A77: erhöhte Ausgangs-Aussteuerbarkeit
#1
Die Ausgangsstufe des Revox A77 Playback Amplifiers hat einen Arbeitspunkt, der so gewählt wurde, daß man trotz des relativ niedrigen maximalen Ausgangsstroms mittel-ohmige Kopfhörer daran anschließen kann.
Er ist ist jedoch nicht optimal für hoch ausgesteuerte moderen Bänder bei voll aufgedrehtem Volume-Potentiometer.
Die Clip-Grenze für positive Auslenkung liegt so nämlich nur knapp über 5Vp. In der Regel nehmen die Verzerrungen schon unterhalb einer Clip-Grenze deutlich zu.
Das Service-Manual sieht einen Abgleich des Ausgangs-Pegels für Referenz-Töne auf 2 V vor, also 2.828 Vp bei Sinus, ohne zu präzisieren, ob damit 257 nWb/m oder 320 nWb/m gemeint sind. Bei Bändern, die hoch ausgesteuert sind (>= 512 nWb/m) käme man also der Clip-Grenze bedenklich nahe.
Dieser Schaltbild-Auszug zeigt den Ausgangs-Treiber des Playback Amplifiers:
   
Die Aussteuerbarkeit für hoch-ohmige Last läßt sich verbessern, indem man die Spannung am Emitter des letzten Transistors von 14 V auf etwa halbe Betriebsspannung absenkt, also um 10.5 V.
Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1. Ersatz von R818 durch 15 kOhm (Info von hannoholgi)
2. Einfügen eines Widerstandes von 360 kOhm (oder 330 k) von der Basis von Q803 nach Masse
3. Parallel-Schalten eines Widerstandes von ~2.7 kOhm zu R820
Die Aussteuerbarkeit des Ausgangs wird dadurch auf über +- 8V erhöht.
Bei Anschluß eines Kopfhörers wird sie allerdings kleiner. Da wird man aber auch kaum 5Vp benötigen.
In einer Simulation der drei Möglichkeiten an der Obergrenze der Wiedergabe-Entzerrung (22.5 kHz) zeigten die Varianten 2 & 3 etwas besseres Verhalten an der Clip-Grenze als 1. Version 3 hat den geringsten Einfluß auf Eingangs- und Ausgangs-Impedanz.

Noch einTip: Mir ist beim Prüfen der Balance des Volume-Potentiometers (25k) aufgefallen, daß dessen Balance recht unbefriedigend ist. Das Service-Manual sieht einen Abgleich bei Vol=10 mit den Trimmern P801 vor. Bei meinem Gerät stieg die Unbalance bei kleinen Vol-Werten auf über 2 dB an (2.5 dB bei Vol=1).
Wenn man das Gerät meist auf geringere Werte eingestellt hat zur Anpassung an Verstärker oder ein PC-Audio-Interface, dann ist es besser, den Abgleich für diesen Vol-Wert durchzuführen.
Man kann den Balance-Fehler auch über einen größeren Bereich verringern, indem man bei dem Potentiometer, bei dem weniger rauskommt, einen Widerstand vom Potentiometer-Eingangsanschluß zum Schleifer-Anschluß legt.
In meinem Fall würde durch einen ~100 kOhm Widerstand der Balance-Fehler auf +- 0.5 dB reduziert.

MfG Kai
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#2
(23.12.2020, 08:51)kaimex schrieb: ....Das Service-Manual sieht einen Abgleich des Ausgangs-Pegels für Referenz-Töne auf 2 V vor, also 2.828 Vp bei Sinus, ohne zu präzisieren, ob damit 257 nWb/m oder 320 nWb/m gemeint sind. Bei Bändern, die hoch ausgesteuert sind (>= 512 nWb/m) käme man also der Clip-Grenze bedenklich nahe.

