17.06.2021, 17:49
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.06.2021, 17:51 von bitbrain2101.)
(17.06.2021, 07:35)MartinR schrieb: Tobias, wenn ich micht irre, dann ist es bei den MkI und frühen MkII Modellen so. Bei den späteren MKII und MkIII soll es umgekehrt sein. Diese Informationen stammen aus der Serviceanleitung von Nagravox. Aber was macht die Wartung der Motoren so schwierig, das Revox die Finger davon lässt? Zugegeben, diese Nagrovox Anleitung ist etwas konfus. Wenn du also zusätzliche Informationen zur vorgehensweise für mich hättest, würde ich mich sehr freuenHallo Martin,
ich kann nur etwas zu den Wickelmotoren mit den frei drehenden Glockenankern schreiben, eine andere Version hatte ich noch nicht auf dem Tisch. Zum Überholen der Wickelmotoren brauchst du eine ordentliche Sprengringzange. Lötkolben und Schraubendreher setze ich voraus. Die Motoren sollten dazu aus dem Chassis ausgebaut werden, wenn man das noch nie gemacht hat. Also Farben der Motoranschlussleitungen notieren oder fotografieren und ablöten. Dann die Bremsbänder und Bremstrommeln ausbauen. Vorsicht, Bremsbänder nicht knicken und Einbaulage merken ! Motor noch nicht lösen, sondern jetzt die Sprengringe auf der Motorachse und über dem Kugellager ausbauen. Beim ausgebauten Motor kann man schlecht fest- oder gegen-halten. Gut auf die Reihenfolge von Distanzscheiben etc. achten. Jetzt die Befestigungsschrauben des Motors lösen und den Motor herausziehen. Vorsicht, der Glockenanker mit Achse kann jetzt sehr leicht durch sein Gewicht heraus rutschen. Wenn der Motor raus ist, kann man das Kugellager oft durch leichtes Verkanten der Achse nach oben heraus schieben. Wenn das Lager im Gehäuse festsitzt, muss das Gehäuse vorsichtig mit einer Heissluftpistole erwärmt werden. Man kann das Lager mit eingesteckter Achse und verkanten "herauswackeln", danach ist das Lager endgültig hin. Aber wir wollen ja ein neues Kugellager einbauen, aber da bitte aufpassen. Keinen Druck auf den Innenring des neuen Lagers beim Einbau ! Unter dem Kugellager ist eine Art Rohr, an dessen Ende sich die Gleitlagerbuchse für das untere Motorlager befindet. An der Innenwand des Rohres kannst du einen Filz sehen, der ist meist schneeweiss, das heisst knochentrocken. Dieser Filz ist der "Schmierfilz" für das Gleitlager und sollte leicht mit dem gleichen Öl getränkt werden, wie es für das Gleitlager verwendet wurde. Dadurch färbt sich der Filz etwas dunkler, nicht überölen. Jetzt kann das neue Kugellager eingesetzt werden. Dazu einfach den Motor ohne Anker wieder einbauen, 2 Schauben reichen. Das neue Lager und den Sprengring für das Kugellager einsetzen und Motor wieder ausbauen. Die Achse vom Anker reinigen und mit 1 Tropfen Gleitlageröl wieder in den Motor einsetzen. Dann die Distanzteile auf die Motorachse und mit Sprengring sichern. Jetzt kann der Motor wieder komplett eingebaut werden. Die Bremsbänder vor dem Einbau vorsichtig mit Alkohol oder Spiritus abwischen, die Bremsbeläge auf den Trommeln nicht behandeln !
MfG, Tobias
P.S. Kannst du bitte mal einen Link zu dieser Nagravox Anleitung posten ?
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt

