Kassettentest (Azimutkonstanz, Mechanik, magnetische Eigenschaften)
#1
Hallo zusammen,
ich erstelle mal einen Kassettentest Thread der den Schwrpunkt auf der mechanischen Güte einer Kassette hat. Es darf auch gerne und soll auch über die magnetischen Eigenschaften diskutiert werden, aber der Schwerpunkt soll auf der Mechanik (des Gehäuses sowie des Bandes) liegen. Ich werde in den nächsten Tagen hier eine kleine Testreihe mit Anleitung einstellen.
Gruß
Lorenz
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#2
Anleitung:
Du musst einen 20-30 sekündigen Sweep erstellen, mit gleicher Anfangs- und Endamplitude.

Den nimmst du vom Ausgang, welcher in deinem Verstärker oder direkt im Tapedeck steckt auf Kassette bei etwa -20dB auf.

Dann
spulst du die Kassette zurück und sorgst dafür das beim Abspielen des
Tapes Audacity das vom Tape abgespielte Signal aufnimmt. Der Pegel ist
völlig egal, solange du 0dB nicht erreichst.

Dann hast du eine
Stereo Spur um Programm. Wenn du jetzt den Bereich des Sweeps (und
nur den!
) markierst und dann auf Frequenzanalyse drückst wird dir
ein Graph angezeigt. Den stellt du auf Linear und auf eine sinnvolle
Größe, bei der Option "Größe" zum Beispiel auf "512" ein.

Der
Rest sollte so wie bei mir eingestellt werden, zur besseren
Vergleichbarkeit. Aber das ist nicht so wichtig. Die Optionen
beeinflussen dann nicht mehr viel.

Wenn du die Stereospur
analysierst wird, da bin ich mir fast sicher die der Graph der Mono
Summe angezeigt. Da siehst du auch gleich Phasenfehler in form von
Einbrüchen oder gar Löchern.

Das ersetzt vermutlich kein Oszi, ist aber für eine Azimuthmessung schon sehr genau.
Gruß
Lorenz
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#3
So, jetzt nochmal ein großer Ferro Azimuth Test: Big Grin

Das DRM 540 wurde damals mit einer UX Pro (sehr gutes Gehäuse) vom CT656 vom Azimut her quasi exakt eingestellt:

[img]1036892[/img]    


Nun
habe ich einen 20 Sekunden Sweep auf folgende Kassetten jeweils dreimal

hintereinander mit Stop drücken dazwischen aufgenommen:
Gruß
Lorenz
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#4
   
CT656


Sony FX Mexico

   

   

   




Maxell UR aktuell

   

   


   



Sony HF Thailand (TDK D Imation Rojana Plant)
   

   

   



alte UR

   

   


   





Ferro Extra

   

   



   





Mex HF

   


       
Gruß
Lorenz
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#5
DRM 540



Sony FX Mexico


   

   
   
Gruß
Lorenz
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#6
Maxell UR aktuell

   

   



   








Sony HF Thailand (TDK D Imation Rojana Plant)

   

   
   
Gruß
Lorenz
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#7
alte UR

   

   
   
Mex HF


   

   
   
Es ist zu sagen das die Mexico FX und HF, wobei die HF auch
noch aus Europa sein könnte extrem positiv herausstechen. Erstaunlich
das die Ferro Extra so schlecht abschneidet, aber die war sehr gewellt
und wurde auf dem seit 20 Jahren aufgewickelten inneren Bandende, also

am unvorteilhaftesten getestet.


Die TDK D aka HF ist auch eher mittelmäßig, aber die alte UR ist sehr schlecht. Bei der neuen UR handelt sich der eine Screenshot auch eher um einen Zufallstreffer.


