Restaurierung JVC Nivico TDR 2044U
#1
Moin zusammen.

Ich schrieb' es ja im Vorstellungs - Thread bereits .. ich bin neu hier in der munteren Runde und möchte mal  - wie man im Norden so sagt - ein bisschen mit Euch "schnacken"! 

Wie ich adhoc auf die Tape-Recorder-Liebe gestossen bin und was ich sonst so für ein Vogel bin, steht natürlich ebenfalls hier. 

Eines meiner aktuellen Projekte ist ein JVC Nivico TDR 2044U von ca. 1970. 

In lockerer Folge würde ich gern den Restaurierungsfortschritt dieses ehrwürdigen Vintage-Spielautomaten beschreiben, obwohl ich gesehen habe. dass das Forum hauptsächlich mit z.B. hochwertigen, edlen Revox- , Akai-, Teac- und Pioneer-Schätzen bestückt ist. 
Nehmt meine Berichte dann einfach mit einem mitleidigen Lächeln oder einem schadenfrohen Schmunzeln mit. Würde mich auch freuen. Big Grin

Gekauft habe ich die ranzige Lady in der Bucht (150,00€ ink. Versand bis 31,5 Kg) und natürlich war das Gerät im Schrottzustand. 
Das war aber auch so gekennzeichnet und nach solchen Herausforderungen suche ich ja auch.

       

Das Gehäuse muss natürlich komplett neu zusammengesetzt werden und ich werde es zusätzlich verstärken, denn durch das hohe Eigengewicht der Technik (knapp 30 Kg) ist jede Art von Erschütterung oder Torsion blanker Selbstmord für das über 50 Jahre alte Holzgehäuse. Das ist noch am Werden, später mehr.

Die Technik habe ich erstmal vorsichtig aus dem Wrack geschnitten, ein neues Netzkabel inkl. Schutzerde eingelötet und nach kurzer optischer Prüfung zusammengestöpselt. Pfiffigerweise ist der mechanische und der elektrische Teil mehr oder weniger strikt getrennt, z.B. lässt sich der Vorverstärkerteil auch autark betreiben. Prima beim Prüfen.

   

Das Laufwerksteil (noch von Viktor) ist aus massivem Guss gedengelt, der Rest ist blanker Stahl. Wickeltellerabdeckung ist aus gebürstetem Edelstahl. Die Japaner wollten damals offensichtlich kein Risiko eingehen, was Qualität betrifft. Öl aufgefüllt (hab' Feinmechanikeröl genommen,
was anderes hatte ich nicht da & besser als nix..) / los ging's.

Vor- und Rücklauf liefen gleich mit Vollgas los, alle Tasten funktionierten. Der Capstan-Hauptriemen fehlte. Ausgemessen, neuen bestellt. 
Er ist vorgestern gekommen und Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie glücklich ich war, als die erste Musik aus den Speakern tönte!   Cool 
Auch wenn es Grusel-Volksmusik aus den 70ern war, die irgendjemand auf das olle Band eingebrannt hat! 
Ich liebe plötzlich Volksmusik!  Big Grin

Aktueller Stand also .. Kiste rennt soweit! 

Das Knistern & Ploppen auf einem Kanal habe ich - auch dank des offenbar EINZIGEN öffentlichen Schaltplans auf dieser Welt (zu finden HIER im Tonbandforum! Danke an Kollege @Lichtis an dieser Stelle ) - schnell gefunden. Ein kleiner Tantal-Elko im linken Ausgangsverstärker war tot & hatte Gleichspanungsanteile nach Lust & Laune durchgehämmert & dadurch den Kreis alle 3-10 Sekunden kurz kollabieren lassen.

   

Neu bestellt, kommt nächste Woche. Sowas hab' ich hier nicht rumliegen. Meine E-Werkstatt muss ich erstmal so nach & nach wieder aufrüsten.

Ein paar Zwischenstands-Pics von dem Monster und wenn es Euch gefällt, werde ich gern weiter berichten.


                                             


Schönes Wochenende einstweilen.
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#2
Zitat : ....obwohl ich gesehen habe. daß das Forum hauptsächlich mit z.B. hochwertigen, edlen Revox- , Akai-, Teac- und Pioneer-Schätzen bestückt ist
Nun stell mal Dein Licht nicht soweit unter den Schemel. Du hast da was ziemlich feines an Land gezogen, was ganz
nebenbei auch noch relativ selten ist. Ich kann mir vorstellen, daß es hier im Forum einige gibt, die mit Sicherheit
ziemlich glücklich wären, so ein Maschinchen zu besitzen. Will mich da garnicht ausnehmen.
Deshalb gutes Gelingen bei der Instandsetzung.

Jürgen
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#3
Hallo, willkommen hier im Forum. 
Ich schließe mich Jürgen an.
Könntest du event. paar schöne Bilder von den Köpfen machen?, mal sehen wie die so sind.

Gruß - Theo
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#4
(08.05.2022, 13:19)Doc.Order schrieb: Zitat : ....obwohl ich gesehen habe. daß das Forum hauptsächlich mit z.B. hochwertigen, edlen Revox- , Akai-, Teac- und Pioneer-Schätzen bestückt ist
Nun stell mal Dein Licht nicht soweit unter den Schemel. Du hast da was ziemlich feines an Land gezogen, was ganz
nebenbei auch noch relativ selten ist. Ich kann mir vorstellen, daß es hier im Forum einige gibt, die mit Sicherheit
ziemlich glücklich wären, so ein Maschinchen zu besitzen. Will mich da garnicht ausnehmen.
Deshalb gutes Gelingen bei der Instandsetzung.

Jürgen

Moin Jürgen. Vielen lieben Dank für Dein nettes und aufmunterndes Feedback. Shy
Ein Gerät aus der Zeit bekommt man eigentlich immer wieder zum Laufen (das gilt z.B. auch für Autos aus der Ära). Erst als man - zunächst mit einfachen TTL-Verknüpfungen und OP-Verstärker-Chips, später dann (ca. Anfang der 80er) mit teilweise abenteuerlichen "Mikroprozessoren" - versucht hat, dem allgemeinen Trend nach mehr Komfort, Automatisierung, aber auch ordentlich Blink-blink gerecht zu werden, wurden natürlich auch die Reparaturen komplizierter.

Die alte JVC-Diva jedenfalls schein eine gute Basis zu haben. Was ich bisher so gehört habe (hab' ja zurzeit nur einen Kanal zur Verfügung, den Elko habe ich mir vom anderen Kanal "geliehen"), hat das Teil einen kraftvollen, kristallklaren Klang. 
Ich bin gespannt ..

Edit:
Moin, Theo. Danke Dir ebenfalls für Deine Antwort.
Anbei ein paar Fotos von den 4 Köpfen. Sind nur mal gerade 10 Jahre jünger als ich .. das sieht man halt. *Hust  Confused


               
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#5
Hallo Jürgen, gute Bilder, und auch noch gute Köpfe. Die müssen natürlich mal richtig gesäubert werden.
Aber das wirst du selber auch wissen.

Auf jeden Fall ist die Maschine den Aufwand wert.

Gruß - Theo
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#6
(08.05.2022, 15:43)Onkel Theo schrieb: Hallo Jürgen, gute Bilder, und auch noch gute Köpfe. Die müssen natürlich mal richtig gesäubert werden.
Aber das wirst du selber auch wissen.

Auf jeden Fall ist die Maschine den Aufwand wert.

Gruß - Theo

Jupp, Theo - sehe ich genauso. Und ich muss mich entschuldigen, an der Stelle habe ich auch noch nicht feucht durchgewischt. Sick
Um die Köpfe kümmere ich mich bald. 
Zwischendurch geht es an das Gehäuse. Spachteln, Kleben, etc.. Dann müssen die Löcher von den hässlichen Tragegriffen kaschiert werden. Da kommen Lüftungsgitter hin. Dann wird mattschwarz foliert und umgeleimt. Aber erst ganz zum Schluss. 

