Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung"
#1
(abgetrennt vom Thread Bandmaschine überfordert,trotz 38cm/ Halbspur)

Jetzt mal Butter bei die Fische, auch wenn das Musikbeispiel nicht jedem gefallen mag:
https://we.tl/t-DhT1IKZtRK
Diese Einspielung von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" wurde 1977 auf einer A77 HS ohne Rauschminderung aufgenommen, Bandtyp Agfa PEM 468.
Mein Digitalisat stammt von der davon veröffentlichten LP (Masterband liegt beim Verlag).
Wem die damit erzielbare Dynamik nicht ausreicht, sollte vielleicht besser bei Digital bleiben.

Grüße
Peter

(Edit: Neu hochgeladen, vorherige Audiodatei versehentlich auf 44/16 konvertiert.)
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#2
Hallo Peter, hallo in die Runde,

das hat ja was mit Orgel. Eine sehr schöne Interpretation des Werkes.
Ich habe allerdings nur zugehört und nicht meine Ohren und Anlage getestet.
Vielen Dank für die Lademöglichkeit.

Viele Grüße
Manfred
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#3
Liebe Freunde des gewickelten Magnetbandes Big Grin ,
der Start des Themas war reißerisch und inhaltsleer, aber die Entwicklung des Fadens war aus meiner Sicht durchaus lesenswert. 

  • Die CD ist jetzt jedenfalls auf dem Weg zu mir, wobei mich die Dynamik weniger interessiert als die Musik selbst. 
  • Peters Aufnahme aus der Neanderkirche ist trotz der Vinyl-Störgeräusche der Knaller. Nicht zu fassen, dass die Aufnahme "nur" mit einer A77 gemacht worden sein soll. Die Dynamik hat mich nicht umgehauen (vielleicht limitiert die LP dafür schon zu sehr?), aber die Klarheit vor allem in den Bässen, aber auch in den Tutti-Passagen, die saubere Räumlichkeit... Herrlich! Jetzt kenne ich die Orgel von Konzertbesuchen einigermaßen, auch wenn die letzten Besuche schon lange her sind. So nah war ich der Orgel aber noch nie wie auf deiner Aufnahme, Peter! Weißt du noch, mit welchen Mikrofonen du gearbeitet hast? 
  • Eure Gedanken zu den Möglichkeiten von Tonbandmaschinen waren für mich mal wieder erhellend. 
  • Schön war auch zu lesen, wie ihr mit dem Thema umgeht. Man kann auch einen reißerischen Thread durchaus mit Ernsthaftigkeit behandeln und damit Trollen das Futter entziehen. Eine intelligente wie elegante Lösung - merke ich mir  Blush . 
Ich erinnere mich noch an einige CDs, die in den 80ern mit Warnhinweisen herausgegeben wurden, man möge die Wiedergabelautstärke begrenzen, um Schäden an den Lautsprechern zu vermeiden. Die Gefahr bestand bei unseren Anlagen - wir waren damals junge Lümmel - nicht, denn bei höheren Lautstärken verzerrten die bescheidenen Geräte fernöstlicher Provinienz derartig, dass sich lautes Hören damit ohnehin verbot und die mangelnde Impulstreue der Verstärker schützte die Lautsprecher zusätzlich. Was hätten wir damals darum gegeben, diese CDs einmal auf einer "richtigen" Anlage zu hören! Das ist mein persönlicher Senf zum Thema "Luxusprobleme". 

Übrigens: eine von den CDs habe ich heute, aber auch eher wegen der Musik. Es handelt sich um Billy Cobhams Glassmenagerie mit dem Album "Stratus". Im Booklet wurden die genauen Mikrofontypen aufgelistet (damals böhmische Dörfer für mich. Ich habe Böhmen kennengelernt und mich in das Land verliebt - in das sprichwörtliche wie das echte...) und in einem Artikel (aus der Stereoplay?) wurde die CD in den Himmel gelobt. Nun: klanglich ist sie sehr sauber, aber keine Offenbarung. Die Musik mag ich allerdings ungebrochen seit  über 30 Jahren...
Liebe Grüße
Thomas
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#4
(11.11.2021, 22:39)Darwin schrieb: Die Dynamik hat mich nicht umgehauen (vielleicht limitiert die LP dafür schon zu sehr?),

Es war umgekehrt: Registrierung und Dynamikumfang der Orgel wurden an die Systemdynamik der Magnetaufzeichnung so angepasst, dass Aussteuerungskorrekturen praktisch unnötig wurden. (Professionelle tontechnischen Ahnen haben nicht selten so gedacht und gearbeitet; heute nennt man das "mediengerechte Interpretation und Aufzeichnung", ein terminus technicus, der sich erst in den letzten 30 Jahren eingebürgert hat.)

(11.11.2021, 22:39)Darwin schrieb: Weißt du noch, mit welchen Mikrofonen du gearbeitet hast?

Nur mit Mühe. Ich war für die Aufnahme auch nicht verantwortlich, sie wurde ein Jahr vor meinem Studienbeginn als Praxisübung von den Düsseldorfer Ton- und Bildingenieuren unter der Leitung des damaligen Studioleiters Hans Schlosser durchgeführt. Ich habe nach der Digitalüberspielung lediglich eine Reihe indiskutabler Schnitte "versäubert".

Auf jeden Fall waren 2x U87 (Niere) in Groß-AB als Stützen beteiligt. Das Hauptmikro könnte entweder ein SM 23 gewesen sein, oder eine Druckempfängeranordnung (KM 53 o.ä.). Letztere würden die gut aufeinander abgeglichenen Abbildungsbreiten von Orgel und Raumhall schlüssiger erklären.

Die Neanderkirche hat eine wirklich fantastische Akustik, da "geht" wirklich alles, von der Solostimme bis zum Mahlerschen Sinfonieorchester. Leider ist der Altstadt-Trubel drumherhum mit jedem Jahr aufdringlicher geworden, und das praktisch rund um die Uhr. Eigentlich kann man nur noch am Karfreitag, Allerheiligen, Totensonntag und Heiligabend dort arbeiten ...

Grüße
Peter
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#5
Nochmal zurück zu "grenzwertiger" CD-Dynamik ...

Hier eine Transkription desselben Werks aus #18, nur mit komplett anderer Interpretation, Klangvorstellung und fortgeschrittener Audiotechnik: https://we.tl/t-gIC4dzMszc

Unter anderem mit dieser CD habe ich Mitte der 1990er Jahre meine Lautsprecher (IQ 5) ausgesucht und bin seitdem bei ihnen geblieben, wenngleich ich sie später mit einem Subbass ergänzt habe. Vor allem der "Gnomus" (ab 1'26") hatten mich damals überzeugt.

Achtung: Bei 2'16" geht's ziemlich tief runter, doch da gibt's durchaus noch extremere Beispiele Cool

Grüße
Peter
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#6
(12.11.2021, 09:22)luedre schrieb: Egal was man machen will, irgendeiner stört immer.

Und gleich fällt mir dazu das ein:
https://youtu.be/AHeprFpgUmc
https://youtu.be/xBSkLDbVPqQ

Und weil's gerade so schön passt:

.pdf   Joachim Ernst Berendt - Das Dritte Ohr (1985) p 147.pdf (Größe: 31,85 KB / Downloads: 20)
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#7
.....neiiiin.....ist noch nicht gut.
Konnte mir die CD jetzt leihen und kann in Kürze auch meinen Mostrich dazugeben.

Kaum hatte ich sie in der Hand, las ich "Miller and Kreisel". Mir bestens bekannt von ihren Schallplatten, von einer der größten Kirchenorgel der Welt,
bei denen man beim abspielen den Tonarm oszillieren sieht, wenn der aufgezeichnete Infraschall der Orgel abgetastet wird.

.....aber das ist eine andere Geschichte......
Gruß
Manfred

....und jetzt mit einer weiteren Verbesserung der Grundig TS1000.....
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#8
@timo
Hi Timo!
Dein Vorschlag ist gut. Wenn ich das richtig habe, gehören die Beiträge 18, 19, 31, 32, 36 und 37 zum Orgel-Thema. Und dieser Beitrag Big Grin . Ich weiß nicht, ob du einzelne Beiträge isolieren kannst? Ansonsten: es geht bei 18 los  Tongue . 


