Radiohören im Jahre 2022
#1
Bin diese Woche mal wieder in Hessen und habe heute ganztägig HR1 über UKW angehört.
Nach jedem, wirklich nach jedem Musiktitel oder Wortbeitrag kommt eine Senderkennung im Stil von "HR1, genau meins" oder auch "Einfach gute Musik, HR1" oder auch nur ein gehauchtes "Haa Err Ains".
Nun hatte ja weiland schon der Kabarettist Mathias Beltz festgestellt, dass die Hessen ein bedauernswertes Völkchen seien: "Keine Berge, kein Zugang zum Meer und umzingelt von Deutschen".
Aber dass die Hessen so dement sein sollen, dass sie während eines/jeden Musikstücks vergessen hätten, welchen Sender sie eingestellt haben...
Vielleicht hat jemand Kontakte zu Rundfunk-Tätigen und kann mal erfragen (und dann mitteilen), warum man das macht?
VG Jürgen
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#2
War übers WE in Mannheim und hatte HR3 im Radio. Dort genau das gleiche, immer dieses gehauchte "HR3".
Das nervt schon nach dem dritten Titel. Was denken die sich dabei?
VG
Wolfgang
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#3
Hallo Jürgen!

Da ist HR1 mit dieser gebetsmühlenartig vor/nach jedem Musiktitel
in den Äther geblökten Selbstbeweihräucherung nicht allein. Der
NDR1 unterscheidet sich nur durch den Text - nicht aber durch die
inhaltslosen Worte.
Nach kurzer Zeit mache ich den Tuner aus, und kehre reumütig zu
meinen Musikkonserven zurück.

Gruß
Wolfgang
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#4
Aus diesem Grund habe ich mir ebenfalls das (ehedem geliebte) Radiohören abgewöhnt.

Dämliche Jingles und vor allem das zunehmend selbstverliebte Geschwafel der sogenannten "Moderatoren" ließen auch mir als langjährigem WDR-Hörer keine andere Wahl...... :-(

Schade, dass man diese Herrschaften zwangsweise mitfinanzieren muß.

Frank
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#5
Radiohören im Jahr 2022 im Auto - wir haben einen FM-Transmitter... Wink

Viele Grüße
Nils
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#6
Wir haben hier mit WDR4 einen ganz okayen Sender, zumindest wenn man wie ich 60er/70er/80er mag. Ganz ganz schlimm geworden hingegen ist WDR2, die laufende Lieder wegen Toren in irgendwelchen Fußballspielen unterbrechen, DAS nervt mich.

Die meiste Zeit höre ich aber ohnehin entweder Spotify oder meine Bänder, von daher ist mir Radio recht egal geworden.


Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: Teac A3300-2T, Uher 4000 L, RFZ T2221, Revox A77 Dolby, Revox A36, Grundig TK 8, Grundig TK 35, Grundig TK 41
Viertelspur: Sony TC-366, Sony TC-377, Uher Variocord 263, Revox F36
Vollspur: Revox T26, Vollmer MTG-9
--
Lieblings-Bandsorten (Modern): PER-368, PER-528, Orwo 106, PEM-468, LPR-35
Lieblings-Bandsorten (Vintage): Orwo 120/113, BASF LGS 26/35, Agfa PE31/PE41, Agfa PE36/PE46
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#7
(14.06.2022, 17:07)JUM schrieb: Nach jedem, wirklich nach jedem Musiktitel oder Wortbeitrag kommt eine Senderkennung im Stil von "HR1, genau meins" oder auch "Einfach gute Musik, HR1" oder auch nur ein gehauchtes "Haa Err Ains".
Vielleicht hat jemand Kontakte zu Rundfunk-Tätigen und kann mal erfragen (und dann mitteilen), warum man das macht?

Meine Vermutungen:
1. Es kommt billiger als für einen weiteren Musiktitel GEMA-Gebühren zu zahlen.
2. Die Macher hören das Programm selber nicht und merken die Nerv-Töterei garnicht.

Übrigens: Es gibt Internet-"Radios" ohne Reklame, ohne Jingles, ohne..., aber mit der Musik der Wahl.

MfG Kai
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#8
Über Sinn und Zweck dieser nervigen Laberschleifen ("Die besten Hits, der beste Mix...") ohne jeglichen Informations- oder Unterhaltungswert habe ich auch schon gerätselt. Geht es darum, billig Sendezeit zu schinden? Muß nur einmal produziert werden, und die Gema will auch nichts dafür.

Die in laufende Musik hineingehauchten Sendernamen sind eher ein Relikt aus der Zeit, in der jugendliche Internet-Junkies per Soundkarte mitgeschnitten und die Titel dann in Tauschbörsen eingestellt haben. Sozusagen ein "Kopier-mich-nicht". Offensichtlich hat man noch nicht überall gemerkt, daß in Zeiten von Streamingdiensten niemand mehr auf die Idee käme, umständlich Musik aus dem Radio illegal weiterzugeben. (Ausnahme: Liveübertragungen oder -mitschnitte). Oder ein paar selbstverliebte Sounddesigner finden diese akustische CI tatsächlich cool, und niemand hält sie auf.

Am nervigsten ist trotz alledem Werbung. Aber auch die kann noch getoppt werden, und zwar von Werbung für Werbung. "Sie haben ja schon wieder hingehört. Werbung im Radio. Die wirkt."

