Revox A77 u.a. VU-Meter Reparatur
#51
Ja, prima! Die kleinen Patienten sind im VU-Meter Service Nord immer willkommen  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#52
(20.08.2024, 17:05)Arno Karnitz schrieb: Ja, das geht mir genau so. Alles immer wieder zu Dokumentieren wäre auch zu Aufwändig und Überflüssig. Ich hoffe ,Du bleibst auch weiterhin Gesund und ich schicke Dir meine Teile zur Reparatur und hoffe,das Du sie wieder Funktionsfähig bekommst.

Moin,
die beiden VU-Meter sind eingetroffen!
Eines davon ist leider nicht zu retten, da sich der Zeiger gelöst hat und der Spulendraht direkt am Träger abgerissen ist. Bei dem zweiten ist nur der Magnet lose, das sollte also wiederzubeleben sein!

   

Ich werde berichten  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#53
So, das rechte VU-Meter zappelt wieder  Smile Morgen messe ich dann mal, wie genau es anzeigt. Den Zeiger habe ich vorsorglich auch mit Kleber gesichert und den grünen Schmodder von unter der Skala entfernt. In dieser A77 hatte sich wohl mal eine grüne Andruckrolle verflüssigt  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#54
Prima, sieht ja schon gut aus !   Cool    Und hast Du eine  Idee, wo ich ein zweites VU Meter herbekomme. Huh
Liebe Grüße !!! Smile
Arno

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#55
(26.08.2024, 20:43)Arno Karnitz schrieb: Und hast Du eine  Idee, wo ich ein zweites VU Meter herbekomme. Huh

Klar, von mir   Wink Ich schaue mal in meinem Vorrat, welches am besten dazu passt!
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#56
Super !!! Danke !!!
Liebe Grüße !!! Smile
Arno

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#57
So, Ergebnisse für das reparierte VU-Meter sind da:

Start:
   

5dB runter:

   

10dB runter:

   

Jo, kann man lassen  Cool
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#58
Hier mal Probehalber ein Versuch mit anderen kostengünstigen VU-Metern.Man muss sie nur ins Gerät bekommen und die Abdeckung darüber,was ich noch nicht geschafft habe,aber funktionieren gut.

         
Liebe Grüße !!! Smile
Arno

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#59
Vor ein paar Tagen traf hier ein Uher VU-Meter ein, bei dem der Zeiger abgefallen war. Ausserdem hatte sich die Anschlussplatte mit der Spiralfeder gelöst und -der GAU- dabei den Spulendraht abgebrochen.

   

Ein Blick durch die 20fach-Kopflupe machte Hoffnung - ein Rest des Wicklungsanfangs war noch da. 
Zunächst habe ich die Spirale aussen abgelötet und die Anschlussplatte zur Seite gelegt. Dann habe ich den Draht des Spulenanfangs mit dem Skalpell vorsichtig angekratzt. Dann ein dünnes Kupferdrähtchen  verzinnt und auf dem Spulenträger festgeklebt und in Position gebracht. 
Dann gelötet, und den Widerstand zwischen Kupferdrähtchen und anderem Spulenende gemessen. Hm. Unendlich  Angry
Also noch eine Runde ab dem Skalpell und dann  - 800 Ohm  Smile

Dann konnte ich die Anschlussplatte wieder montieren und dabei ankleben:

   


Nach erneuter Messung habe ich dann die Verlängerungsleitung getrimmt und verlötet und dann den Zeiger aufgeklebt.

   

Nach Aushärten des Klebers konnte ich dann mal das Zappelverhalten testen:

https://www.youtube.com/watch?feature=sh...DY_IKEpneI

Die Hintergrundmusik bitte ignorieren, da lief NDR Jazz vom Sonntag  Big Grin

Sieht gut aus  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#60
Bin - mal wieder - sprachlos...und dankbar!
VG Jürgen
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#61
Respekt!

