09.01.2020, 17:31
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=250911#post250911 schrieb:Die Gleichrichterbrücke ist tatsächlich noch eine Selen-Brücke ... Mußte ich erstmal so lassen,Bloß kein unnötiger Aktionismus! Man muß nicht alles tauschen, nur weil es alt ist.
Auch wenn es als vorsintflutliche Technik erscheinen mag, so haben diese Selen-Gleichrichter doch ein extrem langes Leben. Mit einem Ersatz durch moderne Si-Dioden handelst Du Dir ein neues Problem ein:
Durch deren quasi vernachlässigbaren Spannungsabfall im Vergleich zu Selen-Gleichrichtern riskierst Du zu hohe Anodenspannung und Überlastung der Endverstärkerröhre. Zum Ausgleich müßtest Du einen Widerstand zwischen Brückengleichrichter und ersten Elko schalten. Wenn die Spannungen an den Röhren also halbwegs stimmen, dann laß am besten hier alles erst mal, wie es ist.
Kritisch sind in diesem Gerät alle Kondensatoren, an denen eine hohe Spannungsdifferenz herrscht. Bezogen auf den Schaltplan des 502S, den es bei Elektrotanya gibt, sind das C4, C8, C14, C18.
Der von Dir erwähnte 0,15µ von der Anode der ECC85 ist C18 und gehört somit auch dazu.
Bei den drei letztgenannten sollten auf der Niederspannungsseite jeweils etwa 0 Volt zu messen sein. Anderenfalls ist deren Isolationswiderstand zu stark abgesunken. => Austausch.
Bei C4 sollte die Spannung an Pin 1 der EF86 etwa die im Plan angegebenen 60 Volt betragen. Ist sie deutlich niedriger (bei ansonsten korrekten Spannungen im Rest der Schaltung), dann ist auch C4 zu tauschen. Letzteres macht sich in der Regel auch durch eine zu hohe Anodenspannung der EF86 an Pin 6 bemerkbar, weil durch Absinken der Schirmgitterspannung an Pin 1 die Pentode EF86 zunehmend zur Triode wird.
Gruß
TSF