Viele Grüße,
Martin
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#9
Wenn ich in letzter Zeit UKW gehört habe, dann meist WDR2. Entweder bin ich schon vollkommen abgestumpft, oder da läuft Eigenwerbung zumindest nicht in aufdringlicher Weise. Auch die Moderation finde ich normalerweise in Ordnung. Man darf halt nur nicht übermäßig anspruchsvoll sein. Die Radiomacher scheinen sich drauf eingestellt zu haben, daß sie inzwischen überwiegend wahllos zur Hintergrundbefüddelung gehört werden. Sowas wie in den 1980ern, als man bewusst bestimmte Sendungen wie "Mal Sondocks Hitparade" oder "Riff, der Wellenbrecher" einschaltete, die in Sachen Qualität in einer ganz anderen Liga spielten, gibt es ja heute scheinbar nicht mehr.

Das einzige, was mir im Radio in letzter Zeit gehörig auf die Nerven ging: Bei einem Sender (ich glaube, es ist unser Lokalsender "News 89.4") werden regelmäßig Sketche von Atze Schröder gesendet. Ich mag den Kerl und seinen plumpen Proll- und Chauvi-Humor nicht. Da schalte ich dann auch schon mal um.
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#10
Guten Abend,

muss dazu auch mal was sagen als ein Kind der Streaming Zeit(JG: 2006).
Für uns junge Leute bietet Radio normalerweise keinen Mehrwert. Die Rap-"Musik" die gleichaltrige hören wird nicht gespielt und das was ich hören will also Oldies auch nur bedingt, deswegen höre ich als einziger in der Klasse noch selten Radio über meine Röhrenschätze.
Allerdings muss auch der Radiomacher in mir zu Wort kommen, ich bin bei einem kleinen Regionalsender der immer 1-2 Wochen im Jahr Sendet(Antenne Bergstraße) und mache dort live Radio Technik seit ich 11 bin, ja ich habe in dem Alter schon im Rundfunk Studio hinter einem Pult gesessen und Sendungen über UKW Live mit Technik begleitet bzw. auch selbst moderiert. Da kann jeder mitmachen... Ich habe immer andere Ansprüche, Spiele Selten Jingles und mache meistens Musik oder Themen Sendungen und Versuche immer die Moderation kurz und Informativ zu halten.
Also es kommt auf den Sender und auf den Mensch an der am Micro Sitzt aber es ist auch nicht mehr der selbe anspruch grade bei manchen Kollegen und das Radio ist leider in Meiner Generation am Aussterben, Leider ist Podcast das neue ding und nicht mehr das gute alte UKW/DAB

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Telefunken M203 Studio(Aktuell mangels Riemen nicht funktionsfähig), Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
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#11
Tatsächlich hören laut Umfrage 35,85 Millionen Personen in Deutschland täglich Radio.
Für mich ist Radio hören eine ganz große Strafe und WDR4 das absolute Grauen.
Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr,
immer die gleichen völlig abgedroschenen Stücke aus den vorderen Plätzen der Charts vergangener Tage.


Radio hören beschert einem heutzutage neben der musikalischen Dauerschleife aber auch die Unsitte vollkommen nerviger und unerträglicher Co-Moderationen mit Witzen, die nicht witzig sind, permanente aufdringliche Werbung, nervige Jingles und mit Bassline unterlegte Nachrichtensendungen und Verkehrshinweise.
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#12
Iiih, ja, diese musikalische Streß-Unterfütterung von Nachrichten ist auch zum Gruseln. Soll wohl signalisieren: Nicht wegschalten, wir spielen ja gleich wieder Musik, müssen nur noch ganz schnell diese Informationen loswerden.

Dabei gab es, als diese Marotte aufkam, auch ganz gelungene Musikunterlagen. Das Instrumental, was sie in der Anfangszeit von SWR3 (nach der Zusammenlegung von SDR und SWF) bei Wetter und Verkehrsfunk im Hintergrund hatten, gefiel mir sogar so gut, daß ich hoffte, sie mögen es irgendwann mal ohne Sprecher spielen. Habe ich leider nie erwischt.

Beim Ludwigsahfener Lokalsender RPR, der in den Anfangsjahren sogar gute themenbezogene Musiksendungen hatte (heute nur noch gruseliger Dudelfunk mit viel Werbung), spielten sie im Hintergrund zu redaktionellen Beiträgen oft ein Instrumental aus den 70ern, das keiner kannte, aber sehr eingängig war. Einmal spielten sie es aus und erzählten, sie hätten die Platte vom Flohmarkt, sie sei neu nicht mehr zu bekommen. Das Stück nannte sich "Bongo-Rock" von einer "Incredible Bongo Band". Die LH Maxima mit der Aufnahme habe ich heute noch irgendwo :-) Und inzwischen gibt's das Stück sogar auf Youtube.

Viele Grüße,
Martin
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#13
Die Bassunterlegung der Verkehrshinweise ... wie im Videospiel ... welcher Honk fing eigendlich damit an? 

Anfangs dachte ich, es wäre die Spezialität nur eines Senders. Aber mittlerweile machen das so viele Stationen. Eine Qual.

Die sowas entscheiden, haben den Beruf verfehlt. Nicht gerade so, sondern voll daneben.

Zum Glück hört der Autofahrer nicht wg. der Verkehrshinweise Radio ....

Gruss

Willy
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#14
(14.06.2022, 22:18)Spitzenwitz schrieb: Radio hören beschert einem heutzutage neben der musikalischen Dauerschleife

"Musikalische Dauerschleife": Ich wollte mir schon mal den Spaß machen, die Playlists von WDR2 elektronisch auszuwerten, was leider bislang daran gescheitert ist, daß ich keine Zeit hatte. Ich vermute aber, daß es sich nicht bestätigen wird, daß immer die gleichen Lieder gespielt werden. Der Eindruck entsteht wahrscheinlich eher dadurch, daß einzelne (meist aktuelle) Lieder immer wieder gespielt werden.

