25.03.2005, 11:03
Lieber Nikola,
wohin man den Arbeitspunkt genau legt, bestimmt sich zum einen nach den Datenblätern des jeweiligen Bandes, nach den eignen Wünschen (optimaler Aussteuerbarkeitskompromiss oder Klirrfaktorminimum) und nach der technischen Beschaffenheit der Bandmaschine, also im Wesentlichen der Spaltbreite und Bandgeschwindigkeit.
Hinsichtlich des Pegels der Frequenzgangmessung muss man natürlich die Eigenschaften des Bandes bei gegebener Bandgeschwindigkeit im Auge behalten, denn die Messung bei niedrigem Pegel dient ja dazu, Verstärker- bzw. Bandsättigungen zu vermeiden.
Je weiter man von Zentraleuropa weggerät, umso genauer sollte hinschauen, was der jeweilige Informant denn als Bezugspegel definiert. In Europa werden 514 pWb/mm bei zweikanaliger Stereofonie als Referenzpunkt ebenso verwendet wie 320 pWb/mm. Damit hat es aber sein Bewenden.
In den USA 'nebst alliierten Wirtschaftsmächten' sind 185, 200, 250, 370, ja 740 pWb/mm als Referenzpunkt üblich, jeweils mit ordentlichem Graufeld, weil mitunter das Verhalten von VU-Metern und PPMs berücksichtigt wird, obgleich das bei statischen Sinustönen ohne Bedeutung wäre.
Gehen wir von Ray Dolbys 185 pWb/mm ("Dolby-[operating-]Level") aus, sind wir mit deinen obigen -10 dB (Tascam) den bei uns für Frequnezgangmessungen üblichen 51,4 pWb/mm (= 514 -20 dB; 32 pWb/mm gingen genauso, sind bei entsprechendem Bezugsband bei -20 dB aber besser zu messen) schon recht nahe (59 pWb/mm).
Tascam bezieht sich angesichts der 19,05 cm/s mutmaßlich auf 185, notfalls auf 370 pWb/mm. Das geht aus dem 1000 Hz Bezugston des entsprechenden Bezugsbandes hervor.
Ich erschließe aus deinem Wert 'Delta 10 kHz: -6,5 dB bei 19,05 cm/s', dass du auf BASF 911 (70 µs) einmessen willst. Dafür aber ist der absolute Bezugspegel, den deine (Tascam-?)Maschine verwendet (man kann das im Rahmen des Sinnvollen oftmals weitreichend ändern), ohne Bedeutung.
Wichtig ist die relative Veränderung der Empfindlichkeit (also der sich ändernde Ausgangspegel) bei 10 kHz, während du den Vormagnetisierungspegel erhöhst.
Demnach:
Lege einen 1 kHz-Ton mit der Aussteuerung + 6 VU (meinetwegen auch 0 VU, wenn dir der anliegende Zeiger widerstrebt) auf die Maschine, gib über Band wieder, reduziere die Eingangsspannung um 20 dB. Miss die Ausgangsspannung mit einem Breitbandmillivoltmeter. Erhöhe die Generatorfrequenz auf 10 kHz, der Pegel des Generators muss innerhalb von ± 0,2 dB gleich bleiben. Stelle nun die Vormagnetisierung so ein, dass du am Ausgang der Maschine maximalen 10-kHz-Pegel erhältst, registriere den vom Millivoltmeter angezeigten Ausgangsspannungswert. Erhöhe den Vorgmagnetisierungspegel nun langsam, wobei der 10-kHz-Nf-Pegel langsam absinken muss. Sobald du einen Abfall von 6,5 dB erreicht hast, stellst du das Kurbeln am VM-Trimmpoti bitte ein.
Zweiter Kanal: ut supra.
Manchmal verändert sich insbesondere bei nachhaltigeren, aber nötigen Kurbeleien der aufnahmeseitige 1 kHz-Bezug, was zu kontrollieren und ggflls. aufnahmeseitig nachzuregeln ist. Außerdem muss nach diesem ersten Teil der Einmessung der Frequenzgang (Aufnahmeseite) insgesamt auf die Einhaltung der Spezifikationen hin kontrolliert und an etwaig vorhandenen Bass- Treble- bzw. Tiefen- und Höhen-Einstellern linearisiert werden. An der Vormagnetisierung sollte man dann aber nicht mehr manipulieren.
Dies ist nur notwendig, wenn der Frequenzgang nicht will, wie er soll, aber besagte Equalizing-Pots nicht vorhanden sind. Das ist z.B. bei der G36 der Fall. Pots für ein Tiefenequalizing sind in Amateurgeräten unüblich.
Sollten sie vorhanden sein, umso besser.
Dass der Wiedergabezug für obige Einmessung -also auch die deine- ordentlich 'beieinander' sein muss, versteht sich ja von selbst; wenn nicht, geht das natürlich als Fehler in die Gesamteinstellung ein. Man verwendet dafür ein Bezugsband (Frequenz- oder Gleittonteil), mit dem auch die Spaltsenkrechtstellung als allererste Maßnahme sauber zu kontrollieren und ggflls. zu justieren ist. Dabei ist Sorgfalt geboten, man dreht zu schnell an den falschen Tonkopfschrauben.
Last but not least: Sauberes Entmagnetisieren (Bezugsband weit weg, Bandgerät aus, bitte) ist immer nötig..
