12.11.2022, 13:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.11.2022, 14:38 von SevenTeaLights.)
Hallo Andreas,
das mit 20dB unter Bezugspegel ist leider schon wieder jenseits meines aktuellen Verständnisses. Ich kann dazu nur sagen, dass bei einem vorherigen Test mit BASF LP35LH mit einem 1kHz Sinuston ab -6dBFS Ausspielpegel eine Verrundung der Sinuswelle visuell erkennbar wurde. Die aktuellen Tests mache ich mit -18dBFS Ausspielpegel, also vermutlich nicht ganz 12dB unter dem Pegel, bei dem 1 kHz bei einem LP35LH in die Bandsättigung geraten würde.
Die VU-Meter stehen gegenwärtig immer sehr weit unterhalb der 0dB Linie, da ich mit dem RTM SM911 klangliche Effekte heraushörte, die ich zuvor beim Austesten der Sättigungsgenze in der Ausgangsstufe der Elektronik bemerkt hatte. Daraufhin habe ich die Trimmer für den Wiedergabepegel um ca. 10,5 dB zurückgenommen. Die VU-Trimmer könnte ich dann ja mal anpassen, wenn ich meinen bevorzugten Bandtyp gefunden habe, aber sie werden für meinen späteren Arbeitsablauf ohnehin nicht benötigt.
Die Methodik mit der Frequenzganglinearisierung hatte ich (weil's so im Service Manual steht) schon ausprobiert und zudem je nach Bandtyp die Frequenzen herausgetüftelt, die dafür besser anzuwenden sind. Damit habe ich auch schön L/R-pegelgleiche Frequenzgänge bekommen. Die damit erreichten klanglichen Ergebnisse waren für meine Ohren aber je nach Bandtyp trotzdem noch z.B. etwas klirrig, leicht verwischt oder zu wuchtig (tiefmittig). Ich bin dann schließlich doch auf die Delta-E-10kHz Methode umgeschwenkt und bekomme damit für meine Ohren natürlicher klingende Ergebnisse. Allerdings sind deren Frequenzgänge nicht mehr linear.
Mir scheint es unter diesen ja nicht optimalen Rahmenbedingungen der beste Ansatz zu sein, den für den jeweiligen Bandtyp am natürlichsten klingenden Bias-Bereich herauszufinden, und die Eigenheiten des Frequenzgangs, die der jeweilige Bandtyp in diesem Bereich dann zeigt, dann hinsichtlich der Eignung für verschiedenes Originalmaterial genau zu studieren. So nach dem Motto: Wenn die Originalaufnahme der Kick so und so klingt, ich möchte aber dass sie weniger vordergründig und tief und dafür etwas mehr im Hintergrund mittig-rund kommt, dann nehme ich dafür Band x mit dessen optimaler Bias-Einstellung. Oder wenn die Originalaufnahme vom Ebass soundso klingt, ich den aber etwas vordergründiger und drahtiger haben möchte, dann nehme ich dafür Band y bei etwas weniger Bias, als es für Band y eigentlich optimal wäre.
------------ zurück zum Thema: ------------
Also nochmals vielen Dank für das "in die Spur bringen". Ja, ich werde lesen und verdauen, davon aber einiges aus Zeitgründen im Nachgang. Manchmal passiert das "connecting the dots" ja sowieso erst, wenn man es sich Tage, Wochen oder Monate später wieder vergegenwärtigt.
Gruß und schönes Wochenende,
Finn
das mit 20dB unter Bezugspegel ist leider schon wieder jenseits meines aktuellen Verständnisses. Ich kann dazu nur sagen, dass bei einem vorherigen Test mit BASF LP35LH mit einem 1kHz Sinuston ab -6dBFS Ausspielpegel eine Verrundung der Sinuswelle visuell erkennbar wurde. Die aktuellen Tests mache ich mit -18dBFS Ausspielpegel, also vermutlich nicht ganz 12dB unter dem Pegel, bei dem 1 kHz bei einem LP35LH in die Bandsättigung geraten würde.
