Neuzugang Revox A77 MK 4 (1979)
#1
Hallo zusammen, ich habe jetzt eine neue Bastelrichtung eingeschlagen, der Winter kommt, man ist mehr im Bastelkeller wie draußen im Garten. Gut...  ich bin Elektrotechniker, habe eine gewisse Affinität zu HiFi glaube aber nicht an sauerstoffreie Kabel ;-) Hier mein A77, es wurde schon ein wenig darin herumgebaut, die Knallfrösche sind dur DC Kondansatoren getauscht wurden und beim Öffnen des Geräts flog mir gleich ein NE555 entgegen der wohl der Drehzahlregelung dient. Komischerweise steckt ein zweiter am richtigen Platz. Kurzer Test, ein Kanal ging nicht, es war die Kopfhörerbuchse, die falsch angesteckt war. Der Bandlauf hat nur ein Kugellager und ist gut befahren. die Capstanwelle ist dreckig und die alten Revox Bänder sehen aus wie Keilriemen meines Autos.... wo soll ich anfangen? Prinzipell läuft der Raumteiler, nur hört er sich auf 3 3/4 etwas telefonig an.
PS: Neue Bänder vom Thomann sind unterwegs.


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#2
mit den innereien kenne ich absolut nicht aus, aber nur ein kugellager stimmt. ist am bandeinlauf.
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#3
Auf jeden fall ein hübsches Maschinchen was du da hast, die A77 ist sehr zuverlässig wenn sie einmal überholt ist.

Anscheinend ist auch schon soweit alles überholt von daher sollte von der Maschine her alles super sein. Nur die Ero Kondensatoren sind falsch, das sind 0,22µF es sollten aber 0,47µF sein, diese würde ich noch tauschen.

Dass der Ton schlecht ist wird vermutlich an den alten Revox Bändern liegen, die sind mist. Ich würde dir empfehlen vor allem mal die Bandführung und die Tonköpfe sauber zu machen.

Bei der Bandführung, die Lager sind eigentlich immer kaputt, da gibt es neue bei Ebay. Hierbei bietet es sich an, auch rechts ein Lager einzubauen und die Gleitführung zu entfernen (Verringert den Abrieb am Band)

Ansonsten sei noch erwähnt dass man auf 3 3/4 ips (9,5cm/s) keine allzu hohe Qualität erwarten kann. Am besten fährt man immer auf 7 1/2 ips (19cm/s) gerade wenn man dickeres Studioband hat was für 19 bzw. 38cm/s ausgelegt ist. Hierbei entfaltet auch die Maschine ihr ganzes Potential und klingt herrlich.

Mal so die kleinen Tips zur Revox.

Was bei einer unrestaurierten zu beachten ist sind halt vor allem die Rifa Kondensatoren, die rauchen immer ab.
Dann gibt es diese Frako "schiffchen" die aussehen wie weiße schiffe, die haben gerne kurzschlüsse. Ansonsten gammeln die Trimmpotis gerne weg und die Tantal sind auch in vielen Fällen hinüber. Das ist so die typische Überholung von Revox Maschinen.

Gruß
Martin
Ich bin der blaue Technik Fuchs :3
Am meisten arbeite ich mit Röhrentechnik und eigne mir hierbei derzeit die Welt der NF Technik an. Vor allem was den Bereich NF Verstärker angeht, baue ich auch viel.
Derzeitige Bandgeräte: Revox A77 MKIII in Nussbaum, A77 MKIII im Koffer, Grundig TK8, TK19, TK830, Tesla B93, Uher Variocord 263, Variocord SG520, Royal de Luxe
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#4
..die Audiosteckkkarten sind bestimmt nicht aus der Werksbestückung, da gemischt als Pertinaxausführung und Epoxy. Weiterhin befinden sich noch anfällige Roederstein Elkos auf dem Interconnection Board, sowie olle Frakos & ROE auf den Audio-Steckkarten. Gleiches gilt für die Netzteilplatine und Tonmotorregelung, alles noch alter Kram an C's verbaut.

Da muss noch alles auf links gedreht werden, da am Gerät etwas unbedarft gewerkelt wurde.


Thomas

PS: Warum sind transparente Folien (Tesa?) an der Netzteilleiterplatte?