Mal spaßeshalber für den heutigen Vormittag in die Liste geguckt: Da tauchen auch ältere Stücke wie "Lady" von Modjo, "The Miracle Of Love" von den Eurythmics, "Every Breath You Take" von The Police, "Satisfaction" von den Stones, "Voyage Voyage" von Desireless und "I Love Your Smile" von Shanice auf. Ich möchte wetten, daß die in den meisten Fällen vorher seit Wochen nicht gespielt wurden. ("Völlig abgedroschen" ist natürlich trotzdem bei einigen nicht völlig von der Hand zu weisen. Smile)

Auf der anderen Seite: "Kings & Queens" von Ava Max, "Cold Heart" von Elton John & Dua Lipa, "Beautiful Madness" von Michael Patrick Kelly und "abcdefu" von Gayle. Die laufen im Moment wirklich dauernd. Sad

Zitat:aber auch die Unsitte vollkommen nerviger und unerträglicher Co-Moderationen mit Witzen, die nicht witzig sind, permanente aufdringliche Werbung, nervige Jingles und mit Bassline unterlegte Nachrichtensendungen und Verkehrshinweise.

Welcher Sender macht das? Könnte zu 1live passen. Das hab' ich schon seit Jahren nicht mehr gehört.
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#15
Ja, Radiohören ist heute schon eine Strafe. Besonders die Radiowerbung ist der Gipfel. Die wird immer schlimmer und nerviger, besonders Kaufland! Den Preis der Woche: Tafeltrauben, nur 1,99 je Kilo.
Wow, kreativ und unterhaltsam. Ich kot... jedesmal.
Ich hör nur noch Radio Bob und manchmal morgens RTL, die morning show.
Bei bob gibt s gute Musik und einfallsreiche Spiele und Preise.
In der Morningshow manchmal gute gags, aber musikmäßig immer dieselbe Grütze (Playlist).

LG
Mike
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#16
Meine Favoriten sind DLF Kultur und WDR4.
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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#17
Im klassischen Radio höre ich MDR-Kultur und DLF-Kultur.
Komplett werbefrei.

Gruß, Jan
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#18
Mein erstes Auto bekam ich 1995, damit ich damit täglich zur Zivildienst-Stelle fahren konnte. Es war das alte Familienauto - ein Jetta I, Baujahr 1981. Es hatte ein eingebautes FM-Radio OHNE Stationstaste und in Mono, in der Mitte der Konsole war EIN Lautsprecher. Ab 50 km/h wurde der Radioempfang problematisch, ab 100 km/h konnte man sich nicht mehr unterhalten geschweige denn Musik hören.

Das erste, was ich tat, war das Radio gegen ein Kassetten-Radio auszutauschen, in Stereo. Es wurden vier Lautsprecher verbaut. Damit konnte man auch bei 100 km/h noch Musik hören und mit Musik meine ich: MEINE Musik. Mich hat das Radio damals schon genervt, denn das Hauptproblem scheint mir folgendes zu sein: Tagsüber läuft Radio quasi für jedermann, was mir nicht persönlich zusagt. Es gibt aber auch Perlen - die laufen aber nicht unbedingt zufällig, wenn ich im Auto sitze. Und dann muss eine Alternative her. Für mich damals: Kassetten.

Aber, um noch einmal etwas gegen das Radiobashing zu sagen: wenn ich dienstags nach der Bandprobe nach Hause fahre, läuft auf WDR 5 (ab 22 Uhr) eine sehr schöne Live-Mitschnitt-Comedy-Sendung. Ich bleibe oft noch im Auto sitzen und höre die Sendung zu Ende. Und WDR 3 hat auch ein oft interessantes Programm, vor allem abends, häufig auch aus dem Jazz-Bereich. WDR 4 höre ich gerne auch mal titelweise zwischendurch. Und DLF mag ich besonders gerne - das ist gut gemachtes Radio, kann man nichts gegen sagen. Allerdings nix für zwischendurch und unterhaltsam geht auch anders, aber das ist nicht Sinn und Zweck des Senders.

Also: tagsüber Hölle, aber in den Randstunden gibt es hörenswerte Beiträge, je nach Geschmack und aus meiner Sicht.
Liebe Grüße
Thomas
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#19
Es mag sein, dass es zu gewissen Uhrzeiten beim ein oder anderen Sender hörenswerte Sendungen kommen.
In der Breite ist das aber viel zu dünn.
Die ÖR sind am Ende, auch im TV und es wird höchste Zeit die Zwangsfinanzierung zu beenden.
Das ist weder zeitgemäß noch fair.
Viele Grüße
Jörg
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#20
Ohne ÖR geht der Rundfunk gänzlich unter, das ist sicher!
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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#21
(14.06.2022, 17:07)JUM schrieb: ...
Vielleicht hat jemand Kontakte zu Rundfunk-Tätigen und kann mal erfragen (und dann mitteilen), warum man das macht?
VG Jürgen
Mich würde sehr interessieren, welcher Sinn dahinter steckt (GEMA sparen ist es sicherlich nicht...).
Irgendjemand hat ja irgendwann mal entschieden, dass das gemacht wird.
Die Sprüche mussten ja dann auch produziert werden, hat also Geld gekostet.
VG Jürgen
P.S. Meine entsprechenden Anfragen an HR und WDR wurden bisher nicht aussagefähig beantwortet...
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#22
(14.06.2022, 22:18)Spitzenwitz schrieb: Radio hören beschert einem heutzutage neben der musikalischen Dauerschleife aber auch die Unsitte vollkommen nerviger und unerträglicher Co-Moderationen mit Witzen, die nicht witzig sind, permanente aufdringliche Werbung, nervige Jingles und mit Bassline unterlegte Nachrichtensendungen und Verkehrshinweise.

