Modelle von T9 und M10 für die Puppenstube basteln
#1
Hallo Holgi, hallo ins Forum

ich brauche Eure Hilfe ganz dringend:

Eigentlich habe ich ja ein völlig verqueres Beuteschema zu diesem niedlichen und hübschen kleinen Gerät. Denn meine Leidenschaft gilt der Rundfunk-Studiotechnik aus der Zeit, als ich jung war.

Nun bin ich im "mittleren" Alter von 77 Jahren von meiner Tochter (auf den Bildern noch sehr jung, das alter der Dame von heute wird  höflicherweise nicht verraten) gefragt worden, ob ich ihr nicht ein Studiotonbandgerät M10 für ihre Puppenstube von damals basteln könnte. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß eventuell auch noch Enkel damit spielen könnten.

Ich habe folgende Vorstellungen zu dem Puppenstuben-Magnetophon M10:
Es gab zu früheren Zeiten bei einem damaligen Freund meiner Tochter einen Stereo-Walkman, der in beiden Richtungen abspielen konnte. Dieser Doppel-Capstan-Antrieb sah der Doppelrolleneinheit der M10 etwas ähnlich. Für ein Puppenstubenmodell würde ich dabei von einer sehr guten Übereinstimmung sprechen. 
Das Laufwerk würde ich so präparieren, daß der Deckel des Gerätes für die Funktion nicht mehr erforderlich wäre.
Die Tastenfunktion des Walkmans dürfen nicht mechanisch sein, die Bedientastenknöpfe könnte ich dann vielleicht in der Modelltruhe unterbringen.
Die Schichtlage der Cassette deckt sich ja zu 100% mit meinem Original und die Bandwickel einer geöffneten Cassette geben eine gute Illusion des offen-Wickel-Betriebs des großen Vorbildes. In der zweiten Ausbaustufe soll dann die Puppenstube einen kleinen Verstärker mit Lautsprecher versteckt eingebaut bekommen, sodaß man auch was hören kann.

Nun meine Fragen an die Fachleute:

1. Wie heißen Walkman, die in beiden Richtungen abspielen können und keine mechanische Tastenfunktionsübetragung haben? Die Typen  würde ich dann bei eBay suchen.

2.Kann man mit 3D-Druckern ein Gehäuse drucken was der alten ARD-Truhe weitestgehend nachempfunden sein soll? (siehe Bild). 
   Diese Arbeit könnte ich nicht selbst leisten. Müßte ich in Auftrag geben. 
   In meinem Alter kann ich froh sein, die üblichen Sachen und seit Neuestem auch Audacity auf einem Linux-Rechner zu können.


Wenn das alles so klappen könnte, wie ich hoffe, dann würde ich mit einem Walkman, der auch elektrische Tasten hat, aber nur in einer Richtung spielt, für mich zusätzlich noch eine T9 nachbauen wollen. - Wie heißen solche Geräte?


Ich würde mich riesig freuen, an Eurem Sachverstand bei der Cassetten-Technik teilhaben zu können. Revanchieren könnte ich mich allerdings nur mit Tipps zu den alten AEG/Telefunken-Boliden (den Originalen dieser Aktion).


Auch bitte ich alle um Rat, die schon ein solches Projekt umgesetzt haben.


Ich werde gerne alle Bauschritte hier veröffentlichen, wenn ich es dann doch noch hinbekommen sollte.


Mit den besten Grüßen


Manfred


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       
Zitieren
#2
Lieber Manfred,
ich meine, dass die Sony DD-Geräte alle über Kontakte auf der Kassettendeckel-Oberseite, also elektrisch, gesteuert wurden. Diese Geräte gab's auch mit Autoreverse, allerdings war mir nicht klar, wie viele Modelle es gab.

http://www.walkman-archive.com/gadgets/s..._line.html

Vielleicht hilft dir das weiter? Tolle Idee, tolles Projekt!

p.s. lieber Holgi! Toller Rekorder - und tolle Leistung deinerseits! Ich kann dir nur meinen Respekt entgegenbringen!
Liebe Grüße
Thomas
Zitieren
#3
Vielleicht schaffst du es auch, dass du diese Spulen verwenden kannst - ohne spezielles Kassettengehäuse.
Zwar erinnert das nicht mehr an Offenwickel, aber dafür noch mehr an ein Tonbandgerät.

