Uher SG 631 Logic
#1
Hallo zusammen.

Ich möchte euch hier meine Uher SG 631 Logic vorstellen.

Entgegen aller Unkenrufe, die man so im Netz findet, habe ich recht preiswert besagte "Diva" als "Defekt" erworben. Vor- und Rücklauf, sowie der Omega-Drive funktionierte bei der Besichtigung, lediglich der Capstan-Antrieb verweigerte seinen Dienst. Auf dem Weg nach Hause noch ein paar bespielte 18cm Spulen für Testzwecke besorgt.

Zu Hause wurde die Maschine erstmal zerlegt und, oh Wunder oh Wunder, war sie im Inneren recht sauber. Kaum Staub und Dreck zu finden. So hat sie offensichtlich nicht die meiste Zeit ihres Lebens in irgend einem Keller fristen müssen. Schön, schön.

Nach dem ich mir einen kleinen Überblick über die, meiner Meinung nach, schön einzeln gehaltenen Baugruppen verschaft habe, ist mir eine defekte Feinsicherung aufgefallen, die u.a. für die Spannungsversorgung des Capstan verantwortlich ist. Ok, neue Sicherung, Einschalten und.. durchgebrannt. Mh, ok. Stecker abgezogen und nochmal... wieder Sicherung durch. Kann also nur die besagte Platine sein. Das ganze ausgebaut und die Elkos durchgemessen, aha Widerstand gleich null. Also Teiledealer angerufen, Bauteile bestellt und am folgenden Tag abgeholt. Zu Hause die Elkos getauscht, alles wieder zusammen geschraubt und.. läuft.

Somit war klar, dass mir die Maschine erhalten bleibt. Anhand eines Schaltplans, den ich in den Tiefen des World Wide Web's gefunden habe, wurden sämtliche Elkos und Tantalkondensatoren bestellt. Beim Austausch ist mir dann aufgefallen, das Schaltplan und Realität nicht wirklich viel gemeinsam haben, was auch einige Treads hier im Forum bestätigt haben. Also mit der Lupe (Ja, die Augen werden einfach nicht besser) durch das Gerät gerutscht und sämtlich Kondensatoren aufgenommen, die inzwischen auch gegen neue Kandidaten ausgetauschr wurden.
Auf der Platine des Wiedergabeverstärkers ist mir beim Tausch eines Kondensators ein kleines Missgeschick pasiert, das mich den Op-Amp. gekostet hat. Ich warte noch auf Ersatz.

Inzwischen hab ich auch noch neue Riemen, NAB-Adapter sowie eine passende Federwaage zum Einmessen des Bandzuges bestellt, wovon auch schon einiges Eingetroffen ist. Ich denke am nächsten Wochenende geht es weiter mit dem guten Stück.

Hier noch ein paar Bilder meiner Neuerwerbung:

                                 
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#2
Hallo,
welche besagte Platine war es denn mit den defekten Kondensatoren?
Gruß
Stefan
REVOX A77 und B77
GRUNDIG TS 1000 in 2 Varianten und TS 945, TK 847, TK 850FM, TK 248 und TK 600, TK 2400FM und TK 2200, Telefunken M 204
UHER SG 630, SG 561 und 521, Royal de luxe und die ganze Reporter Familie
Tandberg 10XD, ASC AS6002S/38, 6004S/4,75 und 4504/5002,
Sansui SD 3030 (...was ganz seltenes), SABA TG 564 und 664, AKAI X-201
GRUNDIG CN 1000 in 3 Varianten, Tandberg TCD 310, Marantz 5220 und 5010B
TASCAM 133 und 134, SONY TC-K 690, SABA 936 und Telefunken HS 1300
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#3
Hallo,
ist auf dem vierten Bild zu sehen. Nach dem Schaltplan den ich habe, ist sie für die Spannungsversorgung des Servomotors und des NF-Teils zuständig. Offensichtlich auch für den Capstan, da dieser hinterher wieder funktionierte.