Das kann ich zu 100% bestätigen. Ich höre seit vielen Jahren kein Radio mehr und sehe auch kein Fernsehprogramm. Die täglichen Nachrichten lese ich im Internet.

MfG, Tobias
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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#23
(16.06.2022, 07:51)JUM schrieb:
(14.06.2022, 17:07)JUM schrieb: ...
Vielleicht hat jemand Kontakte zu Rundfunk-Tätigen und kann mal erfragen (und dann mitteilen), warum man das macht?
VG Jürgen
P.S. Meine entsprechenden Anfragen an HR und WDR wurden bisher nicht aussagefähig beantwortet...

Guten Morgen,

Ich habe teilweise Kontakte, einerseits zu unserem kleinen Sender der 2 Wochen im Jahr Sendet wo ich auch moderiere, hier tue ich von Zeit zu Zeit mal unseren Solagen einspielen(Vielleicht 1-2 mal die Stunde). Warum das die öffentlich rechtlichen das machen kann ich nur teilweiße erklären, ich meine mal gehört zu haben für die Leute die nur eine Frequenz und nicht direkt den Sender angezeigt bekommen, das die nach kurzer Zeit wissen wo sie gelandet sind, dies wird aber wahrscheinlich nicht der Hauptgrund sein. Ich kenne jemanden vom SWR, ich werde ihn wenn ich ihn das nächste mal wieder sehe mal fragen.

Und diese Unterlegung bei den Nachrichten Nervt mich auch, beim Wetter ist das vollkommen in Ordnung aber nicht bei den Nachrichten.

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
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#24
(16.06.2022, 08:23)eintapedeck schrieb: ich meine mal gehört zu haben für die Leute die nur eine Frequenz und nicht direkt den Sender angezeigt bekommen, das die nach kurzer Zeit wissen wo sie gelandet sind

Komischerweise gibt es RDS (also u.A. die Anzeige des Sendernamens) erst seit Ende der 1980er Jahre, bis dahin sah man immer nur die Frequenz im Display (oder auf der Skala). Trotzdem hat es damals kein Sender für nötig gehalten, alle paar Minuten ein Jingle mit seinem Namen zu senden.
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#25
So ganz stimmt das nicht.
In den 60er Jahren, als die deutschen Radio-Programme noch kaum die Musik spielten, die die Jugend hören wollte, ist man als Jugendlicher auf zB Radio Luxemburg ausgewichen und hat versucht, das Programm tagsüber auf Kurzwelle und abends das englische Programm auf Mittelwelle zu hören. Die Programme wurden oft in 1/4-Stunden-Segmenten von unterschiedlichen Firmen gesponsort. Im gleichen Takt wurde auch das Programm und die Wellenlänge genannt: "two-oh-eight" = 208 m (1439 bzw 1440 kHz).
Allerdings nicht nach jedem Musikstück.
In einem der NDR-Radio-Programme wird ziemlich oft die Ansage  "NDR "x?x": Das Beste am Norden" eingesetzt.
Als ich das noch gelegentlich hörte, dachte ich immer:
Welch maßloses Eigenlob. Versuchen da die Programm-Macher ihre letzten Selbstzweifel mit Autosuggestion zu überwinden ?

MfG Kai
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#26
Antwort vom HR:

Herzlichen Dank für Ihre Mail und Ihren kritischen Hinweis. Wir sind durchaus sensibel für Rückmeldungen zu unseren Sound-Elementen, auch unserer Eigenwerbung. Diese Elemente sind allerdings im Radio schon seit vielen Jahren unverzichtbar. Alle Radiosender betreiben Eigenwerbung mit nur wenigen Ausnahmen - im Jahr 2022 ist ein Radioprogramm undenkbar ohne einen Claim oder ein "Motto", das dem Sender ein "akustisches Gesicht" verleiht und zur Wiedererkennbarkeit beiträgt.
Dennoch wissen wir, dass derartige Elemente je nach persönlichem Geschmack mehr oder weniger gut ankommen, wir können nur einen guten Mittelweg finden. Die bisherigen Rückmeldungen zeigen uns auch, dass uns das mit wenigen Ausnahmen gut gelingt. Außerdem ist uns wichtig zu betonen, dass hr1 passend zum Programm und inhaltlichen Anspruch tatsächlich schon eine reduziertere Form der Eigenwerbung betreibt und deutlich weniger davon im Programm hat als viele andere Sender.
Viele Grüße
Ihr hr1-Team
Hessischer Rundfunk
Anstalt des öffentlichen Rechts


VG Jürgen
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#27
Das kann man kurz zu der Rechtfertigung zusammenfassen:
'Andere sind noch schlimmer,
also ist das, was wir machen, in Ordnung.'

MfG Kai
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#28
...sehe ich auch so! Offenbar kein echtes Interesse am Hörer vorhanden, wenn sich kaum einer beklagt liegt bei der Mehrheit der Zuhörer Zustimmung vor. Schon recht eigenwillig.