PPS: Warum steht der Netzspannungswahlschalter auf 250V AC ? Völliger Quatsch!
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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#5
OK Danke, ich werd mich dann jetzt so stück für Stück durch die Kondensatoren ackern. Hier schon die erste Auffälligkeit, die BC 108 wurden durch BC238B ersetzt. Sollte man die zurückbauen? Witzig: der Kondensator auf der Rückseite für die höhere Übersprechdämpung. Mal guggen ob das so bleibt. Big Grin


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#6
Stimmt du hast recht, links stecken noch die Elkos.

ich hatte hauptsächlich auf dem letzten Bild geschaut wo vorne die neuen Elkos eingelötet wurden und die neuen Trimmer vor allem.
Ich bin der blaue Technik Fuchs :3
Am meisten arbeite ich mit Röhrentechnik und eigne mir hierbei derzeit die Welt der NF Technik an. Vor allem was den Bereich NF Verstärker angeht, baue ich auch viel.
Derzeitige Bandgeräte: Revox A77 MKIII in Nussbaum, A77 MKIII im Koffer, Grundig TK8, TK19, TK830, Tesla B93, Uher Variocord 263, Variocord SG520, Royal de Luxe
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#7
(05.10.2021, 16:36)Gyrator schrieb: ..die Audiosteckkkarten sind bestimmt nicht aus der Werksbestückung, da gemischt als Pertinaxausführung und Epoxy. 
Thomas

Thomas, das ist alles Pertinax, helles und dunkles.
Ist eine hohe Seriennummer kurz vor Ende der A77, da werden die Leiterkarten in kleineren Losgrößen nachgefertigt worden sein. Habe auch so eine Mk IV mit unterschiedlich hellen Pertinax-Leiterkarten.
VG Jürgen
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#8
Ist der Entstörkondensator auf der Capstan-Steuerung auch schon ausgetauscht? Kann ich auf den Bildern nicht erkennen. Wenn nicht, würde ich da anfangen, bevor der die Bude voll stinkt. Geht mit ruhiger Hand auch ohne die Platine auszubauen (Kabel mit einem Schraubendreher vorsichtig zur Seite drücken.)

(05.10.2021, 16:30)CopperWire_BlueFox schrieb: Hierbei bietet es sich an, auch rechts ein Lager einzubauen und die Gleitführung zu entfernen (Verringert den Abrieb am Band)

Dann gibt es diese Frako "schiffchen" die aussehen wie weiße schiffe, die haben gerne kurzschlüsse. Ansonsten gammeln die Trimmpotis gerne weg und die Tantal sind auch in vielen Fällen hinüber. Das ist so die typische Überholung von Revox Maschinen.

Gruß
Martin
Was meinst Du mit "Gleitführung" entfernen?
Ansonsten sind alle Frakos kritisch. Die radialen, goldenen, Runden fangen bei einigen Geräten schon an, auszulaufen...

(05.10.2021, 16:41)likeme schrieb: Witzig: der Kondensator auf der Rückseite für die höhere Übersprechdämpung. Mal guggen ob das so bleibt. Big Grin
Da steckt schon ein Sinn hinter und daher sollte das auch so bleiben. Platz genug ist ja da.

Hier noch der übliche Verweis auf den sehr ausführlichen Thread vom hannoholgi:
https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=17121
Da ist eigentlich alles erklärt.

Gruß
Robert
Studer A807 (2-Spur 0,75) - Revox A700 (2-Spur) - A77 MK IV HS (2-Spur), A77 MK III (4-Spur) - B77 MK I (2-Spur) - PR99 MK I (Vollspur) - G36 MK III HS (2-Spur) - Modell (A)36 - Uher Report 4100 V - Tandberg 10X (4-Spur) - Braun TG1000 (2-Spur) - Uher Logic 630 (2-Spur)
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#9
(05.10.2021, 16:41)likeme schrieb: OK Danke, ich werd mich dann jetzt so stück für Stück durch die Kondensatoren ackern. Hier schon die erste Auffälligkeit, die BC 108 wurden durch BC238B ersetzt. Sollte man die zurückbauen? Witzig: der Kondensator auf der Rückseite für die höhere Übersprechdämpung. Mal guggen ob das so bleibt. Big Grin

Von der Funktion her ist das wurscht, ob BC 108 oder ein anderer npn-Typ.... Mich würde da mehr stören, dass die Beinchen da nicht vernünftig eingelötet, sondern angestückelt sind! Eine Vorgehensweise, die ich bei einer leicht rauszuziehenden Platine überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich mache das gelegentlich so bei den axialen Elkos auf dem Switchboard, wenn ich es nicht ausbauen will/muss.
Heutzutage kann man alle Transistoren auf den NF-Stufen durch die rauscharmen Typen BC 550 (npn) und 560 (pnp) ersetzen. Die Verstärkungsgruppen sollte man dabei aber in kritischen Stufen einhalten.

Die 150 µ-Elkos hat Studer sicher nicht aus Spaß auf Vorder- und Rückseite angeordnet. Ich baue die neuen auch immer wieder so ein, obwohl ich noch keine Messungen des Übersprechens zwischen den Kanälen durchgeführt habe. Statt 150 kann man da ohne Weiteres 220 µ nehmen. Ich habe aber noch einen Haufen 180er in radialer Ausführung, die baue ich da ein...

Den Netzspannungswähler solltest du unbedingt auf 240 Volt stellen (in ländlichen Netzen vielleicht sogar auf 220), bei der 250er Einstellung bekommst du evtl. Schwierigkeiten mit der stabilisierten Gleichspannung und vor allem mit der Betriebsspannung der Motoren!
Als Entstörer an den Relais hat Studer immer 470 nF-X2-Kondis eingesetzt. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob 220 nF vielleicht denselben Zweck erfüllen.

Noch ein Tipp, speziell für die Drehzahlregelung der späten Ausführung: auf der Platine sind bereits werksseitig Bohrungen für einen 22mm-Spindeltrimmer vorhanden. Damit lässt sich die korrekte Drehzahl erheblich weniger fummelig einstellen als mit dem 270°-Trimmer! Hier siehst du es:

   

Dieser Tipp gilt analog auch für die Capstanregelungen von B77 und PR99.

Weiterhin viel Erfolg bei der Überholung!

Gruß
Holgi
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#10
Moinsen,

irgendwie kommt alles wieder...

Die Empfehlung rechts in der Bandführung ein Lager einzusetzen. Das hat hierzuforen schon wahre "Glaubenskriege" ausgelöst. An sich haben sich die Jungs in der Schweiz damals schon etwas dabei gedacht. Kann man mit ein bißchen Stöbern hier alles noch finden. Davon abgesehen, warum sollte ich aus kaufmännischer Sicht ein extra anzufertigendes Bauteil einbauen, wenn es ein Standardteil, das zudem schon an anderer Stelle verbaut wird, genauso tut? Es muss eine Teilenummer angelegt werden, Ersatzteile sind vorzuhalten usw.

Sollten neue Lager benötigt werden, empfehle ich Standardindustrieware (ja, auch SKF und FAG lassen durchaus in China fertigen...), da braucht es nix besonderes. Und so etwas würde ich nicht bei epay kaufen. Die Preise sind da teils echt abenteuerlich.

Alte Bänder: Da sollten wir doch etwas differenzieren. Meine 601er Bänder sind noch gut brauchbar. Die anderen Revoxsorten sind in der Tat meist für die Tonne. Von den neulich gekauften 20 Stück konnte ich die Hälfte am Stück von der Spule schneiden (das hatte ich aber einkalkuliert).

Man tut der A77 im Normalfall keinen Gefallen mit dicken Studioband. Ohne weitere Modifikationen (erhöhter Bandzug usw.) kommt da keine rechte Freude auf. 

Wenn die A77 nach Telefon klingt, sollte zunächst geklärt werden, ob sie sauber, korrekt justiert und auf die verwendete Bandsorte eingemessen ist. Danach kann man mal nach den Bändern schauen. Im Laufe der Jahrzehnte verlieren die Aufnahmen schon ein wenig an Höhen und Brillianz.

Auf den Fotos sehe ich recht neue Trimmpotis. Wenn nach deren Austausch nicht neu eingemesssen wurde, braucht man sich über seltamen Klang nicht zu wundern.

Zur Betriebsspannungeinstellung noch ein Tip: Ich hatte bei Einstellung auf 240V  Schwierigkeiten, die 21V sauber einzustellen. Zurück auf 220V und es geht.

Bis denn dann
Mathias
G36, A77, A77 HS, A700 - Alles dreht sich!
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#11
Günstige Lager gibt es auch bei eBay. Natürlich nicht unter dem Suchbegriff "A77 Bandeinlauflager" sondern unter der Typenbezeichnung. Müsste 626Z sein, wenn nicht wird mich bestimmt jemand korrigieren. Wink
Und nachdem bei 2 Geräte die neuen SKF Lager bereits nach 1,5 Jahren wieder anfingen krach zu machen, habe ich auch die billigen eingebaut.
Studer A807 (2-Spur 0,75) - Revox A700 (2-Spur) - A77 MK IV HS (2-Spur), A77 MK III (4-Spur) - B77 MK I (2-Spur) - PR99 MK I (Vollspur) - G36 MK III HS (2-Spur) - Modell (A)36 - Uher Report 4100 V - Tandberg 10X (4-Spur) - Braun TG1000 (2-Spur) - Uher Logic 630 (2-Spur)
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#12
(05.10.2021, 19:51)q-tip schrieb: Ist der Entstörkondensator auf der Capstan-Steuerung auch schon ausgetauscht? Kann ich auf den Bildern nicht erkennen. Wenn nicht, würde ich da anfangen, bevor der die Bude voll stinkt. Geht mit ruhiger Hand auch ohne die Platine auszubauen (Kabel mit einem Schraubendreher vorsichtig zur Seite drücken.)

(05.10.2021, 16:30)CopperWire_BlueFox schrieb: Hierbei bietet es sich an, auch rechts ein Lager einzubauen und die Gleitführung zu entfernen (Verringert den Abrieb am Band)

Dann gibt es diese Frako "schiffchen" die aussehen wie weiße schiffe, die haben gerne kurzschlüsse. Ansonsten gammeln die Trimmpotis gerne weg und die Tantal sind auch in vielen Fällen hinüber. Das ist so die typische Überholung von Revox Maschinen.

Gruß
Martin
Was meinst Du mit "Gleitführung" entfernen?

Du hast rechts ja kein Lager sondern nur eine "normale" Führung wo das Band durchgleitet
Und dieses kann man auch durch ein Lager ersetzen um die Reibung zu verringern und die Lebenszeit des Bandes zu erhöhen.
In dem Set was ich gekauft habe waren immer 2 Lager drin, er empfiehlt auch rechts ein Lager einzusetzen.

Gruß
Martin
Ich bin der blaue Technik Fuchs :3
Am meisten arbeite ich mit Röhrentechnik und eigne mir hierbei derzeit die Welt der NF Technik an. Vor allem was den Bereich NF Verstärker angeht, baue ich auch viel.
Derzeitige Bandgeräte: Revox A77 MKIII in Nussbaum, A77 MKIII im Koffer, Grundig TK8, TK19, TK830, Tesla B93, Uher Variocord 263, Variocord SG520, Royal de Luxe
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#13
Bei Einstellung auf 240 V hatte ich noch nie Schwierigkeiten, die 21 V einzustellen, und ich habe schon um die 15 A77 überholt! Da muss wohl eure Netzspannung unter 225 V liegen (hier in Hannover haben wir zwischen 232 und 235 V) oder im Gleichrichter ist eine Diodenstrecke durch oder ein anderes Bauteil in der Regelung ist nicht okay.
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#14
Mit der Einstellung 240V hat man (maximal) Probleme mit dem Umspulen da weniger Drehmoment.

Zitat:In dem Set was ich gekauft habe waren immer 2 Lager drin, er empfiehlt auch rechts ein Lager einzusetzen.

Mit dem rechten Kugellager erhöht sich die Möglichkeit eines "Wuups" beim Bandstart bei kleinem Aufwickeldurchmesser, da weniger Reibung. Die fixe Umlenkrolle fungiert als eine Art rudimentäre Bandzugregelung: Bei kleinem Wickel mehr Umschlingung und mehr Reibung und vice versa.
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.
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#15
Gut das ihr das mit den 250V bemerkt habt!! ;-) Ich merke schon, je tiefer und genauer ich das Gerät inspiziere, desto mehr Optimierungsbedarf besteht. Defekte Kondensatoren mit halber Kapa ohne äußeren Schäden hab ich auch schon (einige) gefunden. Hab auch noch nie einen Kondensator mit 1600µ und 3V gesehen!!! Potis waren auch einige defekt oder grenzwertig. Gottseidank gibt es viel Doku zum "Erneuern" des ganzen Gerätes. Gestern hab ich noch festgestellt das die Aufnahme nur bedingt klappt, das Löschen von Tapes mit Null Pegel hinterlässt Restmusik mit Brummen vermischt.... Ich sehe schon, das Projekt benötigt viel Muse! Ich werde berichten!
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#16
Dass das löschen ned klappt kann ggf. auch an einem verdreckten Löschkopf liegen.

Ich hatte das bei meiner A77 mal, ein schlechtes Band durchgezogen was die Köpfe vollgeschmiert hat und auf einmal was die Widergabe sowie Aufnahme total Dumpf und leise und gelöscht hat die auch kaum noch.
Einmal gereinigt und alles war wieder top.

Ansonsten kann das natürlich auch am Löschoszillator liegen wenn da noch alte evtl. defekte Bauteile drauf sind.

Gruß
Martin
Ich bin der blaue Technik Fuchs :3
Am meisten arbeite ich mit Röhrentechnik und eigne mir hierbei derzeit die Welt der NF Technik an. Vor allem was den Bereich NF Verstärker angeht, baue ich auch viel.
Derzeitige Bandgeräte: Revox A77 MKIII in Nussbaum, A77 MKIII im Koffer, Grundig TK8, TK19, TK830, Tesla B93, Uher Variocord 263, Variocord SG520, Royal de Luxe
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#17
Hallo Likeme (hast Du auch einen Namen?)

Dein Schätzchen ist zwar für eine A77 ein "Junger Hüpfer", trotzdem etwas in die Jahre gekommen. Teilweise instand gebastelt, aber bisher nicht gründlich revidiert. Das solltest Du jetzt nachholen. Ein entspanntes Vorgehen dabei schont den Blutdruck immens.



Ich würde jetzt gar nicht großartig rumpobieren, was funktioniert und was nicht. Wie Du schon erkannt hast sind teils Trimmpotis defekt, teils Kondensatoren. Jetzt kannst Du natürlich jeden Kondensator einzeln ausmessen und bei Bedarf tauschen. Ich würde eher jetzt alles austauschen was nach Elko und Trimmpoti aussieht. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von magischen Rauch drastisch reduziert. (Sind Bandführung und Köpfe schon gründlichst gesäubert? ;-) )



Die Mechanik (damit sind auch die Schiebeschalter, Drehschalter und Potis gemeint) auf Vordermann bringen (Bandberuhigungshebel nicht vergessen). Bis hierher alles relativ einfach.




Aber jetzt: Entmagnetisieren. Einmessen. Kriegst Du das hin?





Bis denn dann

Mathias
G36, A77, A77 HS, A700 - Alles dreht sich!
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#18
(06.10.2021, 13:17)likeme schrieb: Gut das ihr das mit den 250V bemerkt habt!! ;-) [...] Gestern hab ich noch festgestellt das die Aufnahme nur bedingt klappt, das Löschen von Tapes mit Null Pegel hinterlässt Restmusik mit Brummen vermischt....
Wo schon die Spannung so seltsam eingestellt war, würde ich auch auf jeden Fall prüfen, ob die drei Sicherungen die korrekten Werte haben. Ich hatte es schon mehrmals, dass die durch welche ersetzt wurden, die deutlich mehr aushalten...

Was das unvollständige Löschen der Bänder betrifft: Ist Deine A77 1/2-Spur oder 1/4-Spur? Wenn 1/2-Spur, schau mal, ob der richtige Oszillator im Gerät ist und nicht der für die 1/4-Spur Version...

Gruß
Robert
Studer A807 (2-Spur 0,75) - Revox A700 (2-Spur) - A77 MK IV HS (2-Spur), A77 MK III (4-Spur) - B77 MK I (2-Spur) - PR99 MK I (Vollspur) - G36 MK III HS (2-Spur) - Modell (A)36 - Uher Report 4100 V - Tandberg 10X (4-Spur) - Braun TG1000 (2-Spur) - Uher Logic 630 (2-Spur)
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#19
(06.10.2021, 20:17)BassMate schrieb: Hallo Likeme (hast Du auch einen Namen?)

A: Christian :-)

Dein Schätzchen ist zwar für eine A77 ein "Junger Hüpfer", trotzdem etwas in die Jahre gekommen. Teilweise instand gebastelt, aber bisher nicht gründlich revidiert. Das solltest Du jetzt nachholen. Ein entspanntes Vorgehen dabei schont den Blutdruck immens.

A: Das ist der Plan, nicht schnell schnell so wie der Vorbesitzer.

Ich würde jetzt gar nicht großartig rumpobieren, was funktioniert und was nicht. Wie Du schon erkannt hast sind teils Trimmpotis defekt, teils Kondensatoren. Jetzt kannst Du natürlich jeden Kondensator einzeln ausmessen und bei Bedarf tauschen. Ich würde eher jetzt alles austauschen was nach Elko und Trimmpoti aussieht. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von magischen Rauch drastisch reduziert. (Sind Bandführung und Köpfe schon gründlichst gesäubert? ;-) )

A: ja die sind sauber.


Die Mechanik (damit sind auch die Schiebeschalter, Drehschalter und Potis gemeint) auf Vordermann bringen (Bandberuhigungshebel nicht vergessen). Bis hierher alles relativ einfach.

A: ist noch ToDo.

Aber jetzt: Entmagnetisieren. Einmessen. Kriegst Du das hin?

A: ich denke mit Geduld und Forum schon, alles da Scope, Generator... was muss noch?
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#20
(07.10.2021, 00:09)Was das unvollständige Löschen der Bänder betrifft: Ist Deine A77 1/2-Spur oder 1/4-Spur? Wenn 1/2-Spur, schau mal, ob der richtige Oszillator im Gerät ist und nicht der für die 1/4-Spur Version... schrieb: Gruß
Robert

Wie kann ich das feststellen? Ich habe ein 4 Spur System, auf der Spule ist keine Bezeichnung.

PS: Entschuldigt den fetten Kondensator, der lag gerade rum, kommt wieder raus ;-)


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#21
Wenn auf dem Schirmgehäuse der Spule eine gelbe Edding-Markierung zu finden ist, wie auf deinem Foto, ist es die Viertelspur-Ausführung. Rot kennzeichnet Halbspur.

Und noch eine Anmerkung zu den zahlreichen Ratschlägen zum Einbau eines Kugellagers in der rechten Bandführung: Da reicht es leider nicht, nur ein Lager käuflich zu erwerben, denn selbiges ist 6,0 mm breit, das Tonband aber 6,3! Es gehören da noch zwei Passscheiben 6 x 8 x 0,18 mm oder 6 x 10 x 0,18 über und unter das Lager. Notfalls kann man an dieser Stelle (rechts) auch 0,2 mm-Scheiben nehmen, die sind erhältlich. Links müssen aber unbedingt die originalen drinbleiben, damit die korrekte Höhenführung des Bandes an den Köpfen gewährleistet ist, was besonders bei der Viertelspurversion wichtig ist. Es gibt ja keine weitere, feste Führung mehr vor dem Aufnahmekopf! Das ist eindeutig ein Konstruktionsfehler, der sich aber nicht mehr ändern lässt, da in dem Zwischenraum Löschkopf/Aufnahmekopf kein Platz ist.

Scheiben und Kugellager kann ich dir schicken, dann brauchst du nicht lange nach Bezugsquellen zu suchen. Bei Bedarf bitte PN.

Zum Einmessen benötigst du außer Sinusgenerator und Millivoltmeter unbedingt ein Messband mit dem Bezugspegel 257 nWb/m und einem Signal für die Azimutjustage, am besten (zur Vermeidung von Nebenmaxima) sowohl einen 10 kHz-Sinus als auch ein hochpassgefiltertes Rauschsignal.
Im Zweifel empfehle ich dir, dazu unseren lieben, "foreneigenen" Peter Ruhrberg Wink zu kontaktieren, der fertigt Messbänder höchster Präzision nach deinen Wünschen an!

LG
Holgi
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#22
(07.10.2021, 08:21)hannoholgi schrieb: Wenn auf dem Schirmgehäuse der Spule eine gelbe Edding-Markierung zu finden ist, wie auf deinem Foto, ist es die Viertelspur-Ausführung. Rot kennzeichnet Halbspur.
LG
Holgi
Da ist auch links auf der Leiterkarte ein Stempel, den lese ich als "4 Track".
VG Jürgen
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#23
Stimmt, mit etwas Fantadu... Wink
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#24
Hallo zusammen, aktuell habe ich aus den Steckmodulen sämtliche Kondensatoren und Potis erneuert. Hab ausschließlich bei Reichelt bestellt. Die Transistoren habe ich alle durch BC550C und BC560C ersetzt, außer beim Löschoszillator, der scheint ja zu funktionieren, lt. Oszilloskop 119kHz. So richtig defekt waren nur 2 Trimmer und 2 Elkos die aber nur weniger Kapazität hatten. Die Reservekugellager meiner Lüftungsanlage waren die Selben wie die Führungslager und Passcheiben waren auch noch in der Bastelkiste. Mein subjektives Hörgefühl... naja es ist schon etwas besser geworden aber, das mit dem Löschen klappt nicht 100%, es bleibt immer ein Geistersprech übrig den man zwar nur hört wenn 0 Signal am Eingang ist. Ein Entmagnetisieren aller Metallteile brachte etwas Verbesserung, ebenso die Verwendung Maxell UD Bändern statt den Revox Schleifbändern. Aber ganz weg ist es nicht. Den Löschkopf habe ich auch mal mit dem Kopfhörer zurecht positioniert, so das er die optimale Stellung (wohl 90°) zum Bandlaufweg hatte. Gibt es sonst noch einen Hebel den man hier ansetzten kann?


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#25
Ist die Höhe des Löschkopfes eigentlich korrekt? Dazu hattest du noch gar nichts geschrieben. Das obere Kopfsystem sollte mit der Bandkante abschließen.
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#26
Hallo,

ich hatte das gleiche Problem mit meiner AKAI GX-620.
Die Höhe des Löschkopfes passte nicht.

Siehe hier:
[/url][url=https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=22823#pid278774]https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=22823#pid278774

Gruß, Jan
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#27
Ich habs jetzt rausgefunden, die alten Revox Tapes schmierten immer wieder die Tonköpfe zu, teilweise nach wenigen Sekunden. Meine Kinder haben die jetzt zum Spielen bekommen.... Die Kiste klingt mit altem Maxxel UD Tape jetzt 1:1 wie das Eingangssignal, bin begeistert :-)
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#28
Dodgy Es ist immer dasselbe. Wie oft schon waren Schmierbänder und/oder dreckige obere Kopfsysteme hier schon Ursache für allerhand merkwürdige Symptome. So oft, dass ich es schon nicht mehr zu schreiben wage, obwohl ich es auch hier vermutet habe! 
Und wenn es mal jemand gemutmaßt hat, dann wurde es vehement bestritten. "Nee, die Köpfe habe ich erst neulich gründlich gereinigt, daran kann es unmöglich liegen!"

Leute, benutzt doch bitte keine alten Schmierbänder, wenn ihr eure Maschinen ausprobiert. Es werden sonst im Lauf der Zeit noch dutzende unnötiger Threads eröffnet! Bitte vor dem Hilferuf im Forum erst die Köppe überprüfen, und wenn es sein muss, mit Taschenlampe und Lesebrille... Wink

LG
Holgi
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#29
(15.10.2021, 20:29)likeme schrieb: Ich habs jetzt rausgefunden, die alten Revox Tapes schmierten immer wieder die Tonköpfe zu, teilweise nach wenigen Sekunden. Meine Kinder haben die jetzt zum Spielen bekommen.... Die Kiste klingt mit altem Maxxel UD Tape jetzt 1:1 wie das Eingangssignal, bin begeistert :-)

Kopfschüttel ......
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.
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#30
Hy, das liegt auch daran, das man seine ersten Schritte mit dem Material macht, was gerade da ist. Zum Basteln und verknittern, dachte ich, taugen die schon. Ging krass daneben.... :-(
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