https://www.savethevinyl.org/teac-open-r...ystem.html

Gruß
Lois
Zitieren
#4
Hallo Thomas,
vielen Dank für Deinen Hinweis und den Link zu den Geräten. Ich denke auch, wenn die Tasten auf dem Deckel sind, können sie nicht mechanisch ins Laufwerk eingreifen. Außerdem müßten Laufwerke für beide Richtungen dann ja eine sehr komplizierte Mechanik für die Umschaltung haben. Ich werde mal versuchen, einige Versuchsmuster günstig zu kaufen, die können ja auch erst einmal defekt sein.



Hallo Lois,
vielen Dank für Deinen Hinweis zu den Spulen und den Kassettengehäusen. Ursprünglich wollte ich solche Kassetten-Spulen nehmen und eine Hälfte davon sollte als Bandteller fungieren. Das habe ich aber wegen der Spulendurchbrüche oder Speichen wieder verworfen. Wenn mir der Preis vorher bekannt gewesen wäre, hätte ich den Gedanken schon deshalb nicht weiter verfolgt.   Das Bandtellerproblem habe ich für mich aber schon gelöst. 
Das Modell eines Rundfunk-Magnetophonlaufwerks muß natürlich mit freitragendem Wickel laufen, wie das Original.
Im anderen Fall wäre es ja ein Spulenlaufwerk mit Schichtlage außen. Das hat es beim Rundfunk nie gegeben,und als Amateurgerät ist mir auch nur eines bekannt. Das wurde entwickelt von Dr. Friedrich Krones bei Philips in Wien. Es war das erste Nachkriegstonbandgerät für den Amateurmarkt mit 19 cm/s, 18 cm Spulen und Schicht außen gewickeltem Band.

Mit den besten Grüßen
Manfred
Zitieren
#5
Hallo Manfred!
Ich finde dein Projekt spannend. Hältst du uns auf dem Laufenden?
Liebe Grüße
Thomas
Zitieren
#6
Die DDs sind teuer und mit Kurzhub Tasten - also nicht Full Logic. Außerdem gibt es nur einen Walkman DD mit Autoreverse, das ist der mittlerweile unbezahlbare DD9. Bei Autoreverse ist das in dem Sinne auch kein Doppelcapstan. Es sind 2 Capstane, die gegeneinander laufen und wo - je nach Laufrichtung - immer nur einer aktiv war. In den 90ern gab es genug Logic gesteuerte Walkmans, die heute günstig zu haben sind. Das sind z.B. alle Sony Modelle mit „EX“ im Namen (Sony WM-EX) oder auch Panasonics (RQ SX), die haben auch oft eine Kabel Fernbedienung, sodass man sie sogar außerhalb des Puppenhauses fernsteuern könnte. Open Reel bei Cassette stelle ich mir allerdings schwierig vor. Der Bandzug dürfte dafür wahrscheinlich nicht ausreichen und die Wickeleigenschaften des Cassettenbandes sind schon allein durch die Dicke auch ganz Andere, als die von Tonbändern.

LG Tobi
Zitieren
#7
Hallo,

auf Wunsch von Manfred verschiebe ich diese Diskussion mal in ihren eigenen Thread.

Viele Grüße
Andreas
Zitieren
#8
Hallo Andreas,

das ist ja großartig, daß Du es hier eingerichtet hast. Ich möchte Dir dafür ganz besonders danken.

Mit den besten Grüßen
Manfred
Zitieren
#9
Hallo Tobi,

vielen Dank für Deine Hinweise und Ratschläge. 

Das die Capstane gegenläufig sind, kann ich bei einem Modell hinnehmen. Es ist immerhin optisch sehr ähnlich, wenn da noch eine zweite Rolle ist, auch wenn sie hier dann keine Funktion hat. Modell-Lokomotiven werden ja meistens auch nicht über die Treibstangen angetrieben. Ich brauche die Reverse-Funktion ja nicht, sondern die zweite Rolle nur wegen der Optik, auch wenn sie eigentlich zu weit vom Kopfträger entfernt ist. Aber man kann nicht alles haben. -  Immerhin wird das Magnetbandprinzip des Originals zu 100% umgesetzt. Das bedeutete auf Modellbahn-Maßstab umgesetzt: LGB-Lokomotiven müßten mit Dampf und Treibstangen fahren.

Der Hinweis auf die Kabelfernbedienung ist sehr wertvoll. Die Steuerung von außerhalb des Puppenhauses ist genial. 
Die möglichen Bandschwierigkeiten muß ich hinnehmen. Aber der Offenwickelbetrieb ist für mich ganz wichtig bei dieser Modellumsetzung. Es ist nicht gewollt, die Bänder im Spiel-Betrieb zu wechseln, sondern nur ein Band wird benutzt. Bei Wiedergabe dürfte es auch bei Bedienung durch kleine Kinder keine Probleme geben, und das Rückspulen darf nur ein eingewiesener Operateur unter Verwendung eines präparierten Kassettenoberteils. Dafür gibt es schon einige Betriebserfahrungen. Den entsprechenden Bedienknopf kann man elektrisch verriegeln.
Jetzt sehe ich erst einmal zu, daß ich einige Laufwerke für Versuche günstig bekommen kann. Wenn alles klar ist, kann ich ja auch etwas mehr Geld ausgeben. Der Walkman aus meiner Erinnerung von damals hatte eine erstaunlich gute Abspielqualität mit einem gekauften Musikband. Aber leider komme ich an das Gerät nicht mehr heran. 

Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, daß ich das Projekt mit Euer aller Hilfe schon schaffen werde.

Mit den besten Grüßen
Manfred
Zitieren
#10
hallo Manfred,

wie wir gestern am Telefon ja schon bequatscht haben, wünsche ich Dir auch an dieser Stelle alles Gute zu dem Projekt.

Ich habe gestern auch noch ein wenig nachgedacht, wo ich das größte Problem sehe, ist, dass bei Open Reel das ganze Thema Bandzug und Bandführung genauer ausgeführt sein muss als beim Cassettengerät, weil die Führung durch das Cassettengehäuse fehlt. Ich würde die Idee zumindest nicht ganz aus den Augen verlieren, den Antrieb aus dem Walkman nur für den Capstan zu verwenden, und die Wickelteller z.B. mit sowas hier anzutreiben:

https://www.ebay.de/itm/324470981771?has...Swk1ZgFxTy

Es gibt aus dem Computerbereich ganz viel billiges Antriebszeug, das man für die Wickelteller ausprobieren könnte, z.B. die Spindelmotoren aus CD-Laufwerken.

Für das Anfertigen der flachen Teile wie Truhenwände, Wickelteller usw. würde ich statt 3D-Druck eher über CNC-fräsen oder lasern nachdenken, auch dafür gibt es Dienstleister. 3D-Druck ist vor allem für kleine dreidimensional geformte Teile gut geeignet, z.B. für die Nachbildung der Bobbies oder für authentische Tastenkappen. Hier kann ich Dir wirklich empfehlen, den Mut aufzubringen, und Dir z.B. sowas anzuschaffen:

https://www.ebay.de/itm/323694379447?has...OSwLGxfOjS-

Ich baue grade einen Billigdrucker zusammen, den ich vor zwei Jahren gekauft habe und der dann liegengeblieben ist. Wenn ich den zwei Jahre alten Bausatz mit dem vergleiche, was man heute in der Preisklasse bekommt, ist das ein unglaublicher Fortschritt. Du brauchst auch keine Angst davor zu haben, den Drucker mit dem Computer zu verbinden - die Hauptarbeit, das Konstruieren, musst Du eh selber machen, und wenn Du eine fertige Datei hast, kannst Du die auf eine SD-Karte kopieren und in den Drucker stecken, der druckt dann autark. Der große Vorteil eines eigenen Druckers gegenüber einem Dienstleister ist, dass Du Teile sofort ausprobieren kannst, statt jedes Mal tage- oder sogar wochenlang warten zu müssen.

So, das wars erstmal - wenn Du magst, kannst Du von dem Walkman Deiner Wahl zwei Exemplare beschaffen und einen gegen Kostenerstattung in meine Richtung werfen, dann denke ich gerne mit. Du kannst Dich natürlich auch weiterhin gerne bei mir melden - wenn mein 3D-Drucker funktioniert, und ich die ersten Objekte gedruckt habe, melde ich mich nochmal hier. Einen großen Vorteil hat Deine Entscheidung, eine Studiomaschine zu bauen - die ist auch im Puppenstubenmaßstab noch relativ groß, so dass man relativ viel Platz für die Technik hat. Ein Heimtonbandgerät zu miniaturisieren, wäre wahrscheinlich deutlich schwieriger.

Mein Modellbautraum ist übrigens ein mechanischer Flipper im Maßstab 1:6 - der geht mir nicht aus dem Kopf ;-) .

Gruß Frank

Edit: Noch eine kleine Anregung:

https://www.ebay.de/itm/203367980575?has...Sw1vxckx8P
Zitieren
#11
Viell. würde sowas:
https://www.kaufland.de/product/35920032...gK4TfD_BwE
als Grundlage für das LW gehen?
Wenn man dann noch eine CC aufschraubt und drauflegt hat man eine Art Offenwickel.
Zumindest ist das kein finazielles Risiko.
Viele Grüße,

Matthias
Zitieren
#12
es geht darum, dass das Laufwerk elektrisch steuerbar sein soll. Deshalb sind Geräte gesucht, die Tipptasten im Deckel haben, und die gibt es halt nur noch antiquarisch.

Und ausserdem - hast Du so einen neuen Walkman schonmal in der Hand gehabt ? Dagegen ist jeder 40 Mark Eimer aus den achtzigern pures High End.

Gruß Frank
Zitieren
#13
Hallo Frank,

vielen Dank, daß Du die vielen guten Ratschläge vom Telefonat hier noch einmal für mich gut nachlesbar niedergeschrieben hast. Das weiß ich zu würdigen, denn meine Notizen beim Telefonieren sind auch für mich später nur schwer zu entziffern.
Was Du mir an neuartigen Bauteilen mal so eben eröffnest, hätte ich mir zu den Preisen nicht vorstellen können.

Und Deine Gedanken zum 3D-Drucker sind sehr schlüssig. Du hast recht, das Projekt schreit ja geradezu danach, daß ich mich damit ernsthaft befasse.
Das Projekt macht mir schon jetzt riesigen Spaß, und das, obwohl es bisher nur in Gedanken besteht.
Ich habe das Gefühl, Du könntest Gefallen an so einem Modell entwickeln. Dann wird es schon eine Großserie von 3 Stück!!!

Eines weiß ich jetzt schon ganz sicher, von Deinem Flipper brauche ich unbedingt zwei Stück: einen für besagte Tochter mit dem Wunsch nach einem Puppentonbandgerät, denn sie besitzt einen Original Flipper von Bally mit riesigen Schrittschaltwerken und Relais bis zum Abwinken. Wenn ich ihr von Deinem Flipper-Projekt erzähle, dreht sie durch. Das wird lustig.

Mit den besten Grüßen

Manfred

Hallo Matthias,

vielen Dank für Deinen Hinweis. 
Zum Probieren ist das Laufwerk sicher sehr geeignet, vor allem wegen des Preises.

Der Einwand von Frank ist auch berechtigt, aber zu dem hier aufgerufenen Preis gibt es bei den Kleinanzeigen nur defekte Geräte von Annodunnemals, und das ist dann auch noch nicht zielführend.

Du hast recht: da habe ich kein großes Risiko zum Ausprobieren und sehe dann die Probleme auch viel deutlicher, denn im Moment habe ich überhaupt kein Cassettenlaufwerk. 

Mit den besten Grüßen

Manfred
Zitieren
#14
Hallo Manfred,

danke für Deine Antwort.
Entscheidend an Deinem Projekt wird ja auch sein, welchen Aufwand Du betreiben möchtest und wie weit Du mit einem funktionierenden Modell an das Original heranreichen willst.
Übrigens habe ich so ein Teil (X4-Tech) nicht nur schonmal in der Hand gehalten sondern benutze sowas auch gelegentlich zum abspielen alter CCs und dieses tut das Teil ganz ordentlich.
Ggf. wäre es noch eine Lösung, ein LW aus einem Deck zu verwenden, da ist die Auswahl größer und es gab viele Modelle mit elektronischer LW-Steuerung.
Viele Grüße,

Matthias
Zitieren
#15
Kaum zu glauben, was es im Internet alles zu finden gibt:
https://www.facebook.com/groups/tapereco...694499076/
(In den Kommentaren zu dem FB-Beitrag gibt noch einen zweiten Videoclip.)
Zitieren
#16
edit....
Zitieren
#17
bei den Russen gibt es unglaublich begabte Handwerker, ich bin auch immer total geflasht, was die bei Autos drauf haben.

Gruß Frank
Zitieren
#18
Hallo Peter,
vielen Dank für Deinen Hinweis auf diese einzigartigen Miniaturen. 
Es müßte wohl ein ganz besonderes Vergnügen sein, die Detaillösungen unter einer Lupe zu betrachten.
 Wenn es keine Illusion (mit mp3 und Laufwerksdummy)  ist, dann ist die Tonkopfanordnung und insbesondere deren Ausführung einzigartig.


Hallo ins Forum:
von einem mir bekannten hier nur mitlesenden Funkamateur erhielt ich diese anhängende Bilddatei.
Das kommt meinen Vorstellungen schon sehr nahe. Warum er das damals so gemacht hat, weiß er auch nicht mehr so genau (war wohl mehr Basteltrieb), aber zum Glück gibt’s dieses Foto davon und das Laufwerk kann er jetzt auch nicht benennen.


Da hoffe ich auf den geballten Sachverstand hier im Forum.

Zum Erhöhen des Motivationspegels und zum Erheitern aller Betrachter hier noch das Bild der kleinen Tontechnikerin aus der Krabbelgruppe für Fortgeschrittene. An der Stellung der Gummiandruckrolle erkennt der geneigte Betrachter eindeutig, daß sich die Bandteller gedreht haben mußten, denn die T9u hat keine Schnellstoptaste, die Gummiandruckrolle kennt nur die Zustände angedrückt oder Ruhelage und ausgeschaltet liegt die Rolle immer in Ruhelage.
Das triumphierende Lachen der Operatorin zeigt auch sehr deutlich den Stolz darauf, daß noch keine der Spielfiguren von den Wickelkernen heruntergefallen ist. Das blieb aber nie lange so, denn die T9u konnte die Kleine während des Wiedergabebetriebs von 38 cm/s auf 76 cm/s  umschalten, denn die Tasten waren noch nicht bei Betrieb elektrisch verriegelt. 
Das gab dann immer Bandsalat vom Feinsten und war sehr lustig.

Viele Grüße

Manfred


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       
Zitieren
#19
soooo - ich habe grade bei Ebay so einen hier in defekt für zehn Euro geschossen:

https://www.hifi-wiki.de/index.php/Aiwa_HS-PX_197

ich denke, das könnte passen. Was vielleicht hilfreich wäre, wären Draufsichten vom T9 und M10 mit ein paar Abmessungen wie Tellerdurchmesser, Abstand der Wickeldorne, Breite, Länge und Tiefe des Chassis, das später in die Truhe muss. Dann könnte ich mir mal ein paar Gedanken machen.

Gruß Frank
Zitieren
#20
Hallo Frank,
da fühle ich mich ja richtig gebauchpinselt.
Du bist in der Wirklichkeit noch viel schneller als ich in meinen Gedanken.
Die Maße des Laufwerks suche ich noch zusammen. Mal eben abmessen geht leider nicht, weil wir coronabedingt immer noch in einer Exklave bei unserer Tochter leben. Aber soviel Elan deinerseits spornt mich an. Da muß ich jetzt aber sehen, daß ich in die Socken komme, wie es hinter dem Deich so schön heißt.
Meine Grundsätzlichen Gedanken vorweg: für das erste Modell wollte ich das Cassetten-Laufwerk in seinen Abmessungen nicht verändern. Cassetten-Maße zu M10-Maßen sind der Maßstab, fertig. Dazu dann in dem Maßstab die Truhe aus dem Drucker und das Laufwerk wird ins Truhengehäuse aus dem Drucker von oben eingesetzt, wie das Original.
Die Bandwickel der Cassette müssen etwas gekürzt werden, damit auf beiden Seiten gleich große Bandtellersimulationen aus silberfarbener Folie unter die Wickel geklebt werden können, das sieht dem Original dann schon viel ähnlicher, als die kleinen Metallspulen für viel Geld.
Den kleine Cassettenwickelkern kann man mit einen Papierdruck eines AEG-Kernes überkleben. Vermutlich ist die Illusion mit einem fotografierten Grifftelleraufsatz schon so gut, daß man auf die entsprechende Variante aus dem Drucker ohne nervöse Entzugserscheinungen warten kann. 
Vielleicht sieht das ja dann der geniale Russe und baut uns echte Wickelkernverriegelungen im Kleinstmaßstab, zu bedienen mit Lupe und Pinzette. - Dem würde ich so etwas ohne weiteres zutrauen. - So wie die echten Modellbauer, die sich Mauersteine in 1.100 herstellen und die dann mit besonderem Kleber als Mörtel vermauern. Richtig stilecht ist das wohl erst, wenn auch die Maurerkelle im richtigen Maßstab mit einem Mikromanipulator bedient wird. 
Mein Gedanke war ja ein Modell für die Puppenstube und noch nicht für das Deutsche Museum. Aber wenn Du mit einsteigst, könnte das auch noch was werden….
Nun schicke ich diese erst einmal ab, damit Du nicht das Gefühl bekommst, hier sei bei mir Dein großartiger Einsatz etwa auf karstigen Boden gefallen.
Mit den allerbesten Grüßen


Manfred
Zitieren
#21
hi Manfred,



dann schicke ich noch einen Motivator hinterher - guck mal, was ich am Wochenende zusammengezimmert habe:



   



Heute abend werde ich die ersten Testdrucke machen, gestern hatte ich nach der Justiererei irgendwie keinen Mut mehr.



Über eine kleine CNC-Fräse denke ich auch schon länger nach, das wäre doch jetzt mal ein Anlass. Damit könnte man dann wirklich Bandteller und Bobbies aus Metall nachmachen - und ein Chassis aus Blech so gestalten, dass die Proportionen stimmen. Deshalb würden mich auch die grundlegenden Abmessungen interessieren - auf dem Millimeter kommt es ja nicht an, ich finde nur, dass das Gesamtbild stimmig sein sollte.

Und bevor Du jetzt ein schlechtes Gewissen bekommst - das alles hatte ich sowieso schon lange vor, aber manchmal kommt jemand mit einer Idee daher, die alles in Bewegung setzt Cool .



Gruß Frank
Zitieren
#22
Moin Frank,
so jetzt habe ich auch einige Maße.
Die ersten Geräte nach dem Krieg T8, T8f, T9, T9u hatten Laufwerksplatten von 70cm x 49 cm. Die Höhe war 90 cm. (Soll später modelliert werden).
Hier stimmt sogar das Seitenverhältnis recht gut mit dem AIWA-Laufwerk überein. Der Maßstab wäre 1:6,36.
Die späteren ARD- Rundfunklaufwerke M10-/A, M15-/A, A81, A816 hatten folgende Chassisabmessungen:
64 cm x 52 cm , die Höhe der Truhen war 90 cm. 
An diesen Geräten wurde im Stehen gearbeitet. Schon Dagobert Duck verlangte für einen Lohn von 4 Kreuzern stehende Arbeit. Für Arbeit im Sitzen zahlte er nur 2 Kreuzer.
Das gibt bezogen auf das AIWA-Cassettenlaufwerk einen Maßstab von ca. 1:5,8
Merkst Du was? Das paßt doch fast wie die Faust aufs Auge zu einem Flipper-Modell von Bally im Maßstab 1:6. Das ist doch bestimmt kein Zufall.
Viele Grüße
Manfred


P.S. 

Im Anhang auf der linken Seite die Laufwerksplatte von einer M10A, dem Vorbild für das Modell. 

Bei dem rechten Foto vom Walkman ohne Deckel habe ich die Kopfträgerabdeckung ähnlich zur M10A eingezeichnet. Wenn da noch zwei kleine Bandteller aus grauer Folie unter die Wickelkerne des Cassettenbandes drunterkommen, wäre man optisch mit einem ersten Prototypen schon nahe dran am großen Vorbild.


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste