Gemini - Kennt jemand diesen Plattendreher?
#1
Hallo und guten Abend.
Nachdem ich mit mehr oder weniger (in dem Fall tatsächlich mehr Big Grin  )Erfolgreich wieder eine funktionierende Bandmaschine etablieren konnte, wäre nun ein neuer (gebrauchter) Dreher an der Reihe.
Ich hab mich mal ein bischen in den bekannten Anzeigenmärkte umgesehen und bin dabei einige Male über Plattendreher der Firma Gemini gestolpert über die ich im Netz so gar nichts gefunden habe.

Kennt jemand die Plattendreher? Habe einen Gemini XL-600 im Auge, bin aber zu lange raus aus dem Thema.
Zitieren
#2
Hi Scouter,

das ist ein Technics SL1200 Nachbau, so wie's viele gibt. Scheint prinzipiell ganz ok zu sein, aber ist vom Original meilenweit weg.
Wenn's Dir nicht gerade um die Optik geht (Du also unbedingt die Technics Optik willst) würde ich eher zu einem gebrauchten Dual oder einem Direkttriebler aus den 80'er greifen.

Dual CS701 http://www.hifi-forum.de/viewthread-264-1297.html
Sony PS-X6 http://www.hifi-forum.de/viewthread-264-1720.html
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#3
Danke schonmal für deine Ausführung. Der Plattendreher soll lediglich zu Hause laufen, insofern sind einige Technics-Feature nicht unbedingt von nöten. Soweit ich selber herausfinden konnte, handelt es sich um einen direktgetriebenen Teller. Die Optik ist jetzt zwar nicht unbedingt das ausschlaggebene Kaufkriterium, würde aber sehr gut zum restlichen Equipment passen.
Sicher sind die Technics-Dreher eine Klasse für sich, die oft kopiert, doch kaum erreicht wurden. Da fehlt mir aber im Momment die finanzeillen Möglichkeiten, in der Nähe gibt es nix unter 600,-€. Ist mir, jedenfalls im Momment, einfach zu Fett.
Zitieren
#4
Der Gemini ist wahrscheinlich ein Hanpin, oder? Ausgereift dürften die Dinger, so lange und in so großen Stückzahlen wie sie gebaut werden, ja sein. Allerdings sind sie auch als DJ-Plattenspieler konzipiert, nicht unbedingt für HiFi. Vielleicht gibt's da, wie Kuni schon schrieb, geeignetere Alternativen.

Die andere Seite: Ein Plattenspieler aus den 1980ern braucht, wenn er nicht schon überholt wurde, möglicherweise etwas Zuwendung.
Zitieren
#5
Es werden wohl in den Kleinanzeigen nicht gerade viele XL-600 angeboten, Preis so um die 60€.
Ich meine da kann man auch nicht sooo viel kaputt machen.
Ohne den Gemini jetzt persönlich zu kennen, aber einen Technics Clone (weiß jetzt nicht mehr ob das Omnitronic oder Reloop war) hab ich mal in einem Kaufhaus zur laufenden Hintergrundbeschallung durch einen DJ gesehen. Kam mir optisch recht windig vor, kann ja aber täuschen, weil angefasst habe ich natürlich nicht.
Am Ende ist mMn das System eh wichtiger für den Klang als der PS.

@timo: Wieso sollte ein DJ PS nicht HiFi tauglich sein ?

Anders herum verstehe ich, also daß ein HiFi PS nicht für DJ taugt.
Es spricht da mMn nichts gegen einen DJ PS.
Wenn Scouter nicht scratchen will, die besonderen Features des DJ PS nicht braucht und den PS auch sonst nicht in einer Disco (oder Disco Bedingungen) verwendet, dann spricht aber eben auch nichts gegen einen x-beliebigen anderen PS aus den 80'ern (vlt auch 90'er). Wieso die ? Weil man damals eigentlich in jedem PS vernünftige Technik gefunden hat, ergo nicht viel falsch machen kann (außer er hat ne Macke) und die Auswahl der 0815 PS in den Kleinanzeigen für kleines Geld ist riesig. Um der Riemenproblematik aus dem Weg zu gehen mein Tip mit dem Direkttrieb (ok, wird auch wieder ne Mark mehr kosten...)

Das gesparte Geld dann lieber in ein gutes System investieren Cool
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#6
(12.07.2021, 10:34)Kuni schrieb: @timo: Wieso sollte ein DJ PS nicht HiFi tauglich sein ?

So schrieb ich das ja nicht. Ohne diese Technics-Clones zu kennen, gehe ich aber davon aus, daß bei der Entwicklung nicht unbedingt die höchste Klangqualität oberstes Kritierium war, sondern eher Dinge wie eine kurze Anlaufzeit.
Zitieren
#7
Ah ok, hatte ich anders gelesen ... alles gut Smile
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#8
Ich habe inzwischen noch etwas im Netz gesucht und immerhin eine Bedienungsanleitung wenn auch nur in English gefunden, immerhin. Für mich liest sich das erstmal gar nicht sooo schlecht.
Wen es interessiert, bitte schön => Gemini XL-600.

Ich werde mir den Plattendreher nächste Woche einfach mal ansehen, gucken kostet ja nix.

