27.11.2021, 19:27
Hallo Kai,
man muß sich die Situation nach dem Krieg vorstellen. Die Besatzungsmächte drängten darauf, daß wieder größere Mengen Magnettonband für den Rundfunk hergestellt wurde. Man hatte aber bis dato keine vollständige Kenntnis darüber, warum eine Charge des C-Bandes während des Krieges so gut gelungen war. Es war nicht reproduzierbar.
Die Bänder sollten bei 77 cm/s (später 76cm/s) rund 50 dB Störabstand (bei 3 % Klirrfaktor) und einen Frequenzgang bis 10 kHz ermöglichen. Die Kopierdämpfung sollte deutlich über 40 dB liegen.
Die Maschinen zur Herstellung von Schichtbändern in Ludwigshafen waren ohne Kriegseinwirkung in die Luft geflogen. Deshalb waren in Ludwigshafen keine Schichtbänder herstellbar, und mit den Massebändern konnte man mit guten Exemplaren die Forderungen auch erfüllen.
Die Verhältnisse beim Modulationsrauschen und dessen schwierige Beeinflussungsmöglichkeiten durch den Bandhersteller lassen vermuten, daß die Theorie über den Magnetismus manchmal Knochen hat. Die AM-Rauschspektren bei hohen Bandgeschwindigkeiten treten breitbandiger in größeren Abständen vom Nutzsignal auf und stören dadurch mehr, weil besser hörbar. Hier will ich vorsichtshalber schließen. Sonst verhaspel ich mich noch, und dann tritt der Zweite-Dr.-Friedrich-Krones-Satz in Kraft: „Wer es nicht erklären kann, hat es auch nicht verstanden.“ Deshalb folgt hier ein ganz wichtiger Hinweis auf:
Friedrich Engel et al. ZEITSCHICHTEN: Magnetbandtechnik als Kulturträger...
Vierte Ausgabe: 2020, S. 309
In dem Buch gibt es auch eine schöne Tabelle mit technischen Daten von den historischen Bändern bis zum PER 528 usw. s.S. 644 ff.
man muß sich die Situation nach dem Krieg vorstellen. Die Besatzungsmächte drängten darauf, daß wieder größere Mengen Magnettonband für den Rundfunk hergestellt wurde. Man hatte aber bis dato keine vollständige Kenntnis darüber, warum eine Charge des C-Bandes während des Krieges so gut gelungen war. Es war nicht reproduzierbar.
Die Bänder sollten bei 77 cm/s (später 76cm/s) rund 50 dB Störabstand (bei 3 % Klirrfaktor) und einen Frequenzgang bis 10 kHz ermöglichen. Die Kopierdämpfung sollte deutlich über 40 dB liegen.
Die Maschinen zur Herstellung von Schichtbändern in Ludwigshafen waren ohne Kriegseinwirkung in die Luft geflogen. Deshalb waren in Ludwigshafen keine Schichtbänder herstellbar, und mit den Massebändern konnte man mit guten Exemplaren die Forderungen auch erfüllen.
Man nahm wohl gleiche Gewichtsanteile für Magnetit und PVC und walzte intensiv. Die sich dadurch dann ergebende glatte Oberfläche glich den geringeren Ausgangspegel durch ca. 10 dB besseren Störabstand gegenüber den damals verfügbaren Schichtbändern wieder aus, deren Ausgangspegel um ca. 8 dB höher lag wegen größerer Packungsdichte, die für Massebänder wohl wegen der erforderlichen mechanischen Festigkeit nicht weiter erhöht werden konnte.
Die Verhältnisse beim Modulationsrauschen und dessen schwierige Beeinflussungsmöglichkeiten durch den Bandhersteller lassen vermuten, daß die Theorie über den Magnetismus manchmal Knochen hat. Die AM-Rauschspektren bei hohen Bandgeschwindigkeiten treten breitbandiger in größeren Abständen vom Nutzsignal auf und stören dadurch mehr, weil besser hörbar. Hier will ich vorsichtshalber schließen. Sonst verhaspel ich mich noch, und dann tritt der Zweite-Dr.-Friedrich-Krones-Satz in Kraft: „Wer es nicht erklären kann, hat es auch nicht verstanden.“ Deshalb folgt hier ein ganz wichtiger Hinweis auf:
Friedrich Engel et al. ZEITSCHICHTEN: Magnetbandtechnik als Kulturträger...
Vierte Ausgabe: 2020, S. 309
In dem Buch gibt es auch eine schöne Tabelle mit technischen Daten von den historischen Bändern bis zum PER 528 usw. s.S. 644 ff.
Mit der Umstellung auf die Geschwindigkeit 38 cm/s bei den Rundfunkanstalten waren die Massebänder nur noch Auslaufmodelle und mit dem Agfa-FR-Schicht-Band konnte man dann auf 38 cm/s in allen Punkten bessere Werte erzielen. Mit der Zeit wurde die Magnetpartikel kleiner und gleichmäßiger. Dann wurde das Modulationsrauschen vermutlich auch erst richtig störend. Man hatte vorher sozusagen andere Sorgen.
Viel Grüße
Manfred