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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#29
Hab mal ein bisschen gegurgelt...
Das Stichwort ist "Formatradio".
Slogans (radioszene.de)

Eine schöne Beschreibung liefert Oliver Kalkofe:

Was ist Formatradio?

von Oliver Kalkofe

Einen wunderschönen Tag!
Sie lesen Ihre Hit-Kolumne mit den Superworten der 80er und 90er.
Viel Spaß und allzeit Sonne im Nacken bei jedem Wetter und den geilsten Ortstemperaturen der letzten 2000 Jahre!

Na, war dieses Intro nicht cool?
Also, ich persönlich fand es richtig scheiße, aber wenn man den gewitzten Medienprofis der modernen Hit-and Fun-Rundfunkanstalten glauben mag, so sollte es Ihnen eigentlich super gut gefallen haben, oder?
Falls doch nicht, dann haben Sie es wahrscheinlich nur nicht oft genug gelesen - probieren Sie doch mal, die Sätze mehrfach stündlich vor sich hin zu sprechen oder im Drei-Minuten-Takt laut und lustig vorlesen zu lassen!

Klingt blöd, müsste aber klappen - schließlich funktioniert heute beinahe der komplette Radiomarkt nach diesem Muster!

"Wenn man die gleiche Scheiße nur oft genug wiederholt, dann hört Sie irgendwann auf zu stinken!" lautet die pfiffige Theorie der Verantwortlichen dahinter.
Und da der Hörer aus Ihrer Sicht ohnehin bescheuert ist, muss man ihm nur solange mit formatierter falscher Fröhlichkeit auf die Eier gehen, bis seine letzten noch aktiven Denkzellen in der Rübe freiwillig den Löffel abgeben.

In der Praxis funktioniert das folgendermaßen:
- Erstens Reduktion des Moderatoren-Wortschatzes auf den eines mäßig begabten Dreijährigen,
- Zweitens das unverschämt dreiste Abnudeln einer sich niemals ändernden Musikauslegeware und
- Drittens die so penetrant häufig in den Äther geblähte Behauptung, einfach der megageilste Mörderlullen-Schuppen aller Zeiten zu sein, bis sich keiner mehr zu widersprechen traut!

Das Endziel ist es schon längst nicht mehr, seine Konsumenten zu unterhalten, sondern vielmehr das so lange gnadenlose Einpeitschen der jeweiligen selbstrefentiellen Werbesprüche, bis auch der letzte Trottel in fehlerfreiem Delirium aufsagen kann, welche Superhits aus welchem Jahrzehnt bei welchen Temperaturen auf welchen Sender laufen, und ob er dabei viel Spaß, gute Fahrt oder mehr Abwechslung versprochen bekommt!

Akzeptieren wir die Realität: Das kreative Radio von einst befindet sich in der Gewalt von Machern, die für dieses Medium und sein Publikum nur noch eine Mischung aus Gleichgültigkeit, Hass und Verachtung empfinden. Aber bevor es Ihnen nicht gelungen ist, dass jeder Tag klingt wie seine eigene Wiederholung, und wir bereit sind, das ewige Rauschen der Leere zwischen Ihren Ohren für einen Superhit zu halten, werden Sie Ihre Geisel nicht freigeben.

In diesem Sinne - gute Unterhaltung. Und herzliches Beileid.
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#30
(17.06.2022, 12:43)JUM schrieb: Antwort vom HR:

... im Jahr 2022 ist ein Radioprogramm undenkbar ohne einen Claim oder ein "Motto", das dem Sender ein "akustisches Gesicht" verleiht und zur Wiedererkennbarkeit beiträgt.

Dazu fällt mir nur eine Rückfrage ein: Warum?


Viele Grüße

96k
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#31
@JUM: Trifft es auf den Punkt. Und als das angefangen hat, habe ich aufgehört, Radio zu hören. Ist schon etwas länger her...

Kalkofe ist ja bei Radio ffn seinerzeit selbst Opfer dieser Entwicklung geworden.

Viele Grüße
Nils
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#32
sorry, aber was mich an Threads wie diesem wirklich erschreckt, ist, dass a) nur in Feindblidern gedacht wird, und b) die Möglichkeiten der neuen Medienwelt und deren Auswirkungen auf das altmodische Radio scheinbar noch gar nicht angekommen sind.

Früher gab es drei UKW-Ortssender, und noch eine Hand voll hörbarer AM-Sender, und das wars. Ich meine, mich als Kind sogar noch daran erinnern zu können, dass es im Radio Sendeschluss gab. Ende der fünfziger wurde zwar auf Mittelwelle die "Musik bis zum frühen Morgen" eingeführt, es hat aber bis Ende der sechziger Jahre gedauert, bis alle UKW-Sender das Nachtprogramm ausstrahlten.

Dass es den Sendern völlig egal war, was die Zuhörer wollten, das war früher schlimmer als heute. Ich kann mich an viele Aktionen erinnern, wo schon in den siebzigern bei den Hörern beliebte Sendungen abgesägt wurden, weil es Differenzen zwischen Moderatoren und Programmdirektoren gab. Und dümmlich war das normale Tagesprogramm auch früher schon, wenn man wirklich gute Musik und wirklich gute Wortbeiträge hören wollte, musste man auch früher schon in die Abendstunden ausweichen, wenn der Plebs vor der Glotze saß, wurde den Radiomachern mehr Freiheit zugebilligt.