Zwischenzeitlich lässt es sich ja nach Alternativen suchen, mal gucken was sich da evtl. noch interessantes findet.
Zitieren
#9
Die Dual- Dreher der Serie 12xx sind unschlagbar günstig zu haben. Ok, manchmal ist der Steuerpimpel zu ersetzen, davon hab ich nen Sack voll hier, also, wer was braucht...
LG
Mike
Revox A77 Mk nix, MK II, MK IV, Grundig TS 1000,Monolith 50, XV-5000,A5000,T5000,CF5500,Thorens TD160+66, McIntosh C-28
Zitieren
#10
"Hochmoment-Handdrehscheibe mit Direktantrieb"  Huh ...oooh Gott, durch welchen Übersetzer haben die das denn gelassen.....
Nun gut, 10kg ist gar nicht mal wenig, ansonsten ja nicht viel zu sagen in der BDA eines PS.

Bitte schreib mal Deine Eindrücke, würde mich interessieren. Hatte mich immer mal für einen Technics Clone interessiert wenn er gut gemacht ist.
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#11
Keine Ahnung warum Alle immer meinen DJ Plattenspieler wären nicht für HiFi gedacht. Der Plattenspieler hat keinen Klang, solang er ein vernünftiges Tonarmlager und einen ruhigen Antrieb mit akzeptablem W&F hat. Einzig und allein die Resonanzfrequenz des Tonarms und das System/Nadel spielen eine Rolle. Wenn diese (recht niederen) Kriterien erfüllt sind, ist das Alles kein Problem. Eigentlich sind die Anforderungen an einen DJ Plattenspieler auch viel höher, als die an einen HiFi Dreher. Son Technics SL 1210 schlägt die meisten Heim Plattenspieler in seiner Verarbeitung und Robustheit um Längen. Das Gerät muss ja auf der Bühne stehen, da wird es laut, Bässe übertragen sich usw… man braucht gute Trittschalldämmung und ein massiv verbautes Chassis wo die Füße nicht zu sehr Federn, weil ein DJ nicht die Zeit hat seine Platten extrem zu schonen und den Arm mit Lift aufzusetzen und es durch Vibrationen ständig passieren kann, dass die Nadel springt. Außerdem überträgt sich jede Bewegung und Berührung auch auf den Plattenspieler. Zum Scratchen kommt es in erster Linie übrigens auch auf die Nadel an, die muss gut in der Spur legen, deshalb hat sie ne harte Aufhängung. Die meisten radialen Tonarme sollten mit der richtigen Nadel eigentlich kein Problem damit haben, Probleme machen da eher die Füße oder die Automatik usw…

Die meisten 80er Consumer Plattenspieler bis zur Mittelklasse fühlen sich weniger wertig an, als so ein DJ Technics Clone. Bei Hanpin gibt es nur das Problem, dass die Lager oft nicht richtig justiert sind. Auf den Klang hat das keinen Einfluss, aber wenn der Tonarm Spiel hat, dann fühlt sich das schon etwas schwammiger an, man kann das aber selbst nachjustieren, wenn man sich traut und dann passt das. Der Gemini ist definitiv ein Hanpin OEM Dreher, den es unter ganz vielen Labels gibt (Dual, AT, Reloop, Omnitronic, Pioneer…), das Chassis ist - soweit ich weiß - das Einfachste, was es von Reloop gibt und aus Plastik, dennoch ist das Gerät nicht weniger wertig verarbeitet, als die kleineren japanischen Dreher der 80er. Für Bedroom DJaying reicht das aus, für die Bühne nicht so, weil die Trittschalldämmung nicht so der Brüller ist, aber zum Hören braucht man die ja nicht. Du verzichtest halt auf Automatik und Komfort, allerdings ist der Access damit auch schneller. Du drückst auf Start, setzt den Arm auf eine X Beliebige Stelle an der Platte auf und Alles geht super schnell, das fühlt sich bei einem HiFi Dreher, wenn man sich da einmal dran gewöhnt hat doch sehr behäbig an und kann extrem Nervig sein, vor Allem wenn man das letzte Lied der Platte anpeilt und versehentlich die Automatik auslöst.

LG Tobi
Zitieren
#12
Jepp, würde ich unterschreiben .. sehe ich genauso.
Wenn jetzt Scouter noch bestätigt, daß der Gemini vom Aufbau vglw wertig ist (bei 10kg sollte er das eigentlich sein), dann hol ich mir auch so's Technics Clone  Big Grin
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#13
(15.07.2021, 10:25)Kuni schrieb: vom Aufbau vglw wertig ist (bei 10kg sollte er das eigentlich sein)

Ich las mal irgendwo, daß diese Club-Plattenspieler oft eine einen dicken und schweren Metallboden haben, der die Standsicherheit verbessern soll. Gewicht muss in dem Fall also nicht unbedingt mit stabiler Bauweise gleichzusetzen sein.
Zitieren
#14
Um dem Ganzen noch etwas die Krone aufzusetzen, hab ich mal die technischen Daten verglichen (SL-1200 vs. Gemini XL-600). Ok, Papier ist geduldig, trotzdem interessant. Wenn man nach den Herstellerangaben geht, spielen beide in etwa in der gleiche Liega. Allerdings geht hier natürlich nicht die Verarbeitungs- und Materialqualität hervor. Daher lasse ich mich einfach mal überraschen. Am Wochenende kommt der Verkäufer aus dem Urlaub zurück, so dass ich mit ihm ein Termin vereinbaren kann. Wobei ich dazu neige, je nach Preisvorstellung, mir den Dreher zu hohlen. Einzigster Nachteil, wie ich finde, dass viele DJ-Dreher ohne Haube daher kommen und der Gemini in meinem Fall ohne System angeboten wird. Da muss ich mich auch noch mit beschäftigen, aber das ist in anderes Thema.
Zitieren
#15
(11.07.2021, 22:03)timo schrieb: Der Gemini ist wahrscheinlich ein Hanpin, oder?

Ja, der Gemini XL-600 ist ein Gerät der Hanpin Electron Co. Ltd. mit Sitz in Taiwan.
Hier werden seit vielen Jahren OEM Geräte in einer Art Baukastensystem für die
jeweiligen Handelsmarken produziert.
Kauft man einen Plattenspieler von Stageline, SLM, JayTech, JBSystems, Omnitronic, Gemini,
Jim Carson, Numark, Reloop oder American Audio, hat man ein Produkt aus genanntem Hause.

Der Gemini XL-600 ist bereits 22 Jahre alt, die DJ Laufwerke aus der Hanpin-Fertigung
taugten zu dieser Zeit alle nicht viel. Hochlaufzeit, Drehmoment und der unexakte
Pitchregler machten die Geräte für den professionellen Einsatz unbrauchbar.

An Technics und Vestax kam man zu der Zeit nicht vorbei.

Natürlich kann man mit dem Gemini privat Musik hören, der Arm ist aber keine Offenbarung,
die Entkopplung auch nicht. Ich habe zu meiner aktiven Zeit in der Szene viele solcher
Spieler hier gehabt und kann im Falle Hanpin höchstens zu den sogenannten Super-OEM's raten.
Diese kamen auf als Technics die 12xx Serie abkündigte.
Zu den Super OEM's gehören zum Beispiel der Pioneer PLX-1000, Denon VL-12,
Audio Technica LP-1240 oder Stanton ST-150
Gruß
Michael
Zitieren
#16
Das ist das was ich schrieb.

Das Chassis ist Plastik und hat eine schlechte Trittschalldämmung, die Füsse sind wahrscheinlich recht weich gefedert. Da hört man schön jedes dran klopfen und Berühren. Das ist nix für Clubs, reicht halt fürs Bedroom DJaying. Das Laufwerk ist aber trotzdem solide und in so Drehern wie dem RP 3000 von Reloop auch verbaut. Das hat so ungefähr 1,3 kg Zug, braucht in etwa 0,7 sec zum hochlaufen (also relativ langsam im Vergleich zu Technics und vor Allem den Super OEMs, das liegt bei 0,3 sec und 4 bis 5 kg Zug, da bricht dir fast der Finger ab, Gleichlauf liegt bei akzeptablen 0,25%, während er bei den Super OEMs bei unter 0,1% liegt, bei Technics weniger als 0,025%, der hat dann aber auch nur 1,5 kg Zug, dadurch fühlt sich meiner Ansicht nach das Super OEM Laufwerk etwas wertiger an, wenn es auf Drehzahl ist).

Ich hatte einen RP 3000, der hat ein Druckguss Chassis, aber das OEM Laufwerk. Der Tonarm ist nicht großartig gedämmt, das Lager ist nicht höhenverstellbar, aber für das Allermeiste reicht er vollkommen aus, er ist gewichtet, hat Anti Skating und macht das was er soll. Trotz seines Gewichtes und seiner soliden Bauweise hat aber auch der RP 3000 eine beschissene Trittschalldämmung. Das ist übrigens auch beim RP 6000 so, den ich ebenfalls hatte. Der Tonarm ist hier aber besser und höhenverstellbar. Noch schöner ist der vom RP 7000 MK II (das sollte hier der selbe wie beim Pioneer PLX 1000 sein, der fast eine 1 zu 1 Kopie des SL 1210 Arms ist, während der MK I noch den RP 6000 Arm hat). RP 6000 und 7000 sind an sich nicht schlecht, haben aber nur eine Metallabdeckung und ein Plastik Chassis, dementsprechend ist auch hier die Dämmung eher bescheiden, die ganze Konstruktion ist aber noch mal etwas wertiger und man hat eben den Vorteil von diesem hervorragenden Laufwerk. Ich habe 2 PLX 1000, weil es mir damals nicht wert war 2 gebrauchte Technics SL 1210 fürs selbe Geld zu kaufen. An die Technics kommt aber auch der PLX nicht ran, obwohl das wirklich ein wunderschöner Plattenspieler ist, der alle Anderen Hanpins übertrifft, weil er anstatt des Plastik Chassis ein Druckgusschassis hat und der Teller wie beim 1210er noch mal eingelassen ist, während er bei Allen Anderen obendrauf liegt. Der PLX hat übrigens auch verstellbare Füße, ich glaube die haben sowohl der RP 6000, als auch der 7000er nicht, obwohl vor Allem der der 7000 MK II optisch echt ansprechend ist, für den Preis ist das für Zuhause auf jeden Fall eine hervorragende Wahl, weil man da eben keine gute Trittschalldämmung braucht. Ich kenne jedenfalls keinen anderen Plattenspieler als den 1210er, der so gut gedämmt ist. Man liest aber immer wieder, dass man die Hanpins mit Kork oder irgendwelchem Füllmaterial pimpen kann. Dennoch sind für zuhause Alle Hanpins völlig ausreichend und sind mindestens gute Mittelklasse Hifi Plattenspieler, weil sie in jedem Fall Direktantriebe sind und solide Tonarme mit SME Verschluss haben, wodurch man bei der Systemwahl auch beim kleinsten Modell flexibel ist. Mit einer teuren Nadel kann man damit also schon so ziemlich das Optimum erreichen (muss halt mit der Tonarmhöhe passen, die nicht bei allen verstellbar ist). Der Gemini ist also in jedem Fall auch ein vernünftiger Plattenspieler, eben nur nicht für den Club, zum DJ Üben aber besser, als ein Konsumer Halbautomatik Plattenspieler, schon allein wegen dem Pitch. Ein Kumpel hat 2 RP 3000 und benutzt Serato, der Pitch ist tatsächlich nicht so ganz präzise um den Nullpunkt herum, beim Gemini ist das glaub ich noch mal ein anderer Fader und der regelt nicht so perfekt wie der Technics, aber für zuhause reicht das vollkommen aus, auch zum Mixen. Wenn man allerdings Technics oder Super OEMs gewöhnt ist, dann wirkt das doch Alles sehr schwammig, wenn man dann mal damit auflegt, gerade durch die hohe Anlaufzeit muss man schon eine halbe Drehung beim eincuen berücksichtigen. Interessant an vielen OEM Drehern und dem RP 7000 ist auf jeden Fall die Option, dass die auch 78 können, was beim PLX 1000 leider nicht so ist. Der PLX ist übrigens auch fest auf eine Auslaufzeit eingestellt, die in etwa der eines 1210ers entspricht, damit man sich gleich zuhause fühlt, ich fand das schnelle Stoppen beim RP 6000 immer genial, was auch der 7000 kann. Bei denen ist das ja sogar einstellbar, ich hab mich schon gefragt, ob irgendwo auf dem Layout des PLX 1000 vielleicht ein Widerstand ist, wo beim RP 6000 das Poti angeschlossen ist, dass man den vielleicht nur ersetzen/brücken muss um ihn genau so stoppen zu lassen, aber ich habe dazu im Internet leider nix gefunden. Genau so frage ich mich, ob es möglich wäre den PLX auf 78 RPM zu erweitern...

