Druckfrisches!
#1
Hallo!

Hier meine neueste 3D-gedruckte Tonband-Spule.
Wie man auf dem zweiten Bild erkennt ist es eigentlich ein Bobby-Adapter auf einem Wickelteller. Mit dem passenden Deckel drauf wird dadurch eine Spule draus.
So kann man endlich unfallfrei Bobby-Spulen auch senkrecht an Dreizack-Maschinen betreiben.

Die Scheiben sind etwas dünn. Nämlich nur 1,5mm. Das macht die Spule etwas labbrig.
Hätte die lieber mit 2mm gedruckt. Jedoch ist bei einem Wickelteller aus Metall ebenfalls nur 1,5mm normal. Und sonst würde der Bobby zu hoch stehen.

Durch den Bobby ist die Spule sowieso schon 2mm stärker als normale Spulen.

Als Adapter-Lösung ist die aber gut genug.

Achja: Drucker Creality CR-10, Standard Düse 0,4mm, Kaiser-Tech Filament Gold PLA, Druckzeit für eine Hälfte: ca 6 Std.

Gruß
Oliver


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#2
Klasse!
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#3
cool, da hast Du ja den Druckraum Deines Creality Druckers voll ausgenutzt, oder ?

Wie in meinem Thread in dieser Rubrik zu sehen, stehe ich grade am Anfang - würde ich heute nochmal einen Drucker kaufen, würde es auch einer von Creality werden. Jetzt, wo der China Schrotthaufen aber schonmal da ist, wird er so weit modifiziert, dass vernünftige Drucke rauskommen.

Was mich interessieren würde, ist, ob Du schon Erfahrungen mit der Stabilität von PLA bei Funktionsbauteilen gemacht hast. Mein erstes sinnvolles Projekt, wenn der China Drucker vernünftig läuft, wird eine Steuerscheibe für einen Plattenspieler Braun PS500. Diese wollte ich eigentlich mit ABS drucken, wenn ich mir aber ansehe, was für Trümmer Du erfolgreich aus PLA herstellst, werde ich nachdenklich.

danke und Gruß Frank
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#4
Hallo!

Also, ich würde erstmal mit PLA anfangen.
3D-Druck hat so viele Tücken und Fallstricke, da ist das lernen mit PLA immer noch der einfachste Weg. PLA ist eigentlich recht robust. Für die allermeisten Drucke ohne große Belastung reichen 20% Füllung. Bei größerer Belastung sind 50% schon sehr stabil. 100% rentiert sich (Druckzeit, Materialmege, Mehrbelastbarkeit gegenüber 50%) kaum.
ABS braucht konstant hohe Temperatur. Am besten eingehaust.
Habe zwar hier auch eine Rolle ABS liegen, habe mich aber noch nicht hingetraut (zumal meine Frau es in Schweinchenrosa gekauft hat. Keine Ahnung warum)

Nicht gleich mit wichtigen Flugzeugturbinen-Bauteilen anfangen.
Erstmal den Drucker kennen lernen! (Aufstellung waagerecht, möglichst Durchzugsfrei)

Und das Heizbett! (Druckfläche plan?, Heizt gleichmäßig? Bis auf welche Temperatur? (ABS braucht 60-80 Grad), Glasplatte? Ist die eben? Druckst Du auf Krepp oder auf Glas mit Kleber/Spray/whatever?) Ich kann Anycubic Glasplatte empfehlen. Hält Bauteile solange bombenfest bis die Platte auf 22-23 Grad abgekühlt hat)

Und den Druckkopf (Aufbau, Funktion und Reparatur)

Und das PLA-Filament und was dabei zu beachten ist.
Billig-Filament kriegst Du in der Bucht zwar nachgeschmissen. Aber die Qualität ist, sagen wir, sehr breitbandig. Keine Rolle ist wie die andere. Geht von nicht gleichmäßigen Durchmesser los (bleibt in der Zuführung stecken), unterschiedlichen Druckeigenschaften (immer erst ein Temperatur-Testausdruck machen, gibt einige Schnell-Tests bei thingiverse), beschissene Wickelung (verheddert sich auf der Rolle) oder einfach scheiße Material was die Düse verstopft.
Lieber paar Euro mehr ausgeben.
Welchen Slicer?
Teste dann mit irgendwelchen Nippes ob die Drucker/Filament Kombination mit Überhängen und Brücken drucken (gibt dafür Testdrucke bei thingiverse) zurechtkommt.

Ich bin selbst nicht der große Drucker-Profi. Eher noch Anfänger. Was mir halt sehr geholfen hat ist, daß ich gleich mit dem CR-10 einen Drucker gekauft habe, der Out of the Box, ohne große Einstellungsorgien super Ausdrucke liefert.
Da es der Drucker meiner Frau ist, wollte ich natürlich auch so wenig wie möglich Wartungsaufwand haben.
Aber die allgemeine Defektanfälligkeit von elektronischen Gerätschaften in der Hand von Frauen wird von uns Männerschaft chronisch unterschätzt.

Sorry: die Antwort ist länger geworden als gedacht.

Gruß
Oliver
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#5
wieso sorry, ich danke für die Tipps Cool .

