14.04.2019, 10:49
Hallo Martin,
Bach hat Stimmen ja teilweise behandelt wie Instrumente, und da kommt ab und zu auch mal was Unsangliches heraus, wenn es der Text denn gebietet. Hier muss ich an die zahlreichen chromatischen Passagen in Bachs Kantaten denken, bei den Passionen z.B. im Bericht des Evangelisten (oder auch für den Chor im Mittelteil der h-moll-Messe, Stichwort "Crucifixus" oder "in resurrectionem mortuorum").
Auf den Fotos fand die Organistin übrigens meinen Kommentar ziemlich amüsant, dass ihr Part im "Es ist vollbracht" kaum noch als "passus durisculus" bezeichnet werden könne, da er eher einer halben Weltreise gliche. Aber im Ernst: Gibt es irgendeine menschliche Emotion zwischen überbordender Freude und tiefster Trauer, die Bach in diesem Satz ausgelassen hat?
Manchmal rutscht er mir gegenüber Outsidern heraus, was regelmäßig zu leichten Irritationen führt :whistling:
Grüße, Peter
Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=236469#post236469 schrieb:Trotz der einfachen Mittel versucht der jeweilige Aufnehmende natürlich auch während der Stellprobe vor dem Konzert, die besten Positionen für die Mikrofone herauszufindenIch hätte jetzt nicht "trotz" geschrieben, sondern "wegen". Wobei das für ein Werk mit so vielen Klangebenen fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, EINEN besten Stellplatz für ein Hauptmikrofon zu finden. Irgendetwas klingt immer verkehrt, was man sich im Raum mit Leichtigkeit "zurechthört". Mikrofone sind nun mal keine Ohren, sondern vergleichsweise primitive technische Krücken.
Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=236469#post236469 schrieb:Mit etwas Übung werden diese Mitschnitte durchaus anhörbar und haben einen hohen Erinnerungswert für alle, die dabei waren - sind aber natürlich weit von der Qualität einer professionellen Aufnahme entfernt.Dreimal Zustimmung.
Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=236469#post236469 schrieb:Wobei, wenn man an den Inhalt denkt, dann war das von Meister Bach vielleicht genau so beabsichtigt?Gut möglich, aber einigermaßen zusammen sollten die Einwürfe schon sein, und auch nicht zu sehr daneben intoniert, jedenfalls nicht auf einem Tonträger.
Bach hat Stimmen ja teilweise behandelt wie Instrumente, und da kommt ab und zu auch mal was Unsangliches heraus, wenn es der Text denn gebietet. Hier muss ich an die zahlreichen chromatischen Passagen in Bachs Kantaten denken, bei den Passionen z.B. im Bericht des Evangelisten (oder auch für den Chor im Mittelteil der h-moll-Messe, Stichwort "Crucifixus" oder "in resurrectionem mortuorum").
Auf den Fotos fand die Organistin übrigens meinen Kommentar ziemlich amüsant, dass ihr Part im "Es ist vollbracht" kaum noch als "passus durisculus" bezeichnet werden könne, da er eher einer halben Weltreise gliche. Aber im Ernst: Gibt es irgendeine menschliche Emotion zwischen überbordender Freude und tiefster Trauer, die Bach in diesem Satz ausgelassen hat?
Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=236469#post236469 schrieb:"Ich geh mal kurz weg" - "Wohin?" - "Nach Golgatha"Ja, diesen Gag kenne ich auch seit mittlerweile 35 Jahren
Kirunavaara,'index.php?page=Thread&postID=236469#post236469 schrieb:Die Johannespassion empfinde ich persönlich als das am schwersten zu singende, aber auch interessanteste der großen Bach-Oratorien.Nun ja, erst mal sehen, wie der Mitschnitt den Beteiligten gefällt. Natürlich würden mir die MP und die h-moll-Messe mindestens ebenso viel Spaß machen, schließlich verfolgen mich auch diese akustisch Tag und Nacht ...
Grüße, Peter
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Peter
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Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
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