           

Die Stabilität funktioniert bei dem Gerät nur im Zusammenhang. Ohne feste Verbindung zum Chassis hat selbst das Multiplex-Gehäuse keine Chance, andersrum auch nicht. Du darfst nirgendwo anecken, nichts darf sich verkeilen etc, es muss saugend und schmatzend liegend und dann von oben vorsichtig heruntergelassen werden und dann schnell alle Schrauben rein und zumindest fixen.. Hab' das hier schon paarmal simuliert. 27 Kg verzeihen keine Fehler. Cry
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#7
Hallo Claus,

das ist ja mal eine interessante Maschine.
31,5kg für einen 18cm-Spuler ist schon heftig.
Interessant finde ich die konsequente Trennung von Laufwerk und Elektronik; gefällt mir sehr gut.
Da hatte jemand mitgedacht.
In der Beschreibung steht etwas von Synchronmotor als Capstanantreiber.
Hat der einen Rotor mit Permanentmagneten?

Gruß, Jan
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#8
Hallo Jürgen, hast du mal über neu Furnieren nachgedacht. Das wäre wahrscheinlich weniger Aufwand und viel besser im Ergebnis.
Einen Schreiner deines Vertrauens wirst du doch wohl haben.

Beim feucht durchwischen muss du aber den Meister Propper nehmen, der riecht besser [Bild: wink.png]

Frage, wovon sind die Styropor Kügelchen??

Gruß - Theo
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#9
(08.05.2022, 19:20)Ferrograph schrieb: Hallo Claus,

das ist ja mal eine interessante Maschine.
31,5kg für einen 18cm-Spuler ist schon heftig.
Interessant finde ich die konsequente Trennung von Laufwerk und Elektronik; gefällt mir sehr gut.
Da hatte jemand mitgedacht.
In der Beschreibung steht etwas von Synchronmotor als Capstanantreiber.
Hat der einen Rotor mit Permanentmagneten?

Gruß, Jan

Oh ja, Jan .. je mehr ich an dem Geräte rummfummel hier, desto mehr Respekt bekomme ich vor den japanischen Ingenieuren! Und vor den Leuten, die das auch noch alles zusammenbauen mussten! Was ein Aufwand wurde da getrieben! Absolut irre!

 Völlig undenkbar heute, das könnte kein Mensch mehr bezahlen. Wobei .. 3.000 Mark in 1970 sind nach heutiger Kaufkraft schlappe 5.000€. .. dafür kriegt man nicht mal einen gebrauchten VW Polo. Und der macht auch nicht so viel Spass. Confused
Den Motor habe ich nicht angerührt und man sieht auch nicht viel. Ob der Rotor mit Magneten bestückt ist, weiss ich nicht. Von aussen ist jedenfalls nix magnetisch & die Welle ist's auch nicht.
Leider  -  das hat der andere Forumskollege ja auch schon geschrieben - ist eine vollständige Service - Doku für das Gerät entweder japanisch gelettert oder überhaupt nicht mehr verfügbar. Daher gehe ich bei dem seltenen Schatz auch ganz vorsichtig vor. Angel

@Theo.... Claus bin ich, Jürgen war der andere Kollege  Smile
Jaoh, Furnier aufbügeln inkl. Umleimer. Habe ich auch schon drüber nachgedacht und mache ich bei einer der nächsten Maschinen vielleicht auch mal. Wobei ich dieses 70er Holz-Zeugs gruselig finde. Da komme ich dann in Konflikt mit einem (bei z.B. Sammlern) geforderten Originalitäts-Anspruch. Wie bei allen Oldtimer-Restaurierungen...
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#10
Update ... Tantal-Elko für den Vorverstärker ist gekommen, eingelötet, die Geräteteile 1x feucht durchgewischt von innen, alles zusammengestöpselt uund ... yess! Löppt! 
Aufnahme auch.  Cool

https://www.youtube.com/watch?v=A86OnoJ-06A

Puuuh, eine Sorge weniger. Smile
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#11
Wofür sind die 4 Köpfe gut?
Sind das 2 unterschiedliche Löschköpfe?

Gruß, Jan

Frage habe ich mir schon beantwortet:
https://www.hifi-wiki.de/index.php/JVC_TRD-2044_U

Der angegebene Frequenzbereich bei 9,5 cm/s ist ja nicht gerade HIFI verdächtig.
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#12
(12.05.2022, 20:04)janbunke schrieb: Wofür sind die 4 Köpfe gut?
Sind das 2 unterschiedliche Löschköpfe?