@al3x135

Jetzt bist du dran! Big Grin Wink

Edit:

Die FerroExtra auf dem DRM540 war zu schlecht um sie hier zu zeigen. Big Grin :L
Gruß
Lorenz
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#8
So, Test aus dem Hifi Forum jetzt hier verfügbar! thumbsup
Gruß
Lorenz
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#9
Jetzt hab ich selbst mal Sweeps erzeugt, aufgenommen und analysiert.
Deck:Technics RS-BX 747
Cassette: Maxell XL-II S 1991


   

   
   
So, jetzt muss ich noch lernen, worauf genau zu achten ist. Geht es um die Gleichmäßigkeit?Geringe Unterschiede kann ich erkennen. Beim ersten Bild gibt es oberhalb 19 kHz eine kleine Zacke, die auf den beiden anderen nicht zu sehen ist.Aufgenommen wie in der Anleitung. 3x aufgenommen mit zwischendurch Stop gedrückt. Ebenso die Aufnahme im Audacity.Allerdings noch über Onboard-Soundkarte, die externe habe ich noch nicht ans Laufen bekommen. Wollte hiermit erstmal anfangen.

Grüße
Ingo
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#10
Und das Gleiche nochmal mit einer Maxell UR 90 aus 2002:


   
   
   

Grüße
Ingo
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#11
Schön das du jetzt hier mitschreiben kannst.
Zitat: Geht es um die Gleichmäßigkeit?
Genau. Wobei das was du da hast bei Analogtechnik schonmal sehr gleichmäßig ist. Besser geht es kaum. Da stimmt der Azimut der Kassette perfekt. Sowas wird dann als Azimutstabil bezechnet.
Es nützt ja nichts wenn die Kassette je nach Laufwerk und Durchgang einen anderen Azimut hat, vorrausgesetzt das beide Geräte gleich eingestellt sind. Deswegen hatte ich nochmal mit meinem DRM540 was ja auf das CT656 justiert war gegengeprüft.
Bei Kassetten ist es wichtig zu wissen, ob diese Azimutstabil sind. Es wäre ja blöd erst nach vielen aufgenommenen Kassetten zu merken, das diese Mist waren.
Deshalb folgende Faustregel für diesen Test:
Das Diagramm sollte halbwegs gleichmäßig ohne größere Einbrüche sein. Die tatsächliche Kurve ist fast egal, solange die Linie gerade bis leicht gekrümmt bleibt, aber ohne Zacken sein muss. Es sollte am Bandanfang getestet werden. Wenn die Kassette am Anfang sehr abgenudelt ist, ist auch testen weiter hinten im Band erlaubt und wenn man mit unkonstanten Azimuth für die ersten paar Minuten leben kann.

Nochmal, die Kurve der XL II S ist ideal. Bei der Kassette hätte ich auch kein anderes Ergebnis erwartet. Die Sony UX S von 1993 wurde damals im Test wegen Azimutänderungen von A ggü. B Seite kritisiert. Habe ich noch nicht nachgeprüft. Aber wie gesagt, probiere mal mechanisch minderwertigere Kassetten, du wirst sehen das die Kurve nicht immer so unauffällig bleibt.
Gruß
Lorenz
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#12
Genau, die UR sieht da schon anders aus, zwar nicht so schlimm wie bei mir, aber man erkennt die Tendenz. Du könntest vielleicht das Fenster noch größer machen.
Kannst du mal bitte noch einen Screenshot des Sweepgenerators bei dir posten, wie dieser eingestellt ist?
Gruß
Lorenz
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#13
Danke, Kaiser, für die Erlauterungen.
Bandanfang hatte ich mir gedacht, war auch bei beiden.
Die XL-II S ist in gutem Zustand, die UR war NOS, hat nur Aufnahmen für meinen Typ I-Vergleich draufgehabt.
Macht Spaß.
Grüße
Ingo
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#14
So hab ich den Generator 2 bei Audacity eingestellt:

.jpg   Tongenerator Einstellung.JPG (Größe: 22.95 KB / Downloads: 208)
Grüße
Ingo
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#15
Hab mal die Fox C-60 probiert.
Die quietscht beim Spulen etwas, obwohl sie ja ganz neu ist. Dachte, da ist die Mechanik dann nicht so toll.