Hier bei uns im Westen habe ich sogar manchmal den Eindruck, dass das Radio versucht, mit klassischen Sendeformaten zumindest zu experimentieren - die ehemals abgesägte Professor Bob Show von und mit Götz Alsmann hat z.B. auf WDR4 im Samstag nachmittags Programm einen deutlich erweiterten Platz gefunden, und Guildo Horn probiert ebenfalls samstag nachmittags auf WDR4, die Vibes der Sendung "Diskothek im WDR" aus den siebzigern rüberzubringen.

Dazu kommt noch etwas, was von Euch scheinbar niemand auf dem Schirm hat, das Internet. Ich habe ja trotz meines gesetzten Alters zwei spätgeborene Töchter - für uns war damals das Radio das Medium, aus dem wir unsere Musik holten, zumindest einen großen Teil unserer Musik, schaut Euch mal an, wo die jungen Menschen von heute ihre Musik herholen, und wer davon heute noch Radio hört - Ihr werdet kaum noch jemanden finden.

Das Internet hat gegenüber dem klassischen Radio einen gravierenden Vorteil, der das traditionelle Radio mittelfristig obsolet machen wird, und der nennt sich Rückkanal oder "On Demand". Über das Internet kann man frei bestimmen, WAS man sich anhört, und WANN man es sich anhört. Um die o.g. Sendungen von WDR4 hören zu wollen, muss man sich z.B. nicht mehr samstags vors Radio setzen - man kann sie von den Webseiten der ARD Sender oder aus der ARD Audiothek jederzeit streamen, und teilweise für unterwegs als Podcast runterladen. Wenn man im Auto das Sendegebiet verlässt, läuft der Heimatsender trotzdem weiter, und wenn man unterwegs aufs Klo oder einen Kunden besuchen muss, schaltet man auf Pause und hört danach weiter.

Im Internet gibt es auch keine Beschränkungen bei den Programmplätzen. Das führt a) dazu, dass die offiziellen Radiosender massenhaft Spartenkanäle im Netz haben und b) dazu, dass auch private Anbieter ohne viel Geld eine Chance haben. Ein schönes Beispiel hierfür ist für mich Radio Popstop, das zu großen Teilen von Moderatoren bedient wird, die in der "guten alten Zeit" vom öffentlich rechtlichen Radio trotz Popularität aussortiert wurden. Auf Radio Popstop könnt Ihr gutes altes Radio ohne Jingles haben, wo die Titel zuende gespielt werden und kein Bassgegrummel läuft, wenn der Moderator spricht.

Das heutige Radio ist deshalb so nervig, weil es immer lauter brüllen muss, um zwischen den ganzen Angeboten überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Und natürlich ist auch der Kosten- und Arbeitsdruck massiv gewachsen, es macht schon einen Unterschied, ob drei Programme plus gemeinsames ARD Nachtprogramm betreut werden müssen, oder hunderte von Kanälen und Online-Angeboten. Die meisten Leute, die heute noch normales Radio nutzen, hören Privatfunk mit "dem besten Mix", und die öffentlich rechtlichen Sender passen sich an, weil sie ansonsten noch weniger gehört werden. Es mag ja sein, dass es noch einen hohen Prozentsatz an Radiohörern gibt, das liegt aber hauptsächlich an den ganzen Alten - für Leute unter 30 existiert das klassische Radio überhaupt nicht mehr, vor allem auch deshalb, weil es Dienste wie Spotify oder Amazon Music gibt. Hier gibt es für jede Musik- und Stimmungsrichtung "Radiokanäle", die genau das tun, was Ihr wollt - Musik von Anfang bis Ende spielen und keine nervigen Jingles und Bassuntermalungen drunterzulegen. Podcasts aller Art gibt es auch, gezieltes Auswählen von Musik ist möglich und man kann sich persönliche Playlists zusammenstellen. Wie soll das alte Radio da noch mithalten können ? Stellt Euch mal vor, Ihr hättet damals die Möglichkeit gehabt, Eure Lieblingsmusik überall und jederzeit so aus dem Radio hören zu können, als ob Ihr eine Platte auflegt. Hättet Ihr da noch normales Radio gehört ?

Ich kann nur jedem empfehlen, weniger den kulturellen Weltuntergang heraufzubeschwören, sondern lieber mal zu schauen, was es heutzutage alles gibt. Zu Euren Statements fällt mir wieder mal nur der folgende Spruch ein:

Die Menschen sehnen sich heute nach einer Zeit zurück, in der man sich nach dem gesehnt hat, was heute Realität ist.

in diesem Sinne

Gruß Frank
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#33
Damit hast Du natürlich vollkommen recht, Frank. Lineares Programm, ob Radio oder TV, ist inzwischen aus der Zeit gefallen.

Aber unerträglich ist normales Radio schon, daher mache ich mir schon lange mein eigenes Programm. Oder ich lasse es mir machen.

Ich habe z.B. ein altes Smartphone, das ich für umme bekommen habe, an mein Telefunken HiFi-Studio über AUX angeschlossen. Und schon kann der Ghettoblaster auch digital, Popstop läuft z.B. prima.

Viele Grüße
Nils
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#34
lustig - ich habe einen Logitech Bluetooth Adapter an meinem Telefunken HiFi Studio 1 hängen, höre mit meinem Alltags Smartphone darüber Musik, und nehme sogar manchmal was davon auf Cassette auf. Es hängt allerdings auch noch ein Plattenspieler dran, immerhin hat das "Kofferradio" ja eine eingebaute Phono Vorstufe.

Gruß Frank
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#35
(20.06.2022, 09:36)nick_riviera schrieb: Die Menschen sehnen sich heute nach einer Zeit zurück, in der man sich nach dem gesehnt hat, was heute Realität ist.

Nach totaler Digitalisierung habe ich mich nie gesehnt, ich wusste und weiß die alten Werte zu schätzen.

Die Internet hat insgesamt sicherlich mehr geschadet als es genutzt hat.
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#36
(20.06.2022, 15:35)nick_riviera schrieb: lustig - ich habe einen Logitech Bluetooth Adapter an meinem Telefunken HiFi Studio 1 hängen, höre mit meinem Alltags Smartphone darüber Musik, und nehme sogar manchmal was davon auf Cassette auf. Es hängt allerdings auch noch ein Plattenspieler dran, immerhin hat das "Kofferradio" ja eine eingebaute Phono Vorstufe.

Das kann ich bei meinem HP 800 leider nicht, denn der lockere Riemen ist bei der ersten Test-Kassette nach dem Kauf abgesprungen und den zu wechseln ist ja die Hölle. Ich habe es mir zumindest angeschaut und dann das Ding schnell wieder zugeschraubt. Dieses geschenkte Samsung S4 Mini kann trotz veraltetem Betriebssystem noch Webradio spielen und es paßt eine 64 GB SD-Karte rein. Ein Plattenspieler ist leider zu tief für die Fensterbank, Platte hören, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen, hätte auch was. Big Grin

(20.06.2022, 15:50)Spitzenwitz schrieb: Nach totaler Digitalisierung habe ich mich nie gesehnt, ich wusste und weiß die alten Werte zu schätzen.

Die Internet hat insgesamt sicherlich mehr geschadet als es genutzt hat.

Ich auch nicht - und ich halte die alten Werte auch hoch, Frank ja auch.

Mit den Möglichkeiten gehe ich auch nicht so unbefangen um wie meine Tochter, ich mag z.B. keine Streamingdienste wie Spotify, da habe ich das Gefühl, Big Brother ist beim Musikhören dabei (was ja auch so ist).

Aber dennoch gibt es schon Sachen, die ich gerne nutze. Und auch die junge Generation (zumindest bei mir im Haus) lebt nicht in der totalen Digitalisierung, was sich z.B. in der erstaunlichen Renaissance physischer Medien in dieser Altersgruppe ausdrückt. Streaming ist praktisch für unterwegs, aber man kann es nicht anfassen und sammeln.

Das geht dann so weit, daß meine Tochter sich total über eine originale Nirvana-VHS-Kassette von 1994 freut, weil die echt aus der Zeit ist. Trotzdem ist sie natürlich ständig online, das kann man wohl nicht mehr zurückdrehen. Andererseits ist es auch toll, wenn Freundinnen etwas weiter weg wohnen. Früher konnte man höchstens telefonieren, zum Minutenpreis, fasse Dich kurz - heute kann man so viel Videocall machen, wie man will, sogar mit mehreren.

Ich sehe die Digitalisierung selbst sehr kritisch, aber es ist nicht alles schlecht daran.

Viele Grüße
Nils
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#37
(20.06.2022, 16:13)tk141 schrieb: Aber dennoch gibt es schon Sachen, die ich gerne nutze. Und auch die junge Generation (zumindest bei mir im Haus) lebt nicht in der totalen Digitalisierung, was sich z.B. in der erstaunlichen Renaissance physischer Medien in dieser Altersgruppe ausdrückt

Moin,

Muss jetzt auchmal was zu sagen als jemand aus der "jungen Generation". Es gibt schon ein Comeback aber es ist trotzdem schwirig. Also die ganz Jungen so bis ca. 20 sind doch eher Rah, ich werde in der Schule z.B. trotzdem angefeindet da ich dieses Hobby habe und es gibt soviele Gleichgesinnte das ich sie an der Hand abzählen kann. Also die Plattensammler etc. Sind bei uns meistens die ausgestoßenen und leider nicht der Mainstream also zumindest nicht bei den Teenagern.

Gruß
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Telefunken M203 Studio(Aktuell mangels Riemen nicht funktionsfähig), Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
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#38
naja, ich glaube kaum, dass jemand in der Schule nur dafür angefeindet wird, DASS er ein Hobby hat. Angefeindet oder ausgestoßen werden normalerweise nur die Nerds, die sich über ihr Hobby definieren und allen anderen damit auf die Nerven gehen.

Und was die Renaissance physikalischer Medien angeht - wenn ich bei unserem Saturn die Plattenregale durchblättere, stehen da Typen genau wie ich, angegraut und jenseits der 50, Jugendliche habe ich da noch nie gesehen, und im Umfeld meiner Töchter wird alles mit dem Smartphone gemacht. Und ganz ehrlich, so sehr ich das alte Zeug ja auch mag, kann ich die Jugendlichen verstehen - wenn ich als Jugendlicher derartige Möglichkeiten in einem kleinen Gerät konzentriert gehabt hätte, hätte ich auch nichts anderes mehr haben wollen. Das mit dem Vinyl Hype ist ein wenig wie mit einem alten Benz, im Werbefernsehen fahren hippe junge Leute W123, in der Realität sitzen aber eigentlich immer "graue Jungs" hinterm Steuer, wenn man mal einen auf der Straße sieht.

