch von anderen Herstellern), der besser ist.

Das ist wahrscheinlich so. Aber nicht jeder möchte einen gebrauchten Plattenspieler kaufen.
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#36
Ist dieser "Pontifex maximus" bauähnlich, oder haben beide die gleiche Wurzeln wie der berühmten Langer No. 7 und No. 9. Alfred Langer = Dualfred = der von dir Frank (sorry, ich meine natürlich) Thomas, genannte Ingenieur.

https://www.langer-audio.de/
Viele Grüße
Michael
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#37
(01.12.2022, 13:54)Adler23 schrieb: Ist dieser "Pontifex maximus" bauähnlich, oder haben beide die gleiche Wurzeln wie der berühmten Langer No. 7 und No. 9. Alfred Langer = Dualfred = der von dir Frank (sorry, ich meine natürlich) Thomas, genannte Ingenieur.

https://www.langer-audio.de/

so sieht es aus....
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#38
zu Post 32

Da schreibst du leider die Wahrheit.
Aber sind wir mal ehrlich und schauen uns mal um.
Wer zum Teufel, außer uns verstrahlten, kauft sich denn heute von den jungen Erwachsenden eine Hifi Anlage.
Wozu auch. Die jüngere Generation hört Musik übers Mobiltelefon, Internet, da wird gestreamt,
käuflich als MP 3 runtergeladen  etc. oder sonstigen Rummel.
Wer kauft sich heute noch eine CD...wenn wir ehrlich sind, ist auch schon sowas von Tod.
Schallplatte ist wohl momentan eine Modeerscheinung der Retrowelle. Die wird aber, wie so viele Modewellen, auch irgendwann vorbei sein.
Wie lange es die alten Maschinen die die Vinylscheiben herstellen noch durch halten kommt noch dazu...neue wird es wohl auch da nicht geben.
Ich befürchte das der ganze Hifi Markt auf kurz oder lang tot sein wird. Dieser steht schon mit einem Bein im Grab.
Es ist wohl dem Hobby geschuldet das wir sowas verdrängen wollen.....dazu zähle ich auch.
Die Wirklichkeit tut manchmal weh und lässt mich wehmütig auf meinem alten Krempel von Hifi Zeugs schauen und denken....ach ja waren das noch schöne Zeiten

That´s Life


Gruß
Holger
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#39
Hallo!

(02.12.2022, 07:59)uhrjeckholgi schrieb: Wer zum Teufel, außer uns verstrahlten, kauft sich denn heute von den jungen Erwachsenden eine Hifi Anlage.
Wozu auch. Die jüngere Generation hört Musik übers Mobiltelefon, Internet, da wird gestreamt,
käuflich als MP 3 runtergeladen  etc. oder sonstigen Rummel.

Ich finde das mittlerweile schon etwas Amüsant: Während HiFi-Enthusiasten wie wir vor ca. 20 Jahren noch darüber aufgebracht waren, dass sich viele nur noch Kompakt- oder Mikroanlagen anschaffen, ging der Weg jetzt weiter über Boomboxen und Computersysteme zum Bluetooth-Speaker. Das Downsizing ist ein stetig voranschreitender Prozess Big Grin.
Bei jungen Leuten ist das heute, mal abgesehen von Kopfhörern*, das einzige Wiedergaberät, in Verbindung mit dem Smartphone. Da spielt dann leider stereo überhaupt keine Rolle mehr. Auch wenn man den Dingern lassen muss, dass viele davon einen wirklich vollen und überzeugenden Klang haben.
Auch wenn da wahrscheinlich viel mit Sounding gemacht wird, frage ich mich, warum das früher in anderer Form nicht möglich war: Portable Radios und Radiorecorder hatten über 30+ Jahre, bis auf ein paar Ausnahmen, meist einen furchtbaren Klang. Heute gibt es eine Fülle von kleinen Lautsprechern, die das deutlich besser können. Die Technik wäre auch vor 20 Jahren schon so weit gewesen, dass man so gut klingende Radiorecorder hätte bauen können.

*Bei Kopfhörern hat sich hingegen eine interessante Rückwärtsentwicklung ergeben: Zwar mit Bluetooth und ANC ausgestattet, sind heute wieder große, zum Teil ohrumschließende Bügelkopfhörer in Mode. In den 90ern und 2000ern hätte sich kaum jemand getraut, so rumzulaufen.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertrauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#40
Ja, jede Zeit hatte halt ihre Eigenarten.
Ich bin jetzt auch nicht derjenige der alles " Neue " verteufeln möchte. Ich war damals auch an erster Front als die CD´s rauskamen.
Trotzdem habe ich meinen Plattenspieler nicht verschrottet.
Was mir bei der Entwicklung einen faden Beigeschmack hinterlässt ist:
Jeder ( oder fast jeder ) regt sich ( zurecht ) darüber auf wie man sich so von der russischen Gasindustrie abhängig machen konnte.
Hm ja, dann habe ich mal überlegt wie viele deutsche Hifi Firmen, jetzt nicht gerade in der Luxus hochpreise Abteilung, also für die breitere Masse, es noch gibt.....alle den Bach runter, weil Geiz ist Geil....das haben wir jetzt davon. Ist das keine Abhängikeit wenn sowas alles aus dem Ausland kommt. Von den verloren Arbeitsplätzen mal ganz zu schweigen.
Das traurige daran ist, die Liste lässt sich endlos Fortsetzen, über Haushaltsgeräte, Mobiltelefone, Solarpaneele und und und.
Jedem von uns wird was dazu einfallen.
Viele aus meinem Bekanntenkreis sagen bei uns in Viersen in der Fußgängerzone ist auch nichts mehr los. Sehr viele Geschäfte sind leer.
Ja, die darüber meckern bestellen aber alle Fleißig bei Amazon ( oder sonst wo ), ist ja schließlich billiger und man bekommt den Krempel noch frei Haus geliefert. Ja wovon sollen dann Bitteschön die Geschäfte in der Fußgängerzone überleben wenn keiner hin geht.
Gemeinden es zulassen das Riesen Einkaufstempel vor den Toren der Stadt, oder mitten drin ( ala Centro in Oberhausen ) errichtet werden und sich darüber wundern das die Geschäfte in der Innenstadt dicht gemacht werden. Auch das sind Arbeitsplätze......
Man, wie lange wollen wir noch so weiter machen. Wir müssen mal langsam wach werden, wir sägen an dem Ast wo wir alle drauf sitzen.

Naja.....so lang sollte der Beitrag gar nicht werden. Manchmal ist es einfach stärker wie ich.
Man möge mir verzeihen



sich wieder beruhigende Grüße
Holger
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#41
(02.12.2022, 07:59)uhrjeckholgi schrieb: Wie lange es die alten Maschinen die die Vinylscheiben herstellen noch durch halten kommt noch dazu...neue wird es wohl auch da nicht geben.

Es gibt tatsächlich schon wieder neue, weil der Markt zwar klein, aber offenbar profitabel genug ist, seit Schallplatten als haptisches Premium-Erlebnis vermarktet werden.

Denn es gibt auch die Gegenbewegung, Leute (auch junge), die nicht nur alles virtuell haben wollen, sondern was zum Anfassen brauchen. Alle Stars der generation Z bringen Schallplatten und z.T. gar Kassetten heraus. Oft werden die zwar mehr gesammelt als gehört, aber sie werden doch gekauft.

Ganz so schwarz sehe ich daher nicht.

Viele Grüße
Nils
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#42
(02.12.2022, 07:59)uhrjeckholgi schrieb: . Die jüngere Generation hört Musik übers Mobiltelefon, Internet, da wird gestreamt,
käuflich als MP 3 runtergeladen  etc. oder sonstigen Rummel.
Wer kauft sich heute noch eine CD
Hallo allerseits,

Das stimmt leider, die meisten können garnicht mehr über Lautsprecher hören, sondern nur noch über airpods. Wenn jemand Lautsprecher hat, dann sind es JBL Akku Boxen dessen klang nun echt nicht gut ist(Bassschlag halt).
Die HIFI Branche ist halt nichtmehr bei den jungen Leuten present, vielleicht bei so HIFI Verrückten wie Philipp und mir die ja auch Platten ohne Ende haben.
Viele Gleichaltrige haben Platten als Modeerscheinung und das dann auf einem Corsley Sad.  
In den Fällen habe ich teilweise schon ein HighFich Empfohlen. 
Ich möchte übringens festhalten das ich Platten nicht als Modeerscheinung haben und Tonband auch nicht. Ich habe nämlich vor 3 Jahren angefangen mit ein paar Platten vom Flohmarkt und ein Freund hat mir erst gezeigt was für eine Welt dahinter steckt.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Revox A77 MKII, Telefunken M203 Studio, Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
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#43
ich möchte an dieser Stelle nochmal daran erinnern, dass die Dual GmbH, um die es hier geht, den Hauptteil ihres Geldes damit zu verdient, billige China-Technik über Disounter zu verkaufen, und dass der Name Dual nur noch dazu dient, den Krempel emotional etwas aufzuwerten.