Wahnsinn!
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#62
Hier ist eine Kollektion von defekten Uher VU-Metern eingetroffen. Die meisten enthalten zwei Messwerke übereinander.
Ein solches mit gelösten Magneten habe ich mir zuerst vorgenommen und den Magneten des unteren Messwerks zuerst oben und dann unten verklebt. Um den Magneten in Position zu halten, habe ich das Messwerk ausgebaut und Stützbalken eingesetzt.

   

Das war erfolgreich und dieses Instrument läuft wieder.

Beim oberen habe ich dasselbe versucht:

   

Aber mehr als ein müdes Zucken war dem Teil nicht zu entlocken. Der Spulenwiderstand (um 800 Ohm) passte aber. Ich ging daher davon aus, dass der Magnet verdreht war.

Also war eine Komplettzerlegung angesagt:

   

Aber wie gehört der Magnet da nun rein  Huh 

Erstmal habe ich den Südpol identifiziert und markiert:

   

Dann habe ich mich entschieden, den Magneten in folgender Orientierung aufzukleben, jetzt mit Pattex auf die dafür vorgesehene Trägerplatte:

   

Der Zeiger soll sich nach links bewegen, und der Startpunkt liegt rechts, so wie der Träger auf dem Bild liegt. Leider zeigten die alten Klebstoffreste keine Hinweise auf die Orientierung des Magneten und Erfahrungswerte der Revox A77 VUs helfen hier nicht.

Ob das jetzt so stimmt, wie ich es mir überlegt habe? Man wird sehen  Big Grin Fortsetzung folgt…
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#63
Sooooo. Das war natürlich nicht richtig so. Also alles nocheinmal auseinander, und den Magneten etwa so eingeklebt:

   

Also gegenüber vorher um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

Dann löste sich beim Zusammenbau die untere Montageplatte. Der Spulendraht hatte aber genug lose Leine, um nicht abzureißen und ich konnte die Platte wieder ankleben.

Und der blaue Anschlussdraht, der am Metallring angelötet ist, brach dann auch noch ab. Lötet sich schlecht an dieser Stelle…

Jetzt bewegt sich aber die Nadel im Prinzip wie gewünscht (Richtung, Bereich). 
Das Ganze sehe ich jetzt aber eher als Forschung und Training. Ob das Teil dann richtig anzeigt, muss sich noch zeigen. Ist aber ja kein Einzelstück…

Und das Plättchen zum Austarieren des Zeigers kam mir auch entgegen und muss wieder unter die obere Montageplatte.
Aber für heute habe ich genug  Cool

Edit 25.11. -  das war nicht erfolgreich. So braucht es zu viel Spannung für den Vollausschlag. Das muss aber nicht an der Orientierung des Magneten liegen. 
Aber zumindest ein „unteres“ Messwerk ist gerettet, und da liegen ja noch ein paar weitere VU-Meter um das obere zu ersetzen  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#64
Es bleibt die Frage, wie nun die N-S-Achse des Magneten in Bezug auf die durch die Spule/den Zeiger zu überstreichenden Bereichs liegen muss. Vielleicht doch am Vollausschlag?
Wie sieht das Magnetfeld um eine Spule aus? Wenn ich richtig recherchiert habe, dann liegt die N-S-Achse der Spule senkrecht zur Zeigerachse.
Leider sieht es so aus, dass wohl in den wenigsten Fällen ein loser Magnet richtig orientiert geblieben ist. Lästig  Angry Das bedeutet nämlich, dass zum Wiederbefestigen die Messwerke grundsätzlich zerlegt werden müssen. Geduld ist daher gefordert, nicht nur von mir  Big Grin

Edit: Und jetzt habe ich meinen Denkfehler gefunden: Gegenüber den A77 VU-Metern ist ja bei den Uher VUs der Zeiger nicht parallel zur Spule, sondern senkrecht dazu montiert  Idea

Edit 2: Ich nehme den Denkfehler zurück  Big Grin Ich habe nämlich einen Typ mit markiertem Magneten in der Sammlung, der mir sagt, dass die Anordnung in#63 richtig ist.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#65
Moin,
diese zwei

   


laufen jetzt. Bei dem vom Besitzer mit „oben defekt“ markierten war nur die Spiralfeder innen von der Lötstelle abgegangen.

Innen sieht das so aus

   
also anders als das in den vorherigen Beiträgen gezeigte mit „ungezahnter“ Zeiger-Montageplatte und der Spulenwiderstand liegt auch höher, nämlich bei 1,2 kOhm.

Bei dem zweiten habe ich das nach Ankleben des Magneten funktionierende untere Messwerk in das mit „unten defekt“ markierte Gehäuse mit dem funktionierenden oberen Messwerk eingebaut.

Allerdings verhalten sich alle Messwerke an meiner üblichen Messstation mit Revox A700 VU-Amplifier Board und Leader Audiotester recht seltsam. Also auch die, an denen ich wenig bis nichts gemacht hatte. Die Magneten habe ich aber auch bei denen vorsorglich mit Klebstoff versehen, wo er noch an Ort und Stelle war. 

Ob die Teile dann in der zugehörigen Maschine richtige Werte liefern, kann ich daher nicht prüfen. Das bleibt dann dem Besitzer überlassen  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#66
Ergänzung - dass sich diese VU-Meter am A700 VU-Meter-Verstärker seltsam verhalten, kann auch daran liegen, dass der für Instrumente mit 1,2 kOhm Spulenwiderstand gedacht ist und die Uher-VUs ca. 600 Ohm Spulenwiderstand haben.

Heute sind zwei weitere in Arbeit, bei einem war ein Zeiger mit einem Gegengewicht zu versehen, bei dem anderen ein Magnet anzukleben. Bei dem ersten habe ich die Magneten auch gleich vorsorglich gesichert.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#67
In der Sammlung sind auch noch zwei spezielle Winzlinge, bei denen sich der Magnet gelöst hat, das eine habe ich hier schon aus dem Gehäuse entnommen  Big Grin 

   

Versuche, den Magneten ohne Zerlegung des Instruments wieder anzukleben, waren nicht erfolgreich. Es ist mir nicht gelungen, den Magneten gegen die Anziehungskräfte zum Abschirmring vernünftig in Position zu halten.

Also habe ich das mal nach Ablöten der äußeren Enden der beiden Rückstell-/Anschlussfedern zerlegt.

Schritt 1:

   

Man beachte die dunkle Stelle auf der Magnet-Trägerplatte unter dem Zeiger, die hilft bei der Orientierung beim späteren Zusammenbau.

Nach Schritt 2 und 3:

   

Mit Hilfe der Klebstoffreste konnte ich die richtige Ausrichtung des Magneten auf der Platte erkennen und den Südpol identifizieren:

   

Der Magnet ist jetzt verklebt, und dann wird es spannend, ob ich das Teil wieder zusammengebaut bekomme  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#68
Wie ich beim Zusammenbau feststellen musste, hatte sich zwischen Bild 2 und Bild 3 die obere Rückstellfeder davongemacht, die Lötstelle am Träger war wohl schon gebrochen  Angry Hab sie bisher nicht wiedergefunden…
Also habe ich die aus dem zweiten defekten Exemplar geklaut  Blush

Aber das reparierte zappelt jetzt  Smile

https://www.youtube.com/shorts/LUhsSU-F0h8

Diese Modelle können also prinzipiell auch repariert werden. Mit Verlusten ist bei solchen Unternehmungen halt immer zu rechnen.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#69
Moin,
ich bin dann mal fertig  Smile

   

drei große waagerechte  ohne Skala und ohne Verkabelung, ein schwarzes und ein kleines bilden den Rest  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#70
Danke Dir fürs zeigen, Hans-Volker.
Bin ja eh Fan Smile 
LG
Mike
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#71
Hallo Hans-Volker,

meine Hochachtung was Du da "gerettet" hast.