Ich habe mir den China Bausatz vor gut zwei Jahren mehr aus Quatsch zu Weihnachten geschenkt, und bin danach nicht mehr dazu gekommen. Als ich den Bausatz dann vor einigen Wochen ausgegraben habe, musste ich bei der Informationsbeschaffung feststellen, dass sich in den letzten zwei Jahren mehr getan hat als in den zehn Jahren davor. Ich habe dann mehrere Tage überlegt, mir auch einen Creality Drucker zu kaufen, bei mir wäre es ein Ender Pro geworden, mit kleinerem Druckraum als bei Deinem, der fertig montiert in bester Qualität kaum teurer ist als damals mein Sperrholzbausatz ohne vernünfige Anleitung.

Am Ende habe ich mich dann doch dazu entschieden, das Ding zusammenzubauen. Der Zusammenbau war gelinde gesagt eine mittlere Katastrophe, als das Ding dann fertig war, habe ich mich nach den ersten wackelnden Achsenbewegungen entschlossen, die sinnvollen Modifikationen gleich am Anfang zu machen, bevor ich unnötig PLA vergeude. Die Z-Achse hat Trapezspindeln bekommen statt der eiernden Gewindestangen, der Drucker ist jetzt auf einer Siebdruckplatte fest verschraubt, weil im Urzustand das ganze Gestell wackelt, wenn die Achsen laufen. Nicht eine einzige Schraube an den vormontierten Teilen war fest angezogen, für das Netzteil fehlten die Befestigungslöcher im Rahmen, die spannungsführenden Teile in Netzanschluss sind nicht fingersicher usw. Auf der Anleitung und auf dem Karton steht überall, dass es sich bei meinem Drucker schon um "improved quality" handelt - ich hätte gerne mal gesehen, wie die Bausätze davor ausgeliefert wurden.

Im Moment drucke ich diese bekannten Würfel mit 1cm Kantenlänge, weil die Trapezspindeln eine andere Gewindesteigung haben, und die Höhe nach dem dritten Druck immer noch nicht stimmt, obwohl ich die nötigen Steps pro mm exakt umgerechnet hatte. Als Slicer Software lag Cura in einer uralten Version bei, die sich unter Windows 10 nicht mehr installieren ließ, genau wie die Softwaretreiber. Cura habe ich mir dann aus dem Internet besorgt, da ist mein Drucker aber nicht in der Auswahlliste, nur der originale Prusa i8, und die Arduino USB-Treiber in der aktuellen Version erkennen meinen Drucker nicht. Ich drucke jetzt erstmal von der SD-Karte, um das Ding mechanisch schön zu kriegen, und dann muss ich wohl noch ein Firmware-Update machen ( ich hasse Firmware Updates, da geht so oft was schief ). Es ist ein wahres Vergnügen, mit dem im Drucker eingebauten Drehwertgeber z.B. die steps pro mm von 2560 auf 900 irgendwas runterzukurbeln. Der nächste Schritt ist jetzt, die wichtigen Parameter, die in Cura ganz einfach zu hinterlegen sind, mit dieser Dreh-/Druckknopf-Konstruktion manuell in den Drucker einzugeben, und dann werden erstmal wieder Würfel gedruckt. Im Moment scheint die Druckgeschwindigkeit noch zu hoch zu sein, die Kanten der Würfel sind verwaschen und wie gesagt, die Z-Werte werden immer noch zu hoch. Ich habe fast das Gefühl, dass die mitgelieferte Bonus-PLA-Rolle dafür da ist, den User für das Theater zu entschädigen, und viel wird davon nach der Justiererei auch nicht übrig bleiben.

Eine Glasplatte ist dabei, mit diesen obligaten Klammern zum Befestigen auf dem Heizbett. Mittlerweile bin ich auch stolzer Besitzer eines Infrarot Thermometers, nachdem die ersten beiden Würfel-Ausdrucke mangels Haftung Filamentsalat produziert haben, bin ich auf den Trichter gekommen, mal die Temperatur auf der Glasplatte nachzumessen. Die liegt konstant rund 20 Grad unter der, die die Steuerung für das Heizbett anzeigt. Nachdem ich die Heizbett-Temperatur einfach 20 Grad höher gestellt habe, bleibt der Würfel da, wo er bleiben soll. Ach ja, ich benutze auf der Glasplatte dieses blaue Klebeband von 3M, die Platte von Anycubic kaufe ich mir, wenn das Gerät nicht doch noch irgendwann vor die Wand fliegt - ich bin im Moment vorsichtig formuliert etwas angeschnupft.

Wenn das dann alles schön ist, bekommt der Drucker noch zwei Thyristor Lastrelais für die Heizungen. Ich habe mich beim Zusammenbau gefragt, wieso genau hinter dem Mainboard ein Lüfter montiert ist - seit den ersten Tests weiß ich es. Das IR-Thermometer zeigt bei den Leistungsausgängen Temperaturen jenseits der 100 Grad an, das geht mit Sicherheit nicht lange gut.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich zu dem Ding eine lange Freundschaft entwickeln wird. Der größte positive Aspekt ist der wirklich intensive Lerneffekt. Ich denke, wenn man aus dem Eimer brauchbare Druckteile herausbekommt, weiß man wirklich, wie es geht. Und dann kann ja gerne was besseres kommen, ich liebäugele mittlerweile mit den Resindruckern, die im Preis in den letzten zwei Jahren im freien Fall abgestürzt sind. Aber auch die Creality FDM Drucker sind wirklich fein, sowas wie der Ender Pro hat vor zwei Jahren noch vierstellig gekostet, und jetzt bekommt man sie für unter 300 Euro.