@Peter Ruhrberg
Hi Peter!
Ich habe mal nachgesehen, welche Mikrofone du meinen könntest. Das U87 ist mir sogar persönlich bekannt (was bei so teuren Mikros nicht selbstverständlich ist). Das KM53 gibt es von Telefunken und Neumann (vielleicht sogar baugleich? Oder Fehler im Internet?), beim SM23 meinst du das SM23c von Neumann, ein Stereo-Mikrofon? Danke dir auf jeden Fall für die Informationen - auch wenn ich nicht mehr der Jüngste bin, bin ich doch noch jung genug, um dazuzulernen. Ich hoffe, dass das noch lange so bleibt. 

Die Aufnahme, die du zur Verfügung gestellt und mit der du deine Boxenwahl getroffen hast, habe ich gerade heruntergeladen. Mal sehen, was meine Boxen damit machen. Ich habe aber noch einen Kopfhörer mit einer exzellenten Bass-Wiedergabe, auf den ich die Aufnahme loslassen werde. Ich vermute, dass meine Boxen tiefere Töne wiedergeben können als ich von meinem Hörplatz hören kann - ich müsste dafür aber den Abstand vergrößern können, was in meinem Abhörraum nicht geht...
Liebe Grüße
Thomas
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#9
Hallo Thomas,

Das KM 53 wurde seit 1953 von Neumann hergestellt und teilweise unter gleichem Namen von TFK vertrieben. Dasselbe galt auch für andere Mikrofontypen, wie z.B. das TFK U 47 M (Original: Neumann U 47).

Die Kleinmikrofone (Neumann-Nomenklatur: KMxx) wurden Anfang der 1950er Jahre wegen der Nachfrage nach unauffälligen Mikrofonkörpern für die Bedürfnisse des sich verbreitenden Fernsehens entwickelt. Das KM 53 mit 21 mm Durchmesser liefert ein gutes Beispiel dafür:

   

Das SM 2 / SM 23 enthält jeweils zwei Kapseln KK 56, die aus je zwei "Rücken an Rücken" montierten KK 54 (17-mm-Nierenkapseln) mit Nickelmembranen von 0,7 µm (!) Dicke bestanden, ursprünglich von der NWDR-Zentraltechnik entwickelt worden waren und deren Richtcharakteristik stufenlos einstellbar war. Allein die Herstellung der Membranen auf galvanischem Wege war äußerst aufwendig, macht sich aber klanglich in einer unübertroffenen Klarheit und Durchsichtigkeit bezahlt, was sich auch in der für Kleinmembraner typischen Gleichmäßigkeit der Richtcharakteristik widerspiegelt:

   

Das obere System war gegenüber dem unterem um +90/-180 drehbar, so dass alle Arten von XY- und MS-Stereofonie (d.h. reine Pegeldifferenzstereofonie, früher Koinzidenzstereofonie genannt, heute würde man one-point-Stereofonie sagen) realisiert werden konnten. Hier die Anordnung der beiden Kapseln:

   


Ein SM 23 c kannte ich bislang nicht, die schaltungstechnischen Unterschiede dürften eher marginal gewesen sein. Hier das Schaltbild eines SM 23:

   

Als Neumann die aufwendige Nickelmembranfertigung aufgab, wurde das SM 2 / SM 23 um 1965 allmählich durch das SM 69 ersetzt, und dieses ab 1970 (weil Telefunken die Fertigung der Miniaturtriode AC 701 k mangels Nachfrage einstellte) durch das SM 69 fet. Diese Mikrofontypen waren mit metallbedampften Polyester-Großmembrankapseln (KK 67) bestückt, was sich dementsprechend klanglich auswirkte. So sah ein SM 69-Kapselkopf von innen aus:

   

Zum Größenvergleich das SM 23 und SM 69 im gleichen Maßstab nebeneinander. Das SM 23 hat einen Durchmesser von 30 mm:

   

Zur Nahfeldwiedergabe von Lautsprechern: Je  nach Bauform ist es nicht ungewöhnlich, wenn mit geringerer Abhörentfernung die Tiefenwiedergabe besser wird.

