10.11.2022, 22:21
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.11.2022, 23:04 von SevenTeaLights.)
(... und weiter ...)
Frage 5: Abschätzung des Verhältnisses von tiefen zu hohen Frequenzen?
Für den von mir angestrebten Zweck (u.a. die klangliche Beeinflussung einzelner Spuren zum Vorteil des Gesamtmixes) ist nicht nur die Höhenwiedergabe wichtig, sondern auch der Gehalt an tieferen Mitten und tiefen Frequenzen.
Daher wäre es für mich hilfreich, anhand der Kennlinien einschätzen zu können, ob dieser untere Frequenzbereich überdeutlich oder vielleicht sogar relativ schwach vom Band kommen wird.
Die Grafik rechts stammt aus einem online verfügbaren Artikel aus der Electronics World vom August 1967. Wer sich den schon allein wegen des Datums einmal anschauen möchte:
https://www.thehistoryofrecording.com/Pa...ording.pdf
Die eigentliche Aussage der Grafik brauche ich hier nicht zu wiederholen. Bemerkenswert finde ich aber, dass sich mit Verschiebung des Bias-Pegels der Frequenzgang komplexer verändert, als dass es nur um mehr oder weniger Anlöschung der Höhen ginge:
Zurück zu den Kennlinien-Diagrammen: Grundsätzlich wird für einen einigermaßen "natürlichen" Klang ein Biasing in der Nähe des K3 Minimums angestrebt. Nun könnte es interessant sein, wie die verschiedenen Frequenzbereiche bei dem entsprechenden Bias-Pegel sozusagen aufgestellt sind.
Nun sind in den Kennlinien-Diagrammen aber meistens keine Empfindlichkeitskurven für den unteren Frequenzbereich enthalten.
1) Reicht es aus, die Empfindlichkeitskurven von 1 kHz und 10 kHz zu betrachten?
Zum Beispiel zeigt das Diagramm für das rechte Band in dem Bereich des Bias-Pegels für das K3-Minimum (+1 bis +3 dB Bias-Pegel) eine Differenz zwischen der E_1kHz und der E_10kHz Kurve zwischen ca. 2 dB bis ca. 3,5 dB. Bei diesem Band scheint mir der untere Frequenzbereich definiert, aber nicht vordergründig.
Dahingegen zeigt das Diagramm für das linke Band in dem Bereich des empfohlenen Bias-Pegels (-1 bis +1 dB Bias-Pegel) eine Differenz zwischen der E_1kHz und der E_10kHz Kurve zwischen knapp 3 dB bis 5 dB. Bei diesem Band scheint mir der untere Frequenzbereich tendenziell vordergründig oder umgangssprachlich: der Klang war immer etwas "dunkel".
2) Oder kann man es schon anhand des Betrages des Delta-E/S-10kHz Wertes erkennen?
Wenn man die obere Grafik rechts betrachtet, dann könnte man vermuten, dass grundsätzlich der untere Frequenzbereich umso höheren Wiedergabepegel zeigen wird, je weiter der Bias-Pegel über dem Bias-Pegel liegt, bei dem ein Maximum bei hoher Frequenz vorliegen würde. Oder umgangssprachlich: je weiter "rechts" vom 10kHz-Maximum der optimale Bias-Pegel liegt, desto näher kommt man dadurch den Maxima des unteren Frequenzbereiches. Bei Profi-Maschinen würde man das durch den integrierten EQ ausgleichen. Aber bei einfachen Maschinen ist das halt nicht (zumindest nicht direkt mit der Maschine) möglich.
Gibt es da Erfahrungswerte, dass je höher der Delta-E/S-10kHz Wert umso stärker ausgeprägt der untere Frequenzbereich ist? Oder ist das zu einfach gedacht?
Finn
(Ersteinmal keine weiteren Fragen - bin gespannt auf etwaige Antworten. Melde mich morgen oder spätestens am Wochende wieder.)
Frage 5: Abschätzung des Verhältnisses von tiefen zu hohen Frequenzen?
Für den von mir angestrebten Zweck (u.a. die klangliche Beeinflussung einzelner Spuren zum Vorteil des Gesamtmixes) ist nicht nur die Höhenwiedergabe wichtig, sondern auch der Gehalt an tieferen Mitten und tiefen Frequenzen.
Daher wäre es für mich hilfreich, anhand der Kennlinien einschätzen zu können, ob dieser untere Frequenzbereich überdeutlich oder vielleicht sogar relativ schwach vom Band kommen wird.
Die Grafik rechts stammt aus einem online verfügbaren Artikel aus der Electronics World vom August 1967. Wer sich den schon allein wegen des Datums einmal anschauen möchte:
https://www.thehistoryofrecording.com/Pa...ording.pdf
Die eigentliche Aussage der Grafik brauche ich hier nicht zu wiederholen. Bemerkenswert finde ich aber, dass sich mit Verschiebung des Bias-Pegels der Frequenzgang komplexer verändert, als dass es nur um mehr oder weniger Anlöschung der Höhen ginge:
- die Maxima liegen bei verschiedenen Frequenzen bei verschiedenen Bias-Pegeln
- die Steigung, also das Delta-Wiedergabe-Pegel je Delta-Bias-Pegel ist stark frequenzabhängig
Zurück zu den Kennlinien-Diagrammen: Grundsätzlich wird für einen einigermaßen "natürlichen" Klang ein Biasing in der Nähe des K3 Minimums angestrebt. Nun könnte es interessant sein, wie die verschiedenen Frequenzbereiche bei dem entsprechenden Bias-Pegel sozusagen aufgestellt sind.
Nun sind in den Kennlinien-Diagrammen aber meistens keine Empfindlichkeitskurven für den unteren Frequenzbereich enthalten.
1) Reicht es aus, die Empfindlichkeitskurven von 1 kHz und 10 kHz zu betrachten?
Zum Beispiel zeigt das Diagramm für das rechte Band in dem Bereich des Bias-Pegels für das K3-Minimum (+1 bis +3 dB Bias-Pegel) eine Differenz zwischen der E_1kHz und der E_10kHz Kurve zwischen ca. 2 dB bis ca. 3,5 dB. Bei diesem Band scheint mir der untere Frequenzbereich definiert, aber nicht vordergründig.
Dahingegen zeigt das Diagramm für das linke Band in dem Bereich des empfohlenen Bias-Pegels (-1 bis +1 dB Bias-Pegel) eine Differenz zwischen der E_1kHz und der E_10kHz Kurve zwischen knapp 3 dB bis 5 dB. Bei diesem Band scheint mir der untere Frequenzbereich tendenziell vordergründig oder umgangssprachlich: der Klang war immer etwas "dunkel".
2) Oder kann man es schon anhand des Betrages des Delta-E/S-10kHz Wertes erkennen?
Wenn man die obere Grafik rechts betrachtet, dann könnte man vermuten, dass grundsätzlich der untere Frequenzbereich umso höheren Wiedergabepegel zeigen wird, je weiter der Bias-Pegel über dem Bias-Pegel liegt, bei dem ein Maximum bei hoher Frequenz vorliegen würde. Oder umgangssprachlich: je weiter "rechts" vom 10kHz-Maximum der optimale Bias-Pegel liegt, desto näher kommt man dadurch den Maxima des unteren Frequenzbereiches. Bei Profi-Maschinen würde man das durch den integrierten EQ ausgleichen. Aber bei einfachen Maschinen ist das halt nicht (zumindest nicht direkt mit der Maschine) möglich.
Gibt es da Erfahrungswerte, dass je höher der Delta-E/S-10kHz Wert umso stärker ausgeprägt der untere Frequenzbereich ist? Oder ist das zu einfach gedacht?
Finn
(Ersteinmal keine weiteren Fragen - bin gespannt auf etwaige Antworten. Melde mich morgen oder spätestens am Wochende wieder.)