Hans-Joachim
wohin man den Arbeitspunkt genau legt, bestimmt sich zum einen nach den Datenblätern des jeweiligen Bandes, nach den eignen Wünschen (optimaler Aussteuerbarkeitskompromiss oder Klirrfaktorminimum) und nach der technischen Beschaffenheit der Bandmaschine, also im Wesentlichen der Spaltbreite und Bandgeschwindigkeit.
Hinsichtlich des Pegels der Frequenzgangmessung muss man natürlich die Eigenschaften des Bandes bei gegebener Bandgeschwindigkeit im Auge behalten, denn die Messung bei niedrigem Pegel dient ja dazu, Verstärker- bzw. Bandsättigungen zu vermeiden.
Je weiter man von Zentraleuropa weggerät, umso genauer sollte hinschauen, was der jeweilige Informant denn als Bezugspegel definiert. In Europa werden 514 pWb/mm bei zweikanaliger Stereofonie als Referenzpunkt ebenso verwendet wie 320 pWb/mm. Damit hat es aber sein Bewenden.
In den USA 'nebst alliierten Wirtschaftsmächten' sind 185, 200, 250, 370, ja 740 pWb/mm als Referenzpunkt üblich, jeweils mit ordentlichem Graufeld, weil mitunter das Verhalten von VU-Metern und PPMs berücksichtigt wird, obgleich das bei statischen Sinustönen ohne Bedeutung wäre.
Gehen wir von Ray Dolbys 185 pWb/mm ("Dolby-[operating-]Level") aus, sind wir mit deinen obigen -10 dB (Tascam) den bei uns für Frequnezgangmessungen üblichen 51,4 pWb/mm (= 514 -20 dB; 32 pWb/mm gingen genauso, sind bei entsprechendem Bezugsband bei -20 dB aber besser zu messen) schon recht nahe (59 pWb/mm).
Tascam bezieht sich angesichts der 19,05 cm/s mutmaßlich auf 185, notfalls auf 370 pWb/mm. Das geht aus dem 1000 Hz Bezugston des entsprechenden Bezugsbandes hervor.
Ich erschließe aus deinem Wert 'Delta 10 kHz: -6,5 dB bei 19,05 cm/s', dass du auf BASF 911 (70 µs) einmessen willst. Dafür aber ist der absolute Bezugspegel, den deine (Tascam-?)Maschine verwendet (man kann das im Rahmen des Sinnvollen oftmals weitreichend ändern), ohne Bedeutung.
Wichtig ist die relative Veränderung der Empfindlichkeit (also der sich ändernde Ausgangspegel) bei 10 kHz, während du den Vormagnetisierungspegel erhöhst.
Demnach:
Lege einen 1 kHz-Ton mit der Aussteuerung + 6 VU (meinetwegen auch 0 VU, wenn dir der anliegende Zeiger widerstrebt) auf die Maschine, gib über Band wieder, reduziere die Eingangsspannung um 20 dB. Miss die Ausgangsspannung mit einem Breitbandmillivoltmeter. Erhöhe die Generatorfrequenz auf 10 kHz, der Pegel des Generators muss innerhalb von ± 0,2 dB gleich bleiben. Stelle nun die Vormagnetisierung so ein, dass du am Ausgang der Maschine maximalen 10-kHz-Pegel erhältst, registriere den vom Millivoltmeter angezeigten Ausgangsspannungswert. Erhöhe den Vorgmagnetisierungspegel nun langsam, wobei der 10-kHz-Nf-Pegel langsam absinken muss. Sobald du einen Abfall von 6,5 dB erreicht hast, stellst du das Kurbeln am VM-Trimmpoti bitte ein.
Zweiter Kanal: ut supra.
Manchmal verändert sich insbesondere bei nachhaltigeren, aber nötigen Kurbeleien der aufnahmeseitige 1 kHz-Bezug, was zu kontrollieren und ggflls. aufnahmeseitig nachzuregeln ist. Außerdem muss nach diesem ersten Teil der Einmessung der Frequenzgang (Aufnahmeseite) insgesamt auf die Einhaltung der Spezifikationen hin kontrolliert und an etwaig vorhandenen Bass- Treble- bzw. Tiefen- und Höhen-Einstellern linearisiert werden. An der Vormagnetisierung sollte man dann aber nicht mehr manipulieren.
Dies ist nur notwendig, wenn der Frequenzgang nicht will, wie er soll, aber besagte Equalizing-Pots nicht vorhanden sind. Das ist z.B. bei der G36 der Fall. Pots für ein Tiefenequalizing sind in Amateurgeräten unüblich.
Sollten sie vorhanden sein, umso besser.
Dass der Wiedergabezug für obige Einmessung -also auch die deine- ordentlich 'beieinander' sein muss, versteht sich ja von selbst; wenn nicht, geht das natürlich als Fehler in die Gesamteinstellung ein. Man verwendet dafür ein Bezugsband (Frequenz- oder Gleittonteil), mit dem auch die Spaltsenkrechtstellung als allererste Maßnahme sauber zu kontrollieren und ggflls. zu justieren ist. Dabei ist Sorgfalt geboten, man dreht zu schnell an den falschen Tonkopfschrauben.
Last but not least: Sauberes Entmagnetisieren (Bezugsband weit weg, Bandgerät aus, bitte) ist immer nötig..
Hans-Joachim