Gruß, Jan

Frage habe ich mir schon beantwortet:
https://www.hifi-wiki.de/index.php/JVC_TRD-2044_U

Der angegebene Frequenzbereich bei 9,5 cm/s ist ja nicht gerade HIFI verdächtig.

9,5 ist auch Sprachlabor.. [Bild: 1f922.png]
Ansonsten macht der Dino mittlerweile einen ganz guten Job. Vielleicht schmeisse ich noch alle Elkos raus. Beim Ausschalten macht er jedes Mal  ein interessantes, kurzes Geräusch, so ein abklingendes Rauschen .. als ob die Elektronen einzeln von den Platten flüchten oder im Elektrolyt ersaufen.[Bild: smiley70.gif]
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#13
..Update: .. die Nivico rennt soweit. Das Gehäuse noch komplett neu geleimt, verschraubt, stabilisiert, von innen & aussen neu tapeziert und dann rein mit der schweren Technik.

                           

Ich brauch' mal bisschen Platz in meiner Kellerwerkstatt-Gruft, deshalb stelle ich paar Geräte erstmal beiseite.

   

Hinten das Sony-Baby TC-366 ist durchrepariert & geht erstmal in die Reserve, mit dem Sony TC-580 mache ich später weiter, da sind nur noch paar Einstellarbeiten nötig und die Potiknöpfe fehlen noch. Eilt nicht.

Weiter geht erstmal mit meinen ASC's (5000-2 & 5000-4), die sind auch fast feddisch, bei einem war der 100 Ohm-Trimmer in der Motorbrücke hinüber, der andere hat noch Kontaktprobleme bzw. Dreck in den Potis & macht Stress bei der Aufnahme..

   

Ausserdem ist mir heute noch eine ASC 6000 - Maschine zugeflogen, die ist total verdreckt, Potis kratzen & VUs haken, läuft aber. Wird ein schönes Projekt, freue ich mich schon drauf. 

   

..aber da mache ich noch extra Threads auf.

Frohes Löten weiterhin hier[Bild: smiley106.gif]
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#14
Hallo PAM,
der gefiel mir sehr gut, Dein Restaurierungs-Bericht. Und vor allem die tollen Bilder! Danke dafür.

Eine kleine Frage habe ich zur linken, dicken Umlenkrolle. Die ist rein zylindrisch, ohne Höhenführung, und die Höhenführung wird durch den Bandfühlhebel erreicht? Sieht jedenfalls so aus. Und hängt da unten noch etwas dran, z.B. das relativ winzige Zählwerk? Ich finde solche konstruktiven Details immer wieder interessant.

MfG
Binse
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#15
(15.05.2022, 09:03)Selbstbauer schrieb: Hallo PAM,
der gefiel mir sehr gut, Dein Restaurierungs-Bericht. Und vor allem die tollen Bilder! Danke dafür.

Eine kleine Frage habe ich zur linken, dicken Umlenkrolle. Die ist rein zylindrisch, ohne Höhenführung, und die Höhenführung wird durch den Bandfühlhebel erreicht? Sieht jedenfalls so aus. Und hängt da unten noch etwas dran, z.B. das relativ winzige Zählwerk? Ich finde solche konstruktiven Details immer wieder interessant.

MfG
Binse

Moin Binse.
Also, das Zählwerk wird per Riemen-Rolle-Riemen (vertikal) von linken Wickelmotor angetrieben.
Die dicke Umlenkrolle ist 1:1 mit der riesigen Schwungmasse im Inneren per Achse verbunden. Die fette Hantelscheibe ist sonst für nix gut, so wie ich sehe. 

Der Bandfühlhebel hängt an einer Rundfeder und tanzt je nach Zugbelastung durch das Band hin- und her.
Irgendwie alles ziemlich primitiv. Aber robust. Und schei*** schwer!  Big Grin

   
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#16
Vielen Dank für die Antwort!
Das ist ja mal ein originelles Konzept für eine fette Bandberuhigungsrolle. Das Lager muss ja wohl schon ziemlich leichtgängig sein. Und nach dem Umspulen läuft es dann sicherlich noch eine Zeitlang weiter ...

