Ersatz eines Germaniumtransistors
#15
So, wie versprochen habe ich jetzt bei meinen WV81 auch mal nachgesehen. Ergebnis: Auch bei meinen beiden Verstärkern ist der Einganstransistor bereits ein BC179.

   

Bei einem meiner beiden Verstärker ist nur dieser eine Si- Transistor im Einsatz. Beim 2. Gerät findet sich dagegen ein zweiter BC179, hier aber an Stelle des T4. 

   

Die beiden Transistoren TS2 und TS3 sind alte Germanen lt. Schaltplan bzw. Bestückungsliste

   

Ob TS4 bereits bei Auslieferung des Verstärkers ein SI- Typ war, oder eine spätere Reparatur stattgefunden hat, lässt sich heute nicht mehr sagen. Damals war es üblich, die Platinen nach dem Einlöten neuer Bauteile mit Spiritus und Kolophonium- Pinsel zu reinigen und zu "veredeln". Auch ich habe das noch so gelernt und mache es nach wie vor so, wenn keine MOS- Schaltkreise in der Nähe sind.
Witziger Weise sind die 5 Germaniumtransistoren TS1 - TS5 in der Stückliste besonders markiert mit der Bezeichnung "Ausgesucht". Heute würde man wohl selektiert sagen. Offenbar war man sich des Problems des erhöhten Rauschens damals schon bewusst. 
   

Die alten Fotos im originalen RFZ- Hefter zeigen übrigens einen geöffneten Verstärker, bei dem bereits alle GF105 gegen BC179 ausgetauscht wurden. Das lässt sich sehr schön erkennen, da die Gehäuse der BC179 nur etwas halb so hoch sind, wie der GF105.

   
   

Übrigens hatte ich beim Öffnen der Verstärker gesehen, daß in diesen professionellen (!!) Geräten unverständlicherweise jeweils ein Frolyt- "Schneemann" verbaut ist, der absolut unzuverlässigste Elko, den es überhaupt gibt. (der kleine, weiße Zylinder, siehe Bild 3). Ich kannte diese bisher nur durch ihren Einbau in Geräten der Consumer- Klasse. Auch er prangt sogar auf dem Foto, wenn man genau guckt. Die Verstärker sind sehr alt und die Schneemänner waren damals brandneu. Geplant als Elko der höchsten Zuverlässigkeitsklasse waren sie ein absoluter Griff ins Klo. Auch diese beiden Elkos hier waren natürlich zuverlässig ausgelaufen. Es ist jeweils der C5, siehe Schaltbild.
     
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RE: Ersatz eines Germaniumtransistors - von GDR 22 - 05.04.2022, 14:28

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