Mit Vestax hab ich keine Erfahrungen, auch mit Numark nicht, aber optisch sahen die Geräte immer extrem billig aus.

Ansonsten gibt es alle möglichen Hanpin Lizenz Bauten in allen möglichen Kombinationen, Stanton bietet die Super OEMs z.B. auch in hässlichen Plastikbauten an, die sich ziemlich billig anfühlen im Vergleich zu den Reloops. Hab die Alle schon mal irgendwann in der Hand gehabt.

Einen Technics SL 1210 MK 5 hatte ich auch mal, den hab ich dann gegen einen PLX 1000 eingetauscht, weil ich wie gesagt 2 Gleiche haben wollte und es keine neuen Technics mehr gab, die gebrauchten aber zu teuer waren.

Ein Mysterium ist für mich immer noch der Denon DJ VL 12, das scheint derzeit bis auf Technics der einzige DJ Plattenspieler zu sein, der kein Hanpin ist. So richtig schlau werde ich aber nicht. Hab mal irgendwo gelesen, dass Numark früher zu Denon gehört hat, die das ganze Know How noch haben und daraus dieses Gerät entstanden ist. Der hat aber wohl auch seine Schwächen und richtig objektive Reviews und vs Tests mit Pioneer PLX und Technics 1210 habe ich im Internet leider noch nicht finden können. Das würde mich wirklich sehr interessieren.

Edit: Was mir noch einfällt... Mein RP 6000 hatte ein mechanisches Trafobrummen, das sich auf das Chassis übertragen hat, wenn der Arm auflag. Man hat das dann in den Boxen gehört und es war auch lauter, als der Noise Floor der Platten. Ich habe gelesen, dass sich das über ziemlich viele Hanpin Modelle gestreckt hat und dort wohl unter "Serienstreuung" fällt. Die einzige Möglichkeit ist dann, das zu reklamieren, bis man Glück hat und ein Gerät ohne Brummen erwischt, wenn es aus Kulanz zurück genommen wird, oder selbst einen ähnlichen Trafo einzubauen bzw. den originalen auszulagern. Selbst beim PLX 1000 kam das wohl vor. Meine PLX haben das aber Beide nicht und ich hatte noch keinen RP 3000 unter den Fingern, der davon betroffen war, es muss sie aber gegeben haben bzw. geben. Auch vom RP 7000 habe ich das schon gehört. Beim RP 6000 muss es aber Besonders oft vorgekommen sein (weiß aber auch nicht ob das alle MK Versionen betrifft und die Geräte gibts ja auch von anderen Herstellern unter anderen Bezeichnungen).

LG Tobi
Zitieren
#17
So meine Damen und Herren, ich hab das gute Stück nun in meinen heimatlichen Gefilden zu stehen. Der erste Eindruck ist durchaus positiv. Die Haptik ist durchaus gut, auch wenn er durch das Kunststoffgehäuse optisch etwas "billig" wirkt. Trotzdem knirscht oder knarrzt nichts am Gehäuse. Die Lager von Tonarm und Teller haben keinerlei Spiel und die Ausstattung ist für den Hausgebrauch in meinen Augen auch völlig ausreichend.
Der Tonarm hat neben dem Antiskating auch eine Höheneinstellung, was mir schon mal entgegenkommt. Leider kann ich noch nichts über Handhabung, Klang, Entkopplung etc. sagen. Da fehlt mir noch das System. Das werde ich mir nächste Woche noch besorgen.