MfG Binse
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#17
(15.05.2022, 20:52)Selbstbauer schrieb: Vielen Dank für die Antwort!
Das ist ja mal ein originelles Konzept für eine fette Bandberuhigungsrolle. Das Lager muss ja wohl schon ziemlich leichtgängig sein. Und nach dem Umspulen läuft es dann sicherlich noch eine Zeitlang weiter ...

MfG Binse

Jo, mit anständigen Lagern haben die nicht gespart. Hier isset:

   

Die Motorlager haben ja alle ihren eigenen Vorratsbehälter. Hab' ich erstmal ordentlich nachgekippt![Bild: smiley107.gif]

   

Und ja, die Alurolle vorne hat so ihr Eigenleben ... die macht, was sie will, stört aber auch nicht.
Übrigens spult das Höllenmonster gigantisch schnell um. Dá ist Power ohne Ende hinter.
Ich mach' demnächst mal ein anständiges Restaurierungsvideo plus Einweisung, wie das eigenartige Teil bedient wird. 
Für die Nachwelt! [Bild: 1f606.png]
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#18
Die Maschine ist wirklich sehr wertig verarbeitet und auch die optische Gestaltung gefällt mir ausnehmend gut. Das fette Gußchassis hatten spätere JVC/VICTOR Bandgeräte nicht mehr zu bieten.

Gruß, Frank
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#19
(15.05.2022, 22:05)moxx schrieb: Die Maschine ist wirklich sehr wertig verarbeitet und auch die optische Gestaltung gefällt mir ausnehmend gut. Das fette Gußchassis hatten spätere JVC/VICTOR Bandgeräte nicht mehr zu bieten.

Gruß, Frank

Moin Frank.
Ja, der Aufwand für die Maschine muss 1970 immens gewesen sein. Was da allein an unterschiedlichen Materialien verbaut wurde, wie akribisch jedes noch so kleine Detail geplant, konstruiert und dann um- und eingesetzt wurde. 
Ich bin immer wieder fasziniert, was in Zeiten von Reissbrett und Rechenstab alles machbar war. . obwohl ich selbst gerade noch so aus der Zeit komme. Die Maschine ist ein bestaunenswertes Dokument feinster japanischer Elektro- und Maschinenbau - Ingenieurskunst... in einer Zeit, als der Rest der Welt lieber Joints rauchte & dabei In-a-gadda-da-vida hörte  Big Grin
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#20
Danke für den Link, Claus!

Ich war dann wieder mal kurz auf einer 17 Minuten 5 Sekunden Zeitreise...
Gruß
Rainer


Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser. (Sokrates)
Zusatz: der Kluge gibt solange nach, bis er selbst der Dumme ist. (Walter Kempowski)
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#21
Dafür ist "Maschine" das richtige Wort, denn "Tonbandgerät" trifft es nicht im Ansatz.

Mich würde nicht wundern, wenn der Konstrukteur seinerzeit auch für eine Traktorenfirma tätig war. Wink
Da wurde auch alles aus dem Vollen geschnitzt, auf logische Zusammensetzung und leichte Demontage der Baugruppen geachtet.
Allein die Trennung von Mechanik und Elektronik ist ja schon eine konstruktive Leistung.
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#22
@ Bastelbernd, nicht ganz! Bei Lamborghini z.B. war das ja so (Tregger - Hersteller Ferruccini Lamborghini hatte sich mit olle Enzo Ferrari gestritten (" .. Deine ranzigen Möhren taugen nixe, iste alles merde, hä?!  .. ") und sich dann entschlossen, sein eigenes Auto zu bauen ..)

