Capstan Motor läuft anfangs zu langsam
#1
Hallo

wie im Hallo Thread schon angedeutet, habe ich zwei Fragen zu der Akai X 201.
Die hat drei Geschwindigkeiten und ich habe bis auf die ganz langsame mal die 9,5cm/s
und 19cm/s getestet.
Mir ist dabei folgendes aufgefallen. Wenn ich die 19cm benutze
braucht die Akai etwa 2-3 Minuten nach dem Einschalten, um die korrekte Drehzahl zu bekommen.
Bei den beiden anderen Geschwindigkeiten ist das nicht so.
Ich habe gerade eine gestern gemachte Aufnahme aufgefädelt und auf Start gedrückt.
In der Position 19cm lief sie erstmal ganz langsam an, irgendwo zwischen den beiden anderen Geschwindigkeiten,
habe das durch hin und herschalten gehört.
So nach zwei Minuten wurde sie dann immer schneller bis es passte. Das bleibt dann auch so.
Erst am nächsten Tag geht das Spiel wieder los. Bei der anderen getesteten Geschwindigkeit 9,5cm
stimmt es sofort.
Und die Akai hat ja einen Equalizer für die drei Geschwindigkeiten.
Muss ich den schon bei der Aufnahme benutzen oder ist der nur für Play gedacht?
Aus dem Owners manuel geht das nicht hervor.

Viele Grüße
Martin
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#2
Das kannst du ganz einfach ausprobieren: wenn der Sound sich bei PLAY ändert, d.h. hörbar heller oder dumpfer/dunkler wird,
wenn du den Equalizer verstellst, dann sollte er in der jeweils richtigen Position stehen (4,75/9,5/19 cm/s).
Ändert sich jedoch nichts am Klang, wirkt er nur bei Aufnahme.

Die verminderte Geschwindigkeit kann diverse Ursachen haben:
ausgeleierter Antriebsriemen, Motorkondensator mit nicht mehr ausreichender Kapazität,
durch Nichtbenutzung schwergängiger/verharzter Motor, korrodierter (Speed-) Umschalter  etc

Ich nehme an, dass die kleine Maschine jahrelang nicht benutzt wurde ?

____________________________________

Gruß vom Niederrhein, Frank
Hau wech, den Schiet - aber sech mir, wohin


Meine Tapes laufen auf:   AKAI GX-620, AKAI GX-630 PRO, AKAI GX-635, AKAI GX-650, ASC 6002 S, AUREX PR-9020,
BRAUN TG-1000, DOKORDER 1140, GRUNDIG TS-1000 DOLBY, OTARI MX-5050 4-Kanal, PHILIPS N-4520,
PIONEER RT-909, PIONEER RT-1050 H, PIONEER RT-2022, REVOX A-77 MK IV, REVOX B-77 LS, REVOX B-77,
REVOX B-77 MK II, SANSUI SD-7000, SONY TC-756-2, SONY TC-758, SONY TC-765-2, SONY TC-766-2, STUDER B-67,
TANDBERG 10-XD , TANDBERG TD-20A, TANDBERG TD-20A-SE, TEAC A-3300 SX-2T, TEAC A-3340 S, TEAC A-7030 SL,
TECHNICS RS-1500, TECHNICS RS-1506, VICTOR TD-4000, VICTOR TD-5000, WEGA B-4610.
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#3
Hallo Frank,
der Reihe nach.
Der Equalizer greift beim Play, steht auch so in der BDA, zur Höhenkorrektur bei den verschiedenen
Geschwindigkeiten. Meine Frage ist, ob er auch bei Aufnahme richtig eingestellt sein muss.

Diverse Ursachen:
Antriebsriemen ist ok, Motor dreht sich leicht, auch die Schwungmasse.
bei 9,5cm/s passt ja auch alles, da dreht er kräftig. Beim Umschalten geht ihm im
kalten Zustand die Puste aus, als wenn "Strom" fehlt.

Ich vermute auch mal, dass das ein elektronisches Problem ist, Kondensator oder Ähnliches.
Und wie gesagt. nach etwa zwei Minuten dreht er normal bei 19cm/s und bleibt auch dabei.
Da kann ich auch fröhlich zwischen den Speeds umschalten, also ist der Wahlschalter wohl raus, denke ich.
Sie war gerade mal eine Stunde aus. Danach wieder eingeschaltet, lief einwandfrei.

Ich bin leider elektronisch nicht gut bewandert. Bin aber bereit nach Anweisung Kondis zu tauschen,
die dafür in Frage kommen.

Der Kollege hat geschrieben, dass sein Vater bis zum Schluss die Akai benutzt hat.
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#4
Die richtige Entzerrung muß bei Aufnahme und Wiedergabe eingestellt sein. Bei ordentlichen Geräten geschieht das "automatisch" mit der Geschwindigkeits-Wahl.
Das Gerät hat nur einen Motor-Kondensator für alle 3 Geschwindigkeiten (der aus 2 Teilen besteht für 60 Hz und einen Zusatz für 50Hz). Für die Geschwindigkeiten werden nur die Motor-Wicklungen umgeschaltet.
Wenn der Motor also bei mittlerer und kleiner Geschwindigkeit richtig läuft, sollte der Kondensator eigentlich noch gut sein. Sicherheit schafft Nachmessen der Kapazität oder prophylaktischer Austausch. Es könnte aber auch sein, daß die Abwickelseite zu stark bremst und bei 19 cm/s das Drehmoment des Motors nicht ausreicht.
MfG Kai
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#5
Hallo Kai,
danke schön.

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird beim Umschalten jeweils immer ein Paar Wicklungen dazugeschaltet,
damit der Motor von langsam über mittel auf schnell dreht.
In dem SM steht was von 2/4/8 Polmotor.

Laut SM sitzt da ein 3 µF Kondi drin, ich vermute mal 450 Volt, weil andere finde ich nicht.
Weißt du zufällig, wo der genau sitzt? Extra nachschauen musst du nicht, vielleicht sitzen die ja immer
an der selben Stelle und du weißt das.
Und muss das ein bestimmter sein, also so vom Aufbau?

Die Abwickelseite bremst nicht großartig, checke ich aber nochmal.
Ich werde auch nochmal dem Wahlumschalter säubern, falls da was sein sollte.

Dann den Kondi tasuchen, wenn er da ist.

Die Wicklungen werden wohl ok sein, weil ich kenne das nur anders rum, wenn Wicklungen beschädigt sind.
Dass dann bei Erwärmung des Motors die Leistung wegbricht.

Schaun mer mal  Wink

EDIT:
Ich habe auf Fotos gesehen, dass da ein schwarzes Blech um dem Motor liegt, das fehlt bei meinem.
Welche Funktion hat das?
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#6
Deine Fragen zum realen Aufbau des Gerätes kann ich nicht beantworten, da ich das noch nie aus der Nähe gesehen habe. Ich habe nur mal in den Schaltplan im Service-Manual  geschaut.
Da ist ein Kondensator mit 2 µF und 1µF (260V) eingezeichnet. 2µF werden bei 60Hz benutzt, 2+1 bei 50 Hz. Die gängigen preiswerten Motorkondensatoren bei Pollin haben 450V und sind geeignet.
Irgendeinen Grund muß das langsame Anlaufen ja haben. Wenn das nach dem Einschalten nur beim ersten Start passiert, weckt das den Verdacht, daß irgendwo härter gewordene Schmiermittel erst mal aufgewärmt und weich gedreht werden müssen.
Ansonsten zu große Drehmoment-Last. Es wäre auch vorstellbar, daß der Schalter für die 19cm/s-Wicklung zu hohen Übergangswiderstand hat. Der Zahn der Zeit läßt sich viel einfallen...
MfG Kai
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#7
Sie war jetzt ein paar Stunden aus und eben eingeschaltet.
Auch ohne Last dreht der Motor erstmal zu langsam,
kam jedoch innerhalb von 30 Sekunden auf Solldrehzahl, die dann
unter Last auch gehalten wurde.

Ich schau mir das morgen mal in Ruhe an.
Viel Grüße! Martin
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#8
Ihr kennt das wohl, mir hat es keine Ruhe gelassen und so habe ich die Maschine aus
dem Gehäuse genommen.
Der Motor dreht leicht per Hand, ich fühle da als Widerstand nur die Capstan Schwungmasse,
die mit bewegt wird.

Dann habe ich den Speedschalter mit Kontakt 60 eingesprüht, kurz einwirken lassen, ihn viel
hin und her bewegt und dann alles mit Kontakt WL sauber gesprüht.

Morgen werde ich dann mehr wissen.

Ich habe den Motorkondensator gesucht. Da ich nur Kondis aus Plattenspielern gewohnt bin,
dieser aber ja ein Anlaufkondensator ??? ist, meine Frage, ist das das dicke Ding unter dem Wickelmotor?

   
Viel Grüße! Martin
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#9
Hallo Martin,

ja, das sieht aus wie ein Motorkondensator.

Viele Grüße
Andreas
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#10
So,

heute Morgen nach dem zweiten Kaffee die Akai angeworfen. Ich habe sie gleich auf 19cm/s starten lassen.
Sie braucht immer noch etwas, um auf Sollgeschwindigkeit zu kommen.
Aaaaber, ich lasse das so, solange keine Verschlechterung eintritt. Hatte nach dem Einschalten
eine Spule mit 19cm/s Aufnahme raus gesucht, die aufgespannt, Leerspule dazu, alles eingefädelt
und nach dieser Zeit drehte die Akai auf Soll. So passt das dann.
Ist schließlich auch kein ganz so junges Mädchen mehr!

Die Aufnahmen auf diesem "nicht ordentlichem" Gerät sind erstaunlich gut bei beiden Geschwindigkeiten
(die gaaanz langsame mal außen vor gelassen). Bei 9cm/s dicht an meinem Pio Kassettendeck dran, bei 19cm/s richtig toll.
Ordentlich Musikquelle natürlich voraus gesetzt.

Erstmal ein Danke schön an Alle!, und ich hoffe, dass das so bleibt bei der Kleinen.
Viel Grüße! Martin
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#11
Hallo,

ich nochmal  Big Grin.

Die X201 habe ich gestern mal auf 240 Volt umgestellt. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie
in dieser Volteinstellung noch länger braucht, um bei 19cm/s auf Touren zu kommen. Richtig lang!
Und wenn sie die Geschwindigkeit erreicht hat und ich auf 9.5cm/ schalte und wieder zurück
auf 19 schalte braucht sie ein paar Sekunden um wieder schneller zu werden. Auch hier ist nur die 
19cm/s befallen, die beiden anderen Geschwindigkeiten starten sofort richtig.
Als ich wieder auf 220 Volt zurück gesteckt habe war das Problem beim Umschalten wieder weg,
also von 9,5cm/s auf 19cm/s ging sofort.
Nur der morgendliche Start ist dann müde.

Ist das ein Hinweis was da nicht stimmt? Also Voltzáhl 240 noch schlechteres Startverhalten
heisst... was? Dodgy
Viel Grüße! Martin
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#12
Die Motore sind an die 100 V & 110 V Abgriffe des Netztrafos angeschlossen. Wenn du auf 240 V umstellst, bekommen sie weniger Spannung als bei 220 V.
Wenn du auf 200 V umstellen würdest, bekämen sie mehr Spannung. Ob das Gerät das auf Dauer aushalten würde, wäre fraglich.
Der Motor scheint demnach für 19 cm/s zu geringes Drehmoment zu haben bzw die Last ist zu groß. Was falsch ist, must du rauskriegen. Wenn der Motorkondensator nicht den richtigen Wert hat, ist das Drehmoment auch kleiner als der Normalwert.

MfG Kai
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#13
Danke schön Kai,
das habe ich verstanden.

Soweit ich das beurteilen kann, ist da kein Schmierproblem. Alles lässt sich von Hand gut drehen
und die anderen Geschwindigkeiten sind ja da.


Da der Motorkondensator ja nicht so viel kostet, würde ich den durchaus tauschen.
Hier mal ein Bild von der 201 (aus dem Netz, nicht meine)

   

Unter dem rechten Wickelmotor (Draufsicht), das dicke Ding mit grüner, gelber und weißer Strippe,
ist der Kondensator, riktik? Der hat drei Strippen, ich habe nur welche mit zwei Strippen gefunden.

Gibt es die so nicht mehr?
Viel Grüße! Martin
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#14
Wie bereits in Beitrag #6 geschrieben, werden bei 50 Hz 3µF verwendet. Dazu braucht man keine 3 Anschlüsse. Du kannst zwischen Versionen mit 2 Pol-Klemmen oder 2 Anschluß-Drähten wählen.

MfG Kai
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#15
Zitat:Der hat drei Strippen, ich habe nur welche mit zwei Strippen gefunden.
Hallo Martin,

der hat 3 Strippen, weil 2 Kondensatoren (2µF + 1µF) in einem gemeinsamen Becher verbaut sind. Bei 50Hz-Betrieb werden die beiden Kondensatoren parallel geschaltet, das ergibt 3µF. Du kannst also einen 3µF Kondensator mit 2 Strippen verbauen.

MfG, Tobias
Es gibt 2 Dinge, die unendlich sind, die menschliche Dummheit und das Universum. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht 100% sicher (Albert Einstein)
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#16
Hallo Tobias + Kai,

danke Euch! Das mit den zwei verbauten in einem Becher habe ich weder gewusst noch geahnt,
so dauert das ein wenig länger bei mir.
Wenn ich den Strippen folge müssten zwei auf einem Punkt gelötet sein.
Dann besorge ich mir einen 3µF Kondensator.
Eigentlich wollte ich es ja so lassen, aber ....  Wink
Viel Grüße! Martin
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#17
Es stand aber in Beitrag #6 schon mal drin. Das war früher bei Geräten für 60 Hz und 50 Hz so üblich.

MfG Kai
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#18
(12.11.2020, 17:17)kaimex schrieb: Da ist ein Kondensator mit 2 µF und 1µF (260V) eingezeichnet. 2µF werden bei 60Hz benutzt, 2+1 bei 50 Hz.

Ja, du hast recht. Ich habe das nicht richtig gelesen. Weil ich das auch so nicht kenne.
Asche auf mein Haupt  Wink
Viel Grüße! Martin
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