Philips NTRX100 - der Schwiegermutterschreck
#1
Moin,

seit kurzem ist mir dieses "Mini-Hifisystem" (wie es Philips selbst nennt) zugeflogen. Von ferne sieht man die Verwandtschaft zu den Ghetto-Blastern - indes läuft es mit seinem knapp 15kg nicht mehr mit Batterien, sondern mit 220 V - ausschließlich. Dass es nicht für Schwiegermütter gedacht ist, verrät der Blick auf das Gerät selbst. Integriert sind je zwei überblendbare Eingänge für Bluetooth, Klinke und USB; 2 Mikros können zusätzlich angeschlossen werden und Radioempfang (FM) ist möglich. Die Ausgangsleistung von 300 W RMS klingt erst einmal beeindruckend, ist allerdings (wie für alle portablen Geräte) auf einen Klirrfaktor von 10% bezogen. Heute habe ich den Praxistest gemacht.

Der Sound ist brachial und auch außerhalb des Hauses gut vernehmbar. Die untere Grenzfrequenz von 40 Hz scheint annähernd plausibel. Mit einem Pegelmessgerät (dB a) konnte ich ohne größeren Verzerrungen bis ca. 100 dB Musik hören; verschiedene Musikrichtungen und Bassverstärkungsgrade können gewählt; ist aber bei jeder Einstellung ziemlich basslastig. Für kleine Partys scheint es durchaus brauchbar.

Gruß
Peter

p.s. Probehören könnte ich arrangieren.


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#2
DAS nenne ich mal einen Ghettoblaster !! Höllenmaschine !!
meine Spielzeuge: Telefunken M 15, Philips N4520 und Pro12, Akai X330, 201, 266D, ASC 5004, Revox A76,77,78,  Dual TG29, Uher Report4400 und RdL, National RS790S, Teac X 10  und A4300SX, Tandberg3000x und 10 XD, Kenwood KW5066, Sony TC640A, Pioneer RT71,  Denon DP 30L, Teac TN300,  Saba 9241 T+A t160, Elac EL75 u.a.
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#3
Kann man erkennen, wer das Teil wirklich baut ?

MfG Kai
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#4
Es scheint sich um ein relativ junges Gerät zu handeln, ein ähnliches Modell wird (oder wurde zumindest vor kurzem) immer noch vertrieben (klick). Somit liegt der Verdacht nahe, daß es vom chinesischen Unternehmen TPV Technology bzw. TP Vision hergestellt wurde, das die Philips-Unterhaltungselektronik-Sparte übernommen hat.
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#5
(15.09.2021, 01:04)timo schrieb: Es scheint sich um ein relativ junges Gerät zu handeln, ein ähnliches Modell wird (oder wurde zumindest vor kurzem) immer noch vertrieben (klick).

Dieses Produkt ist leider nicht mehr verfügbar
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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#6
Hi,

aus diesem Bericht (http://www.techsmart.co.za/hardware/audi...eaker.html) scheint hervorzugehen, dass das Teil wohl 2014 auf den Markt kam. Das fällt ungefähr in die Zeit, wo sich Philips von seiner verbliebenen Unterhaltungselektronik-Sparte trennen wollte. Den Zuschlag erhielt die Woox Innovations, die dann später (April 2014) an Gibson Brands verkauft wurde, 2019 pleite ging und von TP Visions seit dem fortgeführt wird.

Das von mir vorgestellte Gerät dürfte damit also zwischen fünf und sieben Jahre alt sein. Es wird zwar als Hifi-System vorgestellt, die Stoßrichtung ist indes eine andere. Niemand mag sich vorstellen, dass ein mittelaltes Ehepaar sich so etwas in seinen Partyraum stellt. Gedacht ist es vor allem wegen seiner Bedienungsmimik für jüngere Hobby-DJs. Dafür spricht auch die brachiale Leistung (für ein Gerät dieser Größe) und die Warnaufkleber (dauerhafte Pegel > 85 dB können das Gehör schädigen. Tatsächlich produziert das NTRX100 relativ verzerrungsfrei Pegel an die 100 dB (in einem Meter Entfernung gemessen); mehr wollte ich mir jetzt nicht antun.

Gruß
Peter
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#7
Ich teile Timos Vermutung, da der Design chinesischem Geschmack entspricht.

Wer macht eigentlich den Service für solche Teile, auf denen nur Philips draufsteht ?

MfG Kai
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#8
Hallo Kai,
die Philips-Website habe ich rauf und runter durchsucht: kein spezieller Reparaturservice; Ersatzteile gibts aber hier: https://www.technische-fundgrube.de/Phil...47,54.html
Ansonsten: Selbst Hand an legen
Gruß
Peter
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#9
Meine Frage war mehr prinzipiell gemeint.
Sind die Händler für Reparatur-Service solcher Geräte und zB aller TV-Geräte, auf denen Philips steht, zuständig ?
Bei Philips gibt es keine Unterhaltungs-Elektronik mehr.
Also auch keinen Philips Service.

MfG Kai
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#10
Damit könntest Du doch eventuell Dein Tiefbassproblem beheben ???

War nur so ein Gedanke......

Liebe Grüße !
Nein, ich habe eine Bandmaschine nicht dafür, um das Tonband in die Sättigung zu treiben, nein !
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#11
Moin,
die Frage nach dem Philips-Service ist eher theoretischer Natur: Garantie ist keine mehr drauf; im Falle eines Falles geht's an einen Kollegen oder einem vertrauenswürdigen Service. Im Übrigen würde sich eine Reparatur vermutlich nicht wirklich lohnen. Ja, ich könnte Kai mit Tiefbass unter die Arme greifen.
Habt noch einen schönen Tag
Peter
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#12
Ich habe kein  Tiefpass-Problem.
Wenn es sein muß, kann ich meine Lautsprecher-Boxen auf MFB-Antrieb umschalten, dann gehen sie im Prinzip runter bis ca. 5..7 Hz, was aber sehr unvernünftig wäre und deshalb auf knapp 30 Hz hochpass-beschränkt wird.

Meine Frage zielte auch nicht auf dieses spezielle Gerät ab, sondern auf alle Unterhaltungs-Elektronik, die zur Zeit unter dem Label "Philips" verkauft wird, zB neueste TV-Geräte.
Philips befasst sich  nur noch mit
"Diagnosis & Treatment", "Connected Care & Health Informatics", and "Personal Health".
Von denen schraubt keiner an Unterhaltungs-Elektronik rum, auf der ein Philips Label klebt.

MfG Kai
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#13
Vorsicht, off topic, by the way: Kai hatte ja schon einmal irgendwo erwähnt, die MFB - Boxen machen ordentlichen Tiefbass.
Und sie würden bei, oder mit zunehmender Lautstärke dann dabei begrenzt, was ja irgendwie klar ist.
Ich wusste gar nicht das man den MFB-Modus abschalten kann!
Habe übrigens, die (Valvo-) Lautsprecherchassis die u.a. dabei mit verbaut wurden, in der Clearaudio Delta 3.
Natürlich fehlt dort der Sensor. Als Hochtöner sind dort auch die runden Bändchen verbaut (4 Stück pro Box).

Viele Grüße !!!

PS: Klingt so, als ob Kai die ganz großen hätte, meine Valvos haben je 20cm Bässe, dafür je 2 im Transmissionlinegehäuse.
Sound wie ein Studiomonitor. Deshalb war der Erfolg wohl nur mäßig. Ausserdem waren Sie teuer, für die Zeit.
Nein, ich habe eine Bandmaschine nicht dafür, um das Tonband in die Sättigung zu treiben, nein !
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#14
Hallo,

meine sind Anfang der 70er Jahre selbstgebaut - da mußte die Bearbeitung der Diplom-Arbeit erstmal warten...
Verbaut wurden 25 cm Bass-Chassis von Isophon, in die nach Philips-Vorbild Piezo-Beschleunigungs-Sensoren plus FET-Impedanzwandler eingebaut wurden.
Der Bass kann entweder mit MFB oder passiv entzerrt hinab bis circa 30 Hz betrieben werden.
Anfänglich verwendete Isophon-Mittelton-Kalotten wurden später durch Philips-Mittelton-Kalotten ersetzt.

Ich bin froh, daß damals Schaumstoff-Sicken beim Bass noch nicht üblich waren, denn so werden die Boxen demnächst 50 Jahre alt.

MfG Kai
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#15
Hallo,

danke für die Beschreibung. Damit habe ich nun gar nicht gerechnet, Kai war also damals schon ein Genie !!!

Liebe Grüße !!!
Nein, ich habe eine Bandmaschine nicht dafür, um das Tonband in die Sättigung zu treiben, nein !
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#16
Naja,

andere meinen "Fach-Idiot".
Ich war "einseitig" interessiert und froh, daß ich beim Abitur nicht in Fächern geprüft wurde, die mich nie interessiert hatten, wie zB  Erdkunde, Bio, Reli, Geschichte, deutsche Dichter ...

Außerdem grassierte an dem Institut, an dem ich meine Diplom-Arbeit machte, das Bauen von MFB-Boxen gerade als lokale Epidemie. Man konnte einiges von dem übernehmen, was die Assistenten schon vorgearbeitet hatten.

MfG Kai
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#17
Hallo Kai,

mit den Fächern, die dich nie interessiert haben, sprichst du mir aus der Seele.

MfG, Tobias
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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