Victor hat aber schon eine sehr lange und beachtliche Geschichte in Sachen Sound / Voice machines etc. vorzuweisen & ist eigentlich ein Ami..

https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Tal...ne_Company

(Ich vermeide bewusst den Namen "JVC" beim Schwärmen, weil die Marke auch seit jeher bekannt ist für niederpreisige und -wertige Discouter-Technik).  Confused
Aber sie konnten auch anders, wie man sieht.  [Bild: smiley69.gif]

Und - wie ja schon geschrieben - man kann die (fast) komplette Elektronik per Steckerverbindung lösen und den Preamp völlig autark nutzen. Selbst die interne Verbindung zwischen Laufwerk und Amp ist 2x Cinch. Ich muss mal nachmessen, die Technik müsste sogar 19" rackfähig sein.. [Bild: smiley98.gif]

@ Rainer .. ach... was für eine wunderbare Zeit! *Seufz.. früher war alles besser ..oder??  [Bild: smiley107.gif]
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#23
Wer sich als Audiofreund näher mit JVC/VICTOR beschäftigt, muss fast zwangsläufig zum Freak mutieren :-)

Leider haben die oft die besten Geräte nicht exportiert, sondern ausschließlich auf dem heimischen japanischen Markt verkauft.

Ein Beispiel sind die beiden Großspuler TD-4000 und 5000 von 1978, die ein eigenständiges Design bieten und sich auch in konstruktiver Hinsicht von den großen japanischen Konkurrenten unterscheiden.

Gruß, Frank
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


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#24
Hallo Claus,
toller Bericht mit schönen Bildern, dankeschön!
Vor allem gefällt mir deine humorvolle Art, wenn sich das Gehäuse schmatzend und saugend.....
Auf die Art würde ich auch lesen, wie du aus einer Kaffeemühle ein Kinderfahrrad baust! Smile
Oben scheint an der rechten Spule das Band heftig zu schleifen, aber das hast du wahrscheinlich schon lange behoben. 
Beste Grüße und danke für die humorvolle Reportage!
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#25
(16.05.2022, 14:14)PAM schrieb: @ Rainer .. ach... was für eine wunderbare Zeit! *Seufz.. früher war alles besser ..oder??  [Bild: smiley107.gif]

Ja Claus, DAS waren noch Zeiten. Damals war ich 20... Aber, ob wirklich ALLES besser war? Ich müsste länger nachdenken.

Die Smilies kommen mir irgendwie bekannt vor. Direkt-Import aus dem ARP? Auf alle Fälle netter als die hier angebotenen anzusehen  [Bild: smile.png]

Und auch von mir mein Senf zur gelungenen Restauration: Chapeau!!

Ich wusste zwar, dass Du in Sachen Elektronik beruflich durch die Republik gereist bist, aber, dass Du auch in Sachen Bandmaschinen den Elektronen den rechten Weg beibringst, hatte ich nicht erwartet! Ein durchaus gelungenes Projekt und ich freue mich auf weitere Berichte.
Gruß
Rainer


Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß schon alles besser. (Sokrates)
Zusatz: der Kluge gibt solange nach, bis er selbst der Dumme ist. (Walter Kempowski)
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#26
(16.05.2022, 19:53)KaBe100 schrieb:
(16.05.2022, 14:14)PAM schrieb: @ Rainer .. ach... was für eine wunderbare Zeit! *Seufz.. früher war alles besser ..oder??  [Bild: smiley107.gif]

Ja Claus, DAS waren noch Zeiten. Damals war ich 20... Aber, ob wirklich ALLES besser war? Ich müsste länger nachdenken.

Die Smilies kommen mir irgendwie bekannt vor. Direkt-Import aus dem ARP? Auf alle Fälle netter als die hier angebotenen anzusehen  [Bild: smile.png]

Und auch von mir mein Senf zur gelungenen Restauration: Chapeau!!

Ich wusste zwar, dass Du in Sachen Elektronik beruflich durch die Republik gereist bist, aber, dass Du auch in Sachen Bandmaschinen den Elektronen den rechten Weg beibringst, hatte ich nicht erwartet! Ein durchaus gelungenes Projekt und ich freue mich auf weitere Berichte.

Danke für Deine Zeilen und gut gesehen, Rainer .. das ARP hat die besten Smileys. Hahaaargh!  Big Grin

Die Bandmaschinen .. ich schrieb es ja schon bei meiner Vorstellung neulich - Corona ist schuld. Dieses Mal im positiven Sinne! 
Ein tolles Hobby, welches Musik, Maschinenbau & Elektrotechnik ausgesprochen elegant und spannend verbindet. Genau meine Farbe! Bin ich nur nie drüber gestolpert bisher.