So, auch mein Posting ist länger geworden als beabsichtigt. Danke fürs Lesen Cool .

Gruß Frank
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#6
(13.05.2021, 16:19)nick_riviera schrieb: mir auch einen Creality Drucker zu kaufen, bei mir wäre es ein Ender Pro geworden

Ich hatte ursprünglich auch geplant, einen Ender 3 Pro zu kaufen und hatte mir im Shop des Herstellers schon ein Kundenkonto angelegt. Dann bin ich da irgendwie von abgekommen. Ein paar Wochen später kam Werbung vom Shop für den Ender 3 Pro V2 inkl. Gutschein, wodurch mich das Ding $250 inkl. Versand aus der EU (ich glaube der kaum aus Tschechien) gekostet hat - also knapp 210€. 
Ich hatte vorher viel gelesen von Leuten mit den früheren Modellen, die Probleme damit hatten, dass das Druckobjekt verrutscht usw. Ich habe die Druckplatte nur einmal waagerecht ausgerichtet und hatte damit bisher überhaupt keine Probleme. Gleich der erste Druck war meiner Meinung nach absolut in Ordnung:
   

Letztendlich hat Creality da wohl einfach nur geschaut, was die üblichen Verbesserungsvorschläge für den Pro sind und diese direkt in das Modell integriert, z. B. eine Glasplatte. Das einzige, was mir bisher negativ aufgefallen ist, ist dass der Drucker nicht merkt, wenn das PLA leer ist. Der druckt dann einfach weiter, ohne dass etwas rauskommt. Und für z. B. 26er Spulen ist er natürlich zu klein.


Aber zurück zum Thema:
Oliver: Wie groß ist die Spule denn? Standard 26?

Gruß
Robert
Revox A700 (2-Spur) - A77 MK III (2-Spur), A77 MK IV HS (2-Spur), A77 MK III (4-Spur) - B77 MK I (2-Spur) - PR99 MK I (Vollspur) - G36 MK III HS (2-Spur) - Modell (A)36 - Uher Report 4100 V - Tandberg 10X (4-Spur)
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#7
Hallo!

Jepp, 26,5cm

Habe auch schon mal eine testweise mit 18cm gemacht. Hab einige Bobbys wo nicht mehr drauf ist. Also auch Kleinspuler-geeignet Big Grin 

Das Benchy sieht doch schon sehr gut aus! Ob unser alter CR-10 das so schön hinkriegt? Weiß ich nicht...

Ich halte so einen Bowden-endsensor, zumindest beim externen Extrudor für unnötig.
Man sollte halt vorher ungefähr abschätzen wieviel Meter Material man braucht. Wird doch z.B. bei Cura angezeigt.

Was mir jedoch noch fehlt ist eine Filament-auf-Spule Aufwickelmaschine/Konstruktion um vor Druck die genaue Menge an Filament exakt auf eine Spule zu wickeln.

Muß mal wieder bei thingiverse stöbern....

Gruß
Oliver
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#8
Hallo Oliver,
Deine Spulenadapter-Kombination ist genial. Besonders das Oberteil verdient es, extra hervorgehoben zu werden.

Das was Du hier vorlegst, konnte man früher nur mit NAB-Kernen und Alu-Scheiben zu einer Spule zusammenschrauben. Das war am Anfang der Magnetbandtechnik in den USA eine geniale Idee. Die ersten Ampex A200 (1947/48) hatten noch freitragende Wickel mit Schichtlage außen. Da wäre noch keiner auf der Welt auf die Idee gekommen, diese Schichtlage "deutsch" zu nennen. Auch Willi Studer baute seine ersten Geräte so. Mit der Ampex 300 änderte sich die Schichtlage aus konstruktiven Gründen bei Ampex und die A200 wurden fast alle entsprechend mit einem Umbausatz umgerüstet. Für den Austauch und Versand der Bänder zwischen den Anwendern war die schützende Spule unumgänglich bei den glatteren Bändern in den USA.

Ich hätte da eine Frage an Dich:
Siehst Du von der 3D-Drucktechnik die Möglichkeit, das auch umgekehrt zu machen?
Nämlich eine Spule von ca 15 cm Durchmesser mit der Öffnung in der Mitte wie bei dem AEG-Wickelkern.
Ich frage deshalb, weil ich von 3D-Druck gar nichts verstehe und es leider schon lange nicht geschafft habe, für meinen Tonschreiber C passende Spulen zu bekommen. Als der Tornister während des Krieges gebaut wurde, war an Magnetophonen der AEG natürlich nur deren eigene patentierte Wickelkernverriegelung vorhanden und dafür gab es dann ganz spezielle Spulen, die damals aber die normalen waren.

Ich füge das Bild einer passende Spule von einem Nachfolgegerät der Firma Maihak bei. Die aber leider auch fast so selten sind, wie das Bernsteinzimmer.

Mit den besten Grüßen

Manfred

   
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#9
Hallo Manfred!

Hast Du Zugriff auf eine solche Spule? Mit den davon abgenommenen Maßen kann man sowas durchaus nachdrucken.

Ist da ein normaler Bobby-Kern drin? Könnte man wegen der Vernietung annehmen
Wie dick ist die Spule insgesamt? Wie eine normale Alu-Spule? Ich sehe da noch Stege als Auflagefläche.
Wie stark sind die Scheiben?

Das Einfädel-Loch ist an einer ungewöhnlichen Stelle. Muß das dort sein? Der Einfädel-Schlitz bei den Bobbys ist doch eigentlich neben den kleinen Löchern?

Gruß
Oliver
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#10
[Hallo Oliver,

das ist ja sehr nett von Dir, daß Du Dir schon gleich Gedanken zu meinem Problem gemacht hast. Dankeschön.
Ich habe keine solche oder auch nur eine ähnliche kleine Spule.
In 30 cm Durchmesser habe ich eine Spule mit AEG-Aufnahme. Die hat dann aber einen Innendurchmesser von 10 cm. Dieser große Innendurchmesser ließe nicht mehr viel Band auf die Spule und wenn ich die zersägen würde, dann hätte ich keine mehr für besonders empfindliche Bänder auf meinen großen Studiolaufwerken.

Während meines ganzen Tonbandlebens benutze ich keine Einfädelschlitze in den Spulen oder die entsprechen Löcher in den 
Wickelkernen. Nach spätestens 1,5 mit dem Zeigefinger geführten Umrundungen des Kernes ist jedes Band durch Umschlingung fest. Der im Schrägschlitz gehaltene Bandfitzel muß auch so lange festgehalten werden, damit er nicht wieder herausrutscht. Die Bandenden werden dann immer unansehnlicher.
Ein Wickelkern ist zu dünn als Mittelteil, der klappert dann auf dem Wickelteller und hängt zu tief. Der erforderliche kleinere Durchmesser wäre kein Problem. Ich habe auch alte Kerne von Anno Tobak mit 70 mm Durchmesser, aber die klappern noch mehr, weil sie noch dünner waren.

Ich denke mal in Kladde: Eine Spule mit 3 Speichen und 70 mm Kerndurchmesser ohne Schlitze wäre ideal.


Und nun kommt das Hauptproblem:

Ich komme coronabedingt nicht in meine Kultstätte und kann nicht mal eben nachsehen. Darf ich mich mit genaueren Bildern und Abmessungen wieder hier oder bei Dir per PN melden, sobald ich da wieder Land gesehen haben werde? 

Deine generelle Einschätzung läßt bei mir große Hoffnung aufkommen.

Mit den besten Grüßen

Manfred

P.S. Ich zeige hier noch ein Bild der Originalspulen auf dem Gerät. Bei einer Gesamtbreite von 34 cm werden die Spulen wohl nur ca. 13cm groß sein.

                            
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#11
Hallo!


Zitat:Darf ich mich mit genaueren Bildern und Abmessungen wieder hier oder bei Dir per PN melden, sobald ich da wieder Land gesehen haben werde? 


Natürlich!

Ist so eine Spule eigentlich breiter/dicker wie ne normale 18ner Plastikspule?

Gruß
Oliver
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#12
Hallo Oliver,

ich hatte bisher noch keine Original-Spule in Händen. Die Abmessungen werden vermutlich ähnlich den späteren aus Plastik sein.
Das Band war mit 6,5 mm zwar etwas breiter, aber die Blechwandungen dafür dünner als bei den Plastikspulen.

Auf dem Gerät wäre eine dickere Spule aber kein Problem. Der Abstand von der Bandtelleroberfläche bis zur Laufwerksplatte ist erheblich größer als bei den späteren "Heimgeräten." Entscheidend für den korrekten Bandlauf wäre ja die Fläche in der Mitte der Spule mit dem Ausschnitt für die AEG-Aufnahme und den Verriegelungsgriff. 

Mit den besten Grüßen

Manfred
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#13
Hallo Oliver,

ich habe mich zwischenzeitlich mit den üblichen Plastikspulen beschäftigt:
Aus den recht krummen Maßen folgere ich, daß deren Ursprung zur Benutzung für Magnetband in USA gelegen haben wird.
Deshalb habe ich auch an mehreren Spulen aus Deutschland von Schneider und aus den USA von Shamrock/Ampex gemessen.

Der Durchmesser einer 13er Spule ist 5 Zoll; der Durchmesser einer 18er Spule ist 7 Zoll. Die Dicke ist ½ Zoll.
Bei Ampex sind die Spulenscheiben 1/10 Zoll dick, der Wickelraum der Spule ist 3/10 Zoll hoch.
Bei Schneider sind die Spulenscheiben 2,3 – 2,4 mm dick, der Wickelraum ist 8,2 mm hoch.

Ich denke, daß 2,3 - 2,5 mm als Scheibendicke für den Tonschreiber angemessen ist. Kern- und Außendurchmesser muß ich noch ermitteln. Ebenso die „Einpreßtiefe“ und die Stärke der Mittelscheibe mit dem Durchbruch für die AEG-Wickelkernaufnahme.

Zu Deiner Drucksache:
Wegen der Wickelkernhöhe und der daraus sich ergebenden Probleme bei den Spulenscheiben hätte ich den Hinweis, daß es seinerzeit für Halbspurgeräte (z.B. M5 mit Halbspurkopfträger) extra Kerne mit nur 9 mm Höhe gegeben hat. Ich weiß, daß ich davon vor 40 Jahren welche hatte. Sobald ich Zugriff habe, werde ich danach suchen. Dann könntest du mit Deinem genialen Spulenadapter sogar Viertel- und Halbspurbänder drehen und die jeweilige Unterseite des Bandes ohne Schleifen am Spulenrand abspielen.

Bis dann denn

Manfred
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#14
Hallo Manfred,

ich habe mich mal gedanklich mit diesen Maihak-Spulen beschäftigt.

Geholfen bzw. nicht geholfen haben diese Auktions-Bilder einer Maihak mit Zubehör (ich habe mit dieser Auktion nix zu tun, aber die Bilder waren sehr erhellend)

https://www.ebay.de/itm/164286971850?_tr...%7Ciid%3A1

So wie ich das sehe brauchst Du Bobby-Kerne mit kleineren Durchmesser wo 2 Scheiben drangenietet sind.

Was mit Metall kein Problem ist, ist bei Plastik etwas schwierig: je nach dem wieviel Belastung/Zugkräfte übertragen werden (die Kraftübertragung findet ja nur über das dünne Blech an der Befestigung statt) kann es fürs Plastik kritisch werden.

Der Befestigungs-Knopf: wie weit kann der nach oben gezogen werden? Je weiter, desto stärker könnte die Verbindung konstruiert werden. Wir reden von dem Verriegelungsbereich.

Für eine gewisse Grundstabilität wäre der Durchmeser der Bobby-Auflagefläche (ich schätze 5 - 5,5cm?) wichtig.

Gruß
Oliver
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#15
Hallo Oliver,

bitte entschuldige, daß ich mich erst jetzt melde.
Ich mußte über Pfingsten meiner Tochter in der Landwirtschaft aushelfen, weil das Wetter gerade günstig dafür war.

Es ist ja ganz toll, wie Du dich da ins Problem reinkniest. Dankeschön.

In dem von Dir angegebenen eBay-Beitrag, kann man den Trick der Spulen ahnen. 
Ich weiß nur, daß die Bandtellerauflagefläche viel zu hoch für eine ebenglatte Spule ist. Der Durchmesser der Bandteller ist aber deutlich größer als der Kreis für die AEG-Aufnahme. Die Spule muß also eine kreisrunde Aussparung auf der Rückseite haben. Die in Rede stehenden Geräte für diese Sorte Spulen hatten alle Vollspurköpfe, da mußte nicht gedreht werden.
Man kann diese rückseitige Einbuchtung auf dem Foto durch das Loch auf der Spulenoberseite etwas sehen.
Das Schauloch diente also als Überwachung des gesamten Bandvorrats auf der Spule. Beim militärischen Original waren da noch Markierungen ins Blech gestanzt. Ohne den von Dir gefundenen Beitrag wäre ich wohl bis jetzt noch nicht dahintergekommen, ohne das Gerät vor Augen zu haben.

Ich habe dann mal endlich gegoogelt und auf der Funkstunden-Seite des Geigenvirtuosen Johannes Brüning auch eine Abbildung gefunden, die die Spulen von der Rückseite zeigen. Dann wird es auf einmal alles deutlich. Der Bandvorrat mußte also nicht größer sein, als zweimal aufziehen des Federwerks an Laufzeit bringt. Später war dann bei der Filmarbeit auch der Kinofilm in der beweglichen Kamera durchgelaufen und für weitere Szenen mußte jeweils nachgeladen werden.


http://www.funkstunde.com/de/technik/maihak.html

Bis zum Beitrag  "Vom Tonschreiber bis zum Reportofon" hinunterscrollen. Da ist ein schönes Bild vom Maihak MMK 1 mit den Spulen in Vor- und Rückansicht.

Es besteht berechtigte Hoffnung, daß ich in den nächsten Tagen zu den Abmessungen mehr weiß.

Nochmals vielen Dank

und beste Grüße

Manfred
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#16
Hallo Oliver,
ich habe den Thread erst jetzt gesehen und bin hellauf begeistert, da ich in letzter Zeit öfters mit Bobbies zu tun hatte und das Umspulen auf normale Spulen ohne solch einen Adapter sehr umständlich ist. Würdest du mir solch einen gedruckten Adapter eventuell verkaufen bzw alternativ die Dateien dafür zur Verfügung stellen?

Vielen Dank dafür im Voraus!

Schöne Grüße
Alexander
Haupt-Bandmaschinen: Teac A3300-2T (Halbspur, 38 cm/s), Uher Variocord 263 (Viertelspur)
Unterwegs: Uher Report 4200
VHS HiFi: Panasonic NV-F75
Kassette: Onkyo TA-2870
Oldtimer für besondere Anlässe: Grundig TK 8, Revox Modell 36 (A36), Revox F36, bald: Revox T26
Dazu gesellen sich noch ein paar Grundigs, 77er Revoxe und co, die alle irgendwann mal Wartung brauchen
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#17
Hallo!

Tja: Theorie und Praxis....
Die letzten Ausdrucke sehen ordentlich aus und passen auch auf die Dreizacke.

Heute endlich mal einen Test auf meiner Revox A77 gefahren.

Schnelles Spulen bringt die untere Adapter-Scheibe zum Flattern. Damit ist die Wickelung schlecht/gefährlich.
Zusätzlich mit der oberen Adapter-Scheibe (also Spulenmäßig) ebenfalls starkes flattern und sehr unsauberes Wickeln. Jedoch keine Gefahr.

Wiedergabe auf der unteren Scheibe und mit kleinen Adapterdeckel gesichert führt zu sauberen Wickel.
Allerdings wickelt das Band etwas tief auf dem Bobby (siehe Bild). Oder ist das noch OK?
Der Bobby scheint auch nicht ganz auf der unteren Platte aufzuliegen?

Konzequenz: die untere Adapterscheibe wird von 1,4mm auf 1,6mm verdickt und mit 100 Prozent Füllung (statt jetzt 50%) gedruckt.
Da der Druckkopf eine Düsenöffnung von 0,4mm hat ist die kleinste Druckhöhe halber Düsendurchmesser also 0,2mm. Drum 1,4mm bzw. 1,6mm
Die Bobby-Auflage wird ebenfalls um 0,4mm gesenkt. Nö, laß ich mal so.

Sobald ich wieder mal Druckerzeit kriege (aktuell ist Gartenzeuchs dran....) teste ich mal die Veränderungen.

Gruß
Oliver

@Alexander: sobald das Teil/die Teile perfekt laufen, melde ich mich bei Dir. Bitte noch etwas Geduld


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#18
Hallo Smile 

Ich hab mir mal erlaubt, meinen DLP Drucker für einen Minimini NAB zu testen. Ist wohl nicht leicht zu erkennen, da transparentes Resin mitgeliefert wurde.
Aber mir gefällts, auch für die Puppenstube geeignet.
Durchmesser ca. 9 mm, Höhe ca 4mm.
   
Das Material ist auch recht stabil, selbst vor der UV Härtung (Garten).
Druckdauer war 11 Minuten, hängt ausschließlich von der Höhe und Belichtungszeit ab.
Schichtdicke 0,05mm, Belichtung : 4 Startschichten je 1 Minute, danach 8 s je Schicht.

Was die ganzen erwarteten Nachteile wie Geruch/Lösungsmittel/Handschuhe/Sieb/Trichter/Filter angeht, bin ich positiv überrascht.
Das Handling ist problemlos, 1 Paar Handschuhe und gut ist.
Klar nichts für s Wohnzimmer, aber Keller/Balkon/Garten ist kein Problem.

LG
Mike
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#19
(28.05.2021, 19:51)ozimmer schrieb: Wiedergabe auf der unteren Scheibe und mit kleinen Adapterdeckel gesichert führt zu sauberen Wickel.
Allerdings wickelt das Band etwas tief auf dem Bobby (siehe Bild). Oder ist das noch OK?
Der Bobby scheint auch nicht ganz auf der unteren Platte aufzuliegen?


Hallo Oliver,

die Wickelhöhe auf dem AEG-Kern sieht auf dem Foto eigentlich gut aus.
Die von mir erwähnten Wende-Kerne für Halb-Spur-Geräte hatten ja 9 mm Höhe. Bei 6,3mm Bandbreite bleiben dann auf jeder Seite 1,35 mm Überstand und das entspricht dann ja auch dem Abstand zum Wickelteller.

Höher aufgewickelt wäre für die Handhabung der freien Wickel ungünstiger. Der Wickel würde beim Ablegen auf glatter Fläche  hoch liegen und könnte bei Unachtsamkeit leichter aus Versehen vom Kern gedrückt werden. Im hektischen Sendebetrieb (der war seinerzeit das Maß aller Dinge) war man darauf bedacht, vermeidbare Fehlerquellen gar nicht erst entstehen zu lassen. Die asymmetrische Wicklung auf dem Kern bei Vollspur oder Stereo ließ einen schon aus dem Augenwinkel erkennen, ob das Band richtig herum auf der Sendemaschine lag. Zum Vorhören war nicht immer Zeit bei kurzen Titeln und Band zurück spulen auf der zweiten Maschine und noch sofort neues Band einlegen. Und jedes Band mußte auch wieder in den richtigen Karton, sonst würde es bei der nächsten Sendung (vielleicht in einem Jahr) richtigen Schlamassel geben, und wer weiß dann noch mit welchem Band es vertauscht worden ist? Da half nur äußerste Akribie.

Aber wir wären nicht beim deutschen Rundfunk, wenn es dafür keine Richtlinie gegeben hätte:   Hat es!!!

Technische Richtlinie Nr. 3 / 4 des IRT vom August 1980: Studio-Magnettonbänder 

auf Seite 3 heißt es

   

Mit den besten Grüßen von freitragenden Wickeln
Manfred
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#20
Hallo Dynamike!

Das mit dem Resin-Drucker ist verdammt interessant!.

Theoretisch ist eine Schichtdicke von 0,05mm auch mit einem FDM-Drucker zu erreichen, mittels 0,1mm Düse.
Allerdings habe ich bisher keine Notwendigkeit gehabt das mal zu probieren.

Von der Maßhaltigkeit, Auflösung und vor allem Geschwindigkeit dürfte Dein Drucker wohl unschlagbar sein!

Was für ein Modell hast Du denn? Wie groß ist denn das Druckbett, oder besser, Ziehbrett?

Gruß
Oliver

PS: allmählich wird diesere Thread mit interessanten Themen zu voll.
Mein Fehler! Hätte von Anfang an ein passenderes Thema wählen sollen! Sorry!
Soll ich mal meine gestammelten Ergüsse als Zitate in neu erstellte Themen auseinander dröseln?
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#21
ich kann Dir empfehlen, Dir mal ein paar Youtube Videos zu Resindruckern anzusehen. Die Technik hat in den letzten zwei Jahren einen rasanten Fortschritt gemacht, ist aber meiner Meinung nach noch nicht am Ende mit dieser Entwicklung.

Im Moment drucken Resindrucker nicht schneller als FDM-Drucker, sondern tendenziell eher langsamer. Und wenn die Bauteile dann aus dem Bad rausgezogen werden, sind sie noch nicht fertig, sondern müssen mit Isopropanol von Resinresten befreit und mit UV-Licht ausgehärtet werden. Auch wenn es schon umweltfreundliche Resine geben soll, die Standard Resine sind in flüssigem Zustand giftig, man muss Handschuhe und Atemschutz tragen, weil das Zeug weder an die Haut noch die Dämpfe in die Lunge kommen sollten. Man braucht eine UV-Lampe zum Aushärten und Kanister mit Isoprop, um die Teile vor dem Endhärten zu säubern. Die Firma Anycubic hat hierfür eine Maschinen mit Namen Wash and Cure im Programm, die das Reinigen und Aushärten mit UV-Licht automatisiert, es ist aber ein ziemliches Gehampel und kommt natürlich auf die Druckzeit noch oben drauf.

Was für mich aber dann das ultimative Killerkriterium ist, ist, dass die Detaillierung der Drucke zwar absolut genial ist, die Maßhaltigkeit der Teile aber deutlich schlechter als bei FDM. Wenn Du bei FDM die Achsen einmal vernünftig kalibriert hast, kannst Du ganze Getriebe drucken und alles passt. Bei Resin werden die Teile tendenziell zu dick, Zahnräder greifen z.B. nicht ineinander und Bohrungen haben einen zu kleinen Durchmesser.

Dann kommt noch hinzu, dass das Display, das die Resin Schichten belichtet, eine relativ kurze Lebensdauer hat, und nur wenige Drucker ein austauschbares Display anbieten. Ich denke einfach, dass die Resin Technik im Hobbybereich noch nicht so ausgereift ist wie die FDM-Technik. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Resindrucker die FDM-Drucker irgendwann ablösen werden, aber momentan ist der FDM-Drucker alltagstauglicher. Ach ja, man bekommt bei den Resindruckern im bezahlbaren Segment nur sehr kleine Druckräume, und die großen Resindrucker haben den Nachteil, dass man auch für kleine Objekte die großen Becken mit Resin füllen muss. Drucker, wo man in Abhängigkeit von der Objektgröße unterschiedlich große Becken und Druckflächen einsetzen kann, gibt es noch nicht. Und Becken, in denen man das Resin einfach drin lassen kann, sind im Moment auch noch nicht vorgesehen, man muss das Resin nach dem Drucken in die Flasche zurückkippen, und die Teile des Druckers reinigen - siehe die Bemerkung zur Giftigkeit weiter oben.

Ich werde mir nach dem China Billigbausatz erstmal einen besseren FDM Drucker zulegen, da gibt es mittlerweile einige im unteren Preissegment, die richtig gut sind, z.B. die ganzen Creality Drucker.

Gruß Frank
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#22
Hi, Oliver,

mich hat s auch interessiert. Deshalb wollte ich es probieren. Ich habe den Monoprice MP100, bei ELV unter 200 EUR fertig mit Resin und SD Karte sowie gedruckter, deutschsprachiger Anleitung.
Bauraum: 118 x 110 x 65 mm, also recht klein.

@Frank: Fertig in der Entwicklung sind weder Resin- noch Filamentdrucker.
Ich hatte mit dem XYZ DaVinci wohl den falschen Start, ständig Ärger mit dem Filament (original, gechippt, 4x so teuer wie gutes Standardmaterial).
Sowas kommt mir nicht mehr ins Haus.

Welches System schneller oder langsamer druckt, hängt doch stark vom Objekt ab. Wenn ich 1 oder 100 oder 200 DUAL Steuerpimpel mit Resin drucke: 11 Minuten
Das schafft kein Filamentdrucker.

Das Ablösen der Objekte mit Spachtel geht in Sekunden, direkt ins Einmachglas mit ISOprop. Deckel drauf und sanft schütteln. Dann auf eine Unterlage und für 30 Min in die Sonne, feddich. In der Zeit kannst weiterdrucken.
Wenn ich an die Löseorgie beim Filamentdrucker denke... nö danke.

Das mit der Maßhaltigkeit irritiert mich. Wieso sollte der "detailliertere" Drucker falsche Maße produzieren?
Was die Lebensdauer betrifft: mal sehen, ich sag Bescheid, wenn es soweit ist.

Übrigens, mein Killerargument wären abgefackelte Geräte, Kellereinrichtungen etc. auf Grund der Billigst-Drucker mit schlechter Elektronik/ Sicherheit.
Da nehm ich lieber mal ein Näschen ISOprop.

LG
Mike
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#23
hi Mike,

mein Posting war nicht als Angriff gemeint, sondern als Denkanstoß.