Scheinbar besser als gedacht:
   
   
   
Weiß jemand, wie man einstellen kann, dass bei einer PM eine E-Mail-Benachrichtigung kommt?
Grüße
Ingo
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#16
Zitat: Die quietscht beim Spulen etwas
Das hat nicht viel Bedeutung.

Zitat:
Scheinbar besser als gedacht:
Vorbildlich thumbsup


Wenn du mehrere Decks hast, die alle vom Azimut gleich eingestellt sind kannst du ja auch mal quertesten. Einfach die Kassetten mit den Sweeps die da jetzt schon drauf sind in das andere Deck tun.
Zitat:
Weiß jemand, wie man einstellen kann, dass bei einer PM eine E-Mail-Benachrichtigung kommt?
Keine Ahnung. Frag doch mal hier die "Team-Mitlgieder".
Gruß
Lorenz
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#17
ikrone,'index.php?page=Thread&postID=268321#post268321 schrieb:Weiß jemand, wie man einstellen kann, dass bei einer PM eine E-Mail-Benachrichtigung kommt?
Hallo Ingo! Ganz oben "Profil bearbeiten", dann etwas weiter unten den Tab "Einstellungen", und direkt unter diesem "Kommunikation" anklicken. Da kannst Du auswählen, bei welchen Ereignissen Du eine Mail bekommen willst. Sollte eigentlich standardmäßig aktiviert sein für PN, also schau auch mal in Deinen Spam-Ordner.

Ach ja: Willkommen bei uns, stell Dich doch mal vor unter "Servus, Grüezi..." ziemlich weit oben im Forum.

Viele Grüße,
Martin
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#18
Hallo Martin,
hat geklappt, ich hab's gefunden. Vielen Dank!
Meine Vorstellung ist geschrieben und online.

Grüße
Ingo
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#19
Jetzt hab ich wie vom Kaiser beschrieben, die mit dem Technics-Deck aufgenommenen Casssetten in einem anderen Gerät nochmal analysiert.
Dieses Mal: Pioneer CT-676

Zuerst wie gestern die Maxell XL-II S 90:
   
   
   

dann die Maxell UR 90:
   
   
   

und die Fox C-60:
   
   
   

Anschließend hab ich auf der Fox C-60 den Sweep noch mal neu aufgenommen. Das sah dann so aus:
   
   
   
Für mich sehen diese Graph lange nicht so gut aus wie mit dem Technics-Deck. Was sagst Du, Kaiser?
Grüße
Ingo
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#20
Zitat: Anschließend hab ich auf der Fox C-60 den Sweep noch mal neu aufgenommen.
Auf dem CT676? Und dann im 676 abgespielt?
Gruß
Lorenz
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#21
Ja, neu aufgenommen und abgespielt im CT-676.

Grüße
Ingo
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#22
Also, die XL II S aufgenommen im Technics und abgespielt im CT 676 sieht erstmal ok aus.
Die UR sieht wie erwartet aus.
Bei der Fox scheint es iergendwie ganz verstellt zu sein. Die Eigenaufnahmen des CT676 sehen da noch schlimmer aus.
Folgende Schlussfolgerungen ergeben sich mmn:

- Azimut Aufnahme- und Wiedergabekopf am CT676 stimmen nicht überein- überhaupt ungleicher Azimut zum Technics (Wurden jemals beide Decks mit der gleich Messkassette eingestellt?)


- Die XL II S könnte ein Zufallstreffer sein.




Was du jetzt tun solltest:


- Die Eigenaufnahme im CT 676 mit verschiedenen Kassetten probieren, vor allem welche, von denen bekannt ist das sie gute Mechanik haben (TDK SA, Maxell XL II und XL II S, Sony UXS, etc.)

Weiter würde ich jetzt erstmal nicht gehen, denn solange der Azimut der Köpfe im 676 nicht stimmt ist das Gerät für diesen Test untauglich.
Gruß
Lorenz
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#23
Beide Decks sind bis jetzt nicht eingestellt.
Beim RS-BX747 sieht es noch original aus, bei dem CT-676 weiß ich es genau, da ich weiß wo es her ist.

Eine Azimuth Test-Cassette hab ich noch keine.
Möglicherweise geht das auch mit der König-Geschwindigskeits-Cassette. Der würde ich aber keine dolle Mechanik bescheinigen wollen.
Daher muss ich mal sehen, wie ich das machen kann.

Erstaunlich, denn das CT-676 klingt auch mit fremd aufgenommenen Cassetten sehr gut. Mit Eigenaufnahmen auch.
Um das herauszufinden, dafür machen wir ja die Tests. Smile


Grüße
Ingo
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#24
Ich hatte diesen Test ursprünglich für die korrekte Azimuteinstellung von Tapedecks entworfen, wenn man kein Oszi hat. Man braucht dafür nur eine Kassette von der man weiß, das die richtig (mit einem Sweep) aufgenommen wurde.
Aber wenn die Decks einmal mit einer Kassette die eine gute mechanik hat eingestellt sind, kann man diesen Test auch verwenden um die mechanische Qualität von Kassetten zu beurteilen.
Gruß
Lorenz
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#25
Ok, das ist einfach. Aber wonach stelle ich ohne Oszi ein?
Machst Du das nach Gehör auf höchsten Pegel?
Da wäre doch dann ein festes Sinussignal besser, oder nicht?

Grüße
Ingo
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#26
Zitat: wonach stelle ich ohne Oszi ein?
Bei 2 Kopf-Decks:


Zuerst grob nach Gehör bei Musik, auf einer Kassette die nachweislich von einem richtig eingestellten Gerät aufgenommen wurde. Danach die Sweep Kassette, die auch richtig aufgenommen wurde hernehmen und dann feineinstellen, solange bis die blaue Fläche "voll" ist.


Bei Drei Kopf-Decks:

Quasi wie bei 2 Kopf-Decks, nur das da ein paar mehr Einstellschrauben sind, was den ganzen Prozess erheblich verlängert. Aber es geht.
Gruß
Lorenz
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#27
Heute habe ich mich dann mal der Azitmu-Einstellung am CT-676 gewidmet. Vorher habe ich nochmal am RS-BX747 mit einer BASF Reference Maxima TP II 90 den Sweep-Test aufgenommen und am gleichen Deck überprüft. War ähnlich gut wie bei den vorherigen Tests mit anderen Cassetten. Davon nur ein Bild:

   

Dann diese Cassette mit der Aufnahme nochmal ins CT-676. Die BASF Reference Maxima TP II 90 soll ja gerade was Azimut angeht, sehr gut sein. Auch hier wieder die Senke wie bei den anderen Tests mit diesem Deck:
   
Da die anderen beiden Bilder ähnlich schlecht sind, habe ich nur das eine gezeigt.
Dann habe ich mich an die Azimut-Einstellung gemacht. Es geht ja dabei auch darum, den Pegel möglichst hoch abtasten zu können. ich überlegte, womit ich mir das anzeigen lassen könnte. Dann fiel mir ein, ich nutze das RS-BX747 als Anzeigeinstrument. Habe also die Aussteuerung dort abgelesen und konnte beim Einstellen auch sichtbar Unterschiede feststellen.

Danach habe ich mit der BASF Reference Maxima TP II nochmal auf dem CT-676 den Sweep aufgenommen und geschaut, wie das Ergebnis ist. Auf jeden Fall besser als vorher:
   
   
   

Nun habe ich die Aufnahmen, die noch auf den anderen Cassetten waren, wieder genommen und das Ergebnis geschaut. Zuerst die Fox C60, auch besser wie ich finde:
   
   
   

Und nochmal die Maxell UR 90. Die sind ja aber bekanntermaßen nicht so gut, was Azimut angeht:
   
   
   
Soweit der Stand für heute.
Grüße
Ingo
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#28
Sieht jetzt schon mal besser aus. Aber ab knapp 17k fällt das Diagramm der TP II so komisch ab.

