15.04.2005, 18:09
Lieber Matthias,
als alter Knacker suche ich grundsätzlich die Auseinandersetzung, das hat sich mit meinem Älterwerden dramatisch verschärft. Man wird es leid, zumindest dann, wenn man meines gedanklichen Klimas ist, immer wieder das einzuatmen, was man zuvor ausgeatmet hat; das gilt auch für meine musikalischen Vorlieben, deren Entwicklung ich ja nun buchstäblich 'drin habe'.
Außerdem stört mich gerade das, was andere "Belehrung" nennen und vital bekämpfen. ich weiß nicht alles und will aber (pathologisch??) mehr wissen.
Was ich als Kind dem "Schulfunk" (rundfunkintern übrigens ein Schlagwort für eine bestimmte Sendungsmachart...) ist nicht vergessen; der verfassungsmäßige Auftrag an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk spricht mir daher aus der Seele, die in ihrer Naivität denkt, dass das, was ihr gut tat, vielleicht auch nicht für alle anderen schlecht sein muss.
Doch dafür gibt es sicher auch hier und berechtigterweise Widerspruch (gegen den ich auch nichts einzuwenden habe). Ich füge mich in mein Schicksal, bleibe der, der ich bin, lasse aber eines nicht zu: Dass ein 'Anbieter' mit mir (und meinem Intellekt) Schlitten fährt (mich zur Dispositionsmasse degradiert): "Vox pupuli, vox Rindvieh" sagte einmal ein gottlob gestorbener bay. Politiker, dessen Söhne Jahre hinter mir dieselben Schulbänke drückten; die Tochter verscherzte es heute mit ihresgleichen endgültig. Deutlicher kann man seine Verachtung für den Mitmenschen neben der eigenen grandiosen Selbstüberschätzung nicht ausdrücken. Das ist nicht meine Baustelle.
Jenes Schlittenfahren liegt bereits und gerade im Medienbereich vielfältig vor (der 68er Vorwurf der Medienmanipulation ist heute alltägliche Realität: man vgl. den aktuellen Medieskandal Bush's; wir sind aber nicht besser), weshalb ich dieser Gesellschaftsordnung in praxi 'gekündigt' habe, da ich mich mit ihren offensichtlichen Zielen und Inhalten nicht mehr identifizieren kann. Ich bin zu sehr Historiker, um die sich auftuenden Untiefen nicht zu erkennen.
Hans-Joachim
Hans-Joachim
als alter Knacker suche ich grundsätzlich die Auseinandersetzung, das hat sich mit meinem Älterwerden dramatisch verschärft. Man wird es leid, zumindest dann, wenn man meines gedanklichen Klimas ist, immer wieder das einzuatmen, was man zuvor ausgeatmet hat; das gilt auch für meine musikalischen Vorlieben, deren Entwicklung ich ja nun buchstäblich 'drin habe'.
Außerdem stört mich gerade das, was andere "Belehrung" nennen und vital bekämpfen. ich weiß nicht alles und will aber (pathologisch??) mehr wissen.
Was ich als Kind dem "Schulfunk" (rundfunkintern übrigens ein Schlagwort für eine bestimmte Sendungsmachart...) ist nicht vergessen; der verfassungsmäßige Auftrag an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk spricht mir daher aus der Seele, die in ihrer Naivität denkt, dass das, was ihr gut tat, vielleicht auch nicht für alle anderen schlecht sein muss.
Doch dafür gibt es sicher auch hier und berechtigterweise Widerspruch (gegen den ich auch nichts einzuwenden habe). Ich füge mich in mein Schicksal, bleibe der, der ich bin, lasse aber eines nicht zu: Dass ein 'Anbieter' mit mir (und meinem Intellekt) Schlitten fährt (mich zur Dispositionsmasse degradiert): "Vox pupuli, vox Rindvieh" sagte einmal ein gottlob gestorbener bay. Politiker, dessen Söhne Jahre hinter mir dieselben Schulbänke drückten; die Tochter verscherzte es heute mit ihresgleichen endgültig. Deutlicher kann man seine Verachtung für den Mitmenschen neben der eigenen grandiosen Selbstüberschätzung nicht ausdrücken. Das ist nicht meine Baustelle.
Jenes Schlittenfahren liegt bereits und gerade im Medienbereich vielfältig vor (der 68er Vorwurf der Medienmanipulation ist heute alltägliche Realität: man vgl. den aktuellen Medieskandal Bush's; wir sind aber nicht besser), weshalb ich dieser Gesellschaftsordnung in praxi 'gekündigt' habe, da ich mich mit ihren offensichtlichen Zielen und Inhalten nicht mehr identifizieren kann. Ich bin zu sehr Historiker, um die sich auftuenden Untiefen nicht zu erkennen.
Hans-Joachim
Hans-Joachim