Über diese Passage wurde schon oft diskutiert, denn alle anderen mir bekannten Revox Maschinen (B77, A700, C270) werden mit 257nWb/m auf 775mV am Ausgang justiert.
Deshalb wurde sogar schon vermutet, daß diese Passage im SM der A77 schlicht falsch sein könnte.
Ich selbst justiere die A77 jedenfalls genau wie die anderen auch, denn es entstehen ja keine Nachteile dadurch.
Viele Grüße
Jörg
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#3
Welchen Sinn macht denn das "Hochziehen" der Ausgangsspannung auf über 8V ? Damit dürfte doch jeder nachfolgende (Vor-)Verstärker gnadenlos übersteuert werden ?

Die Passage in der (älteren) Einmeßvorschrift der A77 ist in der Tat etwas mißverständlich. In einer neueren Version ist jedoch zu lesen, daß der Ausgang bei voll aufgedrehtem Volume-Poti
mittels 257 nWb/m-Pegelband auf 1,55 V zu justieren ist - ergibt bei Vollaussteuerung auf 514 nWb/m dann logischerweise 3,1 V. Verzerrungen am Ausgang treten dann nur bei Verstellen des Balance-Potis auf, da dieses den Verstärkungsfaktor beeinflußt.
Danach messe ich meine Maschinen ohne Probleme ein. Für die Pegelgleichheit in meiner Anlage stelle ich dann später das Volume-Poti so ein, daß am Ausgang der A77 bei 257 nWb/m 0dBu entspr. 775 mV stehen (d.h. Volume-Poti ca. bei "8").

Eine A77HS, ausschließlich betrieben mit SM900 bei 38 cm/s messe ich z.B. auf einen 6 dB höheren Bezugspegel ein, d.h. 514 nWb/m. Daraus ergibt sich eine Vollaussteuerung auf 1028 nWb/m. Der Aufsprechverstärker wird da natürlich schon etwas grenzwertig. Ist für mich aber der sinnvollere Weg.

Viele Grüße
Jens
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#4
(23.12.2020, 12:11)optacord414 schrieb: Welchen Sinn macht denn das "Hochziehen" der Ausgangsspannung auf über 8V ?
Davon war keine Rede.

Es wurde erläutert, daß man durch eine Arbeitspunkt-Verschiebung die positive Clip-Grenze von etwas über 5 Vp auf über 8 Vp teils bis 9 Vp erhöhen kann. Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß bei einem solchen Verstärker auch unterhalb der Clip-Grenze die Verzerrungen schon ansteigen, ohne daß sie so "ins Auge springen". Es ist daher bei einem Analog-Verstärker immer nützlich, Abstand zur Clip-Grenze zu wahren bzw. selbige hinaus zu schieben.
Die von dir berechneten 3.1 V entsprechen bei Sinus-Signalen ~4.4 Vp, bei mehr impuls-förmigen Spannungen höheren Werten.
Da ist also nicht mehr viel Abstand zu Original-Clip-Grenze vorhanden.

Mir ist bislang keine andere Abgleich-Vorschrift als die zitierte unter die Augen gegkommen.
Daß ich sie als freier Mensch einfach ignorieren kann, ist mir bewußt.
Übrigens steht das mit den 2 V im Text-Abschnitt 6.3.3 des Manuals.

Im Diagramm des Playback Amplifiers steht neben der Skizze der Anschluß-Leiste bei Kontakt 10 sogar 3 V.
Wenn das bei 320 nWb/m gelten soll, werden daraus bei 514 nWb/m 4,82 V bzw 6.8 Vp.
Bei Bezug auf 257 nWb/m würden daraus bei 514 nWb/m 6 V bzw 8.48 Vp.

Verwunderlich ist die Signal-Verwendung der ersten Stufe des Playback Amplifiers:
Die Ausgangs-Spannung am Test-Punkt A beträgt demnach 200 bzw 140 mV bei "full modulation".
Davon werden gerade mal 20 mV, also 1/10 bzw 1/7 an die zweite Stufe weiter gegeben, um dort dann 100-fach (2V) oder 150-fach (3V) verstärkt zu werden.
Der größte Teil des bereits vorhandenen Signal-Pegels wird also mit dem Trimmern P801 weg"geworfen".
Bei der von Jörg/Baruse berichteten abweichenden Abgleich-Praxis (die etwa 1 V bei 320 nWb/m entspricht) wird von dem "Rest" noch mal die Hälfte (oder etwas mehr) "weggeworfen".
Da "krebst" der Trimmer P801 immer in der Nähe des unteren Endes rum.
Kann ich nicht anders als merkwürdig finden.

