20.03.2020, 23:44
creatimm,'index.php?page=Thread&postID=255476#post255476 schrieb:Nur mit dem Einbau und der Justage bin ich noch unsicher. Laut Service-Handbuch soll der Azimut etc. ja mit einem Justage-Band eingestellt werden. Das habe ich nun nicht. Ich würde das Gerät für diese Arbeit ja auch abgeben. Aber noch habe ich hier in Westfalen noch keinen Laden gefunden, der sich damit gut auskennt.Hallo Timm,
das ist doch ein Zweikopfgerät, also nicht mit getrennten Aufnahme- und Wiedergabeköpfen versehen. Da ist die Justage halb so schlimm. Abweichungen zwischen Aufnahme und Wiedergabe sind da ja prinzipbedingt unmöglich.
Es kommt vor allem darauf an, dass die Tonkopfhöhe und dessen Neigung nach vorn/hinten genau stimmt. Wenn man kein Testband zur Verfügung hat, kann man das recht genau optisch per Kuckauge einstellen. Vorzugsweise benutzt man für die Höhenjustage ein Klarband, das man ab und zu noch bei Ebay bekommt. Das obere Tonkopfsystem muss genau mit der oberen Bandkante abschließen. Die Neigungseinstellung über die bewussten Madenschrauben vorn und hinten sollte vorher erfolgen. Man muss dazu seitlich in den Kopfträger hinein peilen, wobei man eine Bandführung oder die Tonwelle als Referenz nimmt. Dazu muss die Kopfvorderseite genau parallel sein. Da ich dein Saba nicht kenne, weiß ich allerdings nicht, ob dieses Vorgehen dort räumlich möglich ist. Nachdem die Neigung stimmt, müssen die beiden Maden zur Höhenverstellung immer um den gleichen Betrag verdreht werden.
Es kann durchaus sein, dass nach dem Kopftausch dabei alles von vornherein stimmt.
Der Azimut ist nur dann wirklich penibel genau einzustellen, wenn alte, bereits bespielte Bänder vorhanden sind, die mit diesem Gerät weiterhin in optimaler Qualität abgespielt werden sollen oder wenn noch weitere Geräte (mit korrektem Azimut) vorhanden sind oder wenn ein Bandaustausch mit Anderen vorgesehen ist. Ansonsten ist, so salopp das jetzt klingen mag, der Azimut bei einem Zweikopfgerät ziemlich wurscht. Man kann ihn theoretisch nach Augenmaß einstellen und gut. Es wird ja derselbe Kopf für Aufnahme und Wiedergabe benutzt, so dass da keine Abweichungen möglich sind!
Wie gesagt ist das nur relevant, wenn einer der obigen Punkte zutrifft.
Wenn ein altes, bespieltes Band von diesem Gerät vorhanden ist, sucht man sich eine Aufnahme mit gutem Höhenanteil, schaltet die beiden Spuren parallel (entweder am Verstärker oder am Tonbandgerät auf MONO schalten) und dreht die Azimutschraube auf beste (hellste) Höhenwiedergabe.
Wenn du es korrekt haben willst, musst du dir ein Azimut-Einstellband besorgen. Das kann man z.B. bei Pievox oder Bluthard bestellen oder sich bei Peter Ruhrberg hier im Forum nach eigenen Wünschen (und preiswerter als im Netz) anfertigen lassen. Sehr zu empfehlen ist außer dem üblichen 10 kHz-Sinus ein weißes Rauschsignal, das über einen Hochpass gefiltert wurde, so dass die großen Wellenlängen nicht mehr vorhanden sind. Damit kann man wunderbar und ausreichend genau rein nach Gehör einstellen. Es ist dabei auch kaum möglich, ein Nebenmaximum zu erwischen, weil man das sofort an den Auslöschungen bestimmter Frequenzanteile bemerkt!
Also keine Angst vor dem Kopftausch; es ist alles kein Hexenwerk!
LG Holgi