Zitat:
Danach habe ich mit der BASF Reference Maxima TP II nochmal auf dem
CT-676 den Sweep aufgenommen und geschaut, wie das Ergebnis ist. Auf
jeden Fall besser als vorher:
Also hier Eigenaufnahme im CT676 ?
Zitat: Zuerst die Fox C60, auch besser wie ich finde:
Ja, besser, aber noch nicht ganz exakt. Vielleicht bekommst du es noch etwas genauer hin.
Zitat: ich überlegte, womit ich mir das anzeigen lassen könnte. Dann fiel mir ein, ich nutze das RS-BX747 als Anzeigeinstrument.
Warum?
Bei Audacity kannst du doch viel kleinere Pegelschwankungen sehen, wenn du die Aussteuerungsanzeige auf Monitorbreite breitziehst.
Der absolute Pegel ist hier eh rille. Du kannst auch erstmal 16k mit dem Technics aufnehmen und dann das im CT 676 abspielen. Dabei bei Audacity eine Aufzeichnung starten damit man die Pegelanzeige sehen kann und dann vorsichtig an den Schrauben drehen bis der Pegel maximal wird. Und dann Sweepen.
Gruß
Lorenz
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#29
Hallo Kaiser,
Antwort auf Deine Frage zur BASF, ja, hab ich mit dem CT-676 aufgenommen. Ich wollte mal sehen, ob das einen Unterschied macht. Hat es ja auch, die Senke ist weg.
Hab ich mir auch gedacht, dass es bei der Fox noch etwas besser gehen sollte.
Hab das Technics als Anzeige genommen, weil ich da einfach mehr gesehen hab als im Audacity.

Das ist ja richtig spannend, dass es tatsächlich auch ohne Oszi meßbare Einstellungen gibt.

Grüße
Ingo
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#30
Hallo liebe Cassettenfreunde,
heute möchte ich euch gerne meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema mitteilen. Recorder REVOX B 215. Messgeräte: Nakamichi T 100 ,Frequenzzähler, Hameg Zweikanal-Oscilloscope sowie eine BASF DIN Bezugscassette sowie diverse neuwertige Leercassetten.
Beim Kauf des B215 habe ich mir auch die sündhaft teure BASF-Bezugscassette zugelegt. Sinn und Zweck war die Kontrolle des neu gelieferten B 215.
Der Wiedergabefrequenzgang war im Neuzustand des Gerätes und der Cassette bis 20 kHz fast linear, mit etwa plus 1 dB Anhebung ab 18 kHz.

Nach 35 Jahren Lagerung und gelegentlicher Benutzung hat die Cassette etwa 1,5 dB ab 15 kHz verloren. Das ist überraschend wenig.
Was mir aber auffiel war die schlechte Phasenkonstanz bei Eigenaufnahmen mit diversen Leercassetten. Ich habe mehr als 20 neue Markenassetten daraufhin untersucht.Davon habe ich die im Phasengang besten ausgemessen.

Die noch besten waren Maxell XL II-s, BASF CM II, BASF Reference und Sony UX-S. Der Phasenversatz betrug etwa 80 Grad bei 10 kHz.Wichtig ist nicht die Hinterbandmessung (wegen abwichender Messwerte) sondern getrennte Aufnahme und Wiedergabe eines mit ca.minus 10 dB aufgezeichneten 10kHz Sinus.

Eine optimale Cassette hätte bekanntlich 45 Grad. Keine gemessene Cassette kam auf diesen Wert,dafür sind die Recorder einfach nicht herstellbar.

Andere Marken-Cassetten lagen bei 180 Grad und mehr. Völlig ungeignet für HiFi-Wiedergabe.Übrigens wird für die B 77 auch ein Versatz von 90 Grad bei 10 kHz von Revox gerade noch toleriert.


Die ganze Messorgie wurde mit einem Onkyo Recorder TA -2570,der scheinbar den gleichen Canon Tonkopf wie die Revox B 215 besitzt, quergecheckt. Die Ergebnisse waren tendenziell auch hier vorhanden.
Zudem habe ich den Verdacht, daß das Verkleben der beiden Kopfsysteme auch mit Toleranzen behaftet war.

Das ganze System wurde 1963 mit dem PHILIPS EL 3300 eingeführt, dessen obere Grenzfrequenz mit 6300 Hz (später beim EL 3302 mit 10000Hz) angegeben wurde.
Ziemlich frustierend das Ganze!Peter

Ursache war nach meinen Feststellungen meist schlechte Gehäuse.
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#31
Hallo Peter,

vielen Dank für Deinen Bericht.
Der Verlust von 1,5 dB bei 15 kHz ist mir technisch klar.
Die Sache mit dem Phasenversatz verstehe ich nicht. Ich nehme an, dass kann man auf dem Oszilloskop sehen und auch die Grad des Versatzes ermitteln, oder?
Aber wo kommt das her? Das ein Signal schwächer wird, ok. Wieso verdreht sich das Signal in der Phase, da komm ich nicht mit.

Könntest Du mir das vielleicht bitte erklären?

Danke und Gruß
Ingo
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#32
Zitat:
Ziemlich frustierend das Ganze!
Warum? 20000Hz ist doch gut für CC.
Zitat:
Ursache war nach meinen Feststellungen meist schlechte Gehäuse.
Für Sprache war das ja am Anfang auch egal.
Zitat:
Aber wo kommt das her? Das ein Signal schwächer wird, ok. Wieso verdreht sich das Signal in der Phase, da komm ich nicht mit.
Bei Audacity werden mmn normalerweise von einer Stereospur beide Kanäle in der Frequenzanalyse analysiert. Wenn da was gegenphasig ist löscht es sich wohl entsprechend aus.
Gruß
Lorenz
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#33
Wenn ein Kanal sich um 180° phasenverschiebt, hebt er sich mit dem anderen Kanal auf, verstehe ich.
Aber wieso kommt es zu einer Phasenverschiebung, wenn das Band altert, das verstehe ich nicht.
Phasenveränderungen entstehen meist elektronisch, zum einen wenn sie gewollt sind, z.B. UKW-Empfang. Dort werden einmal L+R und einmal L-R empfangen und so gedreht in der Phase, dass am Ende L und R getrennt rauskommt. Oder bei Laufzeitveränderungen, kenn ich auch.
Beim Band kann ich mir das nicht erklären.

Grüße
Ingo
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#34
Wenn ein Band mechanisch, zum Beispiel durch Nutzung altert kann das in geringem bis großem Umfang, je nachdem wie mit der Kassette umgegangen wurde passieren.
Gruß
Lorenz
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#35
SonyKassettenkaiser,'index.php?page=Thread&postID=268898#post268898 schrieb:Wenn ein Band mechanisch, zum Beispiel durch Nutzung altert kann das in geringem bis großem Umfang, je nachdem wie mit der Kassette umgegangen wurde passieren.
und das passiert dann genau wie ?
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#36
Zitat: und das passiert dann genau wie ?
Na halt mechanische Abnutzung. Abdrücke im Band, gedehntes unebenes Band, usw. Da gibt es fast unendlich Möglichkeiten.

Oder glaubst du das ein Kassettenband, was völlig abgenudelt, wellig, teilweise mit Kratereindrücken von Krümeln, halt eben so wie 20 Jahre Auto aussieht, noch zur Beurteilung oder zum Messen von Dingen am Kassettendeck zu gebrauchen ist?
Gruß
Lorenz
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#37
nein, das denke ich nicht. aber wenn ich deinen ausführungen folge, dann würde es bedeuten, das die magnetisierten partikel auf dem band sich verschieben und zwar dermaßen das bei einer spur ein versatz von 180° eintritt.
ein gedehntes oder gewelltes band ergibt pegelungleichheiten, so es denn überhaupt noch in der kassette läuft, das kann man als gegeben annehmen, aber azimutabweichunge nur weil das band " halt alt ist " :S
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#38
Bei Hochtonverlusten bewirkt der Azimuthfehler immer einen Zeitversatz zwischen den beiden Kanälen. Die Mittenortung schwimmt dadurch im Hochtonbereich weg.So verliert nicht nur ein Schlagzeugbecken an Ortbarkeit und wird zu groß abgebildet. Sofern er unter 90 Grad bei 10 KhZ liegt spielt das keine Rolle.
Es ist einfach so, daß die Kombination Cassette und Laufwerk gleichermaßen daran beteilgt sind.Eine einwandfreie Cassette wird durch Lagerung nicht phasenungenau.