Vermutlich wäre es besser, die Gegenkopplung der zweiten Stufe zu erhöhen (Verkleinerung von R822 oder Vergrö0erung von R817) um die Verstärkung zu verringern und Linearität und Störabstand zu verbessern.

Zurück zu meinen Behauptungen im ersten Beitrag.
Ich habe heute Variante 3 in meinem Gerät eingebaut.
Die schlechte Nachricht zuerst: 2.7 kOhm war unrealistisch.
Die gute Nachricht: Mit 2 kOhm stellen sich nach einer gewissen Aufwärm-Zeit etwa 10.6 V am Emitter von Q805 ein.

Q805 muß übrigens etwa 100 mW verbraten.

Anfangs hat ich ein Null-Effekt-Erlebnis: Ich hatte die Shunt-Widerstände parallel zu einem neben C811 sichtbaren 1 kOhm Widerstand eingelötet. Auf die Emitterspannung hatte das keinerlei Einfluß, was zu einer mehr-minütige Geistes-Krise führte...
bis ich feststellte, daß es sich bei dem Widerstand um R814 handelte, der im Schaltplan mit 330 Ohm dokumentiert ist.
R820 liegt verborgen unter C811.

MfG Kai
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#5
Hallo Kai,

es gibt einen Anhang im Service-Manual (Supplementary Alignment Information, bei mir S.44) mit Änderungen zum Abgleich:


[Bild: ZCDhy16E07UAAAAASUVORK5CYII=]

Viele Grüße
Volker
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#6
Hallo Volker et.al.,
könnte man die Dokumente nicht im Downloadbereich ablegen?
VG Jürgen
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#7
Hallo Volker,

danke für den Hinweis. Das habe ich nun gefunden, womit offensichtlich wird, daß ich bislang nicht jede Seite des Service-Manuals gelesen hatte.
Dann bleibt es also bis 514 nWb/m bei <=3.1 Veff bzw. 4,38 Vpeak und unter der Clip-Grenze von ca. 5.4 Vp des Original-Arbeitspunktes für Sinus-förmige Signale..
Allerdings habe ich im Hinterkopf Erinnerungen an Aussagen, daß mit modernen Bändern noch höhere Pegel bei mittleren und tiefen Frequenzen erreichbar seien.

Trotzdem erscheint es mir immer sinnvoll, Aussteuerbarkeit und damit die Linearität von Ausgangsstufen zu verbessern, wenn auf einfache Weise möglich. Dazu ist die Arbeitspunkt-Verschiebung eine erste Maßnahme.
Der Einstellbereich der Balance kommt mir unnötig groß vor (laut Manual +- 7 dB). Das könnte man ausnutzen, um die Ausgangsstufe um mindesten den Faktor 2 stärker gegenzukoppeln. Das dann nötige Eingangssignal ist mehr als verfügbar per höherer Einstellung von P801 (allerdings bräuchte man wohl einen gleichwertigen Trimmer für das Vorband-Signal)

MfG Kai
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#8
Bin gerade dabei das A77 Service Manual hoch zu laden...
Geht leider nicht, ich bekomme die Fehlermeldung, dass die Datei schon existiert...
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#9
Ich habe sicher das gleiche wie du, weiß aber nicht mehr woher.
Service Manuals lese ich meist nur nach aktuellem Bedarf und nicht auf "Vorrat". Deshalb bleiben mir dann Änderungen, die 17 Seiten weiter hinten stehen (S.44) statt da, wo sich die erste Version befindet (S.27), verborgen, bis mir ein netter Mensch einen Hinweis gibt.

