TEAC 80-8 - kaum eine Regung
#1
Moin,

TEAC 80-8 



bin seit Kurzem Besitzer dieser Maschine.
Das Gerät stand wohl 20 Jahre im Keller. Wenn ich das Gerät einschalte heben sich kurz alle VU-Meter und die Pause-Leuchte blinkt einige Sekunden, so wie es wohl sein soll. 

Problem: Es passiert nichts wenn ich die Knopfe drücke. Keine Wiedergabe oder Vor- und Rücklauf. Kein Geräusch und keinerlei Regung. Allerdings läuft der Motor der Capstanwelle, sobald ich den rechten Führungsarm anhebe. Bzw. wenn ein Band eingelegt ist.

Ich würde mich sehr freuen und wäre sehr dankbar wenn mir jemand eine Idee hat, was ich Prüfen kann und wie ich dabei vorgehen könnte. 

Ich würde gerne soviel wie möglich selbst machen um zu lerne und um zu verstehen wie die Maschine funktioniert. 
Danke für jede Antwort.

Liebe Grüße,

Lars


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#2
Lightbulb 
Hallo Lars,

...mmh... ...vielleicht drehst du deine Vorgehensweise um und lernst erst einmal ein bisschen, wie die Maschine funktioniert um dich dann auf die Fehlersuche und Behebung zu machen. Wink

Zunächst empfehle ich, das Servicemanual und den Schaltplan zu dem Gerät zu besorgen. Wenn ich mich recht entsinne, sitzen in der 4-Kanaligen Schwester auf den Schlaufenfänger-Achsen zwei Mikroschalter - das könnte hier auch so sein. Der eine mag für den Capstan sein (der ja bei dir läuft...). Da würde ich dann mal einen Blick drauf werfen. Weiterhin prüfe mal, wie leicht (oder schwer) sich die Andruckrolle hochdrücken lässt. Bei der langen Stilltstandszeit wird das Fett dermassen verharzt sein, dass die Rolle nicht mehr hochfährt. Das wären dann schon mal 2 Stellen, die du ansehen könntest. Laufen die Tellermotore?

Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#3
Moin Peter!

Danke für die Antwort Smile

Das Servicemanual habe ich mir schon besorgt. Also ein Mikroschalter ist zu sehen und der schaltet auch den Capstan-Motor.
Vielleicht liegt ein zweiter ja versteckt und ist nicht so offensichtlich zu sehen. Also ich habe leider keinen Vergleich ob die Andruckrolle sich leicht oder schwer hochdrücken lässt. Ich habe das Gefühl, dass sie bestimmt leichter laufen könnte. Allerdings so mega schwergängig läuft sie nicht. Die Tellermotoren laufen nicht.

Gruß
Lars
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#4
Hallo Lars
Ich nehme an, Du hast das Alles ohen eingelegtem Band versucht.

Lege bitte den Umlenkhebel soweit  um bis der Capstan anläuft - in dieser Position halten.
Jetzt drücke mal die Tasten Vorlauf und Rücklauf, jetzt müssten die Motoren anlaufen.

MfG
Helmut
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#5
Hallo Helmut,

das habe ich bereits versucht. Leider passiert nichts.

Lieben Gruß,
Lars
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#6
Hallo Lars,

wenn du den Schaltplan hier im Forum hochlädst (Downloadbereich), können andere Mitglieder sich diesen herunter laden und ansehen. Gibt es Sicherungen im Netzteil, die die Tellermotoren getrennt versorgen? Sitzen vor den Tellermotoren Freigabeschalter? Sind die Tellermotoren freigängig (Bremsen)? Gibt es ein Laufwerk-IC, das für die Steuerung mit verantwortlich ist?

Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#7
Hallo Lars,

Die 80-8 war meine erste Mehrspurmaschine in meinem kleinen Studio.
Ein kleines bisschen kenne ich mich noch damit aus.
Vielleicht kann ich ja ein paar Tips geben:

Du schreibst, daß der Capstan läuft. Das ist schon mal gut, denn das heißt auch, das die Hauptbetriebsspannung (100V AC), die auch für die Wickelmotoren zuständig ist, vorhanden ist.
Weil keine Laufwerksbedienung möglich ist, liegt der Fehler wohl entweder auf dem System Control board, oder dem Power Supply board.
Das System Control board braucht zwei bestimmte Betriebsspannungen: einmal +29V DC und einmal +5V DC.
Als ersten Schritt solltest Du nachprüfen, ob diese Spannungen vorhanden sind.
Das geht am besten am Power Supply board, zwischen pin/Leitung 15 und 11 sollten die 29V DC anliegen und zwischen pin/Leitung 21 und 19 sollten die 5V DC anliegen.

Falls eine dieser Ausgangsspannungen fehlt, solltest Du die relevanten Eingangsspannungen an der gleichen Platine prüfen.
Das sind hier 29V AC an pin/Leitung 1 und 2 und 13V AC an pin/Leitung 3 und 4.

Falls diese Spannungen auch nicht vorhanden sind, schau nach ob eine der Sicherungen auf dem externen Fuse board (Platine mit allen Sicherungshaltern) durch ist.
Das müsste die Sicherung zwischen pin 5A und 5B sein (verbunden mit orangenem Kabel vom Trafo) für die 29V AC und die Sicherung zwischen pin 6A und 6B sein (verbunden mit gelben Kabel vom Trafo) für die 13V AC.
Dazu kommt, daß die 29V DC speziell nochmal auf dem Power Supply Board abgesichert sind. Dort sollte auch noch eine 2A Sicherung (F1) zu finden sein.

Schau das mal nach und dann sehen wir weiter.
Wir werden diesen schönen Mehrspurklassiker bestimmt irgendwie wieder hinbekommen. Smile


Viele Grüße,

Silvio
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#8
(06.12.2020, 13:40)PeZett schrieb: Hallo Lars,

wenn du den Schaltplan hier im Forum hochlädst (Downloadbereich), können andere Mitglieder sich diesen herunter laden und ansehen. Gibt es Sicherungen im Netzteil, die die Tellermotoren getrennt versorgen? Sitzen vor den Tellermotoren Freigabeschalter? Sind die Tellermotoren freigängig (Bremsen)? Gibt es ein Laufwerk-IC, das für die Steuerung mit verantwortlich ist?

Gruß
Peter

Danke dir Peter!

Ich werde den Schaltplan mal hochladen! Die Bremsen sind fest.  Zu den Sicherung kann ich nicht viel sagen da ich noch nicht genau geschaut habe, was zusammen gehört. 

Beste Grüße,
Lars

(06.12.2020, 20:14)Tonband-Ilja schrieb: Hallo Lars,

Die 80-8 war meine erste Mehrspurmaschine in meinem kleinen Studio.
Ein kleines bisschen kenne ich mich noch damit aus.
Vielleicht kann ich ja ein paar Tips geben:

Du schreibst, daß der Capstan läuft. Das ist schon mal gut, denn das heißt auch, das die Hauptbetriebsspannung (100V AC), die auch für die Wickelmotoren zuständig ist, vorhanden ist.
Weil keine Laufwerksbedienung möglich ist, liegt der Fehler wohl entweder auf dem System Control board, oder dem Power Supply board.
Das System Control board braucht zwei bestimmte Betriebsspannungen: einmal +29V DC und einmal +5V DC.
Als ersten Schritt solltest Du nachprüfen, ob diese Spannungen vorhanden sind.
Das geht am besten am Power Supply board, zwischen pin/Leitung 15 und 11 sollten die 29V DC anliegen und zwischen pin/Leitung 21 und 19 sollten die 5V DC anliegen.

Falls eine dieser Ausgangsspannungen fehlt, solltest Du die relevanten Eingangsspannungen an der gleichen Platine prüfen.
Das sind hier 29V AC an pin/Leitung 1 und 2 und 13V AC an pin/Leitung 3 und 4.

Falls diese Spannungen auch nicht vorhanden sind, schau nach ob eine der Sicherungen auf dem externen Fuse board (Platine mit allen Sicherungshaltern) durch ist.
Das müsste die Sicherung zwischen pin 5A und 5B sein (verbunden mit orangenem Kabel vom Trafo) für die 29V AC und die Sicherung zwischen pin 6A und 6B sein (verbunden mit gelben Kabel vom Trafo) für die 13V AC.
Dazu kommt, daß die 29V DC speziell nochmal auf dem Power Supply Board abgesichert sind. Dort sollte auch noch eine 2A Sicherung (F1) zu finden sein.

Schau das mal nach und dann sehen wir weiter.
Wir werden diesen schönen Mehrspurklassiker bestimmt irgendwie wieder hinbekommen. Smile


Viele Grüße,

Silvio

Hallo Silvio! Smile

Schön dass da ne Erinnerung hoch kommt und schön dass du diese Maschine ein wenig kennst!

Danke für die ausführliche Nachricht. Ich werde das morgen prüfen!
Vielen lieben Dank dafür! 

Beste Grüße,
Lars
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#9
(06.12.2020, 21:16)FatiQue schrieb: Ich werde den Schaltplan mal hochladen! Die Bremsen sind fest. ....


Lösen sich die Bremsen, wenn du die LW-Tasten betätigst oder bleiben die Motoren gebremst?

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#10
(06.12.2020, 23:11)PeZett schrieb:
(06.12.2020, 21:16)FatiQue schrieb: Ich werde den Schaltplan mal hochladen! Die Bremsen sind fest. ....


Lösen sich die Bremsen, wenn du die LW-Tasten betätigst oder bleiben die Motoren gebremst?

Gruß

Moin! 

Die Bremsen sind permanent angezogen und lösen sich nicht bei Schalten.

Gruß Smile
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#11
Hallo zusammen

Ich klink mich mal als Mitleser in das Thema ein. Ich habe seit kurzem ebenfalls eine/mehrere Teac 80-8 mit ähnlichen Symptomen und würde die Maschine auch gerne ans laufen bringen.
Ich hatte längere Zeit nach einer günstigen 80-8 Ausschau gehalten und vor 2 Wochen dann eine günstig erwerben können.
Kurios : Endlich hatte ich meine Wunsch-Maschine, da fallen mir 2 weitere 80-8 inkl. DX 8 in die Hände. Sachen gibts... Rolleyes
Die anderen beiden sind aber noch gänzlich ungeprüft.

LG

Tommy
Zur Zeit spielen und spulen bei mir :

Tandberg TD20A SE
Tandberg TD20A Viertelspur
Teac 80-8 mit DX 8
Teac 3440 ( z.Zt. in Rep. )
Neu dabei : Teac A-6300
Pioneer RT 909 ( läuft zur Zeit noch nicht )
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#12
(06.12.2020, 20:14)Tonband-Ilja schrieb: Hallo Lars,

Die 80-8 war meine erste Mehrspurmaschine in meinem kleinen Studio.
Ein kleines bisschen kenne ich mich noch damit aus.
Vielleicht kann ich ja ein paar Tips geben:

Du schreibst, daß der Capstan läuft. Das ist schon mal gut, denn das heißt auch, das die Hauptbetriebsspannung (100V AC), die auch für die Wickelmotoren zuständig ist, vorhanden ist.
Weil keine Laufwerksbedienung möglich ist, liegt der Fehler wohl entweder auf dem System Control board, oder dem Power Supply board.
Das System Control board braucht zwei bestimmte Betriebsspannungen: einmal +29V DC und einmal +5V DC.
Als ersten Schritt solltest Du nachprüfen, ob diese Spannungen vorhanden sind.
Das geht am besten am Power Supply board, zwischen pin/Leitung 15 und 11 sollten die 29V DC anliegen und zwischen pin/Leitung 21 und 19 sollten die 5V DC anliegen.

Falls eine dieser Ausgangsspannungen fehlt, solltest Du die relevanten Eingangsspannungen an der gleichen Platine prüfen.
Das sind hier 29V AC an pin/Leitung 1 und 2 und 13V AC an pin/Leitung 3 und 4.

Falls diese Spannungen auch nicht vorhanden sind, schau nach ob eine der Sicherungen auf dem externen Fuse board (Platine mit allen Sicherungshaltern) durch ist.
Das müsste die Sicherung zwischen pin 5A und 5B sein (verbunden mit orangenem Kabel vom Trafo) für die 29V AC und die Sicherung zwischen pin 6A und 6B sein (verbunden mit gelben Kabel vom Trafo) für die 13V AC.
Dazu kommt, daß die 29V DC speziell nochmal auf dem Power Supply Board abgesichert sind. Dort sollte auch noch eine 2A Sicherung (F1) zu finden sein.

Schau das mal nach und dann sehen wir weiter.
Wir werden diesen schönen Mehrspurklassiker bestimmt irgendwie wieder hinbekommen. Smile


Viele Grüße,

Silvio

Hallo Silvio! 

Ich habe die Leitungen gerade geprüft. Zwischen 15 & 11 waren es 28,5 V und zwischen 21 & 19 waren es 5,1 V.


Beste Grüße,
Lars

(07.12.2020, 17:10)tommywoodstock schrieb: Hallo zusammen

Ich klink mich mal als Mitleser in das Thema ein. Ich habe seit kurzem ebenfalls eine/mehrere Teac 80-8 mit ähnlichen Symptomen und würde die Maschine auch gerne ans laufen bringen.
Ich hatte längere Zeit nach einer günstigen 80-8 Ausschau gehalten und vor 2 Wochen dann eine günstig erwerben können.
Kurios : Endlich hatte ich meine Wunsch-Maschine, da fallen mir 2 weitere 80-8 inkl. DX 8 in die Hände. Sachen gibts... Rolleyes
Die anderen beiden sind aber noch gänzlich ungeprüft.

LG

Tommy

Moin Tommy !  Cool  

Schön Smile da freu ich mich für dich.
Besten Gruß,

Lars
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#13
Hallo Lars,

ok, da die Spannungen ordungsgemäß vorhanden sind, müssen wir nun auf dem System Control Board weitersuchen.
Schau dir dort mal die Pins/Leitungen B9, B10 und B11 an.
Das sind die Steuerleitungen zu den Relais für die Wickelmotoren.
Im Ruhezustand sollte an allen 3 Leitungen 24V DC zu messen sein, bezogen auf Pin/Leitung B12.

Wenn jetzt die Laufwerkstasten gedrückt werden, sollte folgendes passieren:
Taste 'Play' gedrückt: Transistor Q11 schaltet durch -> Spannung zwischen B10 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern
Taste 'Fast Forward' gedrückt: Transistor Q12 schaltet durch -> Spannung zwischen B11 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern
Taste 'Rewind' gedrückt: Transistor Q13 schaltet durch -> Spannung zwischen B9 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern

Probiere das mal aus und dann sehen wir wieder weiter.

Viele Grüße,

Silvio
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#14
Hie ein Link zum Download des Service Manuals.
In dem PDF sind ganz unten die Schaltpläne. 
Der Link ist 7 Tage aktiv.

[font="Fakt Pro", "Segoe UI", "SanFrancisco Display", Arial, sans-serif][font="Fakt Pro Medium", "Segoe UI", "SanFrancisco Display", Arial, sans-serif]https://wetransfer.com/downloads/01838fa8a696a936a8025ebdfca2a5ff20201208090116/d25c9df253f42ba9a79f838f462b5d3720201208090215/937a52[/font]
[/font]




Frage:

Kann es was mit den Relais auf der Power Supply & Reel Motor Platine auf sich haben?
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind diese ja auch für die Stromversorgung der Motoren zuständig, sobald Play, FW oder RW gedrückt wird?

Gruß, 
Lars
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#15
Bei Wetransfer https://wetransfer.com/ kann man kostenlos bis 1 GB Dateien hochladen, der Download-Link ist dann für 1 Woche gültig. Man muss sich bei Wetransfer nicht anmelden oder registrieren, auf der Startseite auf "Nein Danke" klicken, dann geht es weiter.

MfG, Tobias
Strom kann erst dann fliessen, wenn Spannung anliegt.
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#16
(07.12.2020, 22:02)Tonband-Ilja schrieb: Hallo Lars,

ok, da die Spannungen ordungsgemäß vorhanden sind, müssen wir nun auf dem System Control Board weitersuchen.
Schau dir dort mal die Pins/Leitungen B9, B10 und B11 an.
Das sind die Steuerleitungen zu den Relais für die Wickelmotoren.
Im Ruhezustand sollte an allen 3 Leitungen 24V DC zu messen sein, bezogen auf Pin/Leitung B12.

Wenn jetzt die Laufwerkstasten gedrückt werden, sollte folgendes passieren:
Taste 'Play' gedrückt: Transistor Q11 schaltet durch -> Spannung zwischen B10 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern
Taste 'Fast Forward' gedrückt: Transistor Q12 schaltet durch -> Spannung zwischen B11 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern
Taste 'Rewind' gedrückt: Transistor Q13 schaltet durch -> Spannung zwischen B9 und B12 sollte sich dann von 24V auf ungefähr 0V ändern

Probiere das mal aus und dann sehen wir wieder weiter.

Viele Grüße,

Silvio

Hallo Silvio! 

Vielen, vielen lieben Dank für deine Tipps, das hilft mir echt weiter! Smile

Ich habe gerade die Leitungen geprüft und bekomme im Ruhezustand auf B 12 bezogen bei B9, B10 und B11 23,8 V.

Der Wert fällt leider bei keiner Leitung auf ca. 0V beim Drücken von Play, Rewind und Fast Forward.  Angel

Liebe Grüße, 

Lars
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#17
Hallo Lars,

ok, dann gehts jetzt lansam ins Eingemachte... da müssen wir bald im Detail weitermessen Smile
Aber erst mal noch ein kurzer Check, den wir anfangs noch vergessen haben:

Du schriebst ja, daß der rechte Bandführungshebel korrekterweise den Capstanmotor einschaltet, wenn er angehoben wird, bzw. ein Band eingelegt ist.
Dieser Schalter scheint nach Schaltbild zwei Schaltwege zu haben, oder bzw. ein zweiter Schalter ist mechanisch dazugekoppelt.

Auf jeden Fall gibt dieser Schalter dem System control board ein ensprechendes Abschaltsignal.

Daher müssen wir prüfen, ob das auch richtig funktioniert:
Messe den Widerstand, bzw. die Durchgängigkeit zwischen Pin/Leitung B7 und B8 am System control board, bei ausgeschaltetem Gerät.
Im Ruhezustand (kein Band eingelegt, Hebel in der unteren Ruheposition) müssen diese beiden Leitungen vom Schalter her kurzgeschlossen sein, d.h. ungefähr 0 Ohm müssten zu messen sein.
Wenn der Hebel nun angehoben wird (Band eingelegt) sollte der Schalter offen sein, und der Widerstand zwischen B7 und B8 sollte deutlich messbar höher werden (kOhm Bereich).

Wenn dem so ist, gehts leider nur im Detail weiter. Das System control board besteht hauptsächlich aus einer reihe TTL logik Bausteinen und ein paar Treibertransistoren für die Steuerrelais und die Bremsrelais. Da alle Betriebsspannungen da sind, gehe ich mal erst mal nicht von einem Fehler bzw. Kurzschluss in der Leistungselektronik aus (Treibertransistoren), sondern eher in der TTL Logik.
Um dort weiter zu kommen, müssen wir Schritt für Schritt alle Stufen durchgehen.
Die erste Stufe hinter den Funktionstasten (Play, Rec, FFWD, RWD, ect.) ist ein invertierender TTL Schmitt Trigger, typ 7414, nämlich IC U1 und U17.
Als erstes prüfen wir deren Betriebsspannung (Pin 14, +5V nach pin 7, GND).
Wenn das passt, müssen wir die Funktion überprüfen. Am besten geht das natürlich mit einem Speicheroszilloskop, aber falls Du keins hast, können wir auch einen einfachen Test machen, z.b. für die 'Play' Funktion: Messe an Pin 5 von IC U1 die Spannung (nach Masse, GND) und drücke 'Play'. Die Spannung müsste sich ändern (sehr wahrscheinlich von 5V auf 0V).
Dann nochmal das gleiche, aber dieses mal am Ausgang von IC U1, an Pin 6 messen, währen 'Play' gedrückt wird... Was tut sich? Siehst du eine Änderung am Ausgangssignal?

Prüfe das erst mal durch und dann sehen wir wieder weiter...

Vielleicht noch als Zusatz die gleiche Prüfung wie oben, nur für IC U17.
Eingang Pin 9 ist zuständig für die Signalverarbeitung vom oben erwähnten Bandführungshebelschalter.
Messe die Spannung an diesem Eingang und bewege den Bandführungshebel in beide Positionen. Es wüsste wieder eine Spannungsänderung von etwa 5V auf 0V zu erkennen sein.
Messe bei gleichem Test das Ausgangssignal an Pin 8 von IC U17. Schau nach, wie sich das Signal dort verändert...richtigerweise sollte sich das Ausgangssignal invertiert zum Eingangssignal dartstellen.

Ok, soweit, so gut. Bin gespannt was bei den Messungen rauskommt Smile

Viele Grüße,

Silvio
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#18
(08.12.2020, 23:09)Tonband-Ilja schrieb: Hallo Lars,

ok, dann gehts jetzt lansam ins Eingemachte... da müssen wir bald im Detail weitermessen Smile
Aber erst mal noch ein kurzer Check, den wir anfangs noch vergessen haben:

Du schriebst ja, daß der rechte Bandführungshebel korrekterweise den Capstanmotor einschaltet, wenn er angehoben wird, bzw. ein Band eingelegt ist.
Dieser Schalter scheint nach Schaltbild zwei Schaltwege zu haben, oder bzw. ein zweiter Schalter ist mechanisch dazugekoppelt.

Auf jeden Fall gibt dieser Schalter dem System control board ein ensprechendes Abschaltsignal.

Daher müssen wir prüfen, ob das auch richtig funktioniert:
Messe den Widerstand, bzw. die Durchgängigkeit zwischen Pin/Leitung B7 und B8 am System control board, bei ausgeschaltetem Gerät.
Im Ruhezustand (kein Band eingelegt, Hebel in der unteren Ruheposition) müssen diese beiden Leitungen vom Schalter her kurzgeschlossen sein, d.h. ungefähr 0 Ohm müssten zu messen sein.
Wenn der Hebel nun angehoben wird (Band eingelegt) sollte der Schalter offen sein, und der Widerstand zwischen B7 und B8 sollte deutlich messbar höher werden (kOhm Bereich).

Wenn dem so ist, gehts leider nur im Detail weiter. Das System control board besteht hauptsächlich aus einer reihe TTL logik Bausteinen und ein paar Treibertransistoren für die Steuerrelais und die Bremsrelais. Da alle Betriebsspannungen da sind, gehe ich mal erst mal nicht von einem Fehler bzw. Kurzschluss in der Leistungselektronik aus (Treibertransistoren), sondern eher in der TTL Logik.
Um dort weiter zu kommen, müssen wir Schritt für Schritt alle Stufen durchgehen.
Die erste Stufe hinter den Funktionstasten (Play, Rec, FFWD, RWD, ect.) ist ein invertierender TTL Schmitt Trigger, typ 7414, nämlich IC U1 und U17.
Als erstes prüfen wir deren Betriebsspannung (Pin 14, +5V nach pin 7, GND).
Wenn das passt, müssen wir die Funktion überprüfen. Am besten geht das natürlich mit einem Speicheroszilloskop, aber falls Du keins hast, können wir auch einen einfachen Test machen, z.b. für die 'Play' Funktion: Messe an Pin 5 von IC U1 die Spannung (nach Masse, GND) und drücke 'Play'. Die Spannung müsste sich ändern (sehr wahrscheinlich von 5V auf 0V).
Dann nochmal das gleiche, aber dieses mal am Ausgang von IC U1, an Pin 6 messen, währen 'Play' gedrückt wird... Was tut sich? Siehst du eine Änderung am Ausgangssignal?

Prüfe das erst mal durch und dann sehen wir wieder weiter...

Vielleicht noch als Zusatz die gleiche Prüfung wie oben, nur für IC U17.
Eingang Pin 9 ist zuständig für die Signalverarbeitung vom oben erwähnten Bandführungshebelschalter.
Messe die Spannung an diesem Eingang und bewege den Bandführungshebel in beide Positionen. Es wüsste wieder eine Spannungsänderung von etwa 5V auf 0V zu erkennen sein.
Messe bei gleichem Test das Ausgangssignal an Pin 8 von IC U17. Schau nach, wie sich das Signal dort verändert...richtigerweise sollte sich das Ausgangssignal invertiert zum Eingangssignal dartstellen.

Ok, soweit, so gut. Bin gespannt was bei den Messungen rauskommt Smile

Viele Grüße,

Silvio
Hey Hey,

Danke für deine ausführlichen Tipps.

ich habe heute Morgen zwischen Pin 7 und Pin 8 den Widerstand gemessen. Den Hebel angehoben und der Wert hat sich nicht verändert. Ich dann also die Schalter ausgebaut und bei dem Hinteren festgestellt, dass der Pin abgebrochen ist. War von vorne nicht auf Anhieb zu erkennen. Ich bin mit dem Schalter zu Conrad und habe mir Ersatz geben lassen. habe beide ausgetauscht da der Vordere auch schon angeknackst war. Warscheinlich hat mal jemand den Hebel über den Anschlag gedrückt und dabei sind die gebrochen.

Tatsächlich laufen die Wickelmotoren jetzt. 

ABER: 

- bei Play spulen beiden Motoren. Der Linke im Uhrzeigersinn, der Rechte gegen den Uhrzeigersinn.
- bei Forward spult der Rechte Motor gegen den Uhrzeigersinn und der Linke läuft leichtgängig mit dem Uhrzeigersinn.
- bei Rewind spult der Linke Motor im Uhrzeigersinn und der Rechte läuft leichtgängig mit gegen den Uhrzeigersinn.

Liegt das zufällig  an den Schaltern?

Gruß, Lars
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#19
Hallo Lars,

das Verhalten der Wickelmotoren ist doch völlig normal, das ist (sollte) bei jeder Bandmaschine so sein. Die Motoren drehen immer in die selbe Richtung, nur mit unterschiedlichen Drehmomenten (es gibt ganz wenige Maschinen die tatsächlich auch in Abwickelrichtung drehen können, Studer A807 z.B.). Der Abwickelnde Motor baut ein Gegenmoment auf, damit das Band auf Zug gehalten wird. Bei Play sind die Drehmomente generell höher und sollten abhängig vom Bandzug geregelt werden.

Viele Grüße
Volker
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#20
(09.12.2020, 18:25)fostex schrieb: Hallo Lars,

das Verhalten der Wickelmotoren ist doch völlig normal, das ist (sollte) bei jeder Bandmaschine so sein. Die Motoren drehen immer in die selbe Richtung, nur mit unterschiedlichen Drehmomenten (es gibt ganz wenige Maschinen die tatsächlich auch in Abwickelrichtung drehen können, Studer A807 z.B.). Der Abwickelnde Motor baut ein Gegenmoment auf, damit das Band auf Zug gehalten wird. Bei Play sind die Drehmomente generell höher und sollten abhängig vom Bandzug geregelt werden.

Viele Grüße
Volker

Hallo Volker,

ich habe leider gar keine Erfahrung mit Bandmaschinen. Dazu muss ich sagen dass ich zwei Leere Spulen drauf hatte und ich mich erstmal gefreut habe dass die Motoren überhaupt laufen. Das mit dem Gegenmoment wusste ich z.B. auch gar nicht. Ich habe jetzt mal ein Altes Tape eingelegt und siehe da. Es funktioniert alles auf den Ersten Blick. Bin halt Anfänger Wink)) Leider schmieren die alten Bänder, deswegen habe ich das bei einem kurzem Test belassen. 

Vielen vielen lieben Dank an Alle die hier Kontent hinzugefügt haben und mir dabei geholfen haben das die Kiste wieder läuft.

Da kommt bestimmt nochmal ne Frage irgendwann.
Lasst euch gut gehen bis dahin!

Liebe Grüße,
Lars
  
Heart

Cool
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#21
Hallo Lars,

freut mich, daß die Maschine jetzt wieder in ihren Grundfunktionen läuft. Da hat sich das messen doch gelohnt Smile

Bezüglich schmierender Bänder:
Ich schätze mal, Du hast Ampex (oder Quantegy) 456.
Diese Bänder waren sehr häufig vertreten in der 1/2" Version, und leider auch genau so häufig vom 'Schmierteufel' befallen.

Ich hatte damals auch nach Alternativen gesucht und bin am Ende bei Maxell UD50-10R gelandet, eine spezielle 1/2" Serie.
Von diesen Bändern kann ich nur gutes berichten. Habe bestimmt 20 Stück davon im Archiv und keins hat bis heute irgendwelche Schmier- oder Abriebprobleme gehabt.
Und die 80-8 ließ sich auch prima auf diesen Bandtyp einmessen.
Einziger (kleiner) Nachteil: Diese Bänder haben keine Rückseitenbeschichtung und haben daher auch nicht die allerbesten Wickeleigenschaften bei schnellem Vor- und Rücklauf.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß mit der Maschine,
und viele gute Mehrspuraufnahmen!

Viele Grüße,

Silvio
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#22
...nur mal so am Rande, Lars...  ...lies dir doch einfach nochmal #2 durch. Angel
Immerhin hast Du ein wenig zur Fehlersuchmethodik hinzu gelernt. 

Schön, dass die Maschine erstmal wieder läuft.
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#23
(09.12.2020, 22:13)Tonband-Ilja schrieb: Bezüglich schmierender Bänder:
Ich schätze mal, Du hast Ampex (oder Quantegy) 456.
Diese Bänder waren sehr häufig vertreten in der 1/2" Version, und leider auch genau so häufig vom 'Schmierteufel' befallen.

Ich hatte damals auch nach Alternativen gesucht und bin am Ende bei Maxell UD50-10R gelandet, eine spezielle 1/2" Serie.
Von diesen Bändern kann ich nur gutes berichten. Habe bestimmt 20 Stück davon im Archiv und keins hat bis heute irgendwelche Schmier- oder Abriebprobleme gehabt.
Und die 80-8 ließ sich auch prima auf diesen Bandtyp einmessen.
Einziger (kleiner) Nachteil: Diese Bänder haben keine Rückseitenbeschichtung und haben daher auch nicht die allerbesten Wickeleigenschaften bei schnellem Vor- und Rücklauf. 


Ich habe auch einige Bänder vom Typ Maxell UD50-10R und kann deren gute Qualität ebenfalls bestätigen. 
Alternativ wäre vielleicht auch noch das BASF SM911 zu nennen. 
Auch bei diesem Bandtyp konnte ich bislang keine negativen Eigenschaften bemerken. 
Ich glaube aber das das SM911 wesentlich jünger ist als das Maxell.

BTW: Mittlerweile läuft auch meine 80-8 mit ein paar kleinen Einschränkungen. Ist ne tolle Maschine die echt Spass macht. 

Gruß

Tommy


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#24
Hi Tommy,

sieht echt klasse aus, das Rack mit der 80-8 und Zubehör; ein gutes 'Zuhause' für diese tolle Maschine.
Ist das unten ein Behringer 2-auf-8 ultralink, d.h. nutzt Du die Maschine als 'Multi Stereo-Maschine', oder machst Du echte Mehrkanalaufnahmen damit?

Deine Erfahrungen mit BASF SM911 kann ich auch nur bestätigen. Das scheint ein stabiles Band im Bereich Mehrspurbänder 1/2", 1" und 2" zu sein.

Ich hab das ganze leidige Schmierbandthema jetzt wieder durchmachen müssen, als ich in meinem kleinen Studio auf 2" Band umgestiegen bin.
Bei der Maschine waren jede Menge Ampex 456 und Quantegy GP9 Bänder dabei, und wirklich alle Bänder sind absolut unbrauchbar geworden.
Schon nach wenigen Sekunden ist bei 76cm/s der Abrieb so stark, das die ersten Kanäle Pegelverluste in den Höhen zeigen.
Nun hab ich wieder nach Tonbandalternativen gesucht (die bei 2" leider nicht so häufig sind) und bin wieder bei BASF SM911 oder auch SM900 gelandet.
Ich hab jetzt 6 gebrauchte Bänder diesen Typs in Nutzung gehabt und keine Probleme erkennen können.


Viele Grüße,

Silvio
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#25
Hallo Silvio

Ich nutze die 80-8 für eigene Aufnahmen als 'Multi Stereo-Maschine' just for fun. Freue mich aber auch jedesmal wenn ich gebrauchte Bänder mit Mehrspuraufnahmen in die Finger bekomme.
Ist schon interessant die Musik mal in die einzelnen Instrumente zu "zerlegen" und selber mal ein bißchen rumzumischen.

Ich nutze für mein kleines "Homestudio" das Behringer RX1602 V2 als Line Mixer und als Signalsplitter den Behringer DS2800. Mit dem Splitter kann ich ein Stereosignal auf max. 2 x 4 Spuren verteilen.

Das Rack habe ich selbst gebaut weil die Standard Racks mir einfach zu tief gebaut haben. Unten ist noch ein Fach für ca. 15 Bänder. Das ganze steht auf Schwerlastrollen.
So kann ichs bequem verschieben oder drehen wenn ich mal an die Kabellage muss. Das ganze Trum samt Inhalt wiegt ja immerhin fast 100 kg.

Gruß

Tommy
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