Die Präzision des Cassettengehäuses , der Umlenkrollen sowie die exakte Justierung aller den Bandlauf beeinflußenden mechanischen Teile einschl. Gummandruckrollen etc. beeinflußen den Phasengang.Jede noch so kleine Störung bringt das Band aus seiner Richtung.Umschlingt das Band besonders viele Elemente ,etwa bei einem Laufwerk mit getrenntem Wiedergabekopf für Hinterbandkontrolle ,so sind die Verhältnisse besonders kritisch.Jede schräge Ausrichtung der Bandführungselemente verändert den Bandlauf.In der Praxis sollte man in Ermangelung von Meßgeräten den sog. Monoabgleich durchführen, bei dem die Ausgangsbuchsen des Recorders parallel geschaltet werden. Hier ergibt sich ein ausgeprägteres Maximum als in Stereostellung. Vorraussetzung ist aber ein vorheriger Grobabgleich ohne Parallelschaltung auf Maximum Höhenwiedergabe.Mit freundlichen Grüßen!
Peter
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#39
Zitat: Eine einwandfreie Cassette wird durch Lagerung nicht phasenungenau.
So ist es. Ich bezog mich auf Kassetten die durch großen Gebrauch deutlich mechanisch verschlissen waren.
Gruß
Lorenz
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#40
Erstmal danke sehr Kaiser und Peter für's Erklären.
Ich hab's mehrfach jetzt gelesen, schaue etwas ungläubig und lass das jetzt mal auf mich wirken. Smile
Werde, wenn ich am CT-676 weitermachen kann, mal Versuche in der Richtung machen. Ich hab eine mechanisch schlechte TDK D. Wenn das CT-676 richtig eingestellt ist, werde ich damit mal versuchen, ob ich das Hören und Messen kann.


Grüße
Ingo
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#41
Bin jetzt über ein interessantes Detail gestolpert:
Die Sony HF aka TDK D hatte einen größeren/breiteren Andruckfilz als TDK FE. Deswegen schneidet hier die FE trotz identischer technischer Innereien schlechter ab. Eine TDK D (vor Imation) hat auch einen breiteren Filz.
Gruß
Lorenz
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#42
Kann man mal sehen, was solche "Kleinigkeiten" für eine Wirkung haben können. Interessant!

Grüße
Ingo
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#43
Bei manchen Dual Capstan Laufwerken wird teilweise der Andruckfilz weg gedrückt.
Bei Nakamichi nennt sich das pressure pad lifter.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:...lifter.jpg
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#44
Sony hatte das bei seinen TOTL Decks auch eine gewisse Zeit. 

Viele Grüße, 

Michael
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#45
Vor Jahrzehnten durfte ich eine "Referenzcassette" mit metallischem Gehäuse anfassen (Druckguss, nachbearbeitet). Soweit ich mich erinnere, war sie von BASF und zum Messen der Recorderparameter gedacht. Hat jemand schon mal etwas ähnliches in den Fingern gehabt?
Grüßle,
Franz
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#46
Ich denke du meinst das hier:

BASF Calibration Mechanism

Viele Grüße, 

Michael
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#47
Die wurden vor einigen Jahren innerhalb des BMF verteilt.

Siehe hier!

Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

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#48
(12.02.2025, 05:30)franzm schrieb: Hat jemand schon mal etwas ähnliches in den Fingern gehabt?

Ja, ich hatte damals eine aus dem verlinkten Fundus bekommen.
Gruß, Kuni
..............................

http://kuni.bplaced.net/
..............................
Zitieren


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