Warum diese Firma jetzt edle Plattenspieler in ihr Sortiment aufnimmt, darüber kann man nur mutmaßen, letztlich verkaufen solche Firmen alles, wenn es Geld bringt, mit der Leidenschaft für gutes altes HiFi hat das aber sicher nichts zu tun. Mit Ausnahme des Primus Maximus werden die Geräte wohl alle in Asien gefertigt, und der Primus Maximus selber kommt von hier:

https://www.langer-audio.de/

Ganz ehrlich, würde ich mir heute so einen Luxus-Plattenspieler gönnen, würde ich ihn direkt hier kaufen und nicht von der Dual GmbH. Ich weiß auch nicht, ob es so schlau ist, als anerkannter High End Hersteller seine Firma mit einem Namen und einer Bude zu verknüpfen, die den Namen Dual auf 29 Euro DAB Radios und 20 Dollar Phonokoffer druckt. Ist aber nur meine Meinung.

Gruß Frank
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#44
Frank, ich stimme dir hier völlig zu. Diese Dual GMBH hat mit der alten Firma Dual nichts mehr gemeinsam, außer halt dem Namen.

Und ehrlich gesagt, wenn ich soviel Geld für einen Plattenspieler versenken will, da wären noch einige andere Kandidaten die ich dem "Primus maximus" und dem "Lager No. 7 und 9" vorziehen würde.
Aber wenn es denn ein solcher werden sollte, dann würde ich auch das Original den Lager vorziehen.
Viele Grüße
Michael
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#45
Ich denke, über Preis und Gegenwert braucht man in dieser Klasse nicht mehr zu reden, und klangliche Vorteile hört man ab einer bestimmten Preisklasse auch nicht mehr. Plattenspieler in der Preisklasse sind Manufakturgeräte, man kennt den Erbauer persönlich, kann auf den Designprozess Einfluss nehmen und am Endprodukt ist nichts vorhanden, was nach Rotstift in der Großserie aussieht.

Was ich an den Langer Laufwerken so sympathisch finde, ist, dass sie eine elegante Alternative zu diesen ganzen Masselaufwerken sind, die aussehen wie aus Fred Feuersteins Wohnzimmer. Außerdem bin ich eh ein Fan der Dual Direktantriebe wie dem EDS1000, und das, was Herr Langer in seine Laufwerke einbaut, ist eine Edel-Ausführung dieses Antriebskonzeptes. Diese ganzen tonnenschweren Laufwerke mit Stringantrieb und aussenliegendem Motor haben für mich immer sowas, als ob man einen Ferrarimotor per Transmission an eine Pferdekutsche hängen und das ganze dann als die Zukunft im Sportwagenbau anpreisen würde.

Gruß Frank
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#46
Frank du spricht wahre Worte. DD ist auch der beste Antrieb für einen Plattenspieler. Diese Riemenantriebe und dann noch mit diesen ausgegliederten Motoren, schön ist etwas anders, das Auge hört schließlich mit, und Innovation kann ich da beim besten Willen auch keine erkennen. Der Vergleich mit Fred Feuersteins fiktivem Gerät finde ich sehr treffend.

Mir sind auch die Technics Plattenspieler sehr sympathisch. Aber die Frage welches neue Laufwerk es nun werden soll, stellt sich bei mir zum Glück nicht.

Vor einiger Zeit hatte ich mal mit Alfred Langer über seinen No. X geredet weil ich mich dafür interessierte. Das war aber bevor er sich bei der DUAL GmbH engagierte. Sehr interessantes Gerät, aber eben der Preis. Das ist mir doch eine oder auch 2, 3 Nummern zu hoch. Was nicht heißt dass es nicht diesen wert ist.
Viele Grüße
Michael
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#47
(04.12.2022, 19:43)Adler23 schrieb: DD ist auch der beste Antrieb für einen Plattenspieler.

Das klingt wie der Initialschuss eines Glaubenskriegs. Smile

Wobei ich auch immer DD-Freund war und immer noch bin. Ich weiß nur trotzdem nicht, ob ich, wenn ich wirklich mal einen neuen Plattenspieler kaufen müsste, einen direktgetriebenen wählen würde. Letztendlich hat man ja praktisch nur noch die Wahl zwischen Hanpin-Derivaten, bei denen ich mir nicht sicher bin, wie HiFi-tauglich sie sind, und Technics, die mir als Gegenheits-Vinyl-Hörer zu teuer sind.
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#48
(04.12.2022, 19:43)Adler23 schrieb: DD ist auch der beste Antrieb für einen Plattenspieler. Diese Riemenantriebe und dann noch mit diesen ausgegliederten Motoren, schön ist etwas anders, das Auge hört schließlich mit

Das spiegelt Deinen persönlichen Eindruck wieder.
Schön lässt sich nicht klar definieren, der Außenläufer mit externem Motor erfreut sich jedenfalls großer Beliebtheit.

Ich habe hier aktuell etwas mehr als 20 Dreher stehen, fast alle mit Riemenantrieb...
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