Aufnehmen und Digitalisieren von Tonbandaufnahmen mit Grundig Mono-Geräten
#1
Hallo!

Wahrscheinlich geht es einigen Tonbandfreundinnen (ja selten) und Tonbandfreunden häufig so wie mir. Wie war das noch mit den Eingängen und Ausgängen bei alten Mono-Röhrengeräten von Grundig? Und wie stellt man Kompatibilität mit einem Interface zur Digitalisierung sowie mit "modernen" Mikrofonen über einen Vorverstärker her?

Ich hatte mir einen kleinen Spickzettel am Beispiel eines Grundig TK 19 angefertigt. Der ist jetzt etwas gründlicher und schöner mit Fotos geworden.

Falls Interesse besteht: Hier ein Link direkt auf das PFD.

https://stompology.files.wordpress.com/2...uni-22.pdf

Über Ergänzungen und Hinweise freue ich mich natürlich.

Schöne Pfingsten und Grüße aus dem Norden

Christian

Update: Ergänzung vom 7. Juni 2022 entsprechend der Diskussion:

https://stompology.files.wordpress.com/2...i-2022.pdf
Drummer machen Fehler, die meistens laut sind. www.stompology.org
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#2
Hallo Christian,

danke für das zu Verfügung stellen des Spickers, er ist umfangreich genug also habe nichts mehr hinzuzufügen.
Also hast du gut gemachtSmile

Viele Grüße
Joni
Meine Maschinen sind:
Revox A77 MKIII Dolby, Telefunken M203 Studio(Aktuell mangels Riemen nicht funktionsfähig), Telefunken KL65(Von meinem Opa, überholungsbedürftig) Uher Report 4000-L, Uher Royal De Luxe, Grundig TK 248 HIFI
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#3
Hallo Joni,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Freut mich.

Wie ich sehe, hast du ein Telefunken KL65. Da ist es dann wahrscheinlich wieder ganz anders mit den Anschlüssen.

Viele Grüße aus dem Norden

Christian
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#4
Hallo Christian,

noch ein Tipp: Bei Grndig-Geräten würde ich für die Aufnahme von Signalen vom Computer die Phono-Buchse nutzen. Mit den heutigen Phono-Buchsen von Verstärkern hat sie nichts zu tun und ist deutlich nähert am Line-Pegel als der Radio-Eingang.

Auf jeden Fall eine schöne Sache!


Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: Teac A3300-2T, Uher 4000 L, RFZ T2221, Revox A77 Dolby, Revox A36, Grundig TK 8, Grundig TK 35, Grundig TK 41
Viertelspur: Sony TC-366, Sony TC-377, Uher Variocord 263, Revox F36
Vollspur: Revox T26, Vollmer MTG-9
--
Lieblings-Bandsorten (Modern): PER-368, PER-528, Orwo 106, PEM-468, LPR-35
Lieblings-Bandsorten (Vintage): Orwo 120/113, BASF LGS 26/35, Agfa PE31/PE41, Agfa PE36/PE46
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#5
Hallo Alexander,

danke dir für den Hinweis! Das probiere ich aus und werde das in die kurze Anleitung übernehmen. Kann ein bis zwei Tage dauern, bis ich dazu komme.

Viele Grüße
Christian
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#6
Hallo Alexander,
du hast zwar Recht, dass die Phonobuchse einen Pegel in der größenordnung des Line-Pegels erwartet, aber: Pegel ist nicht alles!
Der Eingangswiderstand der Phonobuchse ist sehr hoch, nämlich rund 1 Megaohm. Sie war vorgesehen für Kristall-Tonabnehmersysteme, und diese wollten das so. Benutzt man die Phonobuchse wie von dir empfohlen, kommt es, je nachdem wie hoch der Ausgangswiderstand der Tonquelle ist, in Verbindung mit der Kabelkapazität zu einer mehr oder weniger starken Dämpfung der hohen Frequenzen.

Hallo Christian,
ja, probiere es aus und achte dabei auf die Höhenwiedergabe. Die ist mit dem TK 19 sowieso nicht gerade gut, sie sollte also nicht zusätzlich beeinträchtigt sein.

Deinen Handzettel finde ich hervorragend gemacht und gestaltet. Allein schon die Titelgrafik imponiert mir, sehr schick!

VG Stefan
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#7
(07.06.2022, 09:08)Vollspurlöschkopf schrieb: du hast zwar Recht, dass die Phonobuchse einen Pegel in der größenordnung des Line-Pegels erwartet, aber: Pegel ist nicht alles!
Der Eingangswiderstand der Phonobuchse ist sehr hoch, nämlich rund 1 Megaohm. Sie war vorgesehen für Kristall-Tonabnehmersysteme, und diese wollten das so. Benutzt man die Phonobuchse wie von dir empfohlen, kommt es, je nachdem wie hoch der Ausgangswiderstand der Tonquelle ist, in Verbindung mit der Kabelkapazität zu einer mehr oder weniger starken Dämpfung der hohen Frequenzen.