Grüße
Peter
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#10
Hallo Peter,

gibt es zu der Schaltung des SM23 Erläuterungen,
was mit R18 & R21 abzugleichen ist,
warum die Kapseln 3 Elektroden haben
und was die Regelspannungen (St 1 Kontakte 9 & 11 bzw KKS 2 Kontakte 3 & 6) bewirken ?

MfG Kai
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#11
Vielen lieben Dank, Peter, für deine ausführlichen Erläuterungen! Mit Neumann KM-Mikrofonen (KM 84 als Stereo-Pärchen) kam ich auch schon in Berührung und kann mich an eine sagenhafte Big-Band-Aufnahme erinnern, die ich damit gemacht habe, in plumper Groß-AB-Aufstellung - damit die Mikros weder dem Publikum noch der Kamera im Bild waren. Für mich als Hobbyisten sind die leider viel zu teuer (und zuletzt auch noch einmal saftig im Preis gestiegen) - wobei ich der Meinung bin, dass sie jeden Cent wert sind.

Weißt du zufällig etwas darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen Neumann und TFK zustande kam? Angeblich hat TFK, soweit mein durch das Internet gebildete Halbwissen reicht, selbst legendäre Mikrofone hergestellt, die für teures Geld gehandelt werden. Im Hobby-Bereich hat Telefunken in den 70ern Sennheiser-Mikrofone vertrieben, von denen ich eines habe (und das baugleiche Sennheiser). Im Hobby-Bereich macht die Kooperation aufgrund der geringeren Margen mehr Sinn.

Als ich in die Welt der Aufnahmen eingestiegen bin, war Telefunken schon längst Geschichte und hat eigentlich keinen mehr interessiert - jedenfalls gilt das für den Hobbybereich. Und Tonbandmaschinen waren auch schon out. Bandaufnahmen wurden mit 4-Spur-Geräten gemacht (wir haben mit einem grausamen Fostex- und einem überzeugenden Tascam-Rekorder gearbeitet), 10 Jahre später war das auch schon Schnee von gestern und live-Mitschnitte wurden mit DCC (nervig, die Unterbrechung nach 45 Minuten! - so kurz sie auch war) und MD gemacht. Und dann kam schon die Computer-Ära. Daher rührt auch, was die historischen Gerätschaften angeht, mein Halbwissen.

Nachsatz: das, was du in #10 geschrieben hast, findet man im Netz in der Regel nicht, und wenn oder falls, dann garantiert nicht so fundiert und komprimiert. Mögen deine Informationen in diesem Forum lange erhalten bleiben!
Liebe Grüße
Thomas
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#12
(13.11.2021, 23:08)kaimex schrieb: gibt es zu der Schaltung des SM23 Erläuterungen,
was mit R18 & R21 abzugleichen ist,
warum die Kapseln 3 Elektroden haben
und was die Regelspannungen (St 1 Kontakte 9 & 11 bzw KKS 2 Kontakte 3 & 6) bewirken?

Hallo Kai,

der Abgleich der Widerstände R18 bzw. R 21 scheint der Festlegung des Gegenelektrodenpotentials (+41V) zu dienen.

Die Kapseln haben jeweils drei Elektroden, weil es Doppelmembrankapseln mit gemeinsamer Gegenelektrode sind. Die Polarisationsspannung an der Gegenelektrode bildet das Bezugspotential. Wechselspannungsmäßig sind beide Membranen über C1 und C2 verbunden, die vordere Membran liegt direkt am Triodengitter.

Die Regelspannung an der rückwärtigen Membran verändert die Richtcharakteristik der gesamten Kapsel: Bei 0V addieren sich die Wechselspannungen von vorderer und hinterer Membran (Kugelcharakteristik), bei Potentialgleichheit mit der Gegenelektrode (+41V, wie erwähnt) ist die hintere Membran unwirksam (Niere), bei 79 V werden beide Membran-Wechselspannungen mit umgekehrter Polarität addiert, d.h. subtrahiert (Acht). Diese Regelung kann ferngesteuert und stufenlos erfolgen.