Was ich immer ein wenig schade finde, ist diese "entweder oder" Denke. Ich habe irgendwann aufgehört, Oldtimer Markt und Co. zu lesen, weil ich diese "Vorzeige Jugendlichen" nicht mehr sehen konnte, während gleichzeitig die typischen Schrauberaktivitäten junger Schrauber negiert oder ignoriert wurden. Auch hier in diesem Thread kommt von dem Dogmatismus eine Menge rüber. Leute, das UKW-Radio oder die Bandmaschine fallen doch nicht sofort beleidigt vom Tisch, wenn ich mal Amazon Music streame. Das einzige, was passieren kann, ist, dass das alte Zeug ein großes Stück von seinem Glanz verliert, wenn man die Möglichkeiten der Gegenwart erstmal für sich entdeckt hat.

Immer dran denken, wir waren auch mal die Jugendlichen, die sich von ihren Eltern überkommene Werte erzählen lassen durften, und deren Eltern mit uns den Verfall des Abendlandes gesehen haben. Lasst uns nicht den selben Fehler machen.

Gruß Frank
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#39
Hallo Frank,

das mit dem Verfall des Abendlandes habe ich von meinem Opa damals auch schon gehört, der Großvater von ihm sagte das damals als Rock around The clock rauskam.
Doch es ist leider so, wenn man nicht den Schönheitsidealen von meinen Klassenkameraden entspricht und sich nicht alle 2 Wochen die Kante gibt und nicht das selbe Sporthobby hat ist man ausgestoßen, und dann sich nicht mit der aktuellen Rap Musik identifizieren, dann ist man noch uncooler, also man wird für seine Hobbys schon ein wenig abgestempelt.
Klar verstehe ich auch die anderen wenn sie Spotify nutzen, Analogtechnik ist ja nicht für jeden das Mittel zur Wahl. Ich selbst nutze für unterwegs auch Spotify und bin auch in der digitalen Aufnahme Technik drinnen und auch im PC Zeug aber trotzdem ist für mich analog hören nochmal etwas ganz anderes.
Deswegen Falls ich was über unsere Generation erzähle bin ich nicht repräsentativ da ich nicht so ganz zumindest so in der Schule der Mainstream bin.

Gruß
Joni
Meine Maschinen sind:
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#40
Hallo zusammen,

natürlich nerven diese ständigen Jingles bei mittlerweile allen UKW- Sendern. AAAber: Es gibt Situationen, da kann man dieser Mode durchaus etwas sehr positives abgewinnen:

Ich hatte mir vor ein paar Wochen für meine Sammlung ein paar alte, russische Militärempfänger aus NVA- Beständen zugelegt. Einer davon (mit Namen "R-323", bzw. seiner russischen Bezeichnung: P-323) ist ein VHF- Empfänger für den Bereich 20MHz - 100MHz. (wer sich für dieses Gerät interessiert, siehe z.B. hier: https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=14578)

Mit diesem Ding und einer 1,7m langen Kulikow- Antenne (also direkt im Zimmer, keine Außenantenne !) habe ich letzten Freitag (ca. 9:00 - 15:00) am Standort 100km südöstlich von Berlin sage und schreibe 103 UKW-Rundfunksender (!!) im Frequenzbereich 87,6MHz - 102,8MHz empfangen können. Darunter waren immerhin 67 deutsche Sender. Da es lt. Wikipedia ja unheimlich viele, kleine Füllsender gibt welche auf der gleichen Frequenz arbeiten, war es wirklich sehr hilfreich, das diese sich per Jingle zu erkennen gaben. Offiziell ist das Gerät bis 100MHz spezifiziert, empfängt aber bis 102,8MHz. (Ließ sich anhand des Jingles der "Lausitzwelle" einwandfrei nachweisen  Big Grin)

Also, in diesem speziellen Fall war ich für die Eigenwerbung der Sender sehr dankbar. Und wenn der "Meteor" läuft (R-313), erkunde ich auch noch das restliche Band bis 108MHz. Nicht auszudenken, was da mit einer drehbaren UKW- Yagi alles ankommt...

Empfangsbereite Grüße,  Rainer

PS: wer sich über die Senderfülle wundert: Natürlich kommen viele Sender mehrmals, allerdings auf verschiedenen Frequenzen und dann auch von verschiedenen Orten. Beispiel: MDR Jump:

89,0MHz-   Hoyerswerda, 0,5kW
90,1MHz-   Dresden- Wachwitz, 100kW
91,8MHz-   Löbau, 5kW
101,6MHz- Wittenberg, 100kW

ich denke, das erklärt es...
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#41
Hallo Rainer,
wie ist die Empfangsleistung einer solchen Kulikow-Antenne im Vergleich zu einem Standard-T-Dipol aus 240 Ohm-Leitung?
VG Jürgen
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#42
Da es sich im Wesentlichen um ein bei Gebrauch gestrecktes Drahtstück handelt,
wirkt sie,
wenn man ihr eine elektrische Referenz-Ebene spendiert, wie ein halber Dipol für lambda/4 = Länge (1,5 m, entsprechend einer Frequenz von 50 MHz).
Ohne Referenz-Ebene wirkt sie wie ein unangepaßter lambda/2-Draht bei 100 MHz, am Ende angeschlossen.

MfG Kai
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#43
...und dazu kommt noch, dass es sich bei einer Kulikow um einen Rundstrahler handelt, die hat also keine Vorzugsrichtung. Somit wirklich nicht optimal, wenn man auf die Jagd nach Frequenzen geht, welche sich quasi- optisch verhalten. Daher war bei den Geräten für höhere Frequenzen (wie eben dem Meteor) auch eine schwenkbare Dipolantenne auf einem drehbaren Mast mit im direkten Zubehör, siehe hier: http://www.rwd-mb3.de/ntechnik/pages/r313.htm

Grüße, Rainer
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