So isses, daher habe ich die "Phono" Buchse meiner TG 1000 entsprechend modifiziert.
siehe hier

https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid278467
https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid278524

Gruß, Jan
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#8
Hallo und Danke für die Rückmeldungen.

Ich habe die Aufnahme von YouTube Musik aus dem Computer mit der Buchse "Platte" ausprobiert. Erstaunlich: Nach meinem Eindruck kommt etwas weniger Bass und dafür sind die Mitten und Höhen sehr transparent. Nicht unangenehm. Aber ich muss es noch mal mit einem Kabel mit eingelöteten Stereo auf Mono Widerrständen probieren. Das liegt aber zur Zeit im Büro. :-) Teste ich morgen.

Die Anleitung habe ich jetzt um 2 Seiten ergänzt: 1 Seite Original Grundig Beschreibung der Buchsen mit einer Darstellung der Buchsen-Pin-Belegungen und 1 Seite "Aufnehmen von Musik aus dem Computer-Audio mit der Buchse "Platte". Zu beachten ist, dass die frühen TK 19 Geräte dann mit dem rechten Drehregler ausgesteuert werden müssen.

Das neue PDF (Anleitung) verlinke ich auch im Ausgangsbeitrag.

https://stompology.files.wordpress.com/2...i-2022.pdf

Es folgt demnächst noch eine Ergänzung zum Mithören über die seltsame Buchse "Kleinhörer". Das geht mit einem Vorverstärker an der Buchse tatsächlich auch laut. :-)

Viele Grüße

Christian
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#9
Hallo Christian,

genau, einfach mal ausprobieren! Bei meiner TK8 und TK35 ist der Frequenzgang von Radio und Phono tatsächlich gleich, bei beiden bildet sie die Höhen bei Aufnahmen in 19 cm/s perfekt ab.

Zur Lautsprecher-Buchse sei noch gesagt, dass sie auf einem Pin ein verstärktes Signal und auf einem Pin ein unverstärktes ausgibt. Wenn du statt Pin 1 einmal Pin 3 ausprobierst, bekommst du ein deutlich lauteres Signal und kannst dir den Vorverstärker sparen. Aber Vorsicht, die Lautstärke an der Grundig sollte nicht allzu hoch eingestellt sein, weil hier wirklich ein Signal mit Lautsprecherpegel rauskommen kann. Wenn man die Lautstärke knapp unterhalb der 1 stehen hat, bekommt man nach meiner Erfahrung die besten Ergebnisse direkt am Eingang des Interface. Auch hier gilt: Ausprobieren! Ebenso bietet auch die Radio-Buchse neben dem Eingangs- auch ein Ausgangssignal an. Das ist allerdings so schwach wie der Eingang dort, daher eher nicht zu empfehlen.


Schöne Grüße
Alexander
Halbspur: Teac A3300-2T, Uher 4000 L, RFZ T2221, Revox A77 Dolby, Revox A36, Grundig TK 8, Grundig TK 35, Grundig TK 41
Viertelspur: Sony TC-366, Sony TC-377, Uher Variocord 263, Revox F36
Vollspur: Revox T26, Vollmer MTG-9
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Lieblings-Bandsorten (Modern): PER-368, PER-528, Orwo 106, PEM-468, LPR-35
Lieblings-Bandsorten (Vintage): Orwo 120/113, BASF LGS 26/35, Agfa PE31/PE41, Agfa PE36/PE46
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#10
Hallo zusammen!

Habe jetzt die Radio-Buchse und die Phono (Platte) - Buchse unter gleichen Bediengungen mit dem selben Lied getestet. Mit der Radio Buchse ist der Klang im Volumen sogar für meine müden Ohren größer. Deutlich mehr Bass. Höhen und Mitten wie beim Aufnehmen über die Buchse "Platte". Daraus lässt sich aber wohl nicht schließen, dass das bei allen sehr alten Grundig Geräten (selbst innerhalb der Baureihen des TK 19) so sein wird.

Nebenbei: Zum Klang lässt sich bei meinem Exemplar des TK 19 sagen, dass es mit einer externen Box ("Goodmans of England" oder Telefunken aus der Zeit) ganz ordentlich "Bums" hat.

Mit letzten (Rechtschreibung-) Korrekturen hier jetzt die Anleitung mit beiden Möglichkeiten (Buchse Radio und Buchse Platte) bei Aufnahmen eines Computer-Audios

https://stompology.files.wordpress.com/2...i-2022.pdf

Ich danke Eure Hinweise und zahlreichen Anregungen.
Alexander, das mit dem Lautsprecherausgang werde ich demnächst ausprobieren.

Viele Grüße

Christian
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#11
Hallo Christian,
Super Anleitung und sehr liebevoll gemacht!, ich finde es immer schön, wenn sich jemand richtig Mühe gibt, damit auch nicht so versierte Anwender einen guten Einstieg bekommen (und man selbst lernt dann manchmal auch noch etwas ;-)

Eine Sache ist mir noch aufgefallen…leider sehr spät und es ist vielleicht auch nicht so wichtig:
Beim Uphoria aktiviert die Taste „PAD“ ein passives Dämpfungsglied und senkt den Pegel. Leider gibt es bei Behringer keine Info über der Grad der Dämpfung, aber im Studio sind es oft -20 dB.
Du hast es mit „extrem tiefen Tönen“ bzw. „ Störungen“ beschrieben .. das könnte etwas verwirren bzw. falsche „Hoffnungen“ bzgl. der PAD - Funktion wecken.