Viele Grüße

Andreas
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#72
Moin,
ich bin dann mal gespannt, wie sie sich in den zugehörigen Geräten verhalten!
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#73
Großartig!
Gruß
Helge

Uher 4400 Report Monitor – Uher 4200 Report Monitor
Akai X 201 D – Akai GX 630 D – Akai GXC-760D
Revox A77 Mk II
Sony TC-758
Braun TG 1000
Marantz Model 5220
ASC 6002 S


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#74
Hallo Hans-Volker,

meine Hochachtung das du diese feinste Mechanik beherrscht zu Reparieren !
ich hab es einmal versucht ein kleines VU von einem Uher Report den losen Magneten wieder an Ort und Stelle zu bewegen um ihn neu zu verkleben.
.........was soll ich sagen, Klaglos gescheitert würde ich sagen !

Viele Grüße,
Charly
Mein Spielzeug !
Tandberg TD-20A, Akai GX-600DB, Uher RDL/RDL C, SG 630 Logic, Uher Report 4000L, 4200/4400 Stereo, IC 4000, 4200, 4400, RM 4000, 4200, 4400, Grundig TK 248, Thorens TD 115 Mk II, Marantz 2265B, Marantz 5010, Uher Mix 500, Marantz PM8006 u. ND8006, Teufel Ultima 40 u. Ultima 20
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#75
ja, da braucht man ruhige Hände, ein sehr gutes Auge und Ausdauer, um diese Filigranarbeiten zu beherrschen. Danke ,das Du dich all diesen defekten Geräten annimmst und ihnen ein neues Leben einhauchst.
Liebe Grüße !!! Smile
Arno

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#76
Vielen Dank für die Kommentare, über die ich mich sehr freue  Smile

Ja, ohne sehr ruhige Hand wäre das nicht machbar. Für die Augen hilft eine Kopflupe und Lesebrillen verschiedener Stärken Cool  
Mittlerweile habe ich zwar einige Erfahrung angesammelt, aber natürlich sind mir noch unbekannte Modelle trotzdem eine Herausforderung.

Ich hoffe, die Uher-Instrumente zeigen dann im zugehörigen Gerät auch sinnvolles an  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#77
(04.12.2024, 11:19)havox schrieb: Moin,
ich bin dann mal gespannt, wie sie sich in den zugehörigen Geräten verhalten!

Hallo Hans-Volker,

gestern hab ich das von dir reparierte VU in meine SG 630 eingebaut.
Ich musste nur minimal ( -1dB ) die Einstellung veränder so das es bei Einspeisung von 750mV / 333Hz am Radio Eingang die 0 dB VU Anzeige erreichte.
Nun erfreue ich mich am herumgezapple des wiederbelebten VU`s.
Es macht was es soll !

VG, Charly
Mein Spielzeug !
Tandberg TD-20A, Akai GX-600DB, Uher RDL/RDL C, SG 630 Logic, Uher Report 4000L, 4200/4400 Stereo, IC 4000, 4200, 4400, RM 4000, 4200, 4400, Grundig TK 248, Thorens TD 115 Mk II, Marantz 2265B, Marantz 5010, Uher Mix 500, Marantz PM8006 u. ND8006, Teufel Ultima 40 u. Ultima 20
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#78
Sehr schön zu lesen, dass diese Reparatur erfolgreich war! Dann dürften mindestens einige aus der großen Kollektion ja auch wieder richtig anzeigen  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#79
Hier ist wieder eine größere Kollektion in Arbeit  Smile Als erstes habe ich mir die kleinen schwarzen vorgenommen.

   

Bei den meisten war der Magnet lose, den habe ich, falls er verdreht war, ausgerichtet und neu verklebt.

Die Einkerbung auf der Oberseite des Magneten muss bei Ansicht des Messwerks wie im folgenden Bild nach rechts zeigen:

   

Zum Verkleben habe ich jeweils den Zeiger zum linken Anschlag bugsiert, auf der rechten Seite das Endstück eines schmalen Kabelbinders zwischen Magnet und Spule geschoben, an der Position links vom Zeiger etwas 2K-Kleber mit einer Nadel an die Grenze zwischen Magnet und der darüberliegenden Metallplatte gebracht und dann mit dem Schaschlikspießendstück den Magneten zentriert und fixiert.
Nach dem Aushärten und erfolgreichem Test habe ich dann auf der Seite rechts vom Zeiger einen weiteren Klebepunkt gesetzt.

Bei einem Messwerk (im Bild 1 ganz links) hatte die Spule keinen Durchgang, auch nach dem hier etwas kniffligen Ausbau fand sich keine offene Verbindung ausserhalb der Spule. Das kann ich daher nicht retten. Das ganz rechts auf dem ersten Bild ist noch in Arbeit wie man unschwer erkennen kann  Smile

Fortsetung folgt    Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#80
Hallo Hans-Volker, du bist ein Fuchs. Ich finde du machst so eine klasse Arbeit, einfach super.

Gruß - Theo
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#81
Lieber Hans-Volker,

ich durfte bei meinen Besuch Ende des Jahres bei dir die ersten reparierten UHER Instrumente persönlich abholen. Leider war die Zeit viel zu kurz um mir neben den Instrumenten deine Revox Geräte genauer anzusehen.

Jetzt oute ich mich, dass ich dir mit den Drehspulinstrumenten weitere Arbeit hinterlassen habe. Und auch diese bekommst du wieder hin. Wie toll ist das denn?

Es freut mich im Forum einen Experten zu haben, der diese reparieren kann.

Viele Grüße

Andreas
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#82
Mir macht es einfach Spaß, VU-Meter wieder zum Leben zu erwecken  Smile und zu sehen, dass ich damit Forumskollegen eine Freude damit bereiten kann!
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#83
...und damit quasi nebenbei der Abzocke bei den Preisen für Ersatzteile für verzweifelte Gerätebesitzer gelebte Nachhaltigkeit entgegenzusetzen thumbsup

Chapeau Hans-Volker

Ich wünsche ein schönes Wochenende

Arno
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#84
Ich meine, beides hat seine Berechtigung. Wo es „Neuware“ gibt, kann jeder für sich entscheiden, ob er sich das leisten will und kann. Und eine Reparatur gelingt ja nicht immer, und es ist auch nicht garantiert, dass die Genauigkeit von Neuware erreicht wird, auch wenn es oft so ist.
Andererseits gibt es eben die wenigsten Typen überhaupt noch neu oder NOS.
Und die Reparatur von VU-Metern ist ja nur als „Forums-Service“ günstig, wo die Arbeitszeit keine Rolle spielt  Cool
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#85
Das ganz rechts im ersten Bild in Beitrag #79 gezeigte kleine Schwarze ist jetzt auch fertig, allerdings ist hier der Magnet um 180 Grad verdreht. Die einfachste Lösung ist hier, einfach die Anschlussdrähte zu vertauschen. Habe ich dann dementsprechend verlötet und das „freie“ Kabel mit einem Überzieher  als „blau“ gekennzeichnet:

   

Auch ein silbernes ist fertig geworden, nach dem „Standardverfahren“:

   

Das zweite silberne ist ein schwieriger Fall. Es gibt hier keine obere Platte, an der der Magnet befestigt werden könnte.

   

Das muss also ausgebaut werden  Angry Unschön, da alles verklebt ist. Zunächst mussten die Anschlussleitungen vom Gehäuse gelöst werden:

   

Nach Bearbeitung mit dem Messer und Gepule mit einer Nadel sah das dann so aus:

   

Der Kleber hat auch die Isolierung der Leitungen versprödet, so dass die beim Bewegen gebrochen ist. Halb so wild.

Das Messwerk ist unten an zwei Punkten und innen im Gehäuse verklebt. Habe ich mit Isopropanol eingeweicht und dann irgendwann das Messwerk herausbekommen. Dann löste sich netterweise der Zeiger, den musste ich erst einmal wieder ankleben. Zum Glück hängt da nicht der Spulendrsht dran, der ist an einem Pfosten an der Spule verlötet.