Wobei ich nun zu einem anderen Thema komme: Der passende Tonabnehmer.

Was eignet sich für den HiFi-Bereich eher? Ein klasisches Headshell, oder besser ein Concord-System? Bei letzteren spart man sich zwar das Einstellen der Cartridg, auf der anderen Seite lässt sich diesbezüglich aber auch nichts anpassen.
Zitieren
#18
Wie gesagt, der Plattenspieler klingt nicht. Das System klingt. Wenn du da einen Feinschliff drauf setzt, dann klingt das nicht anders, als auf einem Plattenspieler für 10.000 Euro, nur die Haptik ist da dann halt besser.

Eigentlich ist es wirklich sinnvoller, wenn man das Optimum raus holen will so einen recht billigen Plattenspieler zu kaufen und den Rest in eine gute Nadel zu stecken, als umgekehrt. Das mit der Abstimmung (Plattenspieler muss zum System passen) stimmt nur so weit, dass die Resonanzfrequenz kompatibel sein muss. Der Rest ist komplett Voodoo und Schwachsinn. Da gibt’s ja auch so 1210er Mods, wo Leute einen angeblich hochwertigeren Tonarm da dran bauen und so, obwohl der vom 1210er hervorragend ist. Übrigens: Der 1210er ist - und das ist das Lustige daran - ursprünglich als HiFi Plattenspieler gedacht gewesen und hat sich durch seine Robustheit und die fehlende Automatik schnell in der DJ Szene etabliert, erst dann wurde er offiziell zum DJ Plattenspieler. Es ist also keineswegs so, dass „grober“ konzipiert wurde, damit er in Clubs gut funktioniert oder sowas.

Wenn der Tonarm sogar höhenverstellbar ist hast du im Grunde alle Freiheiten, denn die Resonanzfrequenz lässt sich je nach Gewicht des Systems ja anpassen.

Ich hatte lange Jahre ein Concorde an meinen Plattenspielern, schlecht klingen tun die nicht. Sie haben zumindest in ihrer alten Form (gibt es von Reloop noch umgelabelt) auch Kompatibilität zu den OM HiFi Nadeln. Allerdings war ich mit dem Klang schon lang nicht mehr zufrieden, weil Standard Nadeln viel zu unpräzise abtasten. Man hat immer Verzerrungen zur Innenrille, zischelnde S Laute usw. Vor Allem Pressungen ab den 80ern wo das Sounddesign komplexer und auch digital gemastert wurde kommen immer an die Grenze des Mediums Schallplatte bzw. schiessen darüber hinaus.

Ich hatte viele Platten wo ich dachte die sind einfach mies gepresst und auch in Fachkreisen hört man dann immer, dass 90% der Platten einfach nur schlechte Pressungen sind und man irgendwelche High End 180g Pressungen braucht die dann besser klingen. Das ist aber Alles Quatsch. Eigentlich Ist es genau anders rum: Die meisten Platten sind gut gepresst, nur ein Großteil der Nadeln sind nicht in der Lage sie optimal abzutasten und deshalb klingts dann halt scheisse. Grad so in den 70ern und davor sind Platten oft so abgemischt und gemastert, dass sie auch auf einer Standard Nadel gut klingen. Später wird es dann schwierig. Wenn man jetzt eh nur Platten hat, die sich auf einer normalen Nadel gut anhören braucht man aber auch kein Upgrade. Da ist der Zugewinn dann doch sehr gering. Es kommt halt immer auch auf den Musikgeschmack an und man sollte auf jeden Fall speziell für den „Feinschlifftest“, als Erstes Platten wählen mit deren Wiedergabe man auf einem normalen System absolut unzufrieden ist. Auch viele Neuplatten waren für mich eigentlich nie richtig genießbar, Zischeln und Zerren, analoge Artefakte vom ersten Ton an und in der Innenrille einfach nur noch ein Soundbrei, als wäre die Nadel voller Staub.

Ich hab mich dann informiert, ob es nicht doch einen Weg gibt. Weil mir die DJ Optik sehr gefällt und ich ja schon das Concorde dran hatte hab ich mich dann dazu entschieden für fast 300 Euro eine OM 40 Nadel zu kaufen. Die ist nach 5 Jahren dann aber irgendwann kaputt gegangen. Im HiFi Forum hat jemand Zischeltests mit einer Testplatte gemacht. Dabei ist die OM 40 nicht gut weg gekommen im Vergleich zur wesentlich günstigeren AT 440. Im Tagesgebrauch ging aber mit der OM 40 bei mir die Sonne auf. Ich dachte wirklich bei einigen Platten ich höre plötzlich CD, oder Innenrillen wurden - wo sie bei den Standardnadeln eher nach Grammophon klangen plötzlich akzeptabel bis gut.

Es hat mich immer beschäftigt, dass die AT Nadel besser weg kam, als die OM 40 und ob das im Alltag tatsächlich relevant war. Wo die OM 40 kaputt ging hab ich mich dann noch mal beraten lassen und gesagt ich steige um. Mir ist dann gesagt worden dass das AT MV95 ML die selbe Nadel wie das 440er System hat aber deutlich billiger ist und nicht schlechter klingt. Ich habe dann für Beide PLX 1000 2 AT MV95 ML für jeweils 160 Euro bestellt, brauchte halt noch Headshells, aber das kostete nicht die Welt. Der Tonabnehmer an sich ist der selbe wie beim AT95E, aber der ist vollkommen ok. Wichtig ist einfach die Nadel, denn das ist ein Microline Feinschliff der der Form eines Schneidstichels sehr nahe kommt und die Platte fast exakt abtastet wie sie geschnitten wurde. Die Nadel ist sehr sehr scharf. Man muss mit Schablone den Überhang und den Winkel auf dem Tonarm abstimmen und die Höhe des Tonarms muss so eingestellt werden, dass der Arm im 90 Grad Winkel zur Platte steht wenn der Tonarm aufliegt, denn wenn die Nadel schief oder im falschen Winkel steht erreicht sie nicht ihre bestmögliche Wiedergabe und kann durch ihren Schliff auch die Rille beschädigen. Auflagekraft und Antiskating sollten einigermaßen korrekt eingestellt werden, weil die Nadel bei zu wenig Gewicht die Platte kaputt macht und sich schneller abnutzen kann und bei zu viel Gewicht nutzt sich die Nadel schneller ab, das macht sich extremer bemerkbar als bei Standardsystemen wo man es normalerweise nicht so großartig hört. Durch eine abgenutzte Nadel kann dann wieder die Rille beschädigt werden… aber es is kein Voodoo und auch kein Laser eines CD Players und am Ende doch nur Alles so Pi mal Daumen. Ich hab mir extra ne Testplatte gekauft, im Prinzip ist das komplett unnötig, ich hab das nur gemacht damit die Seele ruh hat, weil der Kopf dann doch noch dachte „du willst es so exakt wie möglich, damit es gut wird…“, hören tut Mans am Ende eben doch nicht.

Naja aber was soll ich sagen: Ich glaub besser geht nicht. Das war noch mal ne Steigerung zur OM, wenn auch nicht groß. Natürlich geht das letzte unpräzise angezerrte S damit auch nicht weg, aber die meisten Platten, von denen ich dachte sie wären unspielbar oder mies gepresst klingen auf Einmal richtig richtig gut. Man will manchmal gar nicht glauben, dass so eine gute Wiedergabe mit einer Platte überhaupt möglich ist.

Ich mag mit einer Standardnadel jetzt überhaupt nicht mehr hören. Ich hatte lange Zeit in der Küche ein Ortofon Arkiv und im Wohnzimmer ein Concorde Nightclub MK II mit OM40 Nadel, ich hab dann immer das Nightclub in die Küche geholt, weil mich die schlechte Wiedergabe des Arkiv extrem gestört hat. Ich bin so froh, dass ich jetzt 2 mal die gleiche Nadel hab und grad wenn man viele Platten hat lohnt sich das echt.

Deshalb meine Empfehlung: Fürs Optimum kauf dir ein AT MV95 ML.

LG Tobi
Zitieren
#19
(16.07.2021, 20:39)DOSORDIE schrieb: Ein Mysterium ist für mich immer noch der Denon DJ VL 12, das scheint derzeit bis auf Technics der einzige DJ Plattenspieler zu sein, der kein Hanpin ist.

Der kommt von der Ya Horng Electronic Co., Ltd., dem zweiten im Bunde, wo auch die Teac und Akai gelabelten
Dreher herkommen. Auch die allerersten Gemini-Dreher wurden dort gefertigt.

Der ganz billige Rummel kommt von Zhongshan Leetac Electronics Co., Ltd und Shenzhen Skywin Electronic Co., Ltd.
Gruß
Michael
Zitieren
#20
Danke Tobi für deine Ausführungen.
Ich persönlich tendiere auch eher zu einem Headschell, da lassen sich halt unterschiedliche Systeme drunter schrauben ohne Probleme und rein optisch passt das für mich auch eher in den Heimbereich.
Zitieren
#21
Ohne das jetzt zum TA Thread umzufunktionieren...ein OM40 habe ich auch (an einem Dual 731Q) und muß sagen das ist jeden Euro wert.
An einem 721 habe ich noch das Shure V15III mit der Jico SAS Nadel, das ist auch gut, aber deutlich dumpfer und nicht ganz so "kristallin" wie das OM40.

Ich würde - bezogen auf einen "Heim PS" - immer zur Headshell greifen, weil das nicht ausbleibt, daß man mit den TA "spielt".
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#22
Wie gesagt, seit ich das AT MV95 ML habe bin ich da anderer Meinung. Es geht gar nicht um die Tonalität sondern die Präzision in der Abtastung und da ist die OM40 klar im Nachteil und trotzdem 100 Euro teurer. Ich wollte es auch erst nicht glauben, aber die ATs reduzieren die Verzerrungen und zischende S Laute noch mal ein Stück und genau das wurde auch in einem Zischeltest im HiFi Forum von Jemandem bestätigt, der die selbe Stelle einer Testplatte mit unterschiedlichen Systemen als Soundbeispiele dort hochgeladen hat. Die OM40 gehörte da tatsächlich zu den Schlechteren.