Im Anhang einige erläuternde Dokumente dazu, mein eigener Beitrag ist seiner ursprünglichen Fassung auch hier zu finden: http://www.sengpielaudio.com/Gegenelektr...ingang.pdf

Grüße
Peter


Angehängte Dateien
.pdf   DE000000927037B Großkopf - Umschaltbares Kondensatormikrofon.pdf (Größe: 324 KB / Downloads: 7)
.pdf   GegenelektrodeOderMembranAmEingang2.pdf (Größe: 1,59 MB / Downloads: 6)
.pdf   Gerhart Bore, Stephan Peus - Mikrophone - P37f.pdf (Größe: 44,08 KB / Downloads: 6)
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#13
Peter,

herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen !
Mal wieder ein Beleg dafür, daß auch fortgeschrittenes Alter nicht vor dem Entdecken von noch nicht Gewußtem schützt...

Hat das Nachfolge-Modell SM69 ... auch diese Features oder "braucht man das heute nicht mehr" ?

Zusatzfrage: Ist man zu Groß-Membran gewechselt, weil die verwendeten FETs eine höhere Eingangs-Kapazität haben als die AC701k ?

MfG Kai
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#14
Zum SM 69 findet sich alles Wissenswerte im Anhang, einschließlich Schaltplan.

Ich denke man hat hauptsächlich zur Großmembran gewechselt wegen des kleineren Eigengeräuschs (Ersatzlautstärkepegel), der u.a. der größeren Kapselkapazität und dem höheren Feldbetriebsübertragungsfaktor (schönes Wort) zu verdanken ist.

Die Produktion des SM 69 wurde 2010 eingestellt, es wurde durch das USM 69 mit DC/DC-Wandlern ersetzt.


Angehängte Dateien
.pdf   SM 69 fet BDA.PDF (Größe: 669,09 KB / Downloads: 13)
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#15
Hallo Peter,

es ist mal wieder eine Sternstunde für Geschichte und Hintergründe der Technik in diesem Forum. 
Hier ist es besonders ehrenvoll, weil die alten Mikrofone von Neumann wohl noch immer nicht zum alten Eisen gehören, auch wenn sie nicht mehr hergestellt werden, aber noch in Ordnung sind. Ich glaube, ich weiß, wovon ich schreibe.
Alleine das Suchen eines Patents ist für mich schon öfter zu einer Marathon-Sitzung geworden. (Bei den oberen Links war ich Nummer 2 beim herunterladen).

Langer Rede kurzer Sinn:                          -      Dankeschön    -

Viele Grüße
Manfred
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#16
(14.11.2021, 19:44)Magnettonmanni schrieb: Hier ist es besonders ehrenvoll, weil die alten Mikrofone von Neumann wohl noch immer nicht zum alten Eisen gehören, auch wenn sie nicht mehr hergestellt werden, aber noch in Ordnung sind.

Falls nicht, Siegfried Thiersch hilft: https://www.thiersch-mic.de/
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#17
Hallo Peter,

auch hierfür sende ich meinen Dank.

Den Herrn Thiersch kannte ich überhaupt nicht. Der Junge (war drei Jahre vor mir schon Lehrling) ist ja ganz weit vorne und kann sogar die Nickelmembranen für die schönen, alten Kleinmikrofone selbst herstellen. - Donnerwetter, das ist eine sehr beachtliche Leistung von einem Idealisten.

Viele Grüße
Manfred
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#18
(15.11.2021, 15:41)Magnettonmanni schrieb: auch hierfür sende ich meinen Dank.

Da nich für - man hilft sich, wo man kann. Wenn ich nur an dein aktuelles Geschenk mit den "Federbandführungen" für die M15A erinnern darf ...

Erst gestern hat Michael B(entrup) mir 20 Rollen PER 528 mitgebracht, die ursprünglich aus der laufenden Produktion für Dankerls Bezugsbandabteilung selektiert worden waren. Sobald ich wieder daheim bin, wird es für mich ein spannendes Vergnügen sein, dieses Rohmaterial auf seine Eignung zur Bezugsbandherstellung zu untersuchen, und meine Werkzeuge dafür werde ich vorher noch einmal gründlich schärfen ...

(15.11.2021, 15:41)Magnettonmanni schrieb: Der Junge (war drei Jahre vor mir schon Lehrling) ist ja ganz weit vorne und kann sogar die Nickelmembranen für die schönen, alten Kleinmikrofone selbst herstellen. - Donnerwetter, das ist eine sehr beachtliche Leistung von einem Idealisten.

Ganz nach meinem Geschmack: Dinge so intensiv zu praktizieren und kennenzulernen, dass man sie quasi von innen heraus begreift.

Grüße
Peter
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#19
Lieber Namensvetter,

ich sehe, daß sich die Kreise wieder zunehmend schließen! MichaB. samt sel. PER528, der Hajo vom Elefantentreffen & Choraufnehmer der einsamen Art, der versprochene Dankerl-Schrägspur-Patentkopf wird asap von mir freigelegt ;-) - im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Maschine ist ziemlich 'verstellt'.

Am WE habe ich die beiden Mussorgskys mal angehört: die Tonhallenaufnahme erschien mir (ohne nähere Analyse & Werkzeuge) arg basslastig (kann auch mein Lapptop-Soundkarte gewesen sein), die 77-er Aufnahme von '77 typisch 'minimal-flat' - also guuuuht, hätte der Paule gesagt. Keine Sensation, aber  halt bodenständig.

Man hält sich informiert!

Pit
der R818 in der A-77; ehem. studerserver-files bei Philip van der Matten;
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#20
(15.11.2021, 17:27)user-332 schrieb: ich sehe, daß sich die Kreise wieder zunehmend schließen

Dass ich das noch erleben darf ... ich hoffe noch recht lange.

(15.11.2021, 17:27)user-332 schrieb: der versprochene Dankerl-Schrägspur-Patentkopf wird asap von mir freigelegt ;-)

Versprochen? Da muss ich was verpasst haben, freue mich aber jetzt umso mehr drauf. Was gäbe ich darum, die Hilfsspuraufzeichnung mit meinen jetzigen Möglichkeiten wiederzubeleben, vorausgesetzt der Kopf lässt sich an den AV der M15A adaptieren. Eine Umbauanleitung für den erhöhten Strombedarf der Studer-Köpfe habe ich jedenfalls bereitliegen.

(15.11.2021, 17:27)user-332 schrieb: die Tonhallenaufnahme erschien mir (ohne nähere Analyse & Werkzeuge) arg basslastig

Das ist vor allem der stark spätromantisch angehauchten Orgeldiposition zuzuschreiben. Sowohl die Tonhallenakustik (die als eine der besten der Welt gilt) als auch die Aufnahmetechnik sind untadelig.

(15.11.2021, 17:27)user-332 schrieb: die 77-er Aufnahme von '77 typisch 'minimal-flat' - also guuuuht, hätte der Paule gesagt. Keine Sensation, aber  halt bodenständig.

So würde ich das auch beschreiben. Die klare Rieger-Orgel von 1965 mit ihren markanten Chamaden passt exakt zur hellen Akustik der Neanderkirche, und der mittlerweile 87jährige Oskar Gottlieb Blarr (in Düsseldorfer Kirchenmusikerkreisen als "Ogo" bekannt, https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Gottlieb_Blarr) gehört zu den bodenständigsten Musikern und Komponisten, die ich in meiner fast 50jährigen Karriere (wenn man das so nennen möchte) kennenlernen durfte.

Beispiel: Nach der UA des "Lobgesang der Engel" 1990 in der Düsseldorfer Johanneskirche (Teil seines Weihnachtsoratoriums, genannt "Jesus Geburt", vollendet 1992: https://www.discogs.com/de/release/14863...soratorium) lobte ein anwesender Kritiker der "Rheinischen Post" während der anschließenden traditionellen Chorfeier - mit reichlich gutem hausgemachten Buffet, by the way - über den grünen Klee. Auf dem Höhepunkt der Eloge kommentierte Ogo trocken: "Geile Nummer, wa ...?" worauf der evangelische Saal einmal mehr auf dem Boden lag.

Peter
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#21
(12.11.2021, 09:47)Peter Ruhrberg schrieb: Nochmal zurück zu "grenzwertiger" CD-Dynamik ...

Hier eine Transkription desselben Werks aus #18, nur mit komplett anderer Interpretation, Klangvorstellung und fortgeschrittener Audiotechnik: https://we.tl/t-gIC4dzMszc

Unter anderem mit dieser CD habe ich Mitte der 1990er Jahre meine Lautsprecher (IQ 5) ausgesucht und bin seitdem bei ihnen geblieben, wenngleich ich sie später mit einem Subbass ergänzt habe. Vor allem der "Gnomus" (ab 1'26") hatten mich damals überzeugt.

Achtung: Bei 2'16" geht's ziemlich tief runter, doch da gibt's durchaus noch extremere Beispiele Cool

Grüße
Peter

Hallo,

danke für das Zurverfügungstellen dieser Aufnahme.

Als Fan von Orgelmusik gefällt mir das Musikbeispiel wirklich gut. Der Tiefbass ist beeindruckend. Mein Spielzeug-Spectrum-Analyzer zeigt an der von Dir bezeichneten Stelle und auch an anderen Stellen ordentlich Ausschlag bei 20 Hz und die Tieftöner der Aktivmonitore, die ich als Heimlautsprecher benutze, hatten auch mal wieder was zu tun.

Beste Grüße

Arno
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#22
Dies ist die Fassung von Vladimir Horowitz, aufgenommen 1947, also noch zur Schellackzeit.

Das nenne ich kompromissloses Klavierspiel, und unsere tontechnischen Ahnen wussten ganz genau, was sie taten und was aus dem Medium herauszuholen war:
https://we.tl/t-5XwBzG6dw3

Nach wie vor am meisten beeindruckt mich der Ochsenkarren (Nr. 7), der weniger durch seinen Rhythmus holpert als durch die konsequente Interpretation der von Musskorsgky angegebenen sforzati.
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#23
Hallo Peter,
hallo in die Runde,

das ist ja ganz großartig, was Du da aus Deinem Füllhorn mit Musik so alles herausholst.

Ich jedenfalls bin davon ganz begeistert.

Nun ist der Herr Horowitz ja bekannt dafür, einer von den ganz schnellen Virtuosen gewesen zu sein, wenn es darauf ankam. Aber wenn er die langsamen Sonaten von D. Scarlatti interpretiert, hört man sehr, sehr schöne Musik.

Zum Abhören diese Aufnahmen habe ich nur leicht erhöhte Zimmerlautstärke eingestellt. Zimmerlautstärke waren in den 1960ern 50 mW an einem 5 Ohm Lautsprecher. Leute mit den Röhren EL95 als Gegentakt-Endverstärker waren damals ganz weit vorne und bei denen hörten die Mieter in den Nachbarwohnungen schon richtig gut mit. 
Und für solche Wohnzimmersituationen (damals in den USA war man in den Kreisen, die diese Musik hörten,vermutlich auch schon in der Lage 40 bis50 dB Dynamik zu realisieren)  wurden die Schallplatten hergestellt. Mehr hatte man im Konzertsaal auch nicht, wenn der Sitznachbar hustete oder mit Zellophanpapier oder Papiertaschentuch geraschelt hatte.

Nur die Menschen in den Tonstudios konnten seinerzeit unverzerrt in der Gegend von 90 Phon abhören. Dazu hat Peter Burkowitz so schön in seinen Erinnerungen in etwa geschrieben (ich finde die Literaturstelle jetzt nicht). Bei dieser damaligen Lautstärke des Studiolautsprechers würde ein Walkman- oder mp3-Player-Benutzer schon mal die Batterien auswechseln!!!.

Für Gitarrenliebhaber gibt es die Bilder einer Ausstellung auch auf diesem Instrument gespielt von Kazuhito Yamashita.
Nun habe ich genug geschwärmt.
- Dankeschön -

Viele Grüße
Manfred
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