MfG Kai
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#10
(23.12.2020, 21:07)fostex schrieb: Bin gerade dabei das A77 Service Manual hoch zu laden...
Geht leider nicht, ich bekomme die Fehlermeldung, dass die Datei schon existiert...

Zu sehen ist aktuell aber nichts.
VG Jürgen


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
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#11
... jetzt aber.
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#12
Hallo Kai,

da ich ja schon hin und wieder mit A77ern zu tun habe, interessiert mich das Thema grundsätzlich.
Wie du völlig richtig anmerkst, krebst der Trimmer des Playback Amps am unteren Ende herum.
Das tut er aber auch wenn man strikt nach SM einmisst.
Weiterhin ist die Einstellung nur sehr feinfühlig machbar, denn ein Hauch von Dreh am Trimmer ist ruckzuck ein dB.
Auch kann es vorkommen, daß bei meiner Methode der Reclevel nicht mehr ausreichend weit aufgezogen werden kann. Hier muß ich dann auch auf Justage nach SM ausweichen.
Hättest Du hierfür einen pragmatischen Tip?
Viele Grüße
Jörg
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#13
Hallo Jörg,

bezieht sich deine Frage auf " denn ein Hauch von Dreh am Trimmer ist ruckzuck ein dB"
oder auf "kann es vorkommen, daß bei meiner Methode der Reclevel nicht mehr ausreichend weit aufgezogen werden kann."
Letzteres kann ich noch nicht nachvollziehen.
Gegen den ersten Effekt kann  man ganz leicht etwas tun:
Man ermittelt, auf welchen Bruchteil man etwa einstellen muß und ersetzt dann das 20 kOhm Poti (bzw 25 k Poti) durch eine Kombination aus Poti mit kleinerem Wert und stattdessen je einem Serien-Widerstand von beiden Enden zum normalen Anschluß-Punkt.
Beispiel: Mit einem 2.5 kOhm Poti zwischen 1.5 kOhm nach Masse und 15 kOhm nach (A) bekommt man einen Einstellbereich von ca. 1/12.6 bis 1/4.75 der Spannung an (A) (ohne Berücksichtung der Belastung durch das nachfolgende Potentiometer  und den Eingangswiderstand des Ausgangsverstärkers).  Die Summe beträgt 19 kOhm. Man hat also wenig an den Impedanzen geändert, aber eine viel feinfühligere Einstellbarkeit gewonnen.
Wie weiter oben schon mal geschrieben, könnte man auch die Verstärkung des Ausgangsverstärkers reduzieren. Damit das aber auch mit der "Vorband"-Stellung harmoniert, müßte von dort entsprechend mehr Signalpegel angeboten werden.

MfG Kai
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#14
Meine Frage bezog sich auf beide Punkte Big Grin 
Zur Feinfühligkeit: da muß ich mir mal ansehen, wie man das in der Praxis umsetzen kann, sprich wo/wie man da noch zusätzliche Widerstände unterbringen kann.
Zur zweiten Frage:
stelle ich den Playlevel bei 257nWb/m nicht auf 2V (bzw. 1,55V) wie im SM beschrieben, sondern auf 775mV (wie bei allen späteren Revox Modellen) um am Ausgang ein Peakmeter ohne Anpassung betreiben zu können, so bekomme ich den Revlevel (P503 auf Rec-Amp) nicht deckungsgleich zum Vorbandsignal; es fehlen ca. 1-1,5dB.
Betroffen sind da meiner Erinnerung nach insbesondere die Highspeed Modelle mit CCIR Entzerrung.
Bei "normalen" NAB Maschinen hatte ich die Probleme noch nicht.
Viele Grüße
Jörg
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#15
Das Peakmeter einfach an der DIN-Buchse betreiben und darauf abgleichen?
Man muss ja nicht zwangsweise jedes Gerät modifizieren.