Beste Grüße
Wilhelm
Wir lösen ständig nur Probleme die wir ohne uns nicht hätten
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#12
Hallo Wilhelm, freut mich sehr.

Bei der PAD Funktion des Behringer Interfaces dachte ich bisher, dass sie (auch) die sehr tiefen Frequenzen abschneidet. Wie ein Low Cut Filter. Gut, dass ich daran jetzt nicht mehr glaube. :-) Es ist eben nur ein "Insgesamt-Level" Dämpfer. Habe das eben nochmals probiert.

Zur "Kleinhörer Buchse" möchte ich noch sagen, dass sie beim Digitalisieren meiner Schlagzeugaufnahmen mit dem TK 19 ein sehr klares Signal liefert. Ich muss nur den Eignagspegel am Interface entsprechend (kurz vor Rot) aufdrehen. Das Signal ist störungsfreier, als das Signal aus dem Lautsprecher Ausgang. Jedenfall bisher. Den "Kleinhörer" Ausgang kann man mit einem kleinen Verstärker auch prima zum Mithören (der Signale, die aufgenommen werden) nutzen. Das ist ja bei den TK 19 während einer Aufnahme nicht möglich sonst. Genauer gesagt nur sehr leise, wenn kein Verstärker angeschlossen ist.

Viele Grüße

Christian
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#13
Hallo Christian,
mit den Ausgangsbuchsen verhält es sich ganz einfach:
Das (sehr große) Ausgangssignal des Wiedergabe- bzw. Aufnahmeverstärkers führt...
1) ...über einen Widerstand von 220 kiloOhm in Reihe zur Kleinhörerbuchse (Pin 1, Masse ist wie immer 2). Und zwar immer, sowohl im Aufnahme- als auch im Wiedergabebetrieb. Daher ist hier auch Mithören vor Band bei der Aufnahme möglich.
2) ... über einen Spannungsteiler mit 150kOhm (Reihenwiderstand) und 10kOhm (Parallelwid. nach Masse) heruntergeteilt zum Ausgangspin (3) der Radiobuchse. Allerdings nur während der Wiedergabe.

3) ... geräteintern zur eingebauten Endstufe (bei Wiedergabe) oder zum Tonkopf (bei Aufnahme). Das nur der Vollständigkeit halber.

4) Die Buchse "Ausgang" ist nichts anderes als die Buchse für Zweitlautsprecher. Also Signal nach Endstufe. Das sollte man natürlich zu keinem anderen zweck verwenden, denn es enthält die Verzerrungen und das Rauschen und Brummen der Endstufe.

VG Stefan

Der Radio-Ausgang ist also der DIN-gemäße Ausgang, den Kleinhörer-Ausgang kann man in etwa als Ausgang ähnlich der Cinch-Norm betrachten.
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#14
Hallo Stefan,

dann muss die Anleitung "Analoge Aufnahmen digitalisieren" jetzt korrigiert werden. Die Verbindung ist also über die "Radio Buchse" (2. Buchse) herzustellen. Eventuell alternativ über die Buchse "Kleinhörer".

Vielen Dank! Damit erklären sich die manchmal heftigen Störungen im "Grundpegel" beim Digitalisieren.

Ich habe inzwischen öfter die Schlagzeugaufnahmen über eine Box am Tonbandgerät wiedergegeben und dann zur Rettung des typischen Klanges eines alten Röhrengerätes mit einem hochwertigen Neumann Mikrofon zur Publikation der Grooves im Internet digital aufgenommen. Da kommt dann der "Schmutz" (den ich ja auch will) mit in die digitale Aufnahme. Aber über das Lautsprechersignal war selbst mir das mit dem "Schmutz" zu heftig. :-)

Danke nochmals und Grüße und ich hoffe, ich ziehe aus deiner Antwort die richtigen Schlussfolgerungen
Christian
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#15
Gestern und heute nochmals alles ausprobiert mit den Anschlüssen, dem Aufnehmen, Digitalisieren und dem Anschließen von weiteren Geräten an ein Grundig TK 19.

Nun ist die Anleitung sachlich berichtigt und es gibt Ergänzungen: Aufnehmen mit Grundig Mikrofonen ohne externen Vorverstärker, Aufnehmen des analogen Klanges über einen externen Lautsprecher zur Digitalisierung, einfaches Setup für Mithören und Abhören und ein kleines Setup zum live Aufnehmen eines Schlagzeugs.

https://stompology.files.wordpress.com/2...sieren.pdf

Der Sonntag ist fast vorbei. Ich gehe jetzt noch mal ein wenig in die Natur und denke über alte Rumpel-Geräte nach. :-)

Viele Grüße und vielen Dank für die Richtigstellungen und Anregungen. Sicher ist immer noch nicht alles 100%.

Christian
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