   

Ob das was wird?  Big Grin

Die Zukunft wird es zeigen  Cool
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#86
Den Magneten habe ich nun ausgerichtet und auf der Grundplatte verklebt:

   

Dann habe ich das kurz getestet - geht.  Also durfte das dann wieder ins Gehäuse. Dann löste sich die innere Lötstelle der Spiralfeder - das liess sich nur mit viel Geduld wieder anlöten. Dann war noch die Rückstellkraft zu hoch, aber an der äusseren Lötstelle der Spiralfeder noch ein ganzes Stück jenseits des Lötpunktes, so konnte ich durch Neuverlöten an dieser Stelle der Feder etwas mehr Spiel geben.

Das zweite Messwerk der Einheit (das rechte im Bild unten), das in Ordnung war, habe ich nicht angefasst. Da kann es natürlich sein, dass sich auch da der Magnet irgendwann löst. Der läßt sich ohne Ausbau aber nicht sichern.

Fertig:

   

Und hier die Gesamtausbeute:

   

Kann man lassen  Big Grin
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#87
(10.01.2025, 17:26)UHER-Fan schrieb: Lieber Hans-Volker,

ich durfte bei meinen Besuch Ende des Jahres bei dir die ersten reparierten UHER Instrumente persönlich abholen. Leider war die Zeit viel zu kurz um mir neben den Instrumenten deine  Revox Geräte genauer anzusehen.

Jetzt oute ich mich, dass ich dir mit den Drehspulinstrumenten weitere Arbeit hinterlassen habe. Und auch diese bekommst du wieder hin. Wie toll ist das denn?

Es freut mich im Forum einen Experten zu haben, der diese reparieren kann.

Viele Grüße

Andreas

Ich habe mich auch sehr über deinen Besuch und das damit verbundene Kennenlernen gefreut, das steigert die Motivation, das Beste zu geben, noch einmal ungemein  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#88
Hier geht es jetzt auch mal weiter  Smile

Mit diesem Kandidaten:

   

Ein schwieriger Fall. Der Magnet hat sich gelöst und läßt sich ohne Ausbau des Messwerks aus dem Gehäuse nicht in Position bringen und fixieren.

Gegen den Ausbau stemmt sich eine hartnäckige Verklebung der Anschlussdrähte in der Gehäusedurchführung, so dass es einige Arbeit mit dem Skalpell erforderte, die Drähte freizubekommen. Der rote ist bei der Aktion abgebrochen, das ist aber kein Problem.

Die äußere Lötstelle der unteren Spiralfeder hatte sich schon gelöst, also konnte ich nach dem Heraushebeln/ -drücken des Messwerks den Abschirmring gleich abziehen. Das ist immer ein bisschen knifflig, weil es Kraft braucht und es nur kleine Stellen sind, wo man drücken kann.

   

Dann habe ich die Montageplatte für den Magneten mit 2K-Kleber versehen und den Magneten in Position gebracht. Die abgeflachten Seiten nach rechts und links.

   

Und dann die untere Spirale angelötet, den jetzt etwas kürzeren roten Draht auch, die Platte mit den Pfosten für den Zeigeranschlag ins Gehäuse geklebt und das Messwerk wieder ins Gehäuse eingesetzt.

Drähte verlötet und 

   

Geht wieder  Smile

Es kann sein, dass die Anschlüsse rot/blau noch vertauscht werden müssen. Bei diesem VU-Meter-Typ weiß ich nicht, wo der Südpol sein muss. Andererseits habe ich mich nach den Kleberspuren am Magneten orientiert. Jedenfalls will an meiner Teststation der Pluspol an blau und der Minuspol an rot.

Um das Minibirnchen habe ich mich nicht gekümmert …
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#89
Hallo Hans-Volker,

auch ich kann nur meinen imaginären Hut vor deiner Leistung ziehen...GROSSEN RESPEKT!!!

Kannst du mir einen Tipp geben wie ich an meinen 2 funktionierenden VUs (MK4 und von hinten zugänglich) den Magneten fixieren kann? Also, wie und wo ich die 2 Tröpfchen Kleber einbringen kann damit sie weiterleben?

Danke und Gruß

Peer
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#90
Ja, Das ist eine gute Idee und das mache ich auch immer.
Ich nehme dazu UHU Plus Endfest 300 und appliziere eine sehr kleine Menge davon mit der Spitze einer Nähnadel an die im folgenden Bild markierten Stellen und verteile die über den sichtbaren Bereich des Magneten. Dabei darauf achten, dass der Klebern nicht wesentlich über den Magneten hinausreicht (sonst bleibt die Spule daran hängen und man muss ein Skalpell zum Einsatz bringen) und bei der unteren Stelle eine Berührung mit der Spiralfeder vermeiden. Der Kleber soll den Spalt zwischen dem Magneten und der darüberliegenden Messingscheibe teiweise füllen bzw. den Rand der Messingscheibe mir dem Magneten verbinden.

Von unten kommt man ohne Ausbau des Messwerks aus dem Gehäuse nicht dran und das muss ja ohne Not nicht sein  Big Grin

   

Eine 10fach Lupe ist sehr hilfreich dabei. Ich habe mir eine China-Kopflupe zugelegt, weil ich dann beide Hände frei habe, aber für das vorsorgliche Sichern des Magneten braucht man die nicht.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#91
Vielen lieben Dank für deinen Hinweis !!!!!!!
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#92
Moin,
von diesen Typen mit silberner bzw. schwarzer Skala ist dann auch noch eine Kiste voll hier  Big Grin

   

Ich habe dann mal eines gegriffen und den Anschlussbereich vom Schrumpfschlauch befreit:

   

Dann kann man mal messen. Zwischen den Anschlüssen des defekten Instruments war kein Durchgang festzustellen. Also habe ich die Anschlüsse abgelötet

   

und das Messwerk rausgepfriemelt.

   

Äusserlich ist keine Unterbrechung zu erkennen, also ist die Spule intern unterbrochen. Hier ist also Ende  Blush

Aber ich habe noch erkundet, wo die Lämpchen angelötet sind. Nach Abziehen eines Klebestreifens kommen die Lötstellen zum Vorschein:

   

Vielleicht findet sich in der Kollektion noch ein einzelnes Messwerk und ein Lämpchen, um dieses VU-Meter zu ergänzen. Man wird sehen.

Zur Entspannung habe ich mir dann ein silbernes mit gelösten Magneten rausgesucht. Die Magneten dieses Typs haben eine gut sichtbare Einkerbung, die die Nord-Süd-Richtung anzeigt. Sehr schön!

Hier das erste Messwerk in Arbeit:


   

Fortsetzung folgt  Wink
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#93
(18.03.2025, 12:10)havox schrieb: Moin,
von diesen Typen mit silberner bzw. schwarzer Skala ist dann auch noch eine Kiste voll hier  Big Grin



Ich habe dann mal eines gegriffen und den Anschlussbereich vom Schrumpfschlauch befreit:



Dann kann man mal messen. Zwischen den Anschlüssen des defekten Instruments war kein Durchgang festzustellen. Also habe ich die Anschlüsse abgelötet



und das Messwerk rausgepfriemelt.



Äusserlich ist keine Unterbrechung zu erkennen, also ist die Spule intern unterbrochen. Hier ist also Ende  Blush

Aber ich habe noch erkundet, wo die Lömpchen angelötet sind. Nach Abziehen eines Klebestreifens kommen die Lötstellen zum Vorschein:



Vielleicht findet sich in der Kollektion noch ein einzelnes Messwerk und ein Lämpchen, um dieses VU-Meter zu ergänzen. Man wird sehen.