Gruß Ulrich
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#16
Kann man natürlich machen, aber da die A77 der einzige "Ausreißer" wäre, liegt es für mich nahe, die Pegelverhältnisse des Ausreißers anzupassen.
Ist grundsätzlich ja auch problemlos möglich, allerdings reicht's eben bei den Highspeed Modellen ganz knapp nicht - wieso auch immer...
Viele Grüße
Jörg
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#17
Mir ist Originalität halt immer lieber, zu mal man an der A77 ja beides hat. Wenn an den Cinchausgängen 1,55V anliegen hat man an der DIN Buchse durch den Spannungsteiler die gewünschten 0,775V (Toleranzen der Widerstände mal ausgenommen).

Gruß Ulrich
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#18
Ach dort liegen 775mV an?
Shame on me - ich hatte den DIN Ausgang noch nie benutzt, geschweige denn gemessen.
Danke für diese Info!
Viele Grüße
Jörg
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#19
Mir ist immer noch nicht klar, was " bekomme ich den Revlevel (P503 auf Rec-Amp) nicht deckungsgleich zum Vorbandsignal; es fehlen ca. 1-1,5dB." bedeuten soll.
Das was mit P503 auf dem Rec-Board eingestellt wird geht doch nur noch zum AK und kommt erst "hinter Band" wieder rein.
Der Rec-Level wird doch nicht deckungsgleich zum Vorband eingestellt, sondern zB der Reproduce-Pegel.
Falls du mit der Aussage meinst, daß du selbst mit Poti P503 am oberen Anschlag nicht den den Referenz-Pegel aufnehmen kannst, dann wäre es möglich, durch Verkleinern von R503 die Verstärkung zu erhöhen. Das kann man entweder durch direktes Parallel-Schalten eines  weiteren Widerstandes erreichen, allerdings mit einer hoffentlich nur kleinen Verschiebung des DC-Arbeitspunktes, oder durch Parallel-Schalten eines Serien R-C-Gliedes (das C soll die Arbeitspunktverschiebung verhindern).
Alternativ kann man den Spannungteiler zwischen dem Potentiometern hinter dem Input-Amp (im Original R355 & R356 bzw R357 & R359 auf dem VU-Meter Board bzw auf dem Switch Board, je 4.7 kOhm, Verbindung über AB1 bzw AB2) so modifizieren, daß unterschiedlich hohe Pegel an Record Amp bzw Repr.Amp weitergegeben werden (statt der Hälfte über AB3).

MfG Kai

An der DIN-Buchse kommt genau die Hälfte raus, wenn sie nicht nennenswert belastet ist.
Da man an die Cinch-Buchse ja aber nicht nur das Peakmeter anschließen wird, sondern eventuell auch noch einen Verstärker, böte sich ebenso an, eine Cinch-Anschluß-Box mit Stereo-Eingang und zweifachem Ausgang dran zu hängen, in der die zweiten Ausgänge über einen ebensolchen Teiler angeschlossen sind. Anschlußplatten mit 2x Cinch rot und 2x Cinch schwarz gibt es im Handel.

MfG Kai
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#20
Moin Ihrs. ^^
Ich halte es generell für eine *schlechte* Idee, das Signal für eine externe Anzeige am Cinch- bzw. DIN- Ausgang zu entnehmen, eben aufgrund der Tatsache, dass deren Pegel vom Lautstärke- und Balanceregler abhängig ist, für meine Begriffe ein NOPE!
Ich bin seinerzeit hergegangen und habe das Signal für mein peakmeter direkt hinter'm Monitor-Umschalter entnommen, und einen zusätzlichen Aufholverstärker eingebaut.
Vorteil: 1.) dessen Verstärkung kann unabhängig von der Einmessung der Maschine angepasst werde.
2.) Ich kann während der Aufnahme direkt an der Maschine per Kopfhörer abhören ohne zu ertauben, bzw. einen völlig falschen Pegel angezeigt zu bekommen.
Und ich brauche keinen zusätzlichen Verstärker/ Reciever/ sontwas hintendran.
Ist zwar etwas aufwändiger, aber ich möchte es nicht missen.

Was mir noch einfällt:
Würde die Modifikation, wie sie bei den W-Verstärkern vorgenommen wurde (Arbeitspunkt vs. Clippinggrenze), auch aufnahmeseitig funktionieren?
Wäre mal interessant, da ich ja ebenfalls eine HS-Version in CCIR habe.

Das Problem mit der Pegelangleichung "Quelle" <-> "Über Band" ist mir bisher nicht aufgefallen, Regelbereich ist groß genug. ö.ö
Einzige Unpässlichkeit, die mir noch einfällt, ist der Pegelabfall in der Aufnahme beim Umschalten auf "Vorband".

Gruß, Kabelsalat. :3
Ich bin alleinstehend. Aber nicht nachts - da leg ich mich hin. Big Grin
---
Aufnahmen bestätigen die Pegel Big Grin
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#21
Es tut mir leid, aber ich kann zu der ganzen Diskussion hier nur sagen: „Never change a running system“.

Alle A77 werden seit Jahrzehnten nach den Anweisungen des Service Manual eingemessen. Eventuell ersetzt man mal den Widerstand R818 durch 14,3-15 kOhm und stellt ansonsten bei 0 VU auf 1,55 V Ausgangsspannung ein. Wenn ich den originalen KH-Ausgang häufig nutze, lasse ich den Arbeitspunkt wie er ist, weil sonst nämlich das Kopfhörersignal unsymmetrisch clippt. Das war's auch schon (bei meiner A77 II habe ich R818 auf 14,3 kOhm geändert und habe einen separaten KH-Verstärker eingebaut).
Ich brauche die A77 nicht neu zu erfinden. Aber wer sonst keine Probleme hat...

Nix für ungut Kai, du kannst ja machen was du willst und du hast ja auch die nötigen Kenntnisse, aber dieses grundsätzliche Infragestellen einer in hunderttausenden Exemplaren gebauten Konstruktion erscheint mir müßig und wenig zielführend. Die Limitierungen der Magnetophontechnik sind ohnehin so gravierend, dass es auf 2 dB weniger Rauschen oder 0,1 % weniger Klirr nun wirklich nicht ankommt, zumal das alles auch noch von vielen Faktoren wie Bandsorte, Aussteuerung und Einmessung abhängt.

Ich lasse die bewährte Technik wie sie ist und freue mich drüber. Andernfalls lasse ich mir eine neue Maschine nach meinen Vorgaben bauen. Aber: "chaqun à son goût". Wink

LG Holgi
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#22
Holgi, wenn es einen Danke Button geben würde, hätte ich diesen unter deinem Post gesetzt.

Ich sehe das ganz genauso wie du. Ich muss das Rad auch nicht neu erfinden. Aber das kann natürlich jeder machen wie er möchte.
Gruß André
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#23
Wenn mich jemand fragt, wie man etwas ändern könnte, was ihm nicht gefällt, versuche ich, eine praktische Lösung dafür anzugeben.
Dabei ist es völlig irrelevant, ob das alle anderen gut finden.
Es ist schließlich niemand aufgefordert, das nachzumachen.

Diese Geräte sind auch keine Kunst-Objekte vergangener Zeiten, vor denen man vor Ehrfurcht erstarren muß.
Es ist völlig legitim, sie so zu modifizieren, daß man maximalen Nutzen daraus ziehen kann.

MfG Kai
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#24
Immer locker bleiben!
Die (Schaltungs-)Technik z. B. einer A77 muss man natürlich im historischen Kontext sehen. Was unsere Altvorderen da ohne Simulatoren gebaut haben, ist aller Ehren wert. Und es ist gerade in unseren Kreisen ein gern zu akzeptierender Standpunkt, es so "vintage" wie möglich lassen zu wollen. Ich z.B. habe den Spleen, dass das, was ich höre, von einem BC109 verstärkt sein soll, auch wenn es weit modernere Transistoren gibt. Und ein anderer schwört auf seine Röhren-Maschine. Alles völlig o.k. . Aber wenn ich als Elektroniker sehe (was heute mit Simulatoren viel leichter fällt), wo ich mit geringem Aufwand etwas sinnvoll verbessern kann, ist es auch kein Sakrileg, dies zu tun. Und wem´s gefällt, baut´s nach und wem nicht, lässt´s halt.