Und neue Projekt liegen hier schon rum, unter Anderem ein Kunstprojekt - eine Steampunk-Tonbandmaschine auf Basis einer Braun TG-1000!
Die wird nicht jedem gefallen, aber ich bin dennoch mal gespannt auf Euer Feedback. 

Bald gibt's erste Fotos..  Herbert, das WIRD sowas wie Kaffeemühle / Kinderfahrrad. Danke für den fröhlichen KommiSmile

Frank, das mit dem Export... interessant. Danke für die Info. Da werde ich mal recherchieren. Ich kann mich aber auch schwach erinnern: Anfang der Siebziger hatte Japan Richtung Westen richtig durchgestartet, egal ob Autos, Musikinstrumente oder eben Elektronik. Und anfangs belächelt, haben sie - nicht nur z. B. deutschen oder amerikanischen Herstellern - schnell das Fürchten gelehrt. Durch Preis, pfiffige Ideen und auch in Sachen Qualität..  Confused
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#27
Moin aus Hamburg, hallo Claus!

Danke für Deinen interessanten Bericht über die Restaurierung dieser schönen Maschine! 

Es sieht so aus, als hättest Du das Gehäuse mit mattschwarzer Folie beklebt. - Vor vielen Tagen gab es diese Folien bei Boesner am Lerchenfeld zu kaufen, heute aber leider nicht mehr. 

Kennst Du eine Bezugsquelle für diese Folie hier in HH?

Grüße

Hannes
Meine Elektronik-Kenntnisse: Ich löte nach Zahlen Smile
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#28
Moin, Hannes.

Schön, dass Dich mein misshandelter Elektroschrott interessiert.  Wink

Ja, die Folie funktioniert gut und lässt sich fantastisch verarbeiten. Puristen rümpfen natürlich (zu Recht) die Nase, wenn es um Originalität geht, aber Holzfurnier passt nicht so recht in meine Welt. 

Die Folie ist selbstklebend und fehlertolerant. Ich hatte es zuerst mit einer versucht, die auch beim Autofolieren (mit Fön auftragen etc..) verwendet wird, aber die war mir zu dünn. Die Kantenfronten und die Übergänge sind mit stabilem schwarzen Umleimer verstärkt. Sieht man auch auf den Fotos. Zusätzlich kommen an den 8 Ecken noch schwarze Schutzecken aus dem Boxenbau zum Einsatz. Die werden noch geliefert. Mehr kann ich nicht tun, speziell bei dem schweren Nivico-Monster. 1x nicht aufpassen, schon ist eine Schmarre drin, leider. Confused

Hier die Links für Folie und Umleimer, gibbet ganz normal bei Amazon & passt farblich zusammen:

https://www.amazon.de/gp/product/B08BRVK...=UTF8&th=1

https://www.amazon.de/gp/product/B06XTRX...UTF8&psc=1

Die Nivico geht vermutlich nächsten Monat in die Bucht, aber ich mache vorher noch diverse Tests, will mir schliesslich meinen guten Ruf da nicht versauen.. [Bild: 1f644.png] 

Meine "persönliche" Maschine (zurzeit stehen hier 7 Stück) für mein kleines 80er Vintage-Musikstudio 

       


... habe ich noch nicht gefunden. Am liebsten natürlich eine Studer, Telefunken oder Tascam, aber die kann man ja nicht bezahlen.  Confused

Ich werde noch alle möglichen Maschinen reparieren, testen, Erfahrungen sammeln und irgendwann werde ich SIE haben!  Angel  Heart

Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen hier bin ich aber kein Sammler. Hab' ich gar keinen Platz für und auch nicht wirklich den Willen. Hab' schlicht zu viele andere Hobbies und Projekte. Leben ist zu kuäz.  Big Grin
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#29
Danke für die Quellenangabe!

Grüße

Hamburg
Meine Elektronik-Kenntnisse: Ich löte nach Zahlen Smile
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#30
Gern doch, Hannes.

........

Ah .. es ist vollbracht! 

Gott stehe uns bei, das Monster ist wieder erweckt worden ..  Big Grin

   

   
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#31
Applaus !!!
Im Einsatz: Revox A77, Telefunken M15A
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