Capstanwellen bei Bedarf mattieren/ätzen
#1
Hallo miteinander,

untenstehendes PDF hatte ich auf meiner Festplatte gespeichert und stelle es hiermit in einem gesonderten Beitrag vor. Die Techniker von RFT hatten offensichtlich Probleme mit dem mangelhaften Bandtransport ihrer Kassettengeräte und stellten den Werkstätten eine pragmatische Lösung vor. Leider kann ich das in Ermangelung des notwendigen Equipments nicht nachstellen, vielleicht regt es aber jemanden zum Ausprobieren an und er kann über das Ergebnis hier berichten?


.pdf   Ätzen von Capstan RFT.pdf (Größe: 16,2 KB / Downloads: 67)
Gruß
Rainer


Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser. (Sokrates)
Zusatz: der Kluge gibt solange nach, bis er selbst der Dumme ist. (Walter Kempowski)
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#2
Die nicht zu ätzende Länge der Tonwelle würde ich noch mit einem Lack abdecken, dann muss man beim Eintauchen nicht so aufpassen. Wenn die Tonwelle aus Edelstahl ist, sollte das funktionieren.
Grüße
Gerhard
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#3
Mit dem Mattieren/Aufrauen der Welle musste man die schlechte Gummi-Qualität der "Gummi-Andruckrollen" kaschieren.  

Zu damaliger Zeit gab es einen Spruch unter Leuten die mit Autoreifen zu tun hatten, was haben Ost und West-Reifen gemeinsam?   die Farbe 

Gummi-Kautschuk war ein Mangel-Rohstoff in der DDR, den gab es nur gegen Devisen und Devisen waren auch knapp, darum in Gummiprodukten nur in zu geringer Konzentration anzutreffen. Deswegen harter Gummi mit schlechtem Gripp.
Gruß Ulf
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#4
Dem kann ich gleich widersprechen. Weil: ich habe mehrere Geräte der DDR aus den 60er Jahren im Bestand, die alle noch eine einwandfreie Andruckrolle aufweisen.
Hatte aber auch schon welche aus Uher RdL und deren Nachfolger, die hart wie ein Stein geworden waren. Anschauungsmuster sind vorhanden.
Gruß
Rainer


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#5
in den 60zigern sah das wahrscheinlich noch etwas anders aus, und Kassettengeräte waren da noch nicht so verbreitet

diese Service-Mitteilung ist ja von 1/81
Gruß Ulf
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#6
Ich habe mal eine andere Methode mit Eisen3Chlorid empfohlen bekommen. Bei einer Teac 1/2 Zoll Capstanwelle hat das ganz gut funktioniert. Bei der Capstanwelle einer Studer A80 2 Zoll tat sich auich nach 1 Stunde rein gar nichts, die sind vermutlich hartverchromt.

MfG, Tobias
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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#7
(25.10.2022, 20:57)sensor schrieb: in den 60zigern sah das wahrscheinlich noch etwas anders aus, und Kassettengeräte waren da noch nicht so verbreitet

diese Service-Mitteilung ist ja von 1/81

Sorry- nein. Gilt ebenso für die 80er. 
In meinem alten Ersatzteilschrank liegt noch eine Handvoll nagelneuer (bzw. NOS, wie es heute so schön heißt) Andruckrollen für den R4100.
Diese hatten wir öfters wechseln müssen, weil das Gummi durch den Gebrauch- abhängig von der verwendeten Kassettensorte- manchmal durchaus verhärtete. Man hätte sie mit Alkohol putzen können, dann waren sie wieder einwandfrei. Aber das machten wir nie, Andruckrollen gab es eigentlich immer und der Wechsel ging schön schnell. Auch die Sinterlager waren nicht das gelbe vom Ei, ich hatte des Öfteren Andruckrollen mit "Langlöchern" auszutauschen. 
Die neuen, ungebrauchten Rollen sind aber nach wie vor schön weich, zerfließen aber auch nicht. Die sind nach wie vor gut nutzbar. Das gilt übrigens auch für mehrere NOS- Andruckrollen für die T2221 und T4224 Studiomaschinen, welche ich noch liegen habe. Alle noch weich und ohne Einschränkungen verwendbar.

Allerdings nehme ich auch nicht an, daß dort Naturkautschuk drin verarbeitet wurde, jedenfalls nicht ausschliesslich. Immerhin gab es in der DDR doch den "guten BUNA- Kautschuk", eine Entwicklung aus den 30er Jahren. Wurde auch besonders oft im WK II für Reifen genutzt, Naturkautschuk gab es auch dort schon nicht.. 
Natürlich ist es wie immer eine Frage des Mischungsverhältnisses, nur die pauschale Aussage, daß diese Rollen generell hart und schlecht waren stimmt so einfach nicht.

Grüße, Rainer
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#8
Je nach Gummimischung ist die Haltbarkeit offensichtlich SEHR unterschiedlich. Beispielsweise ist die Andruckrolle meines Selbstbaugerätes garantiert deutlich über 40 Jahre alt, und sie zeigt weder Risse noch Verhärtungen.

Andrerseits hatte ich neulich bei der Sichtung meiner Sammlung von Antriebsriebsriemen - in einer Plastiktüte mit etwas Talkum verpackt - eine einzige schwarze Schmiere. Ich glaube nicht, dass es Weichmacher aus der Tüte waren, es waren die Riemen selber. In der schwarzen Schmiere schienen aber noch ca. die Hälfte OK zu sein - also kippte ich die unschöne Angelegenheit in ein Gefäß mit Spiritus und ließ es ein paar Tage ziehen. Daraufhin war ca. die Hälfte des Bestandes durch Abwischen und nochmaliges Nachspülen zu retten.

Bei meinem ersten Uher Report-S gibt es noch die Originalriemen, und es läuft. Bei einem viel jüngeren Uher 4200 Report Stereo flatterte neulich bei einem Lauftest der Antriebsriemen für die Stufenwalze in Stücken davon, die Reste zeigten tiefe Einrisse. Soviel von Thema Haltbarkeit von Gummimischungen. Möglicherweise wussten / wissen die Hersteller selber nichts über die Langzeit-Beständigkeit solcher Dinge. Oder es interessiert sie nicht.

MfG,
Binse.
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#9
Ganz schlimm diesbezüglich waren auch japanische Cassettendecks- bzw. deren Gummiriemen vom Anfang der 90er Jahre. Da habe ich 2 AIWA- Geräte (AD-F880 und AD- F910) bei mir stehen. Da ich diese 1992 selbst gekauft und nie abgegeben hatte, kenne ich deren Geschichte lückenlos.
Bei beiden Geräten hatten sich die Antriebsriemen (Flachriemen) in eine schwarze, zähflüssige Teerpampe verwandelt.
Seltsamerweise sahen sie noch stabil aus. Ich sah aber, das sie sich gelängt hatten. Idiotischerweise fasste ich sie mit den Fingern an um sie abzunehmen. In meinen Fingern zerflossen sie mir dann vor meinen Augen...

Dem reinen Hörensagen (!!) nach, sollen die Japanischen Firmen in dieser Zeit Antriebsriemen komplett aus Kunststoffen und ohne Naturkautschuk verwendet haben. Das würde den gesehenen Effekt erklären. Wie gesagt- ich habe das irgendwann gehört und kann die Behauptung durch keinerlei Quellenangabe untermauern.

Grüße, Rainer
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#10
Als TE freue ich mich, wie lebhaft hier über mein Thema OT diskutiert wird. Vielleicht kann ein separater Faden daraus erstellt werden?
Gruß
Rainer


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Zusatz: der Kluge gibt solange nach, bis er selbst der Dumme ist. (Walter Kempowski)
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#11
Hallo Rainer,

sorry, du hast ja Recht. Abtrennung des OT-Teils ist beantragt.

MfG, Tobias
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#12
Gerne - Video2000 im Kopierwerk

Grüße
Andreas
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