LG Tobi
Zitieren
#23
Ich danke euch für eure Meinungen.
Ich habe mir heute erstmal ein paar Kleinigkeiten besorgt. Slipmat, Plattenbürste, Headshell und ein erstmal eher preiswertes System (oder sollte man sagen "billig"?). Da ich eh erstmal ein paar Kröten zusammen sparen muss, für etwas vernünftiges. Daher hängt jetzt ein OM Pro 2 Black unterm Headshell. So kann ich aber schonmal den kläglichen Rest meiner alten Scheiben hören.
Was das Einstellen des Systems betrifft, bin ich entweder zu blöd, oder der doch teilweise schrille Klang bei höheren Lautstärken liegt am System bzw. an extrem dreckigen Scheiben. Ich glaube, ich guck mich mal nach einer Plattenwaschmaschine um. Nach über 30 Jahren könnten es die Scheiben sicher vertragen.
Zitieren
#24
Na, das Zubehör schadet ja nicht. Schau mal, daß Du das System vernünftig ausrichtest, falls Deine Platten versifft sind kannst Du es ja auch mal mit Naßspielen versuchen, bis Du die Reinigungsmaschine hast. Schadet auch nicht Big Grin 

LG
Mike
Zitieren
#25
Zum Thema DIY Plattenwaschmaschine kann ich noch meine Homepage empfehlen
http://kuni.bplaced.net/_Homepage/VinylW...ine_d.html

Platten waschen ist auf jeden Fall ein Tip gutem Klang deutlich näher zu kommen und Störgeräusche zu vermindern.

Meine Erfahrungen mit manueller Reinigung und Knosti sind dort auch beschrieben.
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren
#26
Zu schrill kommt idR. durch das System. Entweder es ist tonal so abgestimmt, oder die Kapazität muss angepasst werden, weil der Preamp den falschen Wert hat. Das geht dann über Kabel oder kleine Basteleien. Zu schrill bedeutet aber auch, dass es eigentlich nicht an schmutzigen Platten liegen kann, denn dann würde es kratzig, zischelig und eher muffelig/zu dumpf klingen.

Die Justierung bekommst du mit Schablone und Tonarmwaage hin, wenn die Tonarmgeometrie stimmt und das System schon vorher auf so einen 1210er artigen Arm im Headshell justiert war sollte das schon mal stimmen, insofern müsstest du dann nur das Gewicht und die Tonarmhöhe einstellen. Wenn du das System jetzt "irgendwie" unter dein neues Headshell geschraubt hast stimmt das wahrscheinlich hinten und vorne nicht. Der Betrieb ist dann auf Dauer sogar schädigend für die Platten, weil die Nadel nicht gerade in der Rille liegt. Bei ner Rundnadel hält sich das noch in Grenzen, Elipse ist aber auf jeden Fall gefährlich, weil auch die Nadel dadurch ungleich abgenutzt wird. Hinzu kommen die höheren Verzerrungen zur Innenrille hin. Den Überhang kannst du schon mal so messen. Du führst den Arm auf die Zentrierstange und schaust, dass das System quasi mittig darauf aufliegt, dann misst du mit einem Zollstock oder Bandmaß. Von der Mitte der Zentrierstange bis zur Nadelspitze müssen es ungefähr 15 mm sein. Die Tonarmhöhe stellst du so ein, dass der Arm, wenn er auf der Platte aufliegt im 90 Grad Winkel zur Platte steht. Natürlich macht es Sinn, das mit einer relativ dicken Platte auszuprobieren.

Eine Schablone kannst du dir im Internet übrigens kostenlos ausdrucken. Ich glaub sogar hier im Forum gibts im Downloadbereich Eine, aber da kennen sich Andere besser aus. Du musst dann den Tonarm auf die unterschiedlichen Markierungen setzen und schauen, dass das System an den Stellen genau gerade zu den Markierungen steht, natürlich muss zusätzlich der Überhang stimmen. Am Besten geht das, wenn du eine Stecknadel oder eine Bleistiftmiene wie eine Stoßstange vor das System klebst, die Miene muss dann mit den Markierungen auf der Schablone übereinstimmen.

Das Gewicht kannst du auch Pi Mal Daumen einstellen. Das reicht eigentlich voll aus. Du drehst so lange am Gewicht, bis der Tonarm mit montiertem Headshell gerade in der Luft schwebt. Dann stellst du die Skala am Gewicht auf 0. Im Beilageblatt des Systems erfährst du die empfohlene Auflagekraft. Du drehst nun das Gewicht vom Nullpunkt so weit nach vorn, bis es den Wert auf der Skala anzeigt. Manche Gewichte lassen sich fest schrauben. Dann musst du nur noch das Anti Skating so einstellen, dass es mit diesem Wert übereinstimmt. Das wars eigentlich schon.

Bei einer Feinschliffnadel war mir danach das akribischer zu machen. Auf der Messplatte sind da auch Unterschiede bei den feinsten Rillen hörbar, ich habe aber - egal wie das Gewicht und Anti Skating justiert waren - bei der normalen Wiedergabe keinen Unterschied wahrnehmen können (Das Gewicht war natürlich nicht übertrieben hoch oder niedrig, um die Nadel nicht kaputt zu machen, aber auch ein paar mg ausser der Toleranz hat sich der Sound nicht hörbar verändert), beim Anti Skating war es aber extrem. Bis auf dass die Fliehkraft des Tonarms merkbar schlechter ausgeglichen wurde hat man nämlich einfach gar keinen Unterschied hören können. Auch die Tonarmhöhe hat deutlich weniger Einfluss, als man denken möchte. Es geht da eher darum, die Platten und Nadeln zu schonen, denn wenn man dauerhaft komplett fehljustiert abspielt, nutzen sich Rillen und Nadeln ungleichmässig ab, diesen Prozess merkt man natürlich so erst mal nicht, aber irgendwann zerrts dann eben auf einer Seite lauter, als auf der Anderen und dann ist entweder die Platte oder die Nadel im Eimer. Deshalb sollte man schon einigermassen drauf achten. Aber große Wunder sind da trotzdem nicht so krass zu erwarten, wie man denken möchte, ausser der Winkel ist wirklich extrem falsch gewählt, allerdings hat die Nadel ja eine relativ weiche Gummiaufhängung und die kompensiert einen falschen Winkel auch ein Bisschen.

LG Tobi
Zitieren
#27
Was es nicht alles gibt. Ich habe mich mal etwas umgeschaut und gelesen, dass die Chinch-Leitung oftmals das Problem darstellt (zu Hohe Kapazität). Meine aktuellen Leitungen haben 160pF (bei 1,5m Länge), was offenbar etwas zu hoch ist. Also werde ich mich auch noch um eine andere Chinchleitung kümmern müssen.
Zitieren
#28
Ja, das kann natürlich sein, hatte auch schon mal ein ungeschirmtes und zu langes Billigkabel und schon klang es, als hätte Jemand am Equalizer die Mitten raus gedreht und die Höhen dafür voll rein. Das hat ganz schrill geklungen.

Man muss eben bedenken, dass ja das Signal des Tonabnehmers quasi „blank“ aus dem Plattenspieler raus kommt und die Spannung winzig klein ist und erst am Phono Pre wieder verstärkt und auch noch entzerrt werden muss. Bei Hochpegelquellen spielt die Güte des Kabels da absolut keine Rolle, beim Plattenspieler oder auch in der Mikrofonie und bei Tonkopfleitungen hat da ja sogar die Verlegung noch Einfluss…

Insofern macht das schon Sinn, da vielleicht doch mal 10 oder 20 Euro für ein besseres Kabel hinzulegen.

LG Tobi
Zitieren
#29
Moin Moin,

der Pegel hat nichts mit dem Klang zu tun, "nur" mit dem Fremdspannungsabstand. Kritisch ist allerdings die Induktivität der Abtaster. Ein Ortofon/Dual M20 E hat z.B. 680mH. Das ist reichlich! Mit einer Gesamt-Parallel-Kapazität von nur 165pF liegt die Resonanz bei 15kHz! (Das sollte sehr schrill und spitz klingen!) Eine Eigenkapazität (kenne den Wert nicht) hat schon das Abtastsystem, da bleibt für das Kabel nicht viel. Solche Systeme kann man eigentlich nur mit internen Entzerrern betreiben oder sollte auf sehr (!) kurze Kabel achten.
Ein AT-VM20 z.B. hat "nur" 460mH, da hat man etwas mehr Luft. Aber generell haben MM-Systeme hohe Induktivitäten. Das sorgt einerseits für eine relativ hohe Ausgangsspannung, man muss halt beim Abschluss aufpassen. Die viel geringere Induktivität ist mbMn. der Hauptvorteil von MC-Systemen. 

Liebe Grüße
Frank
In Rust We Trust!
Tesla B116 (A.D.), REVOX B77
Zitieren
#30
Pegel ist vielleicht das falsche Wort. Spannung aber schon. Eine Hochpegelquelle beeinflusst es kaum, welche Kapazität das Kabel hat. Ein Tonabnehmersystem aber stark.
Zitieren
#31
Pegel ist o.k. . Wir können uns auch gerne auf Spannungspegel einigen. Nee, der hat nichts mit Klang zu tun. Es ist die Quellimpedanz. Und bei einer induktiven Quelle gibt's halt leicht eine Resonanz im hörbaren Bereich. Das ist natürlich übel. Was meinst du mit Hochpegelquelle? Etwas, was schon einen Verstärker durchlaufen hat? Da ist die Quellimpedanz nicht induktiv, dann kann sich mit dem Kabel nur noch ein RC Tiefpass bilden. Damit das stört, muss die Quelle schon recht hochohmig sein oder das Kabel sehr lang.
LG Frank
In Rust We Trust!
Tesla B116 (A.D.), REVOX B77
Zitieren
#32
Das macht natürlich Sinn und erklärt einiges. Danke!
Zitieren
#33
Neben einer neuen Cinch-Leitung mit "nur" 52pF/m hab ich dem Dreher vorsichtshalber ein Decksaver gegönnt (Leitung ist bestellt, aber noch nicht da). Als Katzenbesitzer halte ich das für eine durchaus gute Idee. Hier passt im Übrigen der Decksaver für die Technics-Dreher.
Was ich allerdings noch zum Thema "Klang" sagen muss, dass es sich nur um einige wenige Scheiben handelt, die eine deutlich schrille Wiedergabe haben. Da stellt sich mir dann auch die Frage, ob es nur an den Kapazitäten liegt, oder teilweise auch an den Platten? Na ja, ich werde sehen.

Ich werde berichten.
Zitieren
#34
Naja gerade in den späten 80ern, als man die Grenzen von Digital Mastering noch austesten musste, war ein Überbrilliantes Mastering mit viel Hall und stechenden S Lauten eigentlich ziemlich modern. Aus der Zeit gibt es viele Aufnahmen, gerade aus dem Rock Bereich, wo ich Lust hab am Equalizer zu drehen. Das tut vor Allem den Schallplatten nicht immer gut. Trotz DMM und irgendwelchen tollen Pressverfahren kommen die da nämlich extrem an ihre Grenzen. Ich habe eine Platte von Anne Haigis, die klingt auch mit Feinschliff zur Innenrille hin ganz schön beschissen.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste