Variable speed-Zusatz für Revox A700
#1
Da ich gern, besonders im Winter, was zu löten und zu basteln habe, hatte ich vor ein paar Wochen das Projekt "Varispeed für die A700" ins Leben gerufen. Diese Maschine hat eine 7-polige DIN-Buchse, an die man eine Fernbedienung für das "Pitschen" der Bandgeschwindigkeit anschließen kann. Die ermöglicht dann eine Variation von etwa 0,67- bis 1,5-facher eingestellter Bandgeschwindigkeit.
Ich "brauche" eine solche Einstellmöglichkeit nicht wirklich, das möchte ich gleich feststellen! Ich habe zwar noch zwei oder vier alte Bänder, die vor Jahrzehnten mit einem etwas zu schnell laufenden Tfk M203 TS aufgenommen worden sind, aber wegen dieser Uraltbänder bräuchte ich mir keinen Varispeed-Zusatz zu bauen.

   

Aber ich wollte was zu tun haben und in der Bucht werden diese Originaldinger für viel zu hohe Beträge (90 - 200,- €) gehandelt! Das geht billiger, dachte ich mir, ließ mir mit Hilfe eines netten Foren-Admins Wink eine Platine nach der Originalschaltung anfertigen und baute das Ganze in ein kleines ABS-Gehäuse ein. Ich benötigte außer den Bauteilen für die Platinenbestückung noch ein paar Meter fünfadrige, flexible Steuerleitung, einen 7-poligen DIN-Stecker, einen zweipoligen Einschalter, eine LED nebst Fassung und ein lineares Poti mit 10 kOhm, sinnvollerweise mit Mittenrastung.
Etwas schwierig ist die Beschaffung des benötigten Operationsverstärker-ICs. Aber nach einiger Suche erstand ich schließlich ein LM301AN im DIP-8-Gehäuse für weniger als 3 Euro.

   

Die Platine (und noch fünf weitere) kam heute, so dass ich endlich loslegen konnte. Bei der Bestückung gab es keine Besonderheiten und keine Schwierigkeiten. Metallfilm-Widerstände und Dioden kamen zuerst an die Reihe, dann die beiden Kondensatoren und die Transistoren. Das IC bekam eine Präzisionsfassung spendiert.

Hier die nackte und die fertig bestückte, 48x48 mm große Platine:

       

Das Trimmpoti kann wahlweise mit zwei verschiedenen Größen bestückt werden. Statt des 3,3 µ-Elkos der Originalschaltung habe ich einen Wima-Folienkondi verwendet.
Die Bedruckung mit den Kabelfarben an den Anschlusspunkten entspricht natürlich den Angaben im Revox-Schaltplan. Meine Drähte haben aber andere Farben.

In das Hammond-Gehäuse wurden nun das Poti, der Schalter und die LED eingebaut, weiterhin an der Schmalseite eine kombinierte Zugentlastung mit Knickschutz. Der Boden erhielt zwei 3,5 mm-Bohrungen, mittels derer und M3-Schrauben nun 6 mm kurze Distanzbolzen für das Platinchen befestigt wurden. Das Steuerkabel brauchte nur etwa 1 m lang zu sein, da das Kästchen ohnehin immer direkt neben der Maschine liegen wird.

Hier das noch leere, aber schon mit den erwähnten Teilen bestückte Häuschen:

   

Die Verbindungsdrähte zur Platine habe ich direkt in die Platinenbohrungen gelötet; auf den Einsatz von Lötnägeln oder gar Steckverbindern habe ich bewusst verzichtet. Wenn die Schaltung einmal läuft, wird man kaum ständig daran irgendwas ändern oder reparieren müssen... Shy

         

Nachdem ich die sauschwere A700 noch mal in die Senkrechte gewuchtet hatte, schloss ich meine neue Varispeed-Schaltung probeweise an und -- alles funktionierte! Lediglich das Poti hatte ich seitenverkehrt angelötet, was schnell korrigiert war.
Mit dem kleinen Trimmer auf der Platine stellt man bei Schalterstellung "Var. Speed" und Mittelstellung des Regelpotis die Bandgeschwindigkeit auf den ±0-Wert ein (nach Gehör mit einem 1 kHz-Sinus in Sekundenschnelle erledigt) und dann konnte ich das Kästchen zuschrauben. Die LED leuchtet synchron mit der Tastenbeleuchtung, wenn die eingestellte Solldrehzahl stabil ist, was jeweils nur 1-2 Sekunden in Anspruch nimmt.
In Schalterstellung "Quartz" ist die Pitchmimik ausgeschaltet und die Quarzregelung übernimmt wieder die Arbeit.

       

Dank Michael B. und seiner Platinensoftware ist mir die Fummelei mit einer Lochrasterplatine erspart geblieben (und damit die Gefahr von Fehlern/Kurzschlüssen/übersehenen Verbindungen). Ich entbiete ihm hiermit meinen virtuellen Kotau! Smile

Wenn jemand Interesse an so einer Platine hat, kann er sich gerne bei mir melden; fünf Stück habe ich noch. Ich gebe sie zum leicht aufgerundeten Selbstkostenpreis ab (8,- € incl. Versand) und die nötige Teileliste nebst Anschlussplan ist dann auch dabei!

VG
Holgi
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#2
Ein sehr schönes kleines Projekt Holgi, würde ich am Liebsten gleich nachbauen. Das Dumme daran ist, ich brauch es nicht wirklich, habe z.Zt. kein Anwendungsgebiet dafür.
Viele Grüße
Eckhard

M15A; Revox A700, B77, A76, A77, A78; Braun TG1000; Uher 4400 Report Stereo IC; www.engelstrasse.de
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#3
(02.02.2021, 23:35)egon schrieb: Ein sehr schönes kleines Projekt Holgi, würde ich am Liebsten gleich nachbauen. Das Dumme daran ist, ich brauch es nicht wirklich, habe z.Zt. kein Anwendungsgebiet dafür.

Hallo Eckhardt,
also das ist doch für einen echten Tonbandler wirklich kein Grund Holgis Werk nicht nachzubauen. Ist nicht der Weg das Ziel? Smile

Gruß

Wolfgang

P. S. Wenn ich eine A 700 hätte ...
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#4
Seh ich genauso, wenn man eine solche Maschine hat, dann ist es doch kein Schaden das nachzubauen.
Ich hab meine ja nicht mehr, mir fehlt dann letztlich doch der Platz für diese Kaventsmänner.
Auch sollte man die Geräte ja nutzen und ich hab noch immer zwei die eigentlich nur rumstehen Sad
Viele Grüße
Jörg
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#5
ok, ok, iht habt ja Recht. Ich hatte mir schon einen Stecker besorgt, um eine Fernbedienung zu bauen, dann sollte man auch gleich den 'Variable speed-Zusatz' ins Auge fassen.
@Holgi: Ich melde hiermit also den Bedarf an einer Platine an.
Viele Grüße
Eckhard

M15A; Revox A700, B77, A76, A77, A78; Braun TG1000; Uher 4400 Report Stereo IC; www.engelstrasse.de
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#6
Na geht doch Big Grin
Viele Grüße
Jörg
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#7
Kanma imma ma gebrauchen,
um den Kammerton seiner Wahl einzustellen.
Dann braucht man das Klavier nicht nach der Musik zu stimmen.

MfG Kai
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#8
So, meine Varispeed ist nun auch einsatzbereit.

   
Da passt man so auf und dann macht man doch einen Flüchtigkeitsfehler. Die Beschriftung am mittleren Rastpunkt des Potis muss natürlich 1 heissen und nicht 0, aber nochmal mache ich die Frontplatte nicht.
Das Gehäuse ist zwar etwas überdimensioniert, passt aber zum restlichen Equipment.

   
Ich habe die 'Kabelei' mit Steckkontakten befestigt, falls ich doch nochmal auf ein kleineres Gehäuse umsteige.
Die Schaltung lief auf Anhieb, na ja, ist ja auch nicht viel dran.
Viele Grüße
Eckhard

M15A; Revox A700, B77, A76, A77, A78; Braun TG1000; Uher 4400 Report Stereo IC; www.engelstrasse.de
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#9
Warum?
Deviation ist doch Abweichung und ich glaube bei 0 hast du Sollgeschwindigkeit.

Gruß Mani
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
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#10
Das schon, aber wenn man links 0,65 und rechts 1,5 dranschreibt, ist die Mittelstellung logischerweise 1!
Allerdings ist dann streggenommen die Beschriftung „Deviation" falsch. Dann müsste da nämlich „Speed" dranstehen... Wink
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#11
Moin Moin Holgi,

ich suche eine ordentliche Fronplatten-Beschriftungs-Technologie. ist das Laser - bedruckte Folie?

Liebe Grüße
Frank
In Rust We Trust!
Tesla B116 (A.D.), REVOX B77
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#12
Stimmt schon, aber auf dem Bild ist rechts keine Beschriftung zu sehen.
Besonders gerne repariere ich meine Philips, Braun und TEAC Geräte Big Grin
Keine Hilfe bei fehlender Rückmeldung
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#13
Ihr habt natürlich alle recht, wenn ich schon 0,65 und 1,5 dran schreibe, dann müsste es auch Speed heissen.  Angry

Zur Frontplattenherstellung gibt es verschiedene Verfahren, einerseits ALUCOREX, das nicht gerade preiswert ist oder man nimmt eine selbstklebende Folie im Alu-Look und bedruckt diese (davon hatte ich noch ein Blatt da).
Viele Grüße
Eckhard

M15A; Revox A700, B77, A76, A77, A78; Braun TG1000; Uher 4400 Report Stereo IC; www.engelstrasse.de
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#14
(23.02.2021, 08:30)DropOut schrieb: Moin Moin Holgi,

ich suche eine ordentliche Fronplatten-Beschriftungs-Technologie. ist das Laser - bedruckte Folie?

Liebe Grüße
Frank

Hallo!

wie wärs damit?

https://www.strippenstrolch.de/8-1-4-str...logie.html

Gruß
Oliver
Mist! Angry Man sollte nix vor dem zweiten Kaffee posten. Man blamiert sich nur.. Confused
Das Avatar-Maschinchen war mein erstes Bandlaufwerk -  Philips N2214
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#15
Danke für die Tips zur Frontplattenbeschriftung! Kannte ich beides noch nicht.

Grüße - Frank
In Rust We Trust!
Tesla B116 (A.D.), REVOX B77
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