Zur Entspannung habe ich mir dann ein silbernes mit gelösten Magneten rausgesucht. Die Magneten dieses Typs haben eine gut sichtbare Einkerbung, die die Nord-Süd-Richtung anzeigt. Sehr schön!

Hier das erste Messwerk in Arbeit:




Fortsetzung folgt  Wink

Von den Teilen hab ich auch schon einige repariert. Ich bin ja Uher Royal Fan.
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#94
Sehr schön, dann hast du ja auch den Dr. VU  Smile
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#95
Moin,
diese zwei

   

sind dann mal fertig  Smile 

Das untere („oben defekt, unten ok“) war etwas knifflig, da sich nämlich beim zu reparierenden Messwerk während der Arbeit am Magneten die Zeiger-Trägerplatte von der Spule und der Zeiger von der Trägerplatte lösten. Vom Zeiger war der unter der Platte befindliche Teil schlichtweg wegkorrodiert. Die Platte konnte ich zum Glück wieder ankleben, ohne den Spulendraht abzubrechen. Später habe ich dann den Zeiger über den verbliebenen Stummel oben an der Platte angeklebt.

Ich habe auch bei allen nicht defekten Messwerken die Magneten und Zeigerträger vorsorglich gesichert.

Die Lämpchen habe ich optisch begutachtet, da sind alle Glühfäden intakt.

Die Anschlüsse dieser Einheiten sind von oben nach unten:

1 VU oben minus
2 VU gemeinsam plus
3 Lampe oben rechts 
4 Lampe oben links
5 Lampen gemeinsam
6 Lampe unten links
7 Lampe unten rechts
8 VU unten minus

ohne Gewähr  Big Grin 

Falls die Lampen mit einer Gleichspannung zwischen 4V und 19V betrieben werden, könnte man sie bei Bedarf durch LEDs mit integriertem Vorwiderstand ersetzen
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#96
Hallo Hans-Volker,

ich bin immer wieder begeistert wie du diese Messwerke mit ruhiger Hand reparieren kannst.

Viele Grüße

Andreas
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#97
Falls die Lampen mit einer Gleichspannung zwischen 4V und 19V betrieben werden, könnte man sie bei Bedarf durch LEDs mit integriertem Vorwiderstand ersetzen

Leider nein.
Das sind 30V / 25mA Lämpchen. Laut Schaltplan werden sie mit 26V "befeuert"
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#98
Andreas: Ich freue mich sehr über deinen motivierenden Kommentar!
Jan: danke für die Info!
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#99
Die 4 Birnen in dem Anzeigeinstrument der RDL sind nach meiner Erfahrung sehr haltbar. Ich hatte ganz selten erst defekte.
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Nachdem das doch etwas mehr VU-Meter in der RdL-Sammlung sind, habe ich erst einmal zwei Gruppen gebildet, eine mit den etwas mitgenommenen und z.T. mit vermutlich unterbrochenen Spulen (obere Reihe) und eine mit den vollständigen:

   


Mit der unteren Reihe mache ich gerade weiter, zwei sind schon fertig. Bei diesen VU-Metern muss man praktisch alles sichern, damit sie einem nicht auseinanderfallen  Big Grin 

   

Orangener Pfeil: Zeiger am Zeigerträger sichern
Grüne Pfeile: Zeigerträger an der Spule sichern. Zwei der drei Punkte reichen, je nachdem, welche gut erreichbar sind.
Gelbe Pfeile: Magnet sichern, entweder prophylaktisch oder nach Einrichten, wie schon gezeigt.

Jetzt kommen noch die drei restlichen der unteren Reihe dran und dann muss ich mal schauen, was mit denen aus der oberen Reihe noch anzufangen ist. Da fehlen allerdings schon einige Lämpchen und die Leiterbahnen sind z.T. etwas in Unordnung  Cool Ein weiteres Lämpchen werde ich da wohl noch klauen für ein VU-Meter der unteren Reihe...
Viele Grüße,
Hans-Volker
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