Auf ein lockeres, freudiges 2021
Frank
In Rust We Trust!
Tesla B116 (A.D.), REVOX B77
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#25
Kai wenn es einen Danke Button geben würde, hätte ich diesen unter deinem Post gesetzt! Cool

Spaß beiseite - ich bin ganz froh daß es diese unnötigen Buttons hier nicht gibt!
Ich bin im Normalfall auch eher für Originalität, allerdings gibt's A77 ja nun wirklich wie Sand am Meer und einen Umbau - gleich welcher Art - sehe ich hier nicht als Frevel an.
Einige haben durch mechanische Umbauten bereits "Silver Editions" geschaffen.
Ja mei, wenn's gefällt: warum nicht.
Viele Grüße
Jörg
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#26
Auch von mir einen 'Danke'-Button - für Kai!

Werter Holgi, ich weiß nicht, was Du immer mit der Veröffentlichung von solcherlei Beiträgen erreichen möchtest.
Soll Kai aufhören zu modifizieren? Soll er schweigend im 'stillen Kämmerlein' weitermachen?
Du musst doch den Faden nicht lesen bzw. nicht weiterlesen oder gar nachvollziehen oder nachbauen.
Du selbst modifizierst doch auch - bspw. mit einem Kopfhörerverstärker...und hier mit NE5532...

Ich jedenfalls finde das hoch-spannend, im Jahr 2020 eine Elektronik von 1960-1970 zu betrachten oder gar zu simulieren (auch wenn ich bisweilen Zweifel habe, ob das alles so stimmt, aber ich bin ziemlicher Elektronik-Laie). 

ManiBo's TG1000-Umbau auf 27er Spulen finde ich bspw. herausragend lesens- und anerkennenswert, obwohl ich das Original-Design deutlich schöner finde.

Tonbandgeräte mit Macken in einen (vermeintlichen) Originalzustand zu versetzen, ist halt irgendwann langweilig.
Da freut es mich ungemein, in diesem Forum auch Beiträge von 'Bastlern' und 'Forschern' lesen zu dürfen.

Nichts für ungut, Jürgen
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#27
Kinder, vor seht ihr ein Problem?
Kai sieht als Tüftler eine interessante Option zur Detailverbesserung und teilt sie uns hier mit. Prima.
Holgi mag's lieber original und hat seinen Standpunkt hier auch geäussert. Auch prima.

Beide Standpunkte sind völlig legitim. Jeder Leser kann für sich entscheiden, was er lieber mag. Kein Grund zu streiten.

Und sakrosankt ist nichts in unserem Hobby. Die uns nachfolgende Generation wird unser ganzes Gerümpel sowieso im Elektroschrott entsorgen. Was wir tun, tun wir für uns.

VG Stefan
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#28
Ich finde es auch Interessant, weiter so!
Gruß Ulf
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#29
Bei allen Änderungsversuchen fand und finde ich es mit am wichtigsten und spannendsten, quasi in die Gedankengänge damaliger Entwicklungsingenieure einzusteigen und zu begreifen, weswegen der originale Schaltplan exakt so aufgebaut wurde wie er es ist -- Re-engineering ganz nach dem Geschmack von Altmeister Johannes Webers' (damals technischer Direktor der Bavaria) Leitspruch: "Wer die Probleme der Zukunft lösen will, muss sich mit den Gedankengängen der Altvorderen vertraut machen."
Friedrich Krones' Lackmustest - "Wer's nicht erklären kann, hat's nicht verstanden" - ist auch hier unerbittlich.

Grüße
Peter
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#30
Dagegen sagte Adolf Tegtmeier alias Jürgen von Manger: Was man nicht selber weiß, das muss man sich erklären!
:-)
VG Stefan
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#31
Oder Lena Meyer-Landrut (zitiert von Matthias Richling, 2010): "Sachen die man kann, die verlernt man irgendwann - aber wenn man einmal nicht singen kann, dieses Talent verlernt man nie wieder."

Genug OT Blush

Peter
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