Was z.B. ein enormer Unterschied bei den Resindruckern ist, ist die Art des Displays. Vielfach werden ganz normale (Farb-)LCD-Displays verwendet, die lediglich mit UV-Licht statt mit weißem Licht durchleuchtet werden. Diese Displays haben  nur eine relativ geringe Schärfe, und man kann sie nur mit relativ geringer Lichtstärke hinterleuchten - ausserdem mögen diese Displays das UV-Licht nicht besonders, was die Lebensdauer relativ kurz macht. Das alles bedeutet entweder schlechte Qualität oder lange Druckzeit.

Bei der neuen Generation Resindrucker werden speziell dafür entwickelte monochrome Displays verarbeitet, bei denen schwarz wirklich lichtundurchlässig schwarz ist. Hier kann die UV-Beleuchtung stärker leuchten, wodurch die Belichtungszeiten pro Schicht viel kürzer werden, ausserdem ist die Randschärfe der Pixel besser.

Bei dem ELV-Drucker schweigt man sowohl bei der Display Technologie als auch bei der Druckgeschwindigkeit, und ich habe bisher gelernt, dass die Sachen, die nicht beworben werden auch nicht zu bewerben sind. Für immer noch günstige gut 300 Euro gibt es z.B. diesen hier:

https://de.anycubic.com/collections/phot...3d-drucker

Immerhin gibt Anycubic anders als der ELV Versand auch bei den einfachen Modellen die Druckgeschwindigkeit an, mit 20mm pro Stunde. Der Photon Mono schafft dreimal so viel - und ich finde schon, dass es nicht schaden kann, sich über sowas zu informieren, bevor man Geld ausgibt. Ich gebe lieber 400 Euro für ein Gerät aus, mit dem ich dann lange leben kann, als 200 für eins, wo ich mich danach ständig ärgere, nicht genauer hingesehen zu haben. Ich denke, die Resintechnik hat anders als die FLM-Technik das Potential, dass am Ende wirklich ein vollautomatischer Schreibtischdrucker daraus entsteht, der auch noch deutlich schneller wird. Ich würde im Moment einfach noch ein wenig warten.

Gruß Frank
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#24
Hey, Frank,

habe ich auch nicht als Angriff verstanden.
Der Photon Mono SE ist in der Tat interessant, und für 327 EUR zu haben.

LG
Mike
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#25
Hallo Oliver, hallo in die Runde,

die Realität hat mich eingeholt und zum Glück vollständig überrannt. Im einzelnen:

Ich habe meinen Tonschreiber nach 40 jähriger Dauerleihgabe an einen Maihak-MMK-Sammlerfreund von diesem zurückerhalten, weil er seine Sammlung aufgelöst hat, und  nun den Urvater aller Federwerkstonbandgeräte nicht mehr in seiner Vitrine brauchte.


am vergangenen  Wochenende hab ich mich dem Tonschreiber C (A)ufnahmeteil gewidmet und am Sonntag nachmittags einen großen Glücksmoment erlebt.

Ich hatte mir das Gerät genau angesehen und dann das Laufwerk aus dem Gehäuse genommen. Die Überraschung war riesengroß. Die gesamte Mechanik macht einen sehr guten Eindruck.
Ich habe mich also getraut, ein wenig aufzuziehen und das Gerätchen fing an zu drehen.
Nun gab es kein Halten mehr: Ich habe zwei Wickelkerne neuerer Fertigung, die auf der M15A heftig klapperten, sogar noch etwas nacharbeiten müssen, damit sie paßten. Möglicherweise hatten die ersten Geräte damals andere Maße  für die AEG-Aufnahme oder die Leichtmetalllegierung ist gequollen. Ein 70 mm Kern aus RRG-Zeiten klemmte aber auch. 
Langer Rede kurzer Sinn: Wichtige Teile zur Sicherheit gefettet und dann... Der Tonschreiber mußte den Probelauf nach Jahrzehnten der Ruhe mit freitragenden Wickeln ohne Teller absolvieren, und er hat den Test mit Bravour bestanden. (Ich konnte einfach nicht warten!!! Die kindliche Neugier eines alten Mannes war zu groß). Der Wickel ist zwar weich, aber für Geübte im Umgang mit freitragenden Wickeln noch hantierbar.
Die Fliehkraftregelung hat noch eine Macke, aber fürs Erste ist das schon sehr ermutigend.
Und wenn ich ehrlich sein darf, der Anblick mit den großen Wickelkernen und deren roten Farbtupfern macht sich sehr gut.
Was das Tollste war: Der Tonschreiber wickelt das Band ohne weitere Änderungen einwandfrei in der richtigen Höhe auf den Wickelkernen.
Wenn man bedenkt, daß die Geräte ja inzwischen recht selten geworden sind, dann ist ein funktionsfähiger Tonschreiber in seinem Originalgehäuse ein echter Glücksfall. Ich traue mich noch nicht, die Patina herunterzuwischen. Dann würden einige wichtigen geschichtliche Hinweise verloren gehen.

                                                                    

 

Inzwischen habe ich auch in meinen eigenen Unterlagen eine Spulenabbildung gefunden. Diese Spulen sind zwar nicht die Originalspulen, aber sie würden auf meinem Gerät passen. 

   

Wenn Besitzer von Tonschreiber C oder Maihak MMK 1 Geräten mit deren Originalspulen dieses lesen, wäre ich sehr glücklich ein gutes Foto mit Maßangaben zu bekommen zwecks Nachbau der Spulen, denn vermutlich sind die Originalspulen so selten, wie das Bernstein-Zimmer.

Viele Grüße


Manfred
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