Unterschiede zwischen Chrom und Chrom Substitut Bändern
#8
Also ich habe welche der ältesten Chromcassetten von BASF aus dem ersten Lineup. Man kann die noch gut nutzen. Ich schätze mal, dass sie noch nie besonders hohe Pegel vertragen haben, aber wenn man sie vorsichtig aussteuert, dann geht das immer noch klar. Man sollte natürlich keinen Deep House mit Sub Bass drauf aufnehmen, aber wenn man zeitgemäße Pop Rock oder Schlager Musik aufnimmt, kann das wirklich passabel klingen und dann gehen auch noch recht hohe Pegel. Es kommt in erster Linie wirklich immer auf den Bassanteil und die Lautheit an.

Meine Beobachtungen sind, dass die Alterung wohl in den ersten Jahren extremer statt gefunden haben muss, weil ich bisher nicht fest stellen konnte, dass Aufnahmen, die ich auf solchen Cassetten in den letzten 15 bis 20 Jahren gemacht habe merklich schlechter geworden sind. Die waren von Anfang an etwas zickig, wenn man es aber geschafft hat, sie möglichst gut einzupegeln fallen auch leicht angezerrte Bässe nur im direkten Vergleich auf. Dass sie unterschiedlich gut aussteuerbar sind habe ich auch fest gestellt, ich hatte speziell von BASF aber Keine, die man nicht mehr benutzen konnte, das mit dem Dolby funktioniert halt meistens nicht mehr so gut. Die Durchkopiereffekte kommen bei mir immer schon direkt nach der Aufnahme, sind aber erträglich.

Bei AGFA ist das Problem, dass sich das Bindemittel auflöst. Die Bänder sondern dann weiße Kristalle ab, die sich auch in die Magnetschicht fressen. Speziell die alten silbernen Superchrom sind bei mir da ALLE betroffen, während Stereochrom teilweise noch ok sind, CRX und HDX und spätere Typen hatte ich noch gar keine die das betraf, die 70er Jahre AGFA Chrom Cassetten sind bei mir Alle ok. Es scheint also speziell die Modelle nach DIN zwischen 81 und 84 zu betreffen. Wenn sie laufen, klingen sie jedenfalls passabel, so auf Chromdioxid II Niveau. Die spätere HDX ist für Chromdioxid sogar ziemlich hoch aussteuerbar.

Bei BASF kann die Chromdioxid Schicht abblättern, wenn man Geräte hat die ruckartig Spulen. Mein Dual C839 RC hat mir ein paar Chromdioxid Super und Maxima kaputt gemacht. Die Magnetschicht blättert dann von der Trägerfolie ab und macht dann den Bandlauf und das Gehäuse sauig. Das ist mir bisher aber sonst noch nicht passiert, sobald das Band aber einmal damit anfängt solche „Löcher“ zu kriegen löst das eine Kettenreaktion aus und es blättert immer mehr ab. Auch die AGFA Stereochroms können Löcher bekommen, die sind allerdings nicht sichtbar, scheinbar verlieren teile der Magnetschicht ihre Eigenschaften komplett, das klingt dann stellenweise so, als wäre jemand auf die Aufnahmetaste gekommen und hätte versehentlich kurz Stille aufgenommen, das wird auch immer mit einem Knacken eingeleitet und mit einem erneuten Knacken beendet… das betraf bei mir schon Einige dieser Cassetten, aktuell funktionieren, die die noch in Betrieb sind aber Alle. Ich habe natürlich schon mal bespielt solche Löcher neu zu bespielen, aber der Effekt bleibt auch, wenn bei einer Neuaufnahme erhalten.

LG Tobi
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RE: Unterschiede zwischen Chrom und Chrom Substitut Bändern - von DOSORDIE - 15.09.2021, 15:22

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