Die VU-Meter stehen gegenwärtig immer sehr weit unterhalb der 0dB Linie, da ich mit dem RTM SM911 klangliche Effekte heraushörte, die ich zuvor beim Austesten der Sättigungsgenze in der Ausgangsstufe der Elektronik bemerkt hatte. Daraufhin habe ich die Trimmer für den Wiedergabepegel um ca. 10,5 dB zurückgenommen. Die VU-Trimmer könnte ich dann ja mal anpassen, wenn ich meinen bevorzugten Bandtyp gefunden habe, aber sie werden für meinen späteren Arbeitsablauf ohnehin nicht benötigt.
Die Methodik mit der Frequenzganglinearisierung hatte ich (weil's so im Service Manual steht) schon ausprobiert und zudem je nach Bandtyp die Frequenzen herausgetüftelt, die dafür besser anzuwenden sind. Damit habe ich auch schön L/R-pegelgleiche Frequenzgänge bekommen. Die damit erreichten klanglichen Ergebnisse waren für meine Ohren aber je nach Bandtyp trotzdem noch z.B. etwas klirrig, leicht verwischt oder zu wuchtig (tiefmittig). Ich bin dann schließlich doch auf die Delta-E-10kHz Methode umgeschwenkt und bekomme damit für meine Ohren natürlicher klingende Ergebnisse. Allerdings sind deren Frequenzgänge nicht mehr linear.
Mir scheint es unter diesen ja nicht optimalen Rahmenbedingungen der beste Ansatz zu sein, den für den jeweiligen Bandtyp am natürlichsten klingenden Bias-Bereich herauszufinden, und die Eigenheiten des Frequenzgangs, die der jeweilige Bandtyp in diesem Bereich dann zeigt, dann hinsichtlich der Eignung für verschiedenes Originalmaterial genau zu studieren. So nach dem Motto: Wenn die Originalaufnahme der Kick so und so klingt, ich möchte aber dass sie weniger vordergründig und tief und dafür etwas mehr im Hintergrund mittig-rund kommt, dann nehme ich dafür Band x mit dessen optimaler Bias-Einstellung. Oder wenn die Originalaufnahme vom Ebass soundso klingt, ich den aber etwas vordergründiger und drahtiger haben möchte, dann nehme ich dafür Band y bei etwas weniger Bias, als es für Band y eigentlich optimal wäre.
------------ zurück zum Thema: ------------
- Das mit dem K3 Minimum und der 3% Grenze war ein Aussetzer meinerseits. Natürlich liegt der optimale Arbeitspunkt eben gerade nicht bei 3% K3. Keine Ahnung, was ich da gedachte hatte, nichts Sinnvolles jedenfalls. Sorry.
- Habe ich das richtig verstanden, dass mindestens tendenziell je höher die Aussteuerbarkeit eines Bandtyps umso geringer das K3 Minimum (weil der Bezugspegel, bei dem die K3 Kurve ermittelt wird, weiter unterhalb der Sättigung des Bandtyps liegt)?
- Bei dem Zusammenhang zwischen Aussteuerbarkeit/MOL und Bias möchte ich nochmal nachfragen. Ich hatte das genau andersherum gedacht: Zeigen Bandtypen mit höherem MOL grundsätzlich die Tendenz, dass diese Bandtypen höheren (absoluten) Bias-Pegel benötigen? (Als konkretes Beispiel: Wenn meine Maschine das AGFA PEM 268 gerade noch bedienen kann und das AGFA PEM 268 einen MOL von 7dB über dem Bezugspegel (320nWb/m) hat, kann ich dann davon ausgehen, dass die gleiche Maschine bei einem anderen Bandtyp mit einem MOL von 10dB über demselben Bezugspegel Schwierigkeiten haben könnte, weil der andere Bandtyp aufgrund des noch höheren MOL einen noch höheren Bias-Pegel benötigen wird?)
Also nochmals vielen Dank für das "in die Spur bringen". Ja, ich werde lesen und verdauen, davon aber einiges aus Zeitgründen im Nachgang. Manchmal passiert das "connecting the dots" ja sowieso erst, wenn man es sich Tage, Wochen oder Monate später wieder vergegenwärtigt.
Gruß und schönes Wochenende,
Finn
