Charlie Keller Orwo Tapes
#1
Hallo, 

habt ihr die Geschichte von den "Charlie Keller" Orwo Tapes mitbekommen?
Angeblich verschollene DDR Aufnahmen, die von Tapete rausgebracht wurden. Gibts bei Spotify, da mal nach der Sängerin suchen.

Herausgekommen ist, dass die Aufnahmen zeitnah entstanden, kürzlich aufgenommen auf Orwo Bändern von Ebay.
Vielleicht ist der Sound ganz interessant für den einen oder anderen.

https://www.tapeterecords.de/artists/charlie-keller/
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#2
Was für eine geile Geschichte. Das hab ich ja gar nicht mitbekommen. Das kann ja nur von so geilen Indie Leuten kommen.

Wenn man sich das aber mal anhört dann wirkt das auf mich vom Producing doch sehr modern. Das klingt irgendwie viel zu steril und auch die Drums sind irgendwie anders groovig als sie in den 70ern gewesen wären. Es kommt nah an den Sound von diesen ganzen typischen DDR Studioleuten wie Frank Hille und die singt auch wie Veronika Fischer oder Angelika Mann, aber trotzdem hört man irgendwie, dass das nicht so klingt wie eine Aufnahme aus den 70ern, speziell auch die Drums haben so ne andere Klangfarbe find ich und die Synths klingen gar nicht nach 70er, die sind viel zu clean. Auch die ganzen Fotos... auch, wenn das nicht offiziell auf AMIGA raus kam sehen die Promo Fotos schon irgendwie aus, als seien sie digital entstanden und mit Filtern auf alt gemacht. So DDR Fotos und Karten sehen irgendwie anders aus, von sowas hätte man das ja dann auch scannen müssen.
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#3
DDR, das war Leben aus zweiter Hand. Tags wurde das Leben des Sowjetmenschen besungen (siehe die o. g. Balladen) und abends Westfernsehen geschaut. Gab es eigentlich irgendetwas eigens auf das man Stolz war oder von dem man geträumt hätte?
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#4
Das klingt nun wirklich gar nicht authentisch, aber besonders die bescheuerten Titel und Texte sind ja pure Rückblick-Ostalgie...
Als hätte man einen dieser Singer/Songwriterbarden der letzten 10 Jahre zwei DDR Dokus schauen lassen und sollten sie ein Lied draus Texten.
Irgendwie ganz witzig die Geschichte, aber auch irgendwie auch fürchterlich schlecht und platt.
Ich habe mir jetzt Ich Sigmund Jähn und die Balladevon der... angehört... reicht.
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#5
Sie hat ne schöne Stimme, aber wie man da sperrigen Text in eine Melodie gepreßt hat ist gruselig.
Na ja, mag historisch interessant sein....
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#6
Ich finds eher interessant, dass die echten DDR Chansons, Schlager und Balladen musikalisch auf einem viel höheren Niveau sind, bessere Melodien haben und irgendwie auch soundästhetisch viel besser klingen, aber in den höchsten Tönen gelobt wird, wie musikalisch hochwertig diese Charlie Keller Produktionen sind.

Ich erlebe das bei vielen neuen Produktionen, auch im Indie und Alternative Bereich, wo Leute die angeblich Ahnung haben und meinen mir ständig vorschreiben zu müssen was gute Musik ist etwas in den Himmel loben, das mich hinterher total enttäuscht und ich dann immer sowas denke wie „aber der Schlager X von 197x“ ist doch viel viel schöner und besser und schlauer, als diese langweilige Rotze da.“ und dann sagt der geile Indie Kritiker Typ aber „Ihhh Schlager... so eine Scheiss Musik, das können ja nur Leute gut finden, die keine Ahnung haben...“. So mit so ner grundsätzlichen Anti Haltung. Höre ich oft „Ich höre ja Alles außer Schlager...“ und dann bringt Tapete so ne Platte raus und dann ist das auf einmal ganz hochwertig und schlau und so. Schlager ging früher oft in den Chanson oder Jazz Bereich und das hier ist absolut nix Anderes. Da denk ich sofort an sowas wie „Wia A Glock‘n...“

LG Tobi
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#7
Die Aufnahmen klingen auch recht dumpf. Wenn Maschine und Band gut zueinander eingemessen sind, grade dann noch bei 19cm, klingt eine Bandaufnahme auch nach 50 Jahren noch top.

Hier ist es doch wohl so, dass jemand diese Orwo Bänder von Ebay mit irgendeiner Maschine bespielt hat, die eben nicht optimal auf das Band eingemessen ist. Oder was meint ihr?
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#8
Das ist doch nur ne Story. Als hätte irgendjemand tatsächlich die Musik von nem Orwo Band digitalisiert. Das sind einfach nur Fotos von alten Tonbandspulen, die einer noch aufm Dachboden hatte und dann wurde behauptet, dass die Musik da drauf war. Das war natürlich von Anfang an ein digitales Master. Die haben das extra so abgemischt, weil so 70er Jahre DDR Aufnahmen so eine spezielle Ästhetik haben. Verglichen zum Digital Remaster klingt die Stimme von Veronika Fischer auf der ersten LP tatsächlich etwas dumpf, aber nicht so übertrieben. Die wollten halt die Ästhetik nachempfinden und haben das dann extra so abgemischt, damit es „alt“ klingt.
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