Habe gerade die beiden Riemen getauscht und die Bandzüge eingestellt. Von der Mechanik her läuft sie aktuell nach meinem Empfinden recht gut. Was sie klanglich zu bieten hat wird sich leider erst zeigen, wenn der OP-Amp eingetroffen ist. Ich hoffe, das war alles was sich in die ewigen Jagdtgründe verabschiedet hat. Ich werde gleich noch die Audio-Eingänge testen, ob da alles i.O. ist.

Ich werde berichten.
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#4
Nach dem ich , wie schon angekündigt, noch die (bzw. den) Eingänge getestet habe, kann ich für mich schonmal dafür Entwarnung geben. Die Eingänge funktionieren wie sie sollen, Kopfhörerausgang funktioniert auch.
Ich habe sie vorhin einfach mal einige Zeit laufen lassen, ob zu sehen wie sie sich von der Wärmeentwicklung her verhält. Bis auf das Netzteil selber wird sie nicht sonderlich warm. Allerdings ändert sich etwas die Geschwindigkeit. So weit ich das ohne Ton feststellen konnte, ohne Schwankungen.
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#5
Hallo,
ich würde dir empfehlen die Gleichrichter gleich mit zu erneuern, die werden im Betrieb recht warm und neigen zu Ausfällen. Besonders die beiden kleinen ( einer sieht auf deinem Bild nicht mehr sehr gut aus) auf Abstand löten.
Bei meiner SG 631 hatten sich durch die Wärme die Leiterbahnen gelöst.

Gruß
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#6
Die beiden Gleichrichter auf besagter Platine hab ich auch mit erneuert, wenn ich schonmal dabei bin. Angel
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#7
Heute ging es mal an meiner kleinen Maschine weiter.
Ich habe nochmal besagten Op-Amp durchgemessen und festgestellt, dass die Versorgungsspannung mit knapp 3V etwas dünn ist. Nach einiger Suche bin ich auf einen der von mir ausgetauschten Tantal-Kondensatoren gestoßen, den ich aus Versehen verpolt habe. Nach dem ich ihn ausgetauscht und richtig herum eingelötet habe, lief sie zu meiner Freude wieder wie gewollt. Da ich bisher meine alten Bänder nur mit Kopfhörer abgehört habe, hatte ich sie mal an meine Anlage angeschlossen und, um auch mal ihre klanglichen Eigenschaften zu beurteilen, einen Song von DVD aufgenommen. Funktionierte soweit auch wie es soll. Nur beim Abhören fehlte ein Kanal. Also wieder alles auseinander geschraubt und Leitungswege und Signal nachverfolgt. Ergebnis: Das Poti für den Ausgangspegel ist im Eimer.
Am Montag werde also wieder mal bei meinem Teiledealer vorbeischauen und hoffen, das er passenden Ersatz hat.

Trotz allem hat mich das Ergebnis doch überrascht. Auch wenn nur ein Lautsprecher etwas von sich gab, war die Qualität doch recht gut.
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#8
Ich habe mir inzwischen einige Gedanken gemacht und hatte die Idee das Poti erstmal durch Festwiderstände zu ersetzen um in Ruhe nach einem (auch mechanisch) passenden Poti ausschau zu halten. Ein passendes Poti habe ich eigentlich schon im Auge, nur habe ich bisher keinen Einzelhändler gefunden der es im Sortiment hat. Ist das sinnvoll?

Vorteil: Ich könnte die Maschine schon benutzen
Nachteil: Ich müsste sie noch mal zerlegen, um das Poti einzubauen.

Was haltet ihr von dem Gedanken?
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#9
Hallo und guten Morgen.
Den Gedanken, das Poti gegen Festwiderstände zu tauschen, hab ich beerdigt. Am Montag war ich bei meinem Teiledealer und habe ein mehr oder weniger passendes Poti besorgt. Da weder das Rastermaß noch der Abstand zur Befestigungsbohrung gepasst hat, hab ich das Poti um 180° gedreht und mit etwas Litze an die Platine angeschlossen. Platz dafür ist glücklicherweise genug.

Hier das Ergebnis:

   

Das alte Poti hatte noch ein Blechkragen, der mit auf der Platine verlötet war. Ob das Blech nur der Befestigung diente, oder auch noch einen weiteren Sinn ergeben hat weiß ich nicht. Jedoch waren über dieses Blech zwei Leiterbahnen miteinander verbunden. Diese Verbindung hab ich kurze Hand mit einem 0 Ohm Widerstand wieder hergestellt.

Nun läuft das gute Stück wieder problemlos, jedenfalls bisher.

Am Montag Abend habe ich auch gleich mal ein paar Aufnahmen gemacht. Mit 9,5cm/s hört sie sich schon recht ordentlich an, wobei die Mitten nicht ganz so präzise wiedergegeben werden. Mit 19cm/s ist ein Unterschied kaum noch zu hören. Als Quelle diente eine DVD von Schiller (Tagtraum), die ich als Wave- Datei (96kHz/24bit) auf meinem Rechner habe.

Jetzt fehlt mir nur noch ein neues Regal für mein HiFi-Equipment, da die Bandmaschine auf dem alten kein Platz mehr findet. Zeitgleich werde ich mein MD-Player ausrangieren, da meine Vorstufe lediglich über zwei Tape-Monitore verfügt und mir die Bandgeräte lieber sind.

Da, wie schon geschrieben, die 631 nun läuft, muss sich über kurz oder lang mein Tape-Deck (Technics RS-BX 646) einem direkten Vergleich stellen. Auf diesen Test bin ich schon gespannt.
Und um der Sache noch die Krone aufzusetzen werde ich für beide Geräte Maxell XLi (s) Bänder benutzen.

Soweit erstmal, bis die Tage.
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#10
Soderle, da sich mein "Test" leider nicht in die Tat umsetzen ließ, da das Maxel-Band für's TB leider seine Rückseitenbeschichtung teilweise verliert. Die Jahrzehnte hat es also leider doch nicht überlebt.
Als Ausgleich hatte ich mir jetzt ein LPR90 als Rohwickel bestellt und werde es einem BASF 353 MP-IV Studio Eisenband entgegenstellen. Ein bischen Ausgleich muss sein.
(Kurze Zwischenfrage: Wie lang macht ihr eure Vorlaufbänder?)

Zur Technik.

Bandmaschine:
Typ: Uher SG 631 Logic
Frequenzgang: 20 Hz-25kHz bei 19cm/s nach DIN (ohne NR)
Dynamikbereich: 65dB
BIAS: 100 kHz
Bandtyp: RTM LPR90

Tapedeck:
Typ: Technics RS-BX646
Frequenzbereich: 20Hz-20kHz nach DIN (ohne NR)
Dynamikbereich: 57 dB
BIAS. 80kHz (mit autom. Bandeinmessung)

Als Schaltzentrale dient ein Technics Vorverstärker Typ: SU-C909. Bei beiden Geräten wurde vorher noch mal alle Bandführenden Teile gereinigt. Wir wollen ja nichts dem Zufall überlassen.
Als Referentz-Titel habe ich vier Titel aus der Rock/Pop-Ecke rausgesucht, die mir sehr gut bekannt sind: Peter Gabrial "Solsbury Hill", Candy Dulfer "Lilly was here", Pink Floyd "Echoes" und Carlos Santana "Samba Pa Ti". Alle Titel als Live-Version.
Den Hörvergleich werde ich sowohl über Lautsprecher, als auch über Kopfhörer machen. Bin selbst schon gespannt auf das Ergebnis.

So viel dazu.

Ich habe das TB jetzt seit rd. vier Wochen in Betrieb und bisher macht es keinerlei Probleme. Im Netz findet man ja immer wieder Horrorgeschichten über diese Bandmaschine, die ich bisher so überhaupt nicht bestätigen kann. Sie läuft völlig klaglos und spielt auch Bänder ohne Rückseitenbeschichtung ohne Probleme ab.
Fazit: Der Omega-Drive funktioniet sehr wohl.
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#11
(11.07.2021, 18:04)Scouter schrieb: Typ: Uher SG 631 Logic
Frequenzgang: 20 Hz-25kHz bei 19cm/s nach DIN (ohne NR)

Schafft Deine 631 denn diesen Frequenzgang? 

Ich habe seit ein paar Wochen eine 630 (mit 2-Spur Kopfträger) und komme beim Einmessen nicht einmal annährend auf diese Werte, bereits ab 12khz geht es bergab und bei 20khz bin ich schon bei -5dB.
OK, vielleicht ist das von mir verwendet PER368 nicht das geeignetste Bandmaterial für das Gerät, aber die Einstellmöglichkeit sind auch recht begrenzt. Wo ich z. B. bei Revox-Geräten pro Kanal und Geschwindigkeit Oszillator und Equalisation (Anpassung bei 12khz) einstellen kann sowie den Aufnahmepegel pro Kanal, gibt es bei der Uher pro Kanal und Geschwindigkeit nur einen Regler. Ich dachte erst, ich würde was übersehen, aber scheinbar nicht. Finde ich für ein Gerät aus der Mitte der 70er etwas schwach.
Auch wundert mich etwas, dass das Gerät nach Einmessung nach Service-Handbuch bei 0 dB am VU Meter mit +6 dBu, also Studiopegel aufnimmt. Ich dachte erst, dass das nicht stimmen kann, aber wenn man 6 dB weniger nimmt, kommt man nicht annährend auf den im Handbuch geforderten Ausgangspegel am Monitorausgang und die Einstellmöglichkeit für den Wiedergabepegel ist nur in einem Bereich von ca. 3 dB möglich. 
Also ist das so gewollt? Finde ich dann doch etwas übertrieben für ein Heimgerät, auf dem sicherlich auch Doppelspielband verwendet wurde. Oder wo liegt hier mein Fehler?

Sorry, bin etwas vom Thema abgekommen...

Gruß
Robert
Revox A700 (2-Spur) - A77 MK III (2-Spur), A77 MK IV HS (2-Spur), A77 MK III (4-Spur) - B77 MK I (2-Spur) - PR99 MK I (Vollspur) - G36 MK III HS (2-Spur) - Modell (A)36 - Uher Report 4100 V - Tandberg 10X (4-Spur)
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#12
@Robert
bei der SG630/631 lässt sich (ohne Modifikation) der Aufnahmepegel nicht einstellen. Lt. Servicemanual wird ein definierter Pegel aufgenommen und dann der Wiedergabepegel angepasst.
Wenn man so vorgeht ist dann der Pegel Vorband und Hinterband gleich aber es ergibt sich kein definierter Bandfluss und man erhält, besonders mit moderneren Bändern keine Kompatibilität mit anderen (auf einen definierten Bandfluss eingemessenen) Maschinen.
MfG
Georg
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#13
Die Daten zum Frequenzgang stammen aus der Bedienungsanleitungen der jeweiligen Geräte. Ich habe das bisher nicht nachgemessen, ist aber ein interessanter Einwand. Ich muss mal gucken, wie ich das mit den mir zur Verfügung stehenden Equipment umsetzen kann. Sollte ja eigentlich nicht so schwer sein.
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#14
Hallo zusammen.

Hier mal ein paar subjektive Eindrücke zu meinem kleinen Hörvergleich Bandmaschine vs. Tape-Deck.

Das die Bandmachine besser abschneidet, habe ich mir ja schon vorher gedacht. Das es aber in meinen Ohren recht gravierend ist eher nicht. Vom Senkel klingt die Musike leichter, unbeschwerter, nicht so gequält. Das Grundrauschen ist von der Kassette auch deutlicher zu hören, wobei hier auch von den Frequenzen her Unterschiede gibt. Vom Band scheint das Rauschen in den höheren Frequenzen stark gedämpft und daher nicht so präsent. Das einzige Manko der Bandmaschine ist dann eher das Übersprechen, wobei ich das interessanterweise nur auf einem Kanal habe. Die Vermutung liegt nahe, dass es in dem Fall die beiden inneren Spuren sind, die sich da etwas ins Gehege kommen